Das Politische in der Wissensgeschichte – Perspektiven eines Forschungskonzepts

Ort
Zürich
Veranstalter
Graduiertenkolleg "Geschichte des Wissens" am Zentrum Geschichte des Wissens, ETH / Universität Zürich
Datum
10.04.2014 - 12.04.2014
Von
Moritz Mähr / Matias Mikhail / Andri Tschudi, Graduiertenkolleg "Geschichte des Wissens", ETH Zürich

„Wissensgeschichte“ wird als Schlagwort ubiquitär verwendet. Damit erweist sich der Forschungsansatz zwar als enorm anschlussfähig, droht aber seine Kontur und sein kritisches Potential zu verlieren. Vor dem Hintergrund dieser Diagnose beschäftigte sich die Tagung des Graduiertenkollegs „Geschichte des Wissens“ mit der Frage, inwiefern das Politische bei der Entstehung, Durchsetzung und Zirkulation von Wissen eine Rolle spielt. Mit dem Begriff des Politischen zielten die Veranstalter/innen dabei – ganz im Sinne Jacques Rancières – nicht auf staatliche Verfahren, sondern suchten die Auseinandersetzung über die Einrichtung der Gesellschaft in den Mittelpunkt der Überlegungen zu stellen. Das Politische sollte als Ausgangspunkt dienen, um Debatten über den Wissensbegriff in Gang zu bringen und das Profil der Wissensgeschichte in der Reflexion ihrer Möglichkeitsbedingungen, ihrer Perspektiven und Limitierungen zu schärfen.

PHILIPP SARASIN (Zürich) eröffnete seine Keynote mit einer Kritik am Konzept der Wissensgeschichte: Die Wissensgeschichte sei in die Nähe der Kulturwissenschaften gerückt und habe sich deswegen eine begriffliche Unschärfe eingefangen. Alle Probleme würden nur noch auf Wissen, gefasst als das Bewusstsein der wissenden Subjekte, zurückgeführt. Sarasin empfahl, diesem Problem nicht mit Ideologiekritik, sondern mit der agnostischen Haltung eines Archäologen im Sinne Michel Foucaults zu begegnen. Daraus entwickelte er drei Thesen für eine politische Wissensgeschichte: (1) Sie könne politisch sein, wenn dadurch die Genese und der Status autoritativer Kategorien offengelegt werden. (2) Sie könne die Ideologiekritik nur überwinden, wenn sie Ideologien, ihre Geltungsansprüche und ihre Mobilisierungspotenziale zum Gegenstand mache. (3) Sie müsse Institutionen, Medien und Akteure in ein kritisches Verhältnis zu den Produktionsbedingungen von Wissen als Machtbeziehungen bringen.

STEFAN BECK (Berlin) eröffnete das erste Panel „Wissensgesellschaft und Wissensgeschichte“. Dabei machte er Parallelen zwischen den Thesen von Daniel Bell, Peter Drucker und Robert Lane zur Wissensgesellschaft und der Verwendung des Wissensbegriffs als „law-and-order-concept“ in der Kulturanthropologie aus, da in beiden Fällen Wissen als bestimmende Entwicklungslogik einer Gesellschaftsordnung verstanden wurde.[1] Dem Verdacht, dass die Wissensgeschichte ihr kritisches Potenzial „verstolpern“ könnte, sah er gelassen entgegen; solange die Wissensgeschichte den unterschiedlichen Herstellern, Trägern und Medien gerecht werde, verschiedene Wissensformen – implizit, explizit und körpergebunden – miteinbeziehe sowie sich der Geschichtlichkeit des Wissensbegriffs bewusst sei. Beck wollte der Wissensgeschichte darüber hinaus eine moderne, praxistheoretische Perspektive auf „Wissen“ („knowledges“) oder „wissen“ („knowing“) eröffnen. Dabei könne an die Kulturanthropologie angeknüpft werden, die Wissen weder von einem Ort aus untersuche noch vom Wissen im Singular spreche.

Anschließend untersuchte PHILIPP FELSCH (Berlin) das Spannungsfeld zwischen Theorie, Praxis und Politik. Der Praxisbegriff habe insbesondere nach dem durch Ian Hacking und Bruno Latour initiierten practical turn einen starken Einfluss auf die Wissensgeschichte ausgeübt.[2] Felsch versuchte, diesen Praxisbegriff genealogisch herzuleiten, indem er an Auseinandersetzungen der 1960er-Jahre anschloss. Die prägende Figur war Michel Foucault, der den Begriff des Praktikers in seiner Archäologie neu bestimmte. Aufbauend auf Althussers epistemologischer Lektüre von Karl Marx' Kapital habe sich bei Foucault ein Begriff einer theoretischen Praxis gebildet[3], in der die praktische Arbeit der Theorie in einem materialistischen Sinne Erkenntnisse produziere und unweigerlich politisch aufgeladen sei. Dieser Umstand sei seit Gilles Deleuze' Ausspruch „Es gibt keine Repräsentation mehr, es gibt nur Aktion: die Aktion der Theorie und die Aktion der Praxis“ zu einem Leitmotiv einer genealogisch verfahrenden Wissensgeschichte erhoben worden, obwohl (oder gerade weil) seine Ursprünge im self-fashioning der politischen Intellektuellen nach 1968 zu suchen seien.[4]

ALEXANDER ENGEL (Göttingen) begann seinen Vortrag mit einer Gegenwartsdiagnose der Wissensgesellschaft, deren Ursprünge er in dem ökonomischen Drei-Sektoren-Modell der 1930er- bis 1950er-Jahre verortete. Er deutete das Drei-Sektoren-Modell als ein teleologisches Geschichtsmodell, das ab den 1960er- und 1970er-Jahren eine Modifikation erfahren habe. Dabei sei Wissen zum vierten Produktionsfaktor erhoben worden und die Wissensgesellschaft habe die Dienstleistungsgesellschaft als paradigmatischen Zielzustand abgelöst. Das habe zur Folge, dass Wettbewerbsfähigkeit als Innovationsfähigkeit gedeutet werde und das Bildungswesen und die Akademie einer ökonomischen Rationalität unterworfen würden. Ziel dabei sei die Produktion von hochwertigem, mathematisch-naturwissenschaftlichem Wissen. Diese neue Form des Wirtschaftens finde mittels Konzepten wie Humankapital, Wissen als Produktionsfaktor und Wissen als geistiges Eigentum Eingang in die bestehende Denktradition. Engel empfahl der Wissensgeschichte, sich in ein antagonistisches Verhältnis zum ökonomistischen Paradigma zu stellen: Wissen müsse als Bedingung der Möglichkeit von ökonomischem Handeln gesehen werden. Zudem müsse das teleologische Geschichtsmodell der Wissensgesellschaft durch eine Untersuchung der Genese ihrer Konzepte perspektiviert werden.

In seinem Kommentar gab ARNDT BRENDECKE (München) Beck Recht, dass die Wissensgeschichte aus der Schleife der Bedeutungsaffirmation, in der jede Form von Wissen/Unwissen als Wissen behandelt wird, ausbrechen müsse. Denn sowohl die Wissensnegation wie auch die Wissenskonservierung seien keine geeigneten Reaktionen und könnten über die Notwendigkeit einer eigenen Positionierung nicht hinwegtäuschen. Allgemein gab er zu bedenken, dass der Begriff des Wissens lediglich auf einer mikroskopischen Ebene sinnvoll angewendet werden könne. Denn auf einer makroskopischen Ebene würde der Begriff aufgrund seiner Extension bzw. fehlenden Außengrenze unkontrollierbar. Deswegen plädierte Brendecke für eine Rückbesinnung auf eine Perspektive, die Akteure und ihre Interessen in den Blick bekomme.

„Und was tun wir nun mit all dem Wissen“, fragte zu Beginn des zweiten Panels UTE KALENDER (Berlin) in ihrem Beitrag zu epistemisch-ethischen Annahmen in Körperverständnissen von Queer-, materialistischen Gender- und kritischen Disability-Studies. Kalender nahm Donna Haraway beim Wort, indem sie sich in der Trans- und Queercommunity situierte.[5] Sie machte aber auch den Standpunkt stark, dass politische Interventionen bereits früher einsetzen müssten als bei Haraway, und dass Diskurse über die konzeptionellen Realisierungen von Forschungsresultaten frühestmöglich geführt werden sollten. Ihr Körperverständnis führte sie auf Michel Foucault zurück, wobei sie den Begriff der Technologie des Selbst in eine (queer-)körperliche Dimension zwischen Technologien des Körpers und dem Körper als Technologie selbst hob. Nach Kalender wird eine neue Eugenik durch Reproduktions-, Präimplantations- und neue Körpertechnologien generiert. Kritische Disability-Studies emergierten aus dem Spannungsfeld zwischen Kritik dieser technowissenschaftlichen Anwendungen als Verhinderung von „Behinderten“ und den von der Queercommunity positiv gewerteten Aspekten.

PETER-PAUL BÄNZIGER (Basel) stellte die Forderung auf, „zu lernen sich unbehaglich zu fühlen“, und den Weg aus dem akademischen Elfenbeinturm ins Politische zu wagen: Handeln sei genuin immer politisch. Eine emotionale Verbundenheit der Forschenden mit den bewusst gewählten Themenbereichen sei Teil dieser Programmatik; private, akademische und öffentlich-politische Rollenideale gelte es zu reflektieren oder gar aufzubrechen und wissenschaftliche Distanz zugleich einzunehmen und aufzugeben. Genau zwischen den zwei körperbildlichen Narrativen der frühen Anti-Aidskampagnen und zeitgenössischen Präventionsdiskursen befinde sich das Politische der Wissensgeschichte: pathologisierende Drogen-, Prostitutions- und Homosexualitätskonnotationen in bildlicher Abhebung zu propagandistisch-sportlichem Körperidealismus. Der pathogene „Aidskörper“ der 1980er-Jahre sei, so Bänziger, aus einer doppelten Entpolitisierung entstanden: Sowohl der Umgang mit Rauschmitteln als auch derjenige mit sexueller Andersartigkeit seien in einen Seuchendiskurs verpackt worden, der die politische Entscheidungsfindung außer Acht gelassen habe. Die Neuorientierung der Körper an Gesundheitsdiskursen müsse als Anfang eines neuen Denkens verstanden werden.

GUDRUN LÖHRER (Köln) verwies auf Jacques Rancière und dessen Unterscheidung von Politik und Polizei.[6] Dieser Unterscheidung nach finde Politik eher selten statt, denn sie entlarve den polizeilichen Charakter der Aufrechterhaltung der bestehenden Ordnung. Das policing werde als die Überwachung, die Erhaltung und Installation von Recht und Ordnung zum Beispiel in eine diskursive Formation von public health verpackt. Public health sei nicht genuin ein Programm körperlicher Mangelbeseitigung, sondern ein hochpolitischer Sicherheitsapparat. Diese These stellte Löhrer am Beispiel der Anti-Tuberkulose-Debatte anfangs des 20. Jahrhunderts dar, welche dem alltäglichen männlichen Spucken ein Ende zu setzen gedachte und gleichzeitig einen Diskurs über eine neuartige Gesundheitspropaganda und die Kontrolle von Körperflüssigkeiten zu installieren vermochte.

In seinem Kommentar erinnerte JAKOB TANNER (Zürich) daran, dass Foucault die Macht als gleichzeitig ermöglichend und verhindernd beschrieben habe. Sobald die Frage nach der Verbesserung von Humankapital in einer Gesellschaft auftauche, stelle sich die Frage der Kontrolle und der Auswahl. Das Individuum werde, so Tanner, als Investor gesehen, Ziel seien persönliche Rückzahlungen. Durch neue Technologien könne nun eine Semantik des Mordens und der Vernichtung entstehen, oder aber es werde der Blick für Möglichkeitsräume ins Auge gefasst, der verschiedene Zukünfte realistisch erscheinen lasse.

Im ersten Vortrag des Panels zu postkolonialer Wissensgeschichte ging NADIN HEÉ (Berlin) auf das Verhältnis von postkolonialer Wissensgeschichte und Politik ein. In Bezug auf die politischen Bedingungen, die den verschiedenen Modellen von Wissenstransfer zugrunde liegen, hielt Heé fest, dass das einflussreiche Diffusionsmodell des Amerikaners George Basalla vor dem Hintergrund der Modernisierungstheorie formuliert wurde. Gegen deren imperialistische Anmaßungen wandten sich in den 1980er-Jahren die postcolonial studies, indem sie die Zentrum-Peripherie-Dichotomie in Basallas Modell kritisierten und anstelle eines Diffusions- ein Zirkulationsmodell von Wissen starkmachten. Im Anschluss an diese Kritik empfahl Heé, totalisierende Modelle und rigide Begriffsdefinitionen zu vermeiden und stattdessen in empirischen Fallstudien die historisch spezifischen und kontingenten Formen von Wissen(schaft)spolitik in den Blick zu nehmen. Dabei sollten – ganz im Sinne des practical turn – die konkreten, praktischen Umstände der Wissensproduktion im Vordergrund stehen. Damit ließen sich auch, so Heé abschließend, die eurozentrischen Tendenzen in der heutigen Wissensgeschichte wirksam kritisieren.

Die mögliche Wahlverwandtschaft von Postkolonialismus und Wissensgeschichte erkundete IRIS SCHRÖDER (Erfurt) am Beispiel zweier Forschungsgebiete. In Bezug auf das Zusammenspiel von wissenschaftlicher Expertise und Kolonialismus betonte Schröder, dass die Verbindung gleichsam auf der Hand liege, wurden doch seit dem späten 19. Jahrhundert die „Kolonialwissenschaften“ – oft mit zweifelhaftem Erfolg – zur Optimierung kolonialer Herrschaft herangezogen. Schröder forderte, dass die materielle Dimension der Wissenszirkulation berücksichtigt und eine Geschichte epistemischer Objekte als „boundary objects“ geschrieben werde. Damit, so Schröder, könne gezeigt werden, wie sich vermeintlich unpolitische Dinge und das dazu gehörige unpolitische Wissen politisieren ließen. Eine solche politische Dimension enthüllte sich für Schröder auch in dem Versuch, internationale Geschichte und Wissensgeschichte in postkolonialer Perspektive aufeinander zu beziehen. Diese Ansätze könnten, so Schröder, die Kontinuität zwischen der kolonialen mission civilatrice und dem Entwicklungsparadigma im Kalten Krieg aufzeigen sowie das Wiederaufleben der kolonialen Dichotomie von traditionellem und europäischem Wissen in internationalen Organisationen seit den 1970er-Jahren kritisch untersuchen.

DHRUV RAINA (Neu-Delhi) nahm schließlich eine Historisierung der postkolonialen Wissensgeschichte vor, indem er sie genealogisch verortete. Den Ausgangspunkt der postkolonialen Wissensgeschichtsschreibung in Indien führte Raina auf das Wirken von J.D. Bernal, Robert Merton und Joseph Needham zurück, deren Werke in den 1950er-Jahren den Anstoß für die Entwicklung einer sozialwissenschaftlichen Wissenschaftsforschung gegeben hätten. Eine wichtige Rolle spielte dabei nach Raina die neu gegründete UNESCO, die durch das Projekt einer nicht-eurozentrischen Menschheitsgeschichte dazu beigetragen habe, Wissenschaft als eine universelle Errungenschaft anstelle eines westlichen Prärogativs zu definieren. In Anknüpfung an diese Versuche habe in den 1980er-Jahren eine neue Generation von Forscher/innen begonnen, sich mit alternativen Wissenssystemen zu beschäftigen, was mit einer Hinwendung zu Fragen der Gouvernementalität einhergegangen sei. Der einseitige Fokus auf epistemische Gewalt verhindere aber gegenwärtig ein Verständnis der vielfältigen Formen von Wissenszirkulation, weshalb es nun – nachdem die postkoloniale Theorie geleistet habe, was sie sollte – gelte, sich detaillierter transnationalen Formen des Wissensaustausches zuzuwenden.

In seinem Kommentar machte DANIEL SPEICH CHASSÉ (Luzern) deutlich, dass – wenn das Politische im Wählen unbequemer Themen liege – der Postkolonialismus gewissermaßen per se politisch sei, da er störende Fragen aufwerfe, verweise er doch auf die gewaltsame Ausdehnung europäischer Verhältnisse auf andere Erdteile und auf die Ignoranz, die damit einhergegangen sei. Diese Ignoranz offenbarte für Speich eine grundlegende Ambivalenz des Wissensbegriffs: So werde im kolonialen Kontext immer wieder deutlich, wie wenig die Kolonialmächte über die kolonisierten Gesellschaften gewusst hätten; doch trotz des wiederholten Scheiterns kolonialen Wissens habe das mit dem Wissensbegriff verbundene aufklärerische Versprechen auch die Imagination der postkolonialen Staaten bestimmt.

Unter der Leitung von KIJAN ESPAHANGIZI (Zürich) entfaltete sich zum Abschluss der Tagung eine Podiumsdiskussion, an der neben STEFAN BECK und DANIEL SPEICH CHASSÉ auch MONIKA DOMMANN (Zürich) und RUBEN MARC HACKLER (Zürich) teilnahmen. Das zentrale Thema der Debatte war die Ideologiekritik, wobei sich deutliche Differenzen zwischen den Diskutierenden zeigten. So wünschte sich ein Teil der Anwesenden eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit dem Ideologiebegriff und hielt eine klare Positionierung für unabdingbar. Dagegen argumentierten Andere, dass der Ideologiebegriff grundlegend problematisch sei, da er Schuldige und Opfer zu benennen suche, und plädierten stattdessen dafür, akademisches und politisches Engagement zu trennen, da akademisches Arbeiten Offenheit anstelle der Anbindung an ein politisches Programm verlange und die politischen Effekte des eigenen Schaffens kontingent seien.

Diese Auseinandersetzung blieb offen und es scheint verlockend, sie als Symptom eines Umbruchs zu deuten: Während der entdifferenzierende Impetus bei der Einführung des Wissensbegriffs zentral war, scheint sich nun vermehrt das Verlangen nach einer neuerlichen Differenzierung bemerkbar zu machen. Gut möglich also, dass sich die Wissensgeschichte an einem Wendepunkt befindet. Ein Nachdenken über ihre Zukunft täte demnach Not und die Tagung bot dazu eine Fülle von Anknüpfungspunkten.

Konferenzübersicht:

Einleitungskeynote:

Philipp Sarasin (Zentrum Geschichte des Wissens, ETH / Universität Zürich), Kann Wissensgeschichte politisch sein?

Moderation: Florian Kappeler (Zentrum Geschichte des Wissens, ETH / Universität Zürich)

Panel I: Wissensgesellschaft und Wissensgeschichte. Eine ambivalente Beziehung

Organisation: Malte Bachem, Simon Bundi, Alban Frei

Moderation: Daniela Zetti (Zentrum Geschichte des Wissens, ETH / Universität Zürich)

Stefan Beck (Humboldt-Universität zu Berlin), Plädoyer für eine praxistheoretische Perspektive auf Wissen (knowledges) oder wissen (knowing)

Philipp Felsch (Humboldt-Universität zu Berlin), Worüber wir reden, wenn wir von Praktiken reden

Alexander Engel (Göttingen), Markt, Wissen und Gesellschaft

Kommentar: Arndt Brendecke (Ludwig-Maximilians-Universität München)

Panel II: Body Politics in der Wissensgeschichte

Organisation: David Eugster, Ruben Marc Hackler

Moderation: Niklaus Ingold (Zentrum Geschichte des Wissens, ETH / Universität Zürich)

Ute Kalender (Berlin), And what do we do now with all that knowledge? Zur Unvereinbarkeit epistemisch-ethischer Annahmen in Körperverständnissen von Queer-, Materialistischen Gender- und kritischen Disability Studies

Peter-Paul Bänziger (Basel), Lernen, sich unbehaglich zu fühlen. Körperwissen und Wissenspolitiken in den Zeiten von Aids

Gudrun Löhrer (Köln), Wissen (M)acht gesund? Körper-Flüssigkeit-Kontrolle

Kommentar: Jakob Tanner (Zentrum Geschichte des Wissens, ETH / Universität Zürich)

Helen Follert (Berlin), Künstlerische Präsentation

Panel III: Postkoloniale Wissensgeschichte

Organisation: Eneia Dragomir, Florian Kappeler, Gianna Weber

Moderation: Koni Weber (Zentrum Geschichte des Wissens, ETH / Universität Zürich)

Nadin Heé (Freie Universität Berlin), Jenseits des Eurozentrismus? Wissensgeschichte im (post)kolonialen Zeitalter

Iris Schröder (Erfurt), Historische Wissenschaftsforschung und (Post-)Kolonialismus – eine mögliche Wahlverwandtschaft?

Dhruv Raina (Neu-Delhi), Genealogies of “Science and Reason”: From Post-colonial to Transcultural and Transnational Histories of Science

Kommentar: Daniel Speich Chassé (Luzern)

Podiumsdiskussion: Das Politische in der Wissensgeschichte

Organisation: Malte Bachem, Simon Bundi, Alban Frei, Florian Kappeler

Moderation: Kijan Espahangizi (Zentrum Geschichte des Wissens, ETH / Universität Zürich)

Mit Stefan Beck (Humboldt-Universität zu Berlin), Monika Dommann (Zentrum Geschichte des Wissens, ETH / Universität Zürich), Ruben Marc Hackler (Zentrum Geschichte des Wissens, ETH / Universität Zürich), Daniel Speich Chassé (Luzern)

Anmerkungen:
[1] Daniel Bell, The coming of the post-industrial society. The Educational Forum, London 1976, S. 574–579; Peter Ferdinand Drucker, Post-capitalist society, New York 1993; Robert E. Lane, The decline of politics and ideology in a knowledgeable society, in: American sociological review (1966), S. 649–662.
[2] Ian Hacking, Representing and intervening: introductory topics in the philosophy of natural science, Cambridge 1983; Bruno Latour, Steve Woolgar, Laboratory life: the social construction of scientific facts, Beverly Hills, CA 1979.
[3] Louis Althusser, For Marx, London 1969.
[4] Michel Foucault, Gilles Deleuze, Die Intellektuellen und die Macht. Ein Gespräch zwischen Michel Foucault und Gilles Deleuze. Von der Subversion des Wissens, Frankfurt am Main 2000.
[5] Donna Jeanne Haraway, Simians, cyborgs, and women: the reinvention of nature, New York 1991.
[6] Jacques Rancière, Aux bords du politique, Paris 1990.

Zitation
Tagungsbericht: Das Politische in der Wissensgeschichte – Perspektiven eines Forschungskonzepts, 10.04.2014 – 12.04.2014 Zürich, in: H-Soz-Kult, 24.06.2014, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5437>.