Diskussionsforum: Historische Grundwissenschaften und die digitale Herausforderung

Liebe Leserinnen und Leser von H-Soz-Kult,

Unter Federführung von Eva Schlotheuber (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf; VHD-Unterausschuss "Geschichte in der digitalen Welt") und Frank Bösch (Zentrum für die Zeithistorische Forschungen Potsdam; VHD-Unterausschuss "Audiovisuelle Quellen") verabschiedete der VHD ein Grundsatzpapier zum Status der Historischen Grundwissenschaften mit dem Titel "Quellenkritik im digitalen Zeitalter: Die Historischen Grundwissenschaften als zentrale Kompetenz der Geschichtswissenschaft und benachbarter Fächer".

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Von Redaktion H-Soz-Kult

Forschungsbericht

Tales of the Market: New Perspectives on Consumer Society in the 20th Century

1. Introduction[1]
The recent economic crisis was accompanied by a boom of literature on the history of the consumer society. The turn towards cultural history since the 1980s had resulted in a neglect of the economic dimension outside the specialized realm of economic history. The current rediscovery of economic issues has produced a flood of new publications about how consumers have shaped markets and a broader consumer society, and vice versa.

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Von Peter Van Dam, Niederländische Geschichte, Universität von Amsterdam

Forschungsbericht

Imperiales Erbe und Aufbruch in die Moderne. Neuere Literatur zur ostmitteleuropäischen Stadt

Die Städte Ostmitteleuropas sind in den vergangenen 25 Jahren, begleitet von großem Interesse, in die westeuropäische Öffentlichkeit getreten. Diese ‚Wiederentdeckung‘ reflektiert bereits die erheblichen Asymmetrien in der Wahrnehmung urbaner Räume in Europa, indem eine vermeintliche westliche Normalität – und sei es die ‚Normalität‘ dessen, was bekannt ist und was ‚entdeckt‘ werden kann – als Maßstab fungiert.

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Von Martin Kohlrausch, KU Leuven

Tagungsbericht

Das kurze 20. Jahrhundert als „verriegeltes Zeitalter“

Im feuilletonistischen Herbststurm des Jahres 2002, als Ulrich Raulff in der Süddeutschen Zeitung die Bundesrepublik am Rande des Nervenzusammenbruchs wähnte und Arnulf Baring zum Protest der Bürger aufrief, verwies Alexander Cammann in einem mit „Konsensdeutschland“ überschriebenen Artikel im Magazin „Berliner Republik“ auf die Stabilität und Konsensfähigkeit der westdeutschen Gesellschaft.

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Von Christian Marx, Forschungszentrum Europa (FZE), Universität Trier

Buchrezensionen

Frühe Neuzeit
Hinrichs, Ernst: Staat ohne Nation, Bielefeld 2014
Rez. von Peter-Michael Hahn, Professur für Landesgeschichte, Universität Potsdam

Wie so mancher Historiker der alten Bundesrepublik wandte sich auch Ernst Hinrichs (†2009), der sich während seiner akademischen Laufbahn vor allem intensiv mit der Geschichte Frankreichs in der Frühen Neuzeit sowie der Regionalgeschichte Nordwestdeutschlands befasst hatte, nach der Vereinigung der deutschen Teilstaaten verstärkt der preußischen Geschichte zu.

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Neuere Geschichte
Pfeiffer, Oliver (Hrsg.): Das Tagebuch des Cajetan Graf von Spreti (1770–1807), München 2015
Rez. von Dieter Langewiesche, Historisches Seminar, Eberhard Karls Universität Tübingen

Nach einer Einleitung, welche in die historische Situation Bayerns und in die Geschichte der Familie von Spreti einführt, wird der Tagebuchtext vom 15. Oktober 1806, als Cajetan den Befehl erhielt, mit bayerischen Truppen unter dem Oberkommando von Napoleons Bruder Jérôme in den Krieg zu ziehen, bis zum 5. Februar 1807 geboten. Am Tag danach fiel Cajetan, als er die Beschießung der preußischen Festung Cosel befehligte.

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Europäische Geschichte
Brier, Robert (Hrsg.): Entangled Protest, Osnabrück 2013
Rez. von Françoise Mayer, Université Paul Valéry, Montpellier III

Depuis la fin des années 1960 dans la plupart des pays du bloc soviétique, se sont développées des formes de contestation désignées sous le terme de « dissidence ». Ce type de contestation a suscité de nombreux travaux, trop souvent enfermés dans les contextes nationaux, alors même qu’elle est très vite apparue comme un phénomène sans frontière.

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Zeitgeschichte (nach 1945)
Andresen, Knud; Kuhnhenne, Michaela; Mittag, Jürgen; Platz, Johannes (Hrsg.): Der Betrieb als sozialer und politischer Ort, Bonn 2015
Rez. von Nina Kleinöder, Institut für Geschichtswissenschaften, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Die vielfach „totgesagte“ Geschichte der Arbeit, der Arbeiterbewegung und der Gewerkschaften erweist sich in jüngerer Zeit erstaunlich produktiv[1]. Dazu trägt auch das von Friedrich-Ebert- und Hans-Böckler-Stiftung gepflegte Netzwerkprojekt „Jüngere und jüngste Gewerkschaftsgeschichte“[2] bei. Im neuesten Band steht nun mit dem Betrieb selbst ein Kernbereich der neueren Sozial-, Unternehmens- und Arbeitergeschichte im Fokus.

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Ausstellungsrezensionen

Lüdtke, Hartwig # 25 Jahre TECHNOSEUM
TECHNOSEUM Landesmuseum für Technik und Arbeit
Rez. von Michael Braun, Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte

Er ist und bleibt das unbestrittene Wahrzeichen der Quadratestadt Mannheim: der von einer der schönsten Jugendstilanlagen Deutschlands umgebene Wasserturm. Seit 1990 ist diese Stadt um ein Wahrzeichen reicher: Der steil aufragende 135-Millionen-Bau (in DM gerechnet) des TECHNOSEUM – bis 2009 „Landesmuseum für Technik und Arbeit“ (LTA) – hat mit seinen schiefen Ebenen neben dem Gebäude des Südwestrundfunks einen eigenen Akzent gesetzt.

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Enwezor, Okwui; Wolfs, Rein (Hrsg.) Hanne Darboven – Zeitgeschichten
11.09.2015 - 17.01.2016 Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
Rez. von Ulli Seegers, Institut für Kunstgeschichte, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Der in die zentrale Ausstellungsrotunde der Bundeskunsthalle eintretende Besucher wird von einer launig-selbstbewusst dreinblickenden Künstlerin in betont männlich-lässiger Geste begrüßt: Hanne Darboven schaut den Betrachter in Lebensgröße unerschrocken frontal und mit leicht geneigtem Kopf an, eine Zigarette in der Rechten, die linke Hand locker in der Hosentasche vergraben.

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Tagungsberichte

30.10.2015 - 31.10.2015 Maike Rotzoll / Frank Grüner / Wolfgang U. Eckart, Project “Melancholy”, Cluster “Asia and Europe in a Global Context”; Institute of History and Ethics of Medicine, University of Heidelberg
Von Max Gawlich, Historisches Seminar, Universität Heidelberg

Volker Hess und Benoit Majerus haben 2011 den grundsätzlichen Bedarf neuer geschichtswissenschaftlicher Perspektiven auf die Psychiatrie der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts festgestellt.[1] Auch MAIKE ROTZOLL (Heidelberg) wies in ihrer Einführung auf grundlegende Fragen der sich die Psychiatriegeschichte widmen muss. War der Zweite Weltkrieg in der Psychiatrie jener Wendepunkt, der er aus politischer und gesellschaftlicher Perspektive war? Gilt dies überall und kann eine transnationale Periodisierung gelingen? Was sind die parallelen und verschränkten Entwicklungen im Psychiatriewesen der europäischen Staaten? Welche Kontinuitäten und Brüche lassen sich 1945 identifizieren und welche Wirkung entfaltete der zunehmende Systemkonflikt Ost/West? Die internationale Tagung „Psychiatry in Europe after World War II“ nahm sich dieser Fragen an, indem die europäische Dimension zur grundlegenden Ordnung der Konferenz diente.

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03.12.2015 - 05.12.2015 Anne Conrad / Alexander Maier, Universität des Saarlandes
Von Stefanie Lorenzen, Fachrichtung Evangelische Theologie, Universität des Saarlandes

„Kann man mit Erziehung Terror verhindern?“ – mit diesem aktuellen Bezug griff LUCIA SCHERZBERG (Saarbrücken) in ihrer Begrüßung die grundlegende Fragestellung der Tagung auf: Wie lässt sich die spannungsvolle Beziehung zwischen Weltanschauung (im Sinne eines weiten Religionsbegriffs) und Pädagogik in der Neuzeit historisch erfassen? Inwiefern wird das religiöse Erbe transformiert, nimmt – zum Beispiel in der von Comenius formulierten Hoffnung auf „Entfehlerung“ – neue Formen an und führt zu einer Sakralisierung der Pädagogik? Was bedeuten diese Prozesse im Blick auf die Kategorie Geschlecht? Ziel der Tagung war es, diese Fragen im historischen Längsschnitt näher zu untersuchen, um auf diese Weise Entwicklungslinien nachzeichnen zu können.

Um der historischen Vielfalt der Konzepte gerecht zu werden, sei es allerdings notwendig, so ANNE CONRAD (Saarbrücken) in ihrem Einführungsvortrag, sich auf die Seitenwege der Religionsgeschichte zu begeben und nicht nur den orthodoxen „Mainstream“, sondern auch die religiösen Querdenker in den Blick zu nehmen.

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13.10.2015 Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften; Bundesarchiv
Von Jörn Retterath, Historisches Kolleg, München

Anlässlich der Publikation des Bandes 1940 aus der Reihe „Akten der Reichskanzlei. Regierung Hitler 1933–1945“ (AdR) – bisher sind sieben Bände erschienen – veranstalteten die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (HiKo) und das Bundesarchiv unter Leitung von Hans Günter Hockerts (München) ein eintägiges Kolloquium im Historischen Kolleg in München, das sich mit der Geschichte und der Erforschung der Reichsverwaltung in der NS-Zeit beschäftigte.

Als Präsident der HiKo begrüßte Gerrit Walther (Wuppertal/München) die Teilnehmer.

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23.09.2015 - 26.09.2015 Ulrike Lindner / Dörte Lerp, University of Cologne
Von Alexander Bräuer, Graduate School “Cultural Encounters and the Discourses of Scholarship”, University of Rostock

Since the works of Ann Laura Stoler and Lora Wildenthal[1] gender and Empire are hardly new fields of research. Although these fields often remained institutionally underrepresented, they proved to be highly dynamic. Therefore, as the opening remarks by the organizers ULRIKE LINDNER (Cologne) and DÖRTE LERP (Cologne) made clear, the conference included important developments in recent research, like masculinity studies, a focus on international organizations, or the consideration of continental Empires, in order to explore how Empires on all levels were fundamentally gendered projects.

In her keynote “Locating Agency: Feminism, Religion and Empire after the Transnational Turn” CLARE MIDGLEY (Sheffield) focused on the connection between the British, American and Indian feminist reform movements.

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Termine

Call for Papers
22.08.2016 - 24.08.2016 Dahan Centre, Bar-Ilan University; Ashkelon Academic College, and Kaplan Centre for Jewish Studies, University of Cape Town

Research into the experience of Jews in Africa has traditionally been divided by geographic region and national boundary. This conference seeks, for the first time, to address the Jewish experience on the continent as a whole in the nineteenth and twentieth centuries. The organizers welcome proposals for papers and panels on all topics relating to Jews in Africa during this period, but we particularly welcome proposals that address the following themes:
- Orientalism and African Jews
- Encounters with colonial rule and varieties of colonial experience
- Migration, trade, and exchange
- Religious and cultural expression
- Varieties of Jewish social organization
- The Jews in postcolonial Africa
- African Jews and the Land of Israel

Papers may focus on a specific context or supply a comparative perspective.

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Konferenzen, Tagungen
17.03.2016 - 18.03.2016 AK Soziales Gedächtnis, Erinnern und Vergessen, FAU Erlangen-Nürnberg, Döbler, Marie-Kristin; Sebald, Gerd

»(Digitale) Medien und Gedächtnis«
Erlangen 17. und 18. März 2016, Orangerie

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Call for Articles
30.04.2016 Barbara Lüthi / Damir Skenderovic

Call for Article Proposals: “Changing Landscapes: Switzerland and Migration”
An Edited Volume

Edited by Barbara Lüthi (University of Cologne, Germany) and
Damir Skenderovic (University of Fribourg, Switzerland)

In this edited volume with the working title “Changing Landscapes: Switzerland and Migration”, to be published in an English speaking publishing house, we seek to bring together new approaches that address histories of migration related to Switzerland.

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Call for Articles
15.11.2016 - 20.11.2016 The Junge Akademie, in co-operation with the Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, filmArche, interfilm Berlin, and the Deutsche Kinemathek.

A better being – between aspiration and pressure

‘Be a better being!’ is a phrase that is generally directed at oneself. Its focus is the increasingly widespread drive for individual improvement, the desire to become a “better being”. Yet what does it mean to be a “better being”? What criteria should be used to define such a concept? Many of the measurements we hear about nowadays are based on an ideal body, an ideal depth of meditation, an ideal diet, or even an ideal stress level.

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Miscellaneous

Projekte

Dieser Beitrag ist hervorgegangen aus der Initiative von Doktoranden des Seminars für ‚History and Civilization' (HEC) am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. Ihr Projekt ‚Research in Dialogue – Dialogue in Research' wird herausgeben von Tilmann Kulke, Dorit Brixius, Ievgen Khvalkov, Florian Wagner und James White.
geschichte.transnational veröffentlicht in loser Folge Interviews, Literaturberichte und Forschungsergebnisse aus dem Bereich transnationaler und globaler Studien.

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Interview with Dr Bernhard Struck
by Luca Scholz, September 2015

_You are the director of Saint Andrew’s Institute for Transnational and Spatial History.

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Web-Nachrichten

Liebe Leserinnen und Leser von H-Soz-Kult,

nachfolgend finden Sie eine Aufstellung der im Dezember 2015 neu ins Themenportal Europäische Geschichte eingestellten Artikel, Essays, Materialen und Quellenauszüge.

Essays und Artikel:

Becker, Tobias: Schwindelmeier in Arkadien. Theater auf Reisen zwischen europäischen Metropolen um 1900.
Abstract:
Das Jahr 1912 ist kein gutes Jahr für das Transportwesen.

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Web-Nachrichten

Liebe Leserinnen und Leser von H-Soz-Kult,

nachfolgend finden Sie eine Aufstellung der im November 2015 neu ins Themenportal Europäische Geschichte eingestellten Artikel, Essays, Materialen und Quellenauszüge.

Essays und Artikel:

Stinsky, Daniel / Krause, Scott: For Europe, Democracy and Peace. Social Democratic Blueprints for Postwar Europe in Willy Brandt and Gunnar Myrdal's Correspondence, 1947.
Abstract:
In the summer of 1947, the Press Attaché of the Norwegian Military Mission in Berlin cautiously asked an old friend, now Executive Secretary of the United Nations Economic Commission for Europe (ECE), about employment opportunities.

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Web-Nachrichten

Clio-online Digest. Eine Auswahl aktueller Einträge im Clio-online Web-Verzeichnis für die Geschichtswissenschaften.

Web-Materialien-Multimedia-Karten

Historischer Atlas von Baden-Württemberg - digital (Deutschland)
http://www.leo-bw.de/themen/historischer-atlas-von-baden-wurttemberg

"Mit dem «Historischen Atlas von Baden-Württemberg» steht ein Grundlagenwerk über das Portal LEO-BW online zur Verfügung.

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Zeitschriften

Abstracts Januarheft 2016 deutsch

Roman Töppel, „Volk und Rasse“ – Hitlers Quellen auf der Spur

Das Kapitel „Volk und Rasse“ gilt als das ideologische Kernkapitel von Hitlers Buch „Mein Kampf“. Hitler baut darin die Figur „des Juden“ als homogenes Feindbild und Antityp zu dem „rassereinen“, kulturschöpferischen „Arier“ auf.

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Early Medieval Europe provides an indispensable source of information and debate on the history of Europe from the later Roman Empire to the eleventh century. The journal is a thoroughly interdisciplinary forum, encouraging the discussion of archaeology, numismatics, palaeography, diplomatic, literature, onomastics, art history, linguistics and epigraphy, as well as more traditional historical approaches.

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