Große Mommsen-Tagung „Migration und Krieg in der Antike“

Ort
Halle an der Saale
Veranstalter
Mommsen-Gesellschaft e.V.
Datum
16.06.2017 - 18.06.2017
Von
Angela Pabst /Stefan Pfeiffer, Seminar für Klassische Altertumswissenschaften, Alte Geschichte, Martin-Luther-Universität Halle

Theodor Mommsen, für seine eigene Person jedem Heldenkult abgeneigt, war zeitlebens an Problemen seiner Gegenwart interessiert und politisch engagiert. Demgemäß hoffte die Mommsen-Gesellschaft in seinem Sinne zu handeln, wenn sie im Jahr 2017, das zugleich das Jahr des zweihundertsten Geburtstags ihres Namenspatrons ist, ihre Tagung nicht zu einem der zahlreichen Kongresse machte, die das Oeuvre Mommsens kritisch würdigen, sondern ein aktuelles Thema aufgriff und sich an der Auslotung eines potentiellen Beitrags der Altertumswissenschaften dazu versuchte. Als man sich im Frühling 2015 für „Migration und Krieg in der Antike“ entschied, war noch nicht absehbar, welche Brisanz diese Frage kurz darauf gerade in Deutschland gewinnen würde. Der Konzentration auf militärische Konflikte als eine von mehreren denkbaren Ursachen, die Menschen zum Verlassen ihrer Heimat nötigt(e), lag die Überlegung zugrunde, daß die Quellen dazu besonders zahlreich sind und das Phänomen für viele Perioden griechisch-römischer Geschichte dokumentiert ist, während andere Motive (Naturkatastrophen; Unzufriedenheit mit der sozialen und politischen Lage zuhause; Sog einer benachbarten Wohlstandsgesellschaft) in der Überlieferung keineswegs fehlen, aber eher punktuell bezeugt sind. Ein besonderes Anliegen war es, unsauberen Instrumentalisierungen historischen Materials und vorschnellen Analogiebildungen, so z. B. der Rede von der „Völkerwanderung“, gekoppelt mit Untergangsszenarien, eine wissenschaftlich solide Beschäftigung mit den Möglichkeiten und Grenzen epochenübergreifender Vergleiche entgegenzustellen.

Ein Call for Papers zeigte, dass das Thema viele Facetten beinhaltet. Chronologisch konnte der Bogen von der Archaik bis in die Hohe Kaiserzeit gespannt werden. Prominente Texte wie Herodots Historien oder Vergils Eklogen und Aeneis erwiesen sich ebenso als einschlägig wie Materialien, die bisher eher in engeren Fachkreisen eine Rolle spielten, etwa die Posthomerica des Quintus Smyrnaeus und kaiserzeitliche Darstellungen der Iliupersis. Erfreulich ausgewogen war die Zahl der Vorschläge aus den Disziplinen der Klassischen Philologie und der Alten Geschichte, wohingegen sich die Fächerstruktur innerhalb der Gesellschaft auch in einer etwas geringeren Zahl archäologischer Beiträge niederschlug. Sehr gut aufgenommen und mehrfach positiv kommentiert wurde das Modell von Parallelsektionen, die durchweg regen Zuspruch fanden. Das Plenum traf sich bei der Eröffnungsveranstaltung und zu einem gemeinsamen Vortrag sowie dem Abschlussvortrag. Eine Sektion war zudem, die Tradition früherer Tagungen fortführend, den Digitalen Altertumswissenschaften gewidmet. Diese wurde von Charlotte Schubert organisiert, geleitet und in einem eigenen Bericht zusammengefasst, der bereits gesondert auf erschienen ist[1]. Die Tagung wurde an allen Veranstaltungstagen von jeweils ca. 150 Studierenden, Doktoranden/DoktorandInnen, Postdocs, Habilitierte und InhaberInnen von Professuren besucht. Auch bei den Vorträgen erhielt nicht zuletzt die nächste Generation von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen Gelegenheit, einschlägige Projekte und Resultate von Promotion und Habilitation zu präsentieren. Gerade für diese Zielgruppe stellte es zudem eine wichtige Bereicherung des Tagungsprogramms dar, dass Referenten/ Referentinnen der DFG, der Gerda-Henkel- und der Fritz-Thyssen-Stiftung in einem Prequel über Förderformate informierten.

Eine Rekapitulation des Inhalts der einzelnen Vorträge ist an dieser Stelle weder möglich noch erforderlich. Dies gilt ganz besonders, da auf der Webseite der Gesellschaft zu jedem einzelnen Programmpunkt kurze Abstracts hinterlegt wurden. Stattdessen sollen in einer Synopse einige Linien herausgearbeitet und der synergetische Effekt der Tagung veranschaulicht werden. Dabei wird mit dem Namen der Vortragenden kurz der Bezug zu den jeweiligen Beiträgen hergestellt.

Als ein erstes auffälliges – und keineswegs von vorneherein zu erwartendes - Merkmal erwies sich die gewählte Perspektive: Hier ließ sich beobachten, dass sich die griechisch-römische Überlieferung häufig und facettenreich mit der Erfahrung der ‚Flüchtlinge’ beschäftigt. Auch wenn die Gründe dafür vielfältig sein dürften, spielt es wohl keine ganz unbeträchtliche Rolle, dass die Menschen in vielen Epochen der Antike dieses Schicksal entweder selbst kannten oder zumindest für sich selbst nicht ausschlossen. Entsprechende Ängste konnten dabei mehr oder minder konkret sein. Am deutlichsten ist der zeitgeschichtliche Kontext wohl in Vergils Eklogen, wo neben dem Elend jener Leute, die im Bürgerkrieg tatsächlich von ihrem Land vertrieben wurden, auch die Sorgen der (noch) Verschonten in den Blick genommen werden. Eine Analyse dieses Werkes stand im Zentrum des Vortrags von MARKUS SCHAUER (Bamberg). Aber auch an Flavius Josephus kann hier gedacht werden, u.a. bei MONIKA SCHUOL (Berlin). Über die dramatische Beschwörung des Leidens der Schutzsuchenden geht der Gehalt der Texte weit hinaus: So machen sie nicht zuletzt, wie JOCHEN SCHULTHEISS (Würzburg) anhand Statius‘ Thebais entwickelt hat, darauf aufmerksam, was es für Menschen bedeutet, auf clementia der sie aufnehmenden Regierung angewiesen zu sein. Mehrfach ist es Autoren ein Anliegen, statt des passiven Parts eines Opfers den aktiven Charakter des Wohnortwechsels zu akzentuieren: Herodot stellte laut LINDA-MARIE GÜNTHER (Bochum) die „Handlungsoptionen Unterlegener“ heraus und vermag dadurch die Entscheidung für Freiheit durch Flucht vor Unterdrückung in der Heimat positiv zu werten und tendenziell sogar normativ aufzuladen. Zumindest als hypothetische Überlegung lässt Quintus Smyrnaeus die jüngeren Frauen Trojas den Gedanken äußern, ihr Schicksal durch Teilnahme am Kampf mitzugestalten. Sie werden also nicht nur, den Geschlechterkonventionen entsprechend, als Verschleppte und sexuell Mißbrauchte in das Geschehen einbezogen. Zugleich wird ein Generationenkonflikt angedeutet, wie STEFANIE SCHMERBAUCH (Salzburg) zeigte. Als schwieriger Entscheidungsprozess wird auch Aeneas’ Flucht aus Troja dargestellt. Die Brisanz der Ausgangskonstellation dieses Mythos hat RUTH MONREAL (München) prägnant herausgearbeitet. Der Held von Vergils Aeneis verläßt noch während des Waffengangs den Kriegsschauplatz und wählt nicht den jederzeit möglichen Tod von den Händen des Feindes. Es ist hier tatsächlich der profugus selbst, der im Epos das Geschehen erzählt, direkter Adressat des Berichts ist Dido, also die Repräsentantin der um Aufnahme ersuchten Gesellschaft.

Genau dieser Letztgenannten wird ebenfalls mehr als einmal Aufmerksamkeit geschenkt. Statius beschwört dazu die Haltung der clementia in der von Seneca entwickelten inhaltlichen Füllung, mithin als schlechterdings gottgleichen Gnadenakt gegen Niedrigerstehende, bei dem der Handelnde dem Gesetz übergeordnet ist, also im Grunde eine absolute Macht besitzt. Dies geschieht wohlgemerkt nicht, ohne die Problematik dieser Konstellation durchscheinen zu lassen, so JOCHEN SCHULTHEISS (Würzburg). Schwierigkeiten, die durch die Zuwanderung der Besiegten des Jüdischen Krieges in bereits vorher existierenden Diasporagemeinden entstanden, waren einer der Gegenstände, denen sich MONIKA SCHUOL (Berlin) in ihrem Vortrag zur Bedeutung des Jahres 70 n. Chr. für das Judentum widmete. Festgehalten zu werden verdient auch der Hinweis der Referentin, dass eine Einschätzung der Konsequenzen der aktuellen Ereignisse erst aus einer längeren zeitlichen Distanz möglich sein wird. Für ihren historischen Gegenstand hat sie dementsprechend gegenüber der Konzentration auf eine Zäsur die Zeichnung längerer Kontinuitätslinien bevorzugt. In speziellen Varianten stellte sich die Frage der Integration auch in den Vorträgen von THOMAS BRÜGGEMANN (Halle an der Saale) und WINFRIED SCHMITZ (Bonn). So untersuchte Thomas Brüggemann die Unterschiede in der Politik der Achaimeniden und Alexanders gegenüber der nomadisch lebenden Bevölkerung Baktriens, Sogdiens u.a. und eruierte intensivierte Kontrollansprüche des Makedonenkönigs sowie eine Schließung der Außengrenzen als Ursache für die Verschlechterung eines unter dem Vorgängerregime weitgehend friedlichen Verhältnisses. Bei Winfried Schmitz wurden am Fall Spartas Debatten um das Ausmaß der Gewährung von Rechten an neue Mitglieder einer Gemeinschaft (einschließlich des Unruhepotentials, das eine restriktive Politik bot) deutlich. Zugleich wurde sowohl für die Gründung Tarents als auch einige für Sparta überlieferte Bräuche eine neue Deutung vorgelegt, die im Fach sicher noch intensiv diskutiert werden wird.

Eine dritte mögliche Blickrichtung brachte der Vortrag von MARTIN ZIMMERMANN (München) ins Spiel. Hier standen der komplett verlassene Ort bzw. die sich in Ruinen manifestierende teilweise Verödung von Städten und die Reaktion der verbliebenen Bewohnerschaft und von Besuchern auf solche Phänomene im Zentrum der Aufmerksamkeit. Sichtbar wurde zugleich, dass solche lost places nicht immer eine zurückliegende Abwanderung spiegelten, sondern teilweise als stumme Zeugen einer gescheiterten Hoffnung auf Zuwanderung zu sehen sind.

Dank des Vortrags von ERICH KISTLER (Innsbruck) kam auch die „imperiale Kriegsreportage“ (wenn man will: die offiziell verbreitete Sicht der Täter) nicht zu kurz. Anhand der visuellen Präsentation ziviler Opfer auf Seiten auswärtiger Feinde wurde verdeutlicht, dass sich insoweit überzeitliche ground rules nachweisen lassen, als auch antike Bildquellen wie die Trajanssäule Übergriffe gegenüber Nichtkombattanten/Nichtkombattantinnen in der Darstellung aussparen oder sogar durch Szenen freundlichen Kontaktes ersetzen. Dass in auffälligem Kontrast dazu die Marcussäule extreme Brutalität zelebriert, ist vor dieser Folie ein erklärungsbedürftiges Faktum; dass dieses Phänomen in einer Schwächephase der Großmacht Rom auftritt, vielleicht kein Zufall.

In der Literatur sind besonders Autoren der neronischen Zeit für detaillierte Schilderungen exzessivster Gewalt bekannt. Wie eine derartige Entgrenzung durch den Erzähler vermittelt wird, legte HANS-PETER NILL (Tübingen) in einer faszinierenden Analyse am Beispiel einer Passage der Pharsalia (7,617-631) dar. Dabei arbeitete er nicht zuletzt mit einem Modell, das verschiedene Perspektiven (agens, patiens und Zeugen) im Text aufspürte. Unterschiedliche Blickwinkel bezog auch BURKHARD EMME (Berlin) in seinen Vortrag ein. So warf er zu Recht die Frage auf, wie Römer der Kaiserzeit die von der griechischen Kunst inspirierten Szenen der Iliupersis wahrnahmen, da sie sich, anders als der ursprüngliche Adressatenkreis der Hellenen, nicht mit den Siegern, sondern den Verlierern identifizierten.

Noch ein zweites Leitmotiv des Kongresses, das bereits mehrfach anklang, soll kurz gesondert beleuchtet werden. So wurde die Anregung der Veranstaltenden, über Verbindungen zur Gegenwart nachzudenken, vielfach und in vielfältiger Weise aufgegriffen. MARTIN ZIMMERMANN (München) ließ sich etwa zur Frage nach der antiken Sichtweise von Ruinen durch moderne Bewegungen wie die urban explorers inspirieren. Bereits in seinen Titel bezog ERICH KISTLER (Innsbruck) den Vergleich mit der Operation Iraqi Freedom ein. Die besser dokumentierten Deportationen großer Bevölkerungsgruppen im 19. Jahrhundert versuchte MARCUS SEHLMEYER (Rostock / Osnabrück) dazu zu nutzen, die lückenhafte Überlieferung über die Zwangsumsiedlung der Ligurer nach Campanien im Jahr 180 v. Chr. zu ergänzen. Ge- und Mißbrauch antiker Quellen in der jüngeren und jüngsten deutschen Vergangenheit rückten die Vorträge von PASCAL WEITMANN (Kiel) und MICHAEL HILLGRUBER (Halle an der Saale) in den Mittelpunkt. Im ersten Fall ging es um Zitate des sog. Kleinen attalischen Weihgeschenks in der Bildsprache der neuen rechten Szene. Michael Hillgruber stellte eindrucksvoll dar, wie sich die Verwendung des Thermopylen-Epigramms im Gymnasial-Unterricht des Dritten Reiches in der zeitgenössischen Presse niederschlug, vor allem aber, in welcher Weise sich Personen nach dem verlorenen Krieg daran erinnerten, wobei neben Heinrich Bölls berühmter Erzählung: „Wanderer, kommst Du nach Spa…“ auch unbekanntere Autoren zu Wort kamen. Bereichert wurde die Tagung zudem durch den Vortrag des Bruno-Snell-Preisträgers HANS KOPP (Berlin), der auf der Eröffnungsveranstaltung einen sehr guten Eindruck von seiner prämierten Dissertation über „Thukydides und die Beherrschung des Meeres“ zu vermitteln verstand.

Abschließend soll keineswegs versäumt werden, den Vortragenden und der Zuhörerschaft für ihren Beitrag zum Gelingen der Tagung zu danken. Hervorheben möchten wir auch, dass Universität und vor allem die Stadt Halle mit ihrer Unterstützung an diesem Erfolg einen ganz wesentlichen Anteil hatten, indem sie der Gesellschaft ein ansprechendes räumliches Ambiente unentgeltlich zur Verfügung stellten und einen regen persönlichen Gedankenaustausch auf zwei Abendempfängen ermöglichten.

Konferenzübersicht:

Prequel: Informationsveranstaltung zu Möglichkeiten der Förderung altertumswissenschaftlicher Forschung (DFG, Gerda-Henkel-Stiftung, Thyssen-Stiftung)

Eröffnungsveranstaltung in der Aula des Löwengebäudes
Grußworte

Martin Zimmermann (München): Lost Cities – Zerstörte und untergegangene Städte in der Antike
Markus Schauer (Bamberg): Stant pavidae in muris matres (Vergil, Aeneis 8,592). Die politische Funktion literarischer Darstellung von ‚Krieg und Migration’ in der augusteischen Zeit
Würdigung und Vortrag des Preisträgers des Bruno-Snell-Preises: Hans Kopp (Berlin): Thukydides und die Beherrschung des Meeres. Ein historiographisches Motiv und seine Bedeutung im 5. Jh. v. Chr.

Sektion I: Wirkung von Krieg im Inneren einer Gesellschaft/ Bürgerkrieg

Winfried Schmitz (Bonn): Der messenische Krieg und die Vertreibung der Parthenier
Ulrich Kühn (Berlin): Platon und der Bürgerkrieg auf Sizilien
Jochen Schultheiß (Würzburg): Der Weg ins Ungewisse: Die Erfahrung des Krieges und die narrative Repräsentation von Unsicherheit in Statius’ Thebais
Hans-Peter Nill (Tübingen): Scham hindert Schande? Lucans Pharsalus-Schlacht aus erzähltheoretischer Perspektive

Sektion II: Inspiration oder Feindschaft?: Die griechische Welt und der Osten

Thomas Brüggemann (Halle an der Saale): Vom Umgang mit Nomaden. Fluchtbewegungen und Bevölkerungsverschiebungen in Mittelasien in spätachämenidischer und frühhellenistischer Zeit (520 – 250 v. Chr.)
Pascal Weitmann (Kiel): Das sog. ‚kleine attalische Weihgeschenk’ oder die ewige Bedrohung der abendländischen Kultur aus dem Osten

Sektion III: Digitale Altertumswissenschaften: Von Quellen zu Daten und Methoden: Muster in und aus Daten
Leitung: Charlotte Schubert (Leipzig)

Werner Rieß (Hamburg): Gewaltmuster in ausgewählten Viten des Plutarch anhand der Beispiele Solon, Alkibiades und Arat
Martin Langner (Göttingen): Wahrnehmung und Mustererkennung. Antike Terrakotten als Fallstudie
Friedrich Meins (Leipzig): Muster in antiken Texten: Zur Funktion des Zitates bei Augustinus
Wolfgang Spickermann (Graz) / Leif Scheuermann (Graz): Grundlegende Muster und Strukturen für eine nachhaltige Aufnahme, Präsentation und Speicherung epigraphischer Daten am Fallbeispiel der Datenbank "F.E.R.C.AN. - Germania Inferior“

Sektion IV: Bilder vom Krieg und seinen diversen Opfern, Schwerpunktsetzung: der Fall Troja(s)

Ruth Monreal (München): Der Held ein Flüchtling – Das gewagte Konzept von Vergils Aeneis
Stefanie Schmerbauch (Salzburg): Frauen im Krieg, weibliche Figuren in Kriegserzählungen – Realität und Fiktion in Quintus Smyrnaeus’ Posthomerica
Burkhard Emme (Berlin): Bilder vom Krieg in Zeiten des Friedens. Die Iliupersis in der kaiserzeitlichen Bildkunst

Sektion V: Krieg als Ende oder Neuanfang

Linda-Marie Günther (Bochum): Verlorene Schlacht – verlorene Heimat. Herodots Sicht auf Migrationsoptionen Unterlegener
Markus Sehlmeyer (Rostock/Osnabrück): Die Umsiedlung der Ligurer – positives Beispiel einer Deportation?
Monika Schuol (Berlin): Die Zerstörung des Jerusalemer Tempels 70 n. Chr. und die Stunde Null des Judentums: Antike Migrationsbewegungen als Perspektive auf die aktuelle ‚Flüchtlingskrise’?

Gemeinsamer Vortrag: Die Brücke zur Gegenwart
Michael Hillgruber (Halle an der Saale): „Wie das Gesetz es befahl“. Das Thermopylen-Epigramm im Gymnasialunterricht des Dritten Reiches und in der deutschen Nachkriegsliteratur

Abschlussvortrag
Erich Kistler (Innsbruck): Zivile Opfer als visuelle Vehikel imperialer Kriegsreportage: Die Traians- und Marcussäule im Vergleich mit der Operation Iraqi Freedom

Anmerkung:
[1] Tagungsbericht: Von Quellen zu Daten und Methoden: Muster in und aus Daten, 17.06.2017, Halle an der Saale, in: H-Soz-Kult, 31.07.2017, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7271>.

Zitation
Tagungsbericht: Große Mommsen-Tagung „Migration und Krieg in der Antike“, 16.06.2017 – 18.06.2017 Halle an der Saale, in: H-Soz-Kult, 24.10.2017, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7371>.