Buchrezensionen/

Gilhaus, Lennart; Stracke, Jennifer; Weigel, Christian (Hrsg.): Gewalt und Wirtschaft in antiken Gesellschaften, Hamburg 2017
Rez. von Dorothea Rohde, Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie - Alte Geschichte -, Universität Bielefeld

Der anzuzeigende Sammelband umfasst die Beiträge des dritten interdisziplinären altertumswissenschaftlichen Nachwuchskolloquiums, das unter dem Titel „Gewalt und Wirtschaft in antiken Gesellschaften“ ausgerichtet wurde. Nebst einer Einleitung sind hier acht Vorträge von Doktoranden und Postdoktoranden sowie ein Abendvortrag abgedruckt.

In ihren einleitenden Bemerkungen (S.

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Banasch, Bettina; Rupp, Michael (Hrsg.): Rückkehrerzählungen, Göttingen 2018
Rez. von Annette Wolf, Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow, Leipzig

Wie Maxim Biller kürzlich in seiner ersten Heidelberger Poetikvorlesung danach fragte, ob Deutschland ein Ort für jüdische Schriftsteller sei und im selben Atemzug emphatisch den deutschsprachigen Literaturbetrieb entlarvte[1], so nimmt auch der Sammelband von Bettina Bannasch und Michael Rupp die Motive jüdischer Autorinnen und Autoren, die nach dem Holocaust nach Deutschland zurückkehrten, in den Blick und analysiert gleichermaßen die deutsche Gesellschaft nach 1945.

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Sobich, Frank Oliver; Bischoff, Sebastian: Feinde werden, Berlin 2015
Rez. von Susanne Kuß, Historisches Institut, Universität Bern

Ein Krieg ist immer auch ein Diskursereignis. Er steht im Mittelpunkt von jeweils unterschiedlichen, sich teilweise überlagernden Diskursen, zum einen solchen, die seinen Beginn rechtfertigen, zum anderen solchen, die die Ausübung von Gewalt legitimieren. Die Barbarisierung des Gegners dient in der Regel der Rechtfertigung der eigenen grausamen Gewalt.

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Dräger, Marco: Deserteur-Denkmäler in der Geschichtskultur der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt am Main 2017
Rez. von Bernd Bühlbäcker, Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften, Bergische Universität Wuppertal

Marco Dräger geht der Frage nach, „warum Deserteure ab den 1980er Jahren ‚denkmalswürdig‘ wurden, wie und von wem dieser historische Wandel eingefordert sowie begründet wurde und wie sich solche Denkmäler im Laufe der Zeit etablieren konnten – oder auch nicht.“ (S. 21) Basierend auf den Forschungsansätzen Generation und Gedächtnis lautet seine These, dass unterschiedliche Generationen unter den jeweiligen historisch-sozialen Bedingungen nicht nur eigene Geschichtsbilder besitzen, sondern diese im Feld der Geschichtskultur einschreiben, ihnen Dauerhaftigkeit und Legitimität verleihen und auch jenseits der eigenen Lebenszeit gegenüber etablierten konkurrierenden Geschichtsbildern quasi als neues historisches Paradigma durchzusetzen versuchen.

Folgerichtig diskutiert der Verfasser zunächst die Theorieangebote der Generationen-, Gedächtnis- und Denkmalforschung, ordnet danach seinen Gegenstand in den historisch-politischen Kontext der Bundesrepublik der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre ein und entwickelt anhand von zwei lokalen Fallstudien, Kassel und Göttingen, exemplarisch die kontroversen Auseinandersetzungen um ehemalige „Kriegerdenkmäler“ und ihre Transformation zu „Deserteur-Denkmälern“.

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Termine/

Call for Papers
30.01.2019 - 01.02.2019 Freistaat Bayern, vertreten durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (München) und das Institut für Volkskunde der Kommission für Bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (München) sowie die Beratungsstelle Immaterielles Kulturerbe Bayern, in inhaltlicher Kooperation mit der Gruppe der volkskundlichen Landesstellen und außeruniversitären Institute in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde

Kulturerbe hat nicht nur als Thema wissenschaftlicher Diskurse Konjunktur, sondern auch in Form verschiedener Programme und Konzepte. Die Konventionen der UNESCO, die Programme zum Europäischen Kulturerbe oder die Strukturen des Denkmalschutzes markieren das große politische und zivilgesellschaftliche Interesse an der zeitgenössischen Aneignung von tradiertem und vermitteltem Kulturerbe.

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Konferenz
20.09.2018 - 22.09.2018 Berliner Kirchenbauforum und Katholische Akademie in Berlin e.V.

Die Tagung „Evangelischer und katholischer Kirchenbau zwischen 1848 und 1938 in den deutschsprachigen Gebieten östlich der Elbe“ gewährt sowohl breite, als auch punktuelle Einblicke in die Sakralbaugeschichte Ostdeutschlands und Westpolens.

Die zweite Hälfte des 19. und die erste des 20. Jahrhunderts
sind durch Urbanisierungsprozesse und Entkirchlichungstendenzen
eine besonders interessante Zeit für den Kirchenbau.

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Konferenz
22.11.2018 - 24.11.2018 Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg

Die Geschichte des Fachs ist immanenter Bestandteil und Gegenstand kunsthistorischer Forschung. Seit den 1970er-Jahren lässt sich zudem ein wachsendes Interesse an den spezifischen medialen Konfigurationen der Kunstgeschichte beobachten. Die Marburger Tagung will diese Bemühungen erstmals systematisieren, indem sie Ansätze für eine fundierte medientheoretische Ausrichtung des Forschungsfeldes ‚Geschichte der Kunstgeschichte’ formuliert.

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Call for Papers
08.12.2018 - 08.12.2018 Heinrich-Heine-Institut der Landeshauptstadt Düsseldorf; Heinrich-Heine-Gesellschaft e.V.; Institut für Germanistik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Gesucht werden neue Arbeiten und Forschungsansätze, die sich mit dem Werk des Dichters, Schriftstellers und Journalisten Heinrich Heine beschäftigen oder die Heine-Zeit thematisieren. Die Forschungsergebnisse können auf Bachelor- und Masterarbeiten, Dissertationen oder laufenden, nicht abgeschlossenen Studien basieren und im Rahmen halbstündiger Vorträge einem interessierten und fachkundigen Publikum präsentiert werden.

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Ausstellungsrezensionen/

Bouvier, Beatrix; Auts, Rainer (Hrsg.) Karl Marx 1818-1883. Leben. Werk. Zeit
05.05.2018 - 21.10.2018 Rheinisches Landesmuseum Trier; Stadtmuseum Simeonstift Trier
Rez. von Wiebke Wiede, Fachbereich III, Neuere und Neueste Geschichte, Universität Trier

Zweiter Teil
Dritter Teil

Die Römerstadt Trier ist überreich an Denkmalen der Vergangenheit, und der Umgang mit steinernen Relikten kann im Allgemeinen als lässig bis nachlässig bezeichnet werden. Römische Ruinen überdauerten Jahrhunderte, im mittelalterlichen Stadtbild verbaut.

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05.05.2018 Museum Karl-Marx-Haus
Rez. von Wiebke Wiede, Fachbereich III, Neuere und Neueste Geschichte, Universität Trier

Erster Teil
Dritter Teil

Die Römerstadt Trier ist überreich an Denkmalen der Vergangenheit, und der Umgang mit steinernen Relikten kann im Allgemeinen als lässig bis nachlässig bezeichnet werden. Römische Ruinen überdauerten Jahrhunderte, im mittelalterlichen Stadtbild verbaut.

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Tagungsberichte/

14.06.2018 - 15.06.2018 Wolfgang Eric Wagner, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Von Fabian Erben / Hanno Jansen, Integriertes Graduiertenkolleg, SFB 1150 Kulturen des Entscheidens, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Die von WOLFGANG ERIC WAGNER (Münster) organisierte Tagung rückte die Entscheidungsfindung in spätmittelalterlichen Gemeinschaften in den Fokus der Betrachtung. Mit Blick auf das renommierte Nachschlagewerk Geschichtliche Grundbegriffe: Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland machte er in seiner Einführung deutlich, dass Entscheidungen innerhalb der Politik- und Sozialgeschichte zu einem zentralen Themenfeld gehören.

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11.06.2018 - 12.06.2018 Royal Academy of Letters, History and Antiquities, Stockholm; Gender and Work Research Project, Uppsala
Von Heinz Nauer, Historisches Inst., Univ. Bern

Der Haushalt, die Familie und die Verwandtschaft dienten in der historischen Forschung lange zur Erklärung, wie die Gesellschaft in einem ungefähren Vorher funktionierte. In dieser Erzählweise ging gesellschaftlicher Wandel häufig einher mit einem Bedeutungsverlust von familiären und verwandtschaftlichen Strukturen.

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08.06.2018 Silvy Chakkalakal, Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität zu Berlin; Gabriele Jähnert, Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien, Humboldt-Universität zu Berlin; Brigitta Kuster, Institut für Kulturwissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin; L.J. Müller, Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin; Katrin Köppert, Institut für Geschichte und Theorie der Gestaltung / Visuellen Kultur, Universität der Künste Berlin
Von Irene Hilden, Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität zu Berlin

Wie entstehen normative Klangbilder von Geschlecht und wie können sie analysiert und verlernt werden? Wann fungiert Schweigen als Widerstand? Wie ist die Wirkmächtigkeit von Aufnahme- und Abspielort von Tönen zu bewerten? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich die Teilnehmer_innen des eintägigen Symposiums „Un/Sounding Gender“, das sich dem Phänomen und Wissensobjekt Sound aus gendertheoretischen, historischen, künstlerischen sowie kultur- und musikwissenschaftlichen Perspektiven widmete.

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07.06.2018 - 09.06.2018 Mathias Althaler / Renate Hansen-Kokoruš / Ingeborg Jandl / Manuela Kovalev, Institut für Slawistik, Karl-Franzens-Universität Graz
Von Egor Lykov

Die von Renate Hansen-Kokoruš, Manuela Kovalev, Ingeborg Jandl und Mathias Althaler organisierte Konferenz behandelte aus einer interdisziplinären Perspektive die Marginalität in der russischen Kinematographie des 21. Jahrhunderts. Die moderne russische Gesellschaft ist gespalten, und die Filme spiegeln einerseits diese Spaltung wider, andererseits tragen sie ebenfalls zur weiteren Spaltung der Gesellschaft bei.

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Zeitschriften/

Zu diesem Heft – Falsche Codierungen

Sie war gemütlich, organisiert wie ein Club und unterkapitalisiert, die City of London vor dem Big Bang. Ihre Arbeitsweise war für Außenstehende intransparent, ihr Habitus und ihre Kleidung waren klassisch, es war ein Gentleman-Kapitalismus, in dem die Börsianer nur Risiken eingingen, die sie auch tragen konnten.

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Raumstrukturen mit ihren Bedeutungszuschreibungen unterliegen immer wieder Veränderungen. Gehen solche Umgestaltungen über längere Zeiträume hinweg vor sich, können sie leichter in die jeweiligen Raumkonzeptionen integriert werden. Kommt es jedoch zu plötzlichen Veränderungen, führt dies häufig zu Konflikten, weil sie als Eingriff in die eigene Ordnung und Orientierung wahrgenommen werden.

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Getreu dem Titel des neuen Heftes „Digitalität: Debakel, Chance, Neuorientierung?“ wird in verschiedenen Beiträgen die Rolle der Digitalität in den Geisteswissenschaften diskutiert, Vor- und Nachteile illustriert sowie die damit verbundenen Veränderungen aufgezeigt.
Die Idee für das Heft entstand im Zusammenhang mit der DHd Konferenz 2018, die den Titel „Kritik der Digitalen Vernunft“ trägt.

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Luso-Brazilian Review publishes interdisciplinary scholarship on Portuguese, Brazilian, and Lusophone African cultures, with special emphasis on scholarly works in literature, history, and the social sciences. Each issue of the Luso-Brazilian Review includes articles and book reviews, which may be written in either English or Portuguese.

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