Zwischen Region, Nation und Europa. Deutsche Landesgeschichte in europäischer Perspektive

Ort
Tübingen
Veranstalter
AG Landesgeschichte des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD)
Datum
26.11.2015 - 28.11.2015
Von
Tjark Wegner, Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften, Eberhard Karls Universität Tübingen

Wo steht die deutsche Landesgeschichte im europäischen Vergleich? Dieser Frage nachzugehen war Kern der vom 26. bis zum 28. November 2015 in Tübingen stattfindenden Tagung der Arbeitsgemeinschaft Landesgeschichte im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD). Bereits in ihrer Einleitung machte SIGRID HIRBODIAN (Tübingen) deutlich, dass dieses Zusammentreffen europäischer Historiker/innen die Fortsetzung der 2013 ebenfalls in Tübingen veranstalteten Tagung „Methoden und Wege der Landesgeschichte“[1] sei, die eine Standortbestimmung des Faches innerhalb Deutschlands zum Ziel hatte. Während 2013 die Alleinstellungsmerkmale der Landesgeschichte innerhalb der deutschen Geschichtswissenschaft im Vordergrund standen, wurden 2015 gerade in der ersten Sektion die Traditionen, Institutionen und Perspektiven in den europäischen Nachbarländern in den Blick genommen.

Hierbei zeigten sich viele Gemeinsamkeiten regionaler beziehungsweise lokaler Geschichtsschreibung in den europäischen Staaten. In vielen der oftmals historiographisch strukturierten Vorträge zeigte sich, dass Vereine bedeutende Träger der Regionalgeschichte waren und sind, die oftmals bereits im 19. Jahrhundert gegründet wurden. Diese sorgen einerseits für eine Verbindung zwischen Interessierten und dem wissenschaftlichen Personal, andererseits gingen von diesen Vereinen zahlreiche Gründungen von Zeitschriften aus, die sich zu den bedeutendsten Publikationsorganen von regionaler und lokaler Geschichtsschreibung entwickelten. Weitere bedeutsame Träger europäischer Regionalgeschichte sind Archive, Museen sowie teilweise Bibliotheken. Zudem zeigte sich, dass regionale Geschichtsschreibung außerhalb Deutschlands vergleichsweise schwach an Hochschulen vertreten ist. Während einzelne universitäre Lehrstühle, beispielsweise in Österreich, zu finden sind, wird regionale und lokale Geschichtsschreibung in der Regel von den epochenspezifischen Lehrstühlen bedient. Ein weiterer Aspekt, der zur Sprache kam, ist die Schwierigkeit, die sich mit der Unübersetzbarkeit des Wortes „Landesgeschichte“, gerade in die romanischen Sprachen, ergibt: Da eine sich methodisch abgrenzende Landesgeschichte in den anderen europäischen Staaten nicht ausgeprägt ist, ist von Regional- beziehungsweise Lokalgeschichte zu sprechen. Eine weitere Beobachtung, die für weite Teile Europas gilt, ist die Bedeutung des Aufbaus des heutigen Staates für Stellenwert und Ausprägung sowie Entwicklung der Regionalgeschichte, wie es sich bei den Ländervorträgen zeigen sollte.

Den Auftakt machte MARK MERSIOWSKY (Stuttgart), der bei seinem historiographischen Blick auf die österreichische Regionalgeschichte auch die oben skizzierten, typischen Phänomene regionaler Geschichtsschreibung ansprach. Für die Zukunft sieht der Vortragende nur eine begrenzte Perspektive auf diesem Gebiet, gerade aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, unter dem entsprechende Einrichtungen stünden. REGULA SCHMID KEELING (Bern) wiederum betonte, dass der Begriff aber auch das Forschungskonzept der Landesgeschichte in der Schweiz unbekannt seien. Es wird hingegen die Bezeichnung Regionalgeschichte verwendet, die auch eine wörtliche Übersetzung in die romanischen Sprachen der Eidgenossenschaft ermögliche. Auch hier finden sich die oben genannten Institutionen als Träger kleinräumiger Geschichtsschreibung. In der föderalen Schweiz ergebe sich laut Schmid Keeling allerdings das Problem, dass die vielen einzelnen Vereine weder intensiv untereinander noch mit den Universitäten in Verbindung stünden, sodass hier einiges Potential nicht ausgeschöpft werden könne.

Ähnlich wie Mark Mersiowsky für Österreich wählte HANS HEISS (Brixen) bei der Vorstellung der Landesgeschichte in Südtirol einen historiographischen Zugang. Als einschneidendes Erlebnis der Südtiroler Bevölkerung und – damit einhergehend – der Tiroler Geschichtsschreibung skizzierte Heiss die Abtrennung des Trentino und Südtirols aus dem Verbund des Landes Tirol. Daraus ergab sich eine verschärfte deutschnationale Ausrichtung der Forschung, die das „Deutschtum“ Südtirols unter Beweis stellen wollte. Eine Öffnung der thematisch verengten Südtiroler Landesgeschichte ergab sich Ende der 1960er Jahre, in der Zeit bis 1990 setzte dann durch ausgebildete Historiker ein Professionalisierungsprozess ein. Ebenso spielten die staatlichen Archive in Innsbruck, Bozen und Trient seit dem Ende des 20. Jahrhunderts eine verstärkte Rolle. In den letzten Jahren wuchs auch in Südtirol die Bedeutung des spatial turn und ähnlich wie in der Schweiz wird zunehmend ein offener Regionenbegriff nach „forschungsheuristischen Prinzipien“ gewählt, mittels dessen die Untersuchungsräume definiert werden sollen. FRANCESCO PANARELLI (Potenza) begann seine Ausführungen mit der Problematik, dass die heutigen Regionen in Italien keine historisch gewachsenen Räume sind sondern moderne Verwaltungseinheiten: Hieraus ergeben sich Probleme bei deren geschichtlicher Darstellung, ähnlich wie bei den deutschen Bundesländern. Dies hat zur Folge, dass die Überblickswerke über die Geschichte der Regionen häufig nur das 19. und 20. Jahrhundert thematisieren. In Italien ist eine Verzahnung zwischen den regional und lokal orientierten Geschichtsvereinen und Lehrstuhlinhabern gegeben, da häufig der Vorsitz solcher Vereine von Universitätsprofessoren besetzt wird. Außerdem steht die italienische Lokalgeschichte vor finanziellen Herausforderungen, da aufgrund des Zentralismus lokalgeschichtliche Projekte auf regionale bzw. lokale Geldgeber angewiesen sind, die verstärkt auf den Nutzen, also den Dienstleistungsfaktor achten.

Im letzten Vortrag des Tages stellte VIJA DAUKSTE (Valmiera) die „Forschungstradition zwischen Standesgeschichte, Nationalgeschichte und Landesgeschichte“ in Lettland vor. Wenn von einer lettischen Landesgeschichte beziehungsweise der dortigen Regionalgeschichte die Rede ist, muss beachtet werden, dass das Zugehörigkeitsgefühl in Lettland besonders durch die Konfessionen als auch durch die ethnologischen Hintergründe bedingt wurde und wird. Dies führte dazu, dass die „ältere“, von Deutschstämmigen verfasste Landesgeschichte von anderen in Lettland lebenden Ethnien abgelehnt wurde. Eine Geschichte des lettischen „Volks“ wurde erst nach der Staatsgründung 1918 geschrieben. In der Zeit der Sowjetunion wiederum waren die Historiker in Lettland dem marxistischen Geschichtsbild verpflichtet. Parallel hierzu entwickelte sich vor allem in den USA eine lettische, englischsprachige Exilgeschichtsschreibung. Seit der Wiedererlangung der Unabhängigkeit 1990 beherrschen vor allem zeitgeschichtliche Fragen die Debatten der lettischen Geschichtsschreibung, wenngleich auch die Mittelalterforschung sowie die Vor- und Frühgeschichte repräsentiert wird.

In seinem Beitrag über England stellte HERBERT EIDEN (London) die Entwicklungslinien der English Local History vor, etwa die Bemühungen interessierter Laien und Fachhistoriker um die county-Geschichte, die bis in das 16. Jahrhundert zurückgehen. Diese Beschäftigung mit der „regionalen“ Geschichte wurde Anfang des 20. Jahrhunderts durch das Projekt Victoria County History in einen institutionellen Rahmen gebündelt und professionalisiert. Die universitäre Lokal- und Regionalgeschichte ist von dem 1948 gegründeten Department of English Local History sowie von Entwicklungen in Deutschland und Frankreich geprägt. Anschließend stellte CATRIONA MACDONALD (Glasgow) Schottlands Rolle innerhalb der britischen Geschichtsschreibung vor. Während sie den Einfluss schottischer Aufklärer auf die englische Geschichtsschreibung betonte, musste sie gleichzeitig konstatieren, dass die schottische Geschichtsschreibung einen vergleichsweise späten Eingang in die universitären Curricula Schottlands gefunden habe. Weiterhin zeigte MacDonald, dass die schottische Geschichtsschreibung weder als Regional- noch Nationalgeschichte gesehen werden könne, sondern aufgrund der politischen Struktur Großbritanniens als eine Mischung derselben.

In den Niederlanden hingegen, so präsentierte es HANS MOL (Leiden), entwickelte sich bereits früh eine regionale Geschichtsschreibung mit dem Schwerpunkt auf dem Spätmittelalter. Hierdurch wurde seitens der kleineren Provinzen der Vereinigten Niederlande versucht, die Verwaltungsautonomie zu legitimieren. Gerade die Seeprovinzen verfügten in der Frühen Neuzeit über ausreichend Mittel, um eigene „Landeshistoriker“ zu finanzieren, deren Forschungsschwerpunkte nicht nur im Mittelalter, sondern auch auf dem Aufstand und Krieg gegen Spanien lagen. Im Rahmen der Professionalisierung des beginnenden 20. Jahrhunderts kam es erneut zu einer Schwerpunktsetzung in der mittelalterlichen Geschichte, ab der Mitte des 20. Jahrhunderts auch in der Agrargeschichte. Zum Schluss seines Vortrags betonte Mol die Bedeutung der Archive, die mittlerweile oftmals mit Regionalbibliotheken verbunden, als regionale historische Forschungszentren bezeichnet werden, wenngleich sie eher Dienstleistungszentren als Forschungsinstitutionen sind. Außerdem gibt es regionalgeschichtlich arbeitende Lehrstühle sowie Prestigeprojekte in Form von mehrbändigen Provinzgeschichten. Ganz anders hingegen sind regionale beziehungsweise lokale Ansätze in der Geschichtswissenschaft in Luxemburg oder etwa in Frankreich verankert. MICHEL PAULY (Luxemburg) skizzierte die luxemburgische Geschichtsschreibung seit dem 19. Jahrhundert, die in Vereinsgründungen ihren Ursprung nahm und die sich der klassischen Territorialgeschichtsschreibung zuordnen lässt. Eine besondere Rolle spielte im Großherzogtum der Historiker Nikolaus Van Werveke, der Alltags-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte in den Vordergrund stellte. Eine einschneidende Veränderung ergab sich in Luxemburg durch die 2003 gegründete Universität, in der ein eigener Lehrstuhl für transnationale Landesgeschichte eingerichtet wurde.

Im zentralistischen Frankreich hingegen sei nach JEAN-MARIE MOEGLIN (Paris) das Modell einer Territorialgeschichte der Fürstentümer bereits im Mittelalter entstanden. Allerdings überlebte die Tradition einer „Regionalgeschichte“ nur in den peripheren Gebieten Frankreichs. Eine regelrechte Blüte erlebte die Regionalgeschichte in der Frühen Neuzeit, wobei diese allerdings als eine Ergänzung der Nationalgeschichte aufgefasst wurde. Diese Tendenz endete schlagartig mit der französischen Revolution und der damit einhergehenden Abschaffung der Provinzen sowie der Errichtung der Departements. Der Aufschwung der Regionalgeschichte im professionalisierten Bereich ist laut Moeglin als eine unmittelbare Folge des Erfolgs der „école des Annales“ zu sehen, die unter anderem durch die erneuerte, regional fokussierte Geographie angeregt wurde. So sind zahlreiche französische Werke der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts regional ausgerichtet, wobei diese ebenfalls als „Bruchstücke“ der Nationalgeschichte gesehen werden. Diese Ausrichtung gibt es immer noch, wurde jedoch von einer neuen Avant-Garde der Geschichtsschreibung abgelöst, der kulturhistorisch geprägten „Histoire-problème“. AUD MIKKELSEN TRETVIK (Trondheim) begann ihren Vortrag mit dem auf der Tagung häufiger diskutierten Übersetzungsproblem des Begriffs „Landesgeschichte“. So lassen sich in den skandinavischen Ländern die Termini Lokal- und Regionalgeschichte direkt übersetzen, gemeint ist mit ersterer die Untersuchung von Gemeinden und Städten, bei letzterer werden als Untersuchungsraum größere Gebiete gewählt, in der Regel orientiert an administrativen Grenzen. Ein neuerer Trend in Norwegen ist die „landsdelshistorie“, bei der größere Gebiete als etwa die administrativen Distrikte untersucht werden. Für die Regional- und Lokalgeschichte gehen in Skandinavien wichtige Impulse auch von den jeweiligen Städten bzw. Distrikten aus.

In der zweiten Sektion „Suche nach regionalen Identitäten in Zeiten der Globalisierung?“, die von OLIVER AUGE (Kiel) geleitet wurde, standen nicht mehr einzelne Länder im Vordergrund, sondern die generelle Bedeutung von Regionen und deren Geschichte in Europa. In seinem programmatisch ausgerichteten Vortrag ging JÖRG PELTZER (Heidelberg) der Frage nach, was Historiker außereuropäischer Regionen von landesgeschichtlicher Forschung erwarten. So skizzierte er zuerst, was landesgeschichtliches Arbeiten heute ausmacht, um zweitens darauf einzugehen, was eine europäische Perspektive für landesgeschichtliches Arbeiten bedeuten kann. Hierbei betonte er nach einem kurzen historiographischen Abriss die offene methodische Ausrichtung des Fachs, wobei er die europäische Perspektive als Chiffre für eine generell grenzüberscheitende Sichtweise interpretierte. Im letzten Teil seines Vortrags ging er darauf ein, welche Konsequenzen sich aus der Zusammenarbeit mit außereuropäischen Historikern für die Landesgeschichte ergeben. Es folgte ein Plädoyer dafür, dass sich keine Zulieferermentalität für Globalhistoriker einstellen dürfe und die Landesgeschichte aus ihrer Defensive in eine Offensive gehen solle, um ihre Stärken vor Ort im gesamthistorischen Diskurs einzubringen. Dies sei unter anderem dadurch zu erreichen, dass die Selbstbeschäftigung und Rechtfertigung der letzten Jahre weniger stark in den Vordergrund gestellt werden sollte. Daran anschließend stellte ANNA-LENA HÖGENAUER (Luxemburg) die Bedeutung der Regionen in Europa vor. Hierbei stellte sie den langen Weg der Regionen von Objekten der Politik zu eigenständigen Akteuren in den Vordergrund, wobei der Fokus auf dem juristischen Stand derselben innerhalb der EU lag. Am Abend konnten die Ergebnisse der Tagung von 2013 im ersten Band der neugegründeten Reihe „Landesgeschichte“ mit dem Titel „Methoden und Wege der Landesgeschichte“ präsentiert werden.

Am nächsten Tag beschäftigte sich CHRISTOPH KÜHBERGER (Salzburg) mit der Wahrnehmung eines Mehr-Ebenen-Systems in Geschichtsbüchern von Österreich, Polen und Deutschland. Hierbei wurde einerseits die Quantität der Darstellungen verschiedener Räume in den Blick genommen, andererseits aber vor allem die Ausführungen zur Geschichte der EU betrachtet. In diesem Kontext spielte vor allem eine entscheidende Rolle, unter welchen normativen Aspekten den Schülern Geschichte vermittelt wird, damit diese ein selbstständig-kritisches und historisch-politisches Denken entwickeln können. Im zweiten Vortrag zu Schulgeschichtsbüchern lieferte SIMON KARSTENS (Trier) einen Vergleich von Deutschland und Frankreich. Der zentrale Unterschied zwischen den beiden Staaten ist, dass in Frankreich zentral über die Schulgeschichtsbücher entschieden wird, in Deutschland dagegen in den Ländern. Gemeinsam ist den beiden Nachbarländern, dass die Nationalgeschichte in den letzten Jahren verstärkt in einen gesamteuropäischen Kontext gesetzt wurde und diese somit in ihrer Bedeutung abgenommen hat. Obwohl es durch die Europäisierung der Geschichtsdarstellung zu einer Abwertung der Regionalgeschichte kam, tauchen regionale sowie lokale Beispiele in Schulbüchern bei bestimmten Themen auf. Entgegen der staatlichen Vorgaben, dass landes- und regionalgeschichtliche Aspekte in den Schulbüchern eine Rolle spielen sollen, kommen sie in diesen nur eingeschränkt und im geschilderten Kontext vor.

Die Tagung endete mit einer von MICHAEL MATHEUS (Mainz) geleiteten Podiumsdiskussion. Hierbei wurden vor allem drei zentrale Punkte besprochen: Erstens wurden die Institutionen, Traditionen und die auch damit einhergehende Vereinnahmung der Landesgeschichte besprochen. Zweitens kam die Frage nach einem europäisch-vergleichenden Ansatz auf, für den eine internationale wissenschaftliche Sozialisation der Beteiligten eine gute Grundlage bilde. Drittens kam die Sprache auf die Defensive, in die sich die Landesgeschichte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zurückgezogen und die zur methodischen Abgrenzung „in Grenzen unbegrenzt“ geführt habe. Zusätzlich wurde in der abschließenden Runde der „Servicecharakter“ der Landesgeschichte, der selbstverständlich auch unter dem Aspekt der Vereinnahmung betrachtet werden muss, angesprochen. Die von der Landesgeschichte und ihren europäischen Pendants erbrachte Serviceleistung müsse allerdings auch immer als Chance und Stärke des Fachs gesehen werden. Wie sich diese Chance in einem weltweiten Vergleich ausspielen ließe, wird 2017 Thema einer Tagung werden.

Konferenzübersicht:

1. Sektion: Landesgeschichte / Regional History / histoire régionale. Traditionen, Institutionen und Perspektiven bei den europäischen Nachbarn

Abschnitt A (Österreich, Schweiz), Kommentar: Michael Kissener (Mainz)

Mark Mersiowsky (Stuttgart): Österreichische Geschichte ist keine Landesgeschichte! Traditionen, Institutionen und Perspektiven landesgeschichtlicher Forschung in Österreich

Regula Schmid Keeling (Bern): Kanton, Region und Raum: Institutionen, Träger und Ziele der „Landesgeschichte“ in der Schweiz

Abschnitt B (Südtirol, Italien), Kommentar: Christian Jörg

Hans Heiss (Brixen): Südtirol: Schnittpunkt und Konfliktzone regionaler Geschichtskulturen

Francesco Panarelli (Potenza): „Storia Patria“, lokale Geschichte und Regionalgeschichte: Unstabile Balance der historischen Forschung in Italien

Abschnitt C (Polen, Lettland), Kommentar: Franz Irsigler (Trier)

Vija DaukšTe (Valmiera): Lettland – eine Forschungstradition zwischen Standesgeschichte, Nationalgeschichte und Landesgeschichte

Abschnitt D (England, Schottland), Kommentar: Arnd Reitemeier (Göttingen)

Herbert Eiden (London): Gibt es eine englische Landesgeschichte?

Catriona Macdonald (Glasgow): Region and Nation: Scotland‘s Role in the Making and Un-making of British History

Abschnitt E (Niederlande, Luxemburg), Kommentar: Thomas Zotz (Freiburg)

Hans Mol (Leiden): Tradition der provinziell strukturierten Regionalgeschichte in den Niederlanden

Michel Pauly (Luxemburg): Traditionen, Institutionen und Perspektiven der Regionalgeschichte = Nationalgeschichte in Luxemburg

Abschnitt F (Frankreich, Norwegen), Kommentar: Christine Reinle

Jean-Marie Moeglin (Paris): Regional- und Nationalgeschichte in Frankreich vom Mittelalter bis zum 21. Jahrhundert

Aud Mikkelsen Tretvik (Trondheim): Lokal- und Regionalgeschichte in den nordischen Ländern im Vergleich

2. Sektion: Suche nach regionalen Identitäten in Zeiten der Globalisierung?
Leitung: Oliver Auge (Kiel)

Jörg Peltzer (Heidelberg): Von der Region in die Welt. Die Landesgeschichte auf der Suche nach ihrer Zukunft

Anna-Lena Högenauer (Luxemburg): Europas Mehr-Ebenen-System: Ein Europa der Regionen?

Christoph Kühberger (Salzburg): Spannungen zwischen den Zeilen? Zur Wahrnehmung eines Mehr-Ebenen-Systems in Schulgeschichtsbüchern

Simon Karstens (Trier): Identitätsangebote zwischen Nationen und Regionen. Deutsche und französische Schulgeschichtsbücher im Vergleich

3. Sektion: Deutsche Landesgeschichte in internationaler Perspektive: der Blick von außen
Diskussionsleitung: Michael Matheus (Mainz)

Diskussionsteilnehmer:
Maximo Diago Hernando (Madrid)
Franz Irsigler (Trier)
Michel Pauly (Luxemburg)
Olivier Richard (Mulhouse)

Anmerkung:
[1] Vgl. Sigrid Hirbodian / Christian Jörg / Sabine Klapp (Hrsg.): Methoden und Wege der Landesgeschichte (Landesgeschichte 1), Ostfildern 2015.

Zitation
Tagungsbericht: Zwischen Region, Nation und Europa. Deutsche Landesgeschichte in europäischer Perspektive, 26.11.2015 – 28.11.2015 Tübingen, in: H-Soz-Kult, 30.03.2016, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6464>.
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Veröffentlicht am
30.03.2016
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