Preserving Survivors‘ Memories

Ort
Berlin
Datum
20.11.2012 - 22.11.2012
Veranstalter
Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ); Freie Universität Berlin; in Kooperation mit der USC Shoah Foundation
Von
Christina Brüning, Didaktik der Geschichte, Friedrich-Meinecke-Institut, Freie Universität Berlin

Die Veranstalter der Tagung, die Stiftung EVZ, das Center für digitale Systeme der Freien Universität sowie das Institute for Visual History and Education der USC Shoah Foundation, haben mit der Konferenz „Preserving Survivors‘ Memories“ einen wichtigen Beitrag zur internationalen und interdisziplinären Vernetzung des Themas „Überlebendenzeugnisse in der digitalisierten Welt“ geleistet. Ziel der Tagung war es, mit den WissenschaftlerInnen der verschiedenen Disziplinen (von Film- und Medienwissenschaft bis hin zu Didaktik und Geschichtswissenschaft) Erfahrungen im Umgang mit (digitalen) Zeugnissen auszutauschen und zu fragen, wie sich der mediale Wandel auf die verschiedenen Komplexe von Bewahren/Archivieren, Rezeption und Bildungsarbeit auswirkt.

In seinem Eröffnungsvortrag gelang es GEOFFREY HARTMAN (Yale), das Problemfeld der Konferenz umfassend und problemaufwerfend aufzuspannen. Mit Verweisen auf das Yale Fortunoff Archive näherte er sich der Frage, wie in Zeiten, wenn die Zeugnisse mehr und mehr an die Stelle der Überlebenden treten, Gedenken und Lernen stattfinden können. Er verwies vor dem Hintergrund von Post-Shoah-Genoziden insbesondere auf die Bedeutung der Vermittlung universeller Menschenrechte durch das Konzept der sekundären Zeugenschaft und die Zeugnisprojekte, die sich dem Archivieren verschrieben haben. Außerdem ging er näher auf die Herausforderungen ein, vor die uns die Zeugnisse als eigene Quellengattung stellen. Intensiv behandelte er Fragen der Authentizität und des Traumas („the death camps are still in the survivors and the survivors are still in the death camps“), die Shoah als Ereignis ohne ZeugInnen („none but the dead can be authentic witnesses“ [Primo Levi]), die neue Medialität, die Rolle des Interviewers („testimonial alliance“) und die Rolle der RezipientInnen („reception honors the testimony“). Er schloss mit einer pädagogischen Handlungsimplikation: Videozeugnisse geben den Opfern ihre Gesichter zurück, weshalb die Zeugnisse die Gefühle der Zuhörenden und Zusehenden erfassen und dadurch erzieherisch und bildend wirken können. Allerdings warnte er vor der Gefahr, sekundäre Zeugenschaft auf das Googeln und das Interesse an Maschinen zu beschränken.

STEPHEN D. SMITH (Los Angeles) bezog sich in seinem prägnanten Kommentar zum Vortrag auf die verschiedenen Übergänge (analog zu digital, kommunikatives zu kulturellem Gedächtnis usw.) und fragte auch, ob wir – gerade mit der Post-Zeitzeugen-Ära in naher Zukunft – alle wirklich wichtigen Fragen gestellt haben und wie wir in der Zukunft mit den Interviews umgehen wollen („burden of responsibility“). Eine der spannendsten Fragen, die er mit Blick auf den digitalen Wandel stellte, war die nach dem „dedicated listening“: Wie können RezipientInnen eigentlich verantwortlich mit einem Zeugnis umgehen und sekundäre Zeugenschaft übernehmen, wenn sie parallel zum Rezipieren des Zeugnisses noch auf Facebook sind oder ihre Mails beantworten? Er schlug vor, dass Videozeugnisse ebenso wie Literatur interpretiert werden müssen, und nannte sie daher „living literature“.

Der Mittwoch begann mit Plenumsvorträgen. Zunächst sprach MANFRED THALLER (Köln) über „digital humanities“ und ihre Fördermöglichkeiten durch die DFG. Danach berichtete WERNER DREIER (Salzburg) einerseits von der Situation an österreichischen Schulen, andererseits stellte er die im Rahmen von Erinnern.at entwickelten DVDs und Materialien vor. In vielen Punkten glichen die Befunde aus Österreich dabei den deutschen: Geschichte als nur zweistündiges Unterrichtsfach stellt zur Behandlung des gesamten Nationalsozialismus eine lächerlich kurze Zeit von maximal zehn Schulstunden zur Verfügung, viele Lehrende unterrichten fachfremd, die Schülerschaft wird immer heterogener. Als dritte Vortragende widmete SYLVIE LINDEPERG (Paris) sich dem Thema „Zeugenschaft und Zeugnisse im Gerichtssaal“ und zeigte anschaulich am Eichmann-Prozess, wie die „Inszenierung“ der Zeuginnen und Zeugen und das Filmen des Prozesses arrangiert waren. Verweise auf die politische (Aus?-)Nutzung in späteren Jahren riefen kritische Nachfragen im Publikum hervor.

In der ersten Sitzung der parallelen Workshops A „Audio and Video Interviews as a Digital Source in the E-Humanities“ stellten zunächst JAN HAJIC (Prag) und danach JAN RIETEMA (Berlin) technische Zugangs- und Umsetzungsvarianten wie automatisch erstellte Transkripte und Online-Redaktionssysteme vor.

Sektion B der parallelen Workshops widmete sich den Fragen von Geschichtsdidaktik/Holocaust Education in verschiedenen nationalen Erinnerungsdiskursen. NADINE FINK (Genf) stellte ihr 2008 abgeschlossenes Promotionsprojekt vor, in dem sie die Rezeption von Videozeugnissen durch SchülerInnen in der Ausstellung zur Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in der Schweiz „L’histoire c’est moi!“ erforscht hatte. Danach stellte ANNA LENCHOVSKA (Kiew) die Arbeit der USC Shoah Foundation in der Ukraine vor und schilderte, wie dort anhand von Materialien des Anne Frank Hauses der Holocaust als Einstiegsthema genutzt wird, um Toleranz und Menschenrechte zu fördern. Hier kamen berechtigte Nachfragen von MATTHIAS HEYL (Fürstenberg) und EDWARD SEROTTA (Wien), ob denn ein größerer Regionalbezug (Warum Material „importieren“, wenn die Ukraine selbst so viele thematische Anknüpfungspunkte bietet?) und ein weniger „benutzender“ Umgang mit dem Thema Holocaust (Warum nimmt man das schlimmste Ereignis der Geschichte, um etwas Positives wie Empathie und Menschenrechte zu fördern?) nicht vielleicht angebrachter wären. NA’AMA SHIK (Jerusalem) stellte die Arbeit vor, die von Yad Vashem auf dem Gebiet der Holocaust Education in verschiedenen kulturellen Kontexten geleistet wird. Hierbei differenzierte sie auf sehr überzeugende Art die Zugangsweisen von HistorikerInnen versus „educators“ zu Zeugnissen: Für HistorikerInnen mag es relevant sein, ob Mengele erst ab Mai 1943 in Auschwitz war, für Unterrichtende/ Vermittelnde kann dieser „fehlerhafte“ Teil des lebensgeschichtlichen Narrativs auch als Symbol stehen und den Anlass für ein Gespräch mit den SchülerInnen bieten. Außerdem berichtete sie vom Stellenwert, den die Holocaust Education in Israel hat, da Kinder bereits sehr früh mit dem Thema konfrontiert werden und Fragen stellen. Dieser Aufruf, von den tatsächlichen Fragen der Kinder auszugehen, sollte meines Erachtens auch im deutschsprachigen Raum Beachtung finden. In seinem zusammenführenden Kommentar ging PETER GAUTSCHI (Luzern) insbesondere auf die Frage der Altersangemessenheit ein und auf die Komplexität historischen Lernens. In der Sektion C widmete sich der Workshop „Montaged Conceptions of History“ zwei aktuelleren Beispielen. FLORIAN EBNER (Brunswick), Leiter der fotografischen Sammlung im Museum Folkwang, stellte in seinem Beitrag „New Testimonies from an Ongoing Revolution. The Role of Testimonies in the Egyptian Uprising“ die Arbeiten eines ägyptischen Videokollektivs vor. Im zweiten Beitrag beschäftigte sich SYLVIE ROLLET (Paris) mit dem kambodschanischen Dokumentarfilm „S21 – Die Todesmaschine der Roten Khmer“ (2003) von Rithy Panh. In seinem Kommentar zu dem Workshop betonte WULF KANSTEINER (Vestal) die ethischen Dilemmata der Filmkomposition wie auch der Betrachtung. Mit Bezug auf Claude Lanzmanns Film „Shoah“ und Lori Perlows „Witnesses to the Holocaust, the Trial of Adolf Eichmann” (1987) stellte er dabei auch die ethischen Grenzen der Auseinandersetzung heraus und hinterfragte Rithy Panhs Form des „acting out“ der Täter als „ethical failure“.

Am Nachmittag folgte dann ein gemeinsames Podium, das sich mit Fragen der Vermittlung in schulischen, aber auch außerschulischen Kontexten beschäftigte. KORI STREET (Los Angeles) stellte zunächst in ihrem Vortrag die Plattform IWitness vor.[1] Ihre These, dass Zeugnisse ein starkes Medium sind, verdeutlichte sie durch die durchschnittliche Verbleibezeit eines Users auf der IWitness Platform, die bei 6,5 Minuten pro Zeugnis liegt. Das mag für die Rezeption lebensgeschichtlicher Zeugnisse unfassbar kurz erscheinen, ist aber in Zeiten des Internets eine sehr lange Zeit. In Schulprojekten arbeiten die SchülerInnen mit Zeugnissen und schneiden eigene Kurzfilme. Hier nannte sie zunächst „digital citizenship“ und Medienkompetenz als Hauptlernziele, wurde aber durch gezielte Nachfrage von GERTRUD KOCH (Berlin) zu den inhaltlichen Lernzielen zurückgeführt, die sie dann eher im Bereich vergleichender Genozidforschung, Menschenrechtsbildung und Toleranzstärkung verortete. Im Anschluss stellte E. Serotta sein Projekt „Centropa” vor, das den Ansatz verfolgt, Überlebende anhand von Familienfotos ihre persönlichen Geschichten erzählen zu lassen.[2]

In der Sektion A am Nachmittag behandelten die Vortragenden das Thema „Oral History as a Digital Source in the E-Humanities“. SIGAL ARIE-EREZ (Jerusalem) gliederte ihren Vortrag in drei Teile, die den aufeinanderfolgenden Epochen in der sich wandelnden Welt des Archivars entsprachen: 1. die Prä-Computer-Ära, in der Speicherung und Zugang begrenzt waren und mithilfe von Karten in Zettelkatalogen Indexe angelegt wurden, 2. die frühe Computerzeit, als sich Zugang und Speicherung verbesserten, und 3. die fortgeschrittene Hochzeit des digitalen Zeitalters, in der das Internet direkte Suchen und eine weite Zugänglichkeit und Vernetztheit ermöglicht. Dabei warnte sie auch vor den Gefahren der Dekontextualisierung, der Fragmentarisierung und der Oberflächlichkeit. Im Anschluss an die Vorträge entwickelte sich eine spannende Diskussion zwischen zwei Polen: a) Die „Fundamentalisten“ ( u.a. vom Yale Fortunoff Archive), die bewusst kein Transkript anfertigen, da dieses immer eine Interpretation darstelle und Fehler enthalte. b) Die Pragmatiker (wie Boyd), für die Transkripte ein wichtiges Hilfsmittel bei der Auseinandersetzung mit Interviews darstellen. Sie unterstützen vor allem die Suche, die häufig eine Grundlage für eine detaillierte Erschließung bildet.

Zur Eröffnung der Sektion B („Education“) wies MICHELE BARICELLI (Hannover) auf den Umstand hin, dass historisches Lernen in Deutschland lange nicht mit Emotionen, sondern eher mit Kognition und Analyse verknüpft war. KATHARINA OBENS (Berlin) verknüpfte im Vortrag zu ihrem Dissertationsprojekt Emotionen, das historische Bewusstsein und das Konzept der Narrativität mit der psychologischen Methode des „empathic mirroring“. ANDREA SZŐNYI (Budapest), versuchte den schmalen Grad zwischen Emotionen und Vernunft beim Einsatz von Videozeugnissen zu beleuchten und sprach veränderte Lehrerrollen und Hierarchiestrukturen im Unterricht an.

Am dritten Tag begann der Morgen mit weiteren parallelen Workshops. In „Audiovisual Testimony Presentations for Education and the Wider Public” der Sektion A wurden Projekte vorgestellt, die auf verschiedene Weise Videointerviews in Bildungsmaterialien und Ausstellungen integrieren. Zuerst gab ANNA WYLEGAŁA (Warschau) einen Überblick über die Strategien der Veröffentlichung und Bereitstellung für Bildungszwecke von Oral-History-Quellen der Organisation Karta und des History Meeting House in Warschau. Als zweiter Redner präsentierte BERND KÖRTE-BRAUN (Berlin) die kürzlich von der Freien Universität Berlin und der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebene DVD-Edition „Zeugen der Shoah“. Als dritte Sprecherin eräuterte BEA LEWKOWICZ (London), wie sie die Interviews aus dem „Refugee Voices Archive“, für die Nutzung in Forschung und Lehre, aber auch in Dokumentarfilmen (z. B. „Continental Britons“) und Ausstellungen (z. B. „Double Exposure“ in Österreich) integriert.

Im Workshop zu „Education“ (B) erläuterte ALICJA BIAŁECKA (Auschwitz) in ihrem praxisnahen Vortrag, warum es in der Gedenkstätte Auschwitz so viele Hindernisse gibt, die den Einsatz videografierter Zeugnisse verhindern. Das Museum verfügt über eine Sammlung von 355 Video- und 1.800 Audiozeugnissen, die aber selten rezipiert werden, da die Erwartungen der BesucherInnen grundlegend andere sind: Sie wollen den authentischen Ort im Sinne Thorsten Heeses „be-greifen“, ihre im Kopf verfestigten ikonografischen Bilder falsifizieren oder bestätigen, sich mit ihren Erwartungen konfrontieren, der Opfer gedenken, mit Gott kommunizieren oder auch einfach den symbolischen Ort Auschwitz als Sightseeing-Punkt abarbeiten. Diese zeitintensiven und privaten Momente verhindern meist den Besuch des Raums, in dem die gesammelten Zeugnisse zugänglich sind. Im zweiten Vortrag dieses Workshops sprach AYA BEN-NAFTALI (Tel Yitzhak) vom Massuah Institute in Israel über den Bildungsansatz ihres Instituts: Die Ausstellung ist als „active exhibition“ konzipiert, sodass die Videozeugnisse als Teil des persönlichen und emotionalen Erinnerns aktiv rezipiert werden können. Hierbei ist spannend, dass die BesucherInnen ein Zeugnis auswählen, eine persönliche Frage stellen, diese mit dem Videomaterial „erforschen“, eine Präsentation erstellen und diese digital in den Plenumsraum schicken, wo dann mit anderen BesucherInnen darüber diskutiert und reflektiert werden kann. Durch diese soziale Interaktion wird den Zeugnissen Relevanz verliehen. Einen sehr zum Reflektieren anregenden Denkanstoß lieferte Matthias Heyl, der in seinem Kommentar zu Białecka und Ben-Naftali auf die Gefahr hinwies, dass die Fokussierung (deutscher) Gedenkstätten und Erinnerungsdiskurse auf die Opfer und die Empathie mit ihnen auch leicht zur Falle werden könne, da man sich mit den Opfern identifiziere, statt auch über die TäterInnen, deren Schuld und damit auch die eigenen Verbindungen zum Holocaust zu sprechen.

In der Sektion C beschäftigte man sich unterdessen mit „Biographical Narrative Forms“. MICHAEL RENOV (Los Angeles) breitete in seinem Vortrag „The Facial Close-up in Audiovisual Testimony. The Power of Embodied Memory“ filmwissenschaftliche Gedanken wie „Warum Close-ups?“ aus. RÉGINE-MIHAL FRIEDMAN (Tel Aviv) wies darauf hin, dass man die RezipientInnen der Videos nicht in Emotionen „ertränken” sollte.

Den darauf folgenden Plenumsteil eröffnete DIANA GRING (Lohheide), die zu Interviews in der Ausstellung der Gedenkstätte Bergen-Belsen sprach. Sie warf erneut die Frage auf, inwiefern diese Quellengattung ein repräsentatives Narrativ sei, wenn man bedenke, wer alles nicht mehr berichten könne, weil er/sie ermordet oder Opfer von Bombenangriffen usw. geworden sei. Im Anschluss plädierte SUZANNE BARDGETT (London) am Beispiel der Ausstellung im Imperial War Museum London für den Einsatz von Videozeugnissen als eine Quellengattung zwischen vielen. Besonders spannend war in diesem Teil außerdem ein Blick auf den Genozid in Ruanda und die Bildungsarbeit am dortigen Kigali Memorial Center. FREDDY MUTANGUHA (Kigali) berichtete von den traumatischen Folgen des Genozids, mit denen die Gesellschaft momentan sehr zu kämpfen hat. Aufgabe des 2004 gegründeten Kigali Memorial Center ist daher, zu versöhnen und die Möglichkeit zu bieten, Gespräche über das erfahrene und zugefügte Leid zu führen. Die Ausstellungen im Kigali Memorial Center sind geprägt von fokussierten Zugängen insbesondere zum Thema „Kinder und Kindheit“, da die Schicksale der Kinder typisch sind für den Genozid in Ruanda. Das Schweigen, das in Familien und Schulen zu dem Thema herrscht, soll durch das Genocide Education Program aufgebrochen werden.[3]

Wie bei allen guten Konferenzen ging man auch hier mit veränderten und neuen Fragen wie bspw. 1. Welche Rolle spielen die filmwissenschaftlichen Erkenntnisse (z. B. zu Close-ups) für die Rezeption der Videos? Hier wären psychologische Rezeptionsstudien spannend und sicher ergiebig. 2. Wie kann das Konzept des „dedicated listening“ in Lerngruppen der Generation „digital natives“ umgesetzt werden und geht es tatsächlich für jede Schultypenform/jedes Niveau? Und welche (verschiedenen) Ausprägungen und Formen sekundärer Zeugenschaft entstehen konkret in den quasidialogischen Hör-Seh-Situationen? 3. Besteht gegebenenfalls die Gefahr, dass in Lehr- und Lernprozessen die Interviews und damit die ZeugInnen missbraucht werden als Lerntapete oder Material, mit dem bloße Medienkompetenz erworben wird? Wie können wir unserer Verantwortung den ZeugInnen gegenüber gerecht werden? 4. Welche Rolle sollen/dürfen/können Interviews mit TäterInnen spielen? Sollte man sie überhaupt zugänglich machen und wenn ja, wie? Und: Wenn sich SchülerInnen beim historischen Lernen vergangene Wirklichkeiten aneignen, was passiert eigentlich beim Einsatz von Täternarrativen?

Konferenzübersicht:

Eröffnung
Günter Saathoff (Co-Director, Foundation EVZ, Berlin, Germany) / Nicolas Apostolopoulos (Director, CeDiS, Freie Universität Berlin, Germany): Grußworte
Geoffrey Hartman (Sterling Professor emeritus of English and Comparative Literature, Yale University, New Haven, U.S.A.): Eröffnungsvortrag: A Future Memory – Holocaust Testimony and Media Witness in an Era of Genocide, Dr. Stephen D. Smith (Executive Director, USC Shoah Foundation, L.A., U.S.A.): Kommentar

Plenum I: Einführung
Manfred Thaller (Computer Science for the Humanities, Universität zu Köln, Germany): Oral History – a Challenge for the E-Humanities

Werner Dreier (Executive Director, Erinnern.at, Salzburg Austria): Testimonies of Holocaust Survivors in School Education – Experiences, Challenges, Open Questions from an Austrian Perspective

Sylvie Lindeperg (Université de Paris I, Panthéon Sorbonne, France): Judicial Truth and Cinematographic Truth: Filmed Courtroom Testimonies

Parallele Workshops, Teil 1

A: Audio and Video Interviews as a Digital Source in the E-Humanities, Workshop: Testimony, Biography, Transcript: From Interview to Digital Archival Content
Jan Hajic (Institute of Formal and Applied Linguistics, Charles University, Prague, Czech Republic): Language Technology Research Serving E-Humanities: New Ways of Accessing the USC Shoah Foundation Archive
Jan Rietema (Software Architect, CeDiS, Freie Universität Berlin, Germany): Forced Labor 1939–1945. Transcription and Indexing for Nonlinear Access of Audiovisual Testimonies on the Web
Stef Scagliola (Erasmus University Rotterdam, The Netherlands): The Doorbell and the Dog. The Importance of Documenting Context to Anticipate the Needs of Future Listeners from Different Disciplines

B: Education, Workshop: Teaching with Video Testimonies in Different National Memory Cultures
Nadine Fink (University of Geneva, Switzerland): History Education with Video Testimony: a Swiss Case Study about Pupils' Historical Thinking
Anna Lenchovska (Regional Consultant in the Ukraine, USC Shoah Foundation & Congress of National Minority Groups in the Ukraine, Kiev, Ukraine): Education with Video Testimonies in a Post-Traumatic Society: Ukraine
Na´ama Shik (Director, Internet Department at the International School for Holocaust Studies, Yad Vashem, Jerusalem, Israel): Teaching the Holocaust Using Video Testimony: Educational Challenges
Peter Gautschi (Pädagogische Hochschule Zentralschweiz, Lucerne, Switzerland): Kommentar

C: Visual Media, Websites, TV and Film, Workshop: Montaged Conceptions of History
Florian Ebner (Director, Museum of Photography, Brunswick, Germany): New Testimonies from an Ongoing Revolution. The Role of Video Testimonies in the Egyptian Uprising
Sylvie Rollet (Habilitated Lecturer [MCF HDR], Département Cinéma & Audiovisuel, Université Sorbonne Nouvelle – Paris 3, France): Embodied Archives: the Torturers’ Testimony in Rithy Panh’s “S21”
Wulf Kansteiner (Ass. Professor, Department of History, Binghamton University, Vestal, U.S.A.): Kommentar

Plenum II: Practical Examples in the Digital World
Kori Street (Director of Programs, USC Shoah Foundation, L.A., U.S.A.): Didactics, Diligence and Depth: Online Testimony-Based Education
Edward Serotta (Director, Centropa, Vienna, Austria): Preserving Jewish Memory, Bringing Jewish Stories to Life: Bringing Together New Technologies, Family Pictures, and the Old-Fashioned Art of Story Telling

Parallele Workshops, Teil 2

A: Audio and Video Interviews as a Digital Source in the E-Humanities, Workshop: Oral History in the E-Humanities Landscape
Doug Boyd (Director, Louie B. Nunn Center for Oral History, University of Kentucky, Lexington, U.S.A.): Search, Explore, Connect: Enhancing Access to Oral History in the Digital Age
Sigal Arie-Erez (Director, Registration Department, Archives Division, Yad Vashem, Jerusalem, Israel): How Does the Digital Era and Use of Internet Accessibility Influence Best Practices for Cataloguing and Describing Testimony Collections?
Franciska de Jong (Professor of Language Technology, University of Twente, The Netherlands): Technology Between Sound and Meaning. The Potential Impact of Audio and Text Mining for the Accessibility of Oral History

B: Education, Workshop: Video Testimonies and the Role of Emotions in Processes of Historical Learning
Katharina Obens (Psychologist, Visitor Research, Jewish Museum Berlin, Germany): Learning with Survivors’ Testimonies by Empathic Mirroring
Andrea Szőnyi (Senior International Training Consultant and Regional Representative in Hungary, USC Shoah Foundation, Budapest, Hungary): The Impact of Video Testimonies – the Balance of Reason and Emotion
Beth Meyerowitz (Professor of Psychology and Preventive Medicine, University of Southern California, L.A., U.S.A.): Kommentar

C: Visual Media, Websites, TV and Film, Workshop: Excitation and Addressing
Paul Frosh (Ass. Professor, Department of Communication and Journalism, The Hebrew University of Jerusalem, Israel): The Attention Structures of Digital Media: Ethics and Kinesthetics
Judith Keilbach (Ass. Professor, Utrecht University, The Netherlands): Televising and Digitizing Witness
Tobias Ebbrecht (Postdoctoral Research Fellow, The International Institute for Holocaust Research Yad Vashem, Jerusalem, Israel): Whose Emotion? Feelings of Uncertainty and Disturbance in Encountering Holocaust Survivors' Testimonies

Abendvorträge
Luke Holland (Director Final Account – Third Reich Testimonies): “Project Presentation”
Mikhal Tyagly (Ukrainian Center for Holocaust Studies in Kiev): Interviewsammlung ukrainischer Roma-Überlebender

Parallele Workshops, Teil 3

A: Audio and Video Interviews as a Digital Source in the E-Humanities, Workshop: Audiovisual Testimony Presentations for Education and the Wider Public
Anna Wylegała (History Meeting House, Warsaw, Poland): How to Use Oral History? The History Meeting House´s Online Collections and Multimedia Presentations
Bernd Körte-Braun (CeDiS, Freie Universität Berlin, Germany): Video Testimonies as a Digital Source in School Education
Bea Lewkowicz (Institute of Germanic and Romance Studies, University of London and Co-Director, Refugee Voices: The Association of Jewish Refugees Audio-Visual Testimony Archive, London, U.K.): The Refugee Voices Archive: A Recourse for Scholarship and Learning

B: Education, Workshop: Video Testimonies in Museum and Memorial Site Pedagogy
Alicja Białecka (Program Section Director, ICEAH, Auschwitz-Birkenau State Museum, Oświęcim, Poland): Integration of Audiovisual Testimonies in the Narrative Presented at the Authentic Memorial Sites – a Challenge to Museum Educators
Aya Ben-Naftali (General Director & Chief Curator, Massuah Institute for the Study of the Holocaust, Tel Yitzhak, Israel): I Witness. The Educational Aspect of Testimonies in the Exhibition "Six Million Accusers”
Matthias Heyl (Director, Ravensbrück International Youth Meeting Center, Fürstenberg, Germany): Kommentar

C: Visual Media, Websites, TV and Film, Workshop: Biographical Narrative Forms
Régine-Mihal Friedman (Professor emerita, Department of Cinema and Television, Tel Aviv University, Israel): Revisiting “The Ghetto” (May 1942) and Finishing “A Film Unfinished” (2010)
Michael Renov (School of Cinematic Arts, University of Southern California, L.A., U.S.A.): The Facial Close-up in Audio-Visual Testimony: The Power of Embodied Memory

Plenum III: Practical Examples in Museums
Diana Gring (Curator, Bergen-Belsen Memorial, Lohheide, Germany): Historical Source versus Illustration: Integrating Eyewitness Interviews into the Permanent Exhibition of the Bergen-Belsen Memorial
Suzanne Bardgett (Head of Research, Imperial War Museum, London, U.K.): Reflections on the Use of Oral History in the Imperial War Museum's Holocaust Exhibition
Freddy Mutanguha (Director, Kigali Memorial Center, Rwanda): Peacebuilding through Education: Rwanda and the Kigali Genocide Memorial

Plenum IV: Zusammenfassungen
Eva Pfanzelter (Ass. Professor, University of Innsbruck, Institute of Contemporary History, Austria): Zusammenfassung der Sektion A
Karen Polak (Anne Frank Stichting, Amsterdam, The Netherlands): Zusammenfassung der Sektion B
Gertrud Koch (Institute of Theater Studies, Freie Universität Berlin, Germany): Zusammenfassung der Sektion C
Stef Scagliola (Erasmus University Rotterdam, The Netherlands): Zusammenfassung des Plenums II „Practical Examples in the Digital World”
Alicja Białecka (Program Section Director, ICEAH, Auschwitz-Birkenau State Museum, Oświęcim, Poland): Zusammenfassung des Plenums III „Practical Examples in Museums”
Günter Saathoff (Co-Director, Foundation EVZ, Berlin, Germany): Schlussworte

Anmerkungen:
[1] <iwitness.usc.edu/> (15.03.2013).
[2] <www.centropa.org> (15.03.2013).
[3] <www.genocidearchiverwanda.org.rw> (15.03.2013).

Zitation
Tagungsbericht: Preserving Survivors‘ Memories, 20.11.2012 – 22.11.2012 Berlin, in: H-Soz-Kult, 02.04.2013, <http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-4737>.