Buchrezensionen/

Elkins, Nathan T.: The Image of Political Power in the Reign of Nerva, Ad 96–98, Oxford 2017
Rez. von Christoph Michels, Institut für Geschichtswissenschaften, Heinrich-Heine-Universität-Düsseldorf

Nathan Elkins hat mit der anzuzeigenden Monographie eine Studie zur Münzprägung der nur sechzehnmonatigen Herrschaftszeit Nervas vorgelegt, die insofern eine Forschungslücke füllt, als dass sie die Reichsprägung dieses von der Forschung oft vernachlässigten Princeps systematisch erschließt und bei der Untersuchung der politischen Botschaften der Münzen viele wichtige Beobachtungen macht.

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Horn, Elija: Indien als Erzieher, Bad Heilbrunn 2018
Rez. von Michael Philipp Brunner, Geschichte der modernen Welt, ETH Zürich

Seit seinem Erscheinen 1978 hat Edward Saids Orientalism und das darin beschriebene namensgleiche diskursanalytische Theorem des Orientalismus – das einseitige, von festgeschriebenen Mustern und Narrativen strukturierte Reden über den sogenannten „Orient“ – eine kaum überschaubare Vielzahl von Studien nach sich gezogen.

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Gaukroger, Stephen: The Natural and the Human, Oxford 2016
Rez. von Barbara Orland, Geschichte der Life Sciences, Universität Basel

Manche Bücher zeichnen sich weniger durch Originalforschung als durch hypothesengeleitete Synthesen aus, die naturgemäss zu Widerspruch reizen, aber aus eben diesem Grunde auch lesenswert sind. „The Natural and the Human“ gehört in diese Kategorie. Der britische Philosophie- und Wissenschaftshistoriker Stephen Gaukroger legt hier den nächsten Band einer nunmehr dreiteiligen Serie vor, die nichts weniger als die Frage beantworten will, „how the values of a scientific culture came to predominate in the West, something that was part of a transformation of Western culture that began in the thirteenth century” (S.

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Wehen, Britta: Macht das (historischen) Sinn?, Berlin 2018
Rez. von Josef Memminger, Institut für Geschichte, Universität Regensburg

(Spiel-)Filme können Vorstellungen über Geschichte prägen. Daher sollten sie im Geschichtsunterricht nicht unreflektiert konsumiert, sondern sorgsam kontextualisiert und de-konstruiert werden. Darüber herrscht weitgehend Konsens in der Geschichtsdidaktik.[1] Britta Wehen legt nun mit ihrer Dissertation einen Beitrag vor, in dem untersucht wird, wie die kritisch-analytische Auseinandersetzung mit einem Spielfilm Narrationen von jugendlichen Rezipienten prägt.

In den Kapiteln 1–4 (Einleitung; Forschungsstand; Historisches Erzählen – Auf dem Weg zu einer Operationalisierung; Geschichtsspielfilme) holt die Autorin weit aus.

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Termine/

Vorlesungsreihe
18.10.2018 Humboldt-Universität zu Berlin, Juristische Fakultät, Law & Society Institute

Franz Schuberts Sonate in B-Dur – im September 1828, zwei Monate vor dem Tod des Komponisten vollendet und zehn Jahre danach als "Franz Schubert's allerletzte Composition" veröffentlicht – ist seither von einer Aura des Abschieds umgeben. Kräftig befördert hat dies Robert Schumann, der Gedanken an das "nahe Scheiden" in diesem Werk zu hören meinte.

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Call for Papers
10.10.2019 - 11.10.2019 Gesellschaft für Unternehmensgeschichte e.V.

Im Juni 2019 jährt sich zum einhundertsten Mal die Unterzeichnung des Versailler Vertrages zwischen den Siegermächten des Ersten Weltkriegs und dem Deutschen Reich. Im Verbund mit den drei anderen „Pariser Vorortverträgen“ veränderten diese Friedensverträge nicht nur die Landkarte Europas grundlegend, indem bestehende Vielvölkerstaaten aufgelöst und neue Staaten gebildet wurden sowie der Kolonialbesitz des Deutschen und des Osmanischen Reiches neu aufgeteilt wurde.

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Call for Papers
11.02.2019 - 12.02.2019 KGD-Arbeitskreis „Welt- und globalgeschichtliche Perspektiven im Geschichtsunterricht“

Zum Arbeitskreis: Der Arbeitskreis „Welt- und globalgeschichtliche Perspektiven im Geschichtsunterricht“ in der „Konferenz für Geschichtsdidaktik“ (KGD) zielt auf die Entwicklung globalgeschichtlicher Perspektiven für einen kompetenzorientierten Geschichtsunterricht. Insbesondere geht es darum, Ansätze der aktuellen globalgeschichtlichen Forschung für einen Geschichtsunterricht fruchtbar zu machen, in dem zentrale Themen des nationalen und europäischen Curriculums in globale Zusammenhänge gestellt werden.

Demnächst jähren sich die Umwälzungen des Jahres 1989 zum dreißigsten Mal und noch immer stellt sich die Frage nach deren globalhistorischer Einordnung.

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Konferenz
15.11.2018 - 17.11.2018 Mittelalterzentrum "Forum Mittelalter" in Verbindung mit dem DFG-Graduiertenkolleg 2337 "Metropolität in der Vormoderne" an der Universität Regensburg

Metropolen sind Landmarken der Globalisierung. In ihnen bündeln sich enorme Wissens- und ökonomische Ressourcen, die eigendynamisch Prozesse der Innovation und Expansion in Gang setzen. Bereits die europäischen Metropolen des ausgehenden Mittelalters generierten die entscheidenden Voraussetzungen und Impulse für die 'erste Globalisierung', die im 16.

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Ausstellungsrezensionen/

08.06.2018 - 25.11.2018 Museum für Kunst und Gewerbe
Rez. von Stephan Scholz, Institut für Geschichte, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

„Welche Produktionsabläufe und welche Auswahlprozesse durchlaufen Bilder, bevor Zeitschriften und Magazine sie drucken? Wie wird die Arbeit der Fotografen und die Aussagekraft ihrer Bilder durch Herausgeber, Redakteure, Autoren und Grafiker beeinflusst? Welche Mechanismen entscheiden darüber, welche Aufnahmen gezeigt werden, und welche unsichtbar bleiben? Und wer hat letztlich die Deutungshoheit über die Bilder, der Fotograf oder die Redaktion?“ Das sind die Leitfragen der Ausstellung „DELETE.

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Brüggemeier, Franz-Josef; Farrenkaopf, Michael; Grütter, Heinrich Theodor (Hrsg.) Das Zeitalter der Kohle. Eine europäische Geschichte
27.04.2018 - 11.11.2018 Ruhr Museum, Essen Deutsches Bergbau-Museum, Bochum
Rez. von Eckhard Schinkel, München

Im Dezember 2018, mit der Einstellung des Förderbetriebs auf den Bergwerken in Bottrop und Ibbenbüren, endet der Steinkohlebergbau in Deutschland. Aus diesem Anlass zeigt das Ruhr Museum Essen zusammen mit dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum die Ausstellung „Das Zeitalter der Kohle. Eine europäische Geschichte“.

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Tagungsberichte/

19.05.2017 - 20.05.2017 Fakultät für Kulturwissenschaften, Universität Paderborn
Von Andreas Körber, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Arbeitsbereich Geschichtsdidaktik, Universität Hamburg

Migration stellt nicht nur Individuen, sondern Gesellschaften vor Herausforderungen, ebenso deren Geschichtskultur, einschließlich ihrer Institutionen, Geschichtswissenschaft und -unterricht. Das gilt besonders, wenn nicht allein die Perspektive der Aufnahmegesellschaft eingenommen wird, sondern – im Sinne der post-traditionalen und inklusiven bzw.

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21.06.2018 - 22.06.2018 Martin Baumeister, German Historical Institute (GHI), Rome; Martin Schulze Wessel / Martina Niedhammer, Ludwig Maximilian Universität Munich; International Research Training Group (IRTG) "Religious Cultures in 19th and 20th Century Europe"; Adam Mickiewicz University, Poznan; Charles University, Prague; Masaryk University, Brno
Von Kerstin von der Krone, German Historical Institute, Washington, D.C.

The last decades saw an increasing interest in global and transnational history, and historians have highlighted the various and often complex entanglements between world regions as well as processes and practices of globalization that are by no means exclusive to the present. The history of religions provides ample examples of the interdependencies between the local and the regional, the national and the global.

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21.06.2018 - 23.06.2018 Gesa Mackenthun, DFG Project “Constructions of American Antiquity”, Universität Rostock; Alexander Bräuer / Stefan Krause, Institut für Anglistik/Amerikanistik, Universität Rostock
Von Alexander Bräuer / Stefan Krause, Institut für Anglistik / Amerikanistik, Universität Rostock

As recent publications about the human deep past (for example Yuval Harari’s Sapiens, 2011) have shown, indigenous knowledge archives, especially those built on orally transmitted information, are still neglected in scientific discourse. This has significant implications for pressing conflicts about land rights, heritage, artifacts and human remains as well as identity formation with focus on America.

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04.07.2018 - 06.07.2018 Ansbert Baumann / Dietmar Hüser, Lehrstuhl für Europäische Zeitgeschichte, Universität des Saarlandes
Von Ansbert Baumann / Philipp Didion / Dietmar Hüser / Jasmin Nicklas, Universität des Saarlandes

Der international und interdisziplinär konzipierte Workshop befasste sich mit einem Thema, das die historische Forschung bislang nur unzureichend betrachtet hat. Ziel war es, die öffentlichen und fußballinternen Debatten in einer zeitgeschichtlichen Perspektive zu historisieren, um die Integrationspotentiale und Exklusionsrisiken des Fußballs im Amateur- wie Profi-Bereich herauszuarbeiten.

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Zeitschriften/

VfZ Abstracts 4/2018

Aufsätze

Margit Reiter, Anton Reinthaller und die Anfänge der Freiheitlichen Partei Österreichs. Der politische Werdegang eines Nationalsozialisten und die „Ehemaligen“ in der Zweiten Republik

Viele ehemalige Nationalsozialisten in Österreich haben sich nach im 1949 gegründeten Verband der Unabhängigen (VdU) und seiner Nachfolgepartei, der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) politisch reorganisiert.

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Der Wissenschaft begegnet das Digitale, verknappt gesprochen, zumeist in drei Formen, die sich disziplinübergreifend finden lassen: in der Digitalisierung analoger Bestände, in der Erstellung digitaler Daten und in den neuen Möglichkeiten IT-gestützter Durchdringung digitaler Repositorien. Das Beforschen, Erschließen und Vermitteln von Quellen vor einem Horizont, der nicht mehr analoges Material, vornehmlich Gedrucktes, als notwendiges Zentrum bedeutet und eine veränderte Öffentlichkeit mitmeint, erzeugte und erzeugt insbesondere in den Sozial- und Geisteswissenschaften ein Bündel von Erwartungshaltungen gegenüber den Möglichkeiten digitaler Technologien, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

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Ein Gang durch die aktuellen Veröffentlichungen zur Weimarer Republik verdeutlicht, dass sich die Geschichte der ersten deutschen Demokratie anscheinend immer noch recht gut ohne Überlegungen zum Frauenwahlrecht und den erhofften oder tatsächlichen gesellschaftlichen Veränderungen in Sachen politischer und gesellschaftlicher Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts schreiben lässt.

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