Forum: Zeiterfahrung: B. Hitzer: Das Gefühl der Zeit. Was Corona für die Emotionsgeschichte bedeutet

Von
Bettina Hitzer, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin

Zeiterfahrung ist ein schillerndes Wort.[1] Es verweist darauf, wie wir das Vergehen der Zeit wahrnehmen – als rasantes Vorbeifliegen, als zähes Dahinfließen nicht enden wollender Minuten, als scheinbarer Stillstand, als unerbittliches Ablaufen einer Uhr. Doch Zeiterfahrung meint auch das Empfinden eines bestimmten Rhythmus von Zeitlichkeit, ihre Wahrnehmung als Zeitfigur, das heißt als Fortschritt, Niedergang, Krise, Zäsur, Kontinuität oder zyklische Zeit.[2] Schließlich bezeichnet Zeiterfahrung die darüber hinausgehenden Ideen und Wertungen, unter die wir das Erleben eines bestimmten Zeitabschnittes stellen: persönlich als Zeit des Aufbruchs, der Reife oder der Trauer, gesellschaftlich und historisch etwa als Moderne, als Zeitalter der Empfindsamkeit, als Ära der Reform. Die Corona-Pandemie hat alle drei Ebenen von Zeiterfahrung berührt. Mehr als naheliegend also, dass sie auch den Blick jener Wissenschaft verändern wird, die Expertin für Zeiterfahrung ist: die Geschichtswissenschaft. Tatsächlich deuten sich manche Verschiebungen bereits jetzt an: Die Globalgeschichte reflektiert über die ihrer Disziplin inhärenten Narrative von Verflechtung, Zirkulation und Konnektivität.[3] Krankheit und Medizin werden in vorher nicht gekanntem Ausmaß als wirkmächtige Faktoren der Geschichte wahrgenommen.[4] Die Allgegenwart von Gefühlen in der gegenwärtigen Debatte rückt auch die Emotionsforschung in den Blick. Doch: Bleibt es bei der derzeit weit verbreiteten Erkenntnis, dass Gefühle wichtig sind und Einfluss auf den Verlauf von Geschichte haben? Oder führt die Pandemie zu einem vertieften und womöglich veränderten Nachdenken über die Bedeutung von Gefühlen in der Auseinandersetzung mit historischer Zeiterfahrung? Noch gibt es kein „Nach-Corona“. Für ein Fazit ist es also zu früh. Nicht aber für erste Überlegungen darüber, in welche Richtungen sich dieses Nachdenken bewegen kann und aus welcher Art von veränderter Zeiterfahrung es sich speist.

1. Zeitfiguren und Gefühle
In den ersten Monaten der Pandemie beschrieben viele Journalist/innen, Soziolog/innen und Historiker/innen den erlebten Moment als Schock, als Einbruch des Unerhörten, als Zäsur, die die Zeit von einem Augenblick auf den nächsten auf Null stellte. Ob dies die Rückkehr einer überwunden geglaubten Seuchenvergangenheit oder der Anbruch eines zuvor nicht ernsthaft erwarteten neuen Zeitalters der Pandemien war, blieb umstritten. Das Wort von der „Corona-Krise“ machte die Runde – vielleicht also doch nur ein momentaner Einschnitt, der irgendwann die Rückkehr zur Normalität vor Corona erlaubt? Oder gibt es weder Krise noch Bruch, da bei näherem Hinsehen nichts Unvorhergesehenes und Unerwartetes geschehen ist?

Welche Form die Zeiterfahrung annahm, hing wesentlich von der Deutung der Vergangenheit ab – und Emotionen waren hier erkennbar im Spiel. Diejenigen etwa, die auf Kontinuitäten und Pandemiepläne als „zeithistorische Vorhaben“ verwiesen, hatten auch Beruhigung und Angstmanagement im Blick.[5] Die Krisendeutung wiederum ruhte auf einer historischen Erzählung, die das Unbekannte der Situation, das historisch Neue oder aus älterer historischer Zeit Wiederkehrende in den Vordergrund stellte. Die Zeitfigur der Krise, darauf hat unlängst Margrit Pernau aufmerksam gemacht, stellt eine besondere emotionale Herausforderung dar, weil für sie definitionsgemäß „gesellschaftlich eingeübte emotionale Reaktionsmuster“ fehlen, wenngleich der Verweis auf andere historische Krisenerfahrungen und damit jeweils einhergehende Krisengefühle diesen Befund bis zu einem gewissen Grad relativieren kann.[6] Krise und Bruch sind also eng mit Gefühlen verflochten. Die Zeitfigur der Krise erzeugt Gefühle. Doch nicht nur das: Sie ist ihrerseits ein Produkt von eingeübten und gesellschaftlich sanktionierten Gefühlen, mit denen wir die erlebte Situation bewerten, sie nicht nur als neu markieren, sondern auch als beunruhigende, beängstigende oder chancenreiche (und damit hoffnungsvolle) Krise. Dieser Zusammenhang unterstreicht, dass die Erzählung von Zeiterfahrung emotionale Ursachen und Effekte hat, die politisch wirksam werden und von der Geschichtswissenschaft in Zukunft stärker reflektiert und offengelegt werden sollten.

Doch krisenhafte Zeiterfahrung in der Pandemie geht noch in einer zweiten Weise mit Gefühlen einher. Denn die Corona-Pandemie zeigt: Das Fehlen emotionaler Reaktionsmuster macht sich auch im Alltag bemerkbar. Mit den Kontaktbeschränkungen, den Regeln zur sozialen Distanzierung und der verordneten Schutzkleidung stellt die Pandemie eingeübte habituelle Praktiken von Nähe und Distanz in Frage.[7] Wie empfinde, praktiziere und zeige ich Nähe, wenn Berührung untersagt, Abstand einzuhalten und Maske zu tragen ist? Bevor hier neue und gesellschaftlich akzeptierte Praktiken das plötzlich entstandene Loch im gesellschaftlichen Miteinander füllen können, erzeugt diese Situation ein ihr eigenes Gefühl. Viele haben dies in den letzten Monaten als Gefühl des Unbehagens, der „awkwardness“, beschrieben.[8] Diese Beobachtung stellt meines Erachtens zwei wichtige Fragen zum Verhältnis von Zeiterfahrung und Emotion. Zum einen wird die Frage aufgeworfen, ob Krisen und schnelle Transformationen, in denen vorher übliche soziale Praktiken auf den Prüfstand gestellt werden, mit spezifischen Gefühlen einhergehen, solchen, die auf das Versagen von „feeling rules“ reagieren. Ist ein Gefühl wie das Unbehagen also möglicherweise ein zumindest im Rahmen einer bestimmten Epoche transhistorisches Gefühl der Transformation oder kennzeichnet es vielmehr einen emotionalen Zwischenzustand, der so lange andauert, bis ein für die neue Situation angemessenes Gefühl des sozialen Miteinanders gefunden wurde? Und sollten wir diesen Gefühlen nicht historisch mehr Beachtung schenken, weil sie konstitutiv sind für die Entstehung neuer Formen gesellschaftlichen Zusammenhalts ebenso wie sozialer Dissoziation, von Inklusion ebenso wie von Exklusion?[9]

Zum anderen hat das Gefühl des Unbehagens möglicherweise selbst zeitdiagnostische Qualität. Der amerikanische Kulturkritiker Adam Kotsko etwa beschreibt „awkwardness“ als ein Gefühl der Postmoderne, wenn nicht des neuen Jahrtausends. Denn ein Kennzeichen der Postmoderne sei die Vervielfältigung von Situationen, für die es keine feststehenden sozialen und emotionalen Normen von Begegnung gebe.[10] Unbehagen werde deshalb immer mehr zum Grundgefühl sozialer Begegnungen, während es zuvor einzelnen gescheiterten Interaktionen vorbehalten war, vorwiegend solchen, die Klassen- oder Milieugrenzen überschritten. Ausgehend von dieser Beobachtung stellt sich also die Frage, wie eine Chronologie zeittypischer Gefühle des sozialen Miteinander aussehen könnte. Hier müssten sicherlich auch die Statuspositionen der fühlenden Personen einbezogen werden – eine Frage, die bereits im Blick auf das Gefühl der Langeweile im Kontext der Pandemie gestellt wurde.[11]

2. Gefühle als Signum von Zeiterfahrung: Sicherheit und Angst
„Was bleibt von dieser Krise? Das Gefühl in relativer Sicherheit zu leben, das die Bewohner der westlichen Welt nach Ende des Kalten Krieges gewonnen hatten, ist verloren gegangen. Wir werden mit weiteren Pandemien rechnen müssen – das Lebensgefühl in der Welt nach Corona wird ein fundamental anderes, unsicheres sein als 2019.“[12] Diese Prognose des Wirtschaftswissenschaftlers Günther G. Schulze trifft unter Historiker/innen durchaus auf Zustimmung. Jörn Leonhard konstatierte etwa eine „tiefgreifende und anhaltende Verunsicherung“[13], während Paul Nolte den Wiederaufstieg eines „‚versicherheitlichten‘ Dispositiv[s] der Hochmoderne“ als Reaktion auf die Pandemie beobachtete.[14] Auf eine modifizierte Fortführung bereits vorhandener Tendenzen verweisen Nina Mackert und Maren Möhring, wenn sie feststellen, dass sich das Misstrauen als zentrale Emotion im Pandemiegeschehen in bestehende „Dispositive der Angst und Sorge“ einschreibe.[15] Ähnlich sagte Jürgen Osterhammel unlängst voraus, dass das „kollektive Imaginäre noch stärker als bisher von Furcht, Abwehr, Distanzierung und Schutzbedürfnissen durchdrungen sein“ werde, und er regte zusammen mit Stefanie Gänger an, Sicherheit und Schutz als neue Leitbegriffe der Geschichtswissenschaft zu etablieren.[16]

Nun ist Sicherheit seit geraumer Zeit bereits ein wichtiger Begriff in der Geschichtswissenschaft, nicht zuletzt dank der Forschungen Eckart Conzes und der Arbeit des Sonderforschungsbereichs „Dynamiken der Sicherheit“ in Marburg und Gießen. Doch neben der Sicherheit steht in den historischen Diagnosen der Pandemie die Angst oder ihr verwandte Gefühle. Dies weist auf ein historisch noch weitgehend ungeklärtes Verhältnis. Denn Angst und Sicherheit werden meist in Parallel- oder Komplementärgeschichten wie in Conzes „Suche nach Sicherheit“ und Frank Biess‘ „Republik der Angst“ erzählt. Das jeweils Andere wird dabei oft quasi stillgestellt und nur als feststehender Begriff gebraucht, ohne dass dieser historisch aufgeschlossen würde. Zudem neigte die Sicherheitsgeschichte anfangs dazu, Sicherheit auf Seiten von Regierungen und internationalen Organisationen zu verorten, während Angstgeschichte sich eher politischen Mobilisierungsprozessen innerhalb der Gesellschaft zuwandte. Erst seit die Sicherheitsgeschichte stärker nach der Bedeutung von Versicherheitlichung in Politisierungs- und Identitätsstiftungsprozessen fragt und das Konzept der Sicherheitskultur nicht mehr als eine Art top-down-Konzept versteht, begann sie, das Potential der Emotionsgeschichte wahrzunehmen.[17]

Die Coronapandemie mit ihrem auf den ersten Blick nur schwer zu entwirrenden Geflecht von konkurrierenden Ängsten, Sicherheitsversprechen und -begehren, den Gefühlen von Unsicherheit, Misstrauen, Wut und Hass macht nachdrücklich darauf aufmerksam, dass eine Verknüpfung der Emotionsgeschichte mit anderen historischen Perspektiven auf Zeiterfahrung unverzichtbar ist. Entscheidend dafür ist, dass hier nicht einfach nur Gefühlswörter wie Angst oder Misstrauen in die historische Narration integriert, sondern dass die Gefühle selbst historisiert werden. Denn genau dies ist der wesentliche Mehrwert der Emotionsgeschichte: Gefühle nicht als feststehende Einheiten zu begreifen, sondern als historisch wandelbare Phänomene. Und ihr Bedeutungswandel erschöpft sich keinesfalls im Wechsel ihrer Objekte und Ausdrucksformen. Die Bedeutung der empfundenen Gefühle in ihrer jeweiligen Zeit und ihrem jeweiligen Kontext ergibt sich vielmehr aus dem Zusammenspiel von Begriffen, Wissensbeständen, Narrativen, Metaphern, visuellen und auditiven Repräsentationen, moralischen und religiösen Wertungen, körperlichen Empfindungen und Ausdruck sowie subjektiver Erfahrung.[18] Dass solchermaßen historisierte Gefühle ein wichtiger, wenn auch nicht der einzige Erklärungsfaktor für historisch unterschiedliche Reaktionen auf Pandemien sind, deutet etwa der Blick auf die „vergessenen“ Grippepandemien von 1957/8 und 1968/70 an.[19]

Die Coronapandemie macht jedoch auch auf zwei mögliche Perspektiven der Emotionsgeschichte aufmerksam, die bisher von ihr selbst noch nicht ausreichend beachtet wurden: die Bedeutung der Sinne sowie die emotionalen Effekte von Daten und deren grafischer Darstellung. Beides ist während der vergangenen Monate deutlich zutage getreten.

Die Pandemie war und ist eine Herausforderung für unsere Sinne: direkte Berührungen sind deutlich eingeschränkt, Gesichter oft auf Augen reduziert, Begegnung vielfach auf seltsam ausgeleuchtete Zoom-Gesichter heruntergebrochen, das Ein- und Ausatmen durch die Maske erschwert und mit anderen Gerüchen verbunden, drückende Riemen über den Ohren. Die Liste ließe sich fortsetzen. Sind dies alles lediglich Empfindungen, die das persönliche Wohlbefinden beeinträchtigen, vielleicht auch die Wahrscheinlichkeit psychischer Störungen und Erkrankungen erhöhen? Oder beeinflussen sie auch Gefühle, die bei politischen Mobilisierungs- und Gruppenbildungsprozessen à la Corona-Leugner eine Rolle spielen? Und verändern sich Sinne und Gefühle, wenn diese Sinneseinschränkungen und -modifikationen noch bis weit ins nächste Jahr hinein andauern? Dass Sinne und Gefühle eng zusammenhängen, ist natürlich ein Gemeinplatz spätestens seit der frühen Emotionspsychologie eines William James oder Wilhelm Wundt. Bisher hat die Emotionsgeschichte aber nur selten versucht, die Rolle der Sinne systematisch einzubeziehen und zugleich der Erkenntnis der Sinnesgeschichte Rechnung zu tragen, dass Sinneswahrnehmungen historisch veränderbar sind.[20] Genau dazu aber fordert die Sinneserfahrung Coronapandemie nachdrücklich auf.

Eine weitere spezifische Erfahrung der Coronapandemie war und ist die Prominenz, die praktisch alle Medien wissenschaftlichen Daten und ihrer grafischen Präsentation eingeräumt haben. Ob als Tabelle der Infektions- und Todeszahlen, oft sogar im Ländervergleich, als Ansteckungskurve oder schlicht in Form von statistisch generierten Zahlen wie dem nunmehr berühmten R-Wert: Kaum jemals zuvor werden Nicht-Naturwissenschaftler/innen so oft und so viel mit „Kurvenkommunikation“ zu tun gehabt haben.[21] Dass Kurven und Listen ihre wissenschaftlichen Prämissen ausblenden (können), Eindeutigkeit suggerieren und Wissen in eine quasi narrative Form bringen, ist eine wichtige medientheoretische Erkenntnis.[22] Genau deshalb sind Kurven und Listen ein für die Moderne zentrales Objekt der Verschränkung von wissenschaftlicher Rationalität und wissenschaftsinterner wie außerwissenschaftlicher Emotionalität. Sie können Angst oder Wut erzeugen, Sicherheit versprechen, Zufriedenheit oder Stolz vermitteln, wie wir alle in den vergangenen Monaten an uns selbst oder anderen beobachten konnten. In manchen Fällen werden sie mit einer solchen emotionalisierenden Absicht konstruiert und präsentiert – darum können sie auch auf Misstrauen treffen. Diese emotionshistorischen Aspekte einer Wissens- und Politikgeschichte der Wissenschaft, der Statistik und ihrer grafischen Repräsentation verdienten mehr Aufmerksamkeit.

3. Gefühle, Zeitlichkeit und Überlagerung
Die Temporalität von Geschichte und Erfahrung ist seit langem Gegenstand der Geschichtstheorie. In jüngster Zeit kreisen diese Diskussionen um mögliche Überlagerungen, Überschneidungen oder Gleichzeitigkeiten von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Gefühle haben bisher in dieser Debatte keine große Rolle gespielt.[23] Die Coronapandemie zeigt meines Erachtens, dass Gefühle hier stärker Berücksichtigung finden sollten.

Denn: Viele, wenn nicht alle Gefühle sind in sich eine Verkopplung an- und abwesender Zeiten, das mithin, was Achim Landwehr als Chronoferenz bezeichnet hat.[24] Besonders deutlich ist dies bei zwei Gefühlen, die sich auf die Zukunft richten: die Angst und die Hoffnung. Sie sind ein Phänomen der Chronoferenz, weil die erwartete Zukunft darüber bestimmt, welches der beiden Gefühle empfunden wird, und weil diese Zukunftserwartung zumindest teilweise daraus abgeleitet wird, was in der Vergangenheit passiert ist. Die Überlagerung der Zeitschichten reicht jedoch weiter. Dies ließ sich gut im bisherigen Verlauf der Pandemie beobachten. Hier zeigte sich, dass die Emotionswahrnehmung der gegenwärtigen Erfahrung auch davon abhängt, wie Vergangenheit emotional erfahren und in der Erinnerung emotional besetzt wurde. Dies ist historisch gemeint, nicht psychologisch im Sinne frühkindlicher Prägungen. Auch hier möchte ich auf das Beispiel der „vergessenen“ Grippeepidemien von 1957/8 und 1968/70 zurückkommen. Obwohl allein in der Bundesrepublik mehrere Zehntausend Menschen starben, zeigte sich weder Politik noch Presse öffentlich besonders beunruhigt. Das Thema war auch nicht annährend so präsent in der Öffentlichkeit wie heute. Verantwortlich dafür waren viele Gründe, die hier nicht weiter erläutert werden können.[25] Für meine Argumentation bedeutsam ist jedoch zweierlei: Ein wesentlicher Faktor war ein vom heutigen deutlich unterschiedenes emotionales Regime im Ausdruck und Umgang mit Angst und Sterben. Die dominierende „Ethik der Nüchternheit“ sorgte dafür, dass Angst vor Krankheit und Sterben öffentlich kaum artikuliert wurde.[26] Dadurch wurden die in der Bevölkerung durchaus vorhandenen Besorgnisse nicht in eine mit Angst assoziierte Erinnerung übersetzt. Dieses Fehlen einer angstbesetzten Erinnerung war mitverantwortlich dafür, dass 2020 die erste Reaktion auf Nachrichten von der Pandemie bei den meisten Menschen in Europa nicht Angst, sondern eher das Gefühl des Unwirklichen war.[27] Die Angst stellte sich etwas später bei vielen ein und fiel dann umso heftiger aus – auch weil sich zwischen 1957/8 und heute das emotionale Regime stark verändert hat, die „Angst vor der Angst“ einer neuen Kultur der emotionalen Expressivität gewichen ist. Ebenso hatte sich der Horizont des Zukünftigen deutlich gewandelt, da seit den 1990er-Jahren Epidemiolog/innen und Virolog/innen auf aller Welt am Thema der emerging infectious diseases zu forschen begonnen hatten und dementsprechend in diesen Kreisen eine Kultur der ständig antizipierten Gefahr entstanden war, die nun in der Politik ebenso wie in den Massenmedien Gehör fand.

Freilich ist diese Herleitung verkürzt. Sie illustriert jedoch, dass Gefühle, die wesentlich daran beteiligt sind, wie wir die Erfahrung unserer gegenwärtigen Zeit verstehen und bewerten, in einer ihnen eigentümlichen Weise Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verkoppeln.

In der Coronapandemie wurden Menschen über 60 Jahre plötzlich pauschal qua Alter zur Risikogruppe. Begründet wurde dies mit dem im Alter schwächer werdenden Immunsystem. Diese Feststellung setzte eine in verschiedenen Ländern durchaus unterschiedlich verlaufende Dynamik der Abwägung zwischen Gefährdungen, Interessen, Versorgungskonkurrenzen, Schutzpflichten und Freiheitsrechten in Gang. Diese Diskussionen hatten Auswirkungen auf Gefühle von „Alten“ und „Jungen“, die sich teilweise aus deren jeweiligen Positionen im Rahmen dieser Abwägung ergaben. Doch vielleicht ist das nicht alles, was sich im Hinblick auf die Gefühle sagen ließe. In der Psychologie wird seit langem erforscht, wie und ob sich Gefühle im Lebenslauf und dementsprechend im Alterungsprozess verändern.[28] Die gegenwärtigen psychologischen Erkenntnisse sind möglicherweise nicht universell. Dennoch: Die Frage, inwiefern sich die Gefühle von jungen und alten Menschen in Gesellschaften der Vergangenheit unterschieden, ist von Bedeutung, weil ihre Beantwortung helfen könnte, Entscheidungs- und (De-)Mobilisierungsprozesse zu erklären. Zunächst wäre also zu erkunden, inwiefern ökonomische, soziale und medizinische Bedingungen die Gefühle von Menschen gegenüber ihrem jeweiligen Alter beeinflusst und wie sich solche Gefühle über die historische Zeit hinweg geändert haben. Die Emotionsgeschichte müsste dann auch reflektieren, dass sich die Gefühle alternder Menschen durch den Prozess des Alterns selbst verändert haben könnten. Und dies beträfe nicht nur die Gefühle angesichts des Älterwerdens oder Altseins, sondern auch solche Gefühle, die durch ganz andere Phänomene wie etwa Krankheiten, Migrationsbewegungen oder Demokratisierungsprozesse hervorgerufen werden. Vor Kurzschlüssen, die alten Menschen pauschal mehr Angst zuschrieben, sei hier ausdrücklich gewarnt, denn dies steht ja gerade zur Debatte und ist eine Frage, die historisch noch vollkommen unerforscht ist.

Berücksichtigt werden müsste hier auch, dass Gefühle mehr als das Produkt ihrer jeweiligen Gegenwart sind. Denn die Überlagerung von Zeit spielt bei den Gefühlen nicht nur in Form der oben beschriebenen Chronoferenz eine Rolle. Alte Menschen habe viele der ihre Gefühlswelt prägenden Erfahrungen Jahre zuvor gemacht. Sie haben im Laufe ihres Lebens unterschiedliche emotionale Regime kennengelernt, die Spuren hinterlassen haben werden. Wie kann diese Überlagerung von Zeiterfahrungen emotionshistorisch eingefangen werden? Anknüpfungspunkte bietet die Generationengeschichte. Die Selbstthematisierung als Generation, als „gefühlte Gemeinschaft“, ist hier bereits vielfach Gegenstand empirischer Studien und theoretischer Überlegungen gewesen.[29] Doch scheint insbesondere im Blick auf das Gefühl auch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Alterskohorte, mithin also der analytische Zugriff auf Generationenerfahrung, von Interesse. Dies ist jedoch nicht als Plädoyer für einen psychohistorischen Ansatz gemeint. Ganz im Gegenteil: Es ginge hier darum herauszuarbeiten, inwiefern in der Kindheit und Jugend (kennen-)gelernte emotionale Regime im weiteren Verlauf des Lebens unter je spezifischen historischen Bedingungen für eine Alterskohorte bedeutsam geblieben sind – auch und gerade wenn sich der in der jeweiligen Gesellschaft oder Gruppe dominante emotionale Stil gewandelt hat. Solche in einzelnen Alterskohorten trotz Wandels weiterhin prägenden emotionalen Stile könnten zu gesellschaftlichen Spannungen und Verwerfungen beitragen. So mag es in der Coronapandemie erstaunen, dass unter den Maskenverweigerern keineswegs nur junge Menschen zu finden sind, obwohl die „Risikogruppe“ der Menschen ab 60 doch eigentlich besonders auf ihren Schutz bedacht sein müsste. Vielleicht – aber das wäre selbstverständlich noch zu erforschen – hat dies auch damit zu tun, dass die heute über 60-Jährigen ihre Kindheit und Jugend in bürgerbewegten Zeiten mit einer ausgeprägten Kultur der emotionalen Expressivität, der Intensität und des Protests erlebten. Doch wie dieses Beispiel bereits deutlich macht, sind mit einem solchen Ansatz viele theoretische Unwägbarkeiten verbunden, die zuvor bereits die Generationengeschichte aufgezeigt hat: Eine Alterskohorte ist nicht zwangsläufig eine Handlungseinheit. Generationelle Erfahrungen von emotionalen Stilen und Regimen reichen hier also als Erklärung keinesfalls aus. Diese Unwägbarkeiten sollten aber die Diskussion um emotionale Stile von Alterskohorten und deren mögliche Selbstthematisierung als Generation mit einem ihr eigenen emotionalen Stil nicht beenden, bevor sie erst richtig begonnen wurde.

4. Zeiterfahrung durch Emotionsgeschichte
Während der Coronapandemie wurde immer wieder die Expertise der Emotionsgeschichte als Interpretin der Gegenwart vor dem Hintergrund der jüngeren Vergangenheit erfragt. Doch welchen Effekt hat dieses Sprechen über Gefühle auf die Erfahrung der Gegenwart? Bevor ich mich dieser Frage nähere, möchte ich für einen Moment zurücktreten und einen Blick auf die Geschichte der Emotionsgeschichte werfen.

Ob nun Lucien Febvre oder Karl Lamprecht als Pioniere in Anspruch genommen werden:[30] Vor der Jahrtausendwende war die Emotionsgeschichte bestenfalls das Werk von Einzelnen. Dies hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren geändert. Unübersehbar folgt der Bedeutungszuwachs der Emotionsgeschichte zeitlich versetzt auf einen Bedeutungsgewinn des Emotionalen in Politik und Gesellschaft sowie auf eine Umdeutung des Emotionalen in Psychologie und Medizin. Letztere nahm in der Kognitionspsychologie der 1950er-Jahre ihren Anfang. Von der Entdeckung, dass Gefühle wesentlichen Anteil an der Bewertung kognitiver Inhalte haben, führte der Weg zur Aufhebung der Dichotomie zwischen Emotion und Kognition, deren Zusammenwirken schließlich in Begriffen wie cogmotion oder emotionale Intelligenz gefasst wurde. Gefühle wurden nun also nicht mehr als irrationale Begleiterscheinungen der Weltwahrnehmung angesehen, sondern als einer anderen Rationalität folgende und für Entscheidungen unverzichtbare Phänomene. Damit wurden Gefühle zunehmend interessant für Sozial- und Kulturwissenschaften. Die Emotionsgeschichte ging daraus hervor. Und obwohl die meisten Emotionshistoriker/innen dafür plädieren, Gefühle radikal zu historisieren und die Vorstellung universal gleicher Basisemotionen infrage zu stellen, schloss die Emotionsgeschichte zunächst methodisch in gewisser Weise an die Postulate von Psychologie und Neurowissenschaft an. Denn auch sie konzentrierte sich im Allgemeinen auf die rationalen, regelhaften und intentionalen Anteile von Gefühlen. Dafür stehen methodische Konzepte wie emotionales Regime, emotionaler Stil, Emotionspraktiken oder emotionaler Habitus. Die Affekttheorie hat demgegenüber das transgressive Potential des Emotionalen betont. Sie wurde in der Emotionsgeschichte zwar lebhaft diskutiert, aber bisher nur selten in empirischen Studien aufgegriffen.

Emotionsgeschichte lenkt damit die Aufmerksamkeit auf die Erklärbarkeit von Gefühlen, auf ihr Wechselspiel oder ihr Ineinander mit dem Rationalen. Sie leistet damit einen bedeutenden Beitrag zum Verständnis von Gruppenbildungs- und Mobilisierungsprozessen, von Aufbau und Reproduktion gesellschaftlicher Machtstrukturen und Hierarchien sowie von Wissensproduktion. Doch mit diesem kritischen Potential der Emotionsgeschichte könnte ein ungewollter Effekt einhergehen: Die Aufwertung der Gefühle, die Betonung ihres der rationalen Erklärung zugänglichen Charakters sowie ihrer Bedeutung als Element der Bewertung und Entscheidungsfindung spielt nur zu leicht auch jenen in die Hände, die eine Ununterscheidbarkeit zwischen dem Rationalen und dem Emotionalen behaupten, dem Rationalen spezifische Regeln bestreiten oder gleich ganz dem Emotionalen den Vorrang vor dem Rationalen geben wollen. Solche Tendenzen sind nicht erst in der Coronapandemie sichtbar geworden.[31] Die Pandemie hat allerdings den Gegensatz zwischen wissenschaftlichem Expertentum in Gestalt von Virolog/innen und Epidemiolog/innen einerseits, den wissenschaftlicher Rationalität unzugänglichen Corona-Leugnern andererseits grell ins Licht gerückt. Die Aufgabe der Emotionsgeschichte ist angesichts dieser Situation anspruchsvoll und durchaus heikel. Denn zum einen ist ihr kritisches Instrumentarium auch gegenüber den Wissenschaftler/innen und ihrer Kommunikation gefragt. Dazu gehört etwa ein emotionshistorischer Blick auf epidemiologische Kurven und Graphen, wie ich ihn im Vorangehenden skizziert habe. Dazu gehört ebenfalls eine historisch fundierte Auseinandersetzung mit den Kategorien von Angst und Depression, wie sie in der gegenwärtigen Situation massenmedial äußerst präsent von Psychiater/innen und Psycholog/innen als Coronafolge thematisiert werden. Damit wird Emotionsgeschichte zum anderen aber auch Teil eines gegenwärtigen Diskurses, der Gefühle konstant zum Thema macht. Mehr noch: Sie läuft Gefahr, als Fundamentalkritik an wissenschaftlicher Rationalität missverstanden zu werden. Um dieser Gefahr zu begegnen, sollte die Emotionsgeschichte stärker als zuvor über ihre in ihren Methoden steckenden impliziten Vorannahmen und deren mögliche Effekte reflektieren. Auch wenn wir also noch nicht wissen, wie und ob überhaupt sich das Gefühl der Zeit langfristig verändern wird – eines zeichnet sich bereits jetzt ab: Darüber nachzudenken, welche Anstöße die Zeiterfahrung Pandemie dem Blick zurück auf das Gefühl geben kann, ist allemal ein lohnenswertes Unterfangen.

Anmerkungen:
[1] Für ihre kritische Lektüre des Textes danke ich Margrit Pernau, Jan Plamper und Monique Scheer.
[2] Zum Begriff der Zeitfigur vgl. Lucian Hölscher, Zeitgärten. Zeitfiguren in der Geschichte der Neuzeit, Göttingen 2020.
[3] Stefanie Gänger / Jürgen Osterhammel, Denkpause für Globalgeschichte, in: Merkur 855 (2020), S. 79–86.
[4] Birgit Aschmann, Was wir von der Cholera lernen können, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2020.
[5] Heiner Fangerau / Alfons Labisch, Pest und Corona. Pandemien in Geschichte, Gegenwart und Zukunft, Freiburg 2020, S. 145f.
[6] Margrit Pernau, Aus der Geschichte lernen? Die Rolle der Historiker:innen in der Krise, in: Geschichte und Gesellschaft 46,4 (2020), S. 563–574, hier S. 570. Auf spezifische Krisengefühle angesichts von Börseneinbrüchen verweist etwa Harold James, vgl. ders., 1929: The New York Stock Market Crash, in: Representations 110,1 (2010), S. 129–144.
[7] Ute Frevert, Nähe und Distanz, in: Geschichte und Gesellschaft 46,4 (2020), S. 379–390.
[8] Francesco Buscemi, That Awkward Feeling. Blog „Feeling News“ (posted 10.07.2020): https://www.mpib-berlin.mpg.de/forschung/forschungsbereiche/geschichte-der-gefuehle/blog-feeling-news/that-awkward-feeling (19.11.2020) und The Emotional Contagion: Feelings, Emotions, and the Pandemic. An Interview with Tiffany Watt Smith directed by Paolo Gervasi (posted 19.06.2020), https://emotionsblog.history.qmul.ac.uk/2020/06/the-emotional-contagion-feelings-emotions-and-the-pandemic-an-interview-with-tiffany-watt-smith/ (19.11.2020).
[9] Vgl. Anne-Marie Fortier über die Bedeutung von „unease“ in der Konstruktion eines „affective citizenship“: dies, Proximity by Design? Affective Citizenship and the Management of Unease, in: Citizenship Studies 14,1 (2010), hier. S. 23f. Im Hinblick auf das Gefühl des „discomfort“ in multikulturellen Gesellschaften vgl. Monique Scheer, How Does Diversity Make Us Feel? Exploring the Emotional Regimes of Multicultural Societies, in: Jan Hinrichsen et al. (Hrsg.), Diversities – Theories and Practices. Festschrift für Reinhard Johler, Tübingen 2020, S. 61–83, hier S. 65–67.
[10] Adam Kotsko, Awkwardness: An Essay, Winchester 2010. Kotsko geht hier sogar so weit festzustellen, dass das Gefühl der „awkwardness“ mittlerweile selbst so etwas wie ein soziales Gefühl geworden sei – ein Gefühl, das gemeinsam empfunden soziale Bindungen schaffen kann.
[11] Margrit Pernau, Emotions of Privilege. Blog „Feeling News“ (posted 12.06.2020), https://www.mpib-berlin.mpg.de/forschung/forschungsbereiche/geschichte-der-gefuehle/blog-feeling-news/emotions-of-privilege (19.11.2020).
[12] Günther G. Schulze, Was bleibt?, in: Bernd Kortmann / Günther G. Schulze (Hrsg.), Jenseits von Corona. Unsere Welt nach der Pandemie – Perspektiven aus der Wissenschaft, Bielefeld 2020, S. 297–308, hier S. 306.
[13] Jörn Leonhard, Post-Corona: Über historische Zäsurbildung unter den Bedingungen der Unsicherheit, in: Kortmann / Schulze (Hrsg.), Jenseits von Corona, S. 197–203, hier S. 200.
[14] Paul Nolte, Corona-Dispositive. Regularisierungen der Moderne in zeithistorischer Perspektive, in: Geschichte und Gesellschaft 46,4 (2020), S. 416–428, hier S. 419.
[15] Nina Mackert / Maren Möhring, Prävention, ability und Verantwortung, in: Geschichte und Gesellschaft 46,4 (2020), S. 443–455, hier S. 450.
[16] Gänger / Osterhammel, Denkpause, S. 84.
[17] So Eckart Conze in seiner Überblicksdarstellung: Geschichte der Sicherheit: Entwicklung – Themen – Perspektiven, Göttingen 2018, S. 166.
[18] Vgl. dazu zuletzt Thomas Dixon, What is the History of Anger a History of?, in: Emotions: History, Culture, Society 4 (2020), S. 1–34, hier S. 31.
[19] Hitzer, Angst, Panik?! Eine vergleichende Gefühlsgeschichte von Grippe und Krebs in der Bundesrepublik, in: Malte Thießen (Hrsg.), Infiziertes Europa: Seuchen im langen 20. Jahrhundert, München 2014, S. 137–156, DOI: 10.1515/9783110364521 sowie Frank Biess, Corona-Angst und die Geschichte der Bundesrepublik, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 35–37 (2020), https://www.bpb.de/apuz/314351/corona-angst-und-die-geschichte-der-bundesrepublik (19.11.2020), S. 4f. im heruntergeladenen pdf.
[20] Dafür plädierten zuletzt v.a. Rob Boddice / Mark Smith, Emotion, Sense, Experience, Cambridge 2020, das in der von Jan Plamper seit 2019 herausgegebenen Reihe “Histories of Emotions and the Senses” erschienen ist. In eine ähnliche Richtung wies bereits die Studie von Joanna Bourke, The Story of Pain. From Prayer to Painkillers, Oxford 2014 sowie später Margrit Pernau / Imke Rajamani, Emotional Translations: Conceptual History Beyond Language, in: History and Theory 55, 1 (2016), S. 46–65 und Bettina Hitzer, The Odor of Disgust: Contemplating the Dark Side of 20th-Century Cancer History, in: Emotion Review 12,3 (2020), S. 156–167.
[21] Armin Nassehi, Klima, Viren, Kurven. Was heißt, auf die Wissenschaft zu hören?, Kursbuch 2020 (2020), S. 15f.
[22] Eva von Contzen / Julika Griem, Liste und Kurve: Die Macht der Formen, in: Kortmann / Schulze (Hrsg.), Jenseits von Corona, S. 243–251. Allgemein vgl. Stefan Rieger, Schall und Rauch. Eine Mediengeschichte der Kurve, Frankfurt am Main 2009.
[23] Eine Ausnahme sind hier die Überlegungen Margrit Pernaus zu Emotionen und Temporalitäten im Hinblick auf den Moderne-Begriff, vgl. dies., Emotions and Modernity in Colonial India, Delhi 2019. Vgl. außerdem Erica Baffelli / Frederik Schröer, A Double Absence: Feeling Time in the COVID-19 Pandemic, „Feeling News“ (posted 12.05.2020), https://www.mpib-berlin.mpg.de/forschung/forschungsbereiche/geschichte-der-gefuehle/blog-feeling-news/a-double-absence (19.11.2020).
[24] Achim Landwehr, Die anwesende Abwesenheit der Vergangenheit. Essay zur Geschichtstheorie, Frankfurt am Main 2016, S. 28.
[25] Vgl. dazu die detaillierte und quellengesättigte Studie von David Rengeling, Vom geduldigen Ausharren zur allumfassenden Prävention. Grippe-Pandemien im Spiegel von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit, Baden-Baden 2017.
[26] Hier und zum Folgenden: Frank Biess, Republik der Angst. Eine andere Geschichte der Bundesrepublik, Reinbek bei Hamburg 2019, S. 35f.
[27] Vgl. dazu auch: Helge Jordheim et al., Epidemic Times, in: Somatosphere (02.04.2020): http://somatosphere.net/2020/epidemic-times.html/ (19.11.2020).
[28] Ute Kunzmann / Carsten Wrosch, Emotional Development in Old Age, in: Nancy A. Pachana (Hrsg.), Encyclopedia of Geropsychology, Singapur 2017, https://doi.org/10.1007/978-981-287-082-7_112 (19.11.2020).
[29] Vgl. u.a. Ulrike Jureit, Generation, Generationalität, Generationenforschung, Version: 2.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 03.08.2017, http://docupedia.de/zg/jureit_generation_v2_de_2017, DOI: http://dx.doi.org/10.14765/zzf.dok.2.1117.v2 (23.11.2020).
[30] Jan Plamper, Geschichte und Gefühl. Grundlagen der Emotionsgeschichte, München 2012, S. 53–61.
[31] Vgl. dazu z.B. die weitreichende Analyse von William Davies, Nervous States. How Feeling Took Over the World, London 2018.

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Zitation
Forum: Zeiterfahrung: B. Hitzer: Das Gefühl der Zeit. Was Corona für die Emotionsgeschichte bedeutet, in: H-Soz-Kult, 17.12.2020, <www.hsozkult.de/debate/id/diskussionen-5121>.
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Veröffentlicht am
17.12.2020
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