Was kommt nach der Kulturhauptstadt? Zum Verhältnis von Stadtimage und Imaginärem in Marseille

Ort
Hamburg
Veranstalter
Alexa Färber, Studiengang Kultur der Metropole, HafenCity Universität Hamburg; Daniel Tödt, Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität Berlin
Datum
06.12.2013 - 07.12.2013
Von
Söhnke Vosgerau, Institut Integration durch Sport und Bildung, Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg

Seit der Jahrtausendwende werden Kultur und Kreativität als Ressourcen der Stadtentwicklung verstärkt wahrgenommen[1]. Auch die Europäische Kulturhauptstadt, ein seit fast 30 Jahren von der Europäische Union vergebener Titel, gewann seit Anfang der 1990er-Jahre zunehmend den Charakter eines Stadtumbauprogramms: durch geförderte Kunstprojekte, Inszenierungen und Events, den Neubau von Kulturzentren und Museen, die Neugestaltung öffentlicher Räume und Stadtviertel und Investitionen in die lokale Infrastruktur, sollen das Stadtimage aufgebessert, Besucher angelockt und die lokale Wirtschaft gefördert werden. Die interdisziplinäre Tagung „Was kommt nach der Kulturhauptstadt?“ wagte sich an eine erste Einschätzung des Kulturhauptstadtjahres 2013 in Marseille-Provence (MP2013). Wissenschaftler und Kulturschaffende gingen dabei gemeinsam der Frage nach, welche Wirkmacht der vermeintlich weiche Faktor Kultur im Rahmen von Großveranstaltungen wie der Kulturhauptstadt für die Transformation von Städten haben kann. Sie fragten aber auch danach, in welchem möglichen Spannungsverhältnis das kulturelle Erbe der Stadt zu den durch MP2013 angestoßenen Transformationsprozessen steht. Inwieweit passen die kulturpolitischen Leitbilder und ästhetischen Visionen zur Kulturgeschichte der Stadt? Welchen spezifischen Beharrungskräfte und kulturellen Pfadabhängigkeiten sind zu beobachten? Wie können kulturelle Großevents modernisieren ohne zugleich lokale Kultur zu zerstören? Wie repräsentativ, partizipativ und sozial nachhaltig war MP2013?

Zur Diskussion und Beurteilung dieser Fragen wurde den Teilnehmer/innen ein „kulturwissenschaftliches Denkangebot“ unterbreitet: Die „stadtprägende Wirksamkeit des Kulturhauptstadtkonzeptes“ sollten aus dem Verhältnis zwischen „Stadtimage“ und „Imaginären der Stadt“ bestimmt werden. Wie ALEXA FÄRBER (Hamburg) in ihren einleitenden stadtanthropologischen Überlegungen rekapitulierte, werden darunter die „Ergebnisse unterschiedlicher Repräsentationspraktiken und -prozesse“ verstanden, die sich in „Zielsetzung, Nachhaltigkeit und medialer Form“ und ihren assoziierten Akteursgruppen voneinander unterscheiden. Während als „Stadtimage“ die kurz- bis mittelfristig wirksamen Produkte einer Elite von Politikern, Journalisten, Marketingexperten oder Tourismuswirtschaft verstanden werden, die zielgerichtet ein begrenztes und oftmals einseitiges Bild der Stadt entwerfen, ist das „Imaginäre der Stadt“ dagegen historisch in der Stadtkultur verwurzelt und besitzt eine longue durée[2]. Es umreißt einen Vorstellungs- und Erfahrungsraum von Geschichten, Gebäuden, Figuren, Szenen, Klängen, Gerüchen, etc., die mit einer Stadt verbunden werden und als Erfahrungsraum einen deutenden Zugang zur Stadt bieten. Das Imaginäre könne, so Färber, da es alltagskulturell reproduziert werde, „widerständig oder eigensinnig gegenüber einer gezielten Imagepolitik wirken“. Nur wenn das Imaginäre der Stadt auch von Kulturpolitik, Stadtmarketing und Tourismuswirtschaft ernst genommen wird – so die implizite These der Tagung – ließen sich effektive Entwicklungspfade der Stadt ausloten und sozial gerecht umsetzen. Die Tagung sollte daher auch dazu beitragen, das Konzept des Imaginären einem konzeptionellen wie methodischen Realitätscheck zu unterziehen.

Das erste Panel richtete den Fokus auf die Kulturproduktion aus und über Marseille. Diese kulturhistorische Grundlegung sollte zugleich als Hintergrundfolie für die Diskussion von MP2013 fungieren. In drei Vorträgen wurde dabei das spannungsreiche und vielfach überzeichnete Bild Marseilles in der Literatur, im Film und der Rap-Musik im Bezug auf ein gemeinsames, imaginäres Repertoire von Topoi, Bildern, Figuren und Szenen untersucht.

So beschrieb FLORENCE BANCAUD (Aix-Marseille) das literarische Marseille als doppelgesichtig wie einen Januskopf. Nicht nur zwischen dem mondänen Süden und den armen quartiers nord sei die Stadt gespalten, in der Literatur erscheine die Stadt zugleich „hell wie dunkel, elitär wie populär, weltoffen wie zurückgezogen, sowohl grob und aggressiv als auch bezaubernd und faszinierend“. Gerade aufgrund dieser Vielfalt bleibe Marseille jedoch ein Trugbild, eine Stadt der Kontraste und Paradoxien, die widersprüchliche Vorstellungen, Stereotypisierungen und Idealisierungen erwecke. Das literarische Schaffen von Autoren wie Jean Giono, Blaise Cendrars oder André Suarès sei deshalb als Auseinandersetzung mit einer Stadt zu verstehen, die sich einer eindeutigen Wahrnehmung und Einordnung entziehe. Marseille gelte als „Sinnbild des melting polt und „kultureller Erneuerung“, aber auch als Hauptstadt der Gewalt und Kriminalität, kultureller und sozialer Gegensätze und Rechtsextremismus. So sei der Hafen einerseits pittoresker Bezugspunkt einer Marseiller Folklore á la Marcel Pagnol und ein beschworenes Tor zum Mittelmeer, andererseits ein Ort der Unterwelt, durchsetzt von Kriminalität, Gewalt und Verfall, mit reichlich Stoff für die Kriminalromanautoren der polar marseillais. Jede literarische Darstellung Marseilles kristallisiere „das immanente Geheimnis und das polare Imaginäre“ Marseilles. So bliebe die Stadt trotz der „Bücherflut“ im Kulturhauptstadtjahr, rätselhafter und problematischer denn je. Am urban imagineering sind indes auch Literaten direkt beteiligt: so hatte Marseille stets offizielle Schriftsteller, die ihre Bilder und Figuren erfolgreich als ein Marseiller Imaginäres verkauften.

Künstler und Kulturagenten in Personalunion sind auch die Musiker der Rap-Gruppe IAM, die sich seit Mitte der 1990er-Jahre, musikalisch wie kulturpolitisch als Fürsprecher Marseilles profilieren. DANIEL TÖDT (Berlin) widmete seinen Vortrag der „HipHop-Kulturhauptstadt Marseille“ und ihren wichtigsten Vertretern. Dem schlechten Ruf und die sozial, kulturell und wirtschaftliche Lage Marseilles am äußersten Rande des Hexagons, setzen IAM das affirmative Bild des „Planeten Mars“ entgegen. Dass sich gerade Marseille zum „Gravitationszentrum der französischen Rap-Szene“ entwickelt habe, sei keinesfalls zufällig, sondern im kulturellen Imaginären der Stadt zu suchen, das besonders anschlussfähig für die Erzählungen, Zeichen und Referenzen der HipHop-Kultur sei. Erzählungen von Drogenhandel, Perspektivlosigkeit und Gewalt gelten daher weniger als Malus, denn als Ausweis von Authentizität. Doch IAM forcieren die Aufwertung Marseilles mit kulturellen Mitteln auch ganz pragmatisch, indem sie eine lokale Infrastruktur aufbauen, eigene Produktionsstätten gründen, Konzerte und Festivals organisieren und Workshops für den lokalen Rap-Nachwuchs geben. Die vielfach geäußerte Kritik, im Kulturhauptstadtjahr werde die lokale Rap-Szene zu wenig berücksichtigt, sei nachvollziehbar: Eine Kulturhauptstadt Marseille ohne Rap – das sei wie die berühmte Marseiller Fischsuppe Bouillabaisse – nur ohne Fisch.

Laut DANIEL WINKLER (Wien), der leider nicht anwesend sein konnte, dessen Beitrag jedoch vorgelesen wurde, dominierte auch im Film lange Zeit der Fremdblick auf die Stadt. Auch überrascht kaum, dass sich im filmischen Marseille, ein ähnlich polares Bild der Stadt, wie in der Literatur zeigt, kaprizieren doch viele Filme auf literarische Vorbilder oder wurden Schriftsteller selbst zu Filmemachern, wie im Falle Marcel Pagnols. Pagnols filmische Marseille-Trilogie bilde mit ihrem Fokus auf den ikonografischen Hafen bei gleichzeitigem Ausblenden aller Problemaspekte, eine „Art Urform einer stigmatisierenden Unterhaltungskultur unter dem Label Marseille, die sich besonders gut für die Tourismuswerbung eignet.“ Die dunkle Seite der Stadt mit ihren sozialen Verwerfungen werde hingegen im Kriminalfilm zum Kassenschlager. Filme wie „French Connection“ verstärkten das Bild der „Stadt am Rande Frankreichs“, die zum Banlieue stilisiert, zugleich exotisch und wenig französisch, erscheint. Mit Robert Guédiguian trete ab den 1990er-Jahren ein Filmemacher auf, der auch das filmische Imaginäre der Stadt selbst zum Thema mache und es verstehe, die unterschiedlichen Facetten der Stadt und ihre Erzählgenres zu verbinden. Dabei präge Guédiguian eine dezidiert politische und soziale Argumentation, und entwickle einen vielschichtigen Kommentar zu den stadtgesellschaftlichen Transformationsprozessen. Als eine gute Wahl erwies sich der filmische Beitrag des Tagungsabends, Guédiguians bekanntestes Werk „La ville est tranquille“ (2000). Das Sozialdrama um drogensüchtige Teenager, Gelegenheitshuren, machtlose Gewerkschafter, Kleinkriminelle und zynische Architekten überzeugt durch seine kinematografischen Qualitäten und liefert zugleich einen treffenden Kommentar zum Stadtumbau Marseilles, der bereits seit Ende der 1990er durch das EU-Projekt „Euroméditerranée“ begonnen wurde, und der sich verstärkenden Fragmentierung der sozialen Welten in der Stadt.

Zu Beginn des zweiten Tagungstages zog zunächst ULRICH FUCHS (Marseille), Intendant der Kulturhauptstadt MP2013, von Seiten des Veranstalters Bilanz. Die Kulturhauptstadt Europas sei, kein Prädikat, „sondern eine Art Stipendium, das auch noch selbst bezahlt werden muss“. Mit ihrem Budget von 80 Mio. € setze die Kulturhauptstadt zwar selbst keine städtebaulichen Maßnahmen um, sie sei jedoch ein Katalysator urbaner Entwicklungen. Durch die Investitionen der öffentlichen Hand (insg. ca. 680 Mio. €) in die (kulturelle) Infrastruktur, würden dauerhafte Verbesserungen für die Stadt und ihre Bewohner erreicht: etwa der Bau des ersten nationalen Museums außerhalb von Paris, dem Musée des Civilisations de l’Europe et de la Méditerranée (MuCEM), das ansonsten wohl nicht verwirklicht worden wäre. Darüber hinaus sei MP2013 zur Stärkung eines regionalen Bewusstseins und als „trojanisches Pferd der Metropolisierung“ gedacht gewesen, die aufgrund von divergierenden politischen Interessen zwar schwierig, aber zwingend notwendig sei, da Marseille bislang kaum von seinem Speckgürtel profitiere. Die Kulturhauptstadt sei mehr als nur ein Event, sondern ein regionales Stadtentwicklungsprojekt: Eine reine Imagepolitik greife deshalb in jedem Falle zu kurz. Ziel vom MP2013 sei eine „Veränderung der Lage Marseilles“ gewesen und die Darstellung ihrer kulturellen Diversität. Hinsichtlich der Partizipation einer breiten Schicht der Bevölkerung sieht Fuchs Erfolge: MP2013 hätte ohne die Beteiligung der Marseiller nicht funktioniert und sei auch bei den Menschen aus der Region gut angekommen.

Zum Einstieg in die von DIETER LÄPPLE (Hamburg) moderierte Podiumsdiskussion zu den Ambivalenzen der Stadtentwicklung durch MP2013, wurde dem (allzu glatten) offiziellen MP2013-Imagefilm, ein Musikvideo der Marseiller Rapperin Keny Arkana gegenüber gestellt, die in ihrem Song „Capitale de la rupture“ die soziale Spaltung der Stadt durch MP2013 anprangert. Unterstützung erhielt sie dabei von MARIA ELENA BUSLACCI (Aix-Marseille / Genua), wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Marseille/Provence 2013 – Publics et Practiques“, die die einseitige Umgestaltung öffentlicher Räume kritisierte: mit der Aufwertung sei auch eine Verdrängung von Gruppen verbunden. Öffentlicher Raum erhalte jedoch erst seinen Sinn, wenn er gemeinschaftlich durch verschiedene Gruppen genutzt werde. Die Vielschichtigkeit des Projekts erlaube jedoch kein einfaches Urteil über die Wirkungen von MP2013. Insgesamt sei ein Aufschwung des bürgerschaftlichen Engagements zu beobachten: positive wie negative Reaktionen zeigten, dass sich die Marseiller für ihre Stadt einsetzen. Das offizielle Programm habe Gegenbewegungen wie das „Off-Movement“ begünstigt. Nach den negativen Folgen der Aufwertungsprozessen, wie Mietsteigerungen und soziale Verdrängung zu fragen, sei durchaus richtig, sie „folkloristisch zu verklären“, jedoch falsch, entgegnete Fuchs. Der Modernisierungsprozess müsse daher durch sozialpolitische Maßnahmen flankiert werden.

PHILIPPE FOULQUIÉ (Marseille), Gründungsdirektor des Kulturzentrums La Friche Belle de Mai und des Théâtre Massalia erinnerte daran, dass angesichts des politischen Kleinkrieges, bereits die gemeinsame Bewerbung von Marseille-Provence, als ein Erfolg zu bewerten sei. Die nachhaltigen Wirkungen des Kulturhauptstadtjahres schätzt Foulquié dennoch pessimistisch ein: durch das Kulturhauptstadtjahr seien lediglich einige Rückstände in der Infrastruktur Marseilles behoben worden, die durch die Dominanz des französischen Zentralismus entstanden seien. Da jedoch keine bedeutende Erhöhung der Kulturetats zu erwarten sei, seien viele Künstler und Produzenten, die den Erfolg von MP2013 garantiert haben, gezwungen aufzugeben. Die Dynamik sei durchaus fragil, bestätigte auch Fuchs, entgegnete jedoch, dass ab 2015 eine Marseiller Biennale ins Leben gerufen werden solle, die einige der begonnenen Initiativen fortsetze.

BABETTE PETERS (Hamburg), äußerte die Hoffnung, dass durch das Kulturhauptstadtjahr auch die Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Marseille revitalisiert werden könne, die kleine Marseiller Designer-Szene biete dafür jedoch wenig Initiativen, der Austausch sei zu stark formalisiert und vorwiegend an wirtschaftlichen Fragen interessiert.

MP2013 habe die Bedeutung Marseilles als Stadt der Kultur herausgestellt, so BORIS GRÉSILLON (Aix- Marseille) abschließend. Die große Nachfrage und Partizipation der Bevölkerung an den Veranstaltungen beweise, dass in Marseille „nicht nur Barbaren zu Hause“ sind. Auch habe die Stadt zuvor kaum Erfahrungen mit derartigen Großveranstaltungen gehabt. Für die Stadtentwicklung sei MP2013 ein Katalysator gewesen, viele der realisierten Bauprojekte seien vorzeigbare Erfolge. Das Programm habe jedoch auch Lücken gezeigt: so sei die Gelegenheit verpasst worden, anlässlich des 100. Geburtstages von Albert Camus, die Verbindungen zwischen Nordafrika und Frankreich kritisch zu beleuchten. Zudem habe die Politik trotz MP2013 noch nicht verstanden, welche Chancen in der kulturellen Entwicklung liegen. Am bedauerlichsten sei jedoch, dass MP2013 als regionales Projekt aufgrund fehlender politischer Rückendeckung, nur sehr begrenzt funktioniert habe. Es sei kaum gelungen, die widersprüchlichen Interessen der beteiligten Kommunen zusammenzubringen und eine Neuordnung der Regionen voranzutreiben. Durch lokale Egoismen und die fortwährende Pariser Dominanz, gerate Marseille im Wettbewerb der europäischen Städte weiter in Rückstand. Der „metropolitane Horizont“, die regionale und europäische Perspektive, werde nicht gesehen: „Über den Tellerrand zu schauen, ist noch immer keine Stärke Marseilles.“

Die Tagung führte eindrucksvoll vor, wie historisch-kulturwissenschaftliche Stadtforschung und Praxis produktiv ins Gespräch kommen können. Sie zeigte aber auch, dass der Dialog von Wissenschaft und Praxis im Bezug auf das theoretische Tagungskonzept, nicht voraussetzungslos funktionierte. So wurde weniger die Plausibilität der aufgeworfenen Images, als der Proporz, durch den die unterschiedlichen Interessensgruppen an der Kulturhauptstadt beteiligt waren, hinterfragt. Kritisch diskutiert wurden vor allem die durch die Transformationsprozesse aufgeworfenen sozialen Fragen. Kultur, so ein Fazit der Tagung, kommt für die Stadtentwicklung insgesamt eine große Bedeutung zu. Die positive „Wirkung von Kulturprojekten für die soziale Realität der Menschen vor Ort“ werde jedoch „gelegentlich überschätzt“, wie auch der Intendant der Kulturhauptstadt einräumte. So ergibt sich das „Imaginäre der Stadt“ nicht von allein, sondern lebt von den sozialen Gruppen, gesellschaftlichen Akteuren, medialen Netzwerken und Institutionen, die es tragen, reproduzieren oder politisieren. Es reflektiert daher eben jene sozialen Hierarchien, die auch das alltägliche Zusammenleben prägen. Image und Imaginäres hängen in der Praxis daher viel enger zusammen, als es ihre theoretische Trennung erkennen lässt. Eine historisch interessierte, kulturanthropologische Stadtforschung darf daher nicht die Produktionsbedingungen und Chancen und Probleme eines urban imagIneering aus den Augen verlieren, die in der Mobilisierung von Stadtbildern liegen. Die Tagung bot dafür gleich eine ganze Fülle von Anknüpfungspunkten.

Konferenzübersicht:

Alexa Färber (Hamburg) und Daniel Tödt (Berlin): Einführung in das Tagungsthema

Panel I:Pop-/Kultur und das kulturelle Imaginäre Marseilles

Florance Bancaud (Aix-Marseille): Marseille in der Literatur

Daniel Tödt (Berlin): Vom Planeten Mars: Marseille in der Rapmusik der 1990er Jahre

Daniel Winkler (Innsbruck): Marseille = Provencefolklore + French Connection? Die Marseiller Kineasten und das urbane Imaginäre (1930-200)

Moderation: Lena Bopp (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Filmvorführung „La ville est tranquille“ (Robert Guédiguian, 2000)
Ulrich Fuchs (Marseille): Rückblick Kulturhauptstadt Marseille/ Provence 2013

Panel II: Mehr als Imagepolitik? Kultur nach der Kulturhauptstadt

Diskussionsrunde mit Ulrich Fuchs (Marseille), Philippe Foulquié (Marseille), Babette Peters (Hamburg), Maria Elena Buslacci (Aix-Marseille, Genua) und Dieter Läpple (Hamburg)

Boris Grésillon (Aix-Marseille): Marseille/ Provence 2013 – Bilanz und Perspektiven für die Stadt.

Anmerkungen:
[1] Richard Florida, Cities and the Creative Class. New York 2005.
[2] Rolf Lindner, Textur, imaginaire, Habitus – Schlüsselbegriffe der kulturanalytischen Stadtforschung, in: Helmuth Berking / Martina Löw (Hrsg.), Die Eigenlogik der Städte. Neue Wege für die Stadtforschung, Frankfurt am Main, S. 83–94.

Zitation
Tagungsbericht: Was kommt nach der Kulturhauptstadt? Zum Verhältnis von Stadtimage und Imaginärem in Marseille, 06.12.2013 – 07.12.2013 Hamburg, in: H-Soz-Kult, 17.04.2014, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5312>.
Redaktion
Veröffentlicht am
17.04.2014