Authentisierung von StadtLandschaften

Ort
Potsdam
Veranstalter
Achim Saupe, Leibniz-Forschungsverbund Historische Authentizität/Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam; Christoph Bernhardt, Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung, Erkner
Datum
20.06.2014 - 21.06.2014
Von
Kathrin Zöller, Berlin

Der Umgang mit der Vergangenheit kennzeichnet sich in vielen geschichtskulturellen Bereichen durch eine intensive Betonung des „Echten“ und „Originalen“. Die Wertschätzung von „Tradition“, des „Zeitzeugen“, des „authentischen Orts“ oder „authentischen Objekts“ ist Ausdruck einer personen- und objektbezogenen Sehnsucht nach „Authentizität“, die Signum aktueller Vergangenheitsvergegenwärtigung ist. Der Leibniz-Forschungsverbund Historische Authentizität untersucht dieses neue Bedürfnis nach historischen Erfahrungen und den Zusammenhang von kultureller Überlieferung und historischer Authentizität in verschiedenen thematischen Feldern.[1] Dabei stehen Fragen nach Authentizitätsvorstellungen, Beglaubigungsstrategien und die Konflikthaftigkeit von Authentizitätsbehauptungen im Vordergrund der interdisziplinär angelegten Forschungsvorhaben.

Die Tagung „AUTHENTISIERUNG VON STADTLANDSCHAFTEN“ sollte in diesem Zusammenhang eine explorative Funktion in zeithistorischem und disziplinübergreifendem Kontext einnehmen. Die Referate beschäftigten sich unter anderem mit Authentizitätsvorstellungen bei der Rekonstruktion von historischen Bauten und Städten, im Rahmen des Weltkulturerbes und im Geschichtstourismus.

Zunächst fand eine Verständigung über disziplinübergreifende Grundlagen statt. Diese sind keineswegs einheitlichen Charakters. CHRISTOPH BERNHARDT (Erkner) näherte sich dem Begriff des Authentischen aus der Perspektive der historischen Stadt- und Baugeschichtsforschung. Er verwies vor allem auf die soziale Konstruktion historischer Authentizität, die stets eine Zuschreibungskategorie im Rahmen einer diskursiven Inwertsetzung sei. Besonders wertvoll war insbesondere die Unterscheidung zwischen Authentisierung, Authentifizierung und Authentizität. Letztere beziehe sich allgemein auf die Zuschreibung an Objekte, Räume oder Individuen. Authentifizierung hingegen bezeichnet formalisierte Praktiken des Beglaubigens, während Authentisierung auf den diskursiv konstruierten Charakter des Gegenstandes verweist. Weitere Annäherungen an historische Authentizität im Kontext der Baugeschichtsforschung verdeutlichte Bernhardt anhand dreier Fallbeispiele: Dem Wiederaufbau nach 1945, in dem sich Wahrzeichen und Stadtgrundriss als Kristallisationspunkte des Authentischen in Städten offenbarten, der Authentisierung als Bestandteil städtischer Selbstbilder, deren Kernelemente bauliche und immaterielle Authentizitätsansprüche kennzeichneten sowie die räumlichen Bezugsebenen des Städtebaus, die stets einen Zielkonflikt zwischen Ästhetik und Authentizitätsanspruch offenbarten. KLAUS RHEIDT (Cottbus-Senftenberg) stellte in seinem Beitrag heraus, dass Authentizität im Sinne von verifizierbarer „Echtheit“ in der Baugeschichtsforschung eigentlich keine tragende Rolle spiele; Bauten würden zwar als authentische Zeugnisse für ihre Zeit wahrgenommen, dies sei jedoch in der retrospektiven Aneignung immer kontextabhängig. Insofern plädierte er für eine eingehendere Erforschung verschiedener Retro-Bewegung als Zeitphänomen und der Transformation von Authentizitätsvorstellungen. HARALD BODENSCHATZ (Berlin) schloss das erste Panel mit seinem Beitrag zur Umwertung der „historischen“ Stadt seit den 1970er-Jahren. Er betonte, dass die Auffassung dessen, was als das Authentische gelte in den unterschiedlichen Fachdisziplinen divergiere. In der „kritischen Rekonstruktion“ spiele der Begriff Authentizität keine besondere Rolle, ebenso wie die Fragen nach echt und falsch. „Kritische Rekonstruktion“ und „behutsame Stadterneuerung“ zielten vielmehr auf eine Annäherung an historisch verankerte Baustrukturen und hätten als offen zu interpretierende Konzepte durchaus Spielräume für das städtebauliche Handeln belassen. Dies regte die Diskussion unter den teilnehmenden Tagungsgästen an. Dabei stand die Frage nach dem Potential von Authentizität als Analysekategorie im Vordergrund, während eine Erforschung unterschiedlicher Authentizitätsvorstellungen in diesem Zusammenhang als notwendig erachtet wurde. Uneinigkeit herrschte darüber, ob das Authentische als Ankerpunkt vergangenheitsbezogener Debatten über städtische Räume ein Phänomen der Postmoderne sei, oder ob er sich schon zuvor artikuliert habe. Deshalb sei eine Erforschung von Schüben und Phasen, in denen der Rekurs auf das Authentische zum maßgeblichen Diskursmoment werde, notwendig. Dies warf zugleich die Frage nach Akteursgruppen und Authentizitätskonflikten auf, die es zu untersuchen gelte.

Einen bereichernden Blick über die europäischen Grenzen hinaus lieferte das zweite Panel. So reflektierte ULRIKE FREITAG (Berlin) am Beispiel Dubais und der jemenitischen Stadt Sana’a Fragen des Authentisierens von städtischen Räumen vor dem Hintergrund von Erinnerungszyklen, Geschichtskonstruktionen, Identitätsvorstellungen und Tourismus. Die gezielte Vermarktung von Moderne und Tradition, die vor allem in Rekonstruktionsvorhaben im Bereich der Altstädte ihren Ausdruck findet, trüge zu ihrer Touristifizierung bei, wobei jedoch kein arabischer oder islamischer Sonderweg in diesem erneuerten Rekonstruktionsbestreben zu erkennen sei. Die bewusste Generierung eines Gefühls von Heimat und Geschichtsträchtigkeit sei dabei durch das Motto eines „Image about the past, that matches reality as much as possible“ gut einzufangen – insgesamt ein kennzeichnendes Merkmal für die Geschichtspolitiken auf der arabischen Halbinsel. Freitag stellte weiterhin heraus, dass die Träger der Rekonstruktionsbestrebungen weniger zivilgesellschaftliche als staatliche Akteure seien, die gleichsam die Prozesse der Authentisierung zu steuern vermögen. Dabei unterlägen sowohl die zeitlichen als auch die geographischen Bezüge einem stetigen Wandel. Transformation, Konservierung und Neuerfindung machte auch NORA LAFI (Berlin) für die Städte Tunis, Aleppo und Kairo von 1870 bis heute deutlich. ARNOLD BARTETZKY (Leipzig) lenkte den Blick dann auf Rekonstruktionsprojekte im östlichen Europa. Er betonte, dass Rekonstruktionen in der Regel nicht behaupteten, das Original zu sein bzw. tatsächlich wiederherstellen zu können. Vielmehr seien sie als Teil des Nationsbildungsprozesses zu interpretieren. So folge die Implementierung von Rekonstruktionsprojekten spezifischen Mustern. Zum einen sei ein selektives Vorgehen in Bezug auf Zustand und die jeweiligen Bauwerke typisch für Rekonstruktionsvorhaben im östlichen Europa. Weiterhin triumphiere eine idealisierende Imagination der Vergangenheit über einen wie auch immer zu fassenden Originalzustand. Da die Umstände des Untergangs der wiederaufgebauten Bauwerke in der Regel auf eine symbolpolitische Zerstörungsabsicht zurückgingen, sei in der Rekonstruktion der Wille zur Wiedergewinnung der Nationalgeschichte zu erkennen. Bei aller Skepsis, die in der Denkmalpflege derartigen Rekonstruktionsvorhaben entgegen gebracht wird, da sie unter dem Verdacht der Attrappe oder Lügenhaftigkeit ständen, wende diese sich jedoch nicht gegen besonders symbolpolitische aufgeladene Bauwerke wie etwa die Warschauer und Danziger Innenstadt.

Die anschließende Diskussion verdeutlichte noch einmal die Notwendigkeit, Begriffe und Strategien bei der Erforschung von Diskursen über historische Authentizität und die mit ihnen einhergehenden Praxen auseinanderzuhalten. Die Frage, welche Vergangenheiten im öffentlichen Raum qua architektonischer Rekonstruktionen eigentlich erinnert werden und welche politischen Legitimierungen und schöpferischen Strategien mit ihnen einher gehen, sollte in stärkerem Maße berücksichtigt werden, so das Plädoyer verschiedener Tagungsteilnehmer. Authentisierung könne dabei als Teil verschiedener Legitimationsstrategien und Kontinuitätskonstruktionen verstanden werden.

Auf einen umfangreichen bauhistorischen Spaziergang durch Dessau lud ANDREAS BUTTER (Erkner) in seinem Vortrag ein. Er zeigte an zahlreichen Beispielen innerhalb der Baugeschichte Dessaus Kontinuitäten und Brüche im Umgang mit verschiedenen bauhistorischen Ensembles auf. Das vom Stadtmarketing Dessau etablierte Branding beziehe sich sowohl auf Luther, das Bauhaus und das Gartenreich. Weiterhin verwies Butter anhand verschiedener städtischer Erinnerungsorte auf die Inwertsetzung und Kanonisierung des Bau-Erbes im Rahmen einer symbolischen Denkmalpflege. Dass auch die Ränder der Städte respektive die Übergänge von Stadt und Land einer lohnenswerten Beachtung im Zusammenhang der Frage nach der Benennung von Räumen als elementarer Authentiserungsstrategie würdig sind, zeigte CELINA KRESS (Erfurt/Berlin) am Beispiel des semi-urbanen Wanderwegs in der Metropole Marseille-Aix, der Besuchern strukturelle Zusammenhänge dieser Stadtregion aufzeigt. Dazu werden dort Begegnungen mit Umwelt und Landschaft, Akteuren im urbanen Zusammenhang und Bauwerken wie materiellen Artefakten evoziert und so die Identifizierung und Identität einer Region generiert. Dabei kollaborieren Performanz (Führungen und Kunstinstallationen auf dem Weg), Partizipation und Partikularität im Sinne einer Authentisierung als kollektiver Identifizierung. Insbesondere dieser Beitrag verwies auf den sicherlich gewinnbringenden Blick auf Landschaften und Übergangsräume zwischen Stadt und Land, der im Rahmen des Tagungsprogramms etwas zu kurz thematisiert wurden.

Am zweiten Tag der Konferenz stand zunächst die Position der Denkmalpflege, vertreten durch FRANK P. HESSE (Hamburg) im Mittelpunkt. Er betonte das substanzgebundene Authentizitätsverständnis innerhalb der Denkmalpflege. Der authentische Zustand unterläge dabei jedoch keiner zeitlichen Beschränkung oder Fixierung, vielmehr legten Denkmale über die Geisteshaltung oder den Zustand ihrer jeweiligen Zeit Zeugnis ab. Dabei sei die Echtheit der Substanz unersetzlich, da ihr Verlust gleichsam den Verlust der Denkmaleigenschaften bedeute. Hesse gewährte auch Einblicke in die Diskurse innerhalb der Vertreter seiner Profession. So grenzte er sich von dem subjektivierenden Authentizitätsbegriff im Sinne Wolfgang Seidenspinners ab und plädierte für eine Orientierung an der Substanz und an der Ortsgebundenheit von Denkmalen, die ihnen Autorität verleihe.[2] An den Beispielen der Oberbaumbrücke und dem Neuen Museum in Berlin verdeutlichte Hesse weiterhin das breite Spektrum der Annäherung an das Authentische im Zuge des konservatorischen Umgangs mit Baudenkmalen.

Den Umgang mit Altstädten im Rahmen des UNESCO-Weltkulturerbes stellte ANDREA REHLING (Mainz) vor. Sie verdeutlichte die Bedeutung des Begriffs der Authentizität für die „operational guidelines“ der UNESCO und stellte heraus, dass dieser Begriff vor allem seit dem „Nara Document on Authenticity“ (1994) als ein Fahnenwort für die Bewertung historischer Stätten als Weltkulturerbe geltend gemacht wurde. Die begrifflichen und fachlichen Schwierigkeiten bei der Feststellung historischer Authentizität fänden dabei allerdings wenig Beachtung. Am Beispiel des Wiederaufbaus der Warschauer Altstadt und Venedigs verdeutlichte Rehling zweierlei: Zum einen den diskursiven Aushandlungsprozess dessen, was als authentisch gilt, wobei der Zuschreibung des Authentischen auch eine moralische Dimension innewohnen könne. So speise sich die Authentizität der Warschauer Altstadt, die 1979 in die Welterbeliste aufgenommen wurde, vor allem aus der Wiederaufbauleistung. Zum anderen zeige das Beispiel Venedig auf drastische Art und Weise das Aussterben der historischen Stadtzentren durch nicht intendierte Handlungsfolgen des Welterbe-Tourismus. „Staged authenticity“, aber auch Gentrifizierung im Anschluss an die Authentizitätsvorstellungen des Welterbes seien dabei Probleme für die städtische Qualität. Nach der Bedeutung des Authentischen vor dem Hintergrund des Weltkulturerbestatus für die Stadtentwicklung fragte auch CAROLA S. NEUGEBAUER (Leipzig/Aachen), die im Rahmen ihrer Dissertation die Wirkungen des Welterbe-Labels unter anderem in Bezug auf lokale Lebensqualität, lokale Wirtschaftsentwicklung sowie die stadtgestaltenden Akteure untersucht hat. Sie kam zu dem Fazit, dass für die jeweiligen Akteure die Relevanz von Authentizität unklar sei und unterschiedliche Wertekanons zur Begründung von Authentizität sich im kontextabhängigen Widerstreit befänden, die auch situativ von städtischen Akteuren zur Durchsetzung von Interessen genutzt werden könnten. In der anschließenden Diskussion wurde der Widerstreit zwischen diskursiven, symbolischen und substanzbezogenen Kriterien bei der Untersuchung historischer Authentizität deutlich. Die Indienstnahme des Begriffes bzw. des Anspruches auf Authentizität wurde vor allem in Bezug auf die Frage nach dem Verschwinden anderer Zeitsequenzen als Konsequenz des „Rekonstruktionsbooms“ diskutiert. Inwiefern der UNESCO dabei eine Rolle als „Authentifizierungsagentur“ zukommt, war Gegenstand der gemeinsamen Überlegungen.

Die Bedeutung von Authentizitätszuschreibungen und Erwartungen für den Geschichtstourismus wurde von den Referenten des abschließenden Panels zur Diskussion gestellt. ANGELA SCHWARZ (Siegen) verwies am Beispiel der Touristifizierung des Ruhrgebietes als gezielt beworbener Marke auf die Konstruktion des Authentischen zu Marketing-Zwecken. Dabei stünden die Akteure vor Ort mit ihren Identitätskonstruktionen und die Touristen „von außen“ mit ihren jeweiligen Authentizitätserwartungen in einem Wechselverhältnis. Die Eventisierung der Industriekultur im Ruhrgebiet, der so beworbene „Spirit der Maloche“ wirke sich auch auf die Identitätskonstruktionen der dort lebenden und arbeitenden Menschen aus. Dass die Aura des Authentischen und die Forderung nach Authentizität wesentlicher Bestandteil geschichtstouristischer Settings ist, unterstrich HANNO HOCHMUTH (Potsdam) durch seinen Beitrag. Am Beispiel Berlins als „Mekka der Zeitgeschichte“ lotete er den Wandel des Verständnisses von Authentizität als Forderung und Angebot aus. Im alternativen Geschichtstourismus, der in Berlin in den 1980er-Jahren vor allem durch die Berliner Geschichtswerkstatt befördert wurde, wurde Authentizität durch Unmittelbarkeit und Nähe zu Orten und Personen hergestellt. Authentizität kursierte hier allerdings nicht als operativer Begriff, sondern drückte sich in unterschiedlichen Strategien des Authentisierens aus. Weiterhin sei in diesem Zusammenhang eine Verschiebung von der Subjekt- zur Objektauthentizität zu bemerken. Dies belegte Hochmuth am Beispiel der Videobustouren der Firma Zeitreisen. Hier stehe weniger die Authentizität von Ort und lokal verankerten Stadtführern als die Anschaulichkeit und Unterhaltung im Vordergrund. Als authentisch gelte dabei, was den Erwartungen entspräche. An diese Annahme schloss sich die von HASSO SPODE (Berlin) vorgenommene Tour d’Horizon durch den Begriff des Authentischen in der historischen Anthropologie an. Er verwies auf die Notwendigkeit, nicht danach zu fragen, ob etwas erfunden werde, sondern wie. Der Wandel und die Konjunktur des Authentizitätsdiskurses im Tourismus sowie mögliche Gründe und Kausalitäten für die Zuwendung zum Authentizitätspostulat waren Gegenstand der anschließenden Diskussion. Als eine mögliche Antwort auf diese Frage wurde die Dauerkrise der Moderne und damit verbundene Utopieverluste benannt. Diese weckten den Bedarf nach neuen Sinnstiftungen, wobei legitimatorische Interessen im aktuellen Authentizitätsdiskurs nicht unbedingt im Vordergrund stünden.

Die kontrovers geführte Abschlussdiskussion rankte sich unter anderem um die Frage nach den Stärken und Schwächen des Begriffs historischer Authentizität. Es wurde betont, dass die Untersuchung unterschiedlicher Authentizitätsvorstellungen und -zuschreibungen und ihr Wandel notwendig sei, um die Frage nach der Bedeutung des Topos für die Gegenwart beantworten zu können. Dieser sei in den unterschiedlichen Disziplinen mit verschiedenen Semantiken gefüllt, weshalb es erstrebenswert sei, ihn genauer zu schärfen und als analytischen Begriff zu gewinnen.

Insgesamt zeigte die Konferenz die immense Bereicherung des transzdisziplinären Austauschs. In den Diskussionen wurden neue Perspektiven für die Erforschung geschichtskultureller Aneignungen von städtischen und landschaftlichen Regionen im Spannungsfeld von ökonomischen, medialen und räumlichen Dimensionen gelegt. Auf die weitere Erforschung dieses Problemhorizontes darf man durchaus gespannt sein.

Konferenzübersicht:

Martin Sabrow (Potsdam) / Christoph Bernhardt (Erkner), Begrüßung

Runde 1: Disziplinübergreifende Grundlagen
Moderation: Martin Sabrow (Potsdam)

Christoph Bernhardt (Erkner), „Authentizität“ als Gegenstand der historischen Stadtforschung: Eine Annäherung

Klaus Rheidt (Cottbus-Senftenberg), Authentizität als Erklärungsmodell in der Baugeschichtsforschung

Harald Bodenschatz (Berlin), Authentizität in der „kritischen Rekonstruktion“ im Städtebau? Die Umwertung der „historischen“ Stadt seit den 1970er-Jahren

Runde 2: Transnationale Perspektiven
Moderation: Irmgard Zündorf (Potsdam)

Ulrike Freitag (Berlin), Sana'a oder Dubai – Reflektionen über Stadtentwicklung auf der Arabischen Halbinsel

Nora Lafi (Berlin), The Question of Authenticity in Cities of North-Africa and the Middle-East: The Medieval and Ottoman Historical Built Heritage Between Conservation, Transformation and Re-Invention in Tunis, Aleppo and Cairo (1870-present)

Arnold Bartetzky (Leipzig), Imaginierte Authentizität. Rekonstruktionsprojekte im östlichen Europa

Runde 3: Autorisierung von StadtLandschaften
Moderation: Lars Bluma (Bochum)

Andreas Butter (Erkner), Authentifizierungsstrategien und Authentizitätskonflikte öffentlicher Sichtbarmachung: Inwertsetzung und Kanonisierung des „Bau-Erbes“ am Fallbeispiel Dessau (1945-2014)

Celina Kress (Erfurt/ Berlin), Multiple Verortungen: Authentifizierungsprozesse am Übergang von Stadt und Land

Runde 4: Authentizitätskonstruktion im Kulturerbe
Moderation: Achim Saupe (Potsdam)

Frank P. Hesse (Hamburg), Konstruktion, De- und Rekonstruktion von Authentizität in der Denkmalpflege

Andrea Rehling (Mainz), Altstädte im UNESCO-Weltkulturerbe

Carola S. Neugebauer (Leipzig/Aachen), Die Bedeutung des Authentischen? Einblicke in die Inwertsetzung des UNESCO-Weltkulturerbestatus für nachhaltige Stadtentwicklung

Runde 5: Authentizitätskonstruktionen im Geschichtstourismus
Moderation: Stefanie Samida (Potsdam)

Angela Schwarz (Siegen), Vom Nicht-Ort zum geschichtstouristischen Reiseziel: Umdeutungsprozesse und (historische) Authentizität im 20. Jahrhundert

Hanno Hochmuth (Potsdam), Vom StattSpaziergang zur Videobustour. Historische Authentizität im Berlin-Tourismus

Hasso Spode (Berlin), Authentizität und Tourismus im Lichte der Historischen Anthropologie

Schlussdiskussion
Moderation: Martin Sabrow/Achim Saupe (Potsdam)

Anmerkung:
[1] Leibniz-Forschungsverbund Historische Authentizität <www.leibniz-historische-authentizitaet.de> (15.11.2014).
[2] Wolfgang Seidenspinner, Woran ist Authentizität gebunden? Von der Authentizität zu den Authentizitäten des Denkmals. In: „Nachdenken über Denkmalpflege“ (Teil 6), kunsttexte.de 3/2007-1.

Zitation
Tagungsbericht: Authentisierung von StadtLandschaften, 20.06.2014 – 21.06.2014 Potsdam, in: H-Soz-Kult, 21.11.2014, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5689>.