Buchrezensionen/

Rez. von Lutz Fiedler, Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien, Potsdam

Dem Werk von Hannah Arendt kommt eine seine Zeit überdauernde Aktualität zu, die es zum wichtigen historischen Referenzpunkt auch gegenwärtiger Auseinandersetzungen macht. Nirgends ist dies unmittelbarer zu beobachten als an der dramatischen Relevanz ihrer Analysen für die Beschreibung totalitärer Herrschaft in Putins Russland.

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Rez. von Ansbert Baumann, Lehrstuhl für Europäische Zeitgeschichte, Universität des Saarlandes

Der Verlauf der Geschichte ist niemals eindeutig determiniert, und gerade, wenn die großen Entwicklungen einer Epoche als hinlänglich bekannt und „erforscht“ gelten, lohnt sich häufig ein genauerer Blick, um Ambivalenzen und komplexe Zusammenhänge erkennen zu können. Dies verdeutlicht der von Mareike König und Élise Julien verfasste siebte Band der Handbuchreihe „Deutsch-Französische Geschichte“ über die vorrangig aus konfliktgeschichtlicher Perspektive interpretierten Jahre zwischen 1870 und 1918 bereits in seinem Titel: Die Nebeneinanderstellung der vordergründig antagonistischen Begriffe Verfeindung und Verflechtung weisen auf den multiperspektivischen Ansatz der Autorinnen hin, die sich damit explizit gegen eine teleologische Sichtweise auf diesen von zwei deutsch-französischen Kriegen eingerahmten Zeitraum wenden.

Den Vorgaben der Handbuchreihe entsprechend, gliedert sich der Band in drei Teile: Nach dem ausführlichen chronologischen Überblick werden anhand ausgewählter thematischer Schwerpunkte Fragen und Perspektiven der Forschung analysiert; als dritter Teil folgt eine thematisch geordnete Bibliografie, die durch zwei Karten, eine Zeittafel und ein Register ergänzt wird.

Der chronologische Überblick wird von Kapiteln zum Deutsch-Französischen Krieg und zum Ersten Weltkrieg quasi eingerahmt.

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Rez. von Massimiliano Livi, Forschungszentrum Europa, Universität Trier

„Euroscepticism is on the march. Millions of Europeans appear to have lost faith in Brussels and the institutions of the European Union.“ Mit dieser Feststellung eröffnen Mark Gilbert und Daniele Pasquinucci ihre Einleitung zu dem Sammelband „Euroscepticism“, den sie zu Beginn des Jahres 2020 herausgegeben haben.

Die fünf Jahre vor der Publikation waren durch einen regelrechten Ansturm europakritischer Kräfte unterschiedlicher Natur geprägt, die inmitten von Finanz-, Flüchtlings- und Brexitkrise die Grundfesten der Europäischen Integration zu erschüttern schienen.

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Rez. von Isabella Löhr, Centre Marc Bloch, Berlin

Die Geschichte des Internationalismus hat sich zu einem attraktiven und dynamischen Teilbereich der internationalen Geschichte entwickelt. Im Umfeld einer regen Forschungsaktivität zu internationalen Organisationen als Orte, wo Experten, internationale Beamte, politische Akteure oder Aktivisten konkurrierende, widerstreitende oder asymmetrische Weltordnungsentwürfe entwarfen und diese über konkrete Programme in den verschiedensten gesellschaftlichen Lebensbereichen zu verankern versuchten, eignete sich der Begriff des Internationalismus, um die Vielzahl an Motiven, Programmen, Wissensbeständen und Aktivitäten zu fassen, mit denen historische Akteure aus verschiedenen Regionen, gesellschaftlichen und politischen Spektren sich grenzübergreifend engagierten.

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Termine/

Akademische Ankündigungen
25.08.2022 - 25.08.2022 Ausstellungs- und Gedenkort Friedhof der Märzgefallenen

Podiumsdiskussion auf dem Friedhof der Märzgefallenen am 28. August ab 18 Uhr.

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Akademische Ankündigungen
31.08.2022 - 31.08.2022 Humboldt Universität zu Berlin

Mit Antonia von Trott zu Solz und Christopher Li. Auf den 7.500 Schallplatten des Lautarchivs der Humboldt-Universität zu Berlin finden sich faszinierende Tonaufzeichnungen: Stimmen historischer Persönlichkeiten aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs etwa oder längst verschwundene deutsche Dialekte.

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Konferenz
08.09.2022 - 10.09.2022 German Historical Institute London in collaboration with the Prize Papers Project

The conference will analyse the significance of a global material mobility at a time of great transformation between the early modern and the modern period. It will focus on objects and their trajectories a) from a global history and from a global microhistory perspective, b) from the perspective of colonial history, and (c) particularly on their intersection.

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Workshop
06.10.2022 - 07.10.2022 Arbeitsbereich Geschichte und ihre Didaktik

Der Arbeitsbereich Geschichte und ihre Didaktik der Bergischen Universität Wuppertal veranstaltet am 6. und 7. Oktober den Workshop „Digitales historisches Lernen?! – Empirische Perspektiven auf die digitale Geschichtskultur“

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Ausstellungsrezensionen/

03.12.2021 - 28.08.2022 Museum für Kommunikation Berlin
Rez. von Martin Schmitt, Institut für Geschichte, Technische Universität Darmstadt

Historiker:innen beschäftigen sich mit Zusammenhängen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Aussagen über die Zukunft sind nicht ihr Metier. Trotzdem ist „Zukunft“ seit einigen Jahren ein beliebtes Sujet der Geschichtswissenschaft. Da Historiker:innen aus der Kenntnis der Geschichte nichts Verlässliches über die Zukunft vorauszusagen vermögen, fragen sie nach den Zukunftsvorstellungen früherer Akteur:innen.

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Plankensteiner, Barbara (Hrsg.) Benin. Geraubte Geschichte
17.12.2021 Museum am Rothenbaum. Kulturen und Künste der Welt (MARKK)
Rez. von Isabel Eiser, Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe“, Universität Hamburg

Auf Einladung Barbara Plankensteiners, der Direktorin des MARKK, sind zur Ausstellungseröffnung im Dezember 2021 hochkarätige Gäste gekommen. Es ist ein politisches Ereignis, da nach vielen Jahren der Debatten nun tatsächlich die Restitution der Benin-Bronzen angekündigt wird. Abba Isa Tijani, Generaldirektor der nigerianischen Museumskommission, spricht auf der Hamburger Eröffnung von der geplanten Rückgabe der Benin-Bronzen als „Beginn eines neuen Kapitels der Kooperation“.[1] Für ihn sind diese Objekte Botschafter der westafrikanischen Region, da sich durch sie in Europa ein profunderes Verständnis von afrikanischer Kunst entwickelt habe.[2] Der Botschafter Nigerias in der Bundesrepublik, Yusuf Tuggar, beschreibt den Ausstellungsraum als für den einen Anlass vollgepackt: die endgültige Rückgabe der Benin-Bronzen.[3] Und der Hamburger Kultursenator Carsten Brosda kündigt an, dass sich mit eben dieser Ausstellung die Perspektive einer bedingungslosen Restitution verbinde.[4]


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Tagungsberichte/

29.10.2021 - 30.10.2021 Bastiaan Bouwman, Research Unit “Borders”, Cluster of Excellence “Contestations of the Liberal Script (SCRIPTS)”, Freie Universität, Berlin
Von Julia Reinke, Masaryk Institute and Archives of the Czech Academy of Sciences, Prague
 
17.06.2022 - 18.06.2022 Antje Kempe, Universität Greifswald
Von Frank Rochow, Interdisciplinary Center for Baltic Sea Region Research

Zeitschriften/

Der neue Band der „Mannheimer Geschichtsblätter“ trägt seinen Namen zurecht: Fast alle Beiträge thematisieren Aspekte der Geschichte der Quadratestadt, ausgenommen die Ausführungen Mahsa Öztürks zu einem Menit-Gegengewicht, dem Teil eines Halsschmucks aus der Zeit von Pharao Osorkon I., und Ralf Richard Wagners zur kurpfälzischen „Sommerhauptstadt“ Schwetzingen.

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Das neue Heft von Sozial.Geschichte Online ist erschienen und steht wie immer auf dem Server der Universität Duisburg-Essen zum kostenlosen Download bereit. Im Editorial stellen wir unsere Gedanken und einige offene Fragen zum andauernden Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine zur Diskussion und freuen uns über Beiträge hierzu.

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2020 jährte sich zum 50. Mal das Ende des Verbots, das es Frauen untersagte, Fußball in vereins- und verbandsmäßig organisierten Strukturen zu spielen: Der Deutsche Fußballbund wie auch der Französische Fußballverband hoben es 1970 auf. Doch auch danach blieben in der fußballerischen Praxis die Hürden hoch, sich Raum und Respekt zu verschaffen und dafür zu sorgen, dass der Fußballsport auch eine Frauendomäne wird.

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Das zweite Heft des 69. Jahrgangs der JGO ist ein offenes Heft und beinhaltet drei Beiträge.

Eingangs befasst sich Tadeusz Wojtych (Cambridge) in seinem Aufsatz “Politics, Community, and Entertainment" mit der Rezeption sowjetischer Liedermacher im sozialistischen Polen. Der Artikel untersucht die Popularität dieser Musik, analysiert die ihr zugeschriebene Bedeutung und fragt nach der politischen Dimension dieses Musikgenres in Polen.

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