Buchrezensionen/

Rez. von Sina Arnold, Zentrum für Antisemitismusforschung, Technische Universität Berlin

Die zeitgenössische und historische Rassismusforschung ist weiterhin häufig von einem „methodologischen Nationalismus“[1] geprägt, einer nationalstaatlichen Begrenzung bei der Betrachtung von Vorurteilsformationen und Differenzkategorien. Das ist bedauerlich, bräuchte es doch gerade in Zeiten transnationalisierter, postmigrantischer Gesellschaften einen analytischen Blick, der die historische Genese rassistischer Ideologien vergleichend betrachtet.

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Rez. von Jörn Glasenapp, Lehrstuhl Literatur und Medien, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Als einer der weltweit besten Kenner der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Konsequenzen der Digitalisierung im Allgemeinen und der sozialen Medien im Speziellen hat sich Roberto Simanowski in den letzten Jahren vielfach profiliert – unter anderem in seinen Essays und Essaysammlungen „Data Love“ (2014), „Facebook-Gesellschaft“ (2016) und „Abfall: Das alternative ABC der neuen Medien“ (2017).

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Rez. von Kacper Szulecki, Department of Political Science, University of Oslo

Milestone anniversaries of 1989 typically see a wave of publications on the fall of the Berlin Wall, end of the Cold War, but also dissent and human rights activism. The 30th anniversary is no different in terms of the sheer number of new publications. However, it does stand out from earlier commemorative occasions, in the visibly critical tone and edge of the books that came out, and Christie Miedema’s monograph is a great example.

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Rez. von Michael Wermke, Lehrstuhl Religionspädagogik, Theologische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Im Kanton Zürich, der sich in den 1520er-Jahren unter Zwingli der Reformation anschloss, ist in den letzten 30 Jahren der Anteil der evangelisch-reformierten Bevölkerung auf etwa ein Drittel gesunken. Zeitgleich sind die Anteile der Konfessionslosen und der römisch-katholischen Einwohnerschaft sowie auch der Anteil derer, die anderen christlichen, sowie muslimischen oder jüdischen Glaubensgemeinschaften angehören, angewachsen.

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Termine/

Call for Papers
04.06.2020 - 05.06.2020 Lehrstuhl für Denkmalpflege / Heritage Sciences Otto-Friedrich-Universität Bamberg Dr. habil. Johanna Blokker

English version: https://www.uni-bamberg.de/en/iadk/denkmalwissenschaften/conference-architecture-and-democratization/

In den Jahren 2019 und 2020 feiert Deutschland 70 Jahre seit seiner Nachkriegsteilung in West und Ost und 30 Jahre seit der Wiedervereinigung. Diese zwei Jubiläen bieten erneut Gelegenheit für eine Untersuchung der Prozesse, die 1949 zur Gründung der beiden deutschen Staaten führten, sowie der Prämissen, auf denen sie fußte und die 1990 bestätigt schienen: Prämissen wie die historische Notwendigkeit der Demokratie, der Wert des Internationalismus und die Möglichkeit einer friedlichen und stabilen Weltordnung.

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Ausstellungen
24.01.2020 - 22.03.2020 Libellus - Wissenschaftliche Dienstleistungen in Kooperation mit der Stadt Weimar und dem Weimarer Republik e.V., gefördert vom Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz

Am 13. März 1920 versuchten rechtsradikale Kräfte um General Walther von Lüttwitz, die junge Weimarer Republik zu stürzen und unter Wolfgang Kapp eine antidemokratische Regierung zu errichten. Die Auswirkungen des Kapp-Lüttwitz-Putsches wurden überall im Land spürbar; Epizentren des gewaltsamen politischen Bebens waren neben Berlin und dem rheinisch westfälischem Industrierevier die Regionen Thüringens.

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Call for Papers
16.04.2020 - 17.04.2020 Universität Rostock, Institut für Anglistik/Amerikanistik; Universität Graz, Zentrum für Inter-amerikanische Studien

Mobility is one of the crucial, perhaps even the prototypical experience of our time. In the current context of an “economically fashioned global society” (Jürgen Habermas) mobility has become an aggregate of individual and collective, real and imagined processes. Millions of migrants, refugees, exiles, diasporans, are representative of this principally endless, global mobility, they even seem to embody it.

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Call for Papers
29.10.2020 - 30.10.2020 Marion Dotter / Ulrike Marlow

Vom „halben Bein“ des Kriegsveteranen bis zur Begnadigung des Todeskandidaten: Hunderte Bittschriften zu unterschiedlichsten Themen und in verschiedensten Formen erreichten jährlich die Staatsoberhäupter des 19. Jahrhunderts. Aber nicht nur die höchsten Entscheidungsträger der Monarchien und frühen Republiken wurden um Gnadengaben gebeten, auch bedeutende Persönlichkeiten in ihrem Umfeld oder in anderen Macht- und Einflusspositionen, wie Hochadelige, Mitglieder der Herrscherfamilien, Minister oder Parlamentsabgeordnete waren über diese Textsorte mit dem Volk verbunden und konnten dadurch nicht selten ein enges Patronagenetzwerk aufbauen.
So umfangreich jedoch die Zahl der überlieferten Bestände, so überschaubar ist gleichzeitig die diesbezügliche Forschung.

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Ausstellungsrezensionen/

Grütter, Heinrich Theodor; Stottrop, Ulrike (Hrsg.) Mensch und Tier im Revier
08.07.2019 - 25.02.2020 Ruhr Museum / UNESCO-Welterbe Zollverein
Rez. von Julia Breittruck, Historisches Institut, FernUniversität in Hagen / Historisches Institut, Universität Mannheim

So alltäglich, so banal, so lokal und so brutal: Eine Fotografie von Mäusen aus klinischen Versuchen jüngeren Datums sowie einige Mäusefallen aus dem 19. und 20. Jahrhundert, zusammengestellt in einer Vitrine der Ausstellung „Mensch und Tier im Revier“ im Ruhr Museum in Essen, evozieren den Menschen als Nutznießer und zugleich Gegner dieser Tiere.

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Ruelfs, Esther; Beyerle, Tulga (Hrsg.) Amateurfotografie. Vom Bauhaus zu Instagram
03.10.2019 - 12.01.2020 Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Rez. von Dennis Jelonnek, Kunsthistorisches Institut, Freie Universität Berlin

Gleich an der ersten Wand der Hamburger Ausstellung zur Amateurfotografie, kuratiert von Esther Ruelfs, finden sich die Besucher/innen vor einem Exponat wieder, das die zentrale Herausforderung des Themas vor Augen stellt. Was zeigt diese Fotografie, die hier im ersten von insgesamt vier thematischen Abschnitten der Ausstellung mit dem Titel „Wider alle Regeln“ hängt? Auf der motivischen Ebene müssen sich die Betrachter/innen möglicherweise einen Moment besinnen, denn die rechteckige Bildfläche scheint lediglich von verteilten Graustufen strukturiert zu werden, die an manchen Stellen schärfer umgrenzt sind, an anderen Stellen weicher ineinander übergehen.

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Tagungsberichte/

08.10.2019 - 11.10.2019 Russländische Akademie der Wissenschaft
Von Angela Rustemeyer, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Die Tagung der Russländischen Akademie der Wissenschaft führte mehrheitlich einheimische Historiker/innen zusammen, aber auch einige internationale Gäste. Vorgestellt wurden Arbeiten zur Souveränität von Herrschern und Staaten in ihren verschiedenen Wirkungsgraden und Repräsentationen sowie ihren institutionellen, räumlichen und sozialen Grenzen, mit besonderem Augenmerk auf Religion und Kirche.

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25.10.2019 - 27.10.2019 Archiv der deutschen Jugendbewegung
Von Maria Daldrup / Sophie Reinlaßöder, Archiv der Arbeiterjugendbewegung, Oer-Erkenschwick

Die jährliche Tagung des Archivs der deutschen Jugendbewegung (AdJb) auf der Jugendburg Ludwigstein nahe Witzenhausen legte im Jahr 2019 ihren Fokus auf „Jugend im Kalten Krieg“. Damit verließ die Archivtagung inhaltlich die traditionellen Bezüge zur historischen, insbesondere bürgerlichen Jugendbewegung in Deutschland seit dem späten 19.

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13.06.2019 - 14.06.2019 Lisa Eberle, Universität Tübingen; Myles Lavan, St. Andrews University
Von Antonia Lakner, University of Oxford; Philip Schäfer, Universität Tübingen

Herrschaft und Widerstand gehen miteinander einher, so auch im römischen Reich. Von den Ständekämpfen in der frühen Republik bis hin zu Provinzrevolten im Prinzipat, von den Bürgerkriegen des ersten vorchristlichen Jahrhunderts bis hin zu den religiösen und politischen Konflikten in der Spätantike, von Meuterei im Heer bis hin zu städtischen Aufständen und Sklavenrebellionen – die römische Geschichte ist geprägt von politischen und sozialen Unruhen.

Mit diesen Unruhen und ihrer diskursiven Darstellung beschäftigte sich am 13.

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08.10.2019 - 11.10.2019 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
Von Marina Lehmann, Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

„Reflections on Code“ lautete das Motto der diesjährigen International Summer School (ISS), die jährlich den Auftakt für neue Studierende des hochschulübergreifenden Masterstudiengangs „Digitale Methodik in den Geisteswissenschaften“ bildet. Gemeinsam mit den Masterstudierenden nahmen jedoch auch Wissenschaftler aus dem Umfeld der Digitalen Geisteswissenschaften sowie interessierte Studierende anderer Fächer an der Summer School teil.

Nachdem in den vergangenen Jahren bereits ein besonderer Fokus auf Linked Open Data und Semantic Web sowie auf Annotationsmethoden lag, sollte in diesem Jahr die kritische Reflexion von digitalen Methoden und Tools im Mittelpunkt stehen.

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Zeitschriften/