Die Zukunft der Vergangenheit in der Gegenwart. Archive als Leuchtfeuer im Informationszeitalter

Ort
Wien
Veranstalter
Institut für Österreichische Geschichtsforschung
Datum
09.11.2016 - 11.11.2016
Von
Georg Gänser, Centrum für Jüdische Studien, Karl-Franzens-Universität Graz und Wiener Stadt- und Landesarchiv

Die archivwissenschaftliche Tagung des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung stand dieses Jahr im Zeichen der Positionierung und der Rolle der Archive im 21. Jahrhundert. In den vier international besetzten Sektionen der Tagung sollte der Versuch unternommen werden, Antworten auf die Fragen und Herausforderungen für Archive im „Informationszeitalter“ zu finden. Wie können Archive die von JAKOB WÜHRER (LINZ) in seiner Einleitung formulierte Funktion eines „Lighthouse“ übernehmen, um „guidance in times of information-overload“ in der zunehmend digitalen Welt zu bieten?

Archive scheinen in der Welt der Informationsanbieter abgeschlagen und digitalen Entwicklungen hinterherzuhinken. Benützerinnen und Benützer möchten ihre Fragen unmittelbar und in elektronischer Form aufbereitet bekommen, so wie sie es von Google gewöhnt sind. Wo stehen Archive in einer Welt, die mehr und mehr kommerzialisiert wird, in welcher der Nutzen mit Kennzahlen gemessen wird und in der die Vermarktung der (Dienst-)Leistungen unumgänglich ist? Archive müssen sich diesen Herausforderungen stellen und ihre Rolle und gesellschaftliche Bedeutung vermitteln. Vermittlung ist überhaupt zu einer zentralen Aufgabe der Archive geworden, sowohl was Benützung betrifft – der Weg zu den Akten und das Handwerkszeug, um diese zu interpretieren – als auch die Vermittlung archivischer Kernaufgaben. Insbesondere hat die Bewertung – die Entscheidung, was erhalten werden soll und was nicht – und die Auswirkung dieser Bewertung auf das kulturelle Gedächtnis einer Gesellschaft und schließlich die Vermittlung, welchen Wert ein Archiv für seine Archivträger hat, einen großen Einfluss. Über drei Tage und in vier Sektionen, welche die zentralen Gebiete des Archivwesens abdeckten, wurden diese Problemstellungen aufgegriffen und es wurde versucht, auf hohem Niveau Lösungswege darzulegen.

In der ersten Sektion „Kategorisierung von Informationen“ wurde den Möglichkeiten neuer Perspektiven zur Analyse behördlicher Unterlagen und den Anforderungen an eine moderne beziehungsweise „zeitgenössische“ Aktenkunde nachgegangen. ELIZABETH KATA (Wien) widmete sich in ihrem Vortrag der Anwendung aktenkundlicher Zugänge und Analysetools zu nicht behördlichen Unterlagen, also Unterlagen sozialer Gruppen, in diesem Fall von Frauenbewegungen, um die Authentizität und „trustworthyness“[1] zu überprüfen. Grundsätzlich ging sie in ihrem Vortrag der Frage nach, wie die Formenvielfalt, die spezifischen Abläufe der „Aktenbildung“ und die Überlieferungsbildung unbürokratisch organisierter sozialer Bewegungen mit den Hilfsmitteln der Aktenkunde untersucht werden können. Den ersten drei Vorträgerinnen und Vorträgern – neben Kata, sprach auch ROBERT KRETZSCHMAR (Stuttgart) und HOLGER BERWINKEL (Berlin) – war die Betonung der Wichtigkeit der Kontextualisierung der zu untersuchenden Unterlagen gemeinsam. Die Aktenkunde müsse sich von der Analyse der Einzelakten wegbewegen und größere Zusammenhänge untersuchen. Schließlich wurde die Bedeutung der Vermittlung aktenkundlicher Techniken und Zugänge hervorgehoben.

Ein Höhepunkt der ersten Sektion war zweifellos der Vortrag von HEATHER MACNEIL (Toronto), dessen Schwerpunkt im Sinne ihres Buchs „Trusting Records“[2] auf der Erhaltung der „trustworthiness“ – Vertrauenswürdigkeit – von elektronischen Akten beziehungsweise auf die vielfältigen Erscheinungsformen moderner elektronischer Akten lag. Sie betonte die Bedeutung einer ungebrochenen Linie der Aufbewahrung und wies auf das „Chain of Preservation“ Modell hin, welches diese ungebrochene Linie unterstützen soll.[3] Besonders zu erwähnen ist jedoch ihr Plädoyer für „accountable archival processing“ – nachvollziehbares Archivieren – insbesondere bezogen auf archivische Bewertung. Der archivische Einfluss auf Akten und letztendlich die archivische Konstruktion von „Wirklichkeiten“ sei zu groß, als dass dieser zentrale Vorgang intransparent bleiben könne. Transparenz, so MacNeil, sei für „trust“ in Akten, aber auch in die Archive selbst, essentiell. Archivarinnen und Archivare müssen sich der Herausforderung und der Diskussion um ihre Bewertungsentscheidungen stellen und diese wohlbegründet öffentlich machen. Eine Debatte über Bewertungsentscheidungen dürfe nicht gescheut werden und MacNeil wies darauf hin, dass in den USA die Veröffentlichung von Bewertungsentscheidungen sogar gesetzlich vorgeschrieben sei.

In der zweiten Sektion – Überlieferungsbildung und Bewertung – ging MATTHIAS BUCHHOLZ‘ (Berlin) Vortrag in eine ähnliche Richtung. Buchholz wies ebenfalls auf die Bedeutung der Dokumentation der Bewertungsentscheidungen hin. Buchholz bemerkte, dass Bewertungsentscheidungen niemals richtig oder falsch sein können, sondern immer je nach ihrem Bezugspunkt zu werten seien. Auch hier stand die Forderung nach Transparenz im Vordergrund. Für eine entsprechende Nachvollziehbarkeit und um eine Diskussion über Bewertungen zu ermöglichen, sei, so Buchholz, die „Benennung des Wertebezugs“ notwendig. Der „Impact“ der Bewertung auf die Überlieferung bringe Verantwortung mit sich und verlange Diskursivität der Entscheidungen. Fehlt diese, schade das der Professionalisierung. Zudem trüge eine offen geführte Bewertungsdiskussion auch dazu bei, dass die Verantwortung der Archivarinnen und Archivare anerkannt würde und schließlich diene das auch der Absicherung der Entscheidungen, womit Buchholz den entscheidenden Punkt gebracht hatte. [4]

In der zweiten Sektion ist auch der Beitrag von MICHEL PFEIFFER (Chur) hervorzuheben. Pfeiffer zeichnete ein Bild von der „Bilderflut“, welche die Archive zu bewältigen haben werden und sprach von den notwendigen technischen und theoretischen Kompetenzen, die zur Analyse und Bewältigung der Datenmassen notwendig sein werden. Er sprach sich für eine „messbare Bewertung“ aus, die aufbauend auf Datenmodellierung und anhand von Bildmetadaten mit Hilfe von Algorithmen die Bildauswahl automatisieren sollte. Andernfalls wäre die Handlungsfähigkeit der Archive nicht mehr gegeben. Aus Pfeiffers Vortrag ist schließlich noch die Frage nach den Sammlungszielen und der Repräsentation zu erwähnen. Wenn sich Archivarinnen und Archivare nicht darüber im Klaren seien, was sie eigentlich dokumentieren oder abbilden wollen, so kann aus Pfeiffers Ausführungen entnommen werden, dann machen auch die weiteren Überlegungen zur Bewältigung der „Bilderflut“ keinen Sinn.

Einen interessanten Beitrag zur Überlieferungsbildung abseits der staatlichen Archive brachte CHRISTA EHRMANN-HÄMMERLE (Wien), die ihre „Sammlung Frauennachlässe“ an der Universität Wien als wertvolle Ergänzung zur hegemonialen Überlieferung präsentieren konnte. Sie zeigte, dass solche Sammlungen oder Archive, die in der „community archiving“ Tradition zu sehen sind, nach wie vor ihre Berechtigung haben und gerade hier viel Einfühlungsvermögen in die Überlieferungsbildnerinnen und -bildner, die Übergeberinnen und Übergeber der Nachlässe, notwendig ist.

MARKUS SCHMIDGALL (Bregenz) betonte die Notwendigkeit eines deutlich früheren Eingreifens von Seiten der Archive in die Aktenführung der Verwaltungen, um die Überlieferungsbildung in positiver Weise zu beeinflussen. Er schilderte dahingehend die Möglichkeiten des Records Managements, um Einfluss auf die Aktenführung zu nehmen und in der Verwaltung gebräuchliche Fachverfahren und -anwendungen, insbesondere hinsichtlich ihres Datenoutputs zu analysieren. Internationale Standards – er erwähnte ISO-15489[5] – eigneten sich, um Records Management Programmen in Verwaltung und archivischem Arbeitsalltag Nachdruck zu verleihen.

Die dritte Sektion – Informationsaufbereitung und -vermittlung – drehte sich um die Frage, wie Archive im 21. Jahrhundert ihre Informationen zugänglich machen können und in welcher Form diese Informationen aufbereitet werden sollen. Den Vorträgen von ANDREAS KELLERHALS (Bern), BRIGITTE KRENN (Wien), GEORG VOGELER (Graz) und MIROSLAV NOVAK (Maribor) war die Hervorhebung der Möglichkeiten der Informationsaufbereitung durch relationale Vernetzung und Visualisierung von Suchanfragen und Ergebnissen sowie der abgefragten Informationen, aber auch die Nutzung der technischen Möglichkeiten, besonders der „künstlichen Intelligenz“, maschinelles Lernen und semantischer Texterschließung gemeinsam. Prinzipiell ging es in den Vorträgen nicht um den Ersatz bestehender Systeme, allen voran die Archiv-Informationssysteme, sondern um eine sinnvolle Ergänzung und Erweiterung durch Methoden, wie sie von Suchanfragen in Google oder Amazon bekannt sind – zum Beispiel Gewichtung und assoziative Verknüpfungen.

Einen etwas anderen Weg der Informationsaufbereitung und letztendlich des Zugangs zu Archivalien präsentierte CHRISTOPH SONNLECHNER (Wien) mit dem Wien Geschichte Wiki[6], das als Stadtgeschichte Online-Lexikon gestartet wurde. Durch die Möglichkeit der Verlinkung mit dem Wiener Archivinformationssystem entwickelt sich das ursprünglich alternative beziehungsweise parallele „Wissensangebot“ zu einem interessanten Tool, um Archivbenutzerinnen und -benutzer besser auf den Archivbesuch vorzubereiten und die Archivbenützung durch die Informationsverknüpfung und Hinleitung durch Hyperlinks zum Archivgut beziehungsweise zu den entsprechenden Einträgen im Archivinformationssystem über das Wiki zu erleichtern.

In ihrem Abendvortrag ging LUCIANA DURANTI (Vancouver) nach einem Überblick über die Archivgeschichte auf die große Herausforderung der nächsten Jahre ein, die „Cloud“. Sie führte die technischen, rechtlichen und systemischen Rahmenbedingungen und Problemstellungen aus, insbesondere die Frage nach der „Lokalisierbarkeit“ der Cloud. Die Lokalisierung beziehungsweise die Nicht-Lokalisierbarkeit der Cloud stellten gleichzeitig ihre wichtigsten Vorteile aber auch ihre größten Nachteile dar, denn, so Duranti, wenn der Speicherort aufgrund der Verteilung der Cloud auf zahlreiche Server unbekannt sei, so erhöhe das die Sicherheit. Doch gerade in diesem Punkt prallen die Vorteile der Cloud mit ihrer „location independence“ auf die Anforderung der „data sovereignty“. Daneben sprach Duranti noch die verschiedenen Rollen und Funktionen an, welche Archive im 21. Jahrhundert zu erfüllen haben (werden). Duranti betonte die gesellschaftliche Rolle der Archive und die Notwendigkeit der Nachvollziehbarkeit archivischen Handelns. Sie erwähnte die Rolle, die Archive in der Sichtbarmachung von marginalisierten Gruppen spielen können – beispielsweise in Form der „Truth and Reconciliation“ Zentren. Archive, so Duranti, würden aber sogar heute noch zur Identitätsstiftung und sogar für „Nation-building“ ge- (oder miss-) braucht.

Die vierte Sektion – Das Archiv in seiner Umwelt – war hinsichtlich der Ausrichtung sehr heterogen, wodurch Aspekte abgedeckt wurden, die in den anderen Sektionen fallweise angeschnitten wurden, hier aber eindringlicher behandelt werden konnten. Diese Abrundung, auch durch den Beitrag des Historikers PATRICK JOYCE (Manchester) und seinem Hinweisen auf Macht-Beziehungen und Macht-Praktiken, in denen sich Archive bewegen, auf die Verhältnisse von (staatlicher) Autorität und die Konstruktion von „Wirklichkeiten“ beziehungsweise die Möglichkeit des Verstummen-Lassens von „Wirklichkeiten“, brachte der Tagung eine wesentliche Erweiterung der Perspektive. DIETMAR SCHENK (Berlin) sprach hingegen von der „Auflösung des Archivbegriffs“ nach dem „archival turn“. Obgleich Archive dadurch verstärkt in den Fokus der Kultur- und Geisteswissenschaften rückten, führte dies – so Schenk – auch zu einem schwammigen Archivbild, wodurch die Archive wiederum vor einem Wahrnehmungsproblem stünden. Schenk plädierte daher für einen stärkeren Dialog und eine transdisziplinäre Ausrichtung mit den Geisteswissenschaften, um „Archiv“ zu vermitteln. Um Vermittlung ging es auch JOACHIM KEMPER (Frankfurt am Main), der sehr eindringlich die Nutzung von Social Media und die Präsenz von Archivarinnen und Archivaren auf modernen, nicht der klassischen Tagung entsprechenden Veranstaltungsformaten nahelegte, um die Funktion, die kulturelle Bedeutung und Aufgaben eines Archives einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen. Archive sollten hinsichtlich der Formen der Vermittlung vielfältig agieren, um in der öffentlichen Wahrnehmung anzukommen.

Den Abschluss des Vortragsreigens bildete MARIO GLAUERT (Potsdam), der sich mit der Frage nach den Maßstäben eines erfolgreichen Archives auseinandersetzte. Unklare Erwartungen führten dabei zu unklaren Zielen, was wiederum unklare Umsetzungsstrategien bedinge. Archive seien Langzeitorganisationen, ihr Erfolg ließe sich erst in der Zukunft messen. Ein fachlich erfolgreiches Archiv muss, so Glauert, nicht auch ein wirtschaftlich erfolgreiches Archiv sein, ein Umstand, der im kommerzialisierten 21. Jahrhundert der Kennzahlen und Produkte besonders schwer auf den Archiven laste.

Am Ende der Tagung fasste GERHART MARCKHGOTT (Linz) die wichtigsten Ergebnisse noch einmal zusammen. Er betonte dabei besonders die Punkte der Transparenz in der Archivierung und der Nutzung neuer Informationstechnologien zur Erschließung und zur Zugänglichmachung von Archivalien. Er rief dazu auf, die Scheu vor neuen Ideen abzulegen, kreativ zu sein, Technologien auszuprobieren und für die Archive nutzbar zu machen.

Insgesamt gesehen eröffnete die Tagung viele neue Perspektiven und zeigte Wege auf, mit den archivischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts umzugehen. Mögen diese Herausforderungen – seien es die Cloud, die Vielfalt der Formen elektronischer Akten und Daten, die Daten- und Bilderflut, sowie die Verantwortung für eine inklusive und holistische Überlieferungsbildung – auch zunächst zahlreich und schwer handzuhaben sein, so machten die Beiträge der Tagung durchaus Hoffnung, dass es Mittel und Möglichkeiten gibt, diesen entgegenzutreten und der Nachwelt eine geordnete, zugängliche und nachvollziehbare Überlieferung zu hinterlassen. Francois Soulages schrieb Derrida paraphrasierend, „Archivieren, das ist mit der Zukunft in Dialog zu treten.“[7] So gesehen kann die ethische und moralische Verantwortung der Archivarinnen und Archivare nicht genügend betont werden. Es kann aus dieser Tagung jedenfalls mitgenommen werden, dass Archivarinnen und Archivare nicht nur mit der Zukunft im Dialog stehen sollten, sondern auch und insbesondere mit der Gesellschaft –ein Dialog, der nicht gescheut werden soll, sondern sogar aktiv gesucht werden muss.

Konferenzübersicht:

Begrüßung und Einleitung

Brigitte Rigele (Direktorin des Wiener Stadt- und Landesarchivs) / Thomas Winkelbauer (Direktor des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung) / Willibald Rosner ( Präsident des Verbands Österreichischer Archivarinnen und Archivare)

Einführung in die Tagung

Jakob Wührer (Linz)

Sektion I: Kategorisierung von Informationen – (Neue) Quellenkunde im Archiv
Vorsitz: Luciana Duranti (Vancouver)

Robert Kretzschmar (Stuttgart): Archivalische Quellenkunde im frühen 21. Jahrhundert
Holger Berwinkel (Berlin): Probleme einer Aktenkunde der Zeitgeschichte
Elizabeth Kata (Wien): Archivalienkunde von unten? Möglichkeiten einer Archivalienkunde für Unterlagen aus Neuen Sozialen Bewegungen am Beispiel feministischen Archivguts
Heather MacNeil (Toronto): Trusting Records in the Digital Age: Changing Archival Per-spectives

Sektion II: Überlieferungsbildung und Bewertung
Vorsitz: Elisabeth Schöggl-Ernst (Graz)

Helga Penz (Wien): Nil memorabile sed tamen asservandum. Merkwürdigkeit und Überlieferungsbildung: Das Beispiel der Archive katholischer Ordensgemeinschaften
Matthias Buchholz (Berlin): Alles doch ganz einfach? Archivische Bewertung zwischen Wissenschaft und Bauchgefühl
Michel Pfeiffer (Chur): Digitale Bilder – was darf, was kann bleiben?
Christa Ehrmann-Hämmerle (Wien): Privat_öffentliche Überlieferungen: Das Beispiel der „Sammlung Frauennachlässe“ an der Universität Wien
Markus Schmidgall (Bregenz): Überlieferungsbildung und Erschließung im digitalen Bereich. Ein Arbeitsbericht aus dem Vorarlberger Landesarchiv

Sektion III: Informationsaufbereitung und –vermittlung
Vorsitz: Heinrich Berg (Wien)

Andreas Kellerhals (Bern): Leuchtturm oder GPS – welche Orientierung in der Infosphäre?
Brigitte Krenn (Wien): Methoden der Künstlichen Intelligenz zur Erschließung von Textinhalten
Christoph Sonnlechner (Wien): Parallelangebot oder Wegweiser in die Zukunft? Das weltweit umfangreichste Stadtgeschichte-Wiki und seine Interaktion mit dem Wiener Archivinformationssystem WAIS
Georg Vogeler (Graz): Vernetzung: Zum Verhältnis von klassischen Formen der Archiverschließung und IT-gestützter Information Retrieval
Miroslav Novak (Maribor): Archival Information System: A Bridge Between Past, Present and Future

Abendvortrag

Luciana Duranti (Vancouver): The Right to Be Remembered and the Duty to Memorialize: the Role of Archives in the Digital Environment

Podiumsdiskussion

Luciana Duranti (Vancouver) / Thomas Just (Wien) / Alfred J. Noll (Wien) / Heidemarie Uhl (Wien)

Sektion IV: Das Archiv in seiner Umwelt
Vorsitz: Jakob Wührer (Linz)

Patrick Joyce (Manchester): Archival Powers – Archives and State Making
Dietmar Schenk (Berlin): Was heißt heute „Archiv“? Eine Standortbestimmung nach dem „archival turn“
Joachim Kemper (Frankfurt am Main): Externe Kommunikation und digitale Vermittlung – heraus aus der archivischen Staubecke?
Mario Glauert (Potsdam): Was ist ein erfolgreiches Archiv?

Abschluss

Gerhart Marckhgott (Linz): Zusammenfassung und Leitung der Abschlussdiskussion

Anmerkungen:
[1] Kata definierte dabei “trustwortyness” und “authenticity” ganz im Sinne der InterPARES-Definition. „Trustworthiness”: The accuracy, reliability and authenticity of a record, und “Authenticity”: the quality of a record that is what it purports to be and that is free from tampering or corruption, in: <http://arstweb.clayton.edu/interlex/> (14.11.2016).
[2] Heather MacNeil, Trusting Records. Legal, Historical and Diplomatic Perspectives, Dordrecht 2000.
[3] Terry Eastwood / Bart Ballaux / Rachel Mills / Randy Preston, Appendix 14: Chain of Preservation Model – Diagrams and Definitions, [elektronische Version] in: Luciana Duranti / Randy Preston (Hg.), International Research on Permanent Authentic Records in Electronic Systems (InterPARES) 2: Experiential, Interactive and Dynamic Records, Rom 2008, in: <http://www.interpares.org/display_file.cfm?doc=ip2_book_appendix_14.pdf> (14.11.2016).
[4] Diese Ansicht und Einsicht ist bedauerlicherweise nicht ausreichend verbreitet – von wenigen Ausnahmen abgesehen. Vergleiche beispielsweise die veröffentlichten Retention-Schedules der National Archives UK.
[5] ISO-15489: Information and documentation – Records management.
[6] <https://www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=Wien_Geschichte_Wiki> (14.11.2016).
[7] Francois Soulages, Avant-Propos, in: Jaques Derrida, Trace et archive, image et art, Bry-sur-Marne 2014, S. 5-13, hier S. 6.

Zitation
Tagungsbericht: Die Zukunft der Vergangenheit in der Gegenwart. Archive als Leuchtfeuer im Informationszeitalter, 09.11.2016 – 11.11.2016 Wien, in: H-Soz-Kult, 05.01.2017, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6905>.
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Veröffentlicht am
05.01.2017
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