Aktuell/

Buchrezensionen/

Neueste Geschichte
Wu, Albert Monshan: From Christ to Confucius, New Haven 2016
Rez. von Claudia von Collani, Würzburg

Auf den ersten Blick hin erscheint der Titel merkwürdig. Normalerweise, so nimmt man an, müsste es heißen: von Konfuzius zu Christus, d.h. vom chinesischen Konfuzianismus zum Christentum. Doch die auf den ersten Blick verblüffende Umkehrung ist als Programm sehr bewusst gewählt, zeigt sie doch einen gewissen Lernprozess von Seiten der Europäer gegenüber der chinesischen Kultur und der chinesischen Christen gegenüber den politischen Verhältnissen in ihrem Land an.

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Südosteuropa
Škodrova, Albena: SOC GURME, Plovdiv 2015
Rez. von Stefan Troebst, Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa, Leipzig

Die Erforschung der Alltagsgeschichte des kommunistischen Bulgarien machte vor zehn Jahren einen veritablen Quantensprung: 2006 publizierten Jana Genova und Georgi Gospodinov ihr mit 500 Abbildungen versehenes „Inventarbuch des Sozialismus”, Karin Taylor ihre Untersuchung über Jugendfreizeitkultur dort und Georgi Gospodinov seine Sammlung von Ego-Dokumenten „Ich durchlebte den Sozialismus“; 2007 veröffentlichte Daniela Koleva ihre Kollektion lebensgeschichtlicher Interviews mit „kleinen Leuten“ unter dem aphoristischen Titel „In Gestrüpp schlagen Blitze nicht ein“; und im selben Jahr erschien Ulf Brunnbauers fundamentale Monographie zur „sozialistischen Lebensweise“ in der Volksrepublik Bulgarien.[1] Eine Dekade später ist mit Albena Škodrovas 2014 in erster und bereits 2015 in zweiter Auflage erschienener Geschichte der Küche sowohl im abstrakten wie konkreten Sinn, des Kochens, der Kochbücher, des Einkaufens, der Lebensmittelversorgung, der Hotels, Restaurants, Cafés, Kantinen, Läden, Märkte, der Lebensmittel- und Getränkeindustrie und vieles anderes mehr, ein weiterer Sprung ähnlicher Dimension zu verzeichnen.

Die Autorin hat 80 ehemalige Konsumenten und Produzenten, Restaurantmanager und Lebensmitteltechniker, Kellner und Köche, Parteifunktionäre und Marktfrauen, Journalisten und Wissenschaftler befragt sowie ausgiebig die zeitgenössische Presse und die Bestände des Zentralen Staatsarchivs in Sofija benutzt.

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Neueste Geschichte
Holtfrerich, Carl-Ludwig (Hrsg.): Das Reichswirtschaftsministerium der Weimarer Republik und seine Vorläufer, München 2016
Rez. von Roman Köster, Historisches Institut, Universität der Bundeswehr München

Das hier zu besprechende Werk stellt den ersten Band der vierbändigen Gesamtgeschichte des Reichs- bzw. Bundeswirtschaftsministeriums dar. Er beschäftigt sich mit der Entstehung und der Geschichte des Ministeriums während der Weimarer Republik, wobei die Beiträge allesamt von ausgewiesenen Wirtschafts- und Verwaltungshistoriker/innen verfasst worden sind.

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Zeitgeschichte (nach 1945)
Stender, Alexandra: Die Entwicklung der Buchherstellung in der Bundesrepublik Deutschland am Beispiel der prämierten Bücher der Stiftung Buchkunst, Wiesbaden 2016
Rez. von Kim Christian Priemel, Department of Archaeology, Conservation and History, University of Oslo

Bibliophilie und Buchwissenschaften seien, so stellt Alexandra Stender in ihrer Dissertationsschrift früh fest, „zwar Geschwister, aber keine Zwillinge“ (S. 27). Mit anderen Worten: das gedruckte Buch schön zu finden, mag erklären, warum sich Wissenschaftler dafür interessieren, nicht aber, welchen Erkenntnisgewinn sie aus der Beschäftigung damit ziehen.

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Termine/

Symposium
14.09.2017 - 16.09.2017 2. Symposium des Projekts „Residenzstädte im Alten Reich (1300–1800)“ der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen in Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Akademie des Bistums Mainz, Erbacher Hof

Mit einer Residenzstadt verbindet man zumeist eine große Schlossanlage, fürstliche Bauten und Gärten, prächtige Plätze und Straßen sowie höfische Kunstsammlungen. Das urbane Gefüge steht ganz im ‚Zeichen‘ eines Fürsten und seiner Residenz. Die Architektur und Kunst der Kommune und ihrer Bürger tritt hingegen in den Hintergrund.

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Konferenz
27.09.2017 - 29.09.2017 Österreichischer Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung

Der Tourismus bildet seit dem 19., verstärkt dann ab dem 20. Jahrhundert ein kulturelles wie gesellschaftliches Phänomen dar, das den Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen aus seinem angestammten Lebensumfeld hinausführt, auf Reisen gehen lässt. Die Stadt begegnet in diesem Zusammenhang zum einen als Ausgangspunkt, zum anderen als Zielort für Reisende, stellt damit in ganz unterschiedlicher Weise einen besonderen Brennpunkt für den Tourismus wie die Touristen selbst dar.

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Call for Papers
17.11.2017 - 18.11.2017 Institut für Politikwissenschaft, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Vom 17. bis 18. November veranstaltet der Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena einen zweitägigen Workshop zum Thema:

„Deutsch-russischer Wissenschaftstransfer. Jenaer Ideenexport im 18.- 19. Jahrhundert“

Die Jenaer Universität blickt auf eine facettenreiche Geschichte in ihrem über 450jährigen Bestehen zurück.

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Workshop
08.09.2017 Stiftung Berliner Mauer und Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

1987 war ein besonderes Jahr für Berlin. Die geteilte Stadt feierte ihr 750-jähriges Bestehen. Ost und West beanspruchten die Geschichte Berlins jeweils für sich. Das doppelte Stadtjubiläum war ein letzter Höhepunkt der Systemkonkurrenz des Kalten Krieges.

Die Stiftung Berliner Mauer und das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam nehmen das Jubiläum des Jubiläums zum Anlass, um neue Forschungsergebnisse zu den 750-Jahr-Feiern Berlins vorzustellen.

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Ausstellungsrezensionen/

23.03.2017 Museum des Zweiten Weltkriegs
Rez. von Steffi Kleiß, Halle/Saale

Internationale Aufmerksamkeit erregte das „Museum des Zweiten Weltkriegs“ in Danzig in den letzten Monaten besonders wegen seiner politischen Brisanz. Es gab einen Widerstreit zwischen einer polnisch-national geprägten Erzählung und einer multiperspektivischen Betrachtung der Kriegsjahre. Dieser Streit gipfelte sogar in einem Gerichtsprozess, welcher zwischen den Ansprüchen des Museums und jenen der aktuellen polnischen Regierung eine Entscheidung zu Gunsten des Museums herbeiführte.

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12.05.2017 - 08.10.2017 Münchner Stadtmuseum
Rez. von Thomas Blanck, a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities, Universität zu Köln

Der „Freistaat“ Bayern feiert im kommenden Jahr seinen 100. Geburtstag. Dass dieser Titel auf den bayrischen USPD-Vorsitzenden und Revolutionsführer Kurt Eisner zurückgeht, ist einer breiten Öffentlichkeit wohl nicht bewusst, ist die Rede vom Freistaat doch oft mit Vorstellungen eines bayrischen Exzeptionalismus und christsozialen Paradiesphantasien konnotiert.

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Tagungsberichte/

07.07.2017 - 09.07.2017 Frauen & Geschichte Baden-Württemberg e.V. (F&G) / Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg (LpB)
Von Gabriele Pieri, Frauen & Geschichte Baden-Württemberg e.V.

Die Untersuchung der Gemeinsamkeiten, Verschränkungen, aber auch der Unterschiede von Antisemitismus und Antifeminismus seit dem 19. Jahrhundert war Thema der gemeinsam von Frauen & Geschichte Baden-Württemberg e.V. (F&G) und der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) veranstalteten Tagung.

SYLVIA SCHRAUT (München) verwies als Vertreterin von F&G in ihrem kurzen Eröffnungsvortrag auf die aktuelle Virulenz des Antisemitismus und den rechtspopulistischen Angriff auf Gleichstellungsprogramme, der verbunden sei mit dem Propagieren traditioneller Familien- und Geschlechterrollen.

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14.07.2017 Graduiertenkolleg KRITIS, Technische Universität Darmstadt
Von Tina Enders, Graduiertenkolleg KRITIS, Technische Universität Darmstadt

Technischen Einrichtungen der Daseinsvorsorge sagt man eine spezifische „Kritikalität“ nach und verweist damit auf ihre besondere gesellschaftliche Bedeutung und Schutzwürdigkeit. Schon seit längerem ist der Begriff „Kritikalität“ von hoher politischer Relevanz, während seine Verwendung in der wissenschaftlichen Forschung noch recht neu ist.

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06.05.2017 - 07.05.2017 Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS); Institute für Geschichte und Germanistik, Karlsruher Institut für Technologie (KIT); Institut für Technikzukünfte; Interdisciplinary Network for Studies Investigating Science and Technology (INSIST)
Von Lisa Leander, Institut für Germanistik, Karlsruher Institut für Technologie

Seit mehreren Jahren gibt es am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) einen regen Austausch der geisteswissenschaftlichen Institute zu wissenschaftlichen und technischen Zukunftserwartungen. Diskutiert wird in diesem Rahmen, wie Innovationen über die Wissenschaftskommunikation, in Utopien, in der Science Fiction sowie durch Akteure aus Forschung und Industrie gesellschaftlich verhandelt werden.

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26.06.2017 Institut für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ) / Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
Von Katja Fuder, Abteilung Berlin, Institut für Zeitgeschichte

Im Jahr 2015 gab der amtierende Bundesinnenminister THOMAS DE MAIZIERE eine Studie zur Nachkriegsgeschichte (1949-1970) seines Hauses und des Ministeriums des Innern der DDR (MdI) in Auftrag. Die Studie, die von acht Historikern des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ) und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) als Gemeinschaftsprojekt erarbeitet wird, reiht sich in eine größere Anzahl von Studien zur Vergangenheit deutscher Bundesministerien ein, die in den letzten Jahren entstanden sind.

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Miszellen/

Web-News

Clio-online Digest. Eine Auswahl aktueller Einträge im Clio-online Web-Verzeichnis für die Geschichtswissenschaften.

Web-Forschung-Foren

Centralverein.net. Forschungsnetzwerk zum C.V. (Deutschland)
http://centralverein.net

Ziel des Online-Projektes ist es, zur Forschung über den Centralverein anzuregen, Wissenschaftler/innen zu vernetzen und das Wissen um seine Geschichte stärker in der akademischen, musealen und publizistischen Öffentlichkeit zu verankern.
Wissenschaftler/innen und persönlich Interessierte sind eingeladen mit Hilfe des Online-Netzwerkes die Forschung zum Thema sichtbarer zu machen und sich darüber aktiv auszutauschen.

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Nachrichten

VERLEIHUNG DES F. X. ŠALDA-PREISES UND DES OTOKAR-FISCHER-PREISES

Am Donnerstag, dem 29. Juni wurden feierlich der F. X. Šalda-Preis für tschechische Kunstkritik sowie der Otokar-Fischer-Preis für deutsche BohemistInnen verliehen. Die preisgekrönten Bücher wurden am Mittwoch, dem 28. Juni 2017 von ihren Autoren Kateřina Svatoňová (F.

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Nachrichten

Aufruf zur Beteiligung am open peer review Verfahren

Den Kalten Krieg vermessen
Über Reichweite und Alternativen einer binären Ordnungsvorstellung
herausgegeben von Frank Reichherzer, Emmanuel Droit & Jan Hansen

1. Idee – Der „Kalte Krieg“ als Ordnungsvorstellung und ihre Wirkmächtigkeit

Das Schlagwort „Kalter Krieg“ prägte wie kein zweites die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

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Nachrichten

Unterstützer/innen für Crowdfunding-Aktion gesucht: Hatten Schäferhunde eine Mitschuld an der Nazi- und SED-Diktatur? Diese erfundenen Behauptungen, vorgetragen auf einer Konferenz und veröffentlicht in einer renommierten Fachzeitschrift, sind als Schäferhund-Hoax 2016 bekannt geworden und haben der Geschichtswissenschaft eine unangenehme Diskussion beschert.

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Zeitschriften/

Liebe Leserinnen und Leser,

parallel zur Publikation unserer aktuellen Ausgabe (2/2017, <http://www.zeithistorische-forschungen.de/2-2017>) sind jetzt die Beiträge des Themenhefts »Apartheid und Anti-Apartheid – Südafrika und Westeuropa« (2/2016) als pdf-Dateien im Layout der Druckausgabe auf der Website frei verfügbar (<http://www.zeithistorische-forschungen.de/2-2016>).

Außerdem möchten wir gern auf folgende Neuerungen hinweisen:

Unter <http://www.zeithistorische-forschungen.de/suche> steht eine erweiterte Suchfunktion zur Verfügung, die es ermöglicht, verschiedene Suchkriterien miteinander zu kombinieren.

Unter <http://www.zeithistorische-forschungen.de/reprints> finden Sie alle Aufsätze (inzwischen über 250), die wir mit freundlicher Genehmigung von Autorinnen und Autoren und Verlagen als ergänzendes Material zu unseren Originalbeiträgen ins Netz gebracht haben.

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The latest issue of Central European History went live online on June 29.

Volume 50 / Issue 02, June 2017, pp. i-iv, 153-302.

The issue can be accessed at https://www.cambridge.org/core/journals/central-european-history/latest-issue

The Letter from the Editor, which provides an overview of the issue, is available gratis at https://www.cambridge.org/core/services/aop-cambridge-core/content/view/3367BD5CFE46A182F4B0F3F3E534E3D9/S0008938917000425a.pdf/letter_from_the_editor.pdf

Abstracts in English and German are also available for each article at no cost.

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der 12. Band der "Forschungen zur baltischen Geschichte" ist im Juni in
Kooperation der Universitäten Tartu, Tallinn, Riga sowie dem Nordost-Institut Lüneburg und der Baltischen Historischen Kommission
erschienen. Er kann unter der Adresse sekretariat@ikgn.de bestellt
werden (15 EUR).

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