„Games of Empires“: Internationale, interdisziplinäre Tagung zu Funktionen und Konnotationen von Brettspielen in imperialen und transkulturellen Kontexten

Ort
Saarbrücken
Veranstaltungsort
Universität des Saarlandes
Veranstalter
Institut für Alte Geschichte der Universität des Saarlandes (Saarbrücken), Prof. Dr. Heinrich Schlange-Schöningen Professur für transkulturelle anglophone Studien der Universität des Saarlandes (Saarbrücken), Prof. Dr. Martina Ghosh-Schellhorn
Datum
21.04.2016 - 23.04.2016
Bewerbungsschluss
15.10.2015
Von
Universität des Saarlandes

(Please find English version below!)

Deutsche Fassung:

„Games of Empires“: Internationale, interdisziplinäre Tagung zu Funktionen und Konnotationen von Brettspielen in imperialen und transkulturellen Kontexten

Spiel gehört zu den elementaren menschlichen Aktivitäten. Sein besonderer Wert liegt in der dualen Natur des Spiels begründet. Im Spiel wird Realität abgebildet und reflektiert, gleichzeitig gehört das „Anderssein“ als das gewöhnliche Leben zu seinen Grundmerkmalen. So kann das Spiel als simulacrum verstanden werden. Der Teilnehmer betritt eine Welt, die in zeitlich und räumlich begrenztem Rahmen nach eigenen, festgelegten Regeln funktioniert und in der es ein bestimmtes Ziel zu erreichen gilt, zugleich ist es durch eine dialektische Verbindung von Realität und Illusion gekennzeichnet. Spiele können Partizipation ermöglichen und gestatten die Adaption von Rollen, die die Situation des Spielers im realen Leben bestätigen, von ihr abweichen oder ihr sogar diametral entgegengesetzt sein können. Gerade dieser Aspekt der alternativen Realität macht das Spiel zu einem besonders interessanten kulturgeschichtlichen Untersuchungsobjekt.

Im Zentrum der Tagung stehen Brettspiele, d.h. alle Spiele, die unter Einsatz von Figuren, Steinen oder anderem Material in dem begrenzten Rahmen eines Spielfelds oder Spielbretts gespielt werden. Ein übergeordnetes Untersuchungsziel der Tagung ist die Erforschung von Spielen im Hinblick auf Formen von politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Repräsentation unter besonderer Berücksichtigung von transnationalen, transkulturellen und imperialen Kontexten. Dabei ist von Interesse, inwiefern Spiele eine systemstabilisierende, affirmative Funktion besitzen und somit reale Strukturen bestätigen, und inwieweit Spiele zur Förderung von Resilienz beitragen können oder sogar bestehende Machtverhältnisse unterminieren. Spiele werden immer wieder neu erfunden oder variiert. Diese Veränderungsprozesse im Rahmen des Transfers in neue politische, soziale oder kulturelle Kontexte sollen ebenfalls beleuchtet werden.

Betrachtet werden soll ferner Spiel als Ausdruck und Produkt sozio-kultureller Codes, und dabei die Frage gestellt, wie sich nicht nur im Spiel kulturelle Wertvorstellungen manifestieren, sondern wie das Spiel diese seinerseits bestätigen, beeinflussen oder verändern kann.

Der Zeitrahmen erstreckt sich von den frühesten Belegen für Spiele in (Welt)Reichen der Antike, des Mittelalters und der Neuzeit (Rom, China, Byzanz, Karolingerreich, Spanien, Frankreich, England, Niederlande, Portugal) bis zu Spielen in postkolonialen Diskursen.

Mögliche Themen:
- Funktion von Brettspielen: Was waren die Ziele dieser Spiele?
- Formen der Repräsentation: Wie werden Reiche in Brettspielen dargestellt?
- Vergleichende Ansätze: Vergleiche zwischen charakteristischen Brettspielen unterschiedlicher Reiche
- Historische Perspektiven: Varianten von imperialen/transkulturellen Brettspielen
- Geographische Verbreitung: Regionale Unterschiede von Spielen innerhalb eines Reiches
- Globale Dimensionen: Verbreitung von Spielen und ihre Anpassung neue kulturelle Kontexte

Zur Förderung des interdisziplinären Dialogs sind Beiträge in deutscher und englischer Sprache aus allen geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen ausdrücklich willkommen.

Wir bitten um die Einsendung von Exposés in deutscher oder englischer Sprache (max. 300 Wörter) bis zum 15.10.2015. Sie erhalten bis zum 15.12. 2015 eine Benachrichtigung. Die Aufsätze selbst (max. 7000 Wörter) müssen bis zum 30.04.2016 vorliegen, um im Anschluss an die Tagung im Rahmen einer online-Publikation zeitnah veröffentlicht zu werden.

English Version:

"Games of Empires": An International Interdisciplinary Conference on the Historio-Cultural Features of Imperial and Transcultural Board Games

Game playing can be numbered among the most fundamental social activities that human beings engage in. This fact has to do with the dual nature of games. As reflections of the real world in which the players live, games allow players to enter a simulacra in which certain rules apply and where a set goal is to be reached; as virtual worlds in their own right they invite players to sojourn in unique spaces for certain lengths of time in order to succeed at a certain task before returning to the drabness of quotidian reality. Role-playing in conjunction with the aim of achieving a consensual goal has thus formed part of the magnetism of game playing that has, moreover, lost none of its attractiveness from the earliest of times to the present day.
The "Games of Empire" form a sub-set of games in general in that the simulacra that they offer derives from the specific form of colonial/imperial domination currently being practiced, while their virtual worlds aspects allow for, or even encourage, alternative models of domination. Of the games belonging to this group, Board Games are especially complex in that they seek to represent both worlds in a tightly-regimented form, the board, understood to be a marked area in which the game is played using figures, stones or other materials, in order to allow the imagination of the players as much freedom as possible to move – within the board's boundaries. As is to be expected, the rules for Board Games change with the passage of time as also with the particular political culture in which they are played.
It is on account of these factors that Games of Empire present an especially fruitful field of historical, cultural, and transcultural research. This field of inquiry opens itself up to dialectical investigation of the intersections that obtain not only between the changing parameters of virtual models of domination and subjugation, but also between the positions of domination and power as explorable in the playing of the game.
It is these variations in the types of games and the ways in which they have been played over historical time and geographical space that is of concern for research in the typology of Board Games of Empire as envisaged by our conference.
Some of the topics that are worth exploring further are:
- The Function of Empire Games: What have the aims of these games been?
- Matters of Representation: The manner in which an Empire / different Empires have sought to represent itself / themselves in Board Games
- Comparative Approaches: Comparisons of one or more Board Games characteristically of two or more Empires
- Historical Perspectives: The historically determined variants of an Imperial / transcultural Board Game
- Geographical Dissemination: The regional differences that can be found within an Imperial / transcultural Board Game
- Global Dimensions of Empire Games: Which game/s have been transposed, to which cultural areas, and why?
- Global Dimensions of Empire Games: Which game/s have been re-contextualized, in which non-Empire settings, and why?

We welcome contributions in German and English from anyone working in the Humanities who might be interested in the general theme of our interdisciplinary conference.

Deadlines:
- Abstract Submission (max. 300 words): 15th October, 2015
- Notification of Acceptance: 15th December, 2015
- Submission of Final Papers (max. 7000 words): 30th April, 2016

The conference proceedings will at first be published electronically immediately following the conference.

Kontakt

Karen Aydin
Universität des Saarlands - FR 3.5 Altertumswissenschaften - Institut für Alte Geschichte
B 3.1, R. 2.35
66123 Saarbrücken

++49 681 302-3687
k.aydin@mx.uni-saarland.de

or:

Dr. Anna Maria Lemor – Saarland University - Transcultural Anglophone Studies - FR 4.3 Anglistik, Amerikanistik und Anglophone Kulturen - C 5.3 R. 1.30 - 66123 Saarbrücken- Tel. +49 681 302-3292 - a.lemor@mx.uni-saarland.de

Zitation
„Games of Empires“: Internationale, interdisziplinäre Tagung zu Funktionen und Konnotationen von Brettspielen in imperialen und transkulturellen Kontexten, 21.04.2016 – 23.04.2016 Saarbrücken, in: H-Soz-Kult, 31.08.2015, <www.hsozkult.de/event/id/termine-28668>.