Buchrezensionen/

Rez. von Christoph Beckmann, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Was kann ein Buch zum Verhältnis von Krankenmord und Holocaust noch leisten? Immerhin sind die Verbindungen zwischen beiden großen NS-Mordprogrammen lange bekannt. Die Herausgeber des vorliegenden Sammelbandes, Jörg Osterloh und Jan Erik Schulte, geben auf diese Frage eine bescheidene Antwort: Ausgehend vor allem von Arbeiten Henry Friedlanders[1], der sich umfassend mit den vielfältigen Verbindungen von Krankenmord und Holocaust auseinandergesetzt hat, soll der Sammelband mit Detailstudien und weiteren Analysen zur Überprüfung und Kontextualisierung von dessen Erkenntnissen beitragen.

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Rez. von Regina F. Bendix, Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie, Georg-August-Universität Göttingen

Der Sozialanthropologe Trevor Marchand hat bereits verschiedene Werke zum Handwerk unter dem Gesichtspunkt von Wissen, Ästhetik und kultureller Ausprägung verfasst, insbesondere zum Lehmbau sowohl im Jemen als auch in Mali. Das hier vorgelegte Werk konzentriert sich auf das Handwerken mit Holz und bietet ein Komplement verschiedener, aber gut vereinbarer Ziele: Es ist eine eingängige und äußerst klar verfasste Ethnographie zum Lehren und Erlernen der Möbelschreinerei; es verbindet einen Blick auf die gegenwärtige Situierung eines Nischenhandwerks mit dessen Wachstum und Institutionalisierung in der Geschichte Londons ebenso wie in der Geschichte britischer Bildungs-Policy; es bietet einen Beitrag zur Wissensanthropologie und ein leidenschaftliches Plädoyer für ein Auflösen der Grenzen zwischen prestigeträchtigem „Buchlernen“ und andern Formen des Wissens im staatlichen Bildungswesen.

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Rez. von Friedrich Asschenfeldt, Department of History, Princeton University

Mit diesem schmalen Band legt die amerikanische Literaturwissenschaftlerin Darra Goldstein eine Einführung in die Kulturgeschichte des Essens in Russland vor. Das Buch besteht aus drei historischen Skizzen, beginnend mit den wichtigsten Zutaten und Zubereitungstechniken („The Land and Its Flavors“), gefolgt von einer Darstellung von Lebensmittelknappheit („Hardship and Hunger“) und einer Geschichte der Gastlichkeit („Hospitality and Excess“).

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Rez. von Marc von Miquel, sv:dok, Dokumentations- und Forschungsstelle der Sozialversicherungsträger, Bochum

Die Disability Studies, deren Ursprünge in den USA und in Großbritannien liegen, haben sich mittlerweile auch in Deutschland zu einem anspruchsvollen und produktiven Forschungsfeld entwickelt. Vergleichbar mit den Gender Studies ist die Genese eng mit der betreffenden sozialen Bewegung und deren emanzipatorischen Theorieentwürfen verbunden – in diesem Fall der Behindertenbewegung.

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Termine/

Call for Papers
17.11.2023 - 18.11.2023 Ungarisches Institut der Universität Regensburg

A conference on political exile (1945-1989) from Hungary, the former Yugoslavia, and Czechoslovakia will be held at the Hungarian Institute of the University of Regensburg on November 17-18, 2023. The organizers welcome contributions - in German or English - from disciplines in the humanities and social sciences.

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Konferenz
16.02.2023 - 17.02.2023 BMBF-Forschungsverbund "Landschaften der Verfolgung" / Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-DIktatur

Seit 2019 untersucht der BMBF-Forschungsverbund "Landschaften der Verfolgung" interdisziplinär Ursachen, Ausmaße und Auswirkungen politischer Repression in der DDR. In unserer Abschlusstagung wollen wir eine (Zwischen-)Bilanz dieser Arbeit ziehen und uns über Dynamiken und Folgen politischer Repressionen austauschen, die Bedeutung quantitativer Forschungsdaten für Aufarbeitung politischer Haft in der DDR erörtern und die Frage nach Gerechtigkeit in den Jahren der Transformation stellen.

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Konferenz
16.03.2023 - 18.03.2023 Prof. Dr. Irene Dingel; Prof. Dr. Armin Kohnle; Dr. Henning P. Jürgens

Die XV. Wittenberger Frühjahrstagung 2023 widmet sich dem Thema: "Johann Agricola aus Eisleben (ca. 1494–1566) Vom Freund zum Gegner der Wittenberger". Der Wittenberger Theologe und spätere brandenburgische Hofprediger Agricola steht mit seiner theologischen Entwicklung und seiner Bedeutung für die Wittenberger Reformation im Mittelpunkt der Tagung.

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Konferenz
12.06.2023 - 14.06.2023 This conference is part of the AHRC-funded Materialising the Cold War project (Project number AH/V001078/1). The project is a collaboration between University of Stirling and National Museums Scotland, led by Principal Investigator Sam Alberti, Co-investigator Holger Nehring and Research Fellows Jim Gledhill and Jessica Douthwaite. We thank the AHRC and National Museums Scotland for their support.

We invite interested participants from across disciplines to join us for a conference on Cold War museology, 12-14 June 2023.

Speakers from historical, museological, heritage and memory studies backgrounds will explore the challenges of conceptualising the Cold War in a museological context.

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Ausstellungsrezensionen/

03.12.2022 - 02.04.2023 Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
Rez. von Bernd Holtwick, DASA Arbeitswelt Ausstellung, Dortmund

Um was geht es? Die von Henriette Pleiger kuratierte Ausstellung der Bundeskunsthalle macht die Antwort schwer. Der Titel spricht von „Handwerk und Berufen“. Der Einleitungstext nennt dann auch noch „Professionen“. Für alle Begriffe bleibt die präzise Definition ebenso unklar wie das, was sie verbindet.

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12.09.2022 - 16.04.2023 Ruhr Museum Essen
Rez. von Eckhard Schinkel, München

Zu den Schattenseiten des Industriezeitalters im Ruhrgebiet gehörte, dass um 1900 über 150 Kohlenzechen mit mehr als 175.000 Arbeitern, über 100 industrielle Großbetriebe – Hochofenanlagen, Eisen- und Walzwerke, Zinkhütten – sowie etwa eine Million Menschen ihre Abwässer ungeklärt in die Emscher entsorgten.[1] Der kleine Fluss zwischen der Ruhr im Süden und der Lippe im Norden mäandrierte in vorindustrieller Zeit mit wenig Gefälle aus seinem Quellgebiet südöstlich von Dortmund in Richtung Westen und mündete bei Duisburg in den Rhein.[2] Infolge der bergbaubedingten Tagesbrüche und Bergsenkungen, mancherorts mehr als 20 Meter tief, verlor der Fluss sein natürliches Gefälle.

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Tagungsberichte/

03.11.2022 - 05.11.2022 Simone Lässig / Mario Peters, German Historical Institute Washington; H. Glenn Penny, University of California, Los Angeles; Stefan Rinke, Free University of Berlin
Von Karina Kriegesmann, Freie Universität Berlin
 
28.10.2022 - 29.10.2022 Nadja Bennewitz, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; Leonard Stöcklein, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; Barbara Raub, Paul-Pfinzing-Gymnasium Hersbruck; Matthias Rittner, Gedenkstätte KZ Flossenbürg; Anja Sparberg, Staatstheater Nürnberg
Von Leonard Stöcklein, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; Felix Hoch, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; Johannes Möhler, Adam-Kraft-Gymnasium-Schwabach; Michael Gerhäußer; Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Zeitschriften/

Applauded as “silent heroes” on balconies at the beginning of the COVID-19 pandemic, nurses in various European countries spoke out as the pandemic progressed to highlight their precarious working conditions and their importance in combating the pandemic. A number of nursing ethics problems arose from the lack of sufficiently qualified nursing staff in intensive care, the lack of material equipment in hospitals and the inadequate working conditions in long-term care: How can a fair distribution of resources be ensured under pandemic conditions? How do nursing professionals deal with the fact that they were unable to meet the demands for professional and, in this sense, good nursing care? (The keywords “missed nursing care” and “moral distress” may be mentioned here.) How can nursing care do justice to vulnerable and elderly people under pandemic conditions (and, in the future, also in the event of epidemically occurring, dangerous infectious diseases), when their liberties must be restricted for their own protection?
The current pandemic experience has rekindled interest in epidemic history.

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Polen und Deutschland stecken in einer tiefen Krise. Sie ist von Vertrauensverlust, Entfremdung und Frust geprägt. Grund genug für eine Beziehungsanalyse: Osteuropa legt im neuen Band „Ächtungserfolg“ die Wurzeln der konfrontativen Deutschland-Politik der polnischen Rechten und ihrer tiefen Ressentiments offen und diskutiert die Reparationsfrage im Hinblick auf Recht, Moral und historische Traumata.

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