Forschungsbericht

Dieser Forschungsbericht unternimmt den Versuch, ein sehr disparates, aber an Aktualität gewinnendes transdisziplinäres Arbeitsfeld der Kulturgeschichte anhand ausgewählter Publikationen der vergangenen rund zehn Jahre in Zielrichtungen und Ergebnissen zu skizzieren. In Form einer kritischen Bestandsaufnahme soll aufgezeigt werden, wie Erscheinungsformen, Funktionen und Bedeutungen von Heldinnen und Helden von der griechischen Antike bis zur Gegenwart bewertet wurden – aufgrund der für einen Bericht nötigen Beschränkung vor allem in europäischer Perspektive und in der deutschen Forschung. Damit soll ein Beitrag geleistet werden zur Erschließung und diskursiven Öffnung des Themas, um zugleich derzeit aktuelle oder weiterführende Fragen für künftige Einzel- und Verbundforschung erkennbar zu machen. Der Bericht ist entstanden im DFG-Sonderforschungsbereich 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau.

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Von Ronald G. Asch / Achim Aurnhammer / Carolin Bahr / Ulrich Bröckling / Michael Butter / Andreas Friedrich / Andreas Gelz / Barbara Korte / Jörn Leonhard / Stefanie Lethbridge / Monika Mommertz / Dietmar Neutatz / Tobias Schlechtriemen / Gero Schreier / Thomas Seedorf / Ralf von den Hoff, Sonderforschungsbereich 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen“, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Buchrezensionen

Geschichte allgemein
Krüger, Gesine; Aline Steinbrecher; Clemens Wischermann (Hrsg.): Tiere und Geschichte, Stuttgart 2014
Rez. von Veronika Settele, Friedrich-Meinecke-Institut, Freie Universität Berlin

Es tut sich etwas in der deutschsprachigen Tiergeschichte: Wurden 2010 fehlende methodische Standards beklagt[1] und 2012 die empirische Arbeit zu den „realen“ Tieren in der Geschichte als Herausforderung identifiziert, ist die „allmähliche Erschließung eines verhältnismäßig unbestellten Forschungsfeldes“[2] inzwischen weiter gediehen, wie der von Gesine Krüger, Aline Steinbrecher und Clemens Wischermann herausgegebene Sammelband „Tiere und Geschichte“ zeigt.

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Geschichtsvermittlung und Geschichtsdidaktik
Schoder, Angelika: Die Vermittlung des Unbegreiflichen, Frankfurt am Main 2014
Rez. von Johannes Zechner, Berlin

Die im Laufe des 19. Jahrhunderts hart erkämpfte Deutungshoheit der Historiker über die Vergangenheit ist längst selbst Geschichte geworden. Neben Fernsehdokumentationen und Schulbüchern erreichen Ausstellungen wesentlich breitere Bevölkerungskreise, als es sogar die wenigen viel gelesenen Werke unserer Zunft vermögen. Dabei sollen insbesondere Nationalmuseen als staatlich legitimierte und finanzierte Institutionen der eigenen Bevölkerung wie auch ausländischen Besuchern wesentliche Grundlagen des jeweiligen kollektiven Selbstverständnisses vermitteln.

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Zeitgeschichte (nach 1945)
Witter Connor, Sara: Wisconsin's Flying Trees in World War II, Charleston 2014
Rez. von Martin Bemmann, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

1942 veröffentlichte der aus Europa in die USA emigrierte Holzwirtschaftsexperte Egon Glesinger einen längeren Essay, in dem er ausführte, wie Hitlers NSDAP seit den 1920er-Jahren und das NS-Regime ab 1933 aktiv daran gearbeitet hätten, Holz zum zentralen Rohstoff ihrer Weltbeherrschungspläne zu machen. Ziel sei es gewesen, zunächst die europäische und später die globale Forst- und Holzwirtschaft direkt oder indirekt zu kontrollieren.

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Neuere Geschichte
Bürgerschaftliche INITIATIVE (Hrsg.): Wachse hoch, Oranien!, Münster 2013
Rez. von Ludolf Pelizaeus, Université de Picardie Jules Verne, Amiens

Der vorzustellende Sammelband erschien als Ergebnis einer Tagung von 2013, die in Fulda von einer „Bürgerschaftlichen Initiative“ getragen wurde. Es sollte den Wurzeln des niederländischen Königshauses gedacht werden, da die Herrschaft von Wilhelm Friedrich von Oranien als regierender Fürst der so weit verstreuten Gebiete Fulda, Corvey, Dortmund und Weingarten zwischen 1802 und 1806 hier ihren Ausgang nahm, bevor er König der Niederlande wurde.

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Termine

Konferenzen, Tagungen
08.10.2015 - 09.10.2015 Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU); Bayerischer Landesverein für Heimatpflege; Denkmalnetz Bayern; in Kooperation mit der Bayerischen Architektenkammer

ZUM THEMA
„Stadtbild“ ist ein mehrdeutiger und weitgespannter Begriff. Er umfasst das materielle und das ideelle Bild einer Stadt. Dabei geht es um Substanz, um gedankliche Bilder und das „Image“. Die Stadt als Materie und die Stadt als gedankliches Konstrukt werden von einer Vielzahl von Akteuren mit ihren jeweils spezifischen Absichten gestaltet und vermittelt.

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Konferenzen, Tagungen
17.09.2015 - 19.09.2015 Prof. Dr. Olivier Forcade (Paris-Sorbonne), Juniorprof. Dr. Johannes Großmann (Eberhard Karls Universität Tübingen), Prof. Dr. Dr. h.c. Rainer Hudemann (Universität des Saarlandes und Paris-Sorbonne), Juniorprof. Dr. Fabian Lemmes (Ruhr-Universität Bochum)

Evakuierungen waren eine zentrale Erfahrung der Zivilbevölkerung im Zweiten Weltkrieg. Bislang wenig von der Forschung beachtet, sind die groß angelegten Evakuierungen im deutsch-französischen Grenzraum nun von HistorikerInnen der Universitäten Saarbrücken, Paris-Sorbonne, Bochum und Tübingen zum ersten Mal umfassend und vergleichend untersucht worden.

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Konferenzen, Tagungen
17.09.2015 - 19.09.2015 Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck (ZKFL)

Mit der Tagung soll gefragt werden, wie kulturelle Bedeutungszuschreibungen in lokalen und regionalen Räumen verhandelt oder de-stabilisiert werden; wie Formen kollektiver Zugehörigkeit entstehen respektive tradierte Konzepte von Identität aufgebrochen werden oder wie Menschen individuelle Besonderheit ausbilden. Diese Perspektive auf Das verräumlichte Selbst versteht sich als eine methodische Öffnung, mit der empirische Forschungsgegenstände in den Blick genommen sowie Selbst- und Fremdverhältnisse theoretisch-konzeptionell neu diskutiert werden können.

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Konferenzen, Tagungen
17.09.2015 - 19.09.2015 Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (BLDAM)

Nach langjährigen Dokumentations- und Forschungstätigkeiten an entsprechenden Standorten nimmt das BLDAM gemeinsam mit der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, der Freien Universität Berlin, der Universität Wien, der Stiftung Topographie des Terrors Berlin, der Archäologische Gesellschaft in Berlin und Brandenburg e.V. und dem Büro für Zeitgeschichte und Denkmalpflege, Berlin die Ergebnisse der Arbeit wie auch die möglichen Vermittlungsstrategien in den Blick.

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Ausstellungsrezensionen

Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.) Immer bunter. Einwanderungsland Deutschland
10.12.2014 - 09.08.2015 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Rez. von Lukas Böhnlein, Universität Osnabrück

Migration – oder genauer: die Geschichte der deutschen Einwanderungsgesellschaft – scheint endgültig in der Mitte der museal repräsentierten Gesellschaft angekommen zu sein: Vor rund fünfzehn Jahren leisteten die ersten größeren Ausstellungen zur Einwanderungsgeschichte in Essen und Köln noch Pionierarbeit. Vor zehn Jahren folgten die wegweisende Ausstellung „Projekt Migration“ (ebenfalls in Köln) sowie die Schau „Migrationen 1500–2005“ im Deutschen Historischen Museum Berlin, die noch unter dem Motto „Zuwanderungsland Deutschland“ stand.

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Bosold, Birgit; Brill, Dorothee; Weitz, Detlef (Hrsg.) Homosexualität_en
26.06.2015 - 01.12.2015 Deutsches Historisches Museum und das Schwule Museum*
Rez. von Norman Domeier, Historisches Institut, Universität Stuttgart

Das Konzept Ernst Blochs von der “Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen” hat wenig von seiner geschichtsphilosophischen Aktualität verloren, wenn man die Ausstellung “Homosexualität_en” besucht. Während das Deutsche Historische Museum (DHM) das Thema erstmals[1] staatsmuseal sanktioniert und in der deutschen Hauptstadt anything goes nicht zuletzt als touristisches Erfolgsrezept gilt, ereifern sich zur selben Zeit auf der Leserbriefseite der “Stuttgarter Nachrichten” Wutbürger unter vollem Namen mit solchen Worten: “Getucke und Geschwuchtel haben in den Schulbüchern nichts, aber auch gar nichts verloren.

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Tagungsberichte

19.02.2015 - 20.02.2015 Magdalena Beljan / Pascal Eitler / Benno Gammerl, Max Planck Institute for Human Development; Ulrike Schaper, Freie Universität Berlin
Von Till Großmann, International Max Planck Research School Moral Economies of Modern Societies, Max Planck Institute for Human Development

“Sexotic” is an illustrative yet associatively open term. It points to intersectionality, thus refers to the intertwined formation of categories such as race, gender, class or age. The workshop at the Max Planck Institute for Human Development called participants to bring the catchy term to an analytic use. It explored how intertwined sexualizations and exotizations defined the self and the other, and what discriminatory or emancipatory, normalizing or idealizing effects these dynamics had.

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23.07.2015 Fabian Lüscher, Universität Bern
Von Stephan Rindlisbacher, Historisches Institut, Universität Bern

Am 23. Juli 2015 diskutierten Osteuropahistoriker/innen in Bern ihre aktuellen Forschungsprojekte und präsentierten verschiedene Perspektiven auf die Geschichte des Atomzeitalters. Die Nukleartechnologie als Kernstück sowjetischer technopolitics (Gabrielle Hecht) stand als verbindendes Element im Fokus der einzelnen Beiträge von Doktorand/innen und Post-Docs aus Deutschland und der Schweiz.

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10.04.2015 - 12.04.2015 Boston University
Von Silke Steets, Institut für Soziologie, Technische Universität Darmstadt

Vom 10. bis 12. April 2015 fand an der Boston University (USA) die Konferenz „The Two Pluralisms – Toward a Paradigm for Modernity and Religion“ statt, die namhafte internationale Vertreter/-innen der Religionswissenschaft, Theologie, Geschichte, Politikwissenschaft, Ökonomie, Soziologie und Anthropologie versammelte. Anlass war das neue Buch des renommierten Religionssoziologen Peter L.

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29.05.2015 - 30.05.2015 Columbia University, New York City; Graduate School for East and Southeast European Studies, Munich / Regensburg; Institute for East and Southeast European Studies, Regensburg
Von Rachel Trode, Munk School of Global Affairs, University of Toronto; Eszter Varsa, Institute for East and Southeast European Studies, Regensburg

The workshop explored the usefulness of the notion of “(in-)betweenness” in relation to the region of East Central Europe (ECE) for decentering classic narratives of scientific innovation and dissemination focusing on “the West.” As KATHERINE LEBOW (Vienna) in her introductory remarks noted, identifying ECE as a locality of knowledge production, the goal of the workshop was twofold.

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Miscellaneous

Nachrichten

Universitäten in Deutschland verfügen über eine Vielzahl an wissenschaftlichen Objektsammlungen mit beachtlichem Potenzial. Der Einsatz der Sammlungen in Forschung und Lehre, die Qualität ihrer kustodialen Betreuung sowie ihre organisatorische und strukturelle Verankerung innerhalb der Universitäten sind allerdings höchst unterschiedlich. Um einen besseren Überblick über Zustand und Nutzungsmöglichkeiten der vorhandenen Bestände zu erlangen, hat die Koordinierungsstelle für wissenschaftliche Universitätssammlungen in Deutschland, die an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) angesiedelt ist, bundesweite Kennzahlen erhoben und nun veröffentlicht.

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Web-Nachrichten

Clio-online Digest. Eine Auswahl aktueller Einträge im Clio-online Web-Verzeichnis für die Geschichtswissenschaften.

Web-Institutionen-Forschungsinstitute

Center for Advanced Genocide Research (Vereinigte Staaten von Amerika)
http://sfi.usc.edu/cagr

Homepage of the USC Shoah Foundation Center for Advanced Genocide Research.
The frequently updated webpage informs about the activities of the Center: scholarly lectures and other events, international workshops and the fellowship program as well as about the growing resources to study the Holocaust and other genocides in a comparative and interdisciplinary way.

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Web-Nachrichten

Liebe Leserinnen und Leser von H-Soz-Kult,

nachfolgend finden Sie eine Aufstellung der im Juni 2015 neu ins Themenportal Europäische Geschichte eingestellten Artikel, Essays, Materialen und Quellenauszüge.

Essays und Artikel:

*Berlinghoff, Marcel: Zwischen Einwanderung und Zwangsrotation. Europäische Migrationspolitik zum Ende des 'Booms' (1972-1975).

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Web-Nachrichten

Liebe Leserinnen und Leser von H-Soz-Kult,

nachfolgend finden Sie eine Aufstellung der im Mai 2015 neu ins Themenportal Europäische Geschichte eingestellten Artikel, Essays, Materialen und Quellenauszüge.

Essays und Artikel:

Müller, Sven Oliver: Angleichung und Abgrenzung. Perspektiven des Musiklebens in Europa im 19. Jahrhundert.
Abstract:
Vergleicht man die Praktiken, die Geschmäcker und das Repertoire im Musikleben des 19.

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Zeitschriften

National Identities explores the correlation/mapping between identity, people, state and nation, and examines the complexities of how national identities are created, represented and adopted in any period from antiquity to the current day, and from any geographical location. The focus of the journal is on identity, on how cultural factors (language, architecture, music, gender, religion, the media, sport, encounters with ‘the other’ etc.

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Eine Diskussion von Fragen „ökonomischer Bildung“ oder zum Thema „Ökonomie
und Bildung“ sucht man in der Fachliteratur zur Erwachsenenbildung beziehungsweise Weiterbildung vergebens.

In den letzten Jahrzehnten erschienen einige wenige Studien, die allerdings kaum fundierte und inhaltlich klare Bezüge zur Erwachsenenbildung aufweisen. Ansonsten finden sich nur vereinzelte Publikationen, die sich dieser Themenstellung jedoch hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt „individuellen Wirtschaftens“ als Voraussetzung für eine „eigenverantwortliche Teilhabe an der Gesellschaft“ in Krisenzeiten widmen.

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Kritika: Explorations in Russian and Eurasian History is, as its name suggests, dedicated to critical inquiry into the history and culture of Russia and Eurasia. Since 2000 Kritika has been dedicated to internationalizing the field and making it relevant to a broad interdisciplinary audience. The journal regularly publishes forums, discussions, and special issues; it often translates important works by Russian and European scholars into English; and it publishes in every issue in-depth, lengthy review articles, review essays, and reviews of Russian, Eurasian, and European works that are rarely, if ever, covered in North American Russian studies journals.

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