Prosopographia Imperii Romani (PIR) online

Titel
Akademievorhaben Prosopographia Imperii Romani (PIR).


Hrsg. v.
Prosopographia Imperii Romani <http://www.bbaw.de/forschung/pir/index.html>
Rezensiert für H-Soz-Kult von
Kai Ruffing, Seminar für Alte Geschichte, Philipps-Universität Marburg

Die Prosopographie ist für die Erforschung vergangener Epochen allgemein wie auch die der römischen Kaiserzeit im Besonderen eine grundlegende Methode, die in den vergangenen Jahren einen reichen Ertrag erbracht hat und weiterhin erbringen wird. Ein aus der modernen Forschung nicht mehr wegzudenkendes Werkzeug ist die Prosopographia Imperii Romani (PIR), die der Referenzpunkt für jede Fragestellung ist, die mit historischen Personen im Römischen Reich in Zusammenhang steht. Der Webauftritt der PIR ist eingebunden in den der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und unter der URL http://www.bbaw.de/bbaw/Forschung/Forschungsprojekte/pir/de/Startseite (27.06.2005) zu erreichen.

Im Rahmen dieses Webauftrittes werden dem Nutzer zunächst einmal grundlegende Informationen über die PIR gegeben. Dementsprechend findet sich zunächst eine sehr kurz gehaltene Information über die Zielsetzung des Akademieprojektes PIR sowie Angaben über die beteiligten Wissenschaftler und die bisherigen Veröffentlichungen der PIR. Ferner ist der gegenwärtige Stand der Arbeiten an der PIR eruierbar.

Abgesehen von diesen Basisinformationen kann der Nutzer sich auch über die Arbeitsweise und die Geschichte der PIR informieren. Der ersten Orientierung über die in diese Prosopographie aufgenommenen Personen dient eine online recherchierbare Stichwortliste, die über die PIR hinaus auch Hinweise aus Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, kurz RE, aus Quellenpublikationen oder anderen Standardwerken liefert, durch die das jeweilige Individuum eindeutig zu identifizieren ist. Recherchierbar sind hier – auch unter Anwendung von Platzhalterzeichen, „wildcards“ – Gentilnomen und cognomina. Ein weiterer Service sind die elektronisch recherchierbaren Addenda zu den bereits erschienenen Bänden der zweiten Auflage. Hier finden sich vor allem Hinweise auf neue Quellen, aber auch auf die wesentliche Sekundärliteratur zu einzelnen Persönlichkeiten. Ferner wird eine knappe Kommentierung gegeben.

Die Hinweise auf die Platzhalterzeichen bei der Suche liefern einen knappen, auch für Laien gut verständlichen Überblick über die Trunkierung und die zu verwendenden „wildcards“ für die Erzielung optimaler Suchergebnisse. Erleichtert wird dies auch durch die tabellarische Darreichung der „wildcards“ und ihre Illustrierung durch Beispiele.

Die Websites bestechen sowohl hinsichtlich der Navigation als auch der dargebotenen Informationen durch ihre Benutzerfreundlichkeit. Die Menüpunkte ermöglichen den schnellen und gezielten Zugriff auf die jeweils gewünschten Informationen. Diese wiederum schaffen den notwendigen Spagat zwischen gebotener Kürze, Allgemeinverständlichkeit und Güte der dargereichten Information auf das trefflichste.

Die Webseiten der PIR sind damit nicht nur ein Referenzpunkt für jeden, der sich über das Projekt informieren will oder sich einen ersten Überblick über die Methodik dieses grundlegenden Werkzeuges für die Erforschung der Geschichte des Römischen Reiches bzw. der Prosopographie allgemein verschaffen will. Sie bieten auch für den, der sich mit Einzelpersönlichkeiten bzw. prosopographischen Fragestellungen beschäftigt, ein überaus nützliches Werkzeug. Es steht daher zu hoffen, dass insbesondere die Addenda in ihrer elektronischen Form, die momentan im Testbetrieb laufen, weiterhin gepflegt und ausgebaut werden können. Wünschenswert wäre in der Zukunft über die gedruckte Fassung hinaus auch eine gänzlich elektronische Version der Prosopographia Imperii Romani, wodurch der Forschung ein großer Dienst erwiesen würde.

Zitation
Kai Ruffing: Rezension zu: Prosopographia Imperii Romani <http://www.bbaw.de/forschung/pir/index.html> (Hrsg.): Akademievorhaben Prosopographia Imperii Romani (PIR). , in: H-Soz-Kult, 12.08.2005, <www.hsozkult.de/webreview/id/rezwww-96>.
Redaktion
Veröffentlicht am
12.08.2005
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