Normalfall Migration? Kulturelle, historische und aktuelle Dimensionen

Ort
Dresden / Breslau/Wrocław
Veranstalter
Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Breslau / Wrocław; Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg; Landeshauptstadt Dresden; Stadt Breslau / Wrocław; in Kooperation mit dem Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien der Universität Osnabrück und dem Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Dresden
Datum
07.06.2016 - 09.06.2016
Von
Uta Bretschneider / Nick Wetschel. Dresden; Piotr Małochwiej / Dariusz Wojtaszyn, Breslau / Wrocław; Burkhard Olschowsky, Oldenburg

Eine der Besonderheiten dieser Tagung war der Umstand, dass sie in zwei Städten – Dresden und Breslau / Wrocław – und damit in zwei Ländern stattfand, deren Diskurse über Migration und Flüchtlingsfragen sich in vielen Punkten unterscheiden. Diese Perspektiverweiterung soll Anregungen und Einsichten für die spezifisch nationalen Debatten ermöglichen und idealerweise eine Sensibilität für das europäische Phänomen „Migration“ generieren, wie BURKHARD OLSCHOWSKY (Oldenburg) in der Dresdner Einführung umriss. Gefördert wurde die Tagung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien, den Deutschen Akademischen Austauschdienst, die Universität Wrocław und die Stadt Dresden

Die zweite Bürgermeisterin Dresdens ANNEKATRIN KLEPSCH unterstrich die langjährige Städtepartnerschaft zwischen Dresden und Wrocław und schlug einen Bogen von den Flüchtlingen und Vertriebenen der Nachkriegszeit zu den gegenwärtigen Migranten. MATTHIAS WEBER (Oldenburg), Direktor des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) betonte, dass Fragen des Transfers von Menschen und Ideen, von Sprachen, Kulturen und von materiellen Gütern die Geschichte und Kultur Europas seit dem Mittelalter prägten.

In der von CATERINA LOBENSTEIN (Hamburg) moderierten Diskussion erinnerte Sachsens Altbischof JOCHEN BOHL (Dresden) daran, dass das Thema Migration bereits im Alten Testament allgegenwärtig ist. Er konzedierte das lange Nachwirken der DDR mit ihren spezifischen Prägungen – aus Mangel an Kontakten mit Fremden seien es die Menschen nicht gewohnt, mit Migranten umzugehen. Der Streit über Flüchtlinge und die Pegida-Bewegung führe in Sachsen zu Rissen durch Familien, Kirchengemeinden und Arbeitskollegien. Der Politikwissenschaftler HANS VORLÄNDER (Dresden), Mitautor einer empirischen Umfrage über „Pegida“, legte dar, wie heterogen die sich jeden Montag treffenden Pegida-Demonstranten sind. Es gebe einen Teil mit fester politisch rechtsgerichteter ideologischer Gesinnung, der zum Kern dieser Bewegung gehöre. Viele Teilnehmer artikulieren hingegen ihre Verunsicherung und Unzufriedenheit, die mit Enttäuschungen und Entfremdungserfahrungen auch 25 Jahre nach der deutschen Einheit zu tun haben. Diese Menschen seien für einen Dialog erreichbar und in ihren Ansichten nicht ideologisch eingenommen. Letzteres bestätigte KHALDUN AL SAADI (Leipzig / Dresden), der als Mitglied des Islamischen Zentrums e.V. mehrfach mit Pegida-Demonstranten diskutierte und erlebte, wie virulent aber auch hinterfragbar Vorurteile gegen Migranten sein können.

In seinem einleitenden Impulsreferat zum ersten Panel „Migrieren“ verglich JOCHEN OLTMER (Osnabrück) historische und aktuelle Migrationen in Europa und weltweit. Dabei beleuchtete er die Motive für Mobilität (Chancen, Gewalt, Katastrophen) ebenso wie die Strukturmerkmale von Migration, wonach überwiegend junge Menschen migrierten und es sich um einen ergebnisoffenen Prozess handele. Der größere Teil der Zugewanderten nach Deutschland stammte 2015 aus anderen europäischen Staaten. Die Bereitschaft zur Aufnahme von Geflüchteten werde dabei von diversen Aushandlungsprozessen geleitet und begleitet.

KRZYSZTOF RUCHNIEWICZ (Breslau / Wrocław) untersuchte in seinem Beitrag die Zwangsmigrationen auf polnischem Territorium, von denen in den 1940er-Jahren über 20 Millionen Menschen verschiedener Nationalität (darunter über sechs Millionen Polinnen und Polen) betroffen waren. Dabei konnten im und nach dem Zweiten Weltkrieg infolge von Gewalt und Grenzverschiebungen durchaus Aussiedelnde zu Ausgesiedelten werden. BORIS NIESWAND (Tübingen) legte dar, dass die mediale Berichterstattung unter dem Eindruck von vielen Migranten und empfundener Unsicherheit vielfach eine Bedrohungssituation kommuniziere. Migrationsphänomene stellten eine Herausforderung für bestehende politische Systeme dar. Sie lassen sich daher sowohl als Normal- und auch als Problemfall betrachten. JUSTUS ULBRICHT (Dresden) ging auf die spezifische Gemengelage ein, in der sich ostdeutsche Ressentiments gegen Migrantinnen und Migranten entwickeln. Faktoren seien etwa die Überforderung durch mediale Berichterstattungen, ein Misstrauen gegen Eliten und diffuse Ängste sowie insbesondere das Empfinden, die Lebenswelt verändere sich abrupt und zum eigenen Nachteil. In seinem Kommentar stellte DIRK HOERDER (Salzburg) die Frage, wie nur eine Million Geflüchtete, wie so oft behauptet, die Selbstverortungen von 88 Millionen Menschen in Österreich und Deutschland gefährden könnten. Er wies darauf hin, dass in Europa durch gängige Begriffe wie Integration und Identität vor allem von dem Ankommenden eine rasche Anpassung erwartet werde, während das in den USA übliche Begriffspaar „belonging and embeddedness“ auch die Aufnahmegesellschaft in die Pflicht nehme und daher vorzuziehen sei.

Im zweiten Panel zeigte IRA SPIEKER (Dresden) vergleichbare Dimensionen aktueller und historischer Migrationsphänomene auf. Diese bezogen sich vor allem auf die Ebene der Erfahrung: den Verlust der Heimat, Konkurrenzsituationen, das Ausgegrenztwerden und Abgrenzen, aber auch auf Polarisierungen in „Wir“ und „die Anderen“. Spieker führte dazu Beispiele aus ihren empirischen Forschungen zur Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen am Ende des Zweiten Weltkriegs an, wobei sie hervorhob, dass sogenannte Aufnahmegesellschaften nicht als statische Konstrukte zu deuten seien. Khaldun Al Saadi machte am Beispiel von häuslicher Gewalt unter Migranten auf die Bedeutung von kulturellem und sozialem Hintergrundwissen für Beratungsprozesse im Kontext des „Ankommens“ aufmerksam. Migranten aus dem Nahen Osten stammen aus „kollektivistisch geprägten Gesellschaften“, während in Europa eine „individualistische Sicht“ das Selbstbild dominiere und somit andere Methoden in der Beratungspraxis erforderlich seien. „Ankommen und willkommen?“ fragte ALBRECHT ENGELMANN (Dresden) und ging den Bedeutungen des Begriffs „Ankommen“ nach. Er fasste drei Punkte zusammen, die das Ankommen befördern könnten: strukturelle Aufnahmebedingungen, eine positive Einstellung der Gesellschaft gegenüber Einwandernden sowie Kommunikation und Austausch. JOCHEN OLTMER wies in seinem Kommentar auf die Dichotomie hin, dass Deutschland schon lange ein Einwanderungsland, aber keine Einwanderungsgesellschaft sei. Es gebe drei Konstanten, die eine öffentliche Beschäftigung mit dem Thema Migration verhindert hätten: erstens, dass Wählerstimmen verloren gingen, zweitens, dass rassistische Tendenzen zunehmen würden und drittens, dass Migrationsprozesse angeregt würden. Die Diskussion zielte vor allem auf die aktuellen Diskursfelder in Bezug auf Zuwanderung nach Deutschland ab und zeigte, dass einerseits institutionelle Ausprägungen von Rassismus ausgeblendet würden und andererseits das historisch basierte Verständnis beschränkt sei.

STEFAN LUFT (Bremen) präsentierte im dritten und letzten Panel drei verschiedene Dimensionen des Aufnahmeprozesses: Erstens auf das Herkunftsland bezogene Aspekte, etwa religiöse Orientierungen oder Gruppengrößen, zweitens auf das Aufnahmeland bezogene Aspekte, z. B. rechtlicher Rahmen oder sozialräumliche Merkmale, und drittens Gruppeneffekte im Aufnahmeland, wozu Luft etwa sogenannte Kettenwanderungsprozesse zählte, die zu Segregationen führten. Anders als die sogenannten Gastarbeiter aus Italien, deren Wahrnehmung sich seit Anfang der 1970er-Jahre merklich zum Positiven verändert habe, sei mit einem Fortbestehen der Ablehnung gegenüber Muslimen über Generationen hinweg zu rechnen, so JÜRGEN MICKSCH (Darmstadt) in seinem Referat. Als Begründung führte er hierfür einerseits historische „Traditionen“ der Islamkritik an, andererseits Kampagnen und populistische Tendenzen sowie mediale Praktiken in Bezug auf dem Islam zugeschriebene Terrorakte. HEIDRUN FRIESE (Chemnitz) zeigte die historische Genese des Konzepts der Gastfreundschaft auf: von der religiösen Pflicht zum in der Aufklärung philanthropisch eingeforderten Recht jedes Menschen.

In der Diskussion wurde die Frage erörtert, ob das Wissen um vergangene Migrationen bei der Analyse und Bewertung gegenwärtiger Migrationsbewegungen von Belang sein könnte. Während in der Wissenschaft, etwa am Institut für Migrationsforschung (IMIS) dieses Wissen auch in der Politikberatung genutzt werde, spiele es in der Politik selbst und noch mehr in der veröffentlichten und öffentlichen Meinung kaum eine Rolle. Für Diskussionen sorgte der ebenso seit vielen Jahren im Migrationsdiskurs umkämpfte Begriff des Multikulturalismus beziehungsweise der multikulturellen Gesellschaft. Offen blieb, wie die eingeforderte Bildungsarbeit zur Übersetzung der wissenschaftlichen Kenntnisse in Bezug auf den „Normalfall Migration“ angegangen werden müsse. Die Frage stellte sich besonderes in Hinsicht auf das historische Lernen. Eine Teilantwort war, dass sich konkrete biographische Bezüge hierzu am besten eignen würden.

Den Breslauer Teil der Konferenz eröffnete KRZYSZTOF RUCHNIEWICZ, Direktor des dortigen Willy Brandt-Zentrums. JOCHEN ROOSE (Berlin / Wrocław) wies in seinem Impulsvortrag daraufhin, dass eigene Migrationserfahrung nicht unbedingt eine positive Haltung gegenüber „neuen“ Migranten zur Folge habe. Er stellte fest, dass Migrationen Ängste und Emotionen hervorrufen, was sich u.a. in dem Schließen von nationalen Grenzen vor Migranten als globalem Phänomen zeigt. Der direkte Kontakt mit Einwanderern reduziere die Angst, auch wenn sich dadurch nicht alle Zweifel im Zusammenhang mit Migrationen nehmen lassen. PETER OLIVER LOEW (Darmstadt) stellte Migrationsphänomene am Beispiel der deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte vor. Es gebe zwar eine Migrationskontinuität vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, aber keine polnische Minderheit in Deutschland als geschlossene nationale Gruppe. Er konstatierte, dass insbesondere die zweite Generation der Auswanderer aus den 1980er-Jahren häufig komplexe, mehrfache Identitäten habe. Dirk Hoerder ging auf die Definition des Begriffes Migration ein und betonte, dass Menschen, indem sie sich zur Migration entschließen, eine hohe Risiko- und Leistungsbereitschaft an den Tag legen und Leistungen intergenerationell weiterzugeben vermögen. Entscheidend für ein entstehendes Zugehörigkeitsgefühl seien Ombudsleute und Mittler zwischen den Einheimischen und den Ankommenden. Bei der Beurteilung von Einwanderern im heutigen Europa sollten nicht primär ethnische Kriterien angewandt werden. Unabhängig vom Herkunftsland werde die Hauptmotivation der Flüchtlinge aus der Erwartung gespeist, dass sie aufgenommen werden und sich zur Gemeinschaft des Ziellandes zugehörig betrachten können. ROMUALD JOŃCZY (Wrocław) referierte über Erwerbsmigration in und aus Schlesien. In den 1980er-Jahren lag der reale Einkommensunterschied zwischen Polen und der Bundesrepublik etwa bei 1 zu 65 während er gegenwärtig etwa bei 1 zu 3 liegt. Trotz des Rückgangs des Lohngefälles seien ökonomische Motive unverändert wichtig für eine Migration. Hinzu kommt als zunehmend relevanter Faktor der uneingeschränkte Zugang zu Bildung.

Im zweiten Panel stellte MICHAŁ GARAPICH (Roehampton) eine Definition von Gesellschaften anhand von Gruppen vor, bei denen sich bestimmte Werte und Interessen überlappen, und ging auf soziale Ursachen für Islamophobie ein. MAGDALENA CZYŻ (Warschau) stellte die Ergebnisse einer Untersuchung zum Gebrauch fremdenfeindlicher Äußerungen auf polnischsprachigen Internetseiten vor. Es sei ein signifikanter Anstieg von Kommentaren mit fremdenfeindlichem und rassistischem Hintergrund zu beobachten, nachdem Polen – durch die Regierung von Ewa Kopacz – sich zur Aufnahme von Flüchtlingen bereiterklärt hatte. Die bisherigen Erfahrungen zeigten, dass einzelne Staatsanwälte Hinweisen auf Fremdenfeindlichkeit nicht oder nicht ernsthaft nachgingen oder einzelne Interneteinträge zu verharmlosen suchten. ANNA KURPIEL (Breslau / Wrocław) präsentierte ihre Forschungsergebnisse über die Migration von Mazedoniern nach Polen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, welche von Gerüchten, existentiellen Ängsten und eher diffusen Erwartungen bezüglich des Aufnahmelandes begleitet waren.

Jürgen Micksch berichtete im dritten Panel „Aufnehmen“ über die Gründung von PRO ASYL 1986 in der Bundesrepublik und machte deutlich, wie sich die Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen innerhalb von 30 Jahren in Deutschland geändert hat. Weder die Muslime waren auf das Zusammenleben in einem westlichen Land vorbereitet, noch wusste die deutsche Bevölkerung viel über Muslime. Heute sind etwa die Hälfte der fünf Millionen Muslime in der Bundesrepublik deutsche Staatsbürger. Polen könne sich auf ein Miteinander mit einer größeren Zahl von Muslimen im Zuge von Flüchtlingsbewegungen vorbereiten. MAŁGORZATA RUCHNIEWICZ (Breslau / Wrocław) sprach über die Integrations- und Assimilationsprozesse von Polen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus den an die Sowjetunion verlorenen polnischen Gebieten nach Niederschlesien kamen. JOANNA JANISZEWSKA (Bydgoszcz) ging in ihrem Referat auf die Aufnahme von Roma in Niederschlesien nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Ruchniewicz und Janiszewska wiesen auf die mentalen Einstellungen sowie die administrativen und organisatorischen Herausforderungen hin, die mit dem Ankommen und der Aufnahme von Migranten verbunden waren. Sie betonten die Wichtigkeit der Hilfe vor Ort für die Neuankömmlinge, die häufig den Ausschlag dafür gab, ob sie später heimisch wurden. Zugleich verwiesen sie darauf, dass Polen in vielen Phasen ihrer Geschichte auf die Unterstützung und die Gastfreundschaft anderer Länder rechnen konnten, als sie gezwungen waren ihre Heimat zu verlassen. Beide Referentinnen erinnerten daran, dass ein ethnisch homogenes Polen bereits vor, aber vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg mit einigem Erfolg propagiert wurde. Multiethnizität hingegen wurde und wird nach wie vor als Gefahr für die polnische Staatlichkeit und einem eng verstandenen Katholizismus angesehen.

Die Podiumsdiskussion im Oratorium Marianum der Universität Wrocław wurde durch den Prorektor der Breslauer Universität ROBERT OLKIEWICZ eröffnet. In seinem Grußwort wies GRZEGORZ ROMAN (Breslau / Wrocław) auf die mentale Befindlichkeit der polnischen Gesellschaft als Folge der als „Normalfall“ empfundenen ethnischen Homogenität des Landes hin. Zudem sei Migration an sich durch Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges und nicht zuletzt aufgrund des brain drains durch die Abwanderung junger Polen ins westliche Ausland im kollektiven Gedächtnis der Polen negativ konnotiert. Gegenstand der Diskussion mit ARTUR BECKER (Bremen), dem ev. Bischof WALDEMAR PYTEL (Breslau / Wrocław), JAROSŁAW SYRNYK (Breslau / Wrocław) und IRENEUSZ PAWEŁ KAROLEWSKI (Breslau / Wrocław) waren die Herausforderungen der gegenwärtigen Migration aus dem Nahen Osten und aus Afrika, vor der alle Länder in der Europäischen Union stehen, die jedoch die Flüchtlinge jeweils sehr unterschiedlich durch das Prisma ihrer nationalen Erfahrungen und Traditionen wahrnehmen. Migration, so der Tenor, lasse sich daher länderübergreifend nicht als Normalfall beschreiben, sondern erfordere neben dem Wissen um die humanitäre Katastrophe und einem christlichen Verständnis der Nächstenliebe auch den Respekt vor den jeweilig national konnotierten Befindlichkeiten. Wichtig sei es, die vorhandenen Ängste und Emotionen einzelner Gesellschaften und Gruppen ernst zu nehmen, sich mit diesen auseinanderzusetzen und zu versuchen, sofern sie auf Stereotypen beruhen, diese im jeweils eigenen Land abzubauen.

Trotz der Vielzahl an aufgeworfenen Fragen und gerade wegen der unterschiedlichen Sichtweisen auf Teilaspekte kann die Tagung als ein Beitrag zur Versachlichung der Migrationsdebatte gelten, und das umso mehr, als in einem deutsch-polnischen Austausch nicht nur zwei ohnehin eng verknüpfte Erfahrungsbestände von Migration in den Blick rücken, sondern auch weil in den beiden Gesellschaften gegenwärtig ganz unterschiedliche Perspektiven auf dieses aktuelle Thema bestehen.

Konferenzübersicht

Podiumsdiskussion: Normalfall Migration?
Ort: Deutsches Hygiene-Museum

Annekatrin Klepsch (Dresden) und Matthias Weber (BKGE, Oldenburg): Begrüßung und Einführung

Auf dem Podium:
Jochen Bohl (Ev. Landesbischof in Sachsen a.D.), Hans Vorländer (Technische Universität Dresden) und Khaldun Al Saadi (Islamisches Zentrum Dresden e.V., Dresden)
Moderation: Caterina Lobenstein (DIE ZEIT, Hamburg)

Tagung

Ort: Kulturrathaus Dresden

Burkhard Olschowsky (BKGE, Oldenburg): Eröffnung

Jochen Oltmer (Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien, Osnabrück): „Migrationen in der europäischen Geschichte“

1. Panel: MIGRIEREN
Krzysztof Ruchniewicz (Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Breslau / Wrocław, WBZ), Boris Nieswand (Universität Tübingen), Justus Ulbricht (Dresdner Geschichtsverein)
Kommentar: Dirk Hoerder (Salzburg)

2. Panel: ANKOMMEN
Ira Spieker (Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Dresden), Khaldun Al Saadi (Islamisches Zentrum Dresden), Albrecht Engelmann (Beauftragter der Sächsischen ev. Landeskirche für Ausländer- und Migrationsfragen)
Kommentar: Prof. Jochen Oltmer (IMIS, Osnabrück)

3. Panel: AUFNEHMEN
Stefan Luft (Universität Bremen), Jürgen Micksch (Interkultureller Rat in Deutschland, Darmstadt), Heidrun Friese (Technische Universität Chemnitz)

Ort: Willy Brandt Zentrum

Krzysztof Ruchniewicz (WBZ, Breslau / Wrocław): Eröffnung

Jochen Roose (WBZ, Breslau / Wrocław): „Migrationen in der europäischen Geschichte“

1. Panel: MIGRIEREN
Peter Oliver Loew (Deutsches Polen-Institut, Darmstadt), Dirk Hoerder (Salzburg), Romuald Jończy (Ökonomische Universität, Wrocław)
Kommentar: Elżbieta Opiłowska (WBZ, Breslau / Wrocław)

2. Panel: ANKOMMEN
Michał Garapich (University of Roehampton), Magdalena Czyż (Gesellschaft gegen Antisemitismus und Xenophobie „Otwarta Rzeczpospolita“, Warschau), Anna Kurpiel (Polnische Gesellschaft für Volkskunde, Breslau / Wrocław)
Kommentar: Stefan Luft (Universität Bremen)

3. Panel: AUFNEHMEN
Jürgen Micksch (Interkultureller Rat in Deutschland, Darmstadt), Małgorzata Ruchniewicz (Universität Wrocław), Joanna Janiszewska (Universität Bydgoszcz)

Podiumsdiskussion: Normalfall Migration?
Ort: Universität Breslau / Wrocław, Oratorium Marianum

Robert Olkiewicz (Universität Breslau / Wrocław), Grzegorz Roman
(Vertreter des Stadtpräsidenten von Breslau / Wrocław), Krzysztof Ruchniewicz (WBZ, Breslau / Wrocław): Begrüßung und Einführung

Auf dem Podium:
Artur Becker (Bremen), Waldemar Pytel (Ev. Altbischof der Diözese Breslau / Wrocław), Jarosław Syrnyk (Institut für nationales Gedächtnis, Breslau / Wrocław), Ireneusz Paweł Karolewski (WBZ, Breslau / Wrocław)
Moderation: Aureliusz Marek Pędziwol

Zitation
Tagungsbericht: Normalfall Migration? Kulturelle, historische und aktuelle Dimensionen, 07.06.2016 – 09.06.2016 Dresden / Breslau/Wrocław, in: H-Soz-Kult, 17.01.2017, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6932>.