Kritik der Selbst-Bildung. Routine und Eigensinn in den Praktiken der Subjektivierung

Ort
Oldenburg
Veranstalter
Sandra Janßen, DFG-Graduiertenkolleg "Selbst-Bildungen", Universität Oldenburg
Datum
13.09.2016 - 14.09.2016
Von
Alexandra Janetzko / Björn Bertrams / David Adler / Hannes Glück / Stefan Kühnen, DFG-Graduiertenkolleg Selbst-Bildungen, Universität Oldenburg

Im Rahmen der Oldenburg School for the Social Studies and the Humanities 2016 fand am 13. und 14. September 2016 die Alumni-Summer School des DFG-Graduiertenkollegs „Selbst-Bildungen. Praktiken der Subjektivierung“ statt. Unter dem Titel „Kritik der Selbst-Bildung. Routine und Eigensinn in den Praktiken der Subjektivierung“ versammelte das Graduiertenkolleg seine gegenwärtigen Mitglieder sowie Alumni, um auf seine bisherigen Forschungen zurückzublicken und in kritischer Rückschau theoretische Perspektiven für die Fortführung der Zusammenarbeit zu entwickeln. Die Alumni waren eingeladen, den Verlauf ihrer Dissertationsprojekte zu rekapitulieren und dabei ihr methodisches Vorgehen, ihre empirischen Befunde wie auch theoretische und analytische Hürden zu problematisieren. Die Diskussionen der einzelnen Projekte hatten Theorietexte zur Grundlage, welche die Referent/innen als zentrale Referenztexte für ihre persönliche Auseinandersetzung mit der jeweiligen Thematik erachteten. Verklammert wurden diese Diskussionen durch fünf Keynotes, die aus verschiedenen disziplinären Perspektiven heraus Subjektivierungstheoreme erarbeiteten und kritisierten.

In seinem Auftaktvortrag „Kritik der Praxis. Von der Rekrutierung durch Praktiken zur Befähigung in der Praxis“ fasste der Sprecher des Graduiertenkollegs, der Soziologe THOMAS ALKEMEYER (Oldenburg), das gemeinsame Forschungsinteresse in die Frage: Was macht das Subjekt? Diese Frage war in ihrer Doppeldeutigkeit ganz im Sinne der Gesamtveranstaltung, deren Titel dazu einlädt, ihn sowohl nominativisch als auch als akkusativisch zu lesen. Demzufolge war sowohl die Kritik des Gegenstands (Selbst-Bildung) anvisiert, als auch die selbstkritische Betrachtung der praxistheoretischen Forschungsoptik.

Alkemeyer skizzierte eine praxeologische Soziologie, die in kritischer Abkehr vom Strukturalismus auf der einen und klassischen Handlungstheorien auf der anderen Seite das Soziale im (körperlichen) Vollzug von Praktiken verortet. In praxeologischer Perspektive trete das Soziale in der wechselseitigen Konstitution von Ordnung/Struktur und der Handlungsfähigkeit (agency) von Akteur/innen hervor. Um das Wechselverhältnis von Gemachtheit und Handlungsmacht, das mit der eingangs programmatisch formulierten Frage angerissen war, näher in den Blick zu bekommen, schlug Alkemeyer einen systematischen Perspektivwechsel vor. Empirisch sei es vonnöten, systematisch zu alternieren zwischen einem „Total View“, der das Ganze in den Vordergrund stellt, und verschiedenen „Point-of-View-Shots“. Auf diese Weise könne das Postulat eines „dritten Weges“ realisiert werden, der jenseits der nicht zufriedenstellenden Alternative zwischen (methodischem) Individualismus und (methodischem) Holismus verlaufe.

Alkemeyer schloss seinen instruktiven Eröffnungsvortrag mit dem Hinweis, dass Theorie(-Bildung) kein wertneutrales Unterfangen sein könne. Vielmehr habe jedwede Entscheidung bezüglich der theoretischen Rahmung eines bestimmten Forschungsunternehmens auch politische Implikationen. Dies schon allein deshalb, weil stets gewisse Aspekte unsichtbar bleiben müssten. Vorrangig liege es daher im Interesse der praxeologischen Erforschung von Subjektivierungsweisen, die paradoxe Gleichzeitigkeit von Freiheit und (deren) konstitutiver Bedingtheit sichtbar zu machen.

In seinem Kommentar erhärtete der Historiker NIKOLAUS BUSCHMANN (Oldenburg) diesen Befund aus historischer Perspektive anhand des Erfahrungsbegriffs Edward P. Thompsons. Dieser hatte in seiner Untersuchung über „The Making of the English Working Class“ exemplarisch herausgestellt, dass der Geschichtlichkeit der Subjektwerdung stets die subjektive Hervorbringung von Geschichte gegenübersteht.

Die zweite Respondenz auf den Vortrag Alkemeyers durch den Philosophen REINHARD SCHULZ (Oldenburg) erfolgte aus einer naturwissenschaftlich inspirierten Perspektive. Schulz verglich die Schwierigkeiten, mit denen sich der praxistheoretische Zugang aufgrund seiner Bemühung konfrontiert sieht, stets sowohl die Theater- als auch die Teilnehmer/innenperspektive, also sowohl „Total View“ als auch „Point-of-View-Shots“ im Blick zu behalten, mit der quantenphysikalischen Unschärferelation. Er problematisierte dabei insbesondere, dass die so wichtige Frage nach der Temporalität von Praktiken bislang völlig ungeklärt sei.

Einen aufschlussreichen Einblick in die forschungspraktische Durchführung praxeologischer Soziologie lieferte der anschließende Workshop des Soziologen ROBERT MITCHELL (Mainz). Unter dem Titel „Whose ‘practices’ are they anyway? Probleme der autoethnographischen Erforschung von Ballett- und Taijiquan-Unterrichtspraxis“ diskutierte er Fragen der Visibilität bzw. des Sichtbarmachens sozialer Ordnungen und der Einbindung des Forscher/innenkörpers in das Feld der beforschten Praktiken. Außerdem thematisierte er kritisch die oft vernachlässigten Probleme ethnografischer Schreibpraxis und plädierte dafür, Schneisen in die Gemengelage der beobachteten sozialen Phänomene zu schlagen und den Leser/innen Raum zur Interpretation zu lassen.

Die Kunstwissenschaftlerin NOAH MUNIER (Stuttgart) stellte in ihrem Workshop ihr aktuelles historisches Forschungsprojekt „Lebenswelten und Verfolgungsschicksale homosexueller Männer in Baden und Württemberg im NS und in der BRD“ vor. Sie problematisierte zunächst die Auskunftsfähigkeit archivalischer Nachlässe von Verfolgungsinstitutionen hinsichtlich der Lebenswelten verfolgter homosexueller Männer, die sie im Projekt sichtbar machen möchte. Zudem kritisierte sie die in der Forschung vorherrschende viktimisierende Perspektive, die die Verfolgungsschicksale lediglich in einen Opferdiskurs einschreibt und Selbstbestimmungsbestreben verfolgter Homosexueller ignoriert. Zur Korrektur dieses Missstands entwarf Munier ein historisch-praxeologisches Forschungsdesign.

ALICE DETJEN (Hamburg) präsentierte aus ihrem kunsthistorischen Dissertationsprojekt über englische Künstlerhäuser 1850–1920 eine Fallstudie zur Fotografin Julia Margaret Cameron (1815–1879). Detjen erörterte deren Selbstkonstitution als künstlerisches Subjekt im Spannungsfeld zwischen Künstlerinneninszenierung und Raumaneignung. Auf der theoretischen Basis eines Abschnitts zum „Wohnen“ aus dem Werk „Totalität und Unendlichkeit“ des Phänomenologen Emmanuel Levinas wurde diskutiert, „warum Cameron ein Haus brauchte, um Photographin zu werden“ (so der Titel des Workshops), denn für Levinas sei das Haus nicht etwa der Zweck, sondern vielmehr der Anfang aller menschlichen Tätigkeit. Diese Beobachtung wurde im Workshop unter dem Aspekt der Selbstbildung fruchtbar gemacht.

In seiner Keynote „Sich zeiten. Anwesende und abwesende Zeiten – und die Konstituierung des Subjekts“ diskutierte der Historiker ACHIM LANDWEHR (Düsseldorf) Probleme sich überkreuzender und als Praxis zu denkender Zeitlichkeiten. Zur Illustration zog er u.a. Christoph Rüters Dokumentarfilm „Die Zeit ist aus den Fugen“ heran. Vor dem Hintergrund der sich 1989 ankündigenden „Friedlichen Revolution“ wurden die im Film begleiteten Proben zu Heiner Müllers "HAMLET/MASCHINE"-Inszenierung zu einem Ereignis zwischen den Zeiten. Indem hier Räume (Theater und politische Ereignisse) miteinander verschmelzen, handle es sich um ein seltenes Beispiel für zugleich an- und abwesende Zeiten. In solchen Fällen sei es nicht „die Zeit“ oder „die Gegenwart“, die uns vorliege; vielmehr brächten sich Gegenwarten in der Trias von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, in der die Ereignisse „sich zeiten“, hervor. Die in Müllers wie in Shakespeares Hamlet zentrale Figur des Gespensts deutete Landwehr unter Rückgriff auf Jacques Derridas „Hantologie“ als Erscheinungsform der sich überkreuzenden Zeitlichkeiten und als, wenngleich unkontrollierbare, Möglichkeit der Aktualisierung von Praktiken. Der Wiedergänger stelle ein Symbol für anwesendes Abwesendes oder abwesendes Anwesendes dar, sein Erscheinen stünde nicht zuletzt für eine Verantwortung gegenüber denjenigen, die bereits tot seien, und denjenigen, die noch nicht lebten. Den praktischen Konstruktionscharakter von Geschichtsschreibung zeigte Landwehr am Beispiel des über mehr als sechzig Jahre des 17. Jahrhundert geführten „Zeytregister“ des Schusters Hans Heberle auf. In die prima facie streng chronologische Darstellung mischten sich hier immer wieder redaktionelle Vor- und Rückgriffe, die den Text als Erzählung erst lesbar machten. So trete der unordentliche, ambivalente Charakter der Zeit paradoxerweise erst bei dem Versuch hervor, Ordnung zu schaffen.

Die Kunst- und Medienwissenschaftlerin SUSANNE LUMMERDING (Wien) lotete in ihrer Keynote „Wer handelt? Plädoyer für eine Kritik identitärer Grenzsicherungen“ Möglichkeiten aus, in der gegenwärtigen Debatte um Flucht und Integration binäre Festschreibungen von Identitäten zu überwinden. Ausgehend von der Beobachtung einer strukturellen Analogie zwischen der Exklusion durch inner- und außereuropäische Grenzsicherung und der Inklusion durch deutsche „Willkommenskultur“ machte Lummerding auf die Problematik unidirektionaler Festschreibungen aufmerksam. In beiden Fällen werde unhinterfragt ein „Wir“ konstruiert, das sich als legitime Definitionsmacht ausweise und bestimme, wer dazugehören darf und wer nicht. Als Beispiel für Ansätze eines alternativen Aushandlungsprozesses politischer Definitionen führte Lummerding eine aktuelle Ausstellung in Österreich an, in der in künstlerischer Weise basisdemokratische Debattenräume präsentiert wurden. Die Aussagekraft dieser Ausstellung sah Lummerding in einem dazugehörigen Plakat gebündelt, das den schlichten Schriftzug aufwies: „Es ist ein schönes Haus. Man sollte es besetzen.“ Dies las sie vor dem Hintergrund der Ausstellungsprogrammatik als Aufforderung, einen Raum zur politischen Debatte zu schaffen, ohne dabei von vornherein das Subjekt der Definitionsmacht zu bestimmen. Erst der geschaffene Raum solle die Debatte ermöglichen, die die Definitionsmacht immer neu aushandelt und sie in diesem unabgeschlossenen Prozess auf die Partizipanden der Debatte verteilt. Lummerding unternahm damit den Versuch, eine nicht-identitäre Antwort auf die aktuellen Diskussionen um die sogenannte „Willkommenskultur“ zu finden. Anstelle einer eindimensionalen, nolens volens festschreibenden Definitionsmacht der „Willkommenskultur“ plädierte Lummerding für eine radikal-demokratische Praxis, die Identitätspositionen in Frage stellt und Derridas Konzept der unbedingten Gastfreundschaft für eine antiessentialistische Flüchtlingspolitik fruchtbar macht.

In ihrer Keynote „In Sorge und aus Lust. Zur Bildung von Handlungsbereitschaften und zur Differenz zwischen Individualisierung und Dividualisierung“ skizzierte die Soziologin GESA LINDEMANN (Oldenburg) ein leibtheoretisches Forschungsprogramm, das sich als Gegenentwurf zur Rational-Choice-Theorie im Hinblick auf die Frage nach Handlungsmotivationen positioniert. Auf die Grundfrage: Wie kommt der Akteur zum Handeln? antworten Vertreter des Rational-Choice-Ansatzes mit der Unterstellung eines Strebens nach Nutzenmaximierung; Lindemanns Theorie sucht hingegen auch Zukunftsorientierung an leibtheoretische Prämissen rückzubinden. Das leibtheoretische Verständnis des Selbst, das den Leib zentral über seinen Umweltbezug definiert, beziehe in diesen auch das Verhältnis zu Vergangenheit und Zukunft ein. Allerdings müsse der Zukunftsbezug (mit Plessner) als ein „exzentrischer“, über Dritte und somit symbolisch vermittelter gedacht werden. Der sozio-symbolische Zusammenhang, in dem das Subjekt steht, lasse sich dabei in zwei Weisen beschreiben: entweder so, dass das Beziehungen eingehende Subjekt im Vordergrund steht (Individualisierung), oder so, dass die Beziehungen selbst das entscheidende Moment bilden, innerhalb dessen die Person nur als Operator fungiert (Dividualisierung). Lindemann unterschied des Weiteren zwei Modi an Handlungsbereitschaften: In der „Sorge“ kommt das leibliche Betroffensein von der Zukunft als Beengtheit angesichts eines möglichen zukünftigen Scheiterns zur Erscheinung, in der „Lust“ hingegen in der Form einer Gelingen antizipierenden spannungsvollen Weitung (den gestischen Gegensatz beider legte die Rednerin eindrücklich performativ dar). Dass eine so fundierte Theorie der Motivation noch verfeinert werden könnte, indem man eine Art Verselbständigung bzw. Rückkopplung solcher leiblichen Verhaltungen annähme, die in Chronifizierungen oder Überreaktionen mündeten, bildete den abschließenden Ausblick des Vortrags.

Die Kunst- und Medienwissenschaftlerin KATJA MOLIS (Berlin) erarbeitete anhand von Foucaults Konzeptualisierung von Moral und Ethik in "Der Gebrauch der Lüste" einen Begriffsapparat, der es ihr ermöglichte, Subjektivierungsprozesse von Kurator/innen nachzuzeichnen. Die foucaultschen Kategorien konnte sie mit Andreas Reckwitz’ Begriffen der „Subjektform“ sowie der „Subjektdispositionen“ fruchtbar kombinieren. Empirische Grundlage für ihre Untersuchung lieferten drei Fallstudien zu kuratorischen Aus-/Weiterbildungsprogrammen.

JÖRN EIBEN (Hamburg) problematisierte in seinem Workshop-Beitrag unter dem Titel „Praxeologie als Hypothese. Von den Schwierigkeiten eines Historikers“ eine praxistheoretische Aufnahme und Zuspitzung poststrukturalistischer Terminologie. Im Rahmen seines Dissertationsprojekts zum „Subjekt des Fußballs“ zur Zeit der Entstehung des Fußballspiels als Sportart stellte er den Zugang zum historischen Untersuchungsfeld unter praxeologischen Prämissen kritisch in Frage. In seinem Fall lasse die Quellenlage (Spielberichte und Praxisanleitungen zum Fußball) nicht ohne Weiteres Aussagen über reale Praxisvorgänge zu. Wohl aber ließen sich auf der Ebene des präskriptiven, Praktiken normierenden Diskurses der herangezogenen Dokumente die Akzeptabilitätsbedingungen des Fußballs um 1880 rekonstruieren.

Den Abschluss der Summer School des Graduiertenkollegs „Selbst-Bildungen“, der zugleich den Auftakt zur Summerschool des Promotionsprogramms „Kulturen der Partizipation“ darstellte, bildete die Keynote des Soziologen ULRICH BRÖCKLING (Freiburg). Bröckling beschäftigte sich mit der Frage, inwiefern Partizipation als Regierungstechnologie betrachtet werden kann, und lotete das Verhältnis von Freiheit und Zwang im Bereich der Pädagogik aus. Zur Veranschaulichung unterschiedlicher Regierungsweisen zog er zwei Ratgeber zur Erziehung von Kindern durch Erwachsene heran. Das erste Modell aus einer Abhandlung John Lockes vom Ende des 17. Jahrhunderts geht von der Formbarkeit der Kinder durch gezielte Verteilung von Anerkennung durch Autoritätspersonen aus. Das Ziel dieser Erziehungsstrategie besteht darin, die Herrschaft von Vernunft und Tugend zu etablieren. Dies soll über eine Kontrolle der kindlichen Triebe erreicht werden. Das Modell propagiere Bröckling zufolge eine „Führung zur Selbstführung“, in dem Freiheit durch (vorübergehenden) Zwang erreicht werden soll. Als zweites Beispiel untersuchte Bröckling die impliziten Regierungsweisen im Ratgeber "Familienkonferenz" von Thomas Gordon aus den 1960er-Jahren, in welchem Erziehung als ein „Aushandlungsprozess“ propagiert wird.

Kinder werden hier nicht länger als formbare Objekte betrachtet, sondern – zumindest vordergründig – als gleichberechtigte Partner/innen. Über eine systematische Einübung bestimmter Kommunikationstechniken solle eine kooperative Konfliktlösung erzielt werden, bei der weniger die Übereinkunft an sich entscheidend sei. Entscheidend sei vielmehr, wie diese zustande komme. Auf diese Weise finde eine spezifische Praxis der Wahrheitserzeugung statt, bei der Kinder angehalten würden, durch vorgegebene Kommunikationsweisen die „Wahrheit“ zu erkennen. In derartigen Sitzungen seien Machtverhältnisse aber keineswegs, wie behauptet, abwesend. Die vermeintlich unter Abwesenheit jeglicher Machtmittel zustande gekommene Konfliktlösung zwischen mündigen Subjekten werde in Wahrheit also ebenfalls unter Zwang – dem Zwang zur konsensuellen Kommunikation – erzielt. Bröckling resümierte, dass sich das zweite, kontraktualistische Modell seit den 1980er-Jahren stark verbreitet habe. Die formale Bezeichnung als gleichrangige „Vertragspartner/innen“ verdecke die Machtasymmetrie nur. Demgemäß seien Verträge als Machtdispositive zu verstehen, in denen die suggerierte Freiheit als Machtmedium fungiere.

Konferenzübersicht:

Thomas Alkemeyer: Kritik der Praxis. Von der Rekrutierung durch Praktiken zur Befähigung in Praktiken

Respondenz: Nikolaus Buschmann, Reinhard Schulz

Robert Mitchell: Whose ‘practices’ are they anyway? Probleme der autoethnographischen Erforschung von Ballett- und Taijiquan-Unterrichtspraxis

Noah Munier: Lebenswelten und Verfolgungsschicksale homosexueller Männer in Baden und Württemberg im NS und in der BRD

Alice Detjen: "I turned my coal-house into my dark room, and a fowl house became my glass house!". Warum Julia Margaret Cameron (1815-1879) ein Haus brauchte, um Photographin zu werden

Achim Landwehr: Sich zeiten. Anwesende und abwesende Zeiten – und die Konstitutierung des Subjekts

Susanne Lummerding: Wer handelt? Plädoyer für eine Kritik identitärer Grenzsicherungen

Gesa Lindemann: In Sorge und aus Lust. Zur Bildung von Handlungsbereitschaften und zur Differenz zwischen Individualisierung und Dividualisierung

Jörn Eiben: Praxeologie als Hypothese. Von den Schwierigkeiten eines Historikers

Katja Molis: Subjektivierungsform ‚KuratorIn‘. Foucaults Moral- und Ethikkonzept als Analyse-Optik zur Untersuchung von Subjektivierungsprozessen in neuen kuratorischen Weiterbildungsprogrammen

Ulrich Bröckling: Wir müssen immer tun was wir wollen. Paradoxien einer Erziehung zur Freiheit

Zitation
Tagungsbericht: Kritik der Selbst-Bildung. Routine und Eigensinn in den Praktiken der Subjektivierung, 13.09.2016 – 14.09.2016 Oldenburg, in: H-Soz-Kult, 02.12.2016, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6869>.
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Veröffentlicht am
02.12.2016
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