IX. Nachwuchstagung der „Konferenz für Geschichtsdidaktik“

Ort
Kassel
Veranstalter
Konferenz für Geschichtsdidaktik
Datum
15.06.2018 - 16.06.2018
Von
Dennis Erk, Geschichtsdidaktik, Universität Kassel

Wie in jedem zweiten Jahr lud die Konferenz für Geschichtsdidaktik (KDG) auch 2018 die NachwuchswissenschaftlerInnen der Geschichtsdidaktik ein, um ihnen die Möglichkeit zu geben, im Sinne der Leitlinie der KGD die Tagung als „Kommunikations-, Diskussions- und Präsentationsforum“[1] zu nutzen.

CHRISTINE PFLÜGER (Kassel) bedankte sich in ihrer Begrüßung für die große Zahl eingereichter Exposés die es notwendig machte, für das Tagungsprogramm eine engere Auswahl zu treffen. In den zehn von den jungen Geschichtsdidaktikerinnen und Geschichtsdidaktikern gehaltenen Vorträgen stellten diese ihre Forschungsvorhaben zur Diskussion und präsentierten dabei ein breites Spektrum inhaltlicher und methodischer Zugänge zum Forschungsfeld. Tatkräftige Unterstützung bei Organisation und Durchführung der Tagung leistete Dennis Erk, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand im Fachgebiet Geschichtsdidaktik der Universität Kassel.

Eröffnet wurde die Tagung durch die Vizepräsidentin der Kasseler Universität, UTE CLEMENT (Kassel), die als Zuständige für den wissenschaftlichen Nachwuchs die TagungsteilnehmerInnen an der Universität begrüßte. Nach den einleitenden Grußworten des 1. Vorsitzenden der Konferenz für Geschichtsdidaktik, THOMAS SANDKÜHLER (Berlin), stellte die Vorsitzende des Zentrums für Lehrerbildung DORIT BOSSE (Kassel) das Konzept der LehrerInnenbildung der Universität Kassel vor und betonte dabei die Relevanz einer praxisorientierten Vernetzung der Ausbildungsphasen angehender Lehrkräfte für erfolgreichen Unterricht. Exemplarisch führte sie dabei das Konzept des ‚Praxissemesters‘ – ein Modellversuch in Hessen, an dem die Universität Kassel mit zwei weiteren Universitäten teilnimmt – an. Den Fokus dieses Modells bilde dabei die Verzahnung von Theorie und Praxis.

In der ersten Sektion stand das Geschichtsschulbuch als Gegenstand didaktischer Forschung im Zentrum. Wenngleich es sich beim Geschichtsschulbuch um einen der ‚klassischen‘ Gegenstände der didaktischen Forschung handelt, konnten beide Projekte dennoch zeigen, dass diese kontinuierliche akademische Aufmerksamkeit auch weiterhin zu lohnenswerten Fragestellungen führt.

So referierte BENJAMIN BAUER (Bamberg) über sein Forschungsprojekt zum bayerischen Zulassungsverfahren von Schulgeschichtsbüchern, die den Nationalsozialismus behandeln. Dabei versteht er das Zulassungsverfahren als „Institution der Geschichtskultur“ (Schönemann), in der die am Verfahren beteiligten Akteure „kulturelle Hegemonie“ (Gramsci) hinsichtlich des historischen Erinnerns und Orientierens erlangen wollten. Basierend auf der Auswertung von Briefen zwischen Verlagen und Kultusministerium, Gutachten, Gegengutachten der Verlage sowie behördeninterner Korrespondenz zum Zulassungsverfahren im Zeitraum von 1949 bis 1974 stellte er die Frage, inwieweit das bayerische Kultusministerium die Darstellung des Nationalsozialismus mit diesem politisch-administrativen Instrumentarium zu steuern vermochte. Die exemplarisch ausgewählten Ausschnitte des umfangreichen Korpus zeigten dabei Konflikte um die Deutungshoheit bezüglich der adäquaten Darstellung des Nationalsozialismus auf, denen ein Spektrum von apologetischen bis kritischen Einstellungen gegenüber den beteiligten Akteuren zugrunde lag. Die Deutungskonflikte wurden durch die Sachbearbeiter des Kultusministeriums in einen Konsens überführt. Hier wies Bauer vor allem darauf hin, dass im Prüfverfahren der Rahmen des fachlich Sagbaren verhandelt wurde und Schulgeschichtsbücher den Kompromiss divergenter historischer Deutungen darstellten. Entscheidend für die inhaltliche Tendenz der Lehrwerke war, welche historische Deutung im Zulassungsverfahren Hegemoniestatus erreichen konnte. Insofern dieser Entstehungszusammenhang generalisierbar ist, können Schulgeschichtsbücher laut Bauer als in sich widersprüchliche Medien hinsichtlich der historischen Deutung verstanden werden.

Im zweiten Vortrag der Sektion stellte CHRISTOPH WILFERT (Köln) seine Untersuchungen zu Schulbuchbildern als Teil multimodaler Geschichtsdarstellungen vor. In seinem international vergleichenden Ansatz betrachtete er die bildlichen Darstellungen zur Antike in italienischen, britischen und deutschen Geschichtsschulbüchern. Auf die zunehmende Bedeutung und Verwendung von Bildern in Geschichtsschulbüchern wird zwar vielfach hingewiesen, eine methodologische Modellierung zur Analyse der visuellen Dimension von Schulbuchnarrationen beziehungsweise von Geschichtsdarstellungen im Allgemeinen stellt bisher jedoch noch eine Leerstelle der Forschung dar, die Wilfert mit seinem interdisziplinären Ansatz zu schließen sucht. Bezugnehmend auf Kühbergers Ausführungen zu multimodalen historischen Narrationen[2] steht dabei neben der Auswahl insbesondere auch die Verknüpfung der bildlichen Darstellungen mit den sprachlichen beziehungsweise schriftlichen Elementen der betrachteten Geschichtsschulbücher im Fokus der Analyse. Wilfert demonstrierte seine Methodik, die er unter anderem aus der visuellen Kommunikationsforschung sowie der Sozialsemiotik ableitet, exemplarisch anhand der Analyse einer bildlichen Darstellung in aktuellen deutschen Geschichtsschulbüchern. Dabei konnte er aufzeigen, welchen Einfluss geschichtskulturelle Deutungskonventionen und gesellschaftliche Meta-Narrative auf die Auswahl und Gestaltung von Bildern in Geschichtsschulbüchern nehmen und wie die betrachteten Bilder umgekehrt auch selbst an der Konstruktion und Verbreitung dieser Konventionen beteiligt sind.

Im Brückenschlag zur zweiten Sektion, welche sich dem bilingualen Geschichtsunterricht widmete, stellte CORINNA LINK (Göttingen) anhand von aus Geschichtsschulbüchern extrahierten Concept Maps die bewusst provokativ angelegte Frage nach dem Mehrwert des bilingualen Geschichtsunterrichts. Wie sie betonte, kann eine Effektivität des bilingualen Unterrichts aus Sicht der Fremdsprachendidaktiken zwar inzwischen als empirisch belegt betrachtet werden,[3] im Hinblick auf das historische Lernen stellen empirische Befunde zu einem möglichen didaktischen Potential dieser Unterrichtsform jedoch noch ein Desiderat dar. Link widmete sich darum der Frage, ob und inwiefern bilingual unterrichtete Schülerinnen und Schüler in höherem Maße kulturelle Konzepte wahrnehmen, differenzieren und koordinieren können als Lernende des monolingualen Geschichtsunterrichts. Den Referenzrahmen für diese Untersuchung bildeten die von Link erarbeiteten Concept Maps. Sie fungierten in beeindruckender Art als visuelle Repräsentationen der interkulturellen Kontroversität einer ‚deutschen‘ und ‚englischen‘ Perspektive auf den Imperialismus, welche Link so analytisch greifbar machen konnte. Im Rahmen ihres Vortrages stellte Link neben ihrer Methodik auch bereits erste Ergebnisse ihrer Fragebogenerhebung vor, die mittels halboffener Aufgabenformate unter Anwendung des Concept Map-Verfahrens den Umgang mit kulturellen Konzepten von bilingual sowie monolingual unterrichteten Schülerinnen und Schülern ermitteln und kontrastieren sollte.

Fokus des vierten Vortrags von CHRISTIAN GRIESHABER (Koblenz-Landau) bildete sein globalgeschichtlicher Zugang zum bilingualen Lernen nach CLIL am Beispiel der ‚Global Cities‘ London und Berlin in den Roaring Twenties. Grieshaber formulierte hier ein Plädoyer für eine stärkere Zuwendung zum Themenfeld der Globalgeschichte als Referenzrahmen des bilingualen Geschichtsunterrichts. Er betonte die Notwendigkeit, eurozentrische Perspektiven aufzubrechen und historische Ereignisse in ihrer transnationalen Multiperspektivität zu betrachten. Grieshaber präsentierte in seinem Vortrag erste Ergebnisse seines im MoSAiK-Projekt angesiedelten Forschungsvorhabens, in dessen methodischen Fokus die Arbeit mit Videovignetten steht, anhand derer Lehramtsstudierende ihre eigenen Unterrichtsversuche reflektieren und analysieren sollen.

In der abschließenden dritten Sektion standen Forschungen zu den Akteuren des Geschichtsunterrichts im Zentrum. Einleitend bildeten die Lehrkräfte in den Vorträgen von CHRISTIAN HEUER und MARIO RESCH (Heidelberg), JOHANNA SACHSE (Bremen) und INGA KAHLCKE (Göttingen) den Fokus.

Forschungsgegenstand von Heuer und Resch ist die Kompetenzentwicklung von Geschichtslehrpersonen und die Frage, was diese wissen und können sollten, um Geschichte qualitätsvoll zu unterrichten. Das Forschungsvorhaben der Referenten ist dabei eingegliedert in das interdisziplinäre Forschungskolleg „Effektive Kompetenzdiagnose in der Lehrerbildung“[4] (EKoL) der Pädagogischen Hochschulen Heidelberg und Ludwigsburg in dem ein fachspezifisches Kompetenzmodell für Geschichtslehrpersonen (HeiGeKo) entwickelt wurde, welches dem Forschungsvorhaben zugrunde liegt. In ihrem Vortrag betonten sie, dass die Befunde in bisherigen Erhebungen zur Professionalisierung von Geschichtslehrpersonen vor allem in Form von Selbsteinschätzungsskalen erhoben wurden. In diesem Zusammenhang stellten sie ihr erweitertes Testinstrument vor, welches die professionelle Kompetenzentwicklung der Lehramtsanwärter durch einen Fachwissenstest und vignettengestützte Erhebungsmethoden abzubilden versucht. Die vorgestellten Ergebnisse ihrer Längsschnittstudie (Messzeitpunkte in Februar 2017 und Februar 2018) wurden dabei hinsichtlich des Verhältnisses des Geschichtswissens zum geschichtsdidaktischen Wissen, sowie zur Kompetenzentwicklung der Lehrpersonen in der zweiten Ausbildungsphase ausgewertet.

Der zweite Vortrag der Sektion von JOHANNA SACHSE (Bremen) widmete sich dem außerschulischen Bereich. Ihr Forschungsvorhaben betrachtet das didaktische Potential der Durchführung einer archäologischen Ausgrabung für historische Lernprozesse bei Schülerinnen und Schülern. Sie plädierte für eine Erweiterung der didaktischen Forschung durch die Perspektiven einer möglichen ‚Archäologiedidaktik‘ im Sinne des Conceptual Change- beziehungsweise Conceptual Enrichment-Theorems. Dazu griff sie einleitend die von Stefanie Samida getätigte Aussage auf, die die bisherige Auseinandersetzung der Geschichtsdidaktik mit der Disziplin der Archäologie provokativ als „offensichtliches Desinteresse“[5] bezeichnete. In ihrem Vortrag konnte Sachse zeigen, dass archäologische Zugänge zum historischen Lernen bisher noch eine Leerstelle im Forschungsfeld darstellen und offerierte einen ersten Lösungsansatz in Form ihres Forschungsdesigns. Methodisch sucht Sachse den Beitrag archäologischer Ausgrabungen zum historischen Lernen mittels einer qualitativen Interventionsstudie greifbar zu machen, deren Zentrum eine Variante der Autofotografie bildet. Durch die Dokumentation der persönlichen Eindrücke der Lernenden in Form von Fotografien und deren Reflexion am Beispiel zweier Ausgrabungsorte, sollen dadurch die Prä- und Postkonzepte sowie der dazugehörige Lernprozess der Schülerinnen und Schüler sichtbar gemacht werden. Neben ersten Ergebnissen beleuchtete sie in diesem Zusammenhang auch Schwierigkeiten, die mit dieser Methode einhergehen und wie sie diese in ihrem Methodendesign zu lösen sucht. Auch war es ihr ein Anliegen, ihre Erhebungsmethodik dahingehend zu beleuchten, ob diese sich nicht nur als empirisches Messinstrument, sondern auch als Unterrichtsmethode in dem von ihr vorgestellten außerschulischen Kontext eignen würde.

Im dritten Vortrag der dritten Sektion referierte INGA KAHLCKE (Göttingen) zu ihrem Forschungsprojekt, das erneut die Geschichtslehrkräfte in das Zentrum der Betrachtung rückte. So konstatierte sie, dass im Zuge des Kompetenzparadigmas zwar theoretische und pragmatische Ansätze zur Förderung historischer Kompetenzen existieren und empirisch bearbeitet werden, eine der Kernaufgaben von Geschichtslehrkräften, die Beurteilung von Leistungen der Schülerinnen und Schüler, von Seiten der Geschichtsdidaktik jedoch noch kaum zum Forschungsgegenstand gemacht werden. Anhand von ProbandInnen unterschiedlicher Erfahrungsstufen (Referendare, Berufseinsteiger und erfahrene Lehrkräfte) ging Kahlcke der Frage nach, wie Überzeugungen und Praktiken der Geschichtslehrkräfte bei der Leistungsbeurteilung zusammenhängen. Dazu führte sie problemzentrierte Interviews mit den Lehrkräften durch und ließ diese zusätzlich durch ‚Lautes Denken‘ ihre zugrundeliegenden Gedankengänge verbalisieren. Die von ihr aufgezeigten ersten Ergebnisse, die sie an einem Fallbeispiel illustrierte, ließen dabei bereits unterschiedliche Philosophien zur Funktion des Faches erkennbar werden. Das Forschungsdesign präsentierte sie als gut geeignet, um mittels der durchgeführten Interviews die Überzeugungen der Lehrkräfte sichtbar zu machen, sowie die Praktiken durch ‚Lautes Denken‘ reflektieren zu lassen. Der geplante vierte Vortrag der Sektion von ISABELLE NIENTIED (Münster) musste krankheitsbedingt bedauerlicherweise entfallen.

In den folgenden Beiträgen von JAN SCHELLER (Greifswald) und ANDREA KOLPATZIK (Bochum) standen Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt der Forschungsprojekte.

Die Diagnose und Validierung von Kompetenzniveaus bildet den Fokus des Forschungsvorhabens von Jan Scheller. In seinem Vortrag zur Messung der Dekonstruktionskompetenz nach dem Modell der FUER-Gruppe (Körber / Schreiber) stellte er sowohl sein Untersuchungsdesign als auch erste Ergebnisse zur Diskussion. Die Untersuchungsitems leitete Scheller dabei aus der FUER-Theorie ab und entwickelte analytische Kategorien, um die in Teilkompetenzen aufgeteilte Dekonstruktionskompetenz empirisch valide und verlässlich messbar zu machen. Dazu wurden aus diesen Teilkompetenzen Aufgabenstellungen operationalisiert, die von den Probanden, begleitet durch ‚Cognitive Lab Interviews‘ davor und danach, schriftlich bearbeitet wurden. Dieses Untersuchungskorpus setzte Scheller mit dem entwickelten Diagnoseraster in Verbindung um Aussagen darüber treffen zu können, welche Aufgabenformate die Anbahnung dekonstruierender Denkoperationen evozieren und wie SchülerInnen sowie Studierende verschiedener Altersstufen in ihrem Dekonstruktionsprozess vorgehen. Im Verlauf des Vortrages wurde dies exemplarisch an einigen Auszügen der Interviews beziehungsweise Paper-Pencil-Tests deutlich gemacht, sowie auf die Chancen und Herausforderungen des Forschungsdesigns eingegangen.

Den Abschluss der Tagung bildete der Vortrag von Andrea Kolpatzik, deren Forschungsprojekt sich ebenfalls dem kompetenzorientierten Geschichtsunterricht widmet, jedoch einen strukturell-linguistischen Ansatz verfolgt. Die Werturteilsbildung der Lernenden und wie diese sich im Unterrichtsgespräch sprachlich äußert untersuchte Kolpatzik am thematischen Beispiel der NS-Propaganda anhand des Umgangs von Schülerinnen und Schülern eines Geschichte-Leistungskurses eines Gymnasiums in Nordrhein-Westfalen. Kolpatzik bezieht sich in ihrem Projekt unter anderem auf Studien zur Urteilskompetenz, die zu dem Schluss kommen, dass Lernende gewisse Defizite im Bereich der Werturteilsbildung[6] aufweisen. Sie untersuchte dabei die Arbeitshypothese, ob Lernende angesichts der in diesen Studien konstatierten Defizite in der Urteilsbildung eher zu unkritischen Werturteilen neigen und demnach eine reflektierte Auseinandersetzung mit (populistischen) Argumentationen ausbliebe. Das Untersuchungskorpus bilden mehrere videographierte Geschichtslektionen zum curricularen Schwerpunkt „Ideologische Voraussetzungen der Etablierung der NS-Herrschaft“ sowie die in ihnen generierten Lernprodukte. Das Sample wurde dabei in Anlehnung an die Arbeiten von Schönemann et. al. (2011) ausgewählt, um eine gewisse Vergleichbarkeit der Befunde zu ermöglichen. Neben ihrem Untersuchungsdesign illustrierte Kolpatzik im Rahmen ihres Vortrages die Ergebnisse ihrer Pilotierung an einigen Beispielen, welche interessante Perspektiven auf die sprachliche Urteilsfähigkeit der untersuchten Lernenden vor allem im Hinblick auf die zugrundeliegende Arbeitshypothese aufzeigten.

Konferenzübersicht:

Ute Clement (Vizepräsidentin Universität Kassel) / Thomas Sandkühler (Vorstand der Konferenz für Geschichtsdidaktik e.V., Berlin) / Christine Pflüger (Universität Kassel) / Dennis Erk (Universität Kassel): Begrüßung

Einführungsvortrag
Dorit Bosse (Zentrum für Lehrerbildung Kassel): Das Kasseler Konzept der LehrerInnenbildung – Professionalisierung durch Vernetzung

Sektion I: Geschichtsschulbücher als Gegenstand didaktischer Forschung

Benjamin Bauer (Bamberg): Nationalsozialismus als Thema in bayrischen Schulgeschichtsbüchern. Das Prüfverfahren zur Kontrolle und Steuerung von Geschichtskultur

Christoph Wilfert (Köln): Schulbuchbilder als Teil multimodaler Geschichtsdarstellungen. Theoretische Überlegungen und exemplarische Analysen der bildlichen Darstellung der Antike in italienischen, britischen und deutschen Geschichtsschulbüchern

Sektion II: Bilingualer Geschichtsunterricht

Corinna Link (Göttingen): „Der englische“ und „der deutsche“ Blick auf Imperialismus/Imperialism – oder: wo liegt der bilinguale Mehrwert?

Christian Grieshaber (Koblenz-Landau): Interkulturelles Lernen mit CLIL? – Die Einbindung von globalgeschichtlichen Inhalten in den bilingualen Sachfachunterricht – „Global cities“ London und Berlin in den Roaring Twenties

Sektion III: Forschungsperspektiven auf den Geschichtsunterricht: Geschichtslehrkräfte, Schülerinnen und Schüler im Fokus didaktischer Forschung

Johanna Sachse (Bremen): Historisches Denken ergraben? – Über die Aufgabe der Geschichtsdidaktik, ihr „offensichtliches Desinteresse“ an einer Archäologiedidaktik zu überdenken

Christian Heuer / Mario Resch (beide Heidelberg): Zur Entwicklung geschichtsdidaktischer Kompetenzen angehender Lehrkräfte während der zweiten Phase der Lehramtsausbildung

Inga Kahlcke (Göttingen): Wie beurteilen Geschichtslehrkräfte schriftliche Klassenarbeiten? – Methodische Anlage und erste Ergebnisse eines qualitativ-empirischen Forschungsprojektes

Isabelle Nientied (Münster): ‚Gut ist ja auch subjektiv‘ – Eine Typologie von Schülerkonzepten zu gelungenem Geschichtsunterricht

Jan Scheller (Greifswald): Die De-Konstruktionskompetenz nach dem FUER-Modell testen und diagnostizieren

Andrea Kolpatzik (Bochum): „Also mich persönlich hat das jetzt mit dem Applaus und Jubel ziemlich an die Sportpalastrede erinnert“ – Sprachliche Phänomene der Werturteilsbildung im kompetenzorientierten Geschichtsunterricht

Anmerkungen:
[1] Vgl. die Homepage der Konferenz für Geschichtsdidaktik, <https://www.historicum.net/kgd/forschung/nachwuchstagung/> (03.07.2018)
[2] Vgl. Christoph Kühberger, Multimodale Narration. Bild-Text-Grafik-Kommunikation in Schulgeschichtsbüchern. In: Carsten Heinze / Eva Matthes (Hrsg.), Das Bild im Schulbuch. Bad Heilbrunn 2010, S. 43-55.
[3] Vgl. DESI-Konsortium (Hrsg.): Unterricht und Kompetenzerwerb in Deutsch und Englisch. Zentrale Befunde der Studie Deutsch-Englisch-Schülerleistungen-International (DESI). Frankfurt 2006.
[4] Vgl. die Homepage des Forschungskollegs, <https://www.ph-heidelberg.de/fun-ekol/startseite.html> (09.07.2018)
[5] Stefanie Samida, Was ist und warum brauchen wir eine Archäologiedidaktik? In: Andreas Michler, (Hrsg.), Zeitschrift für Geschichtsdidaktik. Historisches Lehren und Lernen in Haupt-, Real- und Gesamtschulen, Göttingen 2010, S. 215-226, hier S. 224.
[6] Vgl. Bernd Schönemann / Holger Thünemann / Meik Zülsdorf-Kersting, Was können Abiturienten? Zugleich ein Beitrag zur Debatte über Kompetenzen und Standards im Fach Geschichte, Berlin 2011.

Zitation
Tagungsbericht: IX. Nachwuchstagung der „Konferenz für Geschichtsdidaktik“, 15.06.2018 – 16.06.2018 Kassel, in: H-Soz-Kult, 23.10.2018, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7894>.