Buchrezensionen/

Nützenadel, Alexander (Hrsg.): Das Reichsarbeitsministerium im Nationalsozialismus, Göttingen 2017
Rez. von Mark Spoerer, Institut für Geschichte, Universität Regensburg

Seit einigen Jahren ist es unter Ministerien und Behörden, sowohl auf Bundes- als auch mittlerweile auf Länderebene, geradezu Mode, die Geschichte der Institution bzw. ihrer Vorgänger im Dritten Reich und/oder der Bundesrepublik untersuchen zu lassen. Vorangegangen war das Auswärtige Amt, dessen 2005 eingesetzte Historikerkommission fünf Jahre später eine Studie vorlegte, die zunächst wegen ihrer pointiert formulierten Thesen und später wegen des handwerklichen Vorgehens stark umstritten war.

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Großmann, Britt: Elisabeth Busse-Wilson (1890-1974), Weinheim 2017
Rez. von Maria Daldrup, Historisches Institut, Justus-Liebig-Universität Gießen

Elisabeth Busse-Wilson (1890–1974) gehört zu den wenigen Zeitgenossinnen, die die Jugendbewegung bereits frühzeitig kritisch in den Blick nahmen. Insbesondere dem Verhältnis der Geschlechter galt ihr Hauptaugenmerk, nicht nur im eng gesteckten Rahmen der Jugendbewegung, sondern auch als Frage der Vergesellschaftung der Frau im Allgemeinen.[1] So einflussreich Busse-Wilson im ersten Drittel des 20.

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Brunnbauer, Ulf; Buchenau, Klaus: Geschichte Südosteuropas, Ditzingen 2018
Rez. von Stefan Troebst, Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO), Leipzig

Als Mathias Bernath 1971 an der Freien Universität Berlin die erste Professur für die Geschichte Südosteuropas im deutschen Sprachraum antrat und damit das Teilfach als „gesonderte Disziplin“ fest etablierte, gab es so gut wie keine für die universitäre Lehre taugliche Fachliteratur in deutscher Sprache.

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Siemens, Daniel: Stormtroopers, New Haven 2017
Rez. von Stefan Dölling, Köln

Auf den ersten Blick zählt die nationalsozialistische ‚Sturmabteilung‘ (SA) nicht unbedingt zu den offensichtlichen Forschungslücken der Zeitgeschichte. Zahlreiche Autorinnen und Autoren haben sich bereits mit diesem Thema befasst und dabei teilweise Arbeiten hervorgebracht, die sich ohne weiteres zu den ‚Klassikern‘ der Zunft zählen lassen.[1] Eine wissenschaftliche Gesamtdarstellung der Geschichte der SA von ihren Anfängen im Jahr 1920 bis 1945 erschien allerdings erst im Jahr 1989 mit Peter Longerichs ‚Braunen Bataillonen‘ – einem Werk, welches den bis dahin erreichten Forschungsstand zur SA widerspiegelte und das seit nunmehr fast 30 Jahren die Rolle des einschlägigen Standardwerks ausfüllt.[2] Mit der überarbeiteten Fassung seiner 2016 in Bielefeld eingereichten Habilitationsschrift präsentiert Daniel Siemens nun einen würdigen und noch dazu sehr gut lesbaren Nachfolger für diese Position.

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Termine/

Call for Papers
28.03.2019 - 29.03.2019 Historische Kommission für Westfalen

Am 28. und 29. März 2019 veranstaltet die Historische Kommission für Westfalen zum dritten Mal einen Workshop für Doktorandinnen und Doktoranden, die sich im weitesten Sinne mit der Geschichte Westfalens beschäftigen. Der Workshop richtet sich nicht nur an Doktoranden des Faches Geschichte, auch Arbeiten aus verwandten Disziplinen wie Kunstgeschichte, Theologie, Ethnologie/Volkskunde aber auch Rechtsgeschichte, Musikwissenschaft oder Architektur sind ausdrücklich erwünscht.

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Konferenz
23.06.2018 Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein; Historischer Verein für Mittelbaden

Die Zeit zwischen 1525 und 1789, zwischen dem Bauernkrieg in Deutschland und der Revolution in Frankreich, war sozialgeschichtlich gesehen keine „Konfliktpause“: Spannungen zwischen Untertanen und ihrer Herrschaft verdichteten sich immer wieder, manche gerieten zum „Dauerkrach“ wie in Rust in der Ortenau, bei anderen verhinderte wohl auch das kollektive Gedächtnis an 1525, die Angst vor ähnlichen Katastrophen, Schlimmeres.

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Call for Papers
10.09.2018 - 11.09.2018 Joint workshop between the Herder Institute for Historical Research on East Central Europe and the Aleksanteri Institute – University of Helsinki

Discourses about the essence of Digital Humanities (DH) became very frequent in the last decade. While digital mega-projects increasingly attract large research funding both on national and on European level, a large number of questions regarding the added value of DH tools, the robustness of methodological approaches and vulnerabilities of infrastructure remain open.
This workshop – the first of a series on the challenges of DH in Europe, with a special focus on Eastern Europe – takes up a challenge to reflect on ‘digital turn’ in the context of area studies.

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Call for Papers
24.05.2019 - 26.05.2019 Dr. Kateřina Kolářová, Charles University, Prague; Prof. Dr. Martina Winkler, CAU Kiel

Looking at the history of state socialism through the lens of disability history facilitates new and important insights and enriches our understanding of both the specific features of socialist structures and of disability in modern societies in general. In order to collect existing results of scholarship in this field, bring together researchers on an international basis, discuss concepts, terminology and methodology, and – first and foremost – develop new and innovative questions, we invite interested scholars to participate in our book project on Disability in State-Socialism.

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Ausstellungsrezensionen/

Haus der Geschichte Baden-Württemberg (Hrsg.) ... denn die Zeiten ändern sich
22.12.2017 - 24.06.2018 Haus der Geschichte Baden-Württemberg
Rez. von Silke Mende, Institut für Zeitgeschichte München - Berlin

Alle zehn Jahre wieder steht ein Jubiläumsmarathon zu „1968“ ins Haus. Während viele der damaligen Protagonistinnen und Protagonisten mittlerweile in die Rentenjahre gekommen sind, findet die Auseinandersetzung mit dem Erbe von 1968 dieses Mal vor einer veränderten politischen Landschaft in Deutschland und Europa statt: Systemkritik und Populismus machen sich allenthalben lautstark bemerkbar, und mit der AfD sitzt eine Partei aus diesem Spektrum im Bundestag, die dezidiert „weg vom links-rot-grün-versifften 68er-Deutschland“ will.[1] Die kalendarische Gelegenheit zur weniger ideologischen Rückschau und Bilanz lassen sich selbstredend auch zahlreiche Institutionen und Museen nicht entgehen, so etwa das Haus der Geschichte Baden-Württemberg.

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29.11.2017 - 02.04.2018 NS-Dokumentationszentrum München in Kooperation mit der Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt München und der Antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e.V. (a.i.d.a.)
Rez. von Britta Schellenberg, Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft, Ludwig-Maximilians-Universität München

„Wir kommen wieder!“, „Du dreckige Nestbeschmutzerin“ und „Deutschland den Deutschen!“ – solche Zitate stammen aus Drohbriefen, Postkarten und Plakataktionen von Personen, die nach 1945 in den Besatzungszonen und ab 1949 in der Bundesrepublik Deutschland als „Nazis“, „Neonazis“ oder „Rechtsextremisten“ bezeichnet wurden.

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Tagungsberichte/

23.02.2018 - 24.02.2018 Jutta Nowosadtko / Sebastian Pranghofer / Kai Lohsträter, Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg
Von Ivan Ruppel, Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg

Die praktische Organisation der Kriegführung in der Frühen Neuzeit stand im Mittelpunkt des zweitägigen internationalen Workshops, der Ende Februar im Warburg-Haus Hamburg stattfand. Gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung diskutierten 13 Referentinnen und Referenten, Nachwuchswissenschaftler und etablierte Forscher, sowie zwei Kommentatoren über Fragen der administrativen, logistischen und infrastrukturellen Realisierung militärischer Auseinandersetzungen zwischen dem 16.

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21.07.2017 Bayerische Akademie der Wissenschaften, Arbeitskreis "Digital Humanities München" und Kompetenzverbund "Historische Wissenschaften München"
Von Johannes Gleixner, Collegium Carolinum – Forschungsinstitut für die Geschichte Tschechiens und der Slowakei

Das Leitmotiv des Workshops war die Frage, ob man angesichts der Welle an Projekten in den Digital Humanities in der Geschichtswissenschaft von einer ‚digitalen Methodik‘ sprechen kann beziehungsweise welche methodologischen Fragen computergestützte Verfahren in diesem Falle mit sich bringen.

Einleitend fasste JOHANNES GLEIXNER (München) diese Intention der Veranstalter zusammen und wies darauf hin, dass Methodendiskussionen in der Geschichtswissenschaft – gerade im Hinblick auf Formalisierungsforderungen – ja nichts Neues seien.

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27.10.2018 Lehrstuhl für Geschichte der Neuzeit, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Lehrstuhl für Transformationsprozesse in Mittel-, Ost- und Südeuropa, Universität Wien; Franz Vranitzky Chair for European Studies, Universität Wien
Von David Schmiedel, Lehrstuhl für Geschichte der Neuzeit, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Anlässlich des 100. Jahrestages der „Oktoberrevolution“ in Russland stellten Historiker und Soziologen, Sozialanthropologen sowie Politik-, Kommunikations- und Kulturwissenschaftler die Frage nach der Rückkehr „kommunistischer“ Konzepte, Werte, Ideen und Relikte in Südost- und Osteuropa sowie in Ostdeutschland.

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09.03.2018 Stiftung Bildungszentrum der Erzdiözese München und Freising
Von Stefan Owandner, Stiftung Bildungszentrum der Erzdiözese München und Freising

Am 09. März 2018 lud die Stiftung Bildungszentrum der Erzdiözese München und Freising Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Frauenorden, katholischen Schulen des Erzbistums München und Freising sowie Verantwortliche des Erzbischöflichen Ordinariats München ins Kardinal-Döpfner-Haus Freising zum Symposium „Mädchenbildung durch Frauenorden“ ein.

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Zeitschriften/

ZEITSCHRIFT FÜR GESCHICHTSWISSENSCHAFT
66. Jahrgang 2018, Heft 5

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With a focus on collaboration and resistance against Fascism/Nazism in the 190s and 1940s, this special issue addresses a topic that has drawn a lot of scholarly attention, but is most commonly discussed in nation-centric debates. Within those debates, collaboration is often considered a betrayal of national ideals while resistance is seen to affirm them.

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Nach all den heftigen Protesten und Demonstrationen gegen Zechenschließungen im Ruhrgebiet aufgrund des wirtschaftlichen Bedeutungsverlusts der heimischen Kohle seit dem Ende der 1950er Jahre gestaltet sich das letzte Jahr der Kohleförderung im Revier eher als Event. Viele kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen und Veröffentlichungen (bis hin zum Panini-Album) widmen sich nachdenklich, doch insgesamt fröhlichfeierlich dem Ende der aktiven Kohlenförderung im Revier – so auch das vorliegende Themenheft des Forums Geschichtskultur Ruhr.
Historisch-reflexiv wird auf verschiedene Phasen des Abschieds vom Ruhrbergbau nach 1945 im europäischen Vergleich eingegangen, wobei das bundesdeutsche sozialkooperative Krisenmanagement auffällt (F.-J.

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Historical Social Research Supplement 30 (2018)

Klaus J. Bade: Historische Migrationsforschung. Eine autobiografische Perspektive

Klaus J. Bade ist ein Pionier der modernen Historischen Migrationsforschung, die sich in Deutschland seit den 1970er Jahren entfaltete. Er hat als Forscher, Publizist, Forschungsorganisator und als Praktiker der ‚Angewandten Migrationsforschung‘ (‚Applied Migration Research’) entscheidend dazu beigetragen, die neue Forschungsrichtung zu konzipieren, zu stärken und bekannt zu machen:

Als Forscher hat er viele Monographien, Sammelbände und Einzelstudien publiziert, die national und international Beachtung fanden.

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