Liminalisierung: Konfigurationen des Übergangs in antiken Kulturen

Ort
Erfurt
Veranstaltungsort
Kleine Synagoge, An der Stadtmünze 4, 99084
Veranstalter
Professur für Antike Kultur des Historischen Seminars der Universität Erfurt
Datum
12.10.2018 - 13.10.2018
Bewerbungsschluss
09.03.2018
Von
Rischkau, Lucas

Die Kontingenz alltäglicher Erfahrung wurde und wird in allen menschlichen Kulturen durch raumzeitliche Praktiken geordnet. Menschliches Zusammenleben ist undenkbar ohne die Rhythmen der Zeit und die Ordnung des Raums. So entstehen zwangsläufig Schwellensituationen, Phasen und Räume, die von den Akteur/innen als „Übergänge“ wahrgenommen, aber auch als solche inszeniert und reflektiert werden. Naturräumliche Übergänge, etwa Gebirgszüge, Meerengen oder der Wechsel von Tag und Nacht, finden eine Entsprechung in sozialen Übergängen. In der Nachfolge Victor Turners hat man sich hier bisher eher einseitig auf die Beschreibung einer immer schon als gegeben vorausgesetzten, d.h. der etablierten Ordnung zuwiderlaufenden „Liminalität“ konzentriert. Im Unterschied dazu widmet sich un-ser Workshop den Dimensionen der Verfertigung solcher Übergänge durch die Akteur/innen, was wir mit dem Begriff der „Liminalisierung“ zu fassen suchen. Liminalisierung ist hierbei als dynamischer Prozess, nicht als starres Gebilde zu verstehen. Entsprechend sollen die Beiträge zu diesem Workshop, der die antiken Gesellschaften des Mittelmeerraumes im Blick hat, die sozialen und kulturellen Praktiken und Medien, durch die Übergänge konfiguriert wurden, sowie die Strategien zu deren Wahrnehmung, Bewältigung, Konstruktion und Reflexion in Raum und Zeit behandeln.

Die Beiträge können folgende Themenbereiche oder Fragestellungen in den Blick nehmen:

- Naturräume und die Vermessung von Zeit und Raum
- gesellschaftliche und politische Übergangsphasen
- Grenzerfahrungen (z.B. in den Bereichen Gewalt, religiöse Rituale, Ästhetik)
- Woran sind Prozesse der „Liminalisierung“ überhaupt erkennbar und was zeichnet sie aus?
- Wer konstruiert, beschreibt, reflektiert etc. Übergänge und zu welchem Zweck?
- Welche Medien versprechen Aufschluss über Prozesse der „Liminalisierung“?

Der Workshop richtet sich insbesondere an Promovierende und Post-Docs aller altertumswissenschaftlichen Teildisziplinen und soll den Teilnehmenden neben der Möglichkeit zur Vorstellung eigener Forschungsprojekte auch einen Rahmen zum lebhaften Ideenaustausch und zur Vernetzung mit Kolleg/innen bieten sowie zur weiterführenden Diskussion anregen.
Die Beiträge sollten den zeitlichen Rahmen von 20/30 Minuten nicht überschreiten. Die Erstattung von Reise- und Übernachtungskosten erfolgt nach dem Thüringer Reisekostengesetz.

Ihr Expose (max. 1 Seite) und eine kurze Skizze ihres wissenschaftlichen Werdeganges sowie einen kurzen Lebenslauf richten Sie bitte bis zum 09.03.2018 in elektronischer Form an folgende Adressen:

Lucas Rischkau: lucas.rischkau@uni-erfurt.de
Otto Ritter: otto.ritter@uni-erfurt.de

Kontakt

Lucas Rischkau

Antike Kultur, Universität Erfurt
Nordhäuser Straße 63
99089 Erfurt

lucas.rischkau@uni-erfurt.de

Zitation
Liminalisierung: Konfigurationen des Übergangs in antiken Kulturen, 12.10.2018 – 13.10.2018 Erfurt, in: H-Soz-Kult, 18.02.2018, <www.hsozkult.de/event/id/termine-36492>.
Redaktion
Veröffentlicht am
18.02.2018
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