Buchrezensionen/

Dora, Cornel; Schnoor, Franziska (Hrsg.): An der Wiege Europas, Basel 2018
Rez. von Kirsten Wallenwein, SFB 933 "Materiale Textkulturen", Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit am Historischen Seminar, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Die Stiftsbibliothek St. Gallen widmete die Sommerausstellung des Jahres 2018 ihren insularen Schriftzeugnissen; die „Wiege Europas“ steht hier entgegen der allgemeinen Erwartung im äußersten Westen. Der Ausstellungskatalog besticht durch seine Konzeption, denn die darin versammelten Beiträge von Cornel Dora, Philipp Lenz, Andreas Nievergelt, Dáibhí Ó Cróinín, Karl Schmuki und Franziska Schnoor verstehen es auf beeindruckende Weise, die handschriftliche Überlieferung zum Sprechen zu bringen.

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Schäpers, Maria: Lothar I. (795-855) und das Frankenreich, Köln 2018
Rez. von Patrick Breternitz, Historisches Institut, Universität zu Köln

Mit der Bonner Dissertation von Maria Schäpers liegt die erste biographische Studie über Lothar I., den ältesten Sohn Ludwigs des Frommen, vor. Zwei weitere Dissertationen zu Lothar, einmal mit Schwerpunkt auf den diplomatischen Quellen, einmal mit Fokus auf den erzählenden Quellen, sind bereits abgeschlossen, aber noch nicht publiziert.[1] Lothar, dessen Mittelreich nach dem Tod seines gleichnamigen Sohnes zwischen seinen beiden Brüdern Ludwig dem Deutschen und Karl dem Kahlen aufgeteilt werden sollte, stand in der Forschung lange im Hintergrund hinter seinen jüngeren Brüdern.

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Hacke, Jens: Existenzkrise der Demokratie, Berlin 2018
Rez. von Alexander Gallus, Institut für Politikwissenschaft, Technische Universität Chemnitz

Weimar ist wieder en vogue. Einhundert Jahre nach Novemberrevolution und Gründung der Weimarer Republik finden die Jahre zwischen 1918 und 1933 eine verstärkte Aufmerksamkeit. Dabei haben sich Historiographen ebenso wie intellektuelle Streiter in der Öffentlichkeit vom lange vorherrschenden „Weimar-Komplex“[1] befreit, der letztlich auf eine zum Ritual verfestigte Abgrenzung der bundesdeutschen Demokratie von ihrer Vorgängerin hinauslief.

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Kantor, Julia (Hrsg.): Pobratimy, Moskau 2019
Rez. von Corinna Kuhr-Korolev, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Pobratimy, Verbrüderte, lautet der Titel dieses tausendseitigen Bandes, der die Evakuierung der Leningrader Bevölkerung in das sowjetische Hinterland während des Zweiten Weltkriegs beleuchtet. Ausgangspunkt für diese kollektive Arbeit unter der Leitung der Herausgeberin Julia Kantor aus St. Petersburg war die Feststellung, dass zwar mittlerweile umfangreiche Forschungsliteratur über das Schicksal der Leningrader Bevölkerung während der Blockade zwischen Oktober 1941 und Januar 1944 vorliegt, jedoch eine systematische Untersuchung der Frage fehlt, wie es jenen Bürgerinnen und Bürgern erging, die aus der Stadt evakuiert wurden.

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Termine/

Call for Papers
08.06.2019 Gutenberg-Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien / Buchwissenschaft JGU Mainz; Institut für Buchwissenschaft, FAU Erlangen; Stiftung Lesen

Einladung an Nachwuchswissenschaftler/innen
Zur Expertentagung „Dimensionen des Lesens“ auf Schloss Herrenhausen, Hannover, 6.-8. November 2019

Lesen ist ein vielschichtiges Alltagsphänomen, das in nahezu allen Lebenssituationen als Rezeptions- und Kommunikationsgrundlage Relevanz hat und bei jedem Einzelnen in der Gesellschaft ausreichende Kompetenzen und Praxis erfordert.

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Workshop
18.06.2019 Haus der Kulturen der Welt

The New Alphabet School is a school for artistic, curatorial, poetic and activist research practices. Inaugurated with an (Un-)Learning Place in January 2019 with 80 international participants, it continues as a series of events for self-organized learning, collaboration and discussion. For the edition #1 on Translating, participants of the New Alphabet School convene workshops and invite new members to register and join the school.

Registration:
Until June 1, 2019 at newalphabet@hkw.de, please submit the following information:

Which workshops would you like to attend?

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Akademische Ankündigungen
26.06.2019 Leuphana Centre for Digital Cultures (CDC); Berlin Institute for Cultural Inquiry (ICI)

Thinking about technological changes or ‘revolutions’ is often marked by a presentist, ahistorical mode of thinking and debate. The tropes mobilized in contemporary discussion about ‘digitalization’ and its technologies are usually technicist, innovation- or even disruption-oriented, both in their affirmative and in their critical guises.

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Summerschools, Kurse u.ä.
22.07.2019 - 27.07.2019 Estonian Institute of Historical Memory

“One day, no matter what, we will win!”
When hope conquers the empire

Dear historians, history teachers and graduate students of history!
After the Second World War, the Cold War broke out and a bipolar world emerged, which was divided into the communist Eastern Bloc and the democratic Western world, each with their own allies.

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Ausstellungsrezensionen/

10.10.2018 - 19.05.2019 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Rez. von Steffi de Jong, Historisches Institut, Universität zu Köln

Die Ausstellung „Angst. Eine deutsche Gefühlslage?“, die derzeit im Bonner Haus der Geschichte zu sehen ist, kann wohl als eine Antwort verstanden werden auf die seit den Anfängen von „Pegida“ häufig wiederholte Forderung, man müsse die Ängste und Sorgen der Menschen ernstnehmen. Die Ausstellung verfolgt dabei den äußerst interessanten Ansatz, die Angst an sich in den Mittelpunkt zu stellen.

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de Meersman, Min; Sari Middernacht (Hrsg.) Dauerausstellung des "AfricaMuseum"
09.12.2018 AfricaMuseum
Rez. von Julien Bobineau, Lehrstuhl für Französische und Italienische Literaturwissenschaft, Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Bereits seit mehreren Jahren sorgt das wiedereröffnete AfricaMuseum im Brüsseler Vorort Tervuren (Belgien) national und international für Debatten. Größter Kritikpunkt ist das aus der Kolonialzeit stammende Ausstellungskonzept, das die Institution bis zur zwischenzeitlichen Schließung im Jahre 2013 beibehielt.

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Tagungsberichte/

29.11.2018 - 01.12.2018 Christina Brauner, Universität Tübingen / Universität Bielefeld; Sita Steckel, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Von Andra Alexiu / Sita Steckel, Westfälische Wilhelms-Universität Münster; Ionuț Cucu, Freie Universität Berlin

The phenomenon of polemical comparisons is well known in the cultural history of religious perceptions: Religious opponents were often the subject of disparaging comparisons, to animals such as pigs and dogs but also to established religious “others”. Bad Christians could be accused of being like – or worse than – Turks or Jews, Jews were admonished not to fall so low as to behave like Christians, while deviant Muslims might be likened to unbelievers and so on.

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11.04.2019 - 12.04.2019 Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Stuttgart; Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein, Karlsruhe; Württembergischer Geschichts- und Altertumsvereins, Stuttgart; Stadt Karlsruhe
Von Viktor Fichtenau, Historisches Seminar, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Das 200- sowie 100-Jährige Jubiläum der Verfassungen von Baden und Württemberg von 1818/19 und 1919 gab Anlass für diese Tagung. Die Veranstalter legten Wert darauf, nicht die Verfassungen selbst sowie deren Inhalt in den Vordergrund zu rücken, sondern den Fokus auf die Entstehungsbedingungen, die Rezeption sowie die realpolitische Auslegung des Verfassungstextes zu richten – denn erst das politische Handeln spiegele die Verfassungswirklichkeit wider, so der Tenor der Tagung.

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11.03.2019 - 15.03.2019 Zentrum für Medien und Interaktivität, Arbeitsbereich Fachjournalistik Geschichte, Justus-Liebig-Universität Gießen
Von Ulrike Koppermann, Justus-Liebig-Universität Gießen; Michaela Scharf, Ludwig Boltzmann Institute for Digital History (LBIDH), Wien

Die Analyse visueller Zeugnisse ist zu einem integralen Bestandteil zeitgeschichtlicher Forschung geworden. Zeithistoriker/innen sind nicht länger Zuschauer/innen einer von anderen Disziplinen wie der Kunstgeschichte geführten Diskussion, sondern gestalten die Debatten um den Visual Turn in den Geisteswissenschaften maßgeblich mit.

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28.03.2019 FWF-DACH-Projekt "Issues with Europe" / Forschungszentrum Digital Humanities, Universität Innsbruck
Von Philipp Ferrara, Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie, Universität Innsbruck

Die Historische Netzwerkforschung gehört zum Pool der digitalen Forschungsmethoden in der Geschichtswissenschaft, deren Nutzen für das historische Arbeiten im Rahmen des Digital Turn erprobt und diskutiert wird. Der Workshop erörterte anhand laufender Projekte die Potenziale und Möglichkeiten der Netzwerkanalyse in der Geschichtswissenschaft sowie deren Schwierigkeiten.

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Zeitschriften/

Historische Wandlungsprozesse und aktuelle Erscheinungsformen von Sprachen sind ein Spiegel sozialer und kultureller Gegebenheiten, insbesondere in multilingualen Räumen.

Der Themenband „Sprache" des Jahrbuchs des BKGE eröffnet ein breites Fragenspektrum am Beispiel der deutschen Sprache im östlichen Europa und ihrer Wechselbeziehungen mit den umgebenden Sprachen in Geschichte sowie Gegenwart und erörtert ihre Bedeutung für Politik, Kultur und Gesellschaft.

Ein Akzent liegt auf dem dem Sprachgebrauch der deutschen Minderheiten im östlichen Europa im 19.

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Das Heft widmet sich der Debatte um den Anteil des Sozialen am sich in seinen Extensionen selbst hervorbringenden und reflektierenden Menschen: dem Homo faber. Diese wurde im 20. Jahrhundert vor allem in der französischen Archäologie und historischen Anthropologie geführt und fand ihren Niederschlag dann in einer Anthropologie der Technik und der Medien.

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Forensische Methoden tragen in ihrer Gestaltung und Übersetzung materieller Spuren zu einem neuen Verständnis der Vergangenheit bei. Sie formen die Beziehungen zwischen Lebenden und Toten und rufen neue Dynamiken von Erinnerung und Trauer hervor. Diese Ausgabe der ZfK widmet sich der Rolle der Forensik in der Alltagskultur sowie in Kontexten von (Massen-)Gewalt der weiter zurückliegenden und unmittelbaren Vergangenheit – von kolonialen wissenschaftlichen Praktiken über die Aufarbeitung der NS-Zeit und des Spanischen Bürgerkriegs bis zum zeitgenössischen Mexiko.

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