Liebe Leserinnen und Leser von H-Soz-Kult,

heute möchten wir Sie für ein kleines Experiment erwärmen, nämlich für unser Review-Symposium über das Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ des französischen Ökonomen Thomas Piketty, über das bisher vor allem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, Politiker und Journalisten rund um den Globus diskutiert haben.

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Von Rüdiger Hohls

Buchrezensionen

Frühe Neuzeit
Cronshagen, Jessica: Einfach vornehm, Göttingen 2014
Rez. von Michael Ehrhardt, Landschaftsverband Stade e.V., Bremervörde

Nachdem ihre Zugpferde 1741 an einer Seuche verendet waren, weigerten sich ostfriesische „Hausleute“ im Amt Friedeburg, bei der Feldbestellung auf Zugochsen zurückzugreifen, da dieses ihrer Meinung nach ihrem Ansehen „schimpflich“ sei (S. 9). Eher würden sie, so setzten diese Bauern hinzu, ihre Wirtschaft vernachlässigen als ihrer Feldarbeit auf eine nicht standesgemäße Weise nachzugehen.

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Neuere Geschichte
Schell, Patience A.: The Sociable Sciences, New York 2013
Rez. von Stefanie Gänger, Universität zu Köln

Patience Schells Buch untersucht das Leben und Wirken europäischer Naturforscher in Chile in den Jahrzehnten nach der Unabhängigkeit des Landes 1818. Entgegen des im Titel implizierten biographischen Schwerpunktes handelt es sich nicht ausschließlich um ein Buch über Charles Darwin (1809–1882), der Chile 1833 während seiner fünfjährigen Beagle-Reise (1831–1836) besuchte: Nur etwa ein Drittel des Textes befasst sich tatsächlich mit dem Südamerikaaufenthalt des englischen Begründers der Evolutionstheorie.

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Neueste Geschichte
Axster, Felix: Koloniales Spektakel in 9×14, Bielefeld 2014
Rez. von Martin Kohlrausch, Faculteit Letteren – MoSa, Katholieke Universiteit Leuven

Die historische Aufarbeitung des Kolonialismus hat im vergangenen Jahrzehnt in Deutschland einen enormen Aufschwung genommen. Dabei haben sich, wenn auch nicht ausschließlich, postkoloniale Ansätze als besonders inspirierend erwiesen. Gleichwohl stellt sich immer auch die Frage, ob das, was in Großbritannien oder auch Frankreich überzeugt, ohne Weiteres auf Deutschland mit seiner im Vergleich begrenzten Kolonialismusgeschichte übertragbar ist.

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Zeitgeschichte (nach 1945)
Ziegler, Dieter (Hrsg.): Rohstoffgewinnung im Strukturwandel, Münster 2013
Rez. von Katrin Minner, Historisches Seminar, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Lange überfällig war ein epochenübergreifender, kompakter Handbuchüberblick zur deutschen Bergbaugeschichte. Ein erstaunliches Desiderat, dem sich nun seit 2012 die Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets und das Bergbau-Museum Bochum gewidmet haben. Ein anspruchsvolles Ziel haben sich die Herausgeber gesetzt, diesen zentralen Wirtschaftsbereich von nicht nur nationaler Bedeutung in vier voluminösen Bänden zu beleuchten und dabei den Bogen von den Anfängen des alteuropäischen Bergbaus bis zur Gegenwart zu schlagen.

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Termine

Workshops
08.05.2015 - 10.05.2015 Deutsches Historisches Institut Warschau

Anlässlich des 70. Jahrestages der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht und dem daraus folgenden Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa am 8. Mai und 9. Mai 1945 setzt sich der Workshop kritisch mit dem Diskurs um dieses Ereignis auseinander. Die einzelnen Beiträge widmen sich aus unterschiedlichen disziplinären und nationalen Perspektiven einerseits den historisch-zeitgenössischen Wahrnehmungen, Praxen, und Bedeutungen, andererseits den nachträglichen Bedeutungszuschreibung und fortlaufenden -generierungen in Bezug auf den 8.

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Konferenzen, Tagungen
17.04.2015 Horst Lößlein (Limoges/München), Philippe Depreux, Prof. Dr. (Hamburg)

Herrschaft im frühen Mittelalter war keine Frage von Befehl und Gehorsam, sondern geprägt vom Zusammenspiel aus Ansprüchen, Interessen und Rücksichtnahmen verschiedener Gruppen. Gelingen konnte sie nur durch die Einbindung der Eliten, Herrschaft musste also einen „konsensualen“ Charakter besitzen. Das Forschungsatelier widmet sich dieser Problematik auf den Ebenen des Königtums, der Herzogtümer sowie des Adels.

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Konferenzen, Tagungen
07.05.2015 - 08.05.2015 Fürstlich und Gräflich Fuggersches Familien- und Stiftungsarchiv Dillingen; Prof. Dr. Dietmar Schiersner, Wissenschaftliche Leitung

Kaisernähe und Kreditgeschäft schienen den Fuggern von Anfang an nur eine Wahl zu lassen: Partei zu nehmen für die Alte Kirche – als Financiers antiprotestantischer Politik, als Hort der Katholiken in Augsburg, als entschieden gegenreformatorische Ortsherren. Auch als im Verlauf des 16. und 17. Jahrhunderts die konfessionellen Grenzen immer schärfer gezogen wurden, gaben Mitglieder der Familie entscheidende Impulse für den Erhalt und den Ausbau der katholischen Position in der Reichsstadt selbst, im „Fuggerland” der Region und weit darüber hinaus.

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Workshops
28.03.2015 Prof. Dr. Karl Ubl (University of Cologne), Prof. Dr. Courtney Booker (University of British Columbia)

In 1922 Carl Schmitt published his essay, “Political Theology”, arguing that all concepts of modern political thought are secularized theological concepts. In 1934, the same year that Schmitt released a revised edition of Political Theology, Henri-Xavier Arquillière published his essay "L’augustinisme politique", arguing that all concepts of early medieval political thought are sacralized temporal concepts.

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Ausstellungsrezensionen

24.01.2015 Centre Charlemagne. Neues Stadtmuseum Aachen
Rez. von Vasco Kretschmann, Didaktik der Geschichte, Freie Universität Berlin

Aachen hat ein neues und ungewöhnliches Stadtmuseum in seinem historischen Zentrum. Die Dauerausstellung des „Centre Charlemagne. Neues Stadtmuseum Aachen“, die von Frank Pohle (RWTH Aachen University) und Thomas Müller (Stadt Aachen) konzipiert wurde und deren Architektur Ulrich Hermanns entwickelte, zeigt nicht nur die Geschichte der alten Kaiserstadt, sondern auch die Legenden und die Rezeptionsgeschichte zu Karl dem Großen in einem europäischen Zusammenhang.

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Kirshenblatt-Gimblett, Barbara; Polonsky, Antony (Hrsg.) POLIN. Museum der Geschichte der polnischen Juden
28.10.2014 POLIN. Museum der Geschichte der polnischen Juden
Rez. von Ruth Leiserowitz, Deutsches Historisches Institut Warschau

Im Warschauer Stadtteil Muranów lädt seit Ende Oktober 2014 „POLIN“, das Museum der Geschichte der polnischen Juden (polnisch: Muzeum Historii Żydów Polskich), Besucher in die Dauerausstellung ein. Das von den Finnen Ilmari Lahdelma und Rainer Mahlamäki konzipierte Gebäude aus Glas, Kupfer und Beton befindet sich auf dem Terrain des ehemaligen Warschauer Ghettos gegenüber dem Denkmal für die Helden des Warschauer Ghetto-Aufstandes, vor dem Willy Brandt 1970 niederkniete.

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Tagungsberichte

06.02.2015 Center for Metropolitan Studies, Technische Universität Berlin
Von Anett Laue, Center for Metropolitan Studies, Technische Universität Berlin

Die Human-Animal Studies (HAS) beschäftigen sich als interdisziplinäres Forschungsfeld mit den vielfältigen Beziehungen zwischen Menschen und Tieren, ohne dabei gängige Deutungsmuster zu bedienen. Forschungsschwerpunkte der historischen HAS sind bisher die Neuere und Neueste Geschichte. Trotz zunehmender Forschung ist die Untersuchung von Mensch-Tier-Beziehungen in der Zeitgeschichtsforschung noch unterrepräsentiert.

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14.02.2015 Hermann-Henselmann-Stiftung; Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung Erkner; Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik, Technische Universität Berlin
Von Markus Wollina, Berlin

Wenn sich Historiker zusammenfinden, deren Gebiet die Städtebau- und Architekturgeschichte der DDR ist, dann tun sie dies normalerweise in Erkner oder Weimar – bei den „Werkstattgesprächen zur DDR-Planungsgeschichte“ des Leibniz-Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung sowie bei der noch etwas jüngeren Tagungsreihe „Denkmal Ost-Moderne“ der Bauhaus-Universität.

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02.02.2015 - 03.02.2015 Jürgen Sarnowsky / Cordula Franzke, Historisches Seminar, Arbeitsbereich Mittelalter, Universität Hamburg
Von Joachim Laczny, Historisches Seminar, Universität Hamburg

Am 2. und 3. Februar 2015 fand an der Universität Hamburg eine Tagung im Rahmen des seit 2013 durch die DFG finanzierten Projekts „Quellen zur Wirtschaftsführung untergeordneter Amtsträger des Deutschen Ordens in Preußen“ unter Leitung von Jürgen Sarnowsky über „Konzeptionelle Überlegungen zur Edition von Rechnungen und Amtsbüchern des späten Mittelalters“ statt.

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06.11.2014 - 08.11.2014 Patrick Baker / Johannes Helmrath / Ronny Kaiser / Maike Priesterjahn, Sonderforschungsbereich 644 Transformationen der Antike, Humboldt-Universität zu Berlin
Von Albert Schirrmeister, Centre de Recherches Historiques, Groupe de Recherches Interdisciplinaires sur l'Histoire du Littéraire, Paris

Vielerorts ist das Interesse an biographischen Formen in der letzten Zeit erneuert worden. Die Tagung „Portraying the Prince in the Renaissance“ fügte sich mit ihren leitenden Fragen nach Akteuren, Formen und sozialen Orten biographischen Schreibens in der Renaissance einerseits in diese Tendenz ein. Andererseits knüpfte die Tagung, wie JOHANNES HELMRATH (Berlin) in der Einführung verdeutlichte, an vorangegangene Konferenzen des Projektes im Rahmen des SFB 644 „Transformationen der Antike“ an, die sich aus anderen Perspektiven der humanistischen Historiographie des 15.

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Miscellaneous

Nachrichten

Die Menschen, so eine der Kernthesen Holm Sundhaussens, seien in den letzten Jahrtausenden grundsätzlich weder viel klüger noch besser geworden. Noch immer, und immer wieder, führen sie Krieg, bringen ihre Artgenossen um und lassen sie sich von Ideologen manipulieren. Allerdings habe es die Menschheit dennoch geschafft, durch ein Netz von Regeln und Institutionen sich vor sich selbst zu schützen.

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Nachrichten

Die Skulpturhalle Basel braucht dringend Ihre Unterstützung. Mit grosser Sorge haben wir erfahren, dass der Basler Regierungsrat im Rahmen eines Sparpakets die Skulpturhalle Basel schliessen und die über 2'200 Gipsabgüsse griechischer und römischer Kunstwerke in einem Depot magazinieren will. Der Entscheid hat gravierende Folgen. Die Magazinierung der fragilen Abgüsse würde einen einzigartigen Bestand einem nicht zu verantwortenden Risiko aussetzen.

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Projekte

Hackett Publishing Company announces the inauguration of the “Critical Themes in World History” series under the editorial supervision of Alfred J. Andrea, professor emeritus at the University of Vermont.

Through a combination of narrative, analysis, and primary sources, the series will introduce students and general readers alike to significant cross-cultural phenomena, events, and themes that have driven world history.

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Projekte

The University of Bristol's Transnational Modernisms Research Cluster (TMRC), in association with the Centre for the Study of Colonial and Postcolonial Societies, is pleased to announce a new publication series from the academic publisher Peter Lang, entitled "Transnational Cultures", edited by Dorothy Price, Madhu Krishnan and Rhian Atkin.

Transnational Cultures promotes enquiry into the cultural products of transnationalism with a particular focus on the visual arts, literature, music, performance, cinema and new media.

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Zeitschriften

Die Gleichstellung von Mann und Frau steht auf der politischen Agenda. Dennoch sind die Ungleichheiten in der Arbeitswelt so ausgeprägt wie eh und je. Diese Trivium-Ausgabe versucht zu beleuchten, wie mit Hilfe von Kategorie-Konstruktionen, denen bestimmte Sichtweisen auf Geschlecht und bestimmte Frauen und Männern zugeschriebene Qualitäten zugrunde liegen, die moderne Industriegesellschaft sich organisiert hat.

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Die fünfzehnte Ausgabe der Sozial.Geschichte Online versammelt neben einem Nachruf auf den 2014 verstorbenen Komponisten Konrad Boehmer und Rezensionen neuerer historischer und sozialwissenschaftlicher Literatur zwei Forschungsaufsätze, die sich mit Aspekten der Zwangsarbeit im Nationalsozialismus auseinandersetzen sowie zwei zeitgeschichtliche Essays, die sich jeweils aus aktuellem Anlass mit den Friedensverhandlungen zwischen FARC und kolumbianischer Regierung beziehungsweisemit der Vereinnahmung linker Musiktraditionen durch den deutschen Neonazismus befassen.

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