Kulturen und Wissen des Ökonomischen (18.-20. Jahrhundert). Sommeruniversität des Deutschen Historischen Instituts Paris

Ort
Paris
Veranstalter
Jürgen Finger, Deutsches Historisches Institut Paris/LMU München; Alain Chatriot / Nicolas Delalande / Jakob Vogel, Centre d'histoire de Sciences Po
Datum
21.06.2016 - 24.06.2016

Unter dem Titel „Kulturen und Wissen des Ökonomischen (18. – 20. Jahrhundert)“ veranstaltete das Deutsche Historische Institut Paris seine diesjährige internationale Sommeruniversität. Die mehrsprachige Konferenz brachte 17 Doktoranden/innen und Postdocs zum Austausch über ihre laufenden Projekte und zur Diskussion mit deutschen und französischen Fachkollegen zusammen. Thematisch und methodisch benachbarte Vorträge waren jeweils gekoppelt.

Nach der Begrüßung durch den Direktor des DHIP, THOMAS MAISSEN (Paris), führte JÜRGEN FINGER (Paris) in das Thema der Konferenz ein: Seit einigen Jahren errege die Ökonomie auch außerhalb der zünftigen Wirtschaftsgeschichte wieder starkes Interesse bei Historikern und Historikerinnen. Entsprechende Studien würden zunehmend von Theorien und Methoden der Kultur- und Wissensgeschichte inspiriert, in Frankreich bilde die Sozial- und Politikgeschichte weiterhin zentrale Referenzpunkte. Bildquellen zur Ikonographik der Buchhaltung zwischen Spätmittelalter und 20. Jahrhundert dienten als Ausgangspunkt seiner weiteren Überlegungen. Diese kaufmännische Technik produziere betriebswirtschaftliches Wissen, ordne es und mache Transaktionen ökonomisch bewertbar: Diese alltägliche kaufmännische Tätigkeit führe abgeschlossene Geschäfte, gegenwärtige Transaktionen und deren künftige Gewinnerwartungen, also die drei Zeitdimensionen Vergangenheit / Gegenwart / Zukunft, in einer spezifischen Quellengattung zusammen. Derartige Formen betriebswirtschaftlicher Wissensproduktion seien in den Vorschlägen, die die Organisatoren erhalten hätten, kaum berücksichtigt worden; es scheine fast, als handle es sich vermeintlich um Themen der Frühneuzeitforschung. Aus den Bildquellen leitete Finger Dimensionen ökonomischen Wissens ab, die für eine Kulturgeschichte bzw. Wissensgeschichte des Ökonomischen relevant seien und für die die Beiträge der Tagung jeweils Beispiele lieferten: systematisches Wissen, Kontextwissen, technisches Wissen, Organisationswissen, geographische und zeitliche Dimensionen des Wissens, Transfers und Repräsentationen von Wissen, Expertise und Verwissenschaftlichung.

MARLENE KESSLER (Tübingen) eröffnete mit ihrem Vortrag zum Höhepunkt und Zusammenbruch des Système de Law das erste Panel der Tagung. Anhand von Korrespondenzen französischer Provinzkaufleute zeichnete sie deren Börseneuphorie und die folgende Desillusionierung durch den großen Börsencrash 1720 nach. Ihr Fokus auf kaufmännische Wahrnehmungen und Handlungsspielräume ergänzt bisherige Forschungen, die zu stark auf wirtschaftspolitische Akteure sowie Diskurse und Entwicklungen in Paris konzentriert seien. Auch MARINE FIEDLER (Bern / Paris) argumentierte auf der Akteursebene und rückte mit dem Hamburger Weinhändler Valentin Lorenz Meyer einen Kaufmann ins Zentrum ihrer Arbeit. Dieser versuchte 1855 in Liverpool in das Auswanderergeschäft einzusteigen. Anhand privater Korrespondenzen des Kaufmanns analysierte Fiedler dessen Umgang mit dem Scheitern seines Unternehmens und arbeitete die Rolle der Ehefrau und des Familienumfelds in diesem Prozess heraus. Als Gegengewicht zur verbreiteten Geschichtsschreibung erfolgreicher Unternehmerdynastien trägt Fiedlers Arbeit zur Kulturgeschichte des Scheiterns bei.

RAFAEL STREIB (Tübingen) bot einen Überblick über die Folgen der Londoner Finanzmarktkrise von 1720, der sogenannten South Sea Bubble. Hierbei richtete er sein Augenmerk auf die räumliche Dimension der Londoner Finanzwelt, innerhalb derer sich zahlreiche Akteure bewegten, die diesen Räumen Funktionen zuwiesen. Streib ging dabei der Frage nach, welche Auswirkungen der Börsencrash auf die Handlungsmöglichkeiten und die (soziale) Zusammensetzung dieser Räume hatte. PAUL FRANKE (Berlin) griff ebenfalls die räumliche Dimension ökonomischen Handelns auf und stellte die Frage nach den spezifischen Orten des Kapitalismus. Anhand der Städte Monaco und Las Vegas untersuchte er die Verknüpfung von Glücksspielindustrie und Kapitalismus im 19. und 20. Jahrhundert. Im Zentrum seines Interesses stand die Herausbildung eines für beide Städte spezifischen Konsumerlebnisses, das weit über das Glücksspiel in den Casinos hinausging und eine spezifische Moralische Ökonomie generierte.

BRUNO FLUHRER (Lyon 2) präsentierte sein Forschungsprojekt zum Einfluss ökonomischer Theorien auf rechtliche, politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen von Arbeit in Frankreich und Deutschland im 20. Jahrhundert – eine Frage, die in Deutschland wohl als Verwissenschaftlichung des Sozialen diskutiert würde. Als zentrale Gegenstände seiner komparativen Arbeit stellte er die gesellschaftliche Rolle der Ökonomen und die Verbreitung ihrer Konzepte vor, wobei er insbesondere die Bereiche Arbeitszeit und Flexibilisierung von Arbeit ins Zentrum stellte. SINDY DUONG (Berlin) verschob den Fokus von der Arbeit auf die Arbeitslosigkeit als materielles und diskursives Phänomen. Sie beschrieb die Akademikerarbeitslosigkeit der 1970er- und 1980er-Jahre als emotional aufgeladenes „Schreckgespenst“, das in Wissenschaft und Gesellschaft sehr präsent war. Die quantitative Analyse erweiterte sie um die Diskussion zeitgenössischer Wahrnehmungen und Problematisierungen, und richtete so den Blick der Forschung auf einen Krisendiskurs, der aus der Erfahrung der Bildungsexpansion heraus und als deren Gegenstück entstand.

BLAISE TRUONG-LOÏ (PARIS) erforscht internationale Wissenstransfers in Verbindung mit Staatsverschuldung und Währungsreformen am Ende des 19. Jahrhunderts. Dabei kamen die Transfers von Personen und Wissen zwischen Zentrum und Peripherie innerhalb der Kolonialreiche sowie zwischen den Imperien in den Blick, wobei diese inner- und transimperialen Transfers durchaus Rückwirkungen auf die Zentren haben konnten. Entgegen der oft national begrenzten oder imperialen Perspektive auf diese Themen fokussierte Truong-Loï lokale Akteure und deren ökonomisches Wissen. MADELINE WOKERs (New York) Projekt geht der Frage nach wie sich die Steuerpolitik in den französischen Kolonien zu Steuerdiskussionen im Mutterland im Zeitraum von 1900 bis 1939 verhielt. Sie ordnete die Steuerpolitik in die Innen- und Kolonialpolitik Frankreichs ein und nutzte dazu drei Fallstudien: Algerien, Indochina und die acht Kolonien der Afrique-Occidentale française (AOF). Dabei konzentrierte sie sich auf Kolonialbeamte, Kolonisten und Einheimische und ihre Interaktion in Fragen der Steuerpolitik und ihrer Umsetzung.

In seinem Abendvortrag sprach der Wirtschaftshistoriker ADAM TOOZE (New York) über die große „Atlantische“ Finanzkrise seit 2007. Er stellte jedoch die verbreitete Einteilung des Krisenverlaufs in Frage und verwies darauf, dass die Vereinigten Staaten mit Europa gemeinsam Ausgangspunkt der Finanzkrise gewesen seien. Dabei verwies er auf Datenmaterial zur frühen und umfangreichen Beteiligung europäischer Finanzinstitute am Subprime-Markt. In seine Krisenanalyse integrierte Tooze geopolitische Kategorien und die Krim- und Ukrainekrise. So erweiterte er die Perspektive deutlich und ordnete die Finanz- und Währungskrisen nach 2008 in eine Krise jener amerikanisch-atlantischen Weltordnung ein, deren Entstehung im und nach dem Ersten Weltkrieg er in seiner letzten Monographie nachgespürt hatte.[1] Kommentator MORITZ SCHULARICK (Bonn) folgte weitgehend dem historisch-kontextualisierenden Ansatz seines Vorredners, verteidigte aber pointiert die Erkenntnisse der wirtschaftswissenschaftlichen Krisenanalyse, die fast 10 Jahre nach dem Ausbruch der Krise(n) durchaus belastbare Erklärungen zu bieten habe.

Am dritten Tag der Sommeruniversität widmete sich zunächst NICHOLAS J.T. MULDERs (New York) Beitrag dem Aufkommen von Wirtschaftssanktionen als „ökonomische Waffe“ zwischen 1914 und 1945. Er stellte zeitgenössische Debatten über Motive und Ziele dieses politischen Instrumentes vor sowie die Mechanismen seiner Umsetzung. In einem Vergleich arbeitete er die Unterschiede zwischen der auf Abschreckung ausgerichteten britischen Sanktionspolitik und der französischen heraus, die er als halbautomatisch ablaufenden Disziplinierungsmechanismus charakterisierte. DIMITRI VOUZELLE (Lyon) erörterte seine Forschung zur Politik wirtschaftlicher Konzentration in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs. Anhand der Region Bourgogne-Franche-Comté analysierte Vouzelle die Debatten um industrielle Konzentration vor und nach 1940 sowie deren Wissensbasis, bevor er die Auswirkungen der Okkupation auf die Politik des État français und die Wirtschaftsstruktur Frankreichs diskutierte. Durch die regionale Schwerpunktsetzung gelang es ihm, die theoretische Debatte auf nationaler Ebene herunter zu brechen auf Formen, Institutionen und Folgen in der Region.

ROBERT BERNSEE (Göttingen) präsentierte erste Überlegungen zu einer Wirtschafts- und Kulturgeschichte des Urheberrechts, die darauf abzielt, einen Einblick in die Anfänge und Entstehungsbedingungen der digitalen kreativen Welt zu werfen. Neben der öffentlichen, juristischen und parlamentarischen Debatte um den Begriff und Umfang des geistigen Eigentumsrechts gilt sein Interesse auch den ökonomischen Folgen von Änderungen des Urheberrechts in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie der Frage, wie sich urheberrechtliche Regelungen auf das kreative Schaffen und dessen Verwertung auswirkten.

Eine Reihe von Vorträgen widmete sich daraufhin der Verbreitung und Konstruktion ökonomischer Theorien, wobei das Spektrum vom französischen Kommunismus bis zur Harvard Business School reichte. SIMON GODARD (PARIS) thematisierte die ökonomischen Theorien der französischen Kommunisten im Zeitraum 1921–1947, wobei er sich vorrangig mit dem Transfer ökonomischer Ideen innerhalb des Parti communiste français (PCF) beschäftigte. Das kommunistische Milieu, die Sozialisierung und Professionalisierung seiner ökonomischen Experten sowie die Vielstimmigkeit aber auch Homogenisierung unter dem Einfluss der Sowjetunion kamen dabei in den Blick. LAURA MENEGHELLO (GIEßEN) behandelte die Geschichte des wirtschaftswissenschaftlichen Wissens im Zeitraum von 1850 bis 1945 am Beispiel von Vorstellungen über globale Wirtschaft und globale Verflechtungen. Ihr Projekt zielt auf den Prozess, in dem Wirtschaft erstmals als globales Phänomen wahrgenommen wurde, und damit auf die Verbreitung von Vorstellungen globaler Verflechtung ab. Meneghello analysierte dazu insbesondere europäische und amerikanische Fachzeitschriften, Fachliteratur und Publizistik. Im Anschluss widmete sich ANNE SCHREIBER (PADERBORN) den Schriften des italienischen Ökonomen Vilfredo Pareto. Sie untersuchte die Ursprünge von Organisationstheorien in den 1920er- und 1940er-Jahren mit Blick auf die „Pareto Vogue“, eine Strömung der Harvard Business School, wo eine interdisziplinär arbeitende Gruppe unter anderem Ansätze und Methoden aus der Humanbiologie, Psychopathologie, Anthropologie, Soziologie und der politischen Ökonomie vereinte.

Die letzte Sektion widmete sich transatlantischen Transfers von Personen, Konzepten und Managementideen. ANNE-KRISTIN HÜBNER (München) gab einen Überblick über den nach 1945 rasch zunehmenden ideell-intellektuellen Austausch zwischen den USA und Deutschland am Beispiel des US-Ökonomen John Kenneth Galbraith. Vor dem Hintergrund des Transatlantic Century konzentrierte sie sich auf die bundesdeutsche Wirkungsgeschichte der Arbeiten und der Person Galbraiths. Dabei warf sie die Frage auf, ob Galbraiths Hinwendung zu Deutschland und sein Auftreten als öffentlicher Intellektueller auf seine stagnierende wissenschaftliche Karriere im Heimatland zurückgeführt werden könne. BRUNO SETTIS (Pisa / Paris) betonte in seinem Vortrag die Nähe zwischen den Konzepten von Neokapitalismus und Fordismus in den Debatten der späten 1940er- bis 1960er-Jahre. Beide Theorien betrachtet er als Schlüssel zur Analyse französischer und italienischer Unternehmen und Organisationstheorien. In seiner Präsentation legte er den Schwerpunkt auf den transnationalen Charakter der Debatte, die er anhand der Rezeption soziologischer und ökonomischer Literatur aus den USA, Italien, Frankreich und Deutschland nachvollzog. Der letzte Vortrag der DHIP-Sommeruniversität zeichnete den Weg „vom Patriarchen zum Professional“ nach. STINA BARRENSCHEEN (Marburg) konzentrierte sich auf die Erwartungen, die im Zeitraum von 1955 bis 1985 in Westdeutschland an Inhaber unternehmerischer Leitungspositionen gerichtet wurden. Die Zeit „nach dem Boom“ ab dem Beginn der 1970er-Jahre gilt gemeinhin als eine Phase tiefer sozioökonomischer Umbrüche und Wandlungsprozesse. Barrenscheen stellte diese Änderungen am Beispiel von Ausschreibungen unternehmerischer Leitungspositionen dar, indem sie Stellenanzeigen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auswertete und die sich seit den 1950er-Jahren wandelnden Anforderungsprofile herausarbeitete.

Die Schlussdiskussion leitete Jürgen Finger nochmals mit dem Verweis auf die methodische Differenz zwischen Deutschland und Frankreich ein, wobei er sich auf die primär deutschsprachige Diskussion über „Wirtschaftsgeschichte als Kulturgeschichte“ bezog – so der Titel eines Referenzwerks, ohne das kaum eine einschlägige Einleitung auskomme.[2] Die französische historiographische Praxis könne man demgegenüber als Appell zur Wiederentdeckung des Staates interpretieren. Überhaupt kämen die Schnittstellen zwischen Ökonomie und anderen gesellschaftlichen Subsystemen wie Staat, Wissenschaft, kulturellen Normen und Moral verstärkt in den Blick. Andere Themenfelder wie Produktionsregime und Arbeitsgesellschaft gelte es dagegen – zumindest in Teilen der deutschen Forschung – erst wiederzuentdecken.

Allerdings seien blinde Flecken zu konstatieren, wenngleich diese möglicherweise den Zufälligkeiten der Vorschläge für die Tagung geschuldet waren. Dazu gehöre etwa die Frage nach der Temporalität des Wirtschaftens (komplementär zur oben angeschnittenen Frage nach Orten des Kapitalismus). Kein Proposal adressierte die Geschlechterordnung von Ökonomie und Ökonomik ausdrücklich. Wenig oder nur implizit präsent waren Perspektiven auf Theorien und Mathematisierung der Wirtschaftswissenschaften, oder etwa auf ökonomische Dinge (im Sinne des material turn), darunter nicht zuletzt das allgegenwärtige Geld. Mit Bezug auf die Untersuchungsregionen schienen staatssozialistische Wirtschaftsordnungen für die kulturhistorische Perspektive bisher wenig Attraktivität zu besitzen – ganz im Gegensatz zum bleibenden Faszinosum Kapitalismus. Dabei könne die Adaption wissensgeschichtlicher Fragestellungen und etwa der Methoden und Themen der Neuen Institutionenökonomik durchaus einen frischen Blick auf nicht-kapitalistische Wirtschaftsordnungen erlauben.

Konferenzübersicht:

Sektion I: Akteure/Acteurs‚
Diskussionsleitung: Moritz ISENMANN (Köln)

Marlene KESSLER (Tübingen): „M. Law nous fait espérer de grands changements dans le royaume ». Höhepunkt und Zusammenbruch des „Système de Law“ aus Akteursperspektive
Marine FIEDLER (Bern/Paris, Sciences Po): Dans l’intimité de l’échec négociant. Expérience de l’insuccès et famille au temps de la globalisation

Sektion II: Stadt als kapitalistischer Ort/Les villes, lieux du capitalisme
Diskussionsleitung: Nicolas DELALANDE (Paris, Sciences Po)

Rafael STREIB (Tübingen): Räume der South Sea Bubble (1720)
Paul FRANKE (Berlin, MPI für Bildungsforschung): Cities Only Capitalism Could Have Built – The Production of Monaco (1860–1960) and Las Vegas (1945–1976)

Sektion III: (Nicht-)Arbeiten/(Pas) Travailler
Diskussionsleitung: Roman KÖSTER (Freiburg)

Bruno FLUHRER (Lyon 2): Performativité du savoir économique et institutions du travail – une comparaison entre la France et l’Allemagne
Sindy DUONG (FU Berlin): Die Erfindung des akademischen Proletariats? Wissen um die Arbeitslosigkeit von Akademiker_innen in der Bundesrepublik Deutschland (ca. 1970 bis 1990)

Sektion IV: Imperiale Transfers/Transferts impériaux
Diskussionsleitung: Jakob VOGEL (Paris, Sciences Po)

Blaise TRUONG-LOÏ (Paris, HEC/ENS): Circulations transimpériales d’experts et d’expertises en matière de restructuration de dette souveraine et de réforme monétaire à la fin du XIXe siècle
Madeline WOKER (New York, Columbia): Fiscal Justice in the Colonies? The Politics of Taxation in the French Colonial Empire 1900–1939

Abendvortrag
Adam TOOZE (Columbia University): The Great Financial Crisis 2007–2015. Approaches for a Future History
Kommentar: Moritz SCHULARICK (Bonn)

Sektion V: Im Zeitalter der Extreme/Dans l’âge des extrêmes
Diskussionsleitung: Alain CHATRIOT (Paris, Sciences Po)

Nicholas J.T. MULDER (New York, Columbia): The Rise of the Economic Weapon. A History of Economic Sanctions (1914–1945)
Dimitri VOUZELLE (Lyon 2): La politique de concentration durant la Seconde Guerre mondiale en France à partir de l’exemple de la Bourgogne-Franche-Comté

Carrières scientifiques en France et/ou Allemagne – Wissenschaftliche Karrieren in Frankreich und/oder Deutschland
Podiumsgespräch mit Anne SEITZ (Paris, EHESS), Moritz ISENMANN (Köln), David Do PAÇO (Paris, Sciences Po), Jürgen FINGER (München/Paris)

Sektion VI: Immaterielles/L’immatériel
Diskussionsleitung: Christian WENKEL (Paris, DHIP/Labex EHNE)

Robert BERNSEE (Heidelberg): Copyrights in Prädigitalia. Konzeptionelle Überlegungen zu einer Wirtschafts- und Kulturgeschichte des Urheberrechts

Sektion VII: Wissens- und Wissenschaftsgeschichte/Histoire du savoir et des sciences
Diskussionsleitung: Jürgen FINGER (München/Paris)

Simon GODARD (Paris 1): Polyphonie des discours économiques du communisme, Sociohistoire de la formation des économistes communistes français (1921–1947)
Laura MENEGHELLO (Gießen): The Making of the Global Economy (1850–1945). A Discourse Analytical Approach to the History of Economic Science (History of Science Meets Economics)
Anne SCHREIBER (Paderborn): The Logic of Sentiments: The “Pareto vogue” and the Organizations Group at Harvard Business School

Sektion VIII: Atlantische Transfers/Transferts atlantiques
Diskussionsleitung: Benjamin MÖCKEL (Köln)

Anne-Kristin HÜBNER (München): Transatlantische Netzwerke nach 1945: Der Ökonom John Kenneth Galbraith als öffentlicher Intellektueller
Bruno SETTIS (SNS Pisa/Paris, Sciences Po): Fordisme et néocapitalisme, entre Europe et États-Unis (1947–1967)
Stina BARRENSCHEEN (Marburg): Vom Patriarchen zum Professional – Unternehmerische Leitungspositionen in Westdeutschland im Wandel (1955–1985)

Schlussdiskussion

Anmerkungen:
[1] Adam Tooze, The Deluge. The Great War and the Remaking of Global Order, London u.a. 2014.
[2] Hartmut Berghoff / Jakob Vogel (Hrsg.), Wirtschaftsgeschichte als Kulturgeschichte. Dimensionen eines Perspektivenwechsels, Frankfurt am Main/New York 2004.

Zitation
Tagungsbericht: Kulturen und Wissen des Ökonomischen (18.-20. Jahrhundert). Sommeruniversität des Deutschen Historischen Instituts Paris, 21.06.2016 – 24.06.2016 Paris, in: H-Soz-Kult, 15.11.2016, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6811>.