Buchrezensionen/

Rez. von Fruzsina Müller, Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin

Die Erforschung sozialistischer Gesundheitssysteme hat Konjunktur: In den letzten Jahren sind einige Publikationen zum Gesundheitssystem der DDR erschienen, zudem laufen aktuell mehrere Forschungsprojekte, die das sozialistische Gesundheitswesen im europäischen oder globalen Kontext untersuchen.[1] Dieses Interesse an historischen Alternativen zur gegenwärtigen Gesundheitsversorgung in der Bundesrepublik und vergleichbaren europäischen Staaten ist wenig verwunderlich, wenn Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen aus den öffentlichen Strukturen herausgelöst werden, verstärkt in privater Trägerschaft funktionieren und somit marktwirtschaftlichen Logiken entsprechen müssen.

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Rez. von Elisabeth Joris, Zürich

Sabine Braunschweig hat die Broschüre zur Geschichte des Basler Blindenheims zum 125-jährigen Jubiläum der Institution im Auftrag der Stiftung und der Betreiberunternehmung geschrieben. Der in Brailleschrift zu ertastende Titel auf der Vorderseite sowie die gleichzeitige Ausgabe als Hörbuch machen deutlich, dass die Broschüre auch auf blinde beziehungsweise sehbehinderte Menschen ausgerichtet ist und nicht primär auf Leser:innen aus dem akademischen Umfeld.

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Rez. von Michael Kopsidis, Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO), Halle (Saale)

Thema des vorliegenden Buches sind die Reaktionen der polnischen und deutschen Akteure auf dem Bodenmarkt auf die forcierte staatliche Bodenaufkaufs- und Ansiedlungspolitik in den Provinzen Posen und Westpreußen des späten Kaiserreichs. Diese war 1886 mit der Gründung der Königlichen Ansiedlungskommission institutionalisiert worden und zielte darauf ab, in polnisch geprägten Siedlungsgebieten im Osten Preußens den deutschen Anteil am Agrarland und an der ländlichen Bevölkerung substantiell zu erhöhen.

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Rez. von Britta-Marie Schenk, Historisches Seminar, Universität Luzern

Die deutschsprachige Forschung zur Geschichte der Obdachlosigkeit im 20. Jahrhundert steckt noch in den Anfängen.[1] Bislang dominieren sozial- und erziehungswissenschaftliche Studien das Feld; in der geschichtswissenschaftlichen Literatur spielen Obdachlose keine Hauptrolle. Insofern leistet die Dissertation von Nadine Recktenwald Pionierarbeit, wenn sie nach den Erfahrungen von Obdachlosen in Deutschland zwischen 1924 und 1974 fragt.

Der Zeitraum ist plausibel gewählt, da der Staat hier stark in die Obdachlosenfürsorge eingegriffen hat – mal zum Vorteil, mal zum Nachteil der von Wohnungslosigkeit Betroffenen.

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Termine/

Call for Papers
06.03.2025 - 07.03.2025 Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Our workshop aims to discuss modern statehood and state building in contemporary Spain. Following Charles S. Maier’s concept “Leviathan 2.0”, the focus will be on ideas and practices of governance and their transformation in Spain since the 19th century. Our aim is both to analyse the domestic dimensions of statehood and conditions for state building and to trace the influence of international developments and transnational exchange processes of concepts, ideas and knowledge.

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Konferenz
18.09.2024 - 20.09.2024 Prof. Dr. Gabriel Zeilinger, Lehrstuhl für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; in Kooperation mit der AG Landesgeschichte im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands

Die ökologischen Herausforderungen und Krisen der Gegenwart werfen Fragen auch an die Geschichtswissenschaften auf. Sie sind u. a. Anlass für einen verstärkten Blick auf historische Diskurse über das Verhältnis von Mensch und Natur sowie auf frühere Praktiken von Landschaftspflege, Ressourcenmanagement, Nachhaltigkeit, Ver- und Entsorgung etc.

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Call for Papers
12.12.2024 - 14.12.2024 AIM Gender

AIM GENDER: 15. Tagung in Stuttgart-Hohenheim, 12. – 14. Dezember 2024

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Konferenz
02.07.2024 - 04.07.2024 Institut für Österreichische Geschichtsforschung der Uni-Wien; Botstiber Institute for Austrian-American Studies

The Great War and the breakup of the Habsburg monarchy left its successor states with the challenge of state building under difficult conditions. This conference brings together scholars from North America and Europe to discuss the strategies of Austria and the successor states to develop their state capacities and to provide basic public goods with the support of American experts on different levels of administration.

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Ausstellungsrezensionen/

01.03.2024 - 01.09.2024 Jüdisches Museum Frankfurt
Rez. von Alexandra Klei, Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg

Dass es zu den grundlegenden Funktionen von Architektur gehört, Schutz zu bieten, ist ein Allgemeinplatz, der für viele von uns oft so selbstverständlich ist, dass wir ihn im Alltag einfach hinnehmen. Da wir es bei den neun in der Ausstellung „Architekturen des Überlebens“ präsentierten Räumen nicht mit Gebäuden zu tun haben, kann es diese Schutzfunktion sein, auf die sich der Architekturbegriff im Titel bezieht: Vorgestellt werden uns Höhlen, Hohlräume, Nischen, Gruben, Kanäle, ein Baum, ein Schrank und Kammern, die sich polnische Juden und Jüdinnen einzeln oder in kleinen Gruppen zeitweilig zur Unterkunft machten, um sich der Verfolgung und Ermordung durch die deutschen Nationalsozialist:innen und ihre Helfer:innen zu entziehen.

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23.06.2021 Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Rez. von Stephan Jaeger, Department of German and Slavic Studies, University of Manitoba

Was genau ist die Aufgabe des am 23. Juni 2021 im komplett entkernten und neugestalteten Deutschlandhaus am Anhalter Bahnhof in Berlin eröffneten Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung und seiner Ständigen Ausstellung?[1] Wie kann dieses Dokumentationszentrum den Spagat bewältigen, einerseits eine vermeintliche Leerstelle des deutschen Gedenkens und des historischen Wissens zum Leiden der deutschen Vertriebenen um 1945 zu schließen und andererseits einen Ort zu schaffen, der allen Flüchtlingen und Vertriebenen, gerade im heutigen Deutschland, eine Sprache und einen Raum gibt sowie zu kritischen Diskussionen über Zwangsmigration im 21.

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Tagungsberichte/

14.03.2024 - 16.03.2024 Deutsches Polen-Institut (Darmstadt); Technische Universität Dresden
Von Benedikt Stimmer, Institut für Osteuropäische Geschichte, Universität Wien; Agnieszka Zagańczyk-Neufeld, Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte, Ruhr-Universität Bochum
 
25.04.2024 - 27.04.2024 Forschungsgruppe History of National Diversity; Institut für Osteuropäische Geschichte, Universität Wien
Von Hannah Steckelberg, Institut für Osteuropäische Geschichte, Universität Wien

Zeitschriften/

Mira Anneli Naß, Steffen Siegel (Hg.)

Vermessene Bilder
Von der Fotogrammetrie zur Bildforensik

Praktiken der Vermessung sind mit zentralen Problemen der Fotogeschichte verbunden. Hierzu gehören nicht allein das Erfassen, Ordnen und Archivieren von Fotografien, sondern auch bildbasierte Strategien von Normierung, Kontrolle, Vermarktung und Machtausübung.

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Die Diskussion um die Bedeutung des Völkerrechts ist so alt wie dieses selbst. Von seinen Anfängen in der Antike bis zur heutigen Charta der Vereinten Nationen verbinden sich mit ihm hochfliegende Hoffnungen wie enttäuschte Erwartungen gleichermaßen. Die jüngsten militärischen Konflikte in der Ukraine, in Bergkarabach und im Nahen Osten haben die Auseinandersetzung um seinen Stellenwert neu entfacht.

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