Forschungsbericht

Dieser Forschungsbericht unternimmt den Versuch, ein sehr disparates, aber an Aktualität gewinnendes transdisziplinäres Arbeitsfeld der Kulturgeschichte anhand ausgewählter Publikationen der vergangenen rund zehn Jahre in Zielrichtungen und Ergebnissen zu skizzieren. In Form einer kritischen Bestandsaufnahme soll aufgezeigt werden, wie Erscheinungsformen, Funktionen und Bedeutungen von Heldinnen und Helden von der griechischen Antike bis zur Gegenwart bewertet wurden – aufgrund der für einen Bericht nötigen Beschränkung vor allem in europäischer Perspektive und in der deutschen Forschung. Damit soll ein Beitrag geleistet werden zur Erschließung und diskursiven Öffnung des Themas, um zugleich derzeit aktuelle oder weiterführende Fragen für künftige Einzel- und Verbundforschung erkennbar zu machen. Der Bericht ist entstanden im DFG-Sonderforschungsbereich 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau.

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Von Ronald G. Asch / Achim Aurnhammer / Carolin Bahr / Ulrich Bröckling / Michael Butter / Andreas Friedrich / Andreas Gelz / Barbara Korte / Jörn Leonhard / Stefanie Lethbridge / Monika Mommertz / Dietmar Neutatz / Tobias Schlechtriemen / Gero Schreier / Thomas Seedorf / Ralf von den Hoff, Sonderforschungsbereich 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen“, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Buchrezensionen

Zeitgeschichte (nach 1945)
Doering-Manteuffel, Anselm; Greiner, Bernd; Lepsius, Oliver: Der Brokdorf-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts 1985, Tübingen 2015
Rez. von Stefan Westermann, Historisches Seminar, Universität Heidelberg

Die geschichtswissenschaftliche Forschung tut sich im Umgang mit der juristischen Dimension ihrer Fragestellungen oft schwer. Meist sieht sie das Recht eher beiläufig als gegebenen Rahmen, den es für das ‚eigentliche‘ Thema zu beachten gelte. In diesem Kontext mehren sich Stimmen, die stärker nach der sozialen Bedingtheit von Gesetzen fragen und eine – allerdings unterschiedlich definierte – „Juristische Zeitgeschichte“ fordern.

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Alte Geschichte
Kissas, Konstantinos; Niemeier, Wolf-Dietrich (Hrsg.): The Corinthia and the Northeast Peloponnese, München 2013
Rez. von Timo Stickler, Institut für Altertumswissenschaften, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Der hier anzuzeigende, umfangreiche Band ist das Ergebnis eines Kongresses, der im Jahre 2009 von verschiedenen archäologischen Institutionen, darunter auch der Athener Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts, in dem Kurort Loutraki am Golf von Korinth abgehalten worden ist. Ziel des Kongresses wie der Publikation ist laut Klappentext die Präsentation „of numerous studies undertaken, on the one hand, by the Greek Archaeological Service and, on the other, by international research institutions active in Greece as well as individual researchers working in the Corinthia.

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Alte Geschichte
Salomons, Robert P. (Hrsg.): P.Cair.Preis.², Bruxelles 2014
Rez. von Patrick Reinard, Seminar für Alte Geschichte, Philipps-Universität Marburg

Im Jahr 1911 legte Friedrich Preisigke 48 griechische Papyri aus der Sammlung des Ägyptischen Museums in Kairo in einer Ausgabe vor.[1] Mehr als ein Jahrhundert später hat nun Salomons eine zweite Edition der Texte erarbeitet, die in vielerlei Hinsicht eine große Bereicherung darstellt. Preisigke hatte in seiner Edition – wie damals üblich – lediglich den griechischen Text in Transkription sowie eine kurze Einleitung mit knappen Bemerkungen zur Handschrift sowie zur physischen Beschaffenheit der jeweiligen Urkunde geboten.

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Alte Geschichte
Gersh, Stephen (Hrsg.): Interpreting Proclus, Cambridge 2014
Rez. von Matthias Perkams, Institut für Philosophie und Institut für Altertumswissenschaften, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Neuplatoniker Proklos ist schon immer die Geschichte seiner Rezeption gewesen. Das ergibt sich bereits aus deren Umfang, aber auch aus der Größe der Namen, die Teil dieser Wirkungsgeschichte sind: Hierzu gehören mit dem griechischen Christen Pseudo-Dionysios Areopagita, dem arabischen Liber de causis, Nikolaus von Kues sowie Hegel – um nur wenige zu nennen – einige der ganz großen Namen der europäisch-vorderorientalischen Geistesgeschichte.

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Termine

Konferenzen, Tagungen
01.10.2015 - 02.10.2015 DGS-Sektion Sozialpolitik DGS-Sektion Eruopasoziologie

Die europäischen Krisen der letzten Jahre hatten und haben einen erheblichen Einfluss auf das Verhältnis von Schließung oder Öffnung nationaler Wohlfahrtssysteme. Zum einen verändert(e) die Finanz- und Staatsschuldenkrise nicht nur in den von ihr unmittelbar betroffenen Mitgliedsländern die Wahrnehmung von Handlungsspielräumen: knapper werdende Budgets, stärker werdender Einfluss europäischer Instanzen und erleichterte Durchsetzung von Austeritätspolitiken führten zu sozialpolitischen Anpassungen ungekannten Ausmaßes.

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Allgemeine Veranstaltungen
08.09.2015 Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein (RAV) e.V. Arbeitskreis kritischer Juristinnen und Juristen an der Humboldt-Universität zu Berlin

"Kann mithilfe der Strafjustiz politische Aufklärung geleistet werden? Fritz Bauers Verständnis der Frankfurter Auschwitz-Prozesse als mögliche Perspektive auf das Münchner NSU-Verfahren"

Dienstag, 8.9.2015, 19 Uhr c.t., Juristische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, Bebelplatz 2, Raum 140/142

Ziel der Veranstaltung ist es, ausgehend von Fritz Bauers Verständnis von Sinn und Zweck von NS-Prozessen am Beispiel der Frankfurter Auschwitz-Prozesse aufzuzeigen, was als ein Ansatz einer "Prozessführung im politischen Raum" möglich ist.

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Allgemeine Veranstaltungen
30.09.2015 Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

30. September 2015, 18.30 Uhr, Haus der Commerzbank, Pariser Platz 1, 10117 Berlin

»1941–1945« – Buchvorstellung und Zeitzeugengespräch

Der Anwalt Hans Calmeyer (1903 –1972) war während des Zweiten Weltkriegs an die deutsche Besatzungsverwaltung in Den Haag abkommandiert. Er hatte die Aufgabe, in »rassischen Zweifelsfällen« zu entscheiden, ob jemand Jude oder »Arier« sei.

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Konferenzen, Tagungen
17.09.2015 - 19.09.2015 Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (BLDAM)

Nach langjährigen Dokumentations- und Forschungstätigkeiten an entsprechenden Standorten nimmt das BLDAM gemeinsam mit der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, der Freien Universität Berlin, der Universität Wien, der Stiftung Topographie des Terrors Berlin, der Archäologische Gesellschaft in Berlin und Brandenburg e.V. und dem Büro für Zeitgeschichte und Denkmalpflege, Berlin die Ergebnisse der Arbeit wie auch die möglichen Vermittlungsstrategien in den Blick.

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Ausstellungsrezensionen

Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.) Immer bunter. Einwanderungsland Deutschland
10.12.2014 - 09.08.2015 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Rez. von Lukas Böhnlein, Universität Osnabrück

Migration – oder genauer: die Geschichte der deutschen Einwanderungsgesellschaft – scheint endgültig in der Mitte der museal repräsentierten Gesellschaft angekommen zu sein: Vor rund fünfzehn Jahren leisteten die ersten größeren Ausstellungen zur Einwanderungsgeschichte in Essen und Köln noch Pionierarbeit. Vor zehn Jahren folgten die wegweisende Ausstellung „Projekt Migration“ (ebenfalls in Köln) sowie die Schau „Migrationen 1500–2005“ im Deutschen Historischen Museum Berlin, die noch unter dem Motto „Zuwanderungsland Deutschland“ stand.

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Bosold, Birgit; Brill, Dorothee; Weitz, Detlef (Hrsg.) Homosexualität_en
26.06.2015 - 01.12.2015 Deutsches Historisches Museum und das Schwule Museum*
Rez. von Norman Domeier, Historisches Institut, Universität Stuttgart

Das Konzept Ernst Blochs von der “Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen” hat wenig von seiner geschichtsphilosophischen Aktualität verloren, wenn man die Ausstellung “Homosexualität_en” besucht. Während das Deutsche Historische Museum (DHM) das Thema erstmals[1] staatsmuseal sanktioniert und in der deutschen Hauptstadt anything goes nicht zuletzt als touristisches Erfolgsrezept gilt, ereifern sich zur selben Zeit auf der Leserbriefseite der “Stuttgarter Nachrichten” Wutbürger unter vollem Namen mit solchen Worten: “Getucke und Geschwuchtel haben in den Schulbüchern nichts, aber auch gar nichts verloren.

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Tagungsberichte

05.12.2014 Hans Sigrist Stiftung
Von Denise Bärtschi, Universität Bern

Immer noch wird ein Großteil der von Frauen verrichteten Arbeiten im Tieflohnsegment von der Politik, der Öffentlichkeit oder den Gewerkschaften nicht wahrgenommen. Folge davon ist ein Abdriften der betroffenen Frauen - in vielen Fällen Migrantinnen - in die Prekarität. Der Zusammenhang zwischen Geschlecht und Prekarität stand daher im Fokus des Symposiums der Hans Sigrist Stiftung 2014.

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16.07.2015 - 17.07.2015 Forschergruppe Gewaltgemeinschaften
Von Guido M. Berndt, Lehrstuhl für Alte Geschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Nach sechs Jahren (Förderzeitraum: 2009 bis 2015) interdisziplinärer Arbeit war es für die DFG-Forschergruppe „Gewaltgemeinschaften“ an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Dazu versammelten sich noch einmal alle beteiligten Forscherinnen und Forscher zu einer Abschlusstagung. Insgesamt sind an den Standorten Gießen, Siegen, Erlangen-Nürnberg, Kassel und Bochum 19 Teilprojekte durchgeführt worden, die entweder als drei- oder sechsjährige Arbeitsvorhaben angelegt waren.

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29.05.2015 - 30.05.2015 Columbia University, New York City; Graduate School for East and Southeast European Studies, Munich / Regensburg; Institute for East and Southeast European Studies, Regensburg
Von Rachel Trode, Munk School of Global Affairs, University of Toronto; Eszter Varsa, Institute for East and Southeast European Studies, Regensburg

The workshop explored the usefulness of the notion of “(in-)betweenness” in relation to the region of East Central Europe (ECE) for decentering classic narratives of scientific innovation and dissemination focusing on “the West.” As KATHERINE LEBOW (Vienna) in her introductory remarks noted, identifying ECE as a locality of knowledge production, the goal of the workshop was twofold.

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07.05.2015 - 09.05.2015 Igor Narskij, Süd-Ural-Universität Tscheljabinsk / Historisches Kolleg, München
Von Jörn Retterath, Historisches Kolleg, München

Unter dem Titel „Hochkultur in der Sowjetunion und in ihren Nachfolgestaaten im 20. Jahrhundert in kulturgeschichtlicher Perspektive“ fand am Historischen Kolleg (München) vom 7. bis 9. Mai 2015 ein Kolloquium unter Leitung von Igor Narskij statt. Der Historiker von der Süd-Ural-Universität Tscheljabinsk (Russland) ist derzeit von der Fritz Thyssen Stiftung geförderter Senior Fellow am Historischen Kolleg und arbeitet dort an einer Studie über die choreographische Amateurkunst in der Sowjetunion.

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Miscellaneous

Web-Nachrichten

Liebe Leserinnen und Leser von H-Soz-Kult,

nachfolgend finden Sie eine Aufstellung der im Juni 2015 neu ins Themenportal Europäische Geschichte eingestellten Artikel, Essays, Materialen und Quellenauszüge.

Essays und Artikel:

*Berlinghoff, Marcel: Zwischen Einwanderung und Zwangsrotation. Europäische Migrationspolitik zum Ende des 'Booms' (1972-1975).

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Web-Nachrichten

Liebe Leserinnen und Leser von H-Soz-Kult,

nachfolgend finden Sie eine Aufstellung der im April 2015 neu ins Themenportal Europäische Geschichte eingestellten Artikel, Essays, Materialen und Quellenauszüge.

Essays und Artikel:

Griesebner, Andrea: Auf ewig Dein? Das Institut der Scheidung von Tisch und Bett.
Abstract:
Am 28. Oktober 1782 verhandelten die kirchlichen und weltlichen Räte des Konsistoriums der Erzdiözese Wien den Ehekonflikt von Regina Hoferin und Johann Karl Hofer.

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Web-Nachrichten

Liebe Leserinnen und Leser von H-Soz-Kult,

nachfolgend finden Sie eine Aufstellung der im Februar 2015 neu ins Themenportal Europäische Geschichte eingestellten Artikel, Essays, Materialen und Quellenauszüge.

Essays und Artikel:

Schieder, Martin: Stadt/Bild. Gustave Caillebotte, Baron Haussmann und eine Verkehrsinsel.
Abstract:
Bürgersteige und Straßen sind wie leergefegt.

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Web-Nachrichten

Liebe Leserinnen und Leser von H-Soz-Kult,

nachfolgend finden Sie eine Aufstellung der im Dezember 2014 neu ins Themenportal Europäische Geschichte eingestellten Artikel, Essays, Materialen und Quellenauszüge.

Essays und Artikel:

*Kehrt, Christian: Schatzkammer oder Weltnaturpark? Zur Antarktispolitik der Bundesrepublik Deutschland in den langen 1970er-Jahren.

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Zeitschriften

First published in January 1886, The English Historical Review (EHR) is the oldest journal of historical scholarship in the English-speaking world. It deals not only with British history, but also with almost all aspects of European and world history since the classical era: it covers the history of the Americas, including the foreign policy of the USA and her role in the wider world, but excludes the internal history of the USA since Independence, for which other scholarly outlets are plentiful.

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National Identities explores the correlation/mapping between identity, people, state and nation, and examines the complexities of how national identities are created, represented and adopted in any period from antiquity to the current day, and from any geographical location. The focus of the journal is on identity, on how cultural factors (language, architecture, music, gender, religion, the media, sport, encounters with ‘the other’ etc.

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Liebe Leserinnen und Leser,

die September-Ausgabe der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ erscheint am 28. August 2015.

Mit Beiträgen u.a. von: Jayati Ghosh, Björn Blaschke, Michael Burawoy, Jean-Claude Michéa, Günter Morsch, Steffen Grimberg, David Harvey, Rudolf Hickel, Andreas Nölke, Christoph Butterwegge, Marei Pelzer, Christa Wichterich, Sarah Lempp und Daniel Leisegang.

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