Regionalität als historische Kategorie. Prozesse, Diskurse, Identitäten im Mitteleuropa des 16. – 19. Jahrhunderts / Regionalność jako kategoria historyczna. Procesy, dyskursy, tożamości w Europie Środkowej od XVI do XIX wieku

Ort
Warschau
Veranstalter
Deutsches Historisches Institut Warschau
Datum
07.11.2016 - 09.11.2016
Von
Vanessa Jasmin Lemke, Freie Universität Berlin / Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Die Konzepte „Region“ und „Regionalität“ sind nicht nur für die Ausbildung und Entwicklung von Identität relevant, sondern beeinflussen auch Wirtschaft, Politik, Verwaltungshierarchien und letztendlich die Geschichtsschreibung und -rezeption. Die kritische Erforschung dieser dynamischen Konzepte im Rahmen der Geschichts- und Kulturwissenschaften wirft Fragen nach deren Aktualität und Relevanz für die Gegenwart auf und zeigt, wie subjektiv und individuell Personen und Gruppen damit umgehen. Die Frage, was eine Region war und ist, kann und soll an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Auf der Tagung „Regionalität als historische Kategorie. Prozesse, Diskurse, Identitäten im Mitteleuropa des 16.–19. Jahrhunderts“ am Deutschen Historischen Institut in Warschau (DHIW) wurde eine Annäherung versucht, indem bestimmte Aspekte von „Regionalität“ im historischen Kontext näher beleuchtet wurden. Die Leitfragen, welche Faktoren diese fließenden räumlichen Gebilde definieren und konstituieren können und welche zeitlichen und funktionalen Veränderungen sich bei den Analysen beobachten ließen, wurden von einem international und interdisziplinär aufgestellten Plenum aus Polen, Deutschland, Österreich und Tschechien drei Tage lang diskutiert. Darüber hinaus wurde nach den identitätsstiftenden Konfigurationen und den Mitteln gefragt, die Regionalität beeinflussen und welchen Wandlungen sie letztendlich unterliegt.

Im ersten Panel wurde der Konstruktionscharakter der Termini deutlich. So betonte KAI LOHSTRÄTER (Duisburg-Essen / Hamburg) in seinem Beitrag zur Ruhrregion in der Frühen Neuzeit, dass dieser gedachte Raum in Bezug auf die Zeit vor dem 19. Jahrhundert durchaus zu diskutieren sei, obwohl auf den ersten Blick jegliche Anknüpfungspunkte eines „Ruhrgebiets“ fehlten. Dabei seien Untersuchungen zu konstitutiven Aspekten von Regionalität als historischer Kategorie wichtig. In seiner kommunikations- und mediengeschichtlichen Studie sah er in dieser Region in der Zeit vor der industriellen Revolution Weichenstellungen für die Transformation des historischen Raums zwischen Hamm, Duisburg, Wesel und Elberfeld zu einer kohärenten Region aufgrund der Modernisierung der transterritorialen kommunikativen Infrastruktur auf der einen und aufgrund der medialen Verdichtung auf der anderen Seite. Auch MARTIN KNOLL (Salzburg) machte deutlich, dass kommunikative und mediale Prozesse eine Region formen und etablieren können. Am Salzkammergut zeigte er, dass bestimmte topographische Räume durch geschickte Marketingstrategien zu Tourismusregionen gemacht werden. Dabei stellte er den Einfluss der AkteurInnen, die eine bestimmte „Definitionsmacht“ innehaben, heraus. Trotz des Einflusses der einander überlappenden Selbst- und Fremdzuschreibungen sah Knoll in Tourismusregionen sowohl ein plausibles Studienobjekt als auch eine Herausforderung. Anhand der Gegend um den unteren Mittelrhein hinterfragte REGINA SCHÄFER (Mainz), ob dieses Gebiet als (historische) Region bezeichnet werden könne. Fremdzuschreibungen des 18. und 19. Jahrhunderts und die darin enthaltenen Abgrenzungen zu Nachbarräumen enthielten bejahende Momente, die Schäfer aber nicht ausreichten. Ihrer Meinung nach sei die Identifikation der EinwohnerInnen mit der Region, die auf eine spätmittelalterliche Herrschaftstradition und Gründungserzählung zurückgreife, der entscheidende Faktor, was im Falle des Mittelrheintals kaum vorliege.

Die zweite Sektion beschäftigte sich mit der Beziehung von Regionen zu Nationen. LEVKE HARDERS (Bielefeld) und FALKO SCHNICKE (London) sahen in regionalen Strukturen einen Zugewinn für die entstehenden Nationalstaaten im 19. und 20. Jahrhundert. Besonders in Grenzgebieten sei Regionalität eine nutzbare Größe gewesen, weil mit ihr öffentlichkeitswirksam „Werbung“ für die gesamte Nation gemacht wurde. Regionen müssten, so Harders und Schnicke, zunehmend im Kontext von internationaler Politik, von Krisen, Kriegen oder Kolonialismus untersucht werden; darüber hinaus außerdem im Hinblick auf Differenzierungskategorien wie Klasse, Geschlecht, Rasse und Religion. MANFRED HEINEMANN (Hannover) betrachtete den Einfluss von Regionen auf gesamtstaatliche Strukturen hingegen kritisch. Er stellte die Entwicklung regionaler und lokaler Züge im Bildungswesen des Deutschen Reiches seit 1871 dar. Fußend auf der vormaligen Obrigkeit unzähliger Landesherren, blieben Vereinheitlichungsversuche fruchtlos, entstehende Fächer wie „Heimat-“ oder „Landeskunde“ haben die (bewusste) Abgrenzung zu anderen Regionen, zum Beispiel die Distanzierung Frankens von Bayern, forciert. Später haben außerdem die künstlich gezogenen Grenzen zwischen den Ländern der Bundesrepublik eine kulturelle Trennung verfestigt.

Das dritte Panel erörterte die Konstruktion und Wahrnehmung von Regionen in der Literatur. Im Vergleich zweier unterschiedlicher Zeugnisse und Schriftsteller der ostmitteleuropäischen Renaissance stellte ANDREAS RÜTHER (Bielefeld) Kategorien und Faktoren der Bildung von Regionen auf. Er entwickelte methodologische Zugänge zur Vorstellung und Herstellung dieser, die sich von älteren landesgeschichtlichen Ansätzen lösten, indem er herausstellte, dass Regionalität empirisch erfahrbar gemacht und von den Chronisten nicht nur ausgehandelt, sondern als hierarchisch gegliedertes Ganzes ausgebildet wurde. MARTA RUSZCZYŃSKA (Zielona Góra) verknüpfte den Verlust der Unabhängigkeit Polens im 18. Jahrhundert mit der Entstehung neuer romantischer literarischer Schulen wie der litauischen, ukrainischen, rotruthenischen und livländischen, die sich wegen des Verlusts des Zentrums in den polnischen Provinzen etablierten. Mit der Beschreibung dieser Gebiete seien nicht nur neue ästhetische, charakterisierende Bilder entstanden, die regionale Unterschiede deutlich und „Heimat“ zum wichtigen Stilmittel machten, sondern es seien auch regionale Identitäten und regionale Abgrenzungen dargestellt worden. MAŁGORZATA MIKOŁAJCZAK (Zielona Góra) beschrieb die Tradition der polnischen Regionalismusforschung am Beispiel der Literaturhistorikerin Stefania Skwarczyńska und des Literaturhistorikers Bronisław Chlebowski. Unter anderem aus ihren Forschungen sei deutlich geworden, dass die Identifikation mit einer Region großen Einfluss auf die Entstehung eines Werks ausübte und die Einbindung verschiedener Produkte, Quellen und Bezugspunkte die Geschichtsschreibung und Konstruktion von Region und Herkunft formte.

Auch DANIEL KALINOWSKI (Słupsk) interessierte in der vierten Sektion unter dem Titel „Überlagerungen und Verschiebungen“ die Forschungsgeschichte. Besonders der deutschstämmige russische Linguist Alexander Hilferding habe sich für die Region der Kaschubei und ihre Sprache interessiert. Als Panslawist habe sich Hilferding darüber hinaus dafür stark gemacht, unter anderem dieses Gebiet zu russifizieren, zum Beispiel durch die Änderung des Alphabets oder religiöser Strukturen. Kalinowski betonte zudem, dass sich sowohl polnische als auch deutsche Forscher der Kaschubei widmeten und stellte einen vorsichtigen Vergleich zwischen Panslawismus und Pangermanismus an. SABINE JAGODZINSKI (Warszawa) verfolgte einen kunsthistorischen Ansatz, um den wechselseitigen Einfluss von Region und Regionalität auf adlige Repräsentationskulturen im königlichen Preußen zu analysieren. In ihrer Untersuchung fragte sie, ob und wie sich die „preußische Landesidentität“ etwa in den prestigeträchtigen Bauten und Stiftungen des Adels ausdrückte. Die Betrachtung solcher sich herausschälenden „abstrakten Repräsentationsregionen“ im Laufe der Zeit helfe herauszufinden, wie sich Identitäten oder Loyalitäten in den jeweiligen Repräsentationskulturen wandelten und wie eng sie mit politischen oder künstlerischen statt territorialen Faktoren verbunden waren.

Künstlerischen Strömungen widmete sich das fünfte Panel. EWA GRZĘDA (Wrocław) zeigte verschiedene literarische Facetten der Darstellung von Region und regionalen Besonderheiten Podoliens vom 15. bis zum 19. Jahrhundert auf. Die Dichtungen haben nicht nur großen Einfluss auf die Imagination dieses Raums gehabt, sondern ihn konstituiert; die Mythen, in denen am Beispiel von nationalen Symbolen und historischen Ereignissen die Bildung von Regionen und die Identifikation mit diesen beschrieben wurden, verbreiteten sich über seine Grenzen hinaus. Auch die Musik habe es geschafft, verschiedene Regionen zu vereinen, so WITOSŁAWA FRANKOWSKA (Gdańsk). Wegen des starken Einflusses der deutschen bzw. preußischen Kultur zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert habe sich eine kollektive Identität der Gebiete Pommerns, Schlesiens und Großpolens entwickelt. Frankowska stellte die Gemeinsamkeiten des Liedguts aufgrund ähnlicher Schicksale der drei Gebiete über die lokalen Grenzen hinweg in den Vordergrund. Nichtsdestotrotz habe die Entwicklung des regionalen Bewusstseins, etwa der Kaschuben, einem nationalen geähnelt, jedoch mit dem Unterschied, dass es auf einer regionalen Identität gründete.

Das sechste Panel diskutierte das Verhältnis zwischen Peripherie und Zentrum. WERNER TELESKO (Wien) beschäftigte sich mit der Anwendung von „Region“ als „discursive tool“ [1] zur staatlichen Zentralmacht und anderen, benachbarten Regionen in der Habsburgermonarchie. Dem Versuch Wiens mit einer Art „Homogenisierungspolitik“ eine überregionale Identität zu schaffen, stellten sich die regionalen Gedächtnisse entgegen, die das Aufbrechen der kleinräumigen, geschlossenen Lebenswelten verhinderten. Nichtsdestotrotz beeinflussten sich beide Tendenzen gegenseitig. Region könne daher nicht als unveränderlich feststehende, sondern relationale Kategorie gelten. Regionalität werde jeweils prozesshaft ausgehandelt und ins Verhältnis zum Zentrum gedeutet. PÉTER TECHET (Mainz) analysierte die inneren Differenzen der Donaumonarchie, indem er das österreichisch-ungarische Küstenland als eine historische Landschaft definierte. Am Beispiel dieses Raums der transnationalen Hybridität und Multiidentitäten ließen sich die Strukturschwächen und Entwicklungsmöglichkeiten Habsburgs erkennen. Als Region mehrerer (historischer) „Gleichzeitigkeiten“ können weder eine abgrenzbare lokale Identität, noch deren einzelne Elemente oder eine klare Verortung auf der Mental Map der Donaumonarchie erfolgen. Erst der historische Kontext der Habsburgermonarchie und das Bewusstsein um diese haben aus dem Gebiet eine Region gemacht, was bis heute spürbar sei. ALEKSANDRA KMAK-PAMIRSKA (Warszawa) widmete sich dem Bild der Randregion im zentralen Diskurs an den Beispielen der Niederlausitz und Podlachiens. Sie betonte das Wirken verschiedener Akteursgruppen wie Schriftsteller, Maler, Politiker, Sozialaktivisten, Ethnographen etc. in und aus den jeweiligen Zentren Berlin/Potsdam bzw. Warschau sowie etwaige Assimilierungsprozesse der Peripherie mit diesen. In dem Spannungsfeld von nationalen, kulturellen und religiösen Prozessen haben sich die Peripherien zwar teilweise den nationalen Narrationen angepasst, – Podlachien freiwillig, in der Niederlausitz ältere Generationen unter Druck, die junge freiwillig – gleichzeitig aber in Bezug auf die Niederlausitz durch regionale Identifikationsprozesse bewusst von ihnen abgegrenzt.

Im abschließenden Panel traten die politische Instrumentalisierung und Funktionalisierung von Regionen in den Fokus. LUKÁŠ FASORA (Brno) interpretierte den Tschechischen Kulturkampf 1848–1914 als Streben nach einer kulturellen Homogenisierung der von Tschech*innen besiedelten Räume und als Versuch, spezifische regionale Kulturen auf einen gemeinsamen „Kulturcode” herunterzubrechen. Dies habe kleinere regionale Identitäten nicht nur geschwächt, sondern teilweise zerstört. Dennoch wussten sich einige Gebiete vor allem im Osten des tschechischen Sprachgebiets zu behaupten. Nicht nur soziale Differenzen innerhalb der tschechischen Gesellschaften stärkten kulturelle Unterschiede und regionale Identitäten, sondern auch der Wettstreit Tschechiens mit Polen und Deutschland sowie die kulturelle Nähe zur Slowakei. MICHAEL WEDEKIND (München) beschrieb die Auflösung tradierter Solidaritäten zwischen deutschen und italienischen BewohnerInnen in Tirol 1866–1914. Während letztere mittelalterliche Stadtrepubliken Italiens als Referenzgröße und den urbanen Raum als Innovations- und Ausgangspunkt politischer und sozialer Entwicklungen sahen, wurde im deutschsprachigen Tirol besonders das Bergbauerntum, dessen Traditionen und Praktiken zum regionalen Identifikationsmoment stilisiert. Die regionalbezogene Wissensproduktion habe zusätzlich dazu beigetragen, dass der Alpen-Adria-Raum von einer Region kultureller Begegnungen zu einer Region soziokultureller Konflikte avancierte.

Im Rahmen der Konferenz und zugleich der Reihe „Dienstagsvorträge” des DHIW referierte am zweiten Abend MICHAEL NORTH (Greifswald) über die Ostseeregion als multiethnischer und im Laufe der Jahrhunderte von zahlreichen Akteur*innen immer wieder neu konstituierter und beschriebener Raum. Er erläuterte, warum das von den verschiedenen sprachlichen Gemeinschaften der Germanen, Slawen, Balten und Finnen geprägte Gebiet als Laboratorium der Regionsbildung angesehen werden kann und sprach mit diesem Thema eine breite Öffentlichkeit an.

Obgleich die eingangs erwähnten Leitfragen, die von den Veranstalter*innen Sabine Jagodzinski, Aleksandra Kmak-Pamirska und Miloš Řezník vom DHI Warschau als Orientierungspunkte angeboten wurden, stets präsent waren, verliefen die an die Vorträge anschließenden Diskussionen quer durch die Sektionen und machten weitere Schnittmengen, aber auch Klärungsbedarf deutlich. Dank des interdisziplinären und internationalen Plenums entwickelte sich die Konferenz zum Thema Regionalität im Laufe der Tage zu einem Ort des fruchtbaren Austauschs von Gedanken und der Präsentation verschiedener Forschungsansätze. Ergebnisse waren unter anderen, dass Region als abstrakte Analysekategorie eine über- oder zumindest zugeordnete Bezugsgröße benötige. Darüber hinaus seien regionsbildende Faktoren wie Homogenität oder Heterogenität von einer zuweilen starken Mobilität geprägt und Regionalitäten im Laufe der Geschichte auf verschiedene Weise und in unterschiedliche „Richtungen“ instrumentalisiert worden.

Konferenzübersicht:

I. Regionalitätsdiskurse / Dyskurs regionalności

Kai Lohsträter (Duisburg-Essen/Hamburg): Region vor der Region? Die Ruhrregion als kommunikationsgeschichtlicher Raum in der Frühen Neuzeit / Region przed regionem? Region Ruhry jako przestrzeń komunikacyjno-społeczna w czasach nowożytnych

Martin Knoll (Salzburg): Doing Salzkammergut – oder: Wer macht eine Tourismusregion? / Doing Salzkammergut – albo: kto tworzy region turystyczny?

Regina Schäfer (Mainz): Region in der Sicht der Vergleichenden Landesgeschichte / Region w perspektywie historii porównawczej kraju

II. Aushandlungsprozesse / Regionalność wynegocjowana

Levke Harders (Bielefeld), Falko Schnicke (London): Verhandelte Ordnungen. Region und Nation im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts / Wynegocjowany porządek. Region i naród w Europie XIX i XX wieku

Manfred Heinemann (Hannover): Regionalität als Strukturelement des deutschen Föderalismus / Regionalność – elementem strukturalnym niemieckiego federalizmu

III. Wahrnehmungsprozesse: Region und Literatur / Postrzeganie regionalności: Region i literatura

Andreas Rüther (Bielefeld): Regionsbildung in Martin von Cromers Beschreibung des Königreichs Polen (1578) und dem Merkbuch des Hofmarschalls Hans von Schweinichen (1602) / Powstawanie regionu w opisach Królestwa Polskiego (1578) Marcina Kromera i zapiskach marszałka dworu Hansa von Schweinichena (1602)

Marta Ruszczyńska (Zielona Góra): Romantyczny regionalizm w perspektywie kilku szkół literackich / Romantischer Regionalismus aus der Sicht einiger literarischer Schulen

Małgorzata Mikołajczak (Zielona Góra): Polski regionalizm literacki – w poszukiwaniu XIX-wiecznych korzeni / Literarischer Regionalismus in Polen – auf der Suche nach seinen Wurzeln im 19. Jahrhundert

IV. Überlagerungen und Verschiebungen von Regionen / Nakładanie się i przesunięcia regionów

Daniel Kalinowski (Słupsk): Rosyjskie badania nad językiem kaszubskim jako akt panslawizmu / Russische Forschungen zur kaschubischen Sprache als Akt des Panslawismus

Sabine Jagodzinski (Warszawa): Regionen und Regionalität in den Repräsentationskulturen des frühneuzeitlichen Adels im Königlichen Preußen / Regiony i regionalność w reprezentacjach kulturowych szlachty czasów nowożytnych w Prusach Królewskich

Abendvortrag / Wykład wieczorny

Michael North (Greifswald): Der Ostseeraum: Konstitution und Neuerfindung einer Region / Morze Bałtyckie: konstytuowanie i nowe definiowanie regionu

V. Gestaltung regionaler Identitäten / Kształtowanie tożsamości regionalnych

Ewa Grzęda (Wrocław): Podole i „podolanizm” w świetle przemian społecznych, politycznych i kulturowych od XV do schyłku XIX wieku / Podolien und „Podolianismus” im Licht gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Wandels vom 15.–19. Jahrhundert

Witosława Frankowska (Gdańsk): Muzyka w procesie formowania tożsamości religijnej, etnicznej i kulturowej Pomorza i innych regionów Polski od XVII–XX wieku / Musik im Formierungsprozess religiöser, ethnischer und kultureller Identität in Pommern und anderen Regionen in Polen vom 17.–20. Jahrhundert

VI. Zentrum: Peripherie, Makro- und Mikroperspektive / Centrum: Peryferia, makro- i mikroperspektywa

Werner Telesko (Wien): Die „Region“ als „discursive tool“. Kulturelle Identitätsstiftung in der habsburgischen „composite monarchy“ / „Region narzędziem dyskursywnym“. Tworzenie tożsamości kulturowej w habsburskiej „composite monarchy“

Péter Techet (Mainz): Das österreichisch-ungarische Küstenland: pars pro toto Österreich-Ungarn – Einheitsperspektive und imperialer Kontext für eine Region voller Differenzen / Austriacko-węgierski kraj brzegowy: pars pro toto Austro-Węgry – perspektywa jedności i kontekst imperialny dla regionu pełnego różnic

Aleksandra Kmak-Pamirska (Warszawa): Zasymilowana regionalność? Wizerunek regionu peryferyjnego w dyskursie centralnym / Assimilierte Regionalität? Das Bild der Randregion im zentralen Diskurs

VII. Interpretation und Funktionalisierung von Region / Interpretacja i funkcjonalizacja regionu

Lukáš Fasora (Brno): Region und Regionalität im Tschechischen Kulturkampf 1848–1914 / Region i regionalność w okresie Kulturkampf w Czechach (1848–1914)

Michael Wedekind (München): Regionsbildung und nation building: Von der Auflösung tradierter Solidaritäten an der Peripherie (Tirol, ca. 1866 bis 1914) / Powstawanie regionu i nation building: zanikanie zastanych solidarności na peryferiach (Tyrol, ok. 1866–1914)

Anmerkung:
[1] Begriff nach Luk van Langenhove, Building Regions. The Regionalization of the World Order, London 2011.

Zitation
Tagungsbericht: Regionalität als historische Kategorie. Prozesse, Diskurse, Identitäten im Mitteleuropa des 16. – 19. Jahrhunderts / Regionalność jako kategoria historyczna. Procesy, dyskursy, tożamości w Europie Środkowej od XVI do XIX wieku, 07.11.2016 – 09.11.2016 Warschau, in: H-Soz-Kult, 16.01.2017, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6924>.