Auf dem Weg zu einer Geschichte der Sensibilität. Empfindsamkeit und Sorge für Katastrophenopfer (13.-18. Jahrhundert)

Ort
Lorsch
Veranstalter
Thomas Labbé; Gerrit Jasper Schenk
Datum
11.12.2014 - 13.12.2014
Von
Stephan Ebert/Kristin Zech, Institut für Geschichte, Technische Universität Darmstadt

Der von den Darmstädter Umwelthistorikern Thomas Labbé und Gerrit Jasper Schenk geleitete Workshop setzte sich mit der Darstellung von Katastrophenopfern in historischen Bild- und Schriftquellen auseinander. Die Gastgeber fragten zu Beginn nach dem Bild der Opfer in gegenwärtigen und vergangenen Darstellungen. Die Wahrnehmung von Katastrophen sei heute vorrangig vom Opferthema bestimmt. Doch wie lange reiche diese Vorstellung zurück? Ist ein „major shift“, der das Bild des Opfers vom Sünder trennt, bereits im 16. Jahrhundert greifbar und welche Rolle spielten in der Darstellung Erzählmuster wie das des „strafenden Gottes“ oder das unschuldige Baby in der Wiege, das von der unbändigen Natur verschont wird? Diese Fragen sollten während der Tagung anhand von Wahrnehmungs- und Darstellungsformen der Opfer diskutiert werden.

JUTTA EMING (Berlin) untersuchte im ersten Vortrag die Opferrolle in Hartmann von Aues „Der arme Heinrich“. Es sei umstritten, ob literarische Texte tatsächlich reale Erfahrungen abbilden – obgleich sie „zentrale Sinnbildungssysteme mittelalterlicher Gesellschaften“ beschreiben. Heinrich, der unverschuldet vom Aussatz befallen Heil in den Medizinschulen seiner Zeit sucht, erfährt, dass einzig das Blutopfer einer jungen Frau sein Leid beenden kann. Letztlich erträgt Heinrich die Selbstaufopferung der Frau nicht, lenkt ein, wird geheilt und heiratet die junge Frau. Die Heilung durch die Opferung eines Lebens bezeuge ein dem magischen Denken verhaftetes Verständnis, während das Blutopfer in der Tradition der Nachfolge Christi gesehen werden könne. Indes werde die herausragende Opferrolle der Frau nicht toleriert, so Eming. Die Exzellenz des Opfers durch das selbstlose Hingeben des eigenen Lebens, die baldige Nähe zu Gott – noch vor Heinrich – sei vor dem „feudalhöfisch-weltlichen“ Rahmen inakzeptabel.

THOMAS LABBÉ (Dijon/Darmstadt) untersuchte die Schrift Francesco Petrarcas De remediis utrisque fortunae (1354-1366) auf Hinweise bedingungsloser Empathie gegenüber Katastrophenopfern. Petrarca beschrieb Gefühle als seelisches Chaos, das den Menschen zur Sünde verführen kann. Ihr Empfinden und ihr sozialer Ausdruck werden zum Problem für die christliche Tugendhaftigkeit, auch im Mitleid für andere. Könnten für Petrarca daher überhaupt positive Gefühle in Katastrophen möglich sein? Labbé verneinte diese Frage. So verstünde Petrarca Katastrophen als „äußeren Kampf“ zwischen Mensch und Natur, der einen „inneren Kampf“ zwischen Gefühlen und Verstand in den Seelen der Augenzeugen und der Opfer hervorruft – kein Trauma also, sondern eine Art Test für die christlichen Seelen. Empathie für die Opfer dürfe daher nur im biblischen Konzept von Misera und Caritas zu Tage treten, nicht aber solle man um etwas Menschliches weinen, da jeder Christ selbst für sein Unglück verantwortlich sei. Für Labbé bestätigt sich hier die These Karl F. Morissons[1] bezüglich der Dissonanz mittelalterlicher Empathie.

Die erste Sektion beschloss PATRICIA PROST (Montréal/Rouen) mit zwei poetischen Verarbeitungen des Erdbebens auf Kreta 1508. Es handle sich bei den Gedichten (The Catastrophe of Crete (Manuel Sklavos) und Fiagousa’s Song) um Verarbeitungen des Schockzustands Überlebender. Beide Autoren gingen allerdings unterschiedlich mit der Katastrophe um. So ruft Sklavos zur Buße auf und macht die Sünden der Menschen für das Unglück verantwortlich. Dadurch nehme Sklavos Naturkatastrophen ihre Willkürlichkeit und gebe dem Erdbeben einen tieferen Sinn. Ganz anders Fiagousa’s Song: Anlässlich des Gefühls absoluter Hilflosigkeit, bekomme das Recht einer Mutter, um die eigene Tochter zu trauern, eine herausragende Bedeutung. Prost machte dementsprechend zwei verschiedene „emotional communities“ aus und lehnt sich damit an Barbara Rosenwein[2] an. In der folgenden Debatte wurde diskutiert, ob es sich nicht vielmehr um Emotionskonzepte handle, denn um echte Emotionen, deren Beschreibungen und Erleben für die Zeit nicht üblich seien.

CHRISTIAN JÖRG (Tübingen) rückte in seinem Vortrag Versorgungskrisen in den Städten der 1430er-Jahre in den Fokus. Die Versorgung der Hungernden bedeutete eine enorme Herausforderung für die Städte, da die Landbevölkerung zunehmend als Bettler in urbane Zentren strömte und so die Versorgungskrisen verschärfte. In diesem Zusammenhang entstanden Bilder von trügerischen Bettlern, die sich mithilfe abgebundener Beine oder ähnlichen Täuschungen Fürsorge erschlichen. Durch Beschränkungen der Einreisemöglichkeiten versuchten sich die Städte diesem Zustrom zu erwehren. Emotionen oder gar Mitgefühl mit Krisenopfern seien jedoch nicht feststellbar, vielmehr würden sie als Schwindler dargestellt, die der Gemeinschaft schadeten.

PHILINE HELAS (Rom) stellte zu Beginn ihres Vortags fest, dass die Hiobsgeschichte – obwohl bekanntes Thema – in der mittelalterlichen Malerei bis zum 14. Jahrhundert kaum eine Rolle spielte. Vor dem Hintergrund von Hunger, Epidemien und natürlichen Extremereignissen beginne mit dem Hiobszyklus in Pisa (1342) eine Reihe künstlerischer Umsetzungen der biblischen Geschichte. Neu sei hier die Empathie des Betrachters. Kriege, Hungersnöte und andere Unglücke sah man als Ursache des Elends selbst rechtschaffener Menschen. Eine Ansicht, die in der Geschichte Hiobs ihren Rahmen findet. In der anschließenden Diskussion wurde angemerkt, dass die größere Verbreitung der Hiobsgeschichte auch im Zusammenhang der memoria de Iob von Gregor dem Großen, die im 14. Jahrhundert ins Italienische übersetzt wurde, stehen könnte. Ob die Bilder als „memoring figures“ gelesen werden könnten, wurde eher bezweifelt.

Mit der Stadt Montpellier und dem Stellenwert der Opfer ihrer Geschichte im 14. und 15. Jahrhundert beschäftigte sich GENEVIÈVE DUMAS (Sherbrooke). In der chronikalischen Überlieferung wurden Opfer von Seuchen, Kriegen und Naturkatastrophen nüchtern namentlich aufgelistet. Dennoch sieht Dumas in den Petitionen an den König innerhalb der Stadtrechnungen und Ratsbeschlüsse sowie in der Entwicklung eines Krisenmanagements in Form der Einrichtung eines stabilen Gesundheitssystems eine größere Sorge um die (besonders materiell armen) Opfer. Eine belebte Diskussion zwischen den Teilnehmern entwickelte sich insbesondere um die Frage, ob Ergebnisse der Viktimologie[3] der Jetztzeit für das Mittelalter nutzbar gemacht werden können. Dumas verteidigte diese These.

Mit GUILHEM FERRAND (Pau) begann die Sektion zur Problematik der Kriegsopfer und des erfahrenen Leids durch andere. Im Rahmen des Krieges in der Rouergue (14.-15. Jahrhundert) untersuchte er die Frage, wann man sich als Opfer verstehen dürfe. Der juristische Diskurs über diese Frage ergebe, dass im (legitimen) Krieg besonderes Recht herrsche, bei dem Opfer akzeptiert werden müssten bzw. man sich nicht selbst als solches verstehen dürfe. Lediglich einzelne Mächtige nähmen Opfer in den Blick und versuchten, Menschen mit ihren herrschaftlichen Mitteln zu schützen. Die traumatischen Folgen eines Krieges hingegen seien in einer Quellengattung gut herauszuarbeiten, die in der Sensibilitätsgeschichte bisher nicht ausreichend beachtet worden sei: zeitgenössische Mirakelberichte.

DAVID EL-KENZ (Dijon) stellte seinen Beitrag unter die Fragestellung, ob die Wahrnehmung der Bartholomäusnacht 1572 als ‚mort collective‘ der Hugenotten aus der Sicht des 16. Jahrhunderts gerechtfertigt sei. Während protestantische Schriften zumeist die Rechtmäßigkeit der Valois-Dynastie in Frage stellten, den Betroffenen im Hinblick auf ihr Seelenheil Mut machen wollten und gerade in Bildern der biblische Mord des Herodes an unschuldigen Kleinkindern als „visual pattern“ benutzt wurde, wiesen dieselben Autoren oftmals gleichzeitig auf die Minderwertigkeit des Opfers im Rahmen von gemeinschaftlichen Verfolgungen hin, da ein echtes Einzelmartyrium wertiger sei. Als inhuman wurde das Massaker insbesondere von juristischer Seite verstanden. So könne nach Jacques Aubéry das Töten von Massen nicht rechtens sein, da in der Justiz nur einzelne eines Verbrechens konkret angeklagt werden könnten.

Daran anknüpfend stellte OURY GOLDMAN (Paris) Louis Le Roy und seine Sicht auf das krisengebeutelte Frankreich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Teil einer globalen Krisengeschichte vor. So könne die königliche Familie für die Ausschreitungen nicht verantwortlich gemacht werden, da man sich in Zeiten des Wandels und der Unbeständigkeit befinde, in der Unruhen, Katastrophen und Rohheit weltweit aufträten, gleichzeitig aber auch eine Berechtigung hätten, da all dies zum Fortschritt führe. Neu sei in Le Roys Denken insbesondere die nicht-eschatologische Interpretation von Katastrophen. Emotionen für die Opfer seien aber nicht festzustellen.

ANDREAS BÄHR (Berlin) referierte über das Leid und Mitleid in Chroniken und Berichten des Dreißigjährigen Krieges. Einen breiten Raum räumte er den Reisen des Jesuiten Athanasius Kircher (1602-1680) ein. In Kirchers Erzählungen finden sich sowohl passive als auch aktive Opferbeschreibungen. Während manche in Extremsituationen „wie gelähmt“ waren vor Furcht, schützte andere – wie Kircher – das unerschütterliche Vertrauen in Gott. Erst Gottvertrauen befähige zu Mitleid und zeige sich in Form von Tränen. Tränen waren daher eine Kommunikationsform; weniger Ausdruck persönlichen Leids. Sie bedeuteten Überwindung. In Tradition der Tragödie werde die Katastrophe mithilfe der Tränen zum Guten gewendet. Tränen seien somit ein religiöses Postulat, um göttlicher Vergeltung zu entgehen; sie rückten die Menschen sogar näher an den Schöpfer heran.

Die letzte Sektion eröffnete MAURICIO ONETTO (Conicyt/Chile) mit einem Beitrag zur Selbstwahrnehmung spanischer Siedler als Opfer im Chile des 16. und 17. Jahrhunderts und ihre Fremdwahrnehmung durch die „Alte Welt“. Spanische Siedler hatten mit einer Serie von unerwarteten Ereignissen zu kämpfen (Erdbeben, Schiffbrüche, Seuchen oder Angriffe der indigenen Bevölkerung) und lebten in relativer Armut, was sowohl im restlichen Südamerika, aber auch in Europa zu Spott führte. So würden die Siedler in verschiedenen Schriften als Opfer eines ‚Territoriums der Entbehrungen‘ wahrgenommen. Gleichzeitig nutzten die Siedler selbst die Stilisierung als Opfer, um von der spanischen Monarchie Hilfen zu erlangen. In Bittbriefen tauchte daher jahrzehntelang dasselbe Vokabular verbunden mit ähnlicher Semantik auf, um ehemalige Desaster in Erinnerung zu rufen und so einen „Trostinstinkt“ aufzubauen.

DOMENICO CECERE (Napoli) stellte sein gemeinsam mit Chiara di Caprio bearbeitetes Projekt zu Reaktionen und Maßnahmen nach den Erdbeben in Kalabrien 1783 vor. Die untersuchten Texte, direkt nach der Katastrophe verfasst, nähmen dabei nicht die getöteten Opfer in den Blick, sondern beschäftigten sich vielmehr mit den schlechten Lebensbedingungen der überlebenden Opfer, die zutiefst bedauert würden. Das Erdbeben würde in diesen Texten als Chance wahrgenommen, Neues aufzubauen und Reformen durchzusetzen. So gab es Forderungen, den Wiederaufbau der Region mithilfe von Kirchenenteignung zu gestalten. Philosophen sahen die Opfer nicht als Leidtragende der Katastrophe, sondern als Opfer der Ausbeutung durch Eliten. Sukzessive habe sich die Wahrnehmung dieser Katastrophenopfer verändert. Sie würden, nachdem Reformen und der zügige Wiederaufbau gescheitert sind, als Verlierer wahrgenommen, deren Sitten verfielen und die dem Aberglauben anhingen.

Abschließend referierte DOMINIK COLLET (Heidelberg) wie private Interessenverbände angestammte Fürsorgeeinrichtungen während der Hungerkrise von 1770-72 in Sachsen durch ihre internationalen Verbindungen aushebelten. Mittels Hungerzeitschriften zielten sie durch eine emotionsgeladene Sprache auf die Empathie der Spender und akquirierten große finanzielle Mittel. Das Spenden könne wiederum als gesamtgesellschaftliches Phänomen im Sinne einer Sündenökonomie verstanden werden, die das individuelle Sündenkonto ausgleicht. Collet argumentierte, dass die Nutzbarkeit von Emotionen eine wichtige Triebfeder zur Verbreitung eigener Ideen gewesen ist, denn neben Nahrungsmittelangeboten umfasste die Fürsorge auch Lehr- und Erziehungsanstalten für Kinder. Gefühle müssten als soziale Praxis interpretiert werden, die ebenso instrumentalisiert würden und neue Praktiken beförderten. Auf diese Weise hätten die ursprünglich umweltlichen Verhältnisse eine gesellschaftliche Umwandlung bedeutet.

In der Diskussion wurde angemerkt, dass die Armenfürsorge schon im Mittelalter mit Mitleid verbunden sei. Das Novum sei allerdings nicht die Kombination von Mitleid und Armenfürsorge, sondern die international ausgerichtete „Spendergemeinschaft“ in der „face-to-face“-Gesellschaft des 18. Jahrhunderts.

In der Schlussdiskussion wurde festgestellt, dass Emotionen in den Quellen auf der persönlichen Ebene kaum greifbar seien – eventuell als intellektueller Diskurs. Das Studium von Narrativen und zeitgenössischer Musik könnte eine Möglichkeit sein, um hier künftig genauere Aussagen zu treffen. Es zeige sich über die fünf Jahrhunderte eine Tendenz zur Säkularisierung, die die Monokausalität des strafenden Gottes und der sündigen Opfer relativiere. Der kommunikative Aspekt im Sinne eines Darüber-Sprechens zur Traumaüberwindung war in den diskutierten Fällen weniger entscheidend. Katastrophen können mitunter wie ein „Trigger“ wirken, um neue fortschrittliche Ideen umzusetzen. So könne Mitleid gegenüber Opfern als Potenzial zur Instrumentalisierung, auch unter politischen oder ideologischen Vorzeichen, genutzt werden. Offenbar gebe es legitime und illegitime Opfer. Auch das Problem der Emotionsgeschichte wurde angesprochen: Es komme vor allem darauf an, wie man sich in der Krise Gehör verschaffe. Bislang seien nur jene Krisen und deren Opfer in den Fokus genommen worden, die tatsächlich erfolgreich in ihrer Ausdrucksmöglichkeit waren – ob als Bild oder soziale Praxis. Dies übersieht jedoch jene Opfer und Opferbeschreibungen, die nicht „erfolgreich“ gewesen sind. Ein Problem, das auf die Gegenwart übertragbar sei, so folgten Berichterstattung der Medien zu Krisenopfern ebenso Darstellungsinteressen und -absichten.

Insgesamt bot die dreitägige Tagung inhaltlich ein sehr facettenreiches Bild von Katastrophenopfern, ihren Darstellungsformen, Rezeptionen und gesellschaftlichen Interaktionsformen, die, wie die Abschlussdiskussion zeigte, weitere Untersuchungen nach sich ziehen müssen.

Konferenzübersicht:

Einführung und Begrüßung
Thomas Labbé (Dijon/Darmstadt)/Gerrit Jasper Schenk (Darmstadt)

Session 1: Perceiving the Suffering: Pre-modern Patterns

Jutta Eming (Berlin), Exzellenz des Opfers. Zu Hartmanns von Aue der Arme Heinrich.

Thomas Labbé (Dijon/Darmstadt), Émotions et raisons face à la mort accidentelle au XIVe siècle : Le De remediis utrisque fortunae de Pétrarque.

Patricia Prost (Montreal/Rouen), Quand le monde s’écroule : deux réctions au tremblement de terre de 1508 en Crète.

Session 2: Social Dimensions of Victims in the Middle Ages: Concerns and Limits

Christian Jörg (Tübingen), Versorgungszentren mit begrenztem Zugang. Die Städte des Reiches in den Hungersnöten des Spätmittelalters.

Philine Helas (Rom), ‘Si per le guerre, si etiam per altri infortunij del mondo…’ Zur Aktualisierung der Hiobsgeschichte in der italienischen Malerei des 14. und 15. Jahrhunderts.

Geneviève Dumas (Sherbrooke), Montpellier face aux ‘desffourtunes’ : prise en charge, discours et matérialité des victimes.

Führung durch das UNESCO-Welterbe Kloster Lorsch mit dortigem Leiter Hermann Schefers.

Session 3: The Violence of the Others: Ideological Means of War Victims

Guilhem Ferrand (Pau), Victimes, psychopathologies et traumatisme de guerre en Rouergue (Aveyron, France, XIVe-XVe siècles).

David El-Kenz (Dijon), Les victimes dans les massacres des guerres de Religion : la mort collective a-t-elle un sens ?

Oury Goldman (Paris), L’âge des victimes universelles ? Loys le Roy et la vision globale de la catastrophe au XVIe siècle.

Andreas Bähr (Berlin), Leiden und Mitleiden im Dreißigjährigen Krieg.

Session 4: A Policy of Victims in Premodernity? Emotions as Social Leverage

Mauricio Onetto (Conicyt/Chile), Catastrophe aux antipodes de l’Europe. Sensibilités d’un vieux monde au Nouveau monde. Le cas du Chili aux XVIe et XVIIe siècles.

Chiara de Caprio/Domenico Cecere (Napoli), Stratégies de reconstruction et communication après le tremblement de terre de 1783 en Calabre.

Dominik Collet (Heidelberg), Hungersnot oder Hungerkrise? Emotionale Dynamiken und ihre Nutzung im 18. Jahrhundert.

Schlussdiskussion
Gerrit Jasper Schenk (Darmstadt).

Führung durch die Ausstellung „Mensch. Natur. Katastrophe – Von Atlantis bis heute“ (Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim) durch Gerrit Jasper Schenk.

Anmerkungen:
[1] Karl F. Morrison, Studies on medieval empathy, Turnhout 2013.
[2] Barbara Rosenwein, Emotional Communities in the Early Middle Ages, Ithaca 2006.
[3] Gaelle Clavandier, La mort collective. Pour une Sociologie des catastrophes, Paris 2004.

Zitation
Tagungsbericht: Auf dem Weg zu einer Geschichte der Sensibilität. Empfindsamkeit und Sorge für Katastrophenopfer (13.-18. Jahrhundert), 11.12.2014 – 13.12.2014 Lorsch, in: H-Soz-Kult, 16.04.2015, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5921>.