Von völkischem Aufbruch zu mörderischer Politik. Die völkischen Ursprünge nationalsozialistischer Ideologie. 4. Jahrestagung Geschichte und Zukunft e.V.

Ort
Düsseldorf
Veranstaltungsort
Schloss Mickeln - Gästehaus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Veranstalter
Geschichte und Zukunft e.V.; in Kooperation mit dem Historischen Institut der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Datum
15.07.2020
Bewerbungsschluss
28.02.2020
Von
Barbara Nowak

War vor 1918 die völkische Ideologie vielschichtig und diversifiziert, so mischte sie sich nach dem Ende des Großen Krieges mit weiteren ideologischen Strömungen. Es entstand eine dynamisch-changierende Melange aus völkischem Aufbruch, neuen nationalen Stereotypen und Narrativen, Blut-und-Boden-Bewegungen, Lebensreformbewegungen und vielem mehr.

Zahlreiche Bewegungen waren in diesem Feld aktiv: Von den Artamanen über die Wandervogel-Verbände bis zum Bund der Lichtfreunde, vom Blausilbernen Ring über den Jungbauernbund bis zum Kyffhäuserbund. Das Feld der verschiedenen Organisationen ist kaum überschaubar. Es zeigt, dass es offenbar einen Bedarf nach identitätsstiftenden Organisationen gab, gerade in ideologischen Bereichen, die von völkischen Stereotypen durchdrungen waren.

Betrachtet man die Biographien der prominenten Akteure des NS-Regimes, so findet man bei beinahe jedem eine Verbindung zu den völkischen Strömungen der 1920er Jahre. Zahlreiche der grausamen Verbrechen des NS-Regimes wurde mit völkisch-nationalistischen Begründungen gerechtfertigt. Um den Nationalsozialismus und die Radikalität der „Generation des Unbedingten“ (M. Wildt) zu verstehen, ist es wichtig, jene ideologischen Strömungen zu betrachten, die die späteren Akteure des Regimes prägten.

Programm

Die Panels der Tagung befassen sich mit

- den Organisationen und Einrichtungen, in denen sich zwischen 1918 und 1933 völkische Ideologien (weiter-)entwickelten,

- den führenden Ideologen des völkischen Spektrums dieser Zeit,

- den Verbindungen zwischen völkischen Ideologien der Weimarer Zeit und den Verbrechen des NS-Regimes,

- dem Einfluss der völkischen Ideologie auf das Rechtssystem der Weimarer Republik, sowie

- weiteren diese Fragestellungen abrundenden Aspekten.

Die internationale, interdisziplinäre Tagung findet am 15.07.2020 statt und richtet sich sowohl an Wissenschaftler der Germanistik, Geschichte, Geographie, Sozialwissenschaften und Politologie, als auch an Experten, die sich mit aktuellem völkischen Denken beschäftigen und der daraus resultierenden Bedrohung der Demokratietradition. Die Vorträge sollen nicht länger als 20 Minuten sein.
Die Konferenz wird organisiert vom Geschichte und Zukunft e.V. (www.ge-zu.org) in Kooperation mit dem Historischen Institut der Heinrich-Heine-Universität und findet in Schloss Mickeln, dem Gästehaus der Universität Düsseldorf, statt.
Die Kosten der An- und Abreise, Mahlzeiten während des Tagungsprogramms und erforderlichenfalls der Übernachtung für die Referenten übernehmen die Veranstalter. Darüber hinaus können sich die Referenten um die in begrenztem Umfang zur Verfügung stehenden conference-fees bewerben.
Interessierte Referenten übermitteln bitte Abstracts im Umfang von 300 Worten nebst Kurz-CV (10 Zeilen) bis zum 28.2.2020.
Die Beiträge der Referenten werden im Tagungsband „Völkische Wissenschaften: Ursprünge, Ideologien und Nachwirkungen. Band 2“ publiziert, der 2021 erscheinen soll.

Mind the date:
Direkt im Anschluss findet am 16. und 17.07.2020 im Schloss Mickeln die internationale Tagung „Ideology in National Socialism“ statt. In begrenztem Umfang stehen Mittel für die Kosten der Unterkunft von Referenten, die auch an der Folgeveranstaltung als Gäste teilnehmen, für die Nacht vom 15. auf den 16.7.2020 bereit – Bewerbungen sind willkommen.

Kontakt

Barbara Nowak

Geschichte & Zukunft e.V. - Geschäftsstelle Berlin
Theklastr. 20, 12205 Berlin

ge.zu.tagung@hhu.de

Zitation
Von völkischem Aufbruch zu mörderischer Politik. Die völkischen Ursprünge nationalsozialistischer Ideologie. 4. Jahrestagung Geschichte und Zukunft e.V., 15.07.2020 Düsseldorf, in: H-Soz-Kult, 07.01.2020, <www.hsozkult.de/event/id/termine-42107>.