Archiv Krankenhausbau des XX. Jahrhunderts

Ort
Berlin
Datum
15.07.2003
Veranstalter
TU
Von
Ulrich Schlotmann

Archiv Krankenhausbau des XX. Jahrhunderts

Das Archiv Krankenhausbau des XX. Jahrhunderts ist ein thematisches Spezialarchiv, das auf eine Intiative des Fachgebiets Entwerfen, Bauten des Gesundheitswesen zurückgeht, das am Insitut für Entwerfen, Konstruktion, Bauwirtschaft und Baurecht (für Gesundheitswesen) an der Technischen Universität Berlin angesiedelt ist. Bis zum Juni 2004 war das Fachgebiet dem Institut für Gesundheitswesen angegliedert, das bis 1993 Institut für Krankenhausbau hieß. Dieses Institut wurde 1950 gegründet und repräsentiert das älteste Lehr- und Forschungsinstitut zum Thema Krankenhausbau und Gesundheitswesen in Deutschland. Die vielfältigen Tätigkeiten in der Forschung und Lehre des Institutes spiegeln die jahrzehntelange Erfahrung und Kontinuität, aber auch die Veränderungen in diesem Themenbereich wider. Die vorhandenen Institutsunterlagen aus 50 Jahren bilden zusammen mit einer Schenkung den Grundstock des Archivs.

Gerade die Planung, der Bau und der Betrieb von Krankenhäusern, von Gebäuden im Gesundheitswesen allgemein, erfordert die verschiedensten Fachdisziplinen wie Architektur, Medizin, Medizintechnik, Soziologie und Ökonomie. Besonders im 20.Jahrhundert fanden in den einzelnen Disziplinen zahlreiche Weiterentwicklungen statt, die sich gegenseitig beeinflusst haben. Das Archiv möchte zu weiteren interdisziplinären Forschungen und Arbeitsprojekten anregen.

Ziel des Projektes war die Sammlung, Sichtung und Erfassung von Material zum Thema Krankenhausbau. In dem Projekt wurden bereits vorhandene Sammlungen archivgerecht bearbeitet, sowie Nachweise aus bestehenden Archiven, Planungs- und Ingenieurbüros sowie Krankenhäusern gesammelt. Alle Informationen sind in einer Datenbank erfasst und über das Internet unter www.xxarchiv.de abrufbar.

Das Archiv kann momentan gut 21 000 Archiveinehiten zum Spezialthema Krankenhausbau nachweisen. Dabei entfallen etwa 17 500 Einheiten auf eigene Bestände und 3 500 Einheiten auf Nachweise aus anderen Institutionen. Es wurden unterschiedliche Archivalien wie Korrespondenz, Gutachten, Pläne, Dias, Literatur, Dissertationen und Forschungsberichte erfasst.

Das physische Archiv, das in Räumen der TU untergebracht ist, umfasst folgende Einzelarchive:

I. Archiv Institut für Krankenhausbau

Das Institut machte es sich laut erster Satzung zur Aufgabe, „die wirtschaftlichen und technischen Grundlagen für die Planung, den Bau und die Einrichtung zeitgenössischer Krankenhäuser zu erforschen, die gewonnen Ergebnisse interessierten Kreisen zugänglich zu machen und insbesondere für den akademischen Unterricht zur Verfügung zu stellen."
Neben Lehre und Forschung erstellte das IFK bis 1976 im Auftrag von Krankenhausträgern, Bund, Ländern und Gemeinden Gutachten über die betriebliche und bauliche Organisation von Krankenhäusern. Ab 1974 wurde durch den Sonderforschungsbereich Krankenhausbau der Schwerpunkt zunehmend auf die Erforschung der Einbindung des Krankenhauses in das Netz sozialer Infrastruktur des Gesundheitswesen gelegt, die Beratung, Erstellung von Gutachten, Dokumentationen, Bestandsaufnahmen wurden unter diesem Aspekt ebenso erarbeitet.
Das Archivmaterial umfasst den Zeitraum von 1950 bis 2004. Die etwa 1100 Akteneinheiten und 150 Planpakete mit 4000 Plänen stammen aus den Jahren 1950 bis 1976. Die ca. 10000 Dias und die institutseigenen Gutachten und Forschungsberichte, sowie die Veröffentlichungen anderer Verfasser zum Thema, datieren von 1950 bis 2004.

II. Archiv Hans-Ulrich Riethmüller

Die Schenkung der Werksammlung von Prof. Dr. med. Hans-Ulrich Riethmüller, die im Laufe einer 44-jährigen Berufstätigkeit als Berater im Krankenhausbau entstand, bildete 1998 den Ausgangspunkt für das Archiv Krankenhausbau des XX. Jahrhunderts.
1955 machte sich Hans-Ulrich Riethmüller, Facharzt für Innere Medizin, mit seinem ”Beratungsbüro für die Planung von medizinischen Lehr-, Forschungsstätten und Krankenhäusern“ selbstständig. 1986 wurde die „Prof. Dr. Hans-Ulrich Riethmüller GmbH - Planung und Beratung von Betrieben und Bauten des Gesundheitswesen” gegründet, die bis 1996 bestand. Seit 1967 war Herr Riethmüller als Honorar-Professor an der Universität Tübingen tätig.
Der Arbeitsbereich des Büros umfasste die unabhängige Beratung bei der Aufgabenstellung, der betrieblichen Organisation, der baulichen Ausformung, sowie der medizinischen und labortechnischen Ausrüstung. Das Büro setzte sich aus einem multidisziplinären Mitarbeiterstab von Physikern, Ingenieuren für Medizintechnik, Informatikern, Ärzten, Architekten und Betriebswirten zusammen. Bei den ausgeführten Projekten handelte es sich vorwiegend um in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Raum angesiedelte Universitätskliniken, Allgemeine Krankenhäuser und Fachkrankenhäuser.
Das Archiv umfasst den Zeitraum von 1952 bis 1996 und besteht aus etwa 5200 Akteneinheiten und 300 Planpaketen. Die Akten beinhalten Gutachten zu den verschiedenen Planungsphasen, Korrespondenz sowie Papierpausen von Plänen.

III. Archiv Projekt

Während der ersten Projektphase von Juli 2003 bis Juli 2004 wurden alle Krankenhäuser – Universitätskliniken, Allgemeine Krankenhäuser, Fach- und Psychiatrische Kliniken – in Deutschland kontaktiert. Im zweiten, seit August 2004 laufenden Projektabschnitt wurden dann gezielt auch die auf den Krankenhausbau spezialisierten Architekturbüros angeschrieben und gebeten, dem Archiv anhand eines Erfassungsbogens detailliert Auskunft über die von ihnen projektierten Krankenhausbauten zu erteilen, gegebenenfalls dem Projekt entsprechende Materialien zu überlassen. Diese Angaben sowie Informationen zu Architekturwettbewerben, zum Denkmalschutz und verstärkt auch zu Krankenhäusern der ehemaligen DDR werden 2005 in die Datenbank integriert werden.

IV. Archiv Richard-Joachim Sahl

Herr Sahl (1919 – 2003) war als Architekt von 1956 bis 1984 Technisches Vorstandsmitglied am Deutschen Krankenhausinstitut e.V., von 1973 bis 1997 Mitglied im Arbeitskreis Krankenhausbau und Gesundheitswesen beim Bund Deutscher Architekten und von 1984 bis 1997 dessen Vorsitzender, außerdem Sekretär der International Union of Architects/Public Health Group von 1970 – 1996.
Das Deutsche Krankenhausinstitut e.V. arbeitet mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zusammen. Es wurde 1953 in Düsseldorf von der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem Verband der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands, der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und der Fachvereinigung der Verwaltungsleiter deutscher Krankenanstalten gegründet. Das Institut ist in der Forschung, der Beratung und in der Aus- und Weiterbildung tätig.
Bei der dem Archiv übergebenen, thematisch sortierten Blattsammlung aus den Jahren 1950 – 2001 handelt es sich um 280 DIN A4-große Kartonmappen aus seinem Nachlass. Sie beinhaltet Informationen zu Krankenhausprojekten, zur technischen und medizinischen Ausstattung sowie zur Innenraumgestaltung von Krankenhäusern. Es finden sich neben Kongressberichten auch vielfältige Erörterungen zum Gesundheitswesen.

Neben dem physichen Archiv gibt es ein Quellen-Archiv. Hier finden sich Verweise auf Signaturen themenrelevanter Akten aus anderen Archiven wie z.B. dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, dem Brandenburgischen Landeshauptarchiv, dem Landesarchiv Berlin oder dem Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde.

Archiv Krankenhausbau des XX. Jahrhunderts
Ackerstr. 76
13355 Berlin
Tel. 030/31425149
Email: archivkrankenhausbau@TU-Berlin.de

Kontakt

Katharina Suhre

030/31425149
030/31421112
ArchivKrankenhausbau@tu-berlin.de

Zitation
Archiv Krankenhausbau des XX. Jahrhunderts, 15.07.2003 Berlin, in: H-Soz-Kult, 15.12.2004, <http://www.hsozkult.de/project/id/projekte-97>.
Redaktion
Veröffentlicht am
15.12.2004
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