Vernetzter Geist? Stand und Tendenzen der Digital Humanities in der Schweiz

Von
Eliane Kurmann / Enrico Natale, infoclio.ch

Digital Humanities – der Begriff ist in aller Munde: Er ziert Buch- und Zeitschriftentitel, kennzeichnet neu entstandene Kompetenzzentren und Studiengänge, ist ein Label für neue Forschungsprojekte und Gegenstand von Veranstaltungen. Keine Frage, das Digitale hat auch die Geisteswissenschaften erreicht. Was aber genau unter dem Begriff zu verstehen ist, bleibt undefiniert. In diesem Artikel gehen wir von einem weit gefassten Verständnis aus und fassen unter Digital Humanities ein breites Spektrum von technologischen Möglichkeiten, Arbeitsfeldern und Praktiken zusammen: die Retrodigitalisierung historischer Bestände, computergestützte Forschungsmethoden und Lehre, digitale Werkzeuge für den wissenschaftlichen Alltag, Möglichkeiten der Visualisierung und der Präsentation von Forschungsergebnissen, neue Publikationsformen und -foren, Infrastrukturprojekte zur Verwaltung elektronischer Daten und – nicht zuletzt – die Reflexionen darüber, ob die digitalen Technologien die Geisteswissenschaften grundlegend verändern. Digital Humanities ist ein neues, sich rasch veränderndes Feld, dessen Konturen sich erst schärfen werden. Es wird sich zeigen, welche der genannten Bereiche die Geisteswissenschaften besonders bereichern und ob der digital turn tatsächlich ein solcher ist.

Dieser Bericht thematisiert den aktuellen Stand und die Tendenzen der Digital Humanities in der Schweiz. Nach einem kurzen Überblick über den Einzug der Computertechnologien in die Geisteswissenschaften seit den 1970er-Jahren werden die aktuellen Entwicklungen der Digital Humanities entlang der drei wichtigsten Schauplätze beschrieben; jene in den Archiven und Bibliotheken, den Universitäten und der Forschung sowie der Wissenschaftspolitik. Abschliessend folgt ein kurzer Einblick in die derzeit stattfindende Diskussion, ob die Digital Humanities lediglich ein neuer Werkzeugkasten der Geisteswissenschaften sind oder auch neue Forschungsmethoden und Erkenntnisse hervorbringen.

Der Bericht informiert über die aktuellen Angebote und die laufenden Forschungsprojekte mit einem Fokus auf den Geschichtswissenschaften, bietet aber keine umfassende Aufzählung, sondern nur eine Auswahl, die den aktuellen Stand in der Schweiz verdeutlicht. Ein Überblick über die Digital Humanities kann nur eine Momentaufnahme eines Feldes sein, das sich sehr schnell entwickelt.

Vorgeschichten: Von Computern, Katalogen und Pionieren
Die Geschichte des Computers[1] beginnt in der Schweiz Ende der 1940er-Jahre an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) mit der Gründung des Instituts für Angewandte Mathematik. Das Institut war damit beauftragt, an der ETH Zürich programmierbare Rechenleistung anwendbar zu machen. Der erste Computer, der 1950 installiert wurde, war der von Konrad Zuse entwickelte Z4-Computer – der einzige nach dem Zweiten Weltkrieg verfügbare Rechner, der in Europa entwickelt worden war.


Fig. 1: Relaisschränke des Z4-Computers, der 1950 an der ETH Zürich installiert wurde. Bild: ETH Zürich, Hauptgebäude (HG), Institut für angewandte Mathematik, Z4, Relaisschränke, Zürich 1950, Record Name: Ans_03681 © ETH Bibliothek Zürich, Bildarchiv. Online: ETHBIB.Bildarchiv (19.05.2014).

Sieben Jahre später nahm die ETH Zürich ihren ersten selbst entwickelten und gebauten Computer, die Elektronische Rechenmaschine an der ETH (ERMETH), in Betrieb.[2] Forschenden der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) gelang in den 1970er-Jahren die Entwicklung und Produktion von Computern und Computermäusen, die auf dem Modell des Informatikpioniers Douglas Engelbert basierten.[3] Der Computer stiess nicht nur in der Privatwirtschaft und in der Armee auf grosses Interesse, sondern entwickelte sich auch innerhalb der Wissenschaften zu einem wichtigen Werkzeug.

Seit Ende der 1970er-Jahre verwendeten auch die Geisteswissenschaften technologische Mittel, anfänglich insbesondere zur Verwaltung wissenschaftlicher Informationen: Die Bibliotheken der Université de Lausanne und der ETH Zürich arbeiteten seit Beginn der 1970er-Jahre an informatisierten Bibliothekssystemen[4], und die Bibliothek der EPFL führte 1979 die erste Recherchedatenbank ein.[5] Zur selben Zeit konzipierten Forschende des Instituts für Automation und Operations Research der Universität Fribourg Modelle für digitale Editionen und elektronische Bücher.[6] Das Interesse an den neuen, computergestützten Möglichkeiten schlug sich in der Gründung von Fachzeitschriften nieder, die sich mit der digitalen Informationsverwaltung auseinandersetzen.[7]


Fig. 2: Die Bibliotheksrecherche vor dem digitalen Zeitalter. Bild: Zürich, ETH Zürich, Hauptgebäude (HG), Hauptbibliothek, Literaturnachweis, Zettelkatalog, Zürich 1950, Record Name: Ans_00353 © ETH Bibliothek Zürich, Bildarchiv. Online: ETHBIB.Bildarchiv (19.05.2014).

Ende der 1980er-Jahre tauchte der Computer vereinzelt in den Büros von Historikerinnen und Historikern und an den Arbeitsplätzen wissenschaftlicher Einrichtungen auf. Zu den Pionieren gehörte die Redaktion des Historischen Lexikons der Schweiz, die ihre Arbeiten seit der Gründung im Jahr 1988 mithilfe des Computers erledigt.[8] Das aufkommende Interesse am Computer zeigte sich auch in der Gründung des Vereins Geschichte und Informatik im Jahr 1989. Der Verein gibt eine gleichnamige Zeitschrift heraus, die anfänglich die Verwendung von Datenbanken in den Geschichtswissenschaften, die historische Statistik, Bibliographien, die historische Kartographie und die Edition digitalisierter Quellen thematisierte und heute insbesondere die Entwicklungen im Bereich der Digital Humanities mitverfolgt.[9]


Fig. 3: Cover des 17. Bandes der Zeitschrift Geschichte und Informatik: Peter Haber (Hrsg.): Computergeschichte Schweiz – eine Bestandesaufnahme, Zürich 2009.

An den geisteswissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten führte die Auseinandersetzung mit den technologischen Entwicklungen in den 1990er-Jahren zur Einrichtung neuer Institutionen.[10] In der Erforschung und Erprobung neuer Instrumente und Methoden taten sich anfänglich die Sprachwissenschaften besonders hervor. Zur selben Zeit begann sich mit dem World Wide Web die wissenschaftliche Arbeitsweise an den Universitäten grundlegend zu verändern.[11] Die Forschenden und Studierenden profitierten insbesondere von den digitalen Kommunikations- und Recherchemöglichkeiten, denn neben den Bibliothekskatalogen gingen auch die ersten Datenbanken, die historische Quellen verzeichneten und verfügbar machten, online – so beispielsweise 1997 die Datenbank der Diplomatischen Dokumente der Schweiz Dodis.[12]

Im Vergleich zum benachbarten Ausland fanden die Computertechnologien auf nationaler Ebene etwas verspätet Beachtung: Erst anlässlich der Reorganisation der Schweizerischen Nationalbibliothek (SNB) 1992 entschied der Schweizerische Bundesrat, die SNB mit einer Informatikstruktur auszustatten.[13] In einem weiteren Schritt verabschiedete er 1998 eine Strategie zur Schaffung einer Informationsgesellschaft in der Schweiz. Bezüglich der Kulturvermittlung hatte diese Strategie zum Ziel, die neuen multimedialen und interaktiven Möglichkeiten zu fördern und die Bestände der Archive, Bibliotheken und Museen digital zu erschliessen und online zugänglich zu machen.[14] Mit dem Swiss Virtual Campus[15] wurde im Jahr 2000 ein nationales Projekt lanciert, mit dem das E-Learning an den Schweizer Hochschulen gefördert werden sollte. Infolge ungenügender Resultate und mangelndem Interesse von Seiten der Akademikerinnen und Akademiker wurde das Projekt einige Jahre später allerdings aufgegeben.[16]

Auch in der geschichtswissenschaftlichen Lehre hielten der Computer und das Internet Einzug: 1999 organisierten die beiden Historiker Peter Haber und Jan Hodel an der Universität Basel erstmals ein Seminar zum Thema „Neue Medien in den Geschichtswissenschaften“, aus dem eine Datenbank mit geschichtswissenschaftlich relevanten Internetressourcen hervorging. Die Weiterentwicklung dieser „History Toolbox“ führte zum Aufbau von hist.net[17], einer digitalen Plattform für die Geschichtswissenschaften.[18] Zur gleichen Zeit richtete die Schweizerische Gesellschaft für Geschichte (SGG) die Abteilung „Internet“ ein und konzipierte ein Projekt, das sich mit den Möglichkeiten des Internets für die Geschichtswissenschaften befassen sollte. Peter Haber und Bertrand Müller schlugen die Schaffung eines Portals mit dem Namen „Swiss History Portal“ vor, das aufgrund fehlender finanzieller Mittel aber nicht realisiert werden konnte. Inspiriert von den Initiativen in Deutschland – der History Guide[19], Clio-Online[20] und H-Soz-u-Kult[21] hatten sich inzwischen etabliert[22] – unternahm die SGG in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Akademie für Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) 2005 einen zweiten Anlauf zur Lancierung eines Fachportals für die Geschichtswissenschaften: Es ging 2009 unter dem Namen und der URL infoclio.ch[23] online.


Fig. 4: Screenshot: http://infoclio.ch, 19.5.2014

Neben einer Plattform zur Publikation von Tagungsberichten, Rezensionen und Neuigkeiten zur geschichtswissenschaftlichen Forschung in der Schweiz bietet infoclio.ch verschiedene Recherchedatenbanken und weitere Dienstleistungsangebote für Historikerinnen und Historiker. infoclio.ch hat den Auftrag, den Zugang zu elektronischen Ressourcen für die Forschenden zu vereinfachen, die historische Forschung im Internet sichtbarer zu machen und das Potential und die Problematiken digitaler Medien für die Geschichtswissenschaften zu reflektieren.

Alles digital? Schauplätze und Akteure
Inzwischen hat sich das Digitale auf verschiedenen Ebenen in den Geisteswissenschaften etabliert: Bibliotheken und Archive erschliessen ihre Bestände digital und machen historische Quellen online verfügbar, an den Hochschulen werden neue Institutionen eingerichtet, die computergestützte Forschungsprojekte fördern und entsprechende Kompetenzen vermitteln, und die wissenschaftspolitischen Akteure der Geisteswissenschaften diskutieren über neue Forschungsinfrastrukturen und Finanzierungsmodelle.

Archive und Bibliotheken – einfach zugänglich
Die Bibliotheken und Archive sind damit beauftragt, Quellen und Publikationen zu sammeln, aufzubewahren und zu vermitteln. Sie machen ihre Bestände für die Hochschulen und Forschungsinstitutionen zugänglich – zunehmend auch über digitale Wege.

Alle Hochschulbibliotheken und grösseren Archive der Schweiz haben ihre Bestände mittlerweile digital erschlossen und in Datenbanken und Katalogen durchsuchbar gemacht. Für die Recherche besonders hilfreich sind die Metasuchinstrumente, mit denen die Bestände mehrerer Institutionen gleichzeitig durchsucht werden können: Der Metakatalog Swissbib[24] bietet die Möglichkeit, die Bestände der Schweizerischen Nationalbibliothek (SNB) und der Hochschulbibliotheken zentral abzufragen. Über Archives Online[25] können die Datenbanken der SNB und mehrerer Archive gleichzeitig durchsucht werden. Memoriav, der Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturguts der Schweiz, verzeichnet in der Memobase die Bestände aus verschiedenen Gedächtnisinstitutionen. Die Weiterentwicklung dieser Datenbank soll einen direkten Zugang zu den audiovisuellen Dokumenten erlauben.[26] Darüber hinaus bestehen Metaverzeichnisse zu thematischen Bereichen: So bietet etwa arCHeco[27] ein Verzeichnis der in der Schweiz und in Liechtenstein aufbewahrten Wirtschaftsakten von Unternehmen, Verbänden, staatlichen Stellen und privaten Nachlässen. Virtuell zusammengeführt sind auch die Kirchlichen Bestände in schweizerischen Archiven[28] oder die Archivbestände zur schweizerischen Arbeiterbewegung im Webportal arbeiterbewegung.ch.[29]

Bezüglich der Digitalisierung historischer Bestände war die Mehrheit der Bibliotheken und Archive bis vor einigen Jahren zurückhaltend. Die föderalistischen Strukturen der Schweiz erschwerten den Aufbau einer koordinierten Digitalisierungspolitik zusätzlich, sodass die ersten grösseren Retrodigitalisierungsprojekte erst im Jahr 2006 in Angriff genommen wurden.[30] Das prominenteste und umfassendste Projekt wurde an der Bibliotheque Cantonale et Universitaire (BCU) in Lausanne durchgeführt, die als erste französischsprachige Hochschulbibliothek mit Google Books eine Kooperation einging und rund 100.000 Bücher online verfügbar machte.[31] Erwähnenswert ist auch die Digitalisierung amtlicher Quellen und Publikationen durch das Schweizerische Bundesarchiv (BAR), die über die Plattform Amtsdruckschriften[32] zugänglich sind. Digital verfügbar sind nicht nur schriftliche Publikationen und Quellen, sondern auch grössere Sammlungen von Karten[33] und Plänen, Bildern und Fotografien[34], Musiknoten[35] und Audioaufnahmen.[36] Das Projekt Digicoord[37] informiert umfassend über die abgeschlossenen und laufenden Digitalisierungsprojekte der Schweizer Bibliotheken und Archive.

Die digitalisierten Quellen und Publikationen stehen auf den Online-Portalen der einzelnen Bibliotheken und Archive bereit, sind aber mehrheitlich auch über Plattformen recherchierbar, die Bestände und Sammlungen aus mehreren Institutionen digital zusammenführen: Auf retro.seals.ch[38] stehen wissenschaftliche Zeitschriften aus verschiedenen Fachgebieten in retrodigitalisierter Form zur Verfügung; e-codices[39], die virtuelle Handschriftenbibliothek der Schweiz, bietet Zugang zu mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften; seltene und wertvolle Drucke des 15. bis 19. Jahrhunderts sind auf e-rara.ch[40] virtuell vereint; weitere digitalisierte handschriftliche Quellen wie Briefe, Noten oder Bilder sind über e-manuscripta[41] zugänglich; Zugriff auf retrodigitalisierte Zeitungen eröffnet sich über Schweizer Presse Online[42] und in der Schweizer Plakatsammlung[43] können Plakate, die in verschiedenen Institutionen aufbewahrt werden, online recherchiert und angeschaut werden.

Seit Ende der 1990er-Jahre gibt es in der Schweiz Bestrebungen, eine flächendeckende elektronische Informationsversorgung aufzubauen.[44] Heute sind ein Grossteil der oben erwähnten Metakataloge und Plattformen sowie zahlreiche weitere Projekte über e-lib.ch: Elektronische Bibliothek Schweiz[45] miteinander verbunden.


Fig. 5: Screenshot: e-lib.ch, 19.5.2014

Das dazugehörige Webportal e-lib.ch ist ein Einstiegspunkt für die simultane Recherche in den Beständen der Schweizer Hochschulbibliotheken und akademischen Einrichtungen. Es bietet einen zentralen Zugang zu den digital verfügbaren Ressourcen der insgesamt 20 Teilprojekte.[46] Das Projekt, dessen Leitung und Koordination an der ETH-Bibliothek[47] in Zürich angesiedelt ist, wird derzeit unter dem Namen P2 weiterentwickelt.

Hochschulen und Forschung – die grosse Vielfalt
Bis vor einigen Jahren zeigten die Universitäten wenig Interesse, die Geisteswissenschaften und die Computertechnologie miteinander zu verbinden. Initiativen zur Einbindung technologischer Anwendungen in die geisteswissenschaftliche Forschung und Lehre gingen anfänglich von einzelnen Forscherinnen und Wissenschaftlern aus und blieben auf wenige Disziplinen beschränkt. Mittlerweile sind die digitalen Kommunikationskanäle und Werkzeuge aus dem wissenschaftlichen Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Darüber hinaus entstehen neue Institutionen und Projekte, die sich mit der Frage beschäftigen, wie der Computer in der Forschung und in der Lehre produktiv eingesetzt werden kann.

Die Etablierung der Digital Humanities an den Universitäten zeigt sich besonders in der Schaffung neuer Lehrstühle und Forschungszentren. Diese Institutionalisierung verläuft allerdings heterogen, was sich in der unterschiedlichen institutionellen Anbindung und den verschiedenen Forschungsschwerpunkten der neu geschaffenen Einrichtungen widerspiegelt:

Angebunden an die geisteswissenschaftliche Fakultät, beschäftigt sich das Digital Humanities Lab[48] der Universität Basel mit den Potentialen und Anwendungsfeldern der digitalen Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Dienstleistungen und Forschungsprojekte des Digital Humanities Lab konzentrieren sich vor allem auf „Digitale Quellen“, indem beispielsweise die virtuelle Forschungsumgebung SALSAH[49] aufgebaut wird, die es Forschenden erlaubt, wissenschaftlich mit retrodigitalisierten Quellen zu arbeiten.

Die Universität Lausanne schuf 2013 mit dem Laboratoire de culture et humanités digitale (LADHUL)[50] einen Raum, in dem sich Forschende, die an den digitalen Kultur- und Geisteswissenschaften interessiert sind, austauschen und zusammenarbeiten können. Das LADHUL ist an die sozial- und politikwissenschaftliche Fakultät angebunden, wird aber auch von der Fakultät der Geisteswissenschaften und jener der Theologie und der Religionswissenschaften mitgetragen. Entsprechend vielseitig sind die Tätigkeitsfelder der integrierten Projekte: Sie reichen von der Digitalisierung schriftlicher und audiovisueller Quellen über die Auseinandersetzung mit dem Wissen im digitalen Raum, der Entwicklung von digitalen Tools bis hin zur Beschäftigung mit dem Einfluss der digitalen Kommunikations- und Informationstechnologien auf die sozialen Beziehungen. Das LADHUL bietet zudem Ausbildungsangebote für die Entwicklung und Anwendung digitaler Forschungsinstrumente und Präsentationsmöglichkeiten an.

An der Universität Bern fassten die Digital Humanities in Form des akademischen Programms Digital Humanities @ Universität Bern[51] Fuss, das Lehrveranstaltungen zu neuen Forschungsmethoden und Kooperationen mit bestehenden digitalen Projekten anbietet. Dieses Programm ist als Bestandteil des Kompetenznetzwerks Digitale Information, das auf die Forschung und die Lehre im Bereich der Informationswissenschaften ausgerichtet ist, interdisziplinär verflochten.[52]

Der erste explizit auf die Digital Humanities ausgerichtete Lehrstuhl wurde nicht an einer Universität, sondern an der EPFL eingerichtet. Das 2012 gegründete Digital Humanities Laboratory(DHLAB)[53] entwickelt computergestützte Anwendungen für die geisteswissenschaftliche Forschung und Lehre und vermittelt Kompetenzen zur Konzipierung und Umsetzung von Digital-Humanities-Projekten. Forschende aus verschiedenen geistes- und naturwissenschaftlichen Disziplinen arbeiten an der Venice Time Machine[54], einem Forschungsprojekt, das die Stadt Venedig und das maritime Imperium simulieren soll.

Forschungsprojekte, die mit computergestützten Methoden arbeiten oder ihre Quellen und Ergebnisse virtuell präsentieren, sind aber nicht nur an diesen neu eingerichteten, interdisziplinären Lehrstühlen und Forschungszentren angesiedelt, sondern auch an den traditionellen Institutionen. Zu nennen sind etwa das Parzival-Projekt[55], Manuscrito digital de Juan Goytisolo[56] und HyperHamlet[57], drei Beispiele aus den Sprachwissenschaften. Die Vielfältigkeit der Projekte der digitalen Geschichtswissenschaften zeigte sich erstmals bei der von infoclio.ch im Jahr 2012 lancierten Ausschreibung Presenting History Online: 20 Projekte zu verschiedenen historischen Epochen wurden eingereicht, vier schliesslich finanziell unterstützt.[58] Über die Geschichtswissenschaften hinaus geht das Verzeichnis laufender Digital-Humanities-Projekte[59], das aus der Tagung „Digital Humanities: Neue Herausforderungen für den Forschungsplatz Schweiz“ hervorging, die die SAGW im November 2013 organisierte.[60] Die Projekte reichen von der Digitalisierung von Bildern aus historischen Reiseberichten aus dem Alpenraum[61] über die Entwicklung eines Lehrkorpus für angehende Linguisten[62] bis hin zu einer Big-Data-Analyse[63], in der untersucht wird, ob die digitale Technologie die Demokratisierung fördert und die kulturelle und politische Partizipation erhöht.

Die Digital Humanities sind auch in der Lehre ein Thema: An den Hochschulen werden sowohl Bachelor- und Masterstudiengänge als auch Weiterbildungen angeboten. Eine Übersicht über die Bildungsangebote von Schweizer Universitäten und Fachhochschulen im Bereich der Digital Humanities[64] ist im PDF-Format online verfügbar. In der Ausbildung werden die digitalen Instrumente und das Internet in zweifacher Hinsicht in die Geisteswissenschaften integriert: Einerseits durch die Vermittlung von Informations- und Recherchekompetenzen – beispielsweise mithilfe des Online Lehrmittels compas – Strukturiertes Forschen im Web[65], andererseits durch das Angebot von Online-Kursen[66] oder eLearning-Programmen. Digitale Lernangebote sind etwa die Arabic Papyrology School[67] für die Beschäftigung mit arabischen Originalquellen oder Ad fontes[68], das eine Einführung in den Umgang mit Quellen im Archiv bietet. Diesbezüglich sind auch die virtuellen Lernumgebungen zu erwähnen, die jedoch nicht spezifisch auf die Studierenden der Geisteswissenschaften ausgerichtet sind. Die meist genutzte Lernplattform ist das Online Learning And Training (OLAT)[69], das seit 1999 an der Universität Zürich entwickelt, mittlerweile aber auch an anderen Universitäten eingesetzt wird.

Das Interesse an den Digital Humanities führt verschiedene Disziplinen zusammen und geht über den universitären Kreis hinaus. Dies zeigte sich an mehreren Veranstaltungen, an denen neben Forschenden und Studierenden auch Vertreterinnen und Vertreter von Archiven, Bibliotheken und weiteren Institutionen teilnahmen: Neben der bereits erwähnten SAGW-Tagung sind insbesondere das THATCamp[70], das 2011 in Lausanne stattfand, und die 2013 in Bern durchgeführte Digital Humanities Summer School[71] zu erwähnen. Diese beiden interdisziplinären und partizipativ ausgerichteten Veranstaltungen setzten sich aus Referaten und Workshops zusammen, in denen Anwendungs- und Programmierkurse angeboten, Projekte präsentiert und die Entwicklungen im Bereich der Digital Humanities reflektiert wurden. Auch das Memoriav Kolloquium[72] widmete sich 2013 den Digital Humanities und thematisierte die Rolle der audiovisuellen Dokumente in diesen. Eine weitere Gelegenheit, sich über die Fach- und Landesgrenzen hinaus zu vernetzen, bot sich den Digital Humanists vom 8. bis 11. Juli 2014 in Lausanne. Digital humanities[73] ist eine jährlich stattfindende, internationale Konferenz der Alliance of Digital Humanities Organizations (ADHO), die im Jahr 2014 von der EPFL und der Université de Lausanne zum Thema „Digital Cultural Empowerment“ organisiert wurde.[74]


Fig. 6: Die Teilnehmenden des THATCamps entscheiden vor Ort über das Programm. Bild: Serge Noiret: THATCamp organisation plenary session, Lausanne 11.11.2011. Online: Picasa - infoclio.ch, 19.5.2014.

Die internationale Ausrichtung der Digital Humanities, die am THATCamp und an der Digital Humanities Summer School deutlich wurde, widerspiegelt sich in der Bildung von Netzwerken, die über die nationalen Grenzen hinausgehen. Die SAGW vertritt die Schweiz als assoziiertes Mitglied im Europäischen Netzwerk Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities (DARIAH).[75] Seit 2013 laufen Vorbereitungen für eine volle Mitgliedschaft, aufgrund der aktuellen politischen Entwicklungen bezüglich der bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU ist der Ausgang dieser Verhandlungen allerdings wieder offen. Ebenfalls durch die SAGW vertreten wird die Schweiz in der Working Group EHumanities der European Federation of Academies of Sciences and Humanities (ALLEA).[76] Zahlreiche Forschende aus der Schweiz arbeiten darüber hinaus in internationalen Netzwerken mit, beispielsweise im Network for Digital Methods in the Arts and Humanities (NEDIMAH)[77], in der European Association of Digital Humanities (EADH)[78], der Association francophone DH oder im Verein Digital Humanities im Deutschsprachigen Raum.[79]

Im Bereich des digitalen Publizierens entwickeln sich die digitalen Geisteswissenschaften der Schweiz im Vergleich zum Ausland und den Naturwissenschaften mit Verzögerung. Weil nach wie vor sowohl die Anerkennung durch die Fachwelt wie auch die entsprechenden Gefässe zur Veröffentlichung von wissenschaftlichen Arbeiten im Internet fehlen, gibt es bislang kaum geisteswissenschaftliche Online-Zeitschriften oder EBooks. Wenn wissenschaftliche Arbeiten überhaupt digital erscheinen, dann meist als PDF der gedruckten Publikationen und mit zeitlicher Verzögerung. Das Potential der neuen Publikationsformen und –foren wird in der Schweiz nicht ausgeschöpft. Eine der wenigen Ausnahmen bilden die Quaderni di Dodis[80], eine wissenschaftliche Publikationsreihe, in der die Forschungsgruppe Diplomatische Dokumente der Schweiz (DDS) Monographien, Aufsätze und Quellen zur schweizerischen Aussenpolitik herausgibt. Die Publikationen dieser Reihe können in verschiedenen Formaten heruntergeladen oder in Buchform als Print on Demand bestellt werden. Aufgrund der fehlenden digitalen Publikationsplattformen migrieren einige schweizerische Zeitschriften ins Ausland. Auf der französischen Plattform OpenEdition[81] werden beispielsweise derzeit dreizehn schweizerische Zeitschriften aus den Sozial- und Geisteswissenschaften publiziert.[82]

Auch die Open-Access-Politik wird bisher nicht konsequent umgesetzt. Obwohl alle wichtigen Schweizer Wissenschaftsorganisationen die „Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“[83] unterzeichnet haben und der Schweizerische Nationalfonds (SNF) seine Beitragsempfängerinnen und -empfänger seit 2007 zur Veröffentlichung ihrer Forschungsresultate im Internet verpflichtet[84], hat diese Regelung bisher nur wenig konkrete Resultate gebracht – dies gilt insbesondere auch für die Geschichtswissenschaften. Mit den neuen Bestimmungen des SNF vom Mai 2014[85], nach denen die geförderten Buchpublikationen nach zwei Jahren in Open Access zugänglich sein müssen, ist eine Veränderung der Situation absehbar. Fast alle Schweizer Hochschulen haben mittlerweile Repositorien eingerichtet.[86] Diese sind aber grösstenteils ungenügend entwickelt und wenig sichtbar, sodass das Ablegen der wissenschaftlichen Arbeiten unattraktiv und die Recherche in den Beständen mühsam bleiben.

Wissenschaftspolitik – vor der Entscheidung
Mit der Etablierung der Digital Humanities findet gleichzeitig eine auf nationaler Ebene geführte Diskussion über die Forschungsinfrastruktur statt. Ausgangspunkt bildet der Umgang mit den stetig wachsenden Beständen an digitalen Daten, den Digitalisaten und den genuin digitalen Quellen: Wie können die Daten und Ressourcen koordiniert und sichtbarer gemacht werden? Und wie bleiben sie langfristig erhalten und für nachfolgende Projekte nutzbar? Unklar bleibt indessen, was in den Geisteswissenschaften unter Forschungsinfrastruktur zu verstehen ist. Erschwert wird diese Frage dadurch, dass mit dem Label Digital Humanities geschmückte Initiativen die Grenzen zwischen Forschungsprojekten und Forschungsinfrastruktur verwischen. So blieb bisher offen, ob Fachportale, Quelleneditionen und Datenbanken im Bereich der Forschung, der Infrastruktur oder der Dienstleistung anzusiedeln sind.

Um die bestehenden Ressourcen und Angebote einzelner geisteswissenschaftlicher Fächer zu bündeln und sichtbarer zu machen, lancierten einige Fachgesellschaften wissenschaftliche Portale wie Sciences-arts.ch[87], das Fachportal für Kunst, Musik und Theater, infoclio.ch[88], das Fachportal für die Geschichtswissenschaften oder das Fachportal Altertumswissenschaften Schweiz.[89] Die Fachportale bieten Dienstleistungen an, übernehmen aber auch koordinative Funktionen, indem sie die Informationen und Ressourcen verschiedener wissenschaftlicher Einrichtungen, Forschungsprojekte und Webseiten zusammenführen.

Im Bereich der Geschichtswissenschaften werden auf nationaler Ebene zwei weitere Projekte zur webbasierten Verknüpfung der bestehenden Wissens- und Datenbestände entwickelt: metagrid.ch[90] ist ein Projekt zur Vernetzung geisteswissenschaftlicher Ressourcen. Datenbanken und Webseiten können über identische Personen, Körperschaften oder geografische Orte miteinander verlinkt werden.[91] Im Weiteren startet zeitgleich mit dem bevorstehenden Abschluss der gedruckten Ausgabe des Historischen Lexikons der Schweiz (HLS)[92] ein digitales Anschlussprojekt: Das Neue HLS, das voraussichtlich im Jahr 2017 bereit stehen wird, ist auf den Ausbau und die externe Vernetzung des bisherigen Online-Angebotes ausgerichtet.[93]

Die Sicherung und langfristige Verwendbarkeit der digitalen Daten der geisteswissenschaftlichen Forschung stellt dagegen für die wissenschaftspolitischen Akteure eine grössere Herausforderung dar. Aus diesem Grund hat die SAGW 2009 eine Initiative zur Schaffung einer institutionenübergreifenden digitalen Infrastruktur lanciert. Ein Daten- und Dienstleistungszentrum soll den Zugang zu Forschungsdaten aus geisteswissenschaftlichen Projekten sicherstellen.[94] Unter der Leitung von Lukas Rosenthaler wird derzeit am Digital Humanities Lab der Universität Basel ein Konzept zur Schaffung des vorgeschlagenen Zentrums überprüft. Abhängig von den Resultaten dieses Pilotprojektes, könnte 2017 die Schaffung einer neuen nationalen Institution zur Verwaltung der Forschungsdaten in den Geisteswissenschaften in Angriff genommen werden.[95]

In eine ähnliche Richtung geht das von der Schweizerischen Universitätskonferenz (SUK) lancierte Projekt „Wissenschaftliche Information: Zugang, Verarbeitung und Speicherung (P2)“. Das mit 45 Millionen Schweizer Franken dotierte Projekt betrifft nicht nur die Geisteswissenschaften, sondern sieht die Reorganisation der gesamten Verwaltung der wissenschaftlichen Informationen vor. Bis Ende 2014 werden die ersten Resultate einer laufenden Projektausschreibung erwartet. Dieses Projekt macht deutlich, dass die digitalen Technologien einen tiefgreifenden Einfluss auf die Organisation der Forschung haben und eine ständige Erneuerung der etablierten Prozesse verlangen.[96]

Und schliesslich erweitert das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), die „Schweizer Roadmap für Forschungsinfrastrukturen“. Diese Roadmap, die die Finanzierung der grossen, nationalen Infrastrukturprojekte bestimmt, war bisher in erster Linie auf die Naturwissenschaften ausgerichtet. Dieses Jahr bewerben sich jedoch auch einige Projekte aus dem Bereich der Digital Humanities – etwa das Projekt Neues HLS oder das Daten- und Dienstleistungszentrum – um eine Integration in diese Roadmap.[97]

Mit dem Aufbau einer Forschungsinfrastruktur verbunden ist die Frage nach der langfristigen Finanzierung der Digital-Humanities-Projekte. Diese sind aufgrund der ständigen Veränderungen der digitalen Technologien und der Dienstleistungsangebote, die einige Projekte beinhalten, auf eine Langzeitbetreuung angewiesen. In der Schweiz gibt es bislang keine Finanzierungsmodelle, die auf die Eigenschaften dieser Projekte ausgerichtet sind. Auch der Schweizerische Nationalfonds (SNF), der für die Förderung der wissenschaftlichen Forschung und die Finanzierung von Projekten zuständig ist, hat bisher keine Programme für die Digital Humanities aufgebaut, unterstützt aber Langzeitprojekte aus dem Bereich der digitalen Editionen. Mit den Veränderungen, die das digitale Zeitalter mit sich brachte, hat der SNF beschlossen, die Unterstützung an Editionsprojekte neu zu organisieren, wobei diese künftig als Infrastrukturprojekte betrachtet werden. Im Januar 2014 hat der SNF eine „Bedarfsanalyse für geisteswissenschaftliche Editionsprojekte“ lanciert, die gleichzeitig als Bestandesaufnahme und als Grundlage zur zukünftigen Förderung von Editionsprojekten dient.[98]

Umstrittene Digital Humanities
Die Etablierung der Digital Humanities an den Universitäten und in der Wissenschaftspolitik bringt immer mehr Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler dazu, sich kritisch mit dem neuen Phänomen auseinanderzusetzen. Obwohl sie gelegentlich als „sozialutopisches Projekt“[99] beschrieben wurden, das technowissenschaftliche Visionen mit Heilserwartungen in den Geisteswissenschaften verbinde, werden die Digital Humanities zunehmend als Forschungsfeld betrachtet, das mit einem kritischen Potential ausgestattet ist.

Peter Habers 2011 erschienene Monographie „Digital Past. Geschichtswissenschaften im digitalen Zeitalter“ ist eine der wichtigsten Beiträge zu den Digital Humanities. Haber beschäftigt sich in seinem Buch mit einer „Archäologie“ der digitalen Medien in den Geisteswissenschaften und diskutiert die möglichen Konsequenzen der technologischen Entwicklungen für die historische Disziplin. Einer der zentralen Punkte seiner Arbeit ist ein Plädoyer für eine erweiterte Quellenkritik, die auch die Medialität der digitalen Quellen berücksichtigt.[100]

In der Folge beschäftigten sich zwei Veranstaltungen, die 2011 und 2013 an der Université de Lausanne stattfanden, mit der Frage nach der Zukunft der Geisteswissenschaften im digitalen Zeitalter.[101] Dabei zeigte sich ein wiedergewecktes Interesse an der Geschichte der materiellen und sozialen Formen des Wissens, die den digitalen Medien vorausgingen. So hat die Beschäftigung mit dem Internet auch die Auseinandersetzung mit der Wissensvermittlung durch mündliche Überlieferungen, Handschriften, gedruckte Bücher und andere Medien angeregt. Die daraus folgenden Diskussionen und Untersuchungen bleiben nicht auf die Reflexion über den Mehrwert durch den Einsatz von digitalen Werkzeugen in den Geisteswissenschaften beschränkt, sondern nehmen die Vergangenheit als Ausgangspunkt, um die neuen Medien kritisch zu hinterfragen.

Damit verbunden ist auch die Frage, ob die Digital Humanities neue Fragestellungen und Hypothesen hervorbringen und wie diese allenfalls überprüft werden können. Diskutiert wird, inwiefern in den Geisteswissenschaften die Heuristik von den Verfahren der computergestützten quantitativen Analyse profitieren kann, oder ob diese vielmehr zu einer Verarmung der geisteswissenschaftlichen Forschungsansätze führen. Caspar Hirschi und Michael Hagner, die sich in der Einleitung des neunten Züricher Jahrbuchs für Wissensgeschichte durchaus kritisch mit den Digital Humanities auseinandersetzen, sehen die Arbeit mit Big Data in Bezug auf neue Einsichten für einige Wissensbereiche als fruchtbar. Die „Kombination aus originellen Fragestellungen, digitaler Textanalyse, Lust an der Provokation und gründlicher Belesenheit“ könne sich zu einem anregenden Forschungsansatz zusammenfügen.[102]

Die Entwicklung der digitalen Praktiken der Informationsrecherche und ihre epistemologischen Konsequenzen auf die Forschungsresultate sind ebenfalls Gegenstand des neuen Interesses. In Gedenken an Peter Haber, der im April 2013 frühzeitig verstorben ist, hat Philipp Sarasin in einem Artikel[103] die Frage nach dem Einfluss von Google auf die Informationsrecherche wieder aufgenommen, mit der sich Haber auseinandergesetzt hatte.[104] Thematisiert wird, dass die Historikerinnen und Historiker in der Regel kaum über ihre Arbeit im Archiv berichten. Im Gegensatz dazu erfordere die universelle Verwendung des World Wide Web als Rechercheinstrument von den Historikerinnen und Historikern eine vertiefte Reflexion über die Suche im Internet und die Verwendung von digitalen Ressourcen – immerhin sei man sich der Gefahr bewusst, Informationen zu konsumieren, die einem von Algorithmen serviert werden ohne zu wissen, wie sie ausgewählt wurden.

Sowohl die kritischen wie auch die befürwortenden Argumente bezeugen die Notwendigkeit, die Praktiken und Methoden der digitalen Forschung zu hinterfragen, denn diese werden auch in der Zukunft eine entscheidende Rolle in den Wissenschaften spielen. Ausgehend von dieser Feststellung beschäftigen sich auch die Historikerinnen und Historiker zunehmend nicht mehr nur mit der Produktion von digital verfügbarem historischem Wissen, sondern auch mit der Rolle der digitalen Medien für die Wissensproduktion.[105]

Anmerkungen:
[1] In den vergangenen fünf Jahren sind mehrere Publikationen zur Informatikgeschichte der Schweiz erschienen: Peter Haber (Hrsg.), Computergeschichte Schweiz. Eine Bestandaufnahme, Zürich 2009; Herbert Bruderer, Konrad Zuse und die Schweiz. Wer hat den Computer erfunden?, München 2012; Josef Egger, Ein Wunderwerk der Technik, Zürich 2014. Insgesamt bleibt dieses Forschungsfeld jedoch von den Historikerinnen und Historikern vernachlässigt.
[2] Thomas Nef / Tobias Wildi, Informatik an der ETH Zürich 1948-1981, in: Peter Haber (Hrsg.), Computergeschichte Schweiz. Eine Bestandaufnahme, Zürich 2009, S. 9–58; Monika Burri / Andrea Westermann / David Gugerli u.a. (Hrsg.), ETHistory 1855–2005. Sightseeing durch 150 Jahre ETH Zürich, Baden 2005; Schweizerischer Schulrat, Informatik im ETH-Bereich: vom Relaisrechner zum Grosscomputer, Zürich 1994.
[3] Jean-Daniel Nicoud, Développements d’ordinateurs et de périphériques à l’EPFL, 1965–2000, smaky.ch – Une histoire de l’ordinateur en Suisse, o.D., <http://www.smaky.ch/theme.php?id=lami> (19.06.2014).
[4] Pierre Gavin, SIBIL: Système intégré pour les bibliothèques universitaires de Lausanne, Lausanne 1980; Innovation. Von der Automatisierung zum OPAC, ETHistory 1855–2005, 20.04.2005, <http://www.ethistory.ethz.ch/rueckblicke/verwaltung/biblio/innovationen/> (19.06.2014).
[5] Histoire, Bibliothèque de l’EPFL, 3.12.2012, <http://library.epfl.ch/bib/?pg=hist> (19.06.2014).
[6] Jacques Pasquier, The electronic book (EBOOK3): general user’s guide, Fribourg 1987; Jürg Kohlas, Das integrierte Buch: (eine Projektidee), Fribourg 1984.
[7] Interface: Zeitschrift des Schweizerischen Vereins für Informatik in der Ausbildung (SVIA) (1977–); Arbido (1986–).
[8] Marco Jorio, Persönliches Gespräch, geführt von Enrico Natale, Bern 24.05.2011.
[9] Geschichte und Informatik, Histoire et Informatique (1990-). Die Zeitschrift ist in retrodigitalisierter Form online verfügbar: <http://retro.seals.ch/digbib/vollist?UID=gui-001> (13.08.2014).
[10] Université de Lausanne: Section informatique et méthodes mathématiques appliquée aux Sciences Humaines (1992); Universität Zürich: Institut für Computer Linguistik (1994); Université de Genève: Informatique pour les sciences humaines (1999).
[11] Julien Sansonnens, Une brève histoire de l’Internet en Suisse, in: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte 61 (3), 2011, S. 341–355.
[12] Frédéric Koller, Les documents diplomatiques suisses sur Internet, in: Journal de Genève, 29.05.1997. Online: Diplomatische Dokumente der Schweiz, Les documents diplomatiques suisses sur Internet, o.D., <http://www.dodis.ch/de/les-documents-diplomatiques-suisses-sur-internet> (19.06.2014).
[13] Botschaft über die Reorganisation der Schweizerischen Landesbibliothek vom 19. Februar 1992, BBl 1992 II, S. 1441–1481. Online: Schweizerisches Bundesarchiv, Amtsdruckschriften, o.D., <http://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc.do?id=10106956> (23.02.2014).
[14] Strategie des Bundesrates für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz vom 18. Februar 1998, BBl 1998, S. 2387–2391. Online: Schweizerisches Bundesarchiv, Amtsdruckschriften, o.D. <http://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc.do?id=10109423> (06.03.2014).
[15] Swiss Virtual Campus – 2000–2007/08, <http://www.virtualcampus.ch/> (19.06.2014).
[16] Marianne Gertsch / Juan F. Perellon / Karl Weber, Campus virtuel suisse (SVC). Programme fédéral d’impulsion 2000–2003. Rapport final de l’évaluation, Conférence universitaire suisse; Conférence des Recteurs des Universités Suisses, Berne 2004.
[17] hist.net, <http://hist.net/> (19.06.2014).
[18] Peter Haber, persönliches Gespräch, geführt von Enrico Natale, Basel 13.06.2011.
[19] History Guide, Uni Göttingen, <http://aac.sub.uni-goettingen.de/geschichte/guide/> (19.06.2014).
[20] Clio-online, Fachportal für die Geschichtswissenschaften, <http://www.clio-online.de/> (19.06.2014).
[21] H-Soz-u-Kult, Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/> (19.06.2014).
[22] Klaus Gantert, Elektronische Informationsressourcen für Historiker, Göttingen 2011, S. 199.
[23] infoclio.ch. Das Fachportal für die Geschichtswissenschaften der Schweiz, <http://www.infoclio.ch/de/home> (19.06.2014).
[24] Swissbib, Metakatalog der Schweizer Hochschulbibliotheken und der Schweizerischen Nationalbibliothek, <https://www.swissbib.ch/Search/Home> (19.06.2014).
[25] Archivesonline, <http://www.archivesonline.org/search.aspx> (19.06.2014).
[26] Eine Beta-Version der erweiterten Memobase (<http://www.memobase.ch/>, 19.06.2014) ist bereits online.
[27] arCHeco. Verzeichnis der Wirtschaftsbestände in Archiven der Schweiz und Liechtensteins, <http://www.archeco.info/de/ueber-archeco/> (19.06.2014).
[28] Kirchliche Bestände in schweizerischen Archiven, <http://www.kirchen.ch/archive/projekt?la=d> (19.06.2014).
[29] arbeiterbewegung.ch, <http://www.arbeiterbewegung.ch/> (19.06.2014).
[30] Peter Haber, Bücher im Netz. Das Projekt „Google Books“ fasst nun auch in der Schweiz Fuss, Neue Zürcher Zeitung, 9. Juni 2007, <http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/articleF7S2B-1.371243> (19.06.2014).
[31] Die digitalisierten Bücher sind ausschliesslich auf Google Books (<http://books.google.ch/bkshp?hl=de&tab=ppb=pp>, 19.06.2014) online verfügbar. Der Katalog der BCU Lausanne _réseau vaudois (<http://opac.rero.ch/gateway?skin=vd>, 19.06.2014) verbindet die digitalisierten Bücher mit einem Direktlink auf Google Books.
[32] Amtsdruckschriften, <http://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/> (19.06.2014).
[33] Historische und zeitgenössische Karten sind u.a. online verfügbar über Kartenportal.CH (<http://www.kartenportal.ch/>, 19.06.2014) oder _Euratlas – History and Geography of Europe and the World (<http://www.euratlas.com/>, 19.06.2014).
[34] Grosse Bestände von digitalisierten Bildern und Fotografien sind u.a. verfügbar in SIKART – Lexikon zur Kunst der Schweiz (<http://www.sikart.ch/home2.aspx>, 19.06.2014), über die Plattform der ETH Zürich für Fotografien und Bilddokumente _e-pics (<https://www.e-pics.ethz.ch/>, 19.06.2014) oder im Online-Archiv der Basler Mission _BM Archives (<http://www.bmarchives.org/>, 19.06.2014).
[35] RISM-Schweiz erschliesst die handschriftlichen und gedruckten Noten und Schriften über Musik, <http://www.rism-ch.org/> (19.06.2014).
[36] Tondokumente werden insbesondere von der Schweizerischen Nationalphonothek gesammelt, <http://www.fonoteca.ch/> (19.06.2014).
[37] Digicoord. Informationsplattform zu den schweizerischen Digitalisierungsprojekten, <https://www.digicoord.ch/index.php/Accueil> (19.06.2014).
[38] retro.seals.ch – digitalisierte Zeitschriften, <http://retro.seals.ch/digbib/home> (19.06.2014).
[39] e-codices – Virtuelle Handschriftenbibliothek der Schweiz, <http://www.e-codices.unifr.ch/de> (19.06.2014).
[40] e-rara.ch, <http://www.e-rara.ch/doc/home?lang=de> (19.06.2014).
[41] e-manuscripta.ch, Plattform für digitalisierte handschriftliche Quellen aus Schweizer Bibliotheken und Archiven, <http://www.e-manuscripta.ch/> (19.06.2014).
[42] Schweizer Presse Online, <http://newspaper.archives.rero.ch/olive/ODE/index_de.html> (19.06.2014).
[43] Schweizer Plakatsammlung, <http://ccsa.admin.ch/cgi-bin/gw/chameleon?skin=affiches&lng=deg=de> (19.06.2014).
[44] Susanne Benitz / Nadja Böller, e-lib.ch: Elektronische Bibliothek Schweiz – Eine Erfolgsgeschichte?, in: B.I.T.online 16 (2), 2013, S. 97–102.
[45] e-lib.ch: Elektronische Bibliothek Schweiz, <http://www.e-lib.ch/de> (19.06.2014).
[46] e-lib.ch: Elektronische Bibliothek Schweiz, Projekte, <http://www.e-lib.ch/de/Ueber-uns/Projekte> (19.06.2014).
[47] ETH Bibliothek, <http://www.library.ethz.ch/en> (19.06.2014).
[48] Digital Humanities Lab, <http://www.dhlab.unibas.ch/index.php/de/> (19.06.2014).
[49] SALSAH, System for Annotation and Linkage of Sources in Arts and Humanities, <http://www.iml.unibas.ch/index.php/de/forschung/salsah> (19.06.2014).
[50] Laboratoire de cultures et humanités digitales de l'Université de Lausanne, <http://www.unil.ch/ladhul/page96485.html> (19.06.2014).
[51] Digital Humanities @ Universität Bern, <http://www.dh.unibe.ch/> (19.06.2014).
[52] Universität Bern erhält Kompetenznetzwerk „Digitale Information“, Universität Bern, 26.10.2012, <http://www.kommunikation.unibe.ch/content/medien/medienmitteilungen/news/2012/digitale_information/index_ger.html> (19.06.2014).
[53] Digital Humanities Laboratory (DHLAB), <http://dhlab.epfl.ch/> (19.06.2014).
[54] Venice Time Machine, <http://dhlab.epfl.ch/page-91073.html> (19.06.2014).
[55] Parzival-Projekt, <http://www.parzival.unibe.ch/home.html> (19.06.2014).
[56] Manuscrito digital de Juan Goytisolo, <http://goytisolo.unibe.ch/index.html> (19.06.2014).
[57] HyperHamlet: the cultural history of Shakespeare’s play in quotations, <http://www.hyperhamlet.unibas.ch/> (19.06.2014).
[58] Folgende vier Projekte, von denen drei inzwischen online sind, werden finanziell unterstützt: 14-18.ch (<http://14-18.ch/>, 19.06.2014) (Alexandre Elsig und Patrick Bondallaz, Université de Fribourg); App fontes (<http://www.adfontes.uzh.ch/1410.php>, 19.06.2014) (Christian DiGiusto, Universität Zürich); Espaces des savoirs (<http://www.espaces-des-savoirs.ch/>, 19.06.2014) (Sylvain Wenger, Université de Genève); Mémoires falashas (Charlotte Touati, Université de Lausanne).
[59] Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften. Digital Humanities: Infrastrukturen, Forschungsprojekte, Netzwerke, <http://www.sagw.ch/sagw/laufende-projekte/digital-humanities.html> (19.06.2014).
[60] Ein Überblick über die präsentierten Projekte und die Kurzfassungen der Referate sind auf der Tagungswebseite verfügbar: Digital Humanities: Neue Herausforderungen für den Forschungsplatz Schweiz, digital humanities sagw, o.D., <http://dh13.sagw.ch/dh13.html> (19.06.2014).
[61] Viaticalpes et Viatimages: un projet au coeur des humanités digitales, digital humanities sagw, o.D., <http://www.assh.ch/de/dh13/poster/poster/vaj.html> (19.06.2014).
[62] Hören, lesen, analysieren – ein Lehrkorpus für angehende Linguisten, digital humanities sagw, o.D., <http://www.assh.ch/de/dh13/poster/kurz-poster/dankel.html> (19.06.2014).
[63] Society 2.0. Demokratisierung und erhöhte Partizipation durch digitale Technologie – Ideologie oder Realität?, digital humanities sagw, o.D., <http://dh13.sagw.ch/de/dh13/poster/kurz-poster/keller.html> (19.06.2014).
[64] Schweizer Bildungsangebote im Bereich Digital Humanities / Recensement de l’offre éducative en Suisse dans le domaine des Digitale Humanities, infoclio.ch, o.D., <http://www.infoclio.ch/sites/default/files/standard_page/final_liste_brochure131202.pdf> (19.06.2014).
[65] Compas. Strukturiertes Forschen im Web, <http://www.compas.infoclio.ch/de> (19.06.2014).
[66] Massive Open Online Course (MOOC) werden beispielsweise an der EPFL, Université de Genève oder an der Universität Zürich angeboten.
[67] ARABIC PAPYROLOGY SCHOOL (APS), <http://orientx.uzh.ch:8080/aps_test_2/home/index.jsp> (19.06.2014).
[68] «Ad fontes» – Eine Einführung in den Umgang mit Quellen im Archiv, <http://www.adfontes.uzh.ch/1000.php> (19.06.2014).
[69] OLAT - Online Learning And Training, <https://www.olat.uzh.ch/olat/dmz/> (19.06.2014).
[70] The Humanities and Technology Camp, THATCamp 2011, <http://switzerland2011.thatcamp.org/> (19.06.2014).
[71] Digital Humanities Summer School 2013, <http://www.dhsummerschool.ch/> (19.06.2014).
[72] Memoriav, Kolloqium 2013, <http://de.memoriav.ch/service/news/newsdetails.aspx?id=4570622b-17a2-44c6-a66c-655b414c9e4f
[73] digital humanities, Lausanne – Switzerland '14, <http://dh2014.org/> (19.06.2014).
[74] Dieser Artikel wurde verfasst, bevor die Veranstaltung digital humanities(<http://dh2014.org/>, 19.06.2014) stattgefunden hat.
[75] DARIAH, Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities, <http://dariah.eu/> (19.06.2014).
[76] ALLEA. ALL European Academies, <http://www.allea.org/> (19.06.2014).
[77] NeDiMAH. Network for Digital Methods in the Arts and Humanities, <http://www.nedimah.eu/> (19.06.2014).
[78] The European Association for Digital Humanities (EADH), <http://www.eadh.eu/> (19.06.2014).
[79] DHd - Digital Humanities im deutschsprachigen Raum, <https://dig-hum.de/> (19.06.2014).
[80] Quaderni di Dodis, <http://dodis.ch/de/quaderni> (19.06.2014).
[81] OpenEdition, <http://www.openedition.org/> (19.06.2014).
[82] OpenEdition, catalogue des revues & collections, Tri par pays de publication: Suisse, <http://www.openedition.org/4013> (19.06.2014).
[83] In der Berliner Erklärung werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Unterzeichnerorganisationen aufgefordert, ihre Arbeiten so zu veröffentlichen, dass sie dauerhaft, kosten- und barrierefrei zugänglich sind. Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities, Max-Planck-Gesellschaft, Open Access, Berliner Erklärung, 22.10.2003, <http://openaccess.mpg.de/Berliner-Erklaerung> (19.06.2014).
[84] Open Access, Schweizerischer Nationalfonds, o.D. <http://www.snf.ch/de/derSnf/forschungspolitische_positionen/open_access/Seiten/default.aspx> (19.06.2014).
[85] Open Access-Regelung des SNF auf einen Blick, Schweizerischer Nationalfonds, o.D., http://www.snf.ch/SiteCollectionDocuments/Dossiers/dos_OA_regelung_auf_einen_blick_d.pdf> (19.06.2014).
[86] Eine Auflistung der akademischen Repositorien der Schweizerischen Hochschulen findet sich unter infoclio.ch, Open Access, <http://www.infoclio.ch/de/node/130345> (19.06.2014).
[87] Sciences-Arts. Fachportal für Kunst und Musik und Theater in der Schweiz, <http://www.sciences-arts.ch/?L=0&list_inst=nst=> (19.06.2014).
[88] infoclio.ch, <http://www.infoclio.ch/de/home> (19.06.2014).
[89] Fachportal Altertumswissenschaften in der Schweiz, <http://www.ch-antiquitas.ch/antiquitas> (19.06.2014).
[90] metagrid, <http://metagrid.ch/> (19.06.2014).
[91] metagrid.ch, Diplomatische Dokumente der Schweiz, o.D., <http://www.dodis.ch/de/metagridch> (25.02.2014). Ein Prototyp dieses Webservices existiert bereits.
[92] Historisches Lexikon der Schweiz, <http://www.hls-dhs-dss.ch/index.php> (19.06.2014).
[93] Historisches Lexikon der Schweiz: Das neue HLS. Beschreibung betreffend Zukunft des Historischen Lexikons der Schweiz, o.O. 2010.
[94] Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften, Digitale Infrastrukturinitiative für die Geisteswissenschaften. Bericht zuhanden des Staatssekretariats für Bildung und Forschung, Bern 29.9.2009. Online: SAGW, Abklärungen zu einem Daten- und Dienstleistungszentrum für geisteswissenschaftliche Forschungsdaten, o.D., <http://www.sagw.ch/de/sagw/laufende-projekte/ddz.html> (23.02.2014).
[95] Weitere Informationen über die aktuellen Entwicklungen zur Schaffung eines Daten- und Dienstleistungszentrums für geisteswissenschaftliche Forschung sind online verfügbar: SAGW, Abklärungen zu einem Daten- und Dienstleistungszentrum für geisteswissenschaftliche Forschungsdaten, <http://www.sagw.ch/de/sagw/laufende-projekte/ddz.html> (19.06.2014).
[96] Berichte, Dokumente und Informationen über die weiteren Entwicklungen sind online verfügbar: Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS), SUK-Programm 2013-2016 P-2 „Wissenschaftliche Information: Zugang, Verarbeitung und Speicherung“, <http://www.crus.ch/information-programme/projekte-programme/isci.html?L=2> (19.06.2014).
[97] Informationen über die weiteren Entwicklungen der Schweizer Roadmap sind online verfügbar: Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI, Schweizer Roadmap für Forschungsinfrastrukturen, <http://www.sbfi.admin.ch/themen/01367/02040/index.html?lang=de> (19.06.2014).
[98] Editionen, Schweizerischer Nationalfonds, o.D., <http://www.snf.ch/de/foerderung/infrastrukturen/editionen/Seiten/default.aspx> (19.06.2014).
[99] Michael Hagner / Caspar Hirschi, Editorial, in: David Gugerli / Michael Hagner / Caspar Hirschi (Hrsg.), Digital Humanities, Zürich 2013, S. 7.
[100] Peter Haber, Digital Past. Geschichtswissenschaften im digitalen Zeitalter, München 2011, S.104–112.
[101] Claire Clivaz / Jérôme Meizoz / François Vallotton u.a. (Hrsg.), Lire demain: des manuscrits antiques à l’ère digitale, Lausanne 2012; Tagung: Les „Humanités Délivrées”: Cultures parlées, visuelles et écrites, réinventées hors du livre, organisiert von Claire Clivaz / Dominique Vinck / Frédéric Kaplan, Université de Lausanne, 1.–2.10.2013.
[102] Michael Hagner / Caspar Hirschi, Editorial, in: David Gugerli / Michael Hagner / Caspar Hirschi (Hrsg.), Digital Humanities, Zürich 2013, S. 9.
[103] Philipp Sarasin, Schlaue Maschinen. Peter Habers kritische Medienwissenschaft und unsere Lage im Netz heute, in: David Gugerli / Michael Hagner / Caspar Hirschi (Hrsg.), Digital Humanities, Zürich 2013, S. 191–199.
[104] Peter Haber, Digital Past. Geschichtswissenschaften im digitalen Zeitalter, München 2011, S.73–91; Peter Haber, «Google-Syndrom». Phantasmagorien des historischen Allwissens im World Wide Web, in: Angelika Epple / Peter Haber, Vom Nutzen und Nachteil des Internet für die historische Erkenntnis: Version 1.0, Zürich 2004, S. 70–98.
[105] Online-Nachweise für die Abbildungen: Abbildung 1: <http://www.e-pics.ethz.ch/index/ETHBIB.Bildarchiv/ETHBIB.Bildarchiv_Ans_03681_8405.html>; Abbildung 2: <http://www.e-pics.ethz.ch/index/ETHBIB.Bildarchiv/ETHBIB.Bildarchiv_Ans_00353_238.html>; Abbildung 4: <https://infoclio.ch/de/home>; Abbildung 5: <http://e-lib.ch/de/>; Abbildung 6: <https://picasaweb.google.com/infoclio.ch/THATCampSwitzerland2011#5675255732056535426>.

Zitation
Vernetzter Geist? Stand und Tendenzen der Digital Humanities in der Schweiz, in: H-Soz-Kult, 05.11.2014, <www.hsozkult.de/debate/id/diskussionen-2432>.
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Veröffentlicht am
05.11.2014
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