Buchrezensionen/

Rez. von Florian Wagner, Historisches Seminar, Universität Erfurt

Abschiebelager sind in Deutschland wissenschaftlich kaum untersucht. Der vorliegende Sammelband über „Praktiken der (Im-)Mobilisierung“ will dies ändern, nennt aber auch die Gründe, warum eine Untersuchung von „Ankerzentren“, Sammelunterkünften und Rückführungslagern schwierig ist. Der Zugang zu Lagern wird Wissenschaftler:innen und Journalist:innen meist verwehrt, die Archivdokumentation ist schwer zugänglich (sofern überhaupt vorhanden), und die Migrant:innen selbst treten aufgrund struktureller Diskriminierung und expliziter Isolierung selten als Wissensproduzent:innen oder Informant:innen auf.

Zentralisierte Sammellager für Migrant:innen wurden bereits 1982 in Bayern eingeführt – laut Verantwortlichen zum Zwecke einer bewusst „kargen, lagermäßigen Unterbringung“ zur Abschreckung und Verhinderung von Integration.

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Rez. von Svetlana Bogojavlenska, Arbeitsbereich Osteuropäische Geschichte, Johannes Gutenberg Universität Mainz

Als „Jerusalem des Nordens” war Litauen mit Vilnius jahrhundertelang für seine blühende jüdische Kultur und Gelehrsamkeit bekannt. Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg wurde diese unwiderruflich zerstört. Arūnas Babnys, einer der Autoren des Bandes „The History of Jews in Lithuania”, formuliert es folgendermaßen: „Not only were people murdered: a centuries-old culture, customs and traditions were erased, and property and other material values were plundered” (S.

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Rez. von Daniel Bellingradt, Institut für Buchwissenschaft, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Unter der Obhut von fünf Herausgeberinnen und Herausgebern wurden in dem vorliegenden Band 32 Expertinnen und Experten für eine ungewöhnliche Langzeitperspektive zur Bildungsgeschichte Nordeuropas versammelt. Laut der Einleitung von Merethe Roos und Kjell Lars Berge wird in dem Sammelband beabsichtigt, nach spezifischen Zusammenhängen von Lehr- und Schulbüchern („textbooks“) und einer als distinktiv wahrgenommenen nordischen Kultur und Bildung während der letzten rund 500 Jahre zu suchen.

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Rez. von Andy Davies, University of Liverpool

The formerly colonial territories of French India remain under-recognised as a subject of academic interest, especially in Anglophone writing. This is unfortunate given the distinctive ways in which colonialism played out in these territories, often in contrast to other parts of South Asia. French India was made up of five comptoirs, which were territorially and demographically small, and spatially dispersed across South Asia, with a “capital” in Pondicherry/Puducherry in South India.

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Termine/

Vorlesungsreihe
27.01.2022 - 17.02.2022 Ignatz-Bubis-Stiftungslehrstuhl der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg

Eine Vortragsreihe des Ignatz-Bubis-Stiftungslehrstuhls für Geschichte, Religion und Kultur des europäischen Judentums der HfJS, initiiert von Dr. Diana Matut, Lehrstuhlvertretung im WiSe 21/22.

Die Vorträge werden via Zoom übertragen.

Link: https://us06web.zoom.us/j/84274492791?pwd=NmRGNU9nZTRtWDJobTNTRThxelJuZz09

Meeting-ID: 842 7449 2791 / Passcode: 398 564

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Vorlesungsreihe
24.01.2022 Zentrum für Islamische Theologie an der Westfälischen Wilhelm-Münster Universität, Forschungsgruppe Leib und Leiblichkeit

Vortrag von PD Dr. Tatjana Petzer

Wintersemester 2021/22 / Online-Veranstaltungsreihe

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Call for Articles
20.01.2022 - 04.02.2022 Sibirica

Call For Articles: Sibirica - Interdisciplinary journal of Siberian studies

Special Issue Proposal: The spectrum of intersectionality in the Arctic –from discrimination to diversity and inclusion

Guest editors: Dina Abdel-Fattah, Doris Friedrich, Olivia Lee, Sardana Nikolaeva

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Call for Articles
18.01.2022 - 15.02.2022 Diyâr. Journal of Ottoman, Turkish and Middle Eastern Studies

For the sixth issue of Diyâr (Autumn 2022), we welcome original and as yet unpublished contributions from all research areas of Ottoman, Turkish and Middle Eastern Studies. Articles may be submitted to Julia Fröhlich (diyar@ergon-verlag.de) until February 15th, 2022.

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Ausstellungsrezensionen/

Frenzel, Monika; Gepp, Christian; Wimmer, Markus (Hrsg.) Maximilian 1. Aufbruch in die Neuzeit
25.05.2019 - 12.10.2019 Burghauptmannschaft Österreich, Hofburg Innsbruck
Rez. von Maximilian Krüger, Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

Kaiser Maximilian I. (1459–1519), der dem Haus Habsburg Weltgeltung verschaffte, ist eine der Schlüsselfiguren der österreichischen Geschichtsschreibung. Wenn man heute, nach 500 Jahren, auf ihn zu sprechen kommt, hat man wahrscheinlich zuerst das markante Profil des Habsburgers vor Augen. Vielleicht denkt man an die Tafelmalereien von Bernhard Strigel, die den römisch-deutschen König auf der Höhe seines Lebens präsentieren: im vergoldeten Prunkharnisch mit Krone, Zepter und Schwert; oder das letzte berühmte Bildnis, von Albrecht Dürer, das den Kaiser am Ende seines Lebens zeigt.

Dem bekanntesten aller Habsburger, der sich in vielerlei Hinsicht von den Herrschergestalten vorangegangener Zeiten, aber auch seiner eigenen Zeit, sonderbar abhebt, widmete die Burghauptmannschaft Österreich anlässlich seines 500.

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Beitin, Andreas; Klose, Alexander; Steininger, Benjamin (Hrsg.) Oil. Schönheit und Schrecken des Erdölzeitalters
04.09.2021 - 09.01.2022 Kunstmuseum Wolfsburg
Rez. von Christian Götter, Deutsches Museum München

Die Ausstellung „Oil. Schönheit und Schrecken des Erdölzeitalters“ im Kunstmuseum Wolfsburg (mit einer begleitenden und vertiefenden Publikation) widmet sich einem zentralen Element der Moderne – dem Öl. Sie wurde von Alexander Klose und Benjamin Steininger angeregt und gehört zu deren größerem, internationalem Projekt „Beauty of Oil.

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Tagungsberichte/

29.10.2021 - 30.10.2021 Clemens Knobloch / Christian Meyer / Andrea Ploder / Erhard Schüttpelz, Teilprojekt P02 „Medien der Praxeologie II: Zur Methodologiegeschichte der AV-Sequenzanalyse“ im SFB 1187 „Medien der Kooperation“; Teilprojekt P01 „Medien der Praxeologie I: Die ,Discovery Procedures‘ der Science and Technology Studies“ (Projektleitung: Tristan Thielmann, Anne Rawls, Michael Lynch); Teilprojekt B06 „Un/erbetene Beobachtung in Interaktion: ,Intelligente Persönliche Assistenten‘ (IPA)“ (Projektleitung: Stephan Habscheid und Dagmar Hoffmann)
Von Christine Hrncal / Tim Moritz Hector, Germanistisches Seminar, SFB 1187 „Medien der Kooperation“ (TP B06), Universität Siegen

Die Beiträge der Online-Tagung diskutierten das Zusammenspiel von Ideen, Praktiken und Infrastrukturen in der Geschichte und aktuellen Nutzung sequenzanalytischer Zugänge in der Linguistik und Sozialtheorie.

SUSANNE GÜNTHNER (Münster) widmete sich verschiedenen Aspekten sequenzieller Praktiken der Personenreferenz und Ausprägungen interaktiver Dynamiken in deutschen und chinesischen Chat-Interaktionen.

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05.11.2021 - 06.11.2021 Julia Herzberg / Nataliia Sinkevych, Geschichte Ostmitteleuropas und Russlands in der Vormoderne, Historisches Seminar, Ludwig-Maximilians-Universität München
Von David Khunchukashvili, Historische Fakultät, Ludwig-Maximilians-Universität München

In der heutigen Forschung wird der Frage nach der Entstehung verschiedener Identitätsentwürfe im frühneuzeitlichen Osteuropa aktiv nachgegangen. Man denke beispielsweise an zahlreiche Konferenzen, die das Deutsche Historische Institut Moskau in den letzten Jahren zu diesem Thema veranstaltet hat. Auch der zu besprechende Workshop entwickelte dieses Thema weiter.

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Zeitschriften/

Das Doppelheft 3/4 des 68. Jahrgangs der JGO ist als Themenheft unter dem Titel „Vernichtungskrieg, Besatzung und juristische Aufarbeitung: Opferperspektiven“ erschienen. Die darin enthaltenen Beiträge russischer, ukrainischer und deutscher Historikerinnen und Historiker richten den Blick auf zivile Opfergruppen des Zweiten Weltkriegs und nehmen neben den Opfern der nationalsozialistischen Besatzungsherrschaft in den besetzten sowjetischen Gebieten auch Opfer des Stalinismus in den von der Roten Armee befreiten Regionen in den Blick.

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HSR Supplement 33 (2021) - Epidemics and Pandemics – the Historical Perspective (ed. Jörg Vögele, Luisa Rittershaus & Katharina Schuler)

Epidemics and pandemics have always accompanied mankind and have had lasting effects on the development of societies far beyond their demographic and epidemiologic impact.

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SEHEPUNKTE
Rezensionsjournal für die Geschichtswissenschaften
ISSN 1618-6168
http://www.sehepunkte.de/

sehepunkte 22 (2022), Nr. 1

Liebe Leserinnen und Leser,

obwohl der Januar nun bereits zur Hälfte hinter uns liegt, dürfen wir Ihnen an dieser Stelle noch einmal alles Gute zum neuen Jahr wünschen! Auch 2022 werden wir Sie möglichst umfassend, zeitnah und präzise über Neuerscheinungen aus den Geschichts- und Kunstwissenschaften informieren.

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Rund 325 Millionen Tonnen Fleisch werden weltweit im Jahr produziert. Die Nachfrage hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als verdoppelt. In Deutschland hingegen ist der Fleischkonsum zwischen 2010 und 2020 von 62,4 auf 57,3 Kilogramm zurückgegangen.

Der kritische Diskurs zum scheinbar selbstverständlichen Grundnahrungsmittel hat hierzulande an Breite und Schärfe zugenommen.

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