Das 15. Jahrhundert. Internationales Symposium

Ort
Bretten
Veranstalter
Günter Frank, Universität Karlsruhe / KIT, EMA Bretten; Mathias Herweg, Universität Karlsruhe / KIT; Franz Fuchs, Institut für Geschichte, Justus-Maximilians-Universität Würzburg
Datum
12.10.2017 - 14.10.2017
Von
Frank Jasper Noll, Institut für Germanistik, Universität Karlsruhe / Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Als eine Zeit tiefgreifender kultureller, wirtschaftlicher, politischer, religiöser und wissenschaftlicher Umbrüche, Wandlungsprozesse und Neuansätze scheint das 15. Jahrhundert wie kaum ein zweites Jahrhundert der Vormoderne dazu einzuladen, es unter dem Signum der ‚Epochenschwelle‘ in den Horizont großer historischer Erzählungen zu stellen. Ob als ‚Herbst des Mittelalters‘ (Huizinga)[1], als radikale ‚Wende‘ zur Neuzeit (Greenblatt)[2] oder Inkubationsphase ihrer ‚Legitimität‘ (Blumenberg)[3] – stets steht das 15. Jahrhundert im Schatten der vorangegangenen oder der folgenden Jahrhunderte, liegt seine historische Spezifik entweder im ‚gerade noch‘ oder im ‚noch nicht‘. Die dem Jahrhundert eigenen vielfältigen Strömungen des geistig-kulturellen und politischen Lebens geraten dabei – bisweilen unbeabsichtigt, mitunter aber bewusst – in den Sog dieser Teleologie, anstatt im Blick auf ihre je eigenen Dynamiken und ‚Impacts‘ ausgeleuchtet zu werden.

Eben diesen Eigendynamiken des 15. Jahrhunderts widmete sich das von GÜNTER FRANK (Bretten/Karlsruhe), MATHIAS HERWEG (Karlsruhe) und FRANZ FUCHS (Würzburg) organisierte und eingeleitete internationale Symposium, das vom 12. bis 14. Oktober 2017 an der Europäischen Melanchthon-Akademie Bretten stattfand. Erklärtes Ziel der Tagung war es, durchaus als Beitrag zum Lutherjahr 2017, doch jenseits des omnipräsenten Fokus einen interdisziplinären Blick auf die zahlreichen kulturellen, intellektuellen und politischen Transformationen des 15. Jahrhunderts zu werfen, die eben nicht quasi natürlich auf 1517 hinführen.

In seinem Eröffnungsvortrag zur ‚theologischen Dynamik des 15. Jahrhunderts skizzierte BERNDT HAMM (Ulm) die spannungsreichen Neuaufbrüche im Bereich der Theologie. Ausgehend von der zunehmend anspruchsvolleren laikalen Frömmigkeitspraxis verfolgte Hamm den die Theologie erfassenden ‚pastoralen Schub‘ und arbeitete dabei Momente der Transgression, der Transformation und der Synthese heraus: einerseits öffne sich die Theologie etwa eines Jean Gerson oder Heinrich von Langenstein der Frömmigkeitspraxis, was sich unter anderem im gewaltigen Zuwachs an Erbauungsschriften, aber auch in der Propagation der klösterlichen Lebensweise (bis hin zur conversio von Akademikern) ausdrücke. Andererseits vollziehe sich eine Umgestaltung der Theologie, die sich etwa auf der Ebene der Sprache in einer Anpassung an spezifisch alltagspraktische modi loquendi oder auf der Ebene der theologia mystica in Anleitungen zur lebenspraktischen Erfahrung des Heils zeige. Schließlich, so Hamm, erweise sich die Predigt als der Ort, an dem scholastische und mystische Theologie am gezieltesten mit einer praxisbezogenen Frömmigkeit synthetisiert würden.

Anschließend führte FRANZ FUCHS (Würzburg) mit dem Habsburger Friedrich III. die reichspolitisch bestimmende Herrscherpersönlichkeit des 15. Jahrhunderts ein – eine Persönlichkeit, die bereits unter den Zeitgenossen umstritten war. Mit Blick auf den Weg Friedrichs zur Königs-, insbesondere jedoch zur Kaiserherrschaft und im Kontext der vielfältigen politischen Konfliktlinien des 15. Jahrhunderts (Kirchen- und Reichsreform, osmanische Expansion) skizzierte Fuchs die propagandistischen Bemühungen Friedrichs und seines Umfelds, die Königs- und Kaiserwürde des Habsburgers welt- und heilsgeschichtlich zu legitimieren – so etwa am Beispiel jener schon zur Stauferzeit politisch instrumentalisierten 'Endkaiser-Vatizinien'.

Die Friedrich III. und seiner Zeit gewidmete historische Sektion wurde von ACHIM THOMAS HACK (Jena) fortgesetzt, der sich am Beispiel des in die Jahre 1442/43 fallenden Zuges des Habsburgers von Graz nach Wiener Neustadt mit dem spätmittelalterlichen Reisekönigtum befasste und dabei insbesondere die strukturelle Bedeutung der Wasserwege herausarbeitete. GABRIELE ANNAS (Frankfurt am Main) wandte sich dem Strukturwandel der Reichsversammlungen unter Friedrich III. zu, der sich als langfristiger Übergang vom traditionellen Hoftag zum Reichstag der Frühen Neuzeit beschreiben lässt. Zwischen den Spannungspolen der dort herrscherzentrierten, hier korporativen Willensbildung gegenüber dem Herrscher ist dabei eine erstaunliche typologische Vielfalt und gestalterische Offenheit der Reichsversammlungen im 15. Jahrhundert festzustellen. Gegenstand des Vortrags von CHRISTOF PAULUS (München) waren die teils dynastischen, teils reichspolitischen Konflikte Friedrichs mit seinem Schwiegersohn Albrecht IV. von Bayern, die sich vor allem am fortgesetzten Machtkampf zwischen Albrecht und seinen Brüdern sowie an der Frage nach der Legitimität der vom Bayernherzog favorisierten Primogenitur entzündeten. Der Ausbreitung des Humanismus am Hof Friedrichs III. widmete sich DANIEL LUGER (Wien) mit Blick auf einen durch Namen wie Jakob Joel, Michael von Pfullendorf und Thomas Prelokar von Cilli bezeichneten Kreis humanistischer Gelehrter.

In ihrem öffentlichen Abendvortrag nahm CHANTAL CAMENISCH (Bern) das 15. Jahrhundert aus der Perspektive der historischen Klimaforschung in den Blick. Am Beispiel klimabedingter Erntekrisen sowie daraus resultierender Getreidepreisschwankungen, lokaler, teils auch überregionaler Subsistenzkrisen und sozialen Folgeerscheinungen (Mangelernährung, Krankheit, soziale Unruhen) demonstrierte sie das komplexe Wechselverhältnis zwischen Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Damit spannt sich im Blick auf die Entwicklungen einer Epoche ein Horizont ökologischer Zusammenhänge auf, der jenseits linear-teleologischer Geschichtsentwürfe einen entscheidenden Mehrwert für die historischen Geistes- und Kulturwissenschaften erbringt.

Mit den Wandlungsprozessen der historiographischen Erinnerung im 15. Jahrhundert setzte sich JOACHIM SCHNEIDER (Mainz) auseinander. Zwischen den Spannungspolen von städtischer und höfischer Geschichtsschreibung etabliert sich ein breites historiographisches Textfeld, in dem sich je nach Entstehungskontext, Texttradition und Intention sowohl Divergenzen als auch Konvergenzen feststellen lassen. So steht etwa neben markantem Präsentismus das historiographische Interesse an gentiler, dynastischer, städtischer und geistlicher Ursprungsgeschichte. Gewagte genealogische Konstruktionen finden sich ebenso wie ‚methodologische‘ Reflexionen über den Wahrheitswert der eigenen Zeitgenossenschaft, der Zeitzeugenschaft Dritter und der schriftlichen Überlieferung. Globale Ansätze wie die Weltchronistik interferieren mit dem Interesse an lokaler Ereignisgeschichte, wie sie etwa Jakob Twinger von Königshofen in das heilsgeschichtliche Gerüst der Papst-Kaiser-Chroniken inseriert.

Als einer der kultur- und wissensgeschichtlich wichtigsten Impulse des 15. Jahrhunderts stand der Prozess der Literarisierung der Laien im Zentrum des Vortrags von WERNER WILLIAMS-KRAPP (Augsburg). Dabei stellte die zunehmende Alphabetisierung größerer Kreise der Bevölkerung, wie sie sich im Kontext etwa der städtischen Bildungsexpansion beobachten lässt, vor allem die Kirche vor enorme Herausforderungen und mündete nicht zuletzt in die breite Entfaltung eines speziell auf die zwar lesefähigen, doch ungelehrten Laien gemünzten Schrifttums. Zahllose katechetische und hagiographische Schriften zeugen von dem Versuch, die Lektüre zu steuern und zu kanonisieren, den Laien jedoch zugleich Instrumente der (kontrollierten) Selbstpastoration an die Hand zu geben. Als Problem insbesondere der Hagiographie erwies sich im Kontext der gegen Ende des 15. Jahrhunderts wachsenden historiographischen Kritik zudem die laikale Skepsis gegenüber der kirchlichen Tradition.

Die Vorträge der Folgesektion lagen im Grenzbereich von humanistischer Literatur, Rhetorik und theologischer Erkenntniskritik. DIRK WERLE (Heidelberg) stellte zwei panegyrische Gedichte des Heidelberger Humanisten Adam Werner von Themar auf die Bibliothek des Johannes Trithemius und den Buchdruck in den Kontext sowohl der imitatio und aemulatio antiker Traditionsbestände als auch der ambivalenten Konzeption humanistischen Wissens zwischen arkaner Sakralität und medialer Distribution. MIKHAIL KHORKOV (Moskau) skizzierte das Verständnis der Weisheit bei den Kartäusern des 15. Jahrhunderts im Spannungsfeld von mystischer Theologie und philosophischer Erkenntniskritik. HYUN-AH KIM (Toronto/Kampen) beleuchtete die musiktheoretische Adaptation der rhetorischen Kategorie des decorum im italienischen Frühhumanismus und stellte deren zentrale wirkungstheoretische Relevanz für die Musik heraus. Mit der Europa-Schrift Enea Silvio Piccolominis beschäftigte sich schließlich GÜNTER FRANK (Bretten/Karlsruhe), indem er die Bedeutung der in der Schrift entfalteten geographischen Perspektive für die frühneuzeitliche Konstitution einer ‚europäischen Identität‘ in dezidierter Abgrenzung gegen die osmanische Expansion unterstrich.

Dass gerade die Scholastik im 15. Jahrhundert ein wissensgeschichtlich äußerst dynamisches Feld darstellt, zeigte MAARTEN J. F. M. HOENEN (Basel). Dort, wo, wie etwa im Aufeinandertreffen konträrer Ansichten über die Bewegung, philosophisches Argumentieren in eine Aporie zu geraten droht, müssen dessen Prämissen metatheoretisch in den Blick genommen werden. Die Frage, die sich den scholastischen Akademikern im 15. Jahrhundert dabei stellt, ist die nach der spezifischen philosophischen Wissenschaft, die einen bestehenden Konflikt lösen kann – eine Frage, die zugleich diejenige nach dem Verhältnis und der Reichweite von Metaphysik und Logik impliziert. Die Lösung dieser Fragen indes setzte den Wegfall jener curricularen Restriktionen – und ihre Aufhebung in einer ‚sophistischen‘ Neuausrichtung des Evidenzkonzepts – voraus, die die Einübung philosophischen Argumentierens im scholastischen Lehrplan kanalisieren.

Eine weitere Sektion galt der literarischen Kultur des 15. Jahrhunderts. MATHIAS HERWEG (Karlsruhe) nahm das jahrhunderteröffnende Konstanzer Konzil in den Blick und zeigte, wie der Augsburger Konzilsgast Thomas Prischuch in seiner Grundvest durch eine ‚enzyklopädische‘ Schreibstrategie der Wissensaggregation das Konzil als eine wenn schon nicht reformpolitische, so immerhin wissensdiskursive Erfolgsgeschichte darzustellen sucht. FRANK JASPER NOLL (Karlsruhe) interpretierte den Ackermann des Johannes von Tepl als einen Beitrag zur spätmittelalterlichen Streitkultur, der seine spezifische Dynamik aus der konfrontativen Verhandlung unterschiedlicher argumentativer Muster gewinnt. Im Blick auf das frühneuzeitliche Verständnis von Textualität skizzierte JOACHIM HAMM (Würzburg) die frühe Druckgeschichte von Sebastian Brants Narrenschiff und verortete sie zwischen den Spannungspolen einer grundsätzlichen Textvarianz und eines Bemühens um autorschaftliche Fixierung. Die Bedeutung des humanistischen Dialogs als Modell der Konfliktlösung im 15. Jahrhundert stellte JAN-HENDRYK DE BOER (Duisburg-Essen) heraus und verwies dabei insbesondere auf die ebenso zentrale wie ambivalente Beteiligung des Rezipienten am Entscheidungsprozess, die der Dialog fordere.

Gegenstand des Vortrags von ULRICH KÖPF (Tübingen) waren die unterschiedlichen Ausprägungen der Theologie im 15. Jahrhundert, ihre bildungsgeschichtlichen Prämissen, institutionellen Kontexte und Lebensformen. Dabei verwies der Referent zunächst auf die an den akademischen Lehrbetrieb geknüpfte scholastische Theologie, die sich im 15. Jahrhundert auch institutionell in viaantiqua und via moderna_ teilte. Neben die apostolische Lebensform der Scholastik kann die monastische Theologie und die ihr entsprechende kontemplative vita monastica gestellt werden, die die religiöse Erfahrung des Subjekts in den Mittelpunkt rückt – wobei es zwischen beiden Bereichen im 15. Jahrhundert vielfach zu personellen Überschneidungen kommt. Schließlich lässt sich eine humanistisch geprägte Theologie konturieren, die sich nicht nur im brieflichen Austausch, an Akademien und Sodalitäten, sondern auch in jenen Klöstern (etwa der Augustinereremiten) artikuliert, in denen sich ein an humanistischen Ideen ausgerichteter Rückgang auf Bibel und Patristik abspielt.

Um die Auseinandersetzung mit der theologischen Hermeneutik ergänzt wurde das theologiegeschichtliche Profil des 15. Jahrhunderts anschließend von DIETMAR RIEGER (Tübingen). Dabei liegt das Schwergewicht im Spätmittelalter gegenüber der augustinisch geprägten hochmittelalterlichen ‚Hermeneutik der Dinge‘ auf der an Hieronymus anknüpfenden Wort-Hermeneutik, die die Frage nach der sprachlichen Repräsentation theologischen Wissens in den Vordergrund rückt und zugleich – so schon bei Thomas von Aquin und Nikolaus von Lyra – die fundamentale Bedeutung des biblischen Literalsinns betont: Er gilt nicht nur als selbstverständlicher Ausgangspunkt jeder hermeneutischen Bemühung, sondern erfährt zugleich eine innere Differenzierung, die sich als Integration des geistlichen in den Literalsinn beschreiben lässt. Wesentlich ist dabei die Vorstellung einer durch den Literalsinn repräsentierten intentio auctoris: Bei Jean Gerson etwa ist der Literalsinn als jener Sinn definiert, den der Autor mitzuteilen beabsichtigte.

Die letzte Sektion versammelte Vorträge zur Philosophie-, Rechts- und Kunstgeschichte des 15. Jahrhunderts. UELI ZAHND (Basel) lotete in seinem Vortrag die tatsächlich eher marginale Relevanz des – gemeinhin als wesentliches Merkmal spätmittelalterlichen Denkens angesehenen – Nominalismus unter den Vertretern der akademischen Theologie im 15. Jahrhundert aus. Die Transformationen in Rechtspraxis und -theorie des 15. Jahrhunderts skizzierte JOCHEN LINK (Freiburg) am Beispiel der Etablierung des Reichskammergerichts, durch die die Ablösung der Gerichtsbarkeit von der Person des Herrschers – mithin eine Form der funktionalen Gewaltenteilung – greifbar werde. Zuletzt gab ALEXANDRA AXTMANN (Karlsruhe) Einblicke in die Entwicklung von Druckgraphik und Zeichnung in der Buchmalerei des 15. Jahrhunderts, innerhalb derer sich sowohl auf Basis der neuen Medien als auch im Zuge der Neubewertung künstlerischer Autorschaft (Schongauer) eine Tendenz der Miniaturen zum autonomen Bild beobachten lässt.

Die Aufgabe, ein transdisziplinäres Porträt des in der Forschung metaphorisch vorbelasteten, zwischen 'Herbst des Mittelalters', 'Ritterrenaissance' oder 'Wende' situierten 15. Jahrhunderts zu skizzieren (so die Veranstalter in der thematischen Einführung), fand damit zwar keinen Abschluss, doch eine gewisse Abrundung. Dass sich nicht alle Beiträge in eine feste Sektionenstruktur einfügten, erwies sich dabei als Vorteil: Es hielt immer wieder die zentralen, im Kern theologisch-philosophischen geistes- und kulturgeschichtlichen Leitlinien präsent, die die irisierend vielfältigen Facetten des 15. Jahrhunderts verbinden. Eine Publikation der Tagungsakten ist vorgesehen.

Konferenzübersicht:

Berndt Hamm (Ulm): Die theologische Dynamik des 15. Jahrhunderts

Franz Fuchs (Würzburg): Die Anfänge Friedrichs III.

Sektionsvorträge Friedrich III.

Achim Thomas Hack (Jena): Zu Wasser und zu Lande. Reisekönigtum zur Zeit Friedrichs III.

Gabriele Annas (Frankfurt am Main): Die Reichsversammlungen unter Friedrich III.

Christof Paulus (München): Friedrich III. und sein Schwiegersohn Herzog Albrecht IV. von Bayern

Daniel Luger (Wien): Humanismus am Hof Friedrichs III.

Chantal Camenisch (Bern): Frost, Maikäfer und Ernteglück. Europa im 15. Jahrhundert aus klima-, umwelt- und wirtschaftshistorischer Perspektive

Joachim Schneider (Mainz): Geschichtsschreibung im Reich des 15. Jahrhunderts: Tradition und Innovation

Werner Williams-Krapp (Augsburg): Du sollst predig gern hörn oder guoten buoch lesin. Zur Literarisierung der Laien im 15. und frühen 16. Jahrhundert

Sektionsvorträge

Dirk Werle (Heidelberg): Die gelehrte Konstellation in der Lyrik des Heidelberger Humanisten Adam Werner von Themar

Mikhail Khorkov (Moskau): Verständnis der Weisheit und Streit über die mystische Theologie bei den Kartäusern im 15. Jahrhundert

Hyun-Ah Kim (Toronto / Kampen): In Search of Decorum: Music, Rhetoric and Moral Philosophy in Early Christian Humanism

Günter Frank (Karlsruhe): Die Geburt Europas: Eneas Silvio Piccolominis Europaschrift

Maarten J.F.M. Hoenen (Basel): Zurück zur Sophistik? Grenzbereiche des Philosophierens im ausgehenden Mittelalter

Sektionsvorträge Literarische Kultur

Mathias Herweg (Karlsruhe): Ein Konzil als enzyklopädisches Ereignis: Thomas Prischuchs 'Grundvest' des Konstanzer Konzils (1417/18)

Frank Noll (Karlsruhe): Ibidem rerum … laus cum vituperio continentur. Konfrontation und Integration der Diskurse im 'Ackermann' des Johannes von Tepl

Joachim Hamm (Würzburg): Das 'Narrenschiff' (1494) als Schwellentext des 15. Jahrhunderts

Jan-Hendryk de Boer (Duisburg-Essen): Das Außen des Textes. Dialogische Philosophie im 15. Jahrhundert

Ulrich Köpf (Tübingen): Typen der Theologie im 15. Jahrhundert

Reinhold Rieger (Tübingen): Neue theologische Hermeneutik im Spätmittelalter?

Sektionsvorträge

Ueli Zahnd (Basel): Zur vielbehaupteten Dominanz des Nominalismus im 15. Jahrhundert

Jochen Link (Konstanz): Das Recht und seine philosophischen Hintergründe im 15. Jahrhundert - strukturelle, formelle und inhaltliche Umbrüche

Alexandra Axtmann (Karlsruhe): Tradition und Innovation in der Buchmalerei des 15. Jahrhunderts: Miniaturen auf dem Weg zum autonomen Bild

Anmerkungen:
[1] Johan Huizinga, Herbst des Mittelalters. Studien über Lebens- und Geistesformen des 14. und 15. Jahrhunderts in Frankreich und in den Niederlanden, Hrsg. v. Kurt Köster. Stuttgart 1975.
[2] Stephen Greenblatt: Die Wende. Wie die Renaissance begann. München 2012.
[3] Hans Blumenberg, Die Legitimität der Neuzeit. Erneuerte Ausgabe, Frankfurt am Main 1996.

Zitation
Tagungsbericht: Das 15. Jahrhundert. Internationales Symposium, 12.10.2017 – 14.10.2017 Bretten, in: H-Soz-Kult, 11.12.2017, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7437>.
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Veröffentlicht am
11.12.2017
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