Formen informeller Kooperation in der Herrschaftspraxis des nationalsozialistischen Deutschland

Ort
Potsdam
Veranstalter
DFG-Projekt "Die NS-Gaue als Mobilisierungsstrukturen für den Krieg", Friedrich-Schiller-Universität Jena; Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam; Niedersächsisches Forschungskolleg "Nationalsozialistische 'Volksgemeinschaft'? Konstruktion, gesellschaftliche Wirkungsmacht und Erinnerung vor Ort"
Datum
01.03.2011 - 03.03.2011
Von
Anja Hildebrandt, ZZF Potsdam

„Im Spannungsverhältnis von Kooperation und Konkurrenz erwiesen sich informelle Netzwerke und Kommunikationsformen als Schmiermittel stabilisierender und mobilisierender Tendenzen im Nationalsozialismus.“ Dieser Gedanke spricht die in der neueren NS-Forschung rege diskutierte innere Dynamik des in starkem Maße auf Personalisierung und Improvisation beruhenden NS-Systems an, das seine Ressourcen bei der Umsetzung der selbstgesteckten Ziele permanent überdehnte. Er spielte eine zentrale Rolle auf der Arbeitstagung über „Formen informeller Kooperation im Nationalsozialismus“, die Anfang März 2011 von Jürgen John, Oliver Werner (beide Jena), Thomas Schaarschmidt (Potsdam) und Detlef Schmiechen-Ackermann (Hannover) in Potsdam veranstaltet wurde. Wie der Workshop vom März 2010 über „Mobilisierung im Nationalsozialismus“[1] in Jena führte diese zweite gemeinsame Arbeitstagung ausgewiesene Experten und Nachwuchswissenschaftler zusammen, die hier neue Projekte, Forschungsergebnisse und Thesen zur Diskussion stellen konnten. Gerade die Möglichkeit, grundsätzliche, mitunter auch provokante Gedanken in einem Forum mit „Laborcharakter“ zu diskutieren, machte den Reiz dieser Arbeitstagung aus. Mit einem für 2012 geplanten dritten Verbund-Workshop sollen diese Debatten fortgesetzt und erweitert werden.

Auch inhaltlich knüpfte die Potsdamer Arbeitstagung mit ihrer Ausgangsthese, dass die Folgen institutioneller Konkurrenz im Nationalsozialismus durch die Koordination administrativer Maßnahmen und die Kooperation der beteiligten Akteure weitgehend kompensiert werden konnten, an die Jenaer Diskussionen vom letzten Jahr an. Die Impulsreferate bezogen sich auf diese These, die OLIVER WERNER einleitend begründete. Ausgehend von den Leitfragen nach den Formen und Feldern formeller wie informeller Kooperation in der nationalsozialistischen Herrschafts- und Kriegspraxis, unterstrich er die vom Jenaer Forschungsprojekt auf zwei ausgewählten Politikfeldern untersuchte „maßnahmestaatliche“ Funktionsausstattung der NS-Gaue, die entsprechende Aufwertung mittelinstanzlicher Sondergewalten seit 1936 und die damit verbundenen neuen Erkenntnismöglichkeiten.

Die Veranstalter gaben keine Definition des Begriffspaares „formeller“ und „informeller Kooperation“ vor. Sie wollten vielmehr dazu anregen, in Schlüsselbereichen „informeller“ Kooperation die Genese, Entwicklung und Effekte unterschiedlicher Kooperationsformen zu untersuchen. Obwohl dieses Konzept weitgehend aufging, verwiesen THOMAS WIDERA (Dresden) und andere Teilnehmer in der Diskussion auf die mit der Untersuchung informeller Kooperationsformen verbundenen Quellen- und Methodenprobleme. Die Frage, mit welchen Quellen und Methoden Kooperationen jenseits bürokratischer Routinen analysiert werden können und ob man überhaupt von separaten „informellen“ Kooperationsformen sprechen könne, zog sich als roter Faden durch die gesamte Arbeitstagung.

Mehrere grundsätzlich angelegte Referate von CHRISTIANE KULLER, BERNHARD GOTTO (beide München), WINFRIED SÜSS und THOMAS SCHAARSCHMIDT (beide Potsdam) sowie von HEDWIG SCHRULLE (Münster) und FRANK BAJOHR (Hamburg) zu unterschiedlichen Instanzen, Ebenen und Feldern der Kooperation zeigten, dass es analytisch zwar sehr fruchtbar sein kann, den Blick auf Kooperationsprozesse zu richten, dass aber ihre Spezifik und Relevanz durch die Trennung von formeller und informeller Kooperation nicht hinreichend erfasst werden. Das Plädoyer von ARMIN NOLZEN (Bochum) für einen offenen, empirisch konkretisierbaren Kooperationsbegriff wurde daher im Verlauf der Tagung von mehreren Teilnehmern aufgegriffen. Dagegen sprachen sich RÜDIGER HACHTMANN (Potsdam) und OLIVER WERNER für eine möglichst genaue Unterscheidung von formellen und informellen Kooperationsformen aus. Wie – so lautete eine mehrfach geäußerte Frage – lassen sich Kooperationen ausfindig machen, in ihrer Qualität beschreiben und in den Effekten analysieren, wenn die Überlieferung schwerpunktmäßig Konflikte außerhalb der Routinen reibungsarmer Zusammenarbeit abbildet?

Inspiriert durch die Impulsreferate sah das Gros der Workshop-Teilnehmer einen wichtigen Lösungsansatz darin, die Intentionen und Strategien der jeweiligen Akteure genauer in den Blick zu nehmen. Es sei ebenso notwendig, ihre konkrete Handlungspraxis, ihre Funktionen und Kompetenzen zu beschreiben wie die Reichweite ihrer Entscheidungen, den Grad ihrer Selbstständigkeit, Symmetrien beziehungsweise Asymmetrien von Kooperationsbeziehungen oder die Ausnutzung von Handlungsspielräumen unter Beachtung des Aktionsortes zu erfassen. RÜDIGER HACHTMANN und JÜRGEN JOHN wiesen darauf hin, dass es wichtig sei, nach den jeweiligen Foren und Formen der Kooperation in den verschiedenen Entwicklungsphasen des kriegsgerichteten NS-Systems zu fragen und zu untersuchen, wie sie genutzt wurden und welche Effekte sie erzielten. Der bellizistische Grundcharakter des NS-Regimes (RÜDIGER HACHTMANN), der Zeitfaktor und die unterschiedlichen Aktionsmöglichkeiten in den verschiedenen Vorkriegs- und Kriegsphasen des Regimes kamen auf dem Workshop ebenso häufig zur Sprache wie der geographische Faktor und die Notwendigkeit, bei der Kooperationsanalyse zwischen den „Altreichgauen“ und den Okkupationsgebieten zu unterscheiden. Dazu regten vor allem die Referate von MARC BARTUSCHKA (Jena), TILMAN PLATH (Greifswald), THOMAS PODRANSKI (Bochum) und JAN ERIK SCHULTE (Dresden) an.

THOMAS SCHAARSCHMIDT verwies in seinem Referat auf die Stabilisierungs- und Mobilisierungspotenziale der Mittelinstanzen und stellte eine entsprechende Typologie vor. Die Diskussion zu seinem Beitrag und zum Referat von JAN ERIK SCHULTE über die regionalen und lokalen SS-Strukturen konzentrierte sich auf die vertikalen und horizontalen Kooperationsgeflechte im Schnittpunkt der „mittleren Ebene“. Dabei schlug JÜRGEN JOHN vor, zwischen einem „Mittelinstanz“-Begriff im engeren Sinne – bezogen auf die mittlere Ebene in vertikalen bürokratischen Instanzenzügen – und einem „Mittelinstanz“-Begriff im weiteren Sinne – bezogen auf alle Kooperationsgeflechte der mittleren Ebene – zu unterscheiden. BIANCA ROITSCH (Hannover), KATHRIN STERN (Oldenburg) und KERSTIN THIELER (Göttingen) zeigten in ihren Referaten, dass die Methode kleinräumiger Netzwerkanalysen auf unterschiedlichen Untersuchungsfeldern ein geeigneter Ansatzpunkt sein kann, den methodischen und empirischen Schwierigkeiten bei der Analyse solcher Kooperationen zu begegnen. Sie ermögliche es, ausgehend von den konkreten Akteuren an der Basis der Diktatur vertikale und horizontale Netzwerke zu dekonstruieren und zirkuläre Kommunikationen zu erschließen. In der Diskussion betonte ARMIN NOLZEN die Chance des Netzwerkmodells, den Nationalsozialismus als komplexe, „heterarchische“ Struktur zu verstehen.

Intensiv diskutiert wurde von den Tagungsteilnehmern die Frage nach geeigneten Modellen und Begriffen zur Beschreibung des NS-Herrschaftssystems. Damit verbunden war die Frage, in welchem Verhältnis makro- und mikrogeschichtliche Perspektiven zueinander stehen. Während DETLEF SCHMIECHEN-ACKERMANN die Vielgestaltigkeit der Verhältnisse vor Ort betonte, und daraus die Konsequenz zog, deren dichte Beschreibung solle den Vorzug vor generalisierenden Aussagen erhalten, unterstrichen JÜRGEN JOHN, WINFRIED SÜSS und ARMIN NOLZEN, dass es nicht darum gehen könne, diese Ebenen gegeneinander auszuspielen. Es sei wichtig, die Interaktionen zwischen den Makro-, Meso- und Mikroebenen des NS-Herrschafts- und Kriegssystems zu untersuchen. Und es führe auf einen Holzweg, die zentrale Ebene als durchweg fragmentiert und sich gegenseitig lähmend darzustellen. So anregend die These von der „polykratischen Selbststabilisierung“[2] (Bernhard Gotto) auf der unteren und mittleren Ebene sei, so problematisch werde sie, wenn sie verabsolutiert und der zentralen Ebene diese Fähigkeit abgesprochen werde. Ohne diese wäre das NS-Regime nicht zur „totalen“ Kriegführung in der Lage gewesen. Zwar betonen neuere, auf dem Workshop mehrfach besonders hervorgehobene Studien die Funktionen und Fähigkeiten der mittleren Ebene zur Dekonzentration, Selbstkoordination und zum dezentralen Ressourcenmanagement.[3] Doch agierten die NS-Gaue des „Altreiches“ nicht nur „im Reichsauftrag“, sondern sie waren auch neue Regionalstrukturen des Reiches (JÜRGEN JOHN).

Kontrovers diskutiert wurde auf dem Workshop auch die Frage, inwiefern das Polykratie-Modell sich dafür eignen könne, das Spannungsverhältnis von Konkurrenz und Kooperation im NS-Herrschaftssystem zu analysieren. Ausgehend von der Tatsache, dass das „Dritte Reich“ nicht an sich selbst, d. h. seinen administrativen Mängeln, scheiterte, sondern mit enormem Aufwand militärisch zerschlagen werden musste, meldete WINFRIED SÜSS erhebliche Zweifel an der Tragfähigkeit des Polykratie-Begriffs an. Zum einen sei er in einem spezifischen historiografischen Kontext entstanden und würde inzwischen weitgehend entkontextualisiert verwendet. Zum anderen zeigten neuere Arbeiten zur Bürokratiegeschichte, wie die von Wolf Gruner und Christiane Kuller, dass erhebliche Teile der NS-Politik viel besser als „kooperative Radikalisierung“ auf der Basis eines rassistischen Ausgrenzungskonsenses zu beschreiben sind. Vor allem aber würden mit dem Polykratie-Begriff Phänomene bezeichnet, die keineswegs einen nationalsozialistische Spezialfall darstellten, sondern eher der Normalfall von „Schnittstellenproblemen“ in arbeitsteilig organisierten Gesellschaften. Daher sei zu überlegen, den Polykratie-Begriff zu den Akten zu legen, da er mehr Fragen aufwerfe als er löse. Weiterführend könne hingegen die Frage sein, welche Umgangsweisen der NS-Staat für die Schnittstellenproblematik funktional differenzierter moderner Gesellschaften entwickelt habe, so etwa in der Einrichtung von Sondergewalten, die den Absolutheitsanspruch einer Diktatur mit dem stetig wachsenden Bedarf an Information und politischer Steuerung einer Krieg führenden Industriegesellschaft vermittelten, oder in der Übertragung von Steuerungsbefugnissen an die Mittelebene.

So weit wollte DETLEF SCHMIECHEN-ACKERMANN nicht gehen. Vielmehr solle das Polykratie-Modell modifiziert und erweitert werden. Es diene als Basis für die Frage nach Formen von informeller und formeller Kooperation. In diesem Zusammenhang sprach sich JAN-ERIK SCHULTE ausdrücklich dafür aus, auch an dem Stabilisierungsbegriff festzuhalten. Er müsse aber mit Blick auf geografische und zeitliche Faktoren genauer analysiert und differenziert werden. Sind die Effekte diverser Kooperationsformen und -typen als „dynamische Selbststabilisierung“ (WINFRIED SÜSS) oder als „Stabilität in Instabilität“ (RÜDIGER HACHTMANN) zu interpretieren und zu bezeichnen? ARMIN NOLZEN und JÜRGEN JOHN verwiesen auf die Notwendigkeit, entsprechende Kriterien für Stabilität zu entwickeln und das Phänomen „dynamischer Stabilität“ zeitlich eingeordnet zu bestimmen.

Die Impulsreferate von BERNHARD GOTTO und RÜDIGER BERGIEN (Potsdam) regten zur Diskussion über den Erkenntniswert systematischer Vergleiche mit anderen Diktaturen an. Mittels dieser könne NS-Spezifisches herausgearbeitet werden. Die vergleichende Betrachtung der Verfahren, mit denen in unterschiedlichen politischen Systemen ähnliche Problemlagen bearbeitet wurden, sei für die künftige Forschung von besonderer Bedeutung, so GOTTO. Erst die detaillierte Analyse solcher Praktiken und institutionellen Lösungen ermögliche es, die Besonderheiten der NS-Herrschaft von Phänomenen, die auch andere moderne Diktaturen betreffen, abzugrenzen. Die Mehrheit der Workshop-Teilnehmer stimmte darin überein, dass systemvergleichende Fragen nach Kooperationsformen und -effekten, Aushandlungsprozessen und Problemlösungsstrategien sowie das Erkennen von Kontinuitäten und Erfahrungstransfers äußerst hilfreich seien, um das nationalsozialistische Herrschafts- und Kriegssystem in Abgrenzung zu anderen modernen Diktaturen und politischen Systemen zu beschreiben.

Ein wichtiges Ergebnis des Workshops war das Plädoyer, die in der NS-Forschung etablierten Analysebegriffe, Methoden und Modelle neu zu überdenken. Man befinde sich, so WINFRIED SÜSS, derzeit in einer Situation, in der ältere Erklärungsmodelle zunehmend an Überzeugungskraft verlören und neuere noch zu prüfen seien. Eine Aufgabe zukünftiger Forschung – so das Resümee der Tagung – sei es daher, den Begriff der Kooperation stärker zu präzisieren und analytisch fruchtbar zu machen. Die Vielfältigkeit und Dynamik von Kooperationen müsse auf unterschiedlichen Politikfeldern vergleichend untersucht werden. Dies sei gerade für die Kriegsjahre noch zu wenig geschehen. Die auf der Tagung bereits vorgenommenen Erweiterungen des Kooperationsbegriffs („asymmetrische Kooperationen“, ARMIN NOLZEN und JAN-ERIK SCHULTE) seien ein aussichtsreicher Weg, der weiter fortgesetzt werden solle. Wichtig dabei sei die Frage nach den verschiedenen und oft ungleichen Akteuren oder Instanzen, die kooperierten, ihren Bindekräften, eingesetzten Ressourcen sowie den angestrebten Effekten. ARMIN NOLZEN machte in diesem Zusammenhang im Rückgriff auf Jörn Brinkhus’ neuere Studie den Vorschlag, bei der Analyse der Stabilisierungsleistung des NS-Regimes nach der „speziellen Prozeduralität“ – den speziellen Bindekräften unterschiedlicher Kooperationsformen – zu fragen. Diese unterschieden sich in der Zentrale und der Peripherie, bedingten aber einander. Der Begriff der Prozeduralität umfasse somit nicht nur den der Kooperation, sondern auch den des Konflikts. Er beschreibe das Verfahren, wie Konflikte innerhalb von Aushandlungen gelöst werden. Die bilanzierende Frage von JÜRGEN JOHN, inwiefern der Kooperationsbegriff Erkenntniswert für eine Analyse der Gesamtstruktur des NS-Systems besitze, konnte nicht mehr abschließend diskutiert werden. Sie regte aber dazu an, die Verzahnung unterschiedlicher Ebenen der Instanzenkooperation im NS-System zum Gegenstand des für 2012 geplanten dritten Workshops zu machen.

Konferenzübersicht:

I. Grundfragen und Begriffe (Moderation: Jürgen John, Jena)

Oliver Werner (Jena): Einführung

Christiane Kuller (München): Der „arrangierte Normenstaat“. Die staatliche Finanzverwaltung und die Ausplünderung der deportierten Juden

Winfried Süß (Potsdam): Sondergewalten

Thomas Schaarschmidt (Potsdam): Mittelinstanzen

Bianca Roitsch (Hannover): Netzwerke als Kooperationsformen auf lokaler Ebene

II. Ebenen informeller Kooperation (Moderation: Detlef Schmiechen-Ackermann, Hannover)

Hedwig Schrulle (Münster): Regierungspräsidenten als Mittelinstanzen

Kerstin Thieler (Göttingen): Die NSDAP-Kreisleitungen unter Kooperationszwängen

Bernhard Gotto (München): „Administrative Normalität“ in der Kommunalpolitik

III. Formen informeller Kooperation auf ausgewählten Politikfeldern (1) (Moderation: Nicole Kramer, Potsdam)

Rüdiger Hachtmann (Potsdam): Wissenschaftspolitik. Eliten-Kooperation und informelle Netzwerke als Stützen des NS-Herrschaftssystems

Kathrin Stern (Oldenburg): Schulpolitik. VolksschullehrerInnen als lokale AkteurInnen der Mobilisierung

Anette Blaschke (Hannover): Agrarpolitik. Lokale Akteure zwischen „dorfgemeinschaftlichem Eigensinn“ und Erziehung zur nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“

III. Formen informeller Kooperation auf ausgewählten Politikfeldern (2) (Moderation: Bernhard Gotto, München)

Tilman Plath (Greifswald): Rüstungspolitik und Zwangsarbeitereinsatz (1). Arbeitseinsatz im „Reichskommissariat Ostland“

Marc Bartuschka (Jena): Rüstungspolitik und Zwangsarbeitereinsatz (2). Zwangsarbeitereinsatz im Altreich

Frank Bajohr (Hamburg): Judenverfolgung und Arisierung zwischen Einzelinitiative, Konflikt und Kooperation (wegen Krankheit nicht anwesend, Referat verlesen)

Thomas Roth (Köln): Gegnerbekämpfung /Polizei (1). Verbrechensbekämpfung und soziale Ausgrenzung auf kommunaler Ebene

Jan Erik Schulte (Dresden): Gegnerbekämpfung /Polizei (2). Handlungsspielräume und Kooperationen der SS auf regionaler und lokaler Ebene

III. Formen informeller Kooperation auf ausgewählten Politikfeldern (3) (Moderation: Oliver Werner, Jena)

Thomas Podranski (Bochum): Volkstumspolitik. Kooperation der Gauleitungen und der SS in den Ostgauen

Armin Nolzen (Bochum): Kriegsbewältigung an der Heimatfront. Das Beispiel Luftschutz

IV. Abschlussdiskussion (Moderation: Thomas Schaarschmidt, Potsdam)

Rüdiger Bergien (Potsdam): Der Instanzen-Begriff im Nationalsozialismus in vergleichender Perspektive

Anmerkungen:

[1] Vgl. Julia Möckl / Josephine Ulbricht: Tagungsbericht zu: Mobilisierung im Nationalsozialismus. In: H-Soz-u-Kult, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=3127> (05.03.2011).
[2] Bernhard Gotto, Polykratische Selbststabilisierung. Mittel- und Unterinstanzen in der NS-Diktatur, in: Rüdiger Hachtmann / Winfried Süß (Hg.), Hitlers Kommissare. Sondergewalten in der nationalsozialistischen Diktatur, Göttingen 2006, S. 28-50.
[3] Jörn Brinkhus, Luftschutz und Versorgungspolitik. Regionen und Gemeinden im NS-Staat, 1942-1944/45, Bielefeld 2010; Markus Fleischhauer, Der NS-Gau Thüringen 1939-1945. Eine Struktur- und Funktionsgeschichte, Köln 2010.

Zitation
Tagungsbericht: Formen informeller Kooperation in der Herrschaftspraxis des nationalsozialistischen Deutschland, 01.03.2011 – 03.03.2011 Potsdam, in: H-Soz-Kult, 15.04.2011, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3621>.
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Veröffentlicht am
15.04.2011
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