Storylines and Blackboxes. Konstellationen auto/biographischer Erzählungen über Gewalterfahrungen im Kontext des Zweiten Weltkrieges

Ort
Wien
Veranstalter
Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI); Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien; Institut für Europäische Ethnologie, Universität Wien; in Zusammenarbeit mit der Wienbibliothek im Rathaus, Wien.
Datum
22.05.2014 - 24.05.2014
Von
Adina Seeger, Wien

Gewalterfahrungen zählen konstitutiv zum Erzählen über den Zweiten Weltkrieg. Der (auto-)biographische Charakter dieser Narrative über erfahrene (oder ausgeübte) Gewalt ist bisher aber meist unterbelichtet geblieben. Die Historizität solcher Erzählungen zu ergründen, nach den persönlichen Bedingungen und gesellschaftlichen Kontexten dieses Sprechens oder Nichtsprechens zu fragen sowie das Verhältnis zu erinnerungspolitischen Narrativen kritisch zu hinterfragen stand im Zentrum des Workshops, der Ende Mai 2014 in Wien abgehaltenen wurde.

Den Festvortrag zum Auftakt des Workshops hielt GABRIELE ROSENTHAL (Göttingen). Im Mittelpunkt ihrer Ausführungen standen Konstellationen des Sprechens und Nichtsprechens in Familien anhand zahlreicher Beispiele. Das Erzählen über den Krieg strukturiere sich dabei etwa unter anderem entlang der Länge über etwas zu sprechen und gebe Auskunft darüber, welche Familien- und Gewalterfahrungen eine Person gemacht habe: so erzählte eine Angehörige einer Opferfamilie ihr Leben im Schatten ihrer Familiengeschichte, während Personen aus Täterfamilien ihre leidvollen Erfahrungen im Krieg besonders betonten. Die Art über den Nationalsozialismus zu sprechen sei also bedingt durch das eigene Erleben sowie durch die Tradierung der Vergangenheit und die damit verbundene Zugehörigkeit zu einer Gruppierung. Darüber hinaus spielten Diskurse im jeweiligen Kontext (im nationalen oder sozialen Gefüge etwa) eine Rolle wie auch Beziehungen zu anderen Gruppen, was Rosenthal an weiteren Beispielen veranschaulichte, die deutlich machten, wie stark Gewalterzählungen durch den Ausgangspunkt der sprechenden Person bedingt sind.

Durch ihre einleitenden Bemerkungen führten die Mitorganisatorinnen des Workshops, JOHANNA GEHMACHER und KLARA LÖFFLER (beide Wien), am nächsten Tag in den Workshop ein. Die beiden hatten die Idee für den Workshop entwickelt und unter Mitarbeit von Éva Kovács und Béla Rásky (beide Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)) auch das Konzept ausgearbeitet. Mit Verweis auf die „solide Wörtlichkeit“ (Hans Blumenberg) der im Titel des Workshops stehenden Begriffe Linie und Box stünden Formen, Darstellung und Gestaltung des Erzählens im Zentrum der Veranstaltung, jedoch ohne dabei den Blick auf Inhalte zu verschließen. Weiters strebe der Workshop an, begriffliche Klärungen zu erreichen. Sie verwiesen dabei auf die zwei spezifischen Modi des Erzählens, die im Fokus des Workshops standen und dessen Ausgangspunkt darstellten: die Autobiographie und das Zeugnis und ihre je spezifische Funktion und Wirkung wie auch ihre meist unreflektierte Koexistenz. Deren Gleichsetzung, so die These der beiden, sei immer wieder zu vermerken, gerade wenn von Gewalt die Rede sei. Dabei gelte es, die „gravierenden Effekte des formalen Rahmens auf das, was erzählt wird“ zu berücksichtigen. Das Ziel also sei es, die Historizität der Konstellationen und Erzählungen über Gewalt herauszuarbeiten und dabei auch die Konstellationen und Diskurse, in denen heute darüber diskutiert wird, zu reflektieren.

Im ersten Panel versammelten sich Beiträge, die biographische Erinnerungen im Kontext politischer Transformationen verorteten. GRETE REBSTOCK (Berlin) stellte Autobiographien ehemaliger sowjetischer ZwangsarbeiterInnen vor, die sie auf die Frage hin, wie sich Menschen erinnern, die sich nicht erinnern dürfen, analysierte. Dabei verwies sie auf geschlechterspezifische Unterschiede in der Erinnerung, etwa an sexuelle Gewalt. HELGA AMESBERGER und BRIGITTE HALBMAYR (beide Wien) erörterten in ihrem Beitrag, wie ZeitzeugInnen in Interviews aktuelle Gewaltakte zu den eigenen Gewalterfahrungen in Beziehung setzen. Dabei zogen sie zum einen Interviews mit Überlebenden aus Ravensbrück heran, die in der Zeit des Kosovo-Kriegs entstanden waren, zum anderen mit US-amerikanischen Mauthausen-Überlebenden, die 2002/2003 nach den Anschlägen auf das World Trade Center geführt worden waren. Mit der Metapher des Verschwindens der ZeitzeugInnen befasste sich JÖRG SKRIEBELEIT (Flossenbürg) in seinem Beitrag. Anhand einiger Beispiele lenkte der Referent die Aufmerksamkeit auf den Funktionswandel der ZeitzeugInnen im Laufe der Zeit und in verschiedenen Kontexten. Zudem verwies Skriebeleit auf die aktuelle Präsenz und das mediale Weiterleben der ZeitzeugInnen und plädierte für eine notwendige kritische Distanz im Umgang mit diesen.

Das zweite Panel verhandelte unter dem Titel „Tropen des Erinnerns“ Formen der Er- oder Übersetzung von Gewalterfahrungen in literarischen Verarbeitungen. STEPHANIE BIRD (London) tat dies in einer Gegenüberstellung des literarischen Schaffens von Imre Kertész, der seine Erlebnisse literarisch verarbeitete, und Jonathan Littell, der mit seinem Roman „Die Wohlgesinnten“ eine fiktionale Autobiographie vorlegte. Beiden sei gemein, dass sie durch das Fiktionale einen Bezug zum Historischen, zu realen Gewalterfahrungen, herstellten und dass sie sich Elementen der Komödie wie auch der klassischen Tragödie bedienten, um sich dem Holocaust anzunähern. Im Beitrag von BRIGITTE ENTNER (Klagenfurt) bekam die Übersetzung (auch) wörtliche Bedeutung: Entner analysierte das Sprechen über und die Erinnerung an die NS-Zeit aus der Sicht von Kärntner SlowenInnen anhand der Familie von Maja Haderlap, Bachmann-Preisträgerin 2011. Erinnerungen an die Gewalterfahrungen seien zunächst nur auf Slowenisch publiziert worden, erst ab den 1980er-Jahren seien auch Übersetzungen ins Deutsche bzw. Erinnerungen, die auf Deutsch verfasst wurden, publiziert worden. Dass Maja Haderlap auf Deutsch schrieb, sei ihr angelastet worden – für die Autorin, so Entner, habe dies aber eine wohl notwendige Distanz geschaffen. Mit dem Vortrag von ARVI SEPP (Brüssel/Antwerpen) rückte die Gattung des Tagebuchs ins Zentrum, und zwar als Möglichkeit für im Nationalsozialismus Verfolgte Zeugnis über ihre Situation abzulegen. Sepp analysierte, wie sich die alltägliche Gewalt in der Psyche Victor Klemperers widerspiegelte und machte wiederkehrende Motive (Angst, Krankheit, Albträume) als Gewaltmetaphern ausfindig.

Im dritten Panel wurden zwei ikonographische Umsetzungen von biographischen Gewalterfahrungen präsentiert. ANNA STEMMANN (Siegen) stellte die Graphic Novel „Der Boxer“ (2012) vor und analysierte, welche (künstlerischen) Erzählstrategien zur Darstellung der Gewalterfahrung darin herangezogen werden. Dabei zeige sich, so Stemmann, welches Potential Comics als Erinnerungsmedium haben. GERDA KLINGENBÖCK (Berlin) präsentierte die multimediale Anwendung „Zeugen der Shoah. Fliehen. Überleben. Widerstehen. Weiterleben.“, eine für den Schulunterricht gedachte DVD-Reihe. Bei der Produktion dieser habe der Gedanke, SchülerInnen an Methoden der Oral History und der audiovisuellen Quellenkritik heranzuführen, im Vordergrund gestanden; die Referentin führte aus, mit welchen Herausforderungen diese Ansprüche verbunden waren.

Das vierte Panel behandelte Rahmungen und Settings des autobiographischen Erzählens. Vor dem Hintergrund, dass das Zusammentragen von Zeugnissen über den Holocaust sich bald nach Ende des Zweiten Weltkriegs etablierte, sei unverkennbar, argumentierte KATHERINE LEBOW (Wien), dass sich besonders polnische Jüdinnen und Juden hierbei hervortaten. Dies führte sie auf den Umstand zurück, dass es in der Zwischenkriegszeit eine Tradition des autobiographischen Schreibens gab, denn in den 1920er- und 1930er-Jahren hatten polnische SozialwissenschaftlerInnen bereits Schreibwettbewerbe veranstaltet. Und in dieser Tradition einer „Polish method“ hätten polnische Überlebende auch nach 1945 Zeugnis abgelegt. VIDA BAKONDY (Innsbruck/Wien) wiederum, ging in ihrem Beitrag der Frage nach, welche historischen Konstellationen und Rahmenbedingungen einem Interview mit der Hakoah-Schwimmerin Fritzi Löwy zugrunde liegen. Das von Gabriele Anderl im Gedenkjahr 1988 im Auftrag des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) erstellte Gespräch unterwarf die Referentin einer Analyse auf die Frage hin, wie dieses als historische Quelle verwendet werden könne. MARIA POHN-WEIDINGER (Wien) stellte die Biographie einer Frau, die in einem NS-geprägten Umfeld aufwuchs ins Zentrum ihres Vortrags. Diese sprach über ihr Leben je nach Erzählsituation und -format anders, wobei sie in ihr Tagebuch alle unangenehmen oder gar traumatischen Erinnerungen verbannt habe, besonders die erlebte sexuelle Gewalt.

Im fünften Panel wurden Projekte präsentiert, die sich mit dem Einfluss traumatischer Gewalterfahrungen auf biographische Erzählungen beschäftigen. FRANCISCA SOLOMON (Iași) stellte ausgewählte Prosatexte von Personen aus der Bukowina vor, in denen sich (jüdische) Identitätsstiftung in zentralen Aspekten wie Heimatverlust und Deportation widerspiegelten und das Niederschreiben, so Solomon, therapeutisches Mittel zur Überwindung der Traumata darstelle. SONJA KNOPP (Berlin) befasste sich mit einem Videointerview mit einem jüdischen Überlebenden, der aufgrund einer extremen Traumatisierung Zeit seines Lebens Patient in psychiatrischen Einrichtungen war. Mittels eines mikrogeschichtlichen Ansatzes bettete die Referentin die fragmentarischen Aussagen des Überlebenden in den konkreten historischen Kontext (Shoah in Rumänien und Transnistiren) ein und näherte sich so deren historischer Aussagekraft an. Gerade in der starken Fragmentierung, der eine Störung des autobiographischen Gedächtnisses vorausgehe, funktioniere hier Zeugenschaft, die bei extrem traumatisierten Menschen oft nur dialogisch hergestellt werden könne, argumentierte Knopp. KATHARINA ARNEGGER und SILKE FENGLER stellten einen in Zusammenarbeit mit KATJA GEIGER und THOMAS MAYER (alle Wien) analysierten Aktenbestand der Wiener Universitätsklinik für Psychiatrie und Neurologie vor. Dabei handelt es sich um Patientenakten aus den Jahren 1955 bis 1969, die sie daraufhin befragten, wie PatientInnen in der NS-Zeit erfahrene Gewalt mit ihrem gegenwärtigen psychischen Leiden in Verbindung brachten und wie dies vom ärztlichen Personal aufgegriffen wurde. Zudem erörterten die Referentinnen, worin der Quellenwert von Psychiatrieakten als (auto-)biographische Quellen liegen könnte.

Das sechste Panel behandelte Fragen nach verschwiegenen und veröffentlichten Erinnerungen in verschiedenen (nationalen) Kontexten. ANNA ZADORA (Strasbourg) analysierte die Erinnerungskultur in Weißrussland und wies auf den wechselnden Einfluss europäischer und sowjetischer Narrative hin, der sich auch in der Art, wie sich Menschen an den Zweiten Weltkrieg erinnerten, widerspiegle. Dass der herrschende Diskurs Erinnerungen nicht immer modifiziert oder verfälscht, zeigte der Beitrag von MACHTELD VENKEN (Wien). Die Referentin untersuchte anhand von Zeugnissen von polnischen Kindern, die Zwangsarbeit leisten mussten, wie sich Narrative im Laufe der Zeit änderten und stellte dabei fest, dass die Annahme, dass im Kommunismus über das Erlebte anderes gesprochen wurde, nicht zutreffe. Erst durch ihre Publikation seien diese Zeugnisse einer Zensur unterzogen worden, zu Zeiten von Solidarnosc seien sie aber teils re-zensuriert worden. Mit autobiographischen Erzeugnissen von deutschen TouristInnen aus den 1950er- und 1960er-Jahren befasste sich JULIA WAGNER (London). Sie ging dabei davon aus, dass das Reisen und das Schreiben über das Reisen sich vor dem Hintergrund verändert habe, dass Deutschen in anderen europäischen Ländern Ressentiments entgegengebracht wurden. Etwa, dass sie in ihren Berichten Diktaturen, die sie bereisten, mit dem NS-Regime verglichen oder davon schrieben, wie sie ihre Staatsbürgerschaft leugneten.

Das siebte und letzte Panel des Workshops setze sich mit Konstellationen des auto/biographischen Erzählens in wechselnden Kollektiven auseinander. JUDITH KESTLERs (Würzburg/Hamburg) Beitrag befasste sich mit Seeleuten der Handelsmarine, die über ihre Kriegsgefangenschaft in Kanada erzählten. Diese interpretierten die Internierung dabei nicht als Gewalterfahrung, vielmehr sei im Wissen um die deutschen Verbrechen tendenziell eine Akzeptanz für die eigene Internierung entstanden. Damit zeige sich, dass in den untersuchten autobiographischen Erzählungen Bezüge zu Gewaltdiskursen hergestellt worden seien und sich dieses Sprechen auch entlang dieser strukturiere. IMKE HANSEN (Uppsala) untersuchte vor dem Hintergrund der Priorisierung des Überlebens in Konzentrationslagern, wie Überlebende über ethische Dilemmata sprechen. Anhand der Beispiele Stehlen und Kannibalismus analysierte sie, welche moralischen Parameter im Lager für diese beiden gegolten haben bzw. wie diese ex post bewertet wurden. BIANCA PICK (Oldenburg) näherte sich dem Phänomen des Ressentiments im Zusammenhang mit autobiographischen Erinnerungen an. Anhand dreier Beispiele (Jean Améry, Ruth Klüger, Käthe Vordtriede) veranschaulichte sie die Funktion des Ressentiments im autobiographischen Schreiben über Gewalterfahrungen und resümierte, dass dieses als literarische Kommunikationsstrategie zur Abgrenzung, um mit der erlebten Gewalt umzugehen, diene.

Zum Schluss rekapitulierten die VeranstalterInnen den Workshops (selbst-)kritisch: Béla Rásky merkte mit einem kurzen Rekurs auf die Idee des Workshops etwa an, dass die Erweiterung des Fokus auf Gewalterfahrungen, die nicht im Zusammenhang mit dem Holocaust stünden, nur zögerlich angenommen worden sei. Die angestrebte Klärung von Begriffen, die sich die Veranstaltung vorgenommen habe, habe mehr dazu geführt weitere Fragen aufzuwerfen. Des Weiteren merkte er an, dass der Workshop eher den Charakter einer Tagung gehabt habe und daher eine Publikation ins Auge gefasst werde. Johanna Gehmacher und Klara Löffler bekräftigten dies in ihren abschließenden Bemerkungen. Drei Bereiche hätten sich, so fassten sie zusammen, am Workshop herauskristallisiert: erstens, Fragen der Übersetzung und Transformation schon im Vorgang des Erzählens, zweitens, Überlagerungen und Aufschichtungen, womit sie das Entstehen und Nachleben von Materialien meinten und Diskurse, die dabei zu berücksichtigten seien sowie, drittens, Performativität, also Formen der Aufführung und Darstellung.

Der Workshop, der tatsächlich mehr dem Format einer Tagung entsprach, verhandelte ein breites Spektrum an Themen aus unterschiedlichen Perspektiven. Er warf zahlreiche Fragen auf, gerade auch durch die verschiedenen Herangehensweise der am Workshop vertretenen Fachdisziplinen – hier wären Kommentare zu den einzelnen Panels sicherlich hilfreich gewesen, um Gemeinsames und Trennendes bei Themen- und Fragestellungen, Methoden und Quellen der Beiträge herauszuarbeiten. Man kann auf die geplante Publikation also gespannt sein.

Konferenzübersicht:

Begrüßung:
Claudia Theune-Vogt (Dekanin der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien)

Festvortrag
Vorsitz: Éva Kovács (Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI))

Gabriele Rosenthal (Universität Göttingen), Der Zweite Weltkrieg aus unterschiedlichen Perspektiven. Zur erzählgenerierenden und erzählhemmenden Wirkung verschiedener Familienvergangenheiten

EINLEITUNG
Johanna Gehmacher/Klara Löffler (beide Universität Wien)

PANEL 1: Biographische Erinnerung und politische Transformation
Vorsitz: Johanna Gehmacher (Universität Wien)

Grete Rebstock (Freie Universität Berlin), Verschwiegenes und Erinnertes. Autobiographien ehemaliger Zwangsarbeiter_innen aus Russland

Helga Amesberger/Brigitte Halbmayr (Institut für Konfliktforschung, Wien), Aktuelles Weltgeschehen in ZeitzeugInneninterviews: „9/11“ und der Kosovo-Krieg

Jörg Skriebeleit (KZ-Gedenkstätte Flossenbürg), Das Verschwinden der Zeitzeugen. Metaphern eines Übergangs

PANEL 2: Tropen des Erinnerns
Vorsitz: Julia Demmer (Universität Wien)

Stephanie Bird (University College London), Fiction, Autobiography and the Place of Comedy in the Work of Imre Kertész and Jonathan Littell

Brigitte Entner (Slovenski znanstveni inštitut v Celovcu/Slowenisches wissenschaftliches Institut in Klagenfurt), Eine Familie, zwei Sprachen, drei Erzähltypen. Erinnerungen von Kärntner SlowenInnen an die NS-Verfolgung

Arvi Sepp (Vrije Universiteit Brussel/Universiteit Antwerpen), Hermeneutik der Gewalt: Narrative der Angst und Entbehrung in Victor Klemperers Tagebüchern

PANEL 3: Ikonographien des Biographischen
Vorsitz: Klara Löffler (Universität Wien)
Anna Stemmann (Universität Siegen), Bilder, die sich überlagern: (Bio-)Graphisches Erzählen vom Holocaust

Gerda Klingenböck (Berlin), Roter Faden, Storyline oder Rhizom? Über die Bearbeitung lebensgeschichtlicher Interviews für die multimediale Anwendung „Zeugen der Shoah. Fliehen. Überleben. Widerstehen. Weiterleben.“

PANEL 4: Rahmungen und Methodologien des autobiographischen Erzählens
Vorsitz: Bettina Dausien (Universität Wien)

Katherine Lebow (Wien), Autobiography and Testimony: Interwar Legacies of Polish Life-Writing

Vida Bakondy (Universität Innsbruck/Universität Wien), Konservierte Stimmen. Autobiographische Erzählungen und ihr wechselnder Rahmen

Maria Pohn-Weidinger (Universität Wien), Wer hören will, muss lesen. Das Tagebuch als Element im (Nicht-)Erzählen sexueller Gewalterfahrungen

PANEL 5: Traumatisierung – Gebrochene biographische Narrative
Vorsitz: Éva Kovács (VWI)

Francisca Solomon (Universitatea Alexandru Ioan Cuza, Iași), Vom Diesseits ins Jenseits des Dnjestrs. (Auto-)biographische und narrative Dimensionen jüdischer Schicksale

Sonja Knopp (Freie Universität Berlin), Autobiographie und Trauma: Autobiographische Erzählformen in klinischen Videointerviews mit extrem traumatisierten Überlebenden der Shoah in Rumänien und Transnistrien

Katharina Arnegger/Silke Fengler/Katja Geiger/Thomas Mayer (alle Universität Wien), Macht Gewalt krank? Gewalterfahrungen in Lebensgeschichten und Krankengeschichten

PANEL 6: Verschwiegene/veröffentlichte Erinnerungen
Vorsitz: Béla Rásky (VWI)

Anna Zadora (Université de Strasbourg), The Europeanization of Holocaust Memory and Re/De/sacralization of the WWII Memory in Biographical Memories in Belarus

Machteld Venken (Universität Wien), Child Forced Labour. An Analysis of Ego Documents throughout Time

Julia Wagner (University College London), German Tourists Abroad: Travel Narratives and Reminders of War and Violence

PANEL 7: Konstellationen des auto/biographischen Erzählens in wechselnden Kollektiven
Vorsitz: Irina Scherbakowa (Memorial, Moskau)

Judith Kestler (Universität Würzburg/Universität Hamburg), Gewaltlose Internierung? Ambivalente Deutungen in Interviews mit Seeleuten der deutschen Handelsflotte

Imke Hansen (Uppsala Universitet), Beyond Moral Order? Facing Ethical Dilemmas in Nazi Concentration Camps

Bianca Pick (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg), „Revolte gegen das Wirkliche“. Das Ressentiment als Bestandteil autobiographischen Erzählens

Abschluss
Béla Rásky (VWI)

Zitation
Tagungsbericht: Storylines and Blackboxes. Konstellationen auto/biographischer Erzählungen über Gewalterfahrungen im Kontext des Zweiten Weltkrieges, 22.05.2014 – 24.05.2014 Wien, in: H-Soz-Kult, 24.07.2014, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5468>.
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Veröffentlicht am
24.07.2014
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