Aktuell/

Buchrezensionen/

Alte Geschichte
Harris, Edward; Lewis, David M.; Woolmer, Mark (Hrsg.): The Ancient Greek Economy, Cambridge 2016
Rez. von Dorothea Rohde, Alte Geschichte, Universität Bielefeld

Nachdem die Beschäftigung mit der griechischen Ökonomie lange Zeit mehr oder minder ein Nischendasein fristete, stieg in den letzten Jahren die Quantität und Vielfalt an wirtschaftshistorischen Veröffentlichungen signifikant. Das wissenschaftliche Interesse lässt sich nicht nur mit der heutigen Globalisierung und der anhaltenden Finanzkrise erklären, sondern auch mit einer spürbaren Abkehr von „weichen“ Themen in der Geschichtswissenschaft.[1] In dieser Folge versucht man sich auch in der althistorischen Wirtschaftsgeschichte an neuen Fragestellungen, um die seit den 1970er-Jahren dominante „Finley’sche Orthodoxie“ endgültig aufzubrechen.

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Alte Geschichte
Becker, Maria; Bleckmann, Bruno; Groß, Jonathan; Nickbakht, Mehran A. (Hrsg.): Consularia Constantinopolitana und verwandte Quellen, Paderborn 2016
Rez. von Raphael Brendel, München

Bei dem dritten der mittlerweile vier[1] publizierten Bände der Reihe „Kleine und fragmentarische Historiker“ handelt es sich um eine Sammeledition, in der die Consularia Constantinopolitana und drei Texte derselben Gattung ediert sind. Zunächst einige allgemeine Worte zu den vermutlich kaum bekannten Werken auf Basis der Ergebnisse der Einleitungen: Bei dem Hauptwerk der Edition, den Consularia Constantinopolitana (S.

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Zeitgeschichte (nach 1945)
Steiner, Barbara: Die Inszenierung des Jüdischen, Göttingen 2015
Rez. von Dani Kranz, Bergische Universität Wuppertal

Barbara Steiner offers the single most comprehensive analysis of the conversion of German non-Jews to Judaism post-1945. She ventured into rather unchartered territory and outlines convincingly why this is the case: conversion is a hotbed, her requests for fieldwork access, data, and interviews met with rejections.

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Zeitgeschichte (nach 1945)
Ulmer, Konstantin: VEB Luchterhand?, Berlin 2016
Rez. von Matthias Braun, Berlin

Der Hermann Luchterhand Verlag (HLV), präziser gesagt, der Luchterhand Literaturverlag,[1] gilt in der jüngeren deutschen Verlagsgeschichte als „der am entschiedensten die DDR-Literatur pflegende westdeutsche Verlag“ (Wolfram Schütte).[2] Gunter Nickel zu Folge besaß er „im Bereich der DDR-Literatur beinahe eine Monopolstellung“.[3] Damit einhergehend entwickelte sich der HLV zu einem der profiliertesten Vermittler des deutsch-deutschen literarischen Austauschs.

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Termine/

Call for Papers
05.10.2017 - 06.10.2017 Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft, Populäre Kulturen, Universität Zürich (Dr. Stefan Groth, stefan.groth@uzh.ch); Collegium Helveticum, Zürich (Dr. des. Christian Ritter, ritter@collegium.ethz.ch)

Kollaborative Prozesse werden meistens von ihren Ergebnissen her gedacht und beurteilt, während das Prozesshafte selbst nur selten in den Blick genommen wird. Unsichtbar bleiben dabei die (versteckten) Strukturen und Bedingungen, unter denen sich kollaborative Prozesse konstituieren und durchgeführt werden.

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Workshop
13.03.2017 - 14.03.2017 Arbeitskreis Historische Demographie und Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, MLU Halle-Wittenberg, in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft Digitale Geschichtswissenschaft des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands

Historische Demographie stellt heute in Deutschland etwas anderes dar als in den 1990er Jahren, als sie sich (auch organisatorisch) eng an die deutsche Bevölkerungswissenschaft anlehnte und (in der Nachfolge von Louis Henry) an demographischen Fragen mit historischem Material arbeitete, und zwar mehr oder weniger als Pioniere des Rechnereinsatzes.

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Konferenz
16.03.2017 - 18.03.2017 Dr. Hanna Engelmeier (Goethe-Universität Frankfurt am Main); Prof. Dr. Philipp Felsch (Humboldt-Universität zu Berlin)

Der Siegeszug der Universität ist eine der großen Erfolgsgeschichten der Moderne. Nichtsdestotrotz hat die Rede von ihrer Krise, ja sogar von ihrem Ruin Konjunktur. In vielen Fakultäten hat sich ein unglückliches Bewusstsein ausgebildet, das sich durch Feindschaft gegen die Institution erleichtert.

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Konferenz
14.03.2017 - 16.03.2017 Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien; Instytut Historyczny Uniwersytetu Warszawskiego

Wir laden Sie herzlich zur Internationalen Tagung Law, Legal Language, and Ideas of Justice in Poland: On the Consequences of Socio-Political Upheaval from the 18th to the 21st Century" ein, die vom Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien Halle/Jena in Zusammenarbeit mit dem Instytut Historyczny Uniwersytetu Warszawskiego veranstaltet wird.

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Ausstellungsrezensionen/

02.09.2016 - 20.08.2017 Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Rez. von Jörn Eiben, Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften, Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg

1893 wandte sich ein ungenannter Leserbriefschreiber an die Redaktion der Zeitschrift „Spiel und Sport“. Er mokierte sich über die Berliner Fußballer, die sich keineswegs direkt nach dem Spiel in den „Umkleidezimmern wieder zu gewöhnlichen Menschenkindern umwandel[te]n“, sondern in ihren „vielfarbigen Tricots“ noch eine ganze Weile im öffentlichen Raum „lustwandel[te]n“.[1] Sowohl die Rückverwandlung zu „Menschenkindern“ durch Wechsel der Kleidung als auch die Kritik am Tragen von Sportkleidung außerhalb des engeren sportiven Kontextes verweisen auf die Differenz zwischen sportlicher und „nichtsportlicher“ Bekleidung, die seit dem 19.

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Ahrndt, Wiebke; Übersee Museum Bremen (Hrsg.) Amerika
05.11.2016 Übersee Museum Bremen
Rez. von Sarah Ehlers, CHF/Beckman Center for the History of Chemistry, Philadelphia

Amerika im 21. Jahrhundert ist das Thema der neugestalteten Dauerausstellung im Bremer Übersee-Museum, die im November 2016 eröffnet wurde. Nach insgesamt drei Jahren Umbau ist mit ihr nun die letzte der Kontinent-Ausstellungen des Museums überarbeitet, so dass, wie die Direktorin Wiebke Ahrndt betont, den Besucher/innen wieder eine Reise um die Welt geboten wird.

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Tagungsberichte/

21.10.2016 - 24.10.2016 Arbeitskreis „Pietismus und Gender“; Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Franckeschen Stiftungen, Halle
Von Thomas Grunewald, Franckesche Stiftungen, Halle; Corinna Kirschstein, Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Nikolas K. Schröder, Franckesche Stiftungen, Halle; Holger Trauzettel, Halle / Siegen

Zur interdisziplinären Tagung „Gender – Pietismus – Adel“ lud der Arbeitskreis „Pietismus und Gender“ gemeinsam mit dem Interdisziplinären Zentrum für Pietismusforschung ein. In den Franckeschen Stiftungen widmeten sich die Tagungsteilnehmer vom 21. bis 24. Oktober 2015 der Beteiligung des Adels an der Frömmigkeitsbewegung des Pietismus und dabei insbesondere dem Engagement adliger Frauen in pietistischen Kontexten.

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08.12.2016 - 09.12.2016 Lutz Raphael, Fachbereich III, Neuere und Neueste Geschichte, Universität Trier; Gert G. Wagner, Sozio-oekonomisches Panel (SOEP), Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin; Albrecht Graf von Kalnein, Werner Reimers Stiftung, Bad Homburg v.d.H.
Von Christian Marx, Forschungszentrum Europa (FZE), Fachbereich III, Universität Trier

Für Zeithistoriker sind amtliche Statistiken und Datenerhebungen wieder von wissenschaftlichem Interesse. Bislang werden diese Quellen vornehmlich von Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlern analysiert. Umgekehrt beziehen die Sozialwissenschaften wieder zunehmend historische Perspektiven in ihre Forschung ein.

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11.11.2016 - 13.11.2016 Arbeitsstelle für Katholizismus- und Widerstandsforschung, Universität Vechta
Von Michael Hirschfeld, Department III, Fach Geschichte, Universität Vechta

Anhand von Biographien des Führungspersonals der katholischen Kirche in der Zeit des Dritten Reichs, welche wissenschaftlichen Kriterien standhalten, und die Stärken und Schwächen des deutschen Episkopats in den Blick zu nehmen und dessen Handlungsspielräume vor dem Hintergrund der spezifischen Besonderheiten in ihren jeweiligen Diözesen nachzuvollziehen, war das erkenntnisleitende Interesse der Tagung, zu der die Arbeitsstelle für Katholizismus- und Widerstandsforschung der Universität Vechta in die Katholische Akademie Stapelfeld/Cloppenburg eingeladen hatte.

In seinem Eingangsvortrag kritisierte JOACHIM KUROPKA (Vechta), dass der Kern des Konflikts zwischen Staat und Kirche von der Forschung vielfach nicht benannt werde: Es sei um die Existenz der Kirche, ja um die christliche Substanz in der Gesellschaft gegangen.

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04.10.2016 - 05.10.2016 Prague City Archives; Institute of History of Academy of Science of the Czech Republic; Faculty of Humanities of the Charles University in Prague; Historical Institute of the J. E. Purkyně University, Ústí nad Labem; Masaryk Institute and Archives of Academy of Science of the Czech Republic
Von Martina Maříková / Jiří Smrž, Prague City Archives

The 35th anniversary international conference of Prague City archives was held in the Clam-Gallas Palace in Prague on the 4th and 5th October 2016. The main topic of the conference was the urban historiography from the Middle Ages to the present. Not only chronicles themselves and importance of their existence, but also the background of their genesis, authors` motivation for writing, selection criteria of described events or readers perception of such works were thoroughly discussed.

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Miszellen/

Nachrichten

Der Andrej-Mitrović-Preis, der alle zwei Jahre von der Michael-Zikic-Stiftung ausgeschrieben wird, wurde 2016 an Dennis Dierks für seine Dissertation „Nationalgeschichte(n) im multikulturellen Raum. Geschichtskonstruktionen und Erinnerungskulturen im habsburgischen Bosnien-Herzegowina (1878-1914)“ vergeben.
Die Preisverleihung fand am 30.

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Nachrichten

Seit 2014 trifft sich das Netzwerk Oral History (NOH), eine interdisziplinäre und selbstorganisierte Gruppe von Personen und Institutionen, die mit mündlichen und/oder audiovisuellen Quellen im geschichtswissenschaftlichen, pädagogischen, musealen oder archivalischen Kontext arbeiten. Die Idee entstand 2014 in einem sonnenbeschienenen Hof der Universität Wien während einer Pause der European Social Science History Conference.

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Nachrichten

Der Internationale Forschungspreis der Max Weber Stiftung beim Historischen Kolleg, der 2017 zum dritten Mal verliehen wird, geht an die international renommierte französische Deutschlandhistorikerin Hélène Miard-Delacroix. "Mit ihren Forschungsleistungen, insbesondere zur deutsch-französischen Geschichte des 20.

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Nachrichten

Preisträger 2017:

Prof. Dr. Elke Stein-Hölkeskamp und
Prof. Dr. Karl-Joachim Hölkeskamp

Der mit 25.000 Euro dotierte Karl-Christ-Preis, der dem Andenken an den Marburger Althistoriker Karl Christ gewidmet ist, wird 2017 zum dritten Mal verliehen. Er zeichnet im zweijährigen Turnus herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Alten Geschichte und ihrer Nachbardisziplinen sowie der Wissenschafts- und Rezeptionsgeschichte des Altertums aus und wird im Wechsel an den Universitäten Frankfurt a.M.

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Zeitschriften/

 

Editorial
Hubert Christian Ehalt und Klara Löffler

Essen und Trinken sind die zentralen Praktiken, die die Grundlage des physischen und kulturellen (Über-)Lebens bilden. Die Kultur des Essens stand und steht im Zentrum von Handlungen und Diskursen, die auch für Strukturen und Ordnungen, Normen und Werte anderer Handlungs- und Alltagsfelder Bedeutung haben.
Im Zuge der Entwicklungen der Modernisierung – Industrialisierung, Ökonomisierung, Differenzierung der Arbeitsteilung und der Öffentlichkeit, Bürokratisierung und Demokratisierung – wurde die Bedürfnisbefriedigung von Hunger und Durst jedenfalls im westlichen Kontext entproblematisiert.

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