Liebe Leserinnen und Leser von H-Soz-Kult,

heute möchten wir Sie für ein kleines Experiment erwärmen, nämlich für unser Review-Symposium über das Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ des französischen Ökonomen Thomas Piketty, über das bisher vor allem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, Politiker und Journalisten rund um den Globus diskutiert haben.

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Von Rüdiger Hohls

Buchrezensionen

Neueste Geschichte
Buchen, Tim: Antisemitismus in Galizien, Berlin 2012
Rez. von François Guesnet, Department of Hebrew and Jewish Studies, University College London

In dieser bemerkenswerten und über weite Strecken fesselnden Darstellung unternimmt Tim Buchen eine umfassende Interpretation jener Welle antijüdischer Gewalt, die im Sommer 1898 das größte österreichische Kronland erschütterte. In einem ersten, fast fünfzig Seiten umfassenden Teil der Einführung diskutiert Buchen die Genese Galizien-Lodomeriens durch die Teilungen, die dortigen sozialen und politischen Beziehungen zwischen ländlicher polnischer und ruthenischer Bevölkerung, grundbesitzendem Adel (szlachta), gewerbe- und handeltreibenden Juden, sowie der Provinzial- und Reichsregierungen.

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Zeitgeschichte (nach 1945)
Kreutzer, Susanne: Arbeits- und Lebensalltag evangelischer Krankenpflege, Göttingen 2014
Rez. von Nina Grabe, Göttingen

Die Tätigkeit der Krankenpflege galt gemäß der christlichen Pflegetradition als „Liebesdienst“, der nicht als Arbeit, sondern als Berufung zu verstehen sei und sich durch die Einheit von Leibes- und Seelenpflege auszeichne. Die westdeutsche Krankenpflege war bis in die 1960er-Jahre von diesem Pflegekonzept geprägt, unterlag jedoch ab Mitte der 1950er-Jahre einem tiefgreifenden Transformationsprozess.

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Geschichte allgemein
Piketty, Thomas: Das Kapital im 21. Jahrhundert, München 2014
Rez. von Marc Buggeln, Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

Thomas Pikettys erfolgreiches Buch ist durch eine Spannung gekennzeichnet. Sowohl ökonomische als auch politische Faktoren seien für die soziale Ungleichheit verantwortlich. Auch wenn Piketty daher zwar in seiner Einleitung warnt, dass „man sich vor jedem ökonomischen Determinismus auf diesem Gebiet hüten muss“ und die Geschichte der Vermögensverteilung „immer auch eine durch und durch politische Geschichte“ (S.

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Geschichte allgemein
Piketty, Thomas: Das Kapital im 21. Jahrhundert, München 2014
Rez. von Gisela Hürlimann, Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Universität Zürich / Institut für Geschichte, ETH Zürich

Thomas Piketty will sein Buch primär als eine Analyse der Vermögensungleichheit verstanden haben. Das macht er schon im ersten Satz klar: "Die Verteilung der Vermögen ist heutzutage einer der interessantesten und meist diskutierten Fragen" (S. 13). Im ersten Buchabschnitt steckt er auch das Feld für seinen Vermögensbegriff, seine Methoden und für seine historischen Bezüge ab.

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Termine

Call for Papers
25.03.2015 Co-organized by the German Historical Institute Washington, DC, the Institute for the History of the German Jews, Hamburg, the Alvin H. Rosenfeld Chair in Jewish Studies at Indiana University, Bloomington, and the Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft des Leo Baeck Instituts (Miriam Ruerup, Anne Schenderlein, Mirjam Zadoff)

We invite proposals for papers to be presented at the Fourth Junior Scholars Conference in German Jewish History, to take place at the Institute for the History of the German Jews in Hamburg in July 2015. We seek proposals specifically from post-doctoral scholars, recent PhDs, as well as those in the final stages of their dissertations. The aim of the conference is to bring together a small transatlantic group of junior scholars to discuss and explore new research and questions in German Jewish history and 19th and 20th history more broadly.

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Konferenzen, Tagungen
06.11.2015 - 08.11.2015 Freundeskreis Bleidenberg e.V., Wartburg-Gesellschaft zur Erfoschung von Burgen und Schlössern e.V. mit der Ortsgemeinde Oberfell

Der Burgenbau im Mittelalter, auch im Spätmittelalter, erfreut sich in der Forschung seit Jahren großer Beliebtheit, und auch Festungen und der Wandel der Burg zur Festung sind ein präsentes Forschungsthema. Die Entwicklung der Burgen und Städte im Rahmen der Kriegführung des 17. Jahrhunderts stellt jedoch ein Desiderat dar: Das Klischee der Zerstörung militärisch wertloser Burgen und Stadtmauern, veralteter Anlagen, im 30-jährigen Krieg oder spätestens durch „die Franzosen“ 1689 zieht sich durch die Literatur, ohne dass es jemals umfassend kritisch hinterfragt worden wäre.

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Allgemeine Veranstaltungen
08.06.2015 - 09.06.2015 Bildungsstätte Anne Frank e.V. in Kooperation mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin, dem Pädagogischen Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt und der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ (evz)

In jüngsten Debatten zu Antisemitismus wird immer wieder die besondere "Anfälligkeit" von jungen Muslim_immen diskutiert. Und die Pädagogik wird aufgefordert, aktiv zu werden, oder die Wissenschaft, Erklärung zu geben. Hat Antisemitismus etwas mit Religion bzw. mit Religionszugehörigkeit zu tun?

Die lange Tradition des Antijudaismus sowie der Antisemitismus im Christentum und die aktuellen Formen eines islamistischen Antisemitismus in Europa werfen Fragen nach diesem Zusammenhang auf.

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Call for Papers
18.03.2016 - 20.03.2016 University of Leeds

Ingrid Sharp and colleagues are planning a major international conference for March 18th-20th 2016 to consider and debate the various forms and expressions of resistance to the First World War within and across national contexts. It will coincide with the introduction of conscription in Britain, but will explore national, international and transnational aspects of resistance to the First World War.

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Ausstellungsrezensionen

Kirshenblatt-Gimblett, Barbara; Polonsky, Antony (Hrsg.) POLIN. Museum der Geschichte der polnischen Juden
28.10.2014 POLIN. Museum der Geschichte der polnischen Juden
Rez. von Ruth Leiserowitz, Deutsches Historisches Institut Warschau

Im Warschauer Stadtteil Muranów lädt seit Ende Oktober 2014 „POLIN“, das Museum der Geschichte der polnischen Juden (polnisch: Muzeum Historii Żydów Polskich), Besucher in die Dauerausstellung ein. Das von den Finnen Ilmari Lahdelma und Rainer Mahlamäki konzipierte Gebäude aus Glas, Kupfer und Beton befindet sich auf dem Terrain des ehemaligen Warschauer Ghettos gegenüber dem Denkmal für die Helden des Warschauer Ghetto-Aufstandes, vor dem Willy Brandt 1970 niederkniete.

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Möllers, Nina; Schwägerl, Christian; Trischler, Helmuth (Hrsg.) Willkommen im Anthropozän
05.12.2014 - 31.01.2016 Deutsches Museum und Rachel Carson Center for Environment and Society
Rez. von Arnošt Štanzel, Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, Ludwig-Maximilians-Universität München

„Willkommen im Anthropozän. Unsere Verantwortung für die Zukunft der Erde“ im Deutschen Museum in München ist ein weltweites Novum. Die Sonderausstellung, ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Rachel Carson Center for Environment and Society (RCC), ist die erste weltweit, die sich mit dem noch recht jungen, aber viel diskutierten Thema Anthropozän auseinandersetzt.

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Tagungsberichte

27.11.2014 - 29.11.2014 Institut für Bayerische Geschichte,Ludwig-Maximilians-Universität München; Universität Bayreuth; Römisches Institut, Görres-Gesellschaft
Von Rudolf Himpsl/Julian Traut, Historisches Seminar, Ludwig-Maximilians-Universität München

War der Blick der historischen Forschung zu den religiösen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Beziehungen Süddeutschlands mit Rom in der Vor- und Frühmoderne bislang meist von kollektivbiographischen Ansätzen geprägt, stand die individualbiographische Perspektive mit einem stärkeren landesgeschichtlichen Aspekt auf die Außenbeziehungen eines Landes im Mittelpunkt der Tagung.

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24.10.2014 - 25.10.2014 Archiv der deutschen Jugendbewegung (AdJb)
Von Maria Daldrup, DFG-Projekt „Julius Groß“ im Archiv der deutschen Jugendbewegung, Witzenhausen

E-Mail: maria.daldrup@burgludwigstein.de Die Jahrestagungen im Archiv der deutschen Jugendbewegung (AdJb) widmen sich thematisch stets Aspekten von Jugend und Jugendbewegung im 20. Jahrhundert. In diesem Jahr stand erstmals der Tagungsort selbst, die Jugendburg Ludwigstein, im Fokus. Seit im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts Wandervogel-Gruppen die renovierungsbedürftige Burg im Werratal als Fahrtenziel entdeckt und eine zu diesem Zweck gegründete „Vereinigung“ 1920 das alte Gemäuer vom preußischen Staat erworben hatte, schrieb sich der Ludwigstein gleich auf doppelte Weise in die Geschichte der deutschen Jugendbewegung ein: als eine bis heute lebendige, überregionale Begegnungsstätte und als Erinnerungsort mit Sitz des AdJb.

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06.11.2014 - 08.11.2014 Patrick Baker / Johannes Helmrath / Ronny Kaiser / Maike Priesterjahn, Sonderforschungsbereich 644 Transformationen der Antike, Humboldt-Universität zu Berlin
Von Albert Schirrmeister, Centre de Recherches Historiques, Groupe de Recherches Interdisciplinaires sur l'Histoire du Littéraire, Paris

Vielerorts ist das Interesse an biographischen Formen in der letzten Zeit erneuert worden. Die Tagung „Portraying the Prince in the Renaissance“ fügte sich mit ihren leitenden Fragen nach Akteuren, Formen und sozialen Orten biographischen Schreibens in der Renaissance einerseits in diese Tendenz ein. Andererseits knüpfte die Tagung, wie JOHANNES HELMRATH (Berlin) in der Einführung verdeutlichte, an vorangegangene Konferenzen des Projektes im Rahmen des SFB 644 „Transformationen der Antike“ an, die sich aus anderen Perspektiven der humanistischen Historiographie des 15.

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07.11.2014 - 08.11.2014 Sonderforschungsbereich 923 „Bedrohte Ordnungen”, Teilprojekt A03 „Riots in Regions of Heavy Industry”
Von Katharina Schmitten, Centre Marc Bloch / Humboldt-Universität zu Berlin

On 7/8 November 2014, during the longest nationwide railway strike in German history, a group of specialists in the history of industrial disputes and workers’ protests convened in Tübingen to discuss „Riots in Regions of Heavy Industry”. Organized by Arne Hordt, Jörg Neuheiser and Sophie Stern (Tübingen), the international conference gave historians from a variety of European countries a forum to compare the unfolding of protests, conflicts and violence in mining regions as diverse as the Scottish coalfields, the Ruhr, Asturias and the Soviet Kuzbas during the 1920s and 1980s.

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Miscellaneous

Anfragen

Visual History: Forschungsprojekte

Das Nachschlagewerk für die historische Bildforschung Visual History (http://www.visual-history.de) möchte die Vernetzung der Historiker/innen verbessern und regelmäßig aktuelle Forschungsprojekte in seinem Blog vorstellen.

Wir bieten daher die Möglichkeit, das eigene Projekt in der Visual History-Datenbank einzutragen „Forschungsprojekte melden“ (http://www.

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Projekte

Seit Januar 2014 arbeitet am Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig (GWZO) unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Troebst und Dr. Dietmar Müller eine mehrköpfige Projektgruppe zum Thema „Verrechtlichungsprozesse in den internationalen Beziehungen: Prägungen des Völkerrechts durch Konflikte im östlichen Europa seit 1850“.

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Zeitschriften

Unter dem Titel "Sehenden Auges. Europäische Gewaltgeschichten" blicken 12 Autoren in der neuen OSTEUROPA auf den Ersten Weltkrieg, die Shoa, den Gulag und die sowjetische Psychiatrie. Drei Texte schauen noch einmal auf den Ersten Weltkrieg zurück: Egbert Jahn wendet sich dezidiert gegen die These, die Entscheidungsträger von 1914 seien nicht schuldfähige Schlafwandler gewesen.

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Kritika: Explorations in Russian and Eurasian History is, as its name suggests, dedicated to critical inquiry into the history and culture of Russia and Eurasia. Since 2000 Kritika has been dedicated to internationalizing the field and making it relevant to a broad interdisciplinary audience. The journal regularly publishes forums, discussions, and special issues; it often translates important works by Russian and European scholars into English; and it publishes in every issue in-depth, lengthy review articles, review essays, and reviews of Russian, Eurasian, and European works that are rarely, if ever, covered in North American Russian studies journals.

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Labor History is the pre-eminent journal for historical scholarship on labor. It is thoroughly ecumenical in its approach and showcases the work of labor historians, industrial relations scholars, labor economists, political scientists, sociologists, social movement theorists, business scholars and all others who write about labor issues. Labor History is also committed to geographical and chronological breadth.

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German Studies Review (GSR) is the scholarly journal of the German Studies Association (GSA), the world’s largest academic association devoted to the interdisciplinary and multidisciplinary study of the German-speaking countries. Recent issues have covered topics from Alexander von Humboldt and postcolonial theory to Krupp housing estates in the Ruhr valley to the popularity of German gangsta rap.

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