Buchrezensionen/

Arbeitskreis Historische Friedens- und Konfliktforschung
Hentilä, Marjaliisa; Hentilä, Seppo: Saksalainen Suomi 1918 [Deutsches Finnland 1918], Helsinki 2016
Rez. von Manfred Menger, Sundhagen

Die dramatischen Ereignisse nach der Proklamation der finnischen Selbstständigkeit im Dezember 1917, die Zuspitzung der inneren Gegensätze bis zum Ende Januar 1918 einsetzendem Bürgerkrieg sowie die Intervention deutscher Truppen im Frühjahr 1918 und deren Konsequenzen für die Geschicke des Landes gehörten lange zu den umstrittensten, inzwischen aber am gründlichsten erforschten Vorgängen der neueren finnischen Geschichte.

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Asien
Lee, You Jae: Koloniale Zivilgemeinschaft, Frankfurt am Main 2017
Rez. von Dolf-Alexander Neuhaus, Department for History and Cultural Studies, Freie Universität Berlin

The body of scholarship on the history of colonial Korea (1910–1945) has been constantly growing over the last decade.[1] Similarly, the historiography of Christianity in Korea has developed into a thriving field of research during recent years, including a plethora of transnational studies which predominantly acknowledge the pivotal role of foreign missionaries for the development of education before the establishment of colonial rule.[2] Yet, few authors have attempted to link the history of Christianity with the history of colonialism in Korea, despite the leading role assumed by Protestants in the March First Independence Movement of 1919.[3] Moreover, mission history often confines itself to top-down approaches, ignoring the agency of the proselytized.

Taking up these considerations, You Jae Lee sets out to bridge this gap in scholarship by elucidating the intricate links between Christianity, colonialism and modernity between 1894 and 1954.

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Neuere Geschichte
Maurer, Michael: Wilhelm von Humboldt, Wien 2016
Rez. von Sandra Rebok, Madrid

Unter den zahlreichen neuen Publikationen zur Person und dem Werk Wilhelm von Humboldts, die anlässlich der 250-Jahrfeier seines Geburtsjahres 1767 auf den Markt gebracht worden sind, befindet sich auch diese hervorragende Biografie aus der Feder des Kulturhistorikers Michael Maurer. Während Humboldt heutzutage meist mit dem Begriff der Bildungsreform in Verbindung gebracht und vorwiegend als Stifter des humanistischen Gymnasiums in Preußen und Gründer der Berliner Universität wahrgenommen wird, war es das Anliegen des Autors, auch die anderen Facetten seiner umfangreichen beruflichen Tätigkeit und intellektuellen Interessen zu beleuchten, zu denen auch seine Aktivitäten als Sprachwissenschaftler, sein Studium der griechischen Klassik sowie seine politischen Aufgaben in seiner Position als Diplomat und Minister zählen.

Detailliert analysiert Maurer das humanistische Menschenbild Humboldts, seine alle Lebensphasen durchziehende liberale Haltung, seinen Glauben an die freie Entfaltung der Fähigkeiten und die Kräfte des Einzelnen im Rahmen der Herausbildung der eigenen Persönlichkeit, sowie die äußeren Umstände, die gemäß Humboldt diesem Prozess förderlich sind.

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Zeitgeschichte (nach 1945)
Brazinsky, Gregg A.: Winning the Third World, Chapel Hill 2017
Rez. von Andreas Hilger, Deutsches Historisches Institut Moskau

Die Geschichte des Kalten Kriegs bleibt ein wesentlicher Schwerpunkt der internationalen historischen Forschung. Die sogenannte New Cold War History hat es verstanden, dem Thema neuen Schwung zu verleihen. Sie macht es sich zum Anliegen, auf der Basis weltweiter Archivalien Studien zu produzieren, die durch multiperspektivische Zugänge den Kenntnissen weitere Komplexität, Tiefenschärfe und Dimensionen hinzufügen.

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Termine/

Call for Papers
15.01.2018 Journal for Art Market Studies, Technische Universität

Technische Universität Berlin, Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik

Call for Papers

Abgabetermin Abstract (2.000 Zeichen): 15. Januar 2018
Abgabetermin Artikel (30.000 Zeichen): 15. Mai 2018

Journal for Art Market Studies - Ausgabe zu "Asian Art: Markets, Provenance, History"

https://www.fokum-jams.org

Seit 2017 erscheint am Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik in englischer Sprache die Open Access Zeitschrift Journal for Art Market Studies (JAMS), die sich im Rahmen des am Institut bereits etablierten "Forum Kunst und Markt" mit interdisziplinären Forschungsergebnisse zum Kunstmarkt aller Epochen befasst.

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Colloquium
12.12.2017 - 12.12.2017 Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften

Vortragsreihe: "Migrationsprozesse und Kulturtransfer. Deutsche und polnische Kontexte" im Rahmen des Klaus Zernack Colloquiums.

Prof. Dr. Michael G. Müller und Prof. Dr. Robert Traba laden gemeinsam mit Prof. Dr. Igor Kąkolewski ein zum Vortrag von:

Dr. Felix Ackermann: "Im Schatten der Erinnerung an Flucht und Vertreibung.

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Konferenz
09.06.2017 - 10.06.2017 Studierendenprojekt im M.A. Global History an der Freien Universität und Humboldt-Universität in Berlin

In recent years, global history has become one of the most ambitious and promising strands of historical research. The approach targets relations, flows, and actors that challenge the assumption of the nation state as a natural and inevitable category of historical analysis. It calls attention to the importance of transnational, trans-regional, or trans-local connections and their influence on the past.

But how can we actually "do global history" in practical terms? What are useful methods and techniques for researching and writing from a global perspective? How can global history complement but also challenge other disciplines.

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Seminar
06.12.2017 - 06.12.2017 SOCIUS Organisationsberatung gGmbH, Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar, Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD)

Nach zwei Jahren intensiver Arbeit präsentiert das Projekt „Bildungsarbeit versus Kontroversität? Pädagogische Haltungen und methodische Ansätze an Erinnerungsorten zur Geschichte von SBZ und DDR“ seine Ergebnisse. Drei Partnerinstitutionen aus Brandenburg, Berlin und Thüringen haben methodische Ansätze zur Reflexion pädagogischer Haltungen und zum Umgang mit heterogenen jugendlichen Gruppen an Lernorten zur Geschichte von SBZ und DDR entwickelt.

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Ausstellungsrezensionen/

Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.) Geliebt. Gebraucht. Gehasst. Die Deutschen und ihre Autos
10.03.2017 - 21.01.2018 Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Rez. von Rolf Spilker, Museum Industriekultur Osnabrück

Oft liegen in Ausstellungen sogenannte Besucherbücher aus, in denen das Publikum Meinungen und Urteile über das gerade Gesehene zu Papier bringen kann. In der Ausstellung „Geliebt. Gebraucht. Gehasst. Die Deutschen und ihre Autos“, die im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn gezeigt wird, findet sich ein solches Besucherbuch mit einem denkwürdigen Statement.

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17.03.2017 - 15.10.2017 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
Rez. von Nina Leonhard, Institut für Soziologie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Am 3. Oktober 1990 hörte die DDR auf zu bestehen. Mit dem Beitritt des ostdeutschen Teilstaats zum Geltungsbereich des Grundgesetzes wurden auch die ostdeutschen Streitkräfte aufgelöst. Das Gros des Personals der Nationalen Volksarmee der DDR (NVA) wurde entlassen; ein kleinerer Teil wurde von der Bundeswehr übernommen und in die eigenen Reihen integriert.

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Tagungsberichte/

14.09.2017 - 15.09.2017 Stefanie Michels, Institut für Geschichtswissenschaften, Heinrich Heine Universität Düsseldorf
Von Kevin Reidegeld, Heinrich Heine Universität Düsseldorf

Zwei Regionen auf zwei verschiedenen Kontinenten, das Rheinland in Deutschland und das Grasland in Kamerun zu betrachten und nach historischen und gegenwärtigen Verbindungen zu untersuchen, unter diesem Leitmotiv, fand der wissenschaftliche Workshop in Düsseldorf statt. Dabei wurden transdisziplinäre Methoden der Erinnerungsforschung und der historischen Forschung in verschiedenen Panels vorgestellt.

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27.10.2017 Sönke Neitzel, Universität Potsdam); Oliver Janz, Freie Universität Berlin; Peter Hoeres, Universität Würzburg
Von Bastian Matteo Scianna, Historisches Institut, Universität Potsdam

The conference, jointly organized by Sönke Neitzel (Potsdam), Oliver Janz (Berlin), and Peter Hoeres (Würzburg), focused on the German behaviour in Belgium during the opening stages of the First World War. Over one decade ago, John Horne (Dublin) and Alan Kramer (Dublin) published their much-cited study "German Atrocities 1914 – A History of Denial" in which they exposed the crimes committed by German soldiers.

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26.10.2017 - 28.10.2017 Ulrich Hofmeister, Institut für Osteuropäische Geschichte, Universität Wien; Kerstin S. Jobst, Institut für Osteuropäische Geschichte, Universität Wien
Von Ninja Bumann / Egor Lykov, Institut für Osteuropäische Geschichte, Universität Wien

Die von Ulrich Hofmeister und Kerstin S. Jobst organisierte Konferenz behandelte aus einer pan-europäischen Perspektive Planstädte im späten 17. und 18. Jahrhundert. Ausgehend von der Annahme, dass viele Stadtgründungen sowohl in Europa als auch in überseeischen Kolonien zu dieser Zeit der Erschließung neu eroberter oder dünn besiedelter Gebiete dienen sollten und diese ein Ausdruck der vorherrschenden Überzeugung gewesen seien, gesellschaftliche Entwicklungen berechnen und planen zu können, widmete sich die Konferenz folgenden Fragen: Welche Funktionen wurden einer Planstadt zugeschrieben? Wie verliefen Planung und Bau und nach welchen Konzepten wurde eine Stadt entworfen? Welchen Traditionen folgten die Neugründungen? Inwiefern wurde die Besiedelung geplant? Und welche weiteren Entwicklungen geschahen nach der Stadtgründung?

Gleich zu Beginn der Konferenz lieferte ULRICH HOFMEISTER (Wien) folgende Definition von Planstädten: Bei einer Planstadt würden die Lage, die Bebauung sowie die Bevölkerung in der Planung berücksichtigt, wobei nicht zwingend alle drei Kriterien erfüllt sein müssten, damit eine Gründung als Planstadt gelten könne.

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19.10.2017 - 20.10.2017 Lehrstuhl für Kultur- und Mediengeschichte, Universität Saarbrücken
Von Andre Dechert, Institut für Medien, Wissen und Kommunikation, Universität Augsburg

In der Geschichtswissenschaft ist mittlerweile „unumstritten“, wie auch Frank Bösch und Annette Vowinckel in ihrem Docupedia-Beitrag „Mediengeschichte“ konstatieren, „dass Medien in der Zeitgeschichte eine zentrale Rolle spielen“ und als „integraler Teil sozialer Wirklichkeiten“[1] betrachtet werden müssen.

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Zeitschriften/

With its focus on public debt, this special issue addresses a topic that has, during the twentieth century, been crucial for the development of all national economies as well as the global financial market. In contrast to predominant views on sovereign debts as a purely national concern, the articles discuss the importance of the financialization of the global economy and the rise of global capital markets during the last third of the twentieth century as new factors that fundamentally changed the landscape of public finance.

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Während 1967 kein geringerer als Geheimagent 007, James Bond, in Man lebt nur zweimal damit beschäftigt war, einen bevorstehenden Atomkrieg zu verhindern – Ernst Stavro Blofeld, finanziell aus China unterstützt, suchte mittels spektakulärer Raumschiffentführungen einen Atomkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion zu provozieren –, ging es im Zonenrandgebiet in Sachen Spionage deutlich beschaulicher zu.

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Das digitale Rezensionsjournal »Francia-Recensio«, herausgegeben vom Deutschen Historischen Institut Paris, erscheint pro Jahr in vier Ausgaben. Besprochen werden – in deutscher, französischer und englischer Sprache – Werke zur westeuropäischen Geschichte.
Die Auswahl der Werke, der Rezensentinnen und Rezensenten sowie die redaktionelle Betreuung der Texte erfolgen durch den für die jeweilige Epoche zuständigen Redakteur.

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