Buchrezensionen/

Pierenkemper, Toni; Fremdling, Rainer: Wirtschaft und Wirtschaftspolitik in Deutschland, Berlin 2018
Rez. von Jens Adamski, Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets, Bochum

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), das – als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft – seit 2016 den Namen „RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung“ trägt, gehört zweifellos zu den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten in Deutschland. 2018 feierte die Institution ihr 75-jähriges Bestehen als selbstständige Forschungseinrichtung und das Jubiläum bot zugleich einen geeigneten Anlass, die wechselvolle Geschichte des Instituts und seinen Beitrag zur Entwicklung der empirischen (und zugleich politikberatenden) Wirtschafsforschung in Deutschland in einer historischen Studie aufzuarbeiten.

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Steiner, Sebastian: Unter Kriegsrecht, Zürich 2018
Rez. von Béatrice Ziegler, Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz

Sebastian Steiner befasst sich in Unter Kriegsrecht mit einem Aspekt der Geschichte der Schweiz im Ersten Weltkrieg, der bislang kaum in den Fokus der historischen Forschung gelangt ist, obwohl die Frage der Militärjustiz in der zeitgenössischen Öffentlichkeit durchaus kontrovers diskutiert wurde: So kritisierte die Sozialdemokratische Partei sie als Klassenjustiz und verlangte schließlich ihre Abschaffung.

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Förster, Andreas: Zielobjekt Rechts, Berlin 2018
Rez. von Enrico Heitzer, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen / Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Über die Erkenntnislage zur extrem rechten „Szene“ in der Bundesrepublik und West-Berlin, über Verbindungen in entsprechende Milieus oder gar über eine angebliche oder tatsächliche heimliche Steuerung von militanten Neonazis und Rechtsterroristen durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR gibt es einige zum Teil sehr starke Thesen.[1] Bis auf die MfS-Unterlagen zum Münchner Oktoberfest-Attentat, die Verbindung mit dem Rechtsterroristen Odfried Hepp und einigen anderen markanten Einzelfällen hat sich jedoch kein/e Forscher/in systematisch mit den entsprechenden Archivalien der „Stasi“, wie das MfS in der rezensierten Arbeit genannt wird, auseinandergesetzt.

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Schäpers, Maria: Lothar I. (795-855) und das Frankenreich, Köln 2018
Rez. von Patrick Breternitz, Historisches Institut, Universität zu Köln

Mit der Bonner Dissertation von Maria Schäpers liegt die erste biographische Studie über Lothar I., den ältesten Sohn Ludwigs des Frommen, vor. Zwei weitere Dissertationen zu Lothar, einmal mit Schwerpunkt auf den diplomatischen Quellen, einmal mit Fokus auf den erzählenden Quellen, sind bereits abgeschlossen, aber noch nicht publiziert.[1] Lothar, dessen Mittelreich nach dem Tod seines gleichnamigen Sohnes zwischen seinen beiden Brüdern Ludwig dem Deutschen und Karl dem Kahlen aufgeteilt werden sollte, stand in der Forschung lange im Hintergrund hinter seinen jüngeren Brüdern.

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Termine/

Call for Papers
15.10.2019 - 16.10.2019 Faculty of Philosophy Niš; Center for Byzantine-Slavic Studies University of Niš; Center for Historical Geography; Historical Demography University of Belgrade

The two-day conference to be held at the Faculty of Philosophy, Niš, during the third week of October 14-18. 10. 2019. The exact date will be determined soon. We aim to explore the theme of mutual relation between road infrastructure and small size urban settlements during this conference.
We are looking for presentations that explore, but are not limited to:

- Roman and medieval road infrastructure
- Roman secondary agglomeration, mutation and mansion, mining settlements
- Medieval market towns and fairs, church facilities (monasteries and bishops seats etc.) or rulers and noblemen’s courts
- Ottoman small size urban structures - Palanka, Kasaba, Seher
- Recent archaeological evidence of road and urban settlements system
- Issue of continuity and disruption of road network and settlements in different ages
- Usage of digital technologies in the study of above-listed topics

Abstracts should be no more than 500 words, and it should be sent before 30.

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Konferenz
17.10.2019 - 19.10.2019 Hochschule Würzburg in Kooperation mit der AG Historische Sozialpädagogik/Soziale Arbeit

Während zur Geschichte Sozialer Arbeit im Nationalsozialismus mittlerweile eine große Zahl von Veröffentlichungen vorliegen, gilt dies für die frühe Nachkriegszeit in der BRD und DDR nicht bzw. nur sehr eingeschränkt: Abgesehen von einigen, wenigen Veröffentlichungen zur institutionell-organisatorischen Neuorganisation der Sozialen Arbeit bzw.

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Konferenz
27.06.2019 - 28.06.2019 NS-Dokumentationszentrum München in Kooperation mit dem Historischen Seminar, Ludwig-Maximilians-Universität

Mit der Kapitulation des Deutschen Reiches endete im Mai 1945 der Zweite Weltkrieg in Europa. Die Gewalt war jedoch keineswegs vorbei. Vielmehr begann mit der Nachkriegszeit ein neues Gewaltkapitel, in den vier Besatzungszonen, den ehemals deutsch besetzten Ostgebieten und bald auch in Asien.

Internierungen und Vertreibungen, Kriminalität und Lynchjustiz, Vergewaltigungen und Verschleppungen prägten die Zeit zwischen 1945 und etwa 1949.

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Call for Papers
19.11.2019 - 20.11.2019 Claire Zalc, Centre National de la Recherche Scientifique, Paris; Michal Frankl, Masaryk Institute and Archives of the Czech Academy of Sciences, Prague

Statelessness has been recognized as one of the major maladies of the 20th century. Historians, lawyers, political philosophers and others took a critical aim at the the exclusionary power of the nation state and decried the position of those stripped of their passport and rights. A stateless refugee, without state protection and possibly relying on a “Nansen passport”, become the symbol of exclusion from polity.

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Ausstellungsrezensionen/

10.10.2018 - 19.05.2019 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Rez. von Steffi de Jong, Historisches Institut, Universität zu Köln

Die Ausstellung „Angst. Eine deutsche Gefühlslage?“, die derzeit im Bonner Haus der Geschichte zu sehen ist, kann wohl als eine Antwort verstanden werden auf die seit den Anfängen von „Pegida“ häufig wiederholte Forderung, man müsse die Ängste und Sorgen der Menschen ernstnehmen. Die Ausstellung verfolgt dabei den äußerst interessanten Ansatz, die Angst an sich in den Mittelpunkt zu stellen.

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de Meersman, Min; Sari Middernacht (Hrsg.) Dauerausstellung des "AfricaMuseum"
09.12.2018 AfricaMuseum
Rez. von Julien Bobineau, Lehrstuhl für Französische und Italienische Literaturwissenschaft, Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Bereits seit mehreren Jahren sorgt das wiedereröffnete AfricaMuseum im Brüsseler Vorort Tervuren (Belgien) national und international für Debatten. Größter Kritikpunkt ist das aus der Kolonialzeit stammende Ausstellungskonzept, das die Institution bis zur zwischenzeitlichen Schließung im Jahre 2013 beibehielt.

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Tagungsberichte/

03.04.2019 - 05.04.2019 Andreas Deutsch, Forschungsstelle Deutsches Rechtswörterbuch, Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Von Katharina Falkson / Ingrid Lemberg / Stefaniya Ptashnyk, Heidelberger Akademie der Wissenschaften

RechtshistorikerInnen, HistorikerInnen, SprachwissenschaftlerInnen und ArchivarInnen kamen im Rahmen dieser internationalen Tagung gleichermaßen zu Wort. Die über achtzig TeilnehmerInnen kamen aus Japan, Tschechien, Belgien, Italien, Frankreich, Österreich, der Schweiz und Deutschland.

Die Tagung beleuchtete erstmals in dieser Form die Stadtrechte und Stadtrechtsreformationen von der Wende zur Neuzeit bis ca.

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15.02.2019 - 17.02.2019 Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 e. V.
Von Vaneh Andresian / Daniel E.D. Müller / Nils Peterson / Gabriel Weiß, Institut für Geschichtswissenschaft, Abteilung für Geschichte der Neuzeit, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Wie konnte sich seit dem Regierungsantritt der Nationalsozialisten der moralische Referenzrahmen innerhalb kürzester Zeit derart verschieben, dass der bürgerliche Humanismus deutscher Eliten in eine Moral des „Herrenmenschentums“ umschlug und hierdurch Genozid und Vernichtungskrieg in den Bereich des sittlich Möglichen rückten? Diese nach wie vor paralysierende Frage hatte sich die „Forschungsgemeinschaft 20.

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29.11.2018 - 01.12.2018 Christina Brauner, Universität Tübingen / Universität Bielefeld; Sita Steckel, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Von Andra Alexiu / Sita Steckel, Westfälische Wilhelms-Universität Münster; Ionuț Cucu, Freie Universität Berlin

The phenomenon of polemical comparisons is well known in the cultural history of religious perceptions: Religious opponents were often the subject of disparaging comparisons, to animals such as pigs and dogs but also to established religious “others”. Bad Christians could be accused of being like – or worse than – Turks or Jews, Jews were admonished not to fall so low as to behave like Christians, while deviant Muslims might be likened to unbelievers and so on.

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11.04.2019 - 12.04.2019 Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Stuttgart; Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein, Karlsruhe; Württembergischer Geschichts- und Altertumsvereins, Stuttgart; Stadt Karlsruhe
Von Viktor Fichtenau, Historisches Seminar, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Das 200- sowie 100-Jährige Jubiläum der Verfassungen von Baden und Württemberg von 1818/19 und 1919 gab Anlass für diese Tagung. Die Veranstalter legten Wert darauf, nicht die Verfassungen selbst sowie deren Inhalt in den Vordergrund zu rücken, sondern den Fokus auf die Entstehungsbedingungen, die Rezeption sowie die realpolitische Auslegung des Verfassungstextes zu richten – denn erst das politische Handeln spiegele die Verfassungswirklichkeit wider, so der Tenor der Tagung.

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Zeitschriften/

SEHEPUNKTE
Rezensionsjournal für die Geschichtswissenschaften
ISSN 1618-6168
http://www.sehepunkte.de/

sehepunkte 19 (2019), Nr. 5

Liebe Leserinnen und Leser,

da uns in den letzten Wochen verstärkt etliche Rezensionsangebote bzw. -wünsche erreicht haben, nutzen wir gerne die Gelegenheit für einige Hinweise: Alle in den sehepunkten publizierten Besprechungen werden grundsätzlich durch das Herausgebergremium bzw.

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

es freut uns, Ihnen heute wieder Buchbesprechungen zur Sozial- und Zeitgeschichte präsentieren zu können.

Die Rezensionen verstehen sich als Teil des Rezensionsapparats von Band 59 (2019) des Archivs für Sozialgeschichte und sind über den Internetauftritt der Friedrich-Ebert-Stiftung zugänglich.

Das Archiv für Sozialgeschichte steht ihnen retrodigitalisiert zur Recherche zu Verfügung.

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Historische Wandlungsprozesse und aktuelle Erscheinungsformen von Sprachen sind ein Spiegel sozialer und kultureller Gegebenheiten, insbesondere in multilingualen Räumen.

Der Themenband „Sprache" des Jahrbuchs des BKGE eröffnet ein breites Fragenspektrum am Beispiel der deutschen Sprache im östlichen Europa und ihrer Wechselbeziehungen mit den umgebenden Sprachen in Geschichte sowie Gegenwart und erörtert ihre Bedeutung für Politik, Kultur und Gesellschaft.

Ein Akzent liegt auf dem dem Sprachgebrauch der deutschen Minderheiten im östlichen Europa im 19.

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