Hausangestellte in Deutschland: Die Chancen des ILO-Übereinkommens 189

Ort
Berlin
Datum
19.04.2013
Bewerbungsschluss
02.04.2013
Veranstalter
Hans-Böckler-Stiftung ; Universität Hildesheim; Europa-Universität Viadrina
Von
Stefanie Visel

Rund 712.000 Beschäftigte in privaten Haushalten weist das Statistische Bundesamt für Deutschland aus. Der DGB schätzt dass mindestens 2,6 Millionen Haushalte eine Hausangestellte regelmäßig auf Teilzeitbasis beschäftigen. Die meisten sind Frauen, die Tendenz ist steigend. Besonders Pflegetätigkeiten gewinnen beträchtlich an Bedeutung. Das ILO-Übereinkommen 189 über „Menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte“ lenkt die Aufmerksamkeit auf deren arbeits- und sozialrechtliche Situation. Mit diesem Übereinkommen hat die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) im Juni 2011 ein Regelwerk beschlossen, das Hausangestellten weltweit eine deutliche Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen sichern soll. Es wurde auf der 100. Arbeitskonferenz der ILO mit einer großen Mehrheit der VertreterInnen von Regierungen, ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen angenommen und tritt im September 2013 in Kraft. Auch die Bundesregierung hat die Ratifizierung angekündigt.

Das Übereinkommen nimmt erstmals auf internationaler Ebene eine Beschäftigtengruppe in den Blick, die in vielen Staaten – auch in Deutschland – unter gefährdenden und prekären Bedingungen beschäftigt, arbeits- und sozialrechtlich jedoch schlechter gestellt ist als andere Beschäftigte.

In der Veranstaltung wird auf wissenschaftlicher und politischer Ebene eine Zwischenbilanz zu den bisherigen Erfolgen des Übereinkommens gezogen und diskutiert, welche Herausforderungen für Deutschland mit der Ratifizierung verbunden sind.

Im Fokus des Workshops steht die Diskussion mit ExpertInnen aus Wissenschaft und Politik sowie Gewerkschafts- und ArbeitgebervertreterInnen. Welche tatsächlichen und rechtlichen Chancen sind mit dem Übereinkommen verbunden? Welche Möglichkeiten bestehen, ‚decent work‘ für Hausangestellte zu erreichen und den arbeits- und menschenrechtlichen Schutz von Hausangestellten effektiv zu verbessern?

Programme

Freitag, 19. April 2013

10:00 Anreise, Kaffee-Empfang

10.30 Eröffnung
Dr. Dorothea Voss (Hans-Böckler-Stiftung)

10.45 Beispiellos: Das ILO-Übereinkommen 189 über menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte
Prof. Dr. Eva Senghaas-Knobloch (Universität Bremen)

11.30 Geschlechterpolitische Perspektiven auf haushaltsnahe Dienstleistungen
Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe (Universität Gießen)

12.15 Kaffeepause

12.30 Die Realisierung von Rechten als Fähigkeit. Zur Situation unangemeldet beschäftigter MigrantInnen in der Haushaltsarbeit
Dr. Norbert Cyrus (Hamburger Institut für Sozialforschung)

13.15 Mittagspause

14.15 Die Anforderungen des ILO-Übereinkommens 189 an das deutsche Recht: Sozial- und arbeitsrechtliche Perspektiven
Prof. Dr. Eva Kocher Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder) & Prof. Dr. Kirsten Scheiwe (Universität Hildesheim)

15.30 Kaffeepause

16.00 Wie weiter? Politische Handlungsoptionen
Podiumsdiskussion mit
Dr. Sandro Blanke, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Berlin (angefragt)
Sonia Marko, ver.di Bundesverwaltung, Ressort Migration, Berlin
Rita Schiavi, Mitglied der Geschäftsleitung UNIA Zentralsekretariat, Bern
Dr. Sylwia Timm, DGB Projekt „Faire Mobilität“, Beratungsstelle Berlin, Pflege Kompetenzzentrum
Elke Wieczorek, stellv. Präsidentin, DHB Netzwerk Haushalt – Berufsverband der Haushaltsführenden e.V., Bonn

Moderation: Eva Welskop-Deffaa Ministerialdirektorin a.D.

17.30 Verabschiedung
Prof. Dr. Eva Kocher Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)
Prof. Dr. Kirsten Scheiwe Universität Hildesheim

Kontakt

visels@uni-hildesheim.de

Zitation
Hausangestellte in Deutschland: Die Chancen des ILO-Übereinkommens 189, 19.04.2013 Berlin, in: H-Soz-Kult, 13.03.2013, <http://www.hsozkult.de/event/id/termine-21356>.
Redaktion
Veröffentlicht am
13.03.2013
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