Buchrezensionen/

Kantor, Julia (Hrsg.): Pobratimy, Moskau 2019
Rez. von Corinna Kuhr-Korolev, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Pobratimy, Verbrüderte, lautet der Titel dieses tausendseitigen Bandes, der die Evakuierung der Leningrader Bevölkerung in das sowjetische Hinterland während des Zweiten Weltkriegs beleuchtet. Ausgangspunkt für diese kollektive Arbeit unter der Leitung der Herausgeberin Julia Kantor aus St. Petersburg war die Feststellung, dass zwar mittlerweile umfangreiche Forschungsliteratur über das Schicksal der Leningrader Bevölkerung während der Blockade zwischen Oktober 1941 und Januar 1944 vorliegt, jedoch eine systematische Untersuchung der Frage fehlt, wie es jenen Bürgerinnen und Bürgern erging, die aus der Stadt evakuiert wurden.

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Semelin, Jaques: The Survival of the Jews in France, 1940–44, Oxford 2019
Rez. von Luca Fenoglio, Stanley Burton Centre for Holocaust and Genocide Studies, University of Leicester

In L’État contre les Juifs Laurent Joly offers an overview of Vichy’s anti-Jewish policy and collaboration in Nazi extermination policy between 1940 and 1944. In the 1980s Michael Marrus, Robert Paxton and Serge Klarsfeld explained that Vichy’s collaboration was due to its leaders’ efforts to firmly place France in the European New Order that they believed would emerge from Germany’s victory.

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Weigelt, Andreas: Vorwurf: Aktiver Nazi, Werwolf oder Agent, Berlin 2018
Rez. von Andreas Hilger, Deutsches Historisches Institut Moskau

Seit Beginn der 1990er-Jahre hat sich die Forschung mit neuem Elan mit sowjetischen Verhaftungswellen und Gerichtsprozessen gegen Deutsche in der Sowjetisch Besetzten Zone (SBZ) und in der DDR auseinandergesetzt. Die partielle Öffnung der post-sowjetischen Archive sowie der Zugang zu den Unterlagen der ehemaligen DDR erlaubten erst jetzt eine genauere statistische Erfassung sowie eine aktengestützte Analyse der Vorgehensweise und Motive sowjetischer Stellen und ihrer ostdeutschen Unterstützer.[1] Damit wurden Einschätzungen von Zeitzeugenberichten und westlichen Außenanalysen substantiell erweitert.

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Hedemann, Markus: Danmark, Slesvig og Holsten 1404-1448, Aabenraa 2018
Rez. von Stefan Magnussen, Universität Leipzig

Im Sommer 1431 belagerte eine Koalition aus holsteinischen Grafen, wendischen Hansestädten und verbündeten Fürsten über vier Monate hinweg die vor Flensburg gelegene Burg des dänischen Königs Erik VII. Nachdem die Vorräte langsam zur Neige gingen und ein königlicher Entsatz scheiterte, sah sich die Besatzung gezwungen, Verhandlungen mit ihren Belagerern aufzunehmen.

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Termine/

Akademische Ankündigungen
26.06.2019 Leuphana Centre for Digital Cultures (CDC); Berlin Institute for Cultural Inquiry (ICI)

Thinking about technological changes or ‘revolutions’ is often marked by a presentist, ahistorical mode of thinking and debate. The tropes mobilized in contemporary discussion about ‘digitalization’ and its technologies are usually technicist, innovation- or even disruption-oriented, both in their affirmative and in their critical guises.

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Workshop
18.06.2019 Haus der Kulturen der Welt

The New Alphabet School is a school for artistic, curatorial, poetic and activist research practices. Inaugurated with an (Un-)Learning Place in January 2019 with 80 international participants, it continues as a series of events for self-organized learning, collaboration and discussion. For the edition #1 on Translating, participants of the New Alphabet School convene workshops and invite new members to register and join the school.

Registration:
Until June 1, 2019 at newalphabet@hkw.de, please submit the following information:

Which workshops would you like to attend?

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Call for Papers
08.06.2019 Gutenberg-Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien / Buchwissenschaft JGU Mainz; Institut für Buchwissenschaft, FAU Erlangen; Stiftung Lesen

Einladung an Nachwuchswissenschaftler/innen
Zur Expertentagung „Dimensionen des Lesens“ auf Schloss Herrenhausen, Hannover, 6.-8. November 2019

Lesen ist ein vielschichtiges Alltagsphänomen, das in nahezu allen Lebenssituationen als Rezeptions- und Kommunikationsgrundlage Relevanz hat und bei jedem Einzelnen in der Gesellschaft ausreichende Kompetenzen und Praxis erfordert.

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Akademische Ankündigungen
02.07.2019 Leopoldina-Zentrum für Wissenschaftsforschung

Einladung zum Wissenschaftshistorischen Seminar

Ökosphären. Leben und Umwelt ex natura

Prof. Dr. Sabine Höhler (Stockholm)

Die Idee einer in sich geschlossenen und sich selbst aufrechthaltenden belebten Sphäre hat das Verständnis von Leben und Umwelt im 20. Jahrhundert geformt. Vom gläsernen Aquarium bis hin zur irdischen Biosphäre lassen sich Beispiele ausmachen, die das Leben und seine Umwelt über alle Maßstäbe hinweg als abgeschlossenes System begriffen und experimentell untersucht haben.

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Ausstellungsrezensionen/

10.10.2018 - 19.05.2019 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Rez. von Steffi de Jong, Historisches Institut, Universität zu Köln

Die Ausstellung „Angst. Eine deutsche Gefühlslage?“, die derzeit im Bonner Haus der Geschichte zu sehen ist, kann wohl als eine Antwort verstanden werden auf die seit den Anfängen von „Pegida“ häufig wiederholte Forderung, man müsse die Ängste und Sorgen der Menschen ernstnehmen. Die Ausstellung verfolgt dabei den äußerst interessanten Ansatz, die Angst an sich in den Mittelpunkt zu stellen.

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de Meersman, Min; Sari Middernacht (Hrsg.) Dauerausstellung des "AfricaMuseum"
09.12.2018 AfricaMuseum
Rez. von Julien Bobineau, Lehrstuhl für Französische und Italienische Literaturwissenschaft, Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Bereits seit mehreren Jahren sorgt das wiedereröffnete AfricaMuseum im Brüsseler Vorort Tervuren (Belgien) national und international für Debatten. Größter Kritikpunkt ist das aus der Kolonialzeit stammende Ausstellungskonzept, das die Institution bis zur zwischenzeitlichen Schließung im Jahre 2013 beibehielt.

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Tagungsberichte/

11.03.2019 - 15.03.2019 Zentrum für Medien und Interaktivität, Arbeitsbereich Fachjournalistik Geschichte, Justus-Liebig-Universität Gießen
Von Ulrike Koppermann, Justus-Liebig-Universität Gießen; Michaela Scharf, Ludwig Boltzmann Institute for Digital History (LBIDH), Wien

Die Analyse visueller Zeugnisse ist zu einem integralen Bestandteil zeitgeschichtlicher Forschung geworden. Zeithistoriker/innen sind nicht länger Zuschauer/innen einer von anderen Disziplinen wie der Kunstgeschichte geführten Diskussion, sondern gestalten die Debatten um den Visual Turn in den Geisteswissenschaften maßgeblich mit.

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28.03.2019 FWF-DACH-Projekt "Issues with Europe" / Forschungszentrum Digital Humanities, Universität Innsbruck
Von Philipp Ferrara, Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie, Universität Innsbruck

Die Historische Netzwerkforschung gehört zum Pool der digitalen Forschungsmethoden in der Geschichtswissenschaft, deren Nutzen für das historische Arbeiten im Rahmen des Digital Turn erprobt und diskutiert wird. Der Workshop erörterte anhand laufender Projekte die Potenziale und Möglichkeiten der Netzwerkanalyse in der Geschichtswissenschaft sowie deren Schwierigkeiten.

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07.03.2019 - 08.03.2019 Institut für Zeitgeschichte München – Berlin, Forschungsabteilung Berlin; Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung, Regensburg
Von Jonas Jung / Paul Sprute, Institut für Zeitgeschichte München – Berlin

Makroökonomische und politische Transformationsprozesse haben weitreichende Auswirkungen auf gesellschaftliche Strukturen, kulturelle Normen sowie alltägliche Lebenswelten. Jedoch hat sich die Transformationsforschung bislang hauptsächlich auf die politische Steuerung dieser Umwälzungen fokussiert und deren Scheitern oder Erfolg als zentralen Maßstab gesetzt.

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15.03.2019 - 16.03.2019 Stadt Leipzig; Gedenkstätte für Zwangsarbeit, Leipzig; Romano Sumnal e.V., Leipzig; Sächsisches Psychiatriemuseum, Leipzig
Von Rina Depperschmidt / Jonas Nachtigall, Förderverein der Gedenkstätte für Zwangsarbeit, Leipzig

Auf insgesamt 28.000 m² wurde im Jahr 1892 die „Zwangsarbeitsanstalt zu St. Georg“ in der Leipziger Riebeckstraße 63 eröffnet, die ein Ensemble aus mehreren Backsteingebäuden umfasste, das heute noch weitgehend erhalten ist. Seit ihrer Gründung stand die „Städtische Arbeitsanstalt“ für eine kommunale Fürsorgepolitik, die Armut, Arbeitslosigkeit und psychischer Erkrankung mit Ausgrenzung und Arbeitszwang begegnete.

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Zeitschriften/

Das Heft widmet sich der Debatte um den Anteil des Sozialen am sich in seinen Extensionen selbst hervorbringenden und reflektierenden Menschen: dem Homo faber. Diese wurde im 20. Jahrhundert vor allem in der französischen Archäologie und historischen Anthropologie geführt und fand ihren Niederschlag dann in einer Anthropologie der Technik und der Medien.

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Forensische Methoden tragen in ihrer Gestaltung und Übersetzung materieller Spuren zu einem neuen Verständnis der Vergangenheit bei. Sie formen die Beziehungen zwischen Lebenden und Toten und rufen neue Dynamiken von Erinnerung und Trauer hervor. Diese Ausgabe der ZfK widmet sich der Rolle der Forensik in der Alltagskultur sowie in Kontexten von (Massen-)Gewalt der weiter zurückliegenden und unmittelbaren Vergangenheit – von kolonialen wissenschaftlichen Praktiken über die Aufarbeitung der NS-Zeit und des Spanischen Bürgerkriegs bis zum zeitgenössischen Mexiko.

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Die Ausgabe 22 widmet sich der Detmolder Ortsgruppe des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (CV) und ihrem Kampf gegen den Antisemitismus, vornehmlich in den Jahren 1918 bis 1933. Ein Beitrag zur Entwicklung der NSDAP-Ortsgruppen in Detmold während der Zeit des Nationalsozialismus schließt sich an.

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Dear colleagues,
I would kindly like to draw your attention to Issue 1, 2019, of "Suedosteuropa", offering research articles on Bosnia-Herzegovina, Croatia, and Serbia.

Tamara Banjeglav (Rijeka) displays Sarajevo's memoryscape with regard to the remembrance of the siege of the city 1992 to 1995.

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