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Themenportal „Europäische Geschichte“ (18.-21. Jh.): Newsletter 02/2016

Von
Siegrist, Hannes - Universität Leipzig

Themenportal Europäische Geschichte

Liebe Leserinnen und Leser von H-Soz-Kult,

nachfolgend finden Sie eine Aufstellung der im Januar 2016 neu ins Themenportal Europäische Geschichte eingestellten Artikel, Essays, Materialen und Quellenauszüge.

Essays und Artikel:

Bauer, Raimund: "Auch die neue europäische Wirtschaft muß organisch wachsen". Walther Funks Rede "Die wirtschaftliche Neuordnung Europas" vom 25. Juli 1940 im Kontext zeitgenössischer Europavorstellungen.
Abstract:
Nachdem die Wehrmacht im Mai und Juni 1940 Frankreich besiegt und dabei Belgien, die Niederlande und Luxemburg besetzt hatte, standen weite Teile Europas direkt unter deutscher Herrschaft. Andere unterlagen dem indirekten Einfluss des Reiches, waren mit Deutschland verbündet oder vertraten offiziell eine neutrale Haltung. Während die deutsche Armee in der Folgezeit versuchte Großbritannien, das letzte Relikt der alten europäischen Ordnung, militärisch zu beseitigen, stellte sich die Frage, wie die Zukunft des Kontinents unter deutscher Hegemonie aussehen würde.
Als Walther Funk am 25. Juli 1940 vor Vertretern der nationalen und internationalen Presse mit seiner Rede „Die wirtschaftliche Neuordnung Europas“ seine Vision der ökonomischen Zukunft des Kontinents öffentlich machte, fanden seine Ausführungen dementsprechend im In- und Ausland großen Widerhall. Während sie sich in der deutschen Öffentlichkeit in die rege Diskussion um die künftige Gestalt Europas einfügte, nahm man im Ausland die erste offizielle Stellungnahme eines ranghohen deutschen Amtsträgers zum Anlass für eigene Überlegungen. In Großbritannien etwa sah man sich genötigt, den nationalsozialistischen Planungen eigene Entwürfe entgegenzustellen. John Maynard Keynes allerdings empfahl, Funks Vorstellungen aufzugreifen, denn sie wären „just what we ourselves ought to be thinking of doing.“
Obwohl Funk nach eigenem Bekunden nicht beabsichtigte, die endgültige Nachkriegsgestaltung Europas zu umreißen, sondern lediglich den grundsätzlichen Weg dorthin aufzeigen wollte, so wurde er – in einigen Bereichen – doch konkret. Ihm zufolge würde die zu schaffende „Europäische Großraumwirtschaft“ bzw. der „europäische Großraum“ „organisch“ „aus den natürlichen Gegebenheiten herauswachsen“, die eine Zusammenarbeit ohnehin begünstigten. ….
In: Themenportal Europäische Geschichte (2016), URL: <http://www.europa.clio-online.de/2016/Article=751>.

Wöbse, Anna-Katharina: Die ausgezeichnete Natur Europas. Zur Geschichte eines Labels.
Abstract:
Es ist ein visuell eingängiges Symbol und schnell zu erfassen: ein stilisierter Baum mit runder Krone, geraden Ästen und kräftigen Blättern (vgl. Abb.1). Dieser grüne ‚Tree of Life‘ ist das älteste Markenzeichen europäischen Naturschutzes: das Label des Europadiploms, dessen offizielle Bezeichnung „European Diploma of Protected Areas of the Council of Europe“ lautet. 1965 wurde es aus der Taufe gehoben, um die herausragendsten Naturschutzgebiete im wachsenden Wirkungskreis des Europarates auszuzeichnen. Heute verbindet es so unterschiedliche Landschaften wie die norddeutsche Lüneburger Heide, die italienischen Seealpen, die estnische Meeresbucht von Matsalu, den türkischen Kuşcenneti-Nationalpark und das rumänische Donaudelta. Diese Auszeichnung war weder mit Geld noch mit Sanktionsmöglichkeiten, weder mit verbindlichen Standards noch mit Gesetzestextes verbunden. Es handelte sich bei der Verleihung des Europadiploms vornehmlich um Symbolpolitik.
Als Logo hat es keinen besonders prominenten Platz auf dem Markt öffentlicher Wiedererkennung besetzen können. Und dennoch: Das Logo ist die visuelle Markierung einer europäischen Natur- und Umweltschutzpolitik, die nach dem Zweiten Weltkrieg begann, Raum zu gewinnen. Es wurde zu einem prototypischen Instrument zur Lenkung medialer Aufmerksamkeit und zum Auftakt des Konstruktionsprozesses einer gemeinsamen europäischen Natur. Tatsächlich bietet die Entstehungsgeschichte des Europadiploms einen bisher kaum beachteten Ausgangspunkt für die Untersuchung jüngerer europäischer Umweltgeschichte. Es ist aufschlussreich, sich in die Frühzeit dieser grenzüberschreitenden Debatten im Europarat zurückzubegeben, und damit auch an die Wurzeln des Symbols. Warum entstand dieses europäische Logo, wozu diente die visuelle Markierung, wovon kündigten diese ökologischen Vorzeigeobjekte als europäisches Netz? ….
In: Themenportal Europäische Geschichte (2016), URL: <http://www.europa.clio-online.de/2016/Article=753>.

Materialien und Quellenauszüge:

Funk, Walther: Die wirtschaftliche Neuordnung Europas (25. Juli 1940). In: Themenportal Europäische Geschichte (2016), URL: <http://www.europa.clio-online.de/2016/Article=752>.

Das Themenportal Europäische Geschichte veröffentlicht seit 2006 unter der Adresse <http://www.europa.clio-online.de> Materialien (Textdokumente, Statistiken, Bilder und Karten), Darstellungen und Debatten zur Geschichte Europas und der Europäer/innen vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Nutzerinnen und Nutzer, die gerne mit eigenen Beiträgen mitwirken möchten, werden um Vorschläge gebeten. Schreiben Sie bitte an die Redaktion <clio.europa-redaktion@geschichte.hu-berlin.de>. Über die Auswahl und Annahme von Beiträgen entscheidet das Herausgeberkollegium aufgrund eines unkomplizierten Evaluationsverfahrens. Weitere Informationen zur Zielstellung und Konzeption des Projektes finden Sie auf den Webseiten des Projektes.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Hannes Siegrist (Leipzig), Sprecher des Herausgeberkollegiums

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