Buchpreis: Essay Kategorie Europäische Geschichte

Von
Frank Hadler

Essay von Frank Hadler (GWZO Leipzig) und Matthias Middell (GESI Leipzig)

Die Kategorie Europäische Geschichte verzeichnet weiterhin angemessene, wenn auch nicht überwältigende Zuwachsraten auf dem Büchermarkt. Historiker bedienen die Nachfrage nach Informationen über die Geschichte des Kontinents, die sich aus der Forschung, aus neuen, vordem eher nationalgeschichtlich fokussierten Studiengängen sowie auch aus dem Interesse eines breiteren Lesepublikums speist. Überblickswerke, Essays, quellengesättigte Monographien und insonderheit Sammelbände, bündeln die Kenntnisse verschiedener Autorinnen und Autoren zu einzelnen Ländern. Die Jury des diesjährigen HSK-Buchpreises zeigt allerdings eine klare Präferenz für das Werk aus einer Feder und die kohärente Argumentation. Lediglich auf Platz 5 langte 2009 ein Sammelwerk, das zugleich erste Ergebnisse eines europäisch geförderten Projektes präsentiert und nicht allein auf eine einzelne Tagung zurückgeht.

Die Themen der prämierten Titel belegen die Attraktivität zweier auch in der Öffentlichkeit dominanter Fragestellungen. Die Bücher von Schlögel und Figes mit ihrem Fokus auf die Sowjetunion unter Stalin, stehen in gewisser Weise für das Problemfeld des Zusammenwachsens von östlichem und westlichem Europa. Dagegen ist Fahrmeirs Studie über die Geschichte der Staatsbürgerschaft auf den transatlantisch erweiterten Westen Europas fokussiert und Sheehans Analyse der europäischen Geschichte dem Vergleich mit Nordamerika verpflichtet. In dieser Themenpalette spiegeln sich die Anfang des 21. Jahrhunderts vor allem bewegenden Fragen nach einer möglichen Emanzipation des institutionell mehr und mehr integrierten Europa auch in der Außenpolitik und die daraus folgende neue Architektur des eurasischen Komplexes. Die Debatte, die durch die unterschiedliche Beurteilung des Irak-Krieges zwischen der US-Administration einerseits und Berlin bzw. Paris andererseits sowie die daran anschließende Unterscheidung eines „alten“ und eines „neuen“ Europa befeuert wurde, setzt eine historische Selbstvergewisserung der Europäer voraus, für die sich in den ausgewählten Büchern zahlreiche Vorschläge finden.

Auf Platz 1 haben die Juroren mit klarem Abstand Karl Schlögels in einem Wort wohl nur groß zu nennendes Buch „Terror und Traum“ gesetzt. Es lenkt den Blick des Lesers in 39 Bildern gleichenden Kapiteln aus sehr verschiedenen Perspektiven immer wieder auf denselben Ort zur selben Zeit: das Moskau des Jahres 1937. Als „Schauplatz der europäischen Geschichte“ wird die Hauptstadt der Sowjetunion und der Kommunistischen Internationale im zwanzigsten Jahr der bolschewistischen Revolution angekündigt, von einem „Geschichtszeichen“ ist die Rede, das es zu entziffern gilt, um Aufklärung über jenen „rätselhaften Knoten der jüngsten europäischen Geschichte“ zu erhalten, der sich in der Metropole an der Moskwa vor über sechs Jahrzehnten festzurrte.

Neben der durch Akten-, Tagebuch- und Briefmaterial zum nachhaltig bedrückenden Imaginationsstoff geronnenen Tiefeninformation über die zwei Millionen Verhaftungen und 700.000 Todesurteile, beeindrucken die reichhaltig dokumentierten Passagen über die zeitgleich vor allem in Moskau breit rezipierbaren Höhepunkte im Kunst,- Kultur- und Wissenschaftsleben der von der „Stalin’schen Verfassung“ konstituierten Sowjetgesellschaft. Diese Teile des Buches weisen immer wieder aus der engeren Raum-Zeit-Einheit hinaus. Durch den Spanischen Bürgerkrieg etwa war man mit „Europa kurzgeschlossen“, der sowjetische Pavillon auf der Pariser Weltausstellung bot der staunenden Welt anhand einer begehbaren Landkarte en miniature den Eindruck eines beherrschten Riesenreiches des Fortschritts. Mit den damals vom New Deal gekennzeichneten USA gab es unter dem Stichwort des „Sowietski Amerikanism“ ein Special Relationship, als sowjetische Aviatoren, die über den Nordpol bis fast nach Kalifornien flogen, im Weißen Haus empfangen wurden und Frank Lloyd Wright auf dem ersten Allunions-Kongress der Architekten sprach.

All dies und wirklich viel, viel mehr beschreibt Schlögel und vermag es, seinem Anliegen, „die über den gemeinsamen Ort vermittelte Herstellung eines Erfahrungs- und Handlungsraums“, sehr nahe zu kommen. Seinen Verzicht, dem Buch eine These zu geben, die alles zusammenhält, kann man bedenklich finden – der facettenreichen dichten Beschreibung des 1937 in Moskau kulminierenden „Ineinanders von Terror und Traum“ hat es nicht geschadet.

In zweiter Position rangiert ein Buch von James Sheehan (Stanford), das auf die im Feuilleton und wahrscheinlich auch in der Urteilsbildung der politischen Klasse einflussreiche Metapher Robert Kagans vom konfliktbereiten Amerika und dem kriegsmüden Europa reagiert und eine Art europäischen Sonderweg postuliert: „Die Überwindung des Krieges ist kein globales, sondern ein europäisches Phänomen, das Ergebnis der spezifischen Geschichte im 20. Jahrhundert“. (S. 17) Dieser Sonderweg ist aber in Sheehans Perspektive keineswegs eine Abirrung, sondern hat das internationale System massiv beeinflusst und zugleich erst die Möglichkeit für die Heraufkunft einer „neue[n] Art von europäischem Staat“ geschaffen. Sheehan beschränkt sich aber nicht darauf, dem amerikanischen Publikum die Abneigung vieler Europäer in Sachen Kriegshandwerk plausibel historisch herzuleiten, sondern er geht zugleich (hier wohl primär das europäische Publikum im Auge) auf die Überwindung zweier Traumata ein. Zum einen vergleicht er den Niedergang der Kriegsskepsis und des Pazifismus nach dem Attentat von Sarajevo 1914 mit den Auseinandersetzungen auf dem Balkan in den 1990er-Jahren, die jedenfalls nicht den Kontinent als Ganzen in Brand gesetzt haben. Zum anderen weist er darauf hin, dass das noch immer als historisch-politisches Argument viel benutzte „München“-Syndrom inzwischen – jedenfalls innerhalb Europas – erledigt sein dürfte, weil keine solch fundamentale Bedrohung, wie sie das Hitler-Regime darstellte, für Demokratie und Stabilität in Sicht ist, die eine präventive Intervention notwendig und gerechtfertigt erscheinen lassen dürfte.

Am Ende des Buches fragt der Verfasser nach den Aussichten Europas als global player und hält es für wenig wahrscheinlich, dass Politiker und Bevölkerung bereit seien, die Lasten des Aufbaus einer weltweit interventionsfähigen Militärmacht zu schultern. Dies führe automatisch in eine bleibende Abhängigkeit innerhalb des atlantischen Bündnisses, während die Herausforderungen zugleich an der langen, schlecht definierten Grenze Europas lauern.

Schon kurze Zeit nachdem der Autor seinen Essay abgeschlossen hat, zeigt sich in der Debatte um eine geeignete Afghanistan-Strategie, dass sich möglicherweise die Koordinaten für globale Politikfähigkeit von der militärischen Durchschlagskraft zur Fähigkeit verschieben, Sicherheit und die Mindeststandards der Millenium Development Goals für alle zu garantieren. Ob dafür allerdings die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts die Europäer hinreichend sensibilisiert und vorbereitet hat, wäre in einem anderen Buch zu erörtern.

Der britische Historiker Orlando Figes, dessen inzwischen auch in deutscher Übersetzung als „Die Flüsterer“ vorliegender Band den dritten Rang belegte, schildert auf über 1.000 Seiten Lebens- und Familienschicksale von Opfern der Terrorherrschaft Stalins, sei es als Deportierte, Zwangsarbeiter oder als Häftlinge im Gulag. Anders als dies Schlögel im Siegertitel nach seinen Ausführungen über die Schauprozesse tut, stellt Figes aber keine „Übungen in Dialektik“ an, wenn es um Erklärungen geht. Im Zentrum steht die Dokumentation des „privaten Lebens“, rekonstruiert anhand von Archiven, Tagebüchern und in Interviews. Als „unmittelbarer Einblick in die Innenwelt gewöhnlicher Sowjetbürger“ annonciert (wobei gleichwohl die Geschichte des Schriftstellers Konstantin Simonow breiten Raum einnimmt), hält das Buch Informationen über die Auswirkungen des Terrors auch über den Tod Stalins hinaus bereit. Gerade dies macht offenbar die Attraktion für den Leser im Westen Europas aus, der angesichts der zuletzt im Zusammenhang mit dem Jubiläum des Kriegsausbruchs sichtbar gewordenen Geschichtspolitik von Putin und Medwedjew im heutigen Russland irritiert, wenn nicht ratlos ist.

Ein auf den europäischen Westen inklusive seiner transatlantischen Weiterungen beschränktes Thema behandelt Andreas Fahrmeir, dessen vergleichend angelegte Studie über die Geschichte des Staatsbürgerschaftskonzepts am britischen, französischen, deutschen und US-amerikanischen Beispiel den vierten Platz in der Juryentscheidung belegte. Als Ziel der Studie formuliert der Verfasser, aufzuzeigen, „wie, wann, warum und in welchem Ausmaß" sich die „Staatsbürgerschaft" in modernen Staaten durchsetzte. Das Spektrum von Fahrmeirs Untersuchung beinhaltet Ausführungen zur formalen Staatsbürgerschaft als Mitgliedschaft in einem politischen Gebilde, zur politischen Staatsbürgerschaft als Teilhabe an politischer Gestaltung und zur wirtschaftlichen Staatsbürgerschaft im Sinne der Integration in den Arbeitsmarkt und sozialer Staatsbürgerschaft als Teilhabe am Wohlfahrtsstaat. Fahrmeirs Geschichte der modernen Staatsbürgerschaft beginnt mit der Ein- und Ausgrenzung vor 1789, erreicht mit der Niederlage Napoleons ihren „turning point", durchläuft in der „liberalen Ära" eine Phase des „Experimentierens" mit Staatsbürgerschaftskonzepten, die seit den 1870er-Jahren parallel mit der Durchsetzung des Nationalstaatsparadigmas eine „Ethnisierung" nach sich zog und nach dem Ersten Weltkrieg vor allem unter diktatorischen Machtverhältnissen in eine menschenverachtende Bevölkerungspolitik mündete - hier könnte ein Blick in die von Schlögel und Figes behandelte Sowjetunion Stalins die Perspektive einer wirklich europäischen Geschichte eröffnen. Nach 1945 wird dann (in den behandelten Ländern, das heißt im Westen) alles besser durch die Überwindung des ethnisch begründeten Staatsbürgerverständnisses bevor die Gastarbeiter kamen. Die Ausführungen über den Zusammenhang von Globalisierung und Staatsbürgerschaft zwischen den 1970er-Jahren und der Jahrtausendwende münden schließlich in die vom Historiker kaum beantwortbare Frage nach der künftigen Bedeutung von Staatsbürgerschaftskonzepten.

Der von Stefan Berger (Manchester) und Chris Lorenz (Amsterdam) herausgegebene Band wird eröffnet mit sechs Karten, die für die Jahre 1789, 1830, 1875, 1928, 1955 und 2005 jeweils mit „Map of Europe“ betitelt sind. Die in der europäischen Geschichte vielleicht gewöhnungsbedürftigen Jahreszahlen verweisen auf mit Bedacht gewählte Untersuchungspunkte, zu denen in einem von der European Science Foundation 2003-2009 finanzierten Projekt eine knappe Hundertschaft von Historikern und Historikerinnen aus beinahe allen Ländern des Kontinents Inhalte und Institutionen untersucht hat, die für Europas Geschichtswissenschaften wichtig waren. Ein derzeit in Vorbereitung befindlicher Atlas soll für die Zeiträume, die mit den genannten Zäsuren eingerahmt sind, die Zahl professioneller Historiker und ihre Organisationsformen Land für Land darstellen und damit Vergleiche diachroner und synchroner Art erlauben.

Die Karten, die allesamt die Grenzen politischer Gebilde zeigen und keine anderen Verräumlichungen von Europäisierungstendenzen kennen, verweisen auf einen methodischen Nationalismus, den der erste Satz in der Einleitung von Berger/ Lorenz verständlich zu machen sucht, wenn die Herausgeber proklamieren: „National history has been a dominant genre of history writing in Europe for almost two centuries it no doubt still is an important – if not the most important – type of historical text also outside Europe.“ (S. 1)

Zwar wird für diese qualitative Bewertung kein quantifizierender Beweis erbracht, aber der gesamte Band entfaltet das Argument in zwei Richtungen. Zum einen wird deutlich, wie sich Nationalgeschichtsschreibungen gegenseitig durch ihre Konkurrenz bedeutsam machen und damit den jeweiligen Gesellschaften für die Erschaffung von Erbfeinden und andere Differenzkonstruktionen anbieten. Zum anderen wird einprägsam gezeigt, wie sich die Historiographie zwar im Laufe der Zeit vom fast ausschließlichen politikgeschichtlichen Interesse an Staatsgeburt und Nationsbildung zu ethno-politischen (Stichwort: Volksgeschichte der 1920er- und 1930er-Jahre) und sozialgeschichtlichen Fragestellungen sowie schließlich zu kulturgeschichtlichen Interessen und Gender-Themen öffnete, aber der Befund bleibt immer derselbe: Diese möglichen Alternativentwürfe zur Nationalgeschichte bleiben gefangen in den Rahmungen nationalgeschichtlicher Meistererzählungen. Deren Akzente verschieben sich, deren Argumentationen „modernisieren“ sich, aber sie bleiben bezogen auf die Deutung der Nation und der national gedachten Gesellschaft, Kultur, Zivilisation usf.

Auf mehr als 600 Seiten hält der Leser ein wahres Kompendium in der Hand, das auf vorbildliche Weise Wissen über „master narratives“ in quasi allen Teilen Europas zusammenstellt. Eine klare Struktur der Aufsätze, vorzügliche Register und kapitelweise organisierte Bibliographien machen das Buch zu einer Fundgrube für alle, die etwas über europäische Historiographien des 19. und 20. Jahrhunderts wissen wollen. Liest man den Band ein wenig gegen den Strich, entsteht zum vorherrschenden Bild kongruenter Entwicklung über ganz Europa hinweg auch das Gegenbild von völlig unterschiedlichen Strategien der Unterwerfung des Nichtnationalen unter das Nationale.

Historiker produzieren und reflektieren das Europa der Nationalstaaten, ihr unbezweifelbarer Erfolg beim Publikum und innerhalb der Akademie beruht für die Herausgeber gerade auf der Fähigkeit „that national master narratives in historical writing in Europe have been extraordinarily successful in subsuming its potential others over the last two centuries.“ (S. 531).

Man mag im Anschluss an dieses Resümee fragen, was eigentlich mit der Geschichtswissenschaft passiert, sollte der Nationalstaat tatsächlich an Bedeutung verlieren oder sollte sich dem Publikum erschließen, dass die Historiker als Verbündete seiner politischen Eliten eben diesen Prozess mit ihrer angesammelten Deutungskompetenz aufzuhalten oder gar zu verheimlichen suchen. Der optimistische Blick von Berger und Lorenz nach ihrer tour d’horizon durch den europäischen Raum mit jüngst zu bemerkenden Öffnungen hin zur vergleichenden und zur transnationalen Geschichte steht in einem gewissen Spannungsverhältnis zur Grundargumentation ihres Bandes. Wenn die Nationalhistoriker so erfolgreich waren, alle bisherigen Trends in ihren Rahmen zu pressen, müsste gezeigt werden, warum sich für diesmal die Lage so gründlich geändert haben sollte, dass ein anderer Ausgang immerhin möglich ist. Eine Historiographiegeschichte, die auf den Spuren des Erfolgskurses nationaler Meistererzähler wandelt, liefert dafür vor allem Anhaltspunkte mit der Beobachtung des Konstruktivismus, der die Nationalgeschichte gewissermaßen von innen ausgehöhlt hat.

Das diesjährige Ergebnis des Buchpreises in der Kategorie „Europäische Geschichte“ macht deutlich, dass man die Konstruktion Europas von unten, aus der Sicht der auf dem Kontinent versammelten Nationalstaaten verfolgen oder durch die Betrachtung der globalen Konstellationen Einsichten in Trends der europäischen Entwicklung gewinnen kann. Beide Perspektiven zusammenzuführen bildet eine weitergehende Herausforderung.

Von der H-Soz-u-Kult Jury „Das Historische Buch 2009“ wurden in der Kategorie „Europäische Geschichte“ folgende Titel auf die vorderen Rangplätze gewählt:

1. Schlögel, Karl: Terror und Traum, Moskau 1937, München: Carl Hanser Verlag 2008.

2. Sheehan, James J.: Kontinent der Gewalt. Europas langer Weg zum Frieden, München: C.H. Beck 2008. Rezension von Christoph Kleßmann, in: H-Soz-u-Kult, 26.06.2009, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2009-2-228>

3. Figes, Orlando: The whisperers. Private life in Stalin's Russia, New York: Metropolitan Books 2007.

4. Fahrmeir, Andreas: Citizenship. The rise and fall of a modern concept, New Haven, Conn. [u.a.]: Yale University Press 2007.

5. Berger, Stefan; Lorenz, Chris (Hrsg.): The contested nation. Ethnicity, class, religion and gender in national histories, Basingstoke [u.a.]: Palgrave Macmillan 2008. Rezension von Michael Bentley, in: H-Soz-u-Kult, 21.05.2009,
<http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2009-2-131>

Die Listen sowie detaillierte Angaben zur Jury und zum Verfahren können Sie auf dem Webserver von H-Soz-u-Kult <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/buchpreis> nachlesen.

Zitation
Buchpreis: Essay Kategorie Europäische Geschichte, in: H-Soz-Kult, 01.10.2009, <www.hsozkult.de/text/id/texte-1160>.
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Veröffentlicht am
01.10.2009
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