Buchrezensionen/

Bindernagel, Franka: Deutschsprachige Migranten in Buenos Aires:, Paderborn 2018
Rez. von Barbara Potthast, Historisches Institut, Universität zu Köln

Forschungen zu deutschen Migranten in Lateinamerika wurden lange Zeit nur aus der Perspektive des Nationalstaates untersucht, bis in die 1960er-Jahre standen sie meist unter dem Paradigma des “Deutschtums im Ausland” und wurden aus diesem Grund von jüngeren deutschen Historiker/innen eher gemieden.

[weiterlesen...]
Vennen, Mareike: Das Aquarium, Göttingen 2018
Rez. von Felix Lüttge, Seminar für Medienwissenschaft, Universität Basel

Aquarien, lernt man aus diesem Buch, sind Teil der Geschichte der Naturforschung ebenso wie einer Geschichte künstlicher Welten. Aquarien richten Umwelten ein: Damit die Wassertiere und -pflanzen, die in ihnen leben sollen, nicht zugrunde gehen, müssen ihre Lebensbedingungen erst hergestellt und dann erhalten werden.

[weiterlesen...]
 
Kaczmarek, Ryszard: Polen in der Wehrmacht, Berlin 2017
Rez. von Jens Boysen, Institut für Politische Studien der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Warschau

Dass eine bedeutende Zahl polnischer Staatsbürger aus den 1939 ins Deutsche Reich eingegliederten Gebieten der Zweiten Polnischen Republik als sogenannte „Volksdeutsche“ in der Wehrmacht gedient haben, war zwar generell bekannt. Eine systematische Untersuchung zu diesem Thema fehlte jedoch bislang.

[weiterlesen...]
Patel, Kiran Klaus: Projekt Europa, München 2018
Rez. von Lutz Raphael, Universität Trier

„Achtung: Aufräumarbeiten“ – dieser Hinweis könnte als Motto über allen acht Kapiteln von Patels Buch stehen. Auf gut 360 Seiten Text entfaltet es eine „kritische Geschichte“ der Europäischen Union und ihrer Vorgängerorganisationen. Als Inhaber der „Jean-Monnet-Professur“ für Europäische Geschichte an der Universität Maastricht hat Patel getan, was endlich getan werden musste: aus der Binnensicht eines Experten, der die Akten, aber auch die Bibliothek der Spezialforschung zu den Brüsseler Institutionen genau kennt, eine nüchterne, faktenorientierte Zwischenbilanz der Europäischen Union vorzulegen.

[weiterlesen...]

Termine/

Workshop
21.03.2019 - 22.03.2019 Museumsakademie Joanneum

Historisch betrachtet ist die Rolle des Museums als Ort der Orientierung und Meinungsbildung unbestritten. Schon in seiner frühen Phase unterstützte es sein Publikum dabei, Erfahrungen des Alltags einzuordnen, Entwicklungen der unmittelbaren Gegenwart zu bewerten und Neuigkeiten in ein Ordnungssystem einzubetten.

[weiterlesen...]
Call for Articles
15.03.2019 Georg Fertig, Halle; Sandro Guzzi-Heeb, Lausanne; Elisabeth Timm, Münster

Popular Genealogy and Historical and Anthropological Research: Motives – Practices – Resources

Thematic volume of the Rural History Yearbook (RHY, Jahrbuch für die Geschichte des ländlichen Raums), publication: 2021, eds. Georg Fertig (Halle), Sandro Guzzi-Heeb (Lausanne), Elisabeth Timm (Münster).

Genealogy is on the one hand a widespread leisure activity that brings many people into contact with history.

[weiterlesen...]
 
Call for Papers
19.09.2019 - 21.09.2019 Dr. Linda Erker, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien; Prof. Claudia Kraft, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien; Prof. Till Kössler, Institut für Pädagogik, Historische Erziehungswissenschaft, Universität Halle; Katharina Seibert, Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie, Universität Leipzig

In der zeithistorischen Forschung spielt(e) Spanien oft die Rolle des „forschungsgegenständlichen Exoten“. In der Auseinandersetzung mit den historischen Entwicklungen im 20. Jahrhundert stellten die Pyrenäen dabei mehr als nur eine natürliche Grenze zwischen der Iberischen Halbinsel und dem restlichen Kontinent dar.

[weiterlesen...]
Konferenz
04.04.2019 - 06.04.2019 Arbeitskreis „Das Haus im Kontext. Kommunikation und Lebenswelt“ und Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft, Marburg

Die internationale und interdisziplinäre Tagung befasst sich mit dem Wohnen als private und zugleich gesellschaftliche Kultursphäre, das nicht nur mehr oder weniger konform zu gesellschaftlichen Regeln und Vorschriften vollzogen wird, sondern zu diesen in Diskrepanz bzw. Konfrontation trat bzw. tritt.

[weiterlesen...]

Ausstellungsrezensionen/

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland; Deutsche Kinemathek (Hrsg.) Kino der Moderne
14.12.2018 - 24.03.2019 Bundeskunsthalle, Bonn; Deutsche Kinemathek, Berlin
Rez. von Michael Grisko, Erfurt

Nachdem man die lichtdurchflutete Eingangshalle der Bundeskunsthalle in Bonn durchschritten und den Einlass passiert hat, fallen in der Ausstellung „Das Kino der Moderne“ zunächst die überlebensgroßen Porträts an der Wand links ins Auge. Die Großaufnahmen, die z.T. von dem renommierten Fotografen August Sander stammen, weisen auf die erste zentrale These der Ausstellung hin: Die Industrialisierung der Fotografie und deren populäre Verbreitung evoziert eine Wechselwirkung zwischen Inszenierung und Typisierung, die auch vom standardisierten und auf Massentauglichkeit abzielenden Film der Weimarer Republik bedient wird.

[weiterlesen...]
 
18.10.2018 - 17.03.2019 Museum für Kunst und Gewerbe
Rez. von David Templin, Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien, Universität Osnabrück


Abb. 1: Das Großplakat an der Museumsfassade zeigt das britische Fotomodell „Twiggy“, 1966 aufgenommen vom amerikanischen Modefotografen Ronald Traeger.
(Foto: Michaela Hille, Museum für Kunst und Gewerbe)


_Abb.

[weiterlesen...]

Tagungsberichte/

10.10.2018 - 13.10.2018 Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin, Charité Universitätsmedizin, Berlin; Deutsche Gesellschaft für Krankenhausgeschichte
Von Paola Gozzi / Andreas Jüttemann, Institut für Geschichte der Medizin, Charité Universitätsmedizin Berlin

Die Eröffnung der Ausstellung „50 Jahre Klinikum Steglitz“ auf dem Charité Campus Benjamin Franklin war zugleich der Auftakt für ein viertägiges Symposium. Die Begrüßung der Ausstellungsgäste erfolgte durch den Vorstandsvorsitzenden der Charité, Karl Max Einhäupl, die Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf, Cerstin Richter-Kotowski, den Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Krankenhausgeschichte (DGKG), Fritz Dross, und den Ausstellungskurator, Andreas Jüttemann.

Das inhaltliche Programm der Tagung umfasste ein Grußwort von VOLKER HESS (Berlin), dem Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin, zehn Vorträge und eine Führung.

[weiterlesen...]
29.11.2018 - 01.12.2018 Cornelia Brink (Geschichte) / Olmo Gölz (Islamwissenschaft), Sonderforschungsbereichs 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen“, Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg im Breisgau
Von Dennis Pulina, Seminar für Griechische und Lateinische Philologie, Universität Freiburg; Leo Vössing, Historisches Seminar, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Heldentaten waren und sind noch oft mit Gewalthandeln verbunden. In zahlreichen Heldenerzählungen definiert es maßgeblich die Handlungsmacht eines Helden. Gleichzeitig stellt sich die Frage nach dessen Legitimität, wenn man mit Popitz Gewalt als eine Machtaktion definieren möchte. Unter dem Fokus des Heroischen hat sich die Tagung nicht nur dem Spannungsfeld von Heroischem, Gewalt und Legitimität, hinsichtlich eines Individuums oder ganzer Gemeinschaften gewidmet, sondern auch dem Erleben von Gewalt, den Opfern, sowie der Abkehr von ihr.

[weiterlesen...]
 
06.12.2018 - 07.12.2018 Exzellenzcluster „Religion und Politik“ / Historisches Seminar, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Von Jan H. Wille, Historisches Seminar, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Anfang Dezember 2018 diskutierten in Münster zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachbereiche über eine Neuvermessung des Verhältnisses von Religion und Politik im Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945. Eingeladen von THOMAS GROSSBÖLTING und OLAF BLASCHKE (beide Münster) galt es, die in der Forschung gängige Verhältnisbestimmung von NS-Bewegung und den beiden christlichen Kirchen auf den Prüfstand zu stellen.

[weiterlesen...]
08.11.2018 - 09.11.2018 Carmen Cardelle de Hartmann, Universität Zürich; Martina Giese, Universität Potsdam
Von Frank Buschmann, Institut für Germanistik, Universität Leipzig

Dem Zitat in seinen unterschiedlichen Ausprägungen in mittelalterlicher Literatur und Kultur widmeten sich verschiedene Beiträge der Jahrestagung des Mediävistischen Arbeitskreises der Herzog August Bibliothek. Für die Organisation zeichneten Carmen Cardelle de Hartmann und Martina Giese verantwortlich.

Die Tagung hatte zum Ziel, unterschiedliche Facetten des Zitates und Zitierens in der mittelalterlichen Kultur und Schriftlichkeit interdisziplinär zu beleuchten.

[weiterlesen...]

Zeitschriften/

In fünf Artikeln werden Probleme der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte ländlicher Gesellschaften, Wirtschaftsmuster sowie Lebens- und Glaubensformen besprochen. Die Ausgangsfrage lautet: Was macht das Leben, die Wirtschaft und Kultur auf dem platten Land aus, und mit welchen Methoden gehen wir die Frage an? Die Autorinnen und der Autor stellen anhand unterschiedlicher Quellen Methoden der Archäologie, der Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie der Kulturgeschichte vor, mit ihren jeweils spezifischen Zugängen und Aussagehorizonten.

[weiterlesen...]
 

EDITORIAL
Obwohl die neue Sozial- und Kulturgeschichte seit ihren Anfängen minderprivilegierten Gruppen der Gesellschaft große Aufmerksamkeit gewidmet hat, erstreckt sich dieses Interesse bis in die Gegenwart meist nicht auf Behinderungen physischer oder psychischer Natur. Erst mit großer Verspätung wurde diese Ungleichheitskategorie zum Gegenstand systematischer historischer Studien, was angesichts der beträchtlichen Verbreitung von Behinderungen geradezu erstaunlich wirken muss.

[weiterlesen...]

Die historische Homosexualitätenforschung hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten stark gewandelt. So gewannen nicht nur die Themen sowie die theoretischen und methodischen Perspektivierungen an Komplexität, auch der gesellschaftliche Kontext, in dem diese Forschung betrieben wurde und wird, hat sich verändert.

[weiterlesen...]