Virtual Library Geschichtsdidaktik

Titel
Virtuelle Bibliothek - Geschichtsdidaktik.


Hrsg. v.
Buschbacher, Waltraut; Raub, Barbara
Rezensiert für H-Soz-Kult von
Sabine Liebig


Die Website wurde und wird bearbeitet von Waltraut Buschbacher [WB] und Barbara Raub [BR] unter Mitarbeit von Prof. Dr. Elisabeth Erdmann [EE] und Prof. Dr. Stuart Jenks [SJ]
Copyright © 1999/2000 Barbara Raub und Waltraut Buschbacher
Die Seite entstand am 14. Mai 1999 und wurde zuletzt am 26. November 2004 aktualisiert.

Die hier rezensierte Seite ist einer Unterseite (Button: „Für Lehrer“) der Erlanger Historikerseite, die unter folgender URL zu finden ist:

http://www.phil.uni-erlangen.de/~p1ges/home.html

Damit ist die Zielgruppe klar umrissen, wobei sich die Angebote natürlich auch an Lehramtsstudierende und an Referendarinnen und Referendare richtet. Dies wird allerdings nicht explizit auf der Startseite erklärt, sondern erschließt sich anhand der Links und der Inhalte. Eine geschlechtergerechte Sprache wird nicht benutzt, denn es wird ausschließlich von Lehrern, Schülern und Referendaren sowie Studenten gesprochen. Das erstaunt, denn gerade in der Ausbildung von Lehrkräften liegt der Frauenanteil sehr hoch.
Auf der Startseite erschließen sich keine Intentionen oder Hinweise, aus welchen Gründen Themen aufbereitet und ausgewählt wurden.

Die Seite, mit ihren zahlreichen Unterseiten und Links, birgt eine fast grenzenlose Fülle von unterschiedlichen Materialien und Verweisen aus dem breiten Spektrum der Geschichte und der Geschichtsdidaktik und ist daher sehr nützlich für die Recherche.

Die Kriterien für die Rezension sind folgende:
1. Übersichtlichkeit für die Benutzerinnen und Benutzer
2. Aktualität
3. Angebot und Qualität der Inhalte – Informationsgehalt
4. Nutzung der spezifischen Möglichkeiten des Internet und technische Bedingungen

1. Die Begeisterung der Initiatorinnen und Initiatoren für die Website sticht ins Auge, denn bereits auf der Startseite schlägt sich die Absicht nieder, ein möglichst umfassendes Angebot für Geschichtsdidaktik zu erstellen. Dies ist ein sehr lobenswerter Versuch, der jedoch nie gelingen kann, da das Internetangebot inzwischen absolut unübersichtlich ist. Die Verfasserinnen und Verfasser der Seite erläutern leider nicht ihre Auswahlkriterien für die diversen Unterseiten und Links und so erschließt sich den Interessierten nicht, warum die Zusammenstellung gerade auf diese Weise erfolgte.
Hinzu kommt, dass die Links weder alphabetisch noch thematisch noch nach Epochen geordnet sind, ein Umstand, der die Suche sehr erschwert.
Aus der Intention, möglichst alles auf die Seite zu packen, ergibt sich eine verwirrende Unübersichtlichkeit, die von der Gestaltung der Buttons (ähnlich den Londoner U-Bahn-Schildern) verstärkt wird. Die Buttons befinden sich sowohl über die Seite verstreut als auch links in Form einer Liste. Nicht ersichtlich ist, warum manche Buttons doppelt vorkommen (links und auf der Seite) und andere nicht. Die Farben (dunkelrot, knallblau und weiß) und die viel zu kleine, und fett gedruckte schwarze, sowie teilweise rote, Schrift erleichtern das Lesen nicht, sondern schrecken eher ab.
Das ist schade, denn viele Links sind wirklich gut und nützlich.
Die Farbauswahl (rote Schrift auf weißem Grund) der wirklich aufschlussreichen und guten Texte, z.B. zur Verwendung von Bildern im Geschichtsunterricht, erschweren das Lesen.

2. Die Aktualität ist sehr hoch. Die Links und Verweise stimmen und leiten auf aktuelle Seiten, die auf dem neuesten Stand sind, da sie meist professionell geführt werden. Eine wichtige Seite jedoch „Bibliografien zu Themen der Geschichtsdidaktik“ ist leider nicht mehr aktuell und das ist schade, denn Aktualisierungen sind auf Websites relativ problemlos. Unter dem oben genannten Button gelangt man erneut auf eine sehr verwirrende, mit den selben „U-Bahn-Schildern“ bestückte Seite, auf der einzelne ausgewählte Themen zur Geschichtsdidaktik angeboten werden, zu denen Studierende aus zwei Seminaren (1999/2000 und 2000/2001) Literatur zusammen trugen. Diese nützliche und hilfreiche Idee enttäuscht Interessierte durch den Umstand, dass die neueste Literatur aus dem Jahr 2000 stammt (egal, welchen Bereich man anklickt) und die letzte Aktualisierung 2002 stattfand. Die in den Jahren 2001 bis 2004 erschienen zahlreichen neuen oder überarbeiteten geschichtsdidaktischen Werke tauchen nicht auf.
Etwas befremdlich ist der Verweis unter dem Button „Allgemeines“ auf den Restseller Jokers denn dieser Verlag führt in der Regel alte Bücher und gibt weder in seinem Katalog noch auf seiner Website das Erscheinungsjahr der Bücher preis. Jokers bietet zwar Literatur zu allen Epochen der Geschichte an, jedoch wenig wissenschaftliche und in der Regel keine didaktische Literatur.

3. Das Angebot und die Qualität der Inhalte sind sehr unterschiedlich und vielschichtig, was daran liegt, dass versucht wurde, mit Studierenden möglichst viele Seiten zu finden und zu kommentieren. So sind manche Kommentare beispielsweise auf der Seite „Schulprojekte“ durchaus differenziert, andere dagegen eher nichts sagend. Sehr häufig befinden sich hinter den Links wirklich interessante Projekte von Schulen, wobei hier eine Auswahl gelungener Projekte und eine dazugehörige differenzierte Beschreibung sehr viel aussagekräftiger sowie hilfreicher wäre als eine Zusammenstellung aller gefundenen Projekte.
Hingegen ist der Verweis auf die Verlage für geschichtsdidaktische Literatur eher unvollständig, denn es fehlt der Wochenschau Verlag, der nun wirklich viel Literatur zur Geschichtsdidaktik bietet.
Als Entschädigung für die stets unübersichtlichen Seiten findet man dafür hinter dem Button „Spezifische Unterrichtsthemen“ auf einer zu eng beschriebenen Seite mit zahlreichen aber z. T. wertvollen Links u. a. die „Internet-Datenbank zur Unterrichtsvorbereitung im Fach Geschichte.“ Diese zweisprachige Seite (Deutsch und Englisch), genannt PSM, die „(P)rimärliteratur“, „(S)ekundärliteratur“ und „Unterrichts(M)aterialien“ bietet hervorragende Materialien. Dies ist nur ein Beispiel für den hohen Informationsgehalt der Website für Geschichtsdidaktik, wenn man sich nicht von der Benutzeroberfläche abschrecken lässt.

4. Die spezifischen Gegebenheiten des Internet werden teilweise genutzt. Es bestehen Möglichkeiten, Programme (z.B. Hotpotatoes) zur Erstellung von Rätseln etc. herunter zu laden. Des Weiteren wird die Möglichkeit der Verlinkungen zu aktuellen Websites genutzt, die man sonst erst nach langem Suchen in einer Suchmaschine finden würde. Bilder wurden eingescannt bzw. Hinweise gegeben, wo die Bilder im Netz zu finden sind.
Allerdings wurden viele Möglichkeiten auch nicht genutzt, wie z.B. Audio- und Vidoedateien, wobei hier sicherlich hohe Speicherkapazitäten, lange Ladezeiten und Urheberrechte eine Rolle spielen. Hier wäre eine Begründung auf der Startseite hilfreich gewesen. Dafür gibt es einen Link zu Filmmaterial der Fernsehanstalten, so dass Videos oder DVDs ausgeliehen oder erworben werden können.
Eine weitere Beeinträchtigung der Nutzung dieser Seiten ist die Tatsache, dass sich beim Anklicken von Links keine weiteren Fenster öffnen, von denen aus man durch Schließen wieder auf der Ausgangsseite zurückkommt. Hier steht die Verwendung der „Rückwärts-Funktion“ an, um die ursprüngliche Seite zu erreichen.
Wie oben schon erwähnt, ist die Farbauswahl und Strukturierung nicht sehr ansprechend und hier werden die Gestaltungsmöglichkeiten des Internet im Hinblick auf Benutzerfreundlichkeit nicht genutzt.

Dennoch bietet die Website viele Informationen, Links und Anregungen, die für Schule und Unterricht und z. T. auch für die Hochschule im Bereich Geschichtsdidaktik nützlich sind. Es lohnt sich immer wieder hinein zu schauen und sich neue Ideen zu holen.

Zitation
Sabine Liebig: Rezension zu: Virtuelle Bibliothek - Geschichtsdidaktik, in: H-Soz-Kult, 24.03.2005, <www.hsozkult.de/webreview/id/rezwww-79>.
Redaktion
Veröffentlicht am
24.03.2005
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