Aktuell/

Buchrezensionen/

Alte Geschichte
Bolle, Katharina; Machado, Carlos; Witschel, Christian (Hrsg.): The Epigraphic Cultures of Late Antiquity, Stuttgart 2017
Rez. von Renate Lafer, Institut für Geschichte, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Epigraphische Dokumente stellen in ihrer Vielfalt unverzichtbare Quellen althistorischer Forschung dar. Ihre Einbeziehung ist sowohl für politische und administrative wie auch für soziale, religiöse oder kulturelle Fragestellungen unerlässlich. Welche Bedeutung Inschriften in der griechisch-römischen Antike zukam, wurde bereits im 1982 erschienen Aufsatz von Ramsay MacMullen betont,[1] welcher den Begriff des „epigraphic habit“ prägte.

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Historische Bildungsforschung Online
Geiss, Michael; Magyar-Haas, Veronika (Hrsg.): Zum Schweigen, Weilerswist 2015
Rez. von Alexander Maier, Katholische Religionspädagogik, Universität des Saarlandes, Saarbrücken Email: amaier@mx.uni-saarland.de Homepage: http://www.uni-saarland.de/index.php?id=24191

Dass Stille und Schweigen spätestens seit den 1970er-Jahren nicht mehr selbstverständlicher Teil pädagogischer Terminologie oder Reflexion sind, verdeutlicht ein Blick in einschlägige Lexika und Handbücher. Auf prominente Weise ist das Begriffsfeld der Stille zuletzt noch im Lexikon der Pädagogik von 1970 vertreten.[1] Doch obwohl Stille und Schweigen in verschiedenen pädagogischen Kontexten nach wie vor Bedeutung haben, finden sie allenfalls noch in der religionspädagogischen Fachliteratur Berücksichtigung.[2] Womöglich haben die lange verschwiegenen Praktiken des systematischen Missbrauchs in einigen Internaten zu einem neuen Interesse am Schweigen geführt.

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Osteuropa
Werth, Paul W.: The Tsar's Foreign Faiths, Oxford 2014
Rez. von Franziska Davies, Historicum, Abteilung für die Geschichte Ost- und Südosteuropas, Ludwig-Maximilians-Universität München

Paul Werths Studie „The Tsar’s Foreign Faiths. Toleration and the Fate of Religious Freedom in Imperial Russia” ist zweierlei: sie ist erstens ein Beitrag zur Geschichte der staatlichen Instrumentalisierung von Religion als Mittel zur Herrschaftsausübung im multireligiösen Zarenreich. Werth geht damit Fragen nach, die bereits in den Arbeiten von Robert Crews und Michail Dolbilov diskutiert worden sind.[1] Während Crews und Dolbilov sich aber auf eine Konfession bzw.

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Geschichte allgemein
Osterhammel, Jürgen: Die Flughöhe der Adler, München 2017
Rez. von Isabella Löhr, GWZO - Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas, Universität Leipzig

Eine große Ahnengalerie begleitet dieses jüngste Buch von Jürgen Osterhammel, das bislang unveröffentlichte Vorträge und Reden versammelt, ergänzt um wenige, bereits andernorts erschienene, vom Autor für diesen Band überarbeitete Aufsätze. Friedrich Hölderlin, Sigmund Freud, Georg Forster dienen als Namenspatronen für Preise oder Jahresvorlesungen, für die Osterhammel dankte oder die er bestritt.

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Termine/

Konferenz
19.10.2017 - 21.10.2017 Arbeitskreis Militärgeschichte e.V.; Martin Clauss (Technische Universität Chemnitz), Martin Kintzinger (Westfälische Wilhelms-Universität Münster), Christoph Nübel (Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Potsdam), Markus Pöhlmann (Universität Potsdam)

Militärisches Handeln ist, so suggerieren Quellen und Historiographie, vor allem Entscheidungshandeln. In der Forschung ist häufig von „militärischen Entscheidungsträgern“ die Rede, die in historische Prozesse eingreifen und damit sprichwörtlich Geschichte machen. Auf diese Weise werden Entscheidungen zu Schlüsselereignissen in der Kriegführung, die über Sieg und Niederlage bestimmen.

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Konferenz
26.10.2017 - 28.10.2017 Jörg Bergmann, Christian Meyer, Erhard Schüttpelz

Vor 50 Jahren erschienen Harold Garfinkels Studies in Ethnomethodology, die – trotz (oder wegen) heftiger Kritiken und Kontroversen – heute zu den einflussreichsten und bedeutsamsten soziologischen Werken der Fachgeschichte zählen. Als er die Studies publizierte, war Garfinkel 50 Jahre alt, was uns nun veranlasst, den doppelten Geburtstag „50 Jahre Studies in Ethnomethodology – 100 Jahre Harold Garfinkel“ mit einer Konferenz zur deutschsprachigen Vorgeschichte, Wirkung und Rezeption des Werks und der Person zu würdigen.

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Call for Papers
30.10.2017 - 30.10.2017 The Faculty of Social Sciences of the University of the Republic of Uruguay and the Wage Project, in collaboration with the International Labour Office and the MESHS Lille (France),

The Faculty of Social Sciences of the University of the Republic of Uruguay and the Wage Project, in collaboration with the International Labour Office and the MESHS Lille (France), are organizing an international symposium on “Wages in Latin America since the 1950s /60s” on 30 and 31 October 2017, at the University of the Republic of Uruguay, in Montevideo.

Wages in Latin America since the 1950s /60s
30th-31st October 2017
Universidad de la República, Faculty of Social Sciences, Montevideo, Uruguay

The symposium aims at:
- A general scientific inventory on the subject (by sampling themes)
- The establishment of a coordinated cross-country research program under the WAGE project
- A targeted partnership with companies and entrepreneurs: a concrete analysis of the wage strategy of companies (surveys) and of professional and employers' unions

The main themes of the symposium are:
1- Evolution of average wages and their modalities of dispersion since the 1950s / 60s
2- Relations between skills and wages (especially for young people and women).
3- Role of the wage differential in migration processes (internal / external).

The Latin American countries present a number of specific wage characteristics: a certain heterogeneity and unequal differentiation of available data, an annual average increase since the 2000s higher than that of the advanced countries, almost until 2015, but lower than that of the countries, significant gender wage gap, a high Gini coefficient, a certain weight of migration issues in national labour markets, the strained question of employability and wages of young people, some complexity in labour relations

The available literature allows a first promising inventory- The salary issues in the region concerned deserve further study and systematization: see the successive versions of the Global Wage Report, biennial since 2008, ILO, Geneva, (last copy in December 2016 for 2016/2017, on line)- Ewout Frankema, Has Latin America Always Been Unequal?

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Veranstaltungen
20.09.2017 - 20.09.2017 Zentralrat Deutscher Sinti und Roma; Evangelische Akademie zu Berlin; Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche & Rechtsextremismus

Ziele und Hintergründe

Welche Stellung nahmen die deutschen Kirchen und ihre Vertreterinnen und Vertreter gegenüber Sinti und Roma ein und wie stark sind die Elemente des Antiziganismus im christlichen Glauben und der kirchlichen Praxis eigentlich verhaftet? Insbesondere in Bezug auf die evangelische Kirche stellen diese Fragen immer noch ein großes Forschungsdesiderat dar.

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Ausstellungsrezensionen/

Desrousseaux de Medrano, Edith (Hrsg.) Mémorial von Verdun
01.02.2016 Mémorial de Verdun
Rez. von Michael Braun, Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, Heidelberg

„[…] so werden sich Frankreichs Kräfte verbluten, da es ein Ausweichen nicht gibt, gleichgültig ob wir das Ziel selbst erreichen oder nicht.“[1] Dass der Autor dieser Zeilen, der deutsche Generalstabschef Erich von Falkenhayn, diesen grausam-zynischen militärischen Plan in seiner Weihnachtsdenkschrift 1915 niedergelegt bzw.

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Durth, Werner; Pehnt, Wolfgang; Wagner-Conzelmann, Sandra # Otto Bartning (1883–1959). Architekt einer sozialen Moderne
31.03.2017 - 18.06.2017 Akademie der Künste
Rez. von Joachim Nicolas Trezib, Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien, Universität Potsdam

Otto Bartning verdient es, als einer der ganz großen deutschen Architekten im 20. Jahrhundert bezeichnet zu werden, doch hat sein Nachruhm nie die Größe seiner historischen Bedeutung erreicht. Mit der seit dem 31. März in der Akademie der Künste in Berlin präsentierten Ausstellung „Otto Bartning.

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Tagungsberichte/

29.06.2017 - 30.06.2017 Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg
Von Martin Furtwängler / Dagmar Kraus, Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Stuttgart

Die 64. Jahrestagung der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg 2017 in Reutlingen wurde durch einen öffentlichen Abendvortrag von ULRIKE PLATE (Esslingen) eingeleitet, die zum Thema „Klein aber fein. Denkmale am Wegesrand erzählen Geschichte(n)“ vorwiegend Bezug auf die Stadt und den Kreis Reutlingen nahm.

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01.06.2017 - 03.06.2017 Graduate School for East and Southeast European Studies, Ludwig-Maximilians-University Munich / University of Regensburg; University College London's School of Slavonic and East European Studies
Von Patrick Rolph, University of Toronto; Eva-Maria Walther, Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien Universität Regensburg

Populism in Central, East, and Southeast Europe was the main focus of the 4th Annual Conference of the Graduate School for East and Southeast European Studies (LMU Munich and University of Regensburg). In their welcoming address, both speakers of the Graduate School, ULF BRUNNBAUER (Regensburg) und MARTIN SCHULZE WESSEL (München) noted that scholars needed to address the worrying political developments that are increasingly challenging the newly established liberal order in Central, East, and Southeast Europe, as well as beyond.

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30.03.2017 - 31.03.2017 BMBF-Forschungsprojekt „urban history 4D“, Technische Universität Dresden; Universität Breslau
Von Kristina Friedrichs, Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Auf dem "Workshop on Research and Education in Urban History in the Age of Digital Libraries“ stellten Beitragende ihre Arbeiten zu Stadtgeschichte und digitalen Methoden im Rahmen der „Conference on Digital Encounters with Cultural Heritage“ vor. Zugleich präsentierte das seit August 2016 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekt „Urban History 4D“ sein Vorhaben.

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24.03.2017 - 25.03.2017 Arbeitskreis Deutsch-Niederländische Geschichte (ADNG); Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH)
Von Alexander Brede, Arbeitsstelle für Hamburgische Geschichte (AHG), Universität Hamburg

Die Geschichte Hamburgs und Rotterdams im 20. Jahrhundert weist zahllose Parallelen auf. Beide Städte besitzen den jeweils größten Seehafen ihres Landes und verstehen bzw. vermarkten sich selbst als Hafenstädte. Beide wurden im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und mussten ihren Hafen nach 1945 wieder aufbauen und seitdem immer wieder an die technischen und ökonomischen Herausforderungen der Schifffahrt anpassen.

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Miszellen/

Web-News

Liebe Leserinnen und Leser von H-Soz-Kult,

nachfolgend finden Sie eine Aufstellung der zuletzt neu ins Themenportal Europäische Geschichte eingestellten Artikel, Essays, Materialen und Quellenauszüge.

Essay/Artikel:

Matthäus Feigk: Die transnationalen Netzwerke protestantischer Missionsgesellschaften nach dem Ersten Weltkrieg und das Missionstreffen von Oegstgeest 1920.
Abstract:
Auf der Fotografie von 1920 hat sich im Vordergrund eine Personengruppe in zwei Reihen − die vordere auf Holzstühlen sitzend, die hintere stehend − arrangiert.

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Nachrichten

Am 20. Juni 2017 verstarb in seinem 73. Lebensjahr in Berlin für alle unerwartet Rüdiger vom Bruch, zuletzt ordentlicher Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Geboren in Kohlow (heute Kowalów) im preußischen Landkreis Weststernberg, verbrachte vom Bruch nach der Flucht seiner Mutter in den letzten Kriegswochen seine Kindheit in Gevelsberg/Westfalen.

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Forschungsprojekte

This book series is interested in tracing at the example of work the historical connections between regions and in critically engaging with the idea of the North Atlantic World as „normal“ and the rest as „exceptional“ and „in need of explanation“. Books to be published in the series should address the history of commodified labor and investigate one or more of its many forms on a global scale: wage labor, but also serfdom and slavery, self-employed, domestic and “reproductive” labor and the various forms of subsistence and cooperative labor - paid and unpaid work beyond wage labor that constantly has been made invisible.

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Web-News

Clio-online Digest. Eine Auswahl aktueller Einträge im Clio-online Web-Verzeichnis für die Geschichtswissenschaften.

Web-Materialien-Lehrmaterial

Online-Quellenedition für die universitäre Lehre: Dokumente und Materialien zur ostmitteleuropäischen Geschichte (Deutschland)
https://www.herder-institut.de/bestaende-digitale-angebote/e-publikationen/dokumente-und-materialien.html

"Ostmitteleuropa gelangte auf Grund der politischen Veränderungen seit 1989, aber auch auf Grund innerfachlicher Entwicklungen seit dem ausgehenden 20.

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Zeitschriften/

Das neue Heft von "Geschichte und Region/Storia e regione" widmet sich einem besonders ertragreichen Forschungsfeld der historischen Alpenforschung, nämlich der Interaktion zwischen transalpinen Warenströmen, zirkulierenden Menschen und Informationen einerseits und den Veränderungen lokaler Gesellschaften andererseits.

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The very first issue of the multidisciplinary Open Access journal Early Modern Low Countries is now available online! Early Modern Low Countries is dedicated to the study of the history and culture of the Low Countries between 1500 and 1830. It is published by Uopen Journals (Utrecht University) and will appear twice a year.

We consider it as our mission to offer a home to state-of-the-art academic scholarship on any aspect of the early modern Low Countries and their overseas territories.

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Wie entwickelt sich die polnische Außenpolitik in Anbetracht von Brexit, Trump und Flüchtlingskrise? Die PiS-Regierung riskiert mit ihrer Haltung eine Ent-Europäisierung und Isolation Polens innerhalb der EU, obwohl beispielsweise die katholische Kriche mehrfach zur Aufnahme von Flüchtlingen und Schaffung humanitärer Korridore aufgerufen hat.

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