Kultur der Urbanität. Die dichte Stadt im 20. Jahrhundert

Von
Wolfgang Sonne, Department of Architecture, University of Strathclyde in Glasgow

Die Historiografie des Städtebaus im 20. Jahrhundert konstatiert üblicherweise zwei revolutionäre Brüche: der erste besteht in der Abkehr von der traditionellen dichten Stadt des 19. Jahrhunderts durch die antiurbanen, landschaftsbetonenden Modelle der Avantgarde wie Ebenezer Howards "Garden City" (1898), Bruno Tauts "Auflösung der Städte" (1920), Le Corbusiers "Il faut tuer la rue corridor" (1925), Frank Lloyd Wrights "Broadacre City" (1935) oder Hans Scharouns "Stadtlandschaft" (1946); der zweite wird markiert durch die Rückkehr der Postmoderne zu traditionellen Stadtformen und -konzepten wie in Aldo Rossis "Architettura della città" (1966), Rob Kriers "Stadtraum in Theorie und Praxis" (1976), Andres Duanys Seaside und der Bewegung des New Urbanism (ab 1980) oder Joseph Paul Kleihues' Internationaler Bauausstellung in Berlin und der "kritischen Rekonstruktion" (1984/87).[1]

Entgegen dieser Revolutionsmythen – meist getragen von den Helden der jeweiligen Entwicklung selbst – lässt sich ebenso eine Geschichte zeichnen, in der Vorstellungen einer urbanen "dichten Stadt" das ganze 20. Jahrhundert hindurch verfochten und verwirklicht wurden.[2] Der Begriff der dichten Stadt definiert sich nicht allein durch die numerische Bevölkerungsdichte, sondern bezieht eine Reihe kultureller Aspekte mit ein, die bei den jeweiligen Planungen eine Rolle spielten, wie:
- Mischung von Funktionen
- Soziale Integration
- Gebäudedichte
- Öffentliche Plätze
- Architektonisch definierte Räume
- Architektur mit urbanem Charakter
- Beachtung typologischer und regionaler Traditionen
- Kulturelle Auffassung von Stadt

Die These lautet deshalb: Städtebau im 20. Jahrhundert war nicht allein von den avantgardistischen Stadtauflösungstendenzen dominiert, er war ebenfalls nicht allein von revolutionären Brüchen geprägt. Vielmehr fanden das ganze Jahrhundert heftige Diskussionen zwischen "Urbanisten" und "Desurbanisten" statt, bei denen zu keiner Zeit eine Partei die alleinige Herrschaft reklamieren konnte. Urbanisierung und Urbanität erscheinen vor diesem Hintergrund in einem neuen Licht. Sie sind weit weniger radikalen Wechseln unterworfen, die meist durch historische Daten der politischen, ökonomischen oder sozialen Geschichte markiert werden. Vielmehr erweist sich die dicht gebaute Stadt als überraschend resistent gegen politisch, ökonomisch oder sozial motivierte Wechsel, wie auch das Stadtleben, die kulturelle Urbanität, eher ein Phänomen der longue durée denn der saisonalen Mode ist.

Reformierte Wohnblöcke der Großstadt 1890-1940
Eine zentrale Frage des frühen modernen Städtebaus war die der Wohnungsreform. Diese war keineswegs auf Einfamilienhäuser in Gartenstädten beschränkt, sondern bezog klassisch-städtische Typen wie den Block mit ein. Gerade der großstädtische Wohnblock, zumeist mit Geschäften und Gemeinschaftseinrichtungen als multifunktionale Einheit ausgestattet, erwies sich als ein ergiebiges Experimentierfeld. Neben der einfachen Randbebauung mit begrüntem Innenhof zur Verbesserung der hygienischen Bedingungen operierten die Architekten mit internen Straßen, internen Plätzen, Straßenhöfen oder kleinteiliger interner Bebauung – um nur einige Varianten zu nennen. Die Typologie des Blocks bot zudem den Vorteil, den Straßenraum mit spezifisch entworfenen Fassaden zu definieren. Großstädtische Reformblöcke wurden sowohl für Sozialwohnungen als auch für Luxusappartments verwendet.

Berlin war ein Zentrum der Blockreform, berühmt vor allem durch die Arbeiterwohnbauten Alfred Messels in den 1890er Jahren.[3] Neben den hygienischen Verbesserungen durch begrünte Höfe legte Messel auch Wert auf ästhetische Verbesserungen durch malerische Fassaden, die ebenfalls den Wohnwert der Häuser steigern sollten. Der Wettbewerb "Groß-Berlin" (1908-10) erwies sich als Versuchsfeld für neue Blockkonfigurationen. Bruno Möhring und Rudolf Eberstadt schlugen einen hybriden Superblock vor, der die drei Sphären Großstadt, Kleinstadt und Land vereinte: Innerhalb einer fünfgeschossigen Randbebauung befand sich eine dreigeschossige Wohnstraße, die um einen niedrig bebauten Dorfplatz zirkulierte.[4] Selbst im Berlin der 1920er Jahre, berühmt für seine Vorortsiedlungen, wurden weiterhin Reformblöcke errichtet wie Erwin Gutkinds Sonnenhof (1925) – nun im Stilgewand der Neuen Sachlichkeit, doch mit Geschäft zur Straße.[5]

Auch in London spielte weit weniger das antiurbane Gegenmodell zur Großstadt, die Gartenstadt, eine Rolle, als vielmehr die innerstädtischen Wohnblöcke des London County Council (LCC). Vom ersten Beispiel, dem Boundary Street Estate in Bethnal Green (1893), bis in die späten 1930er Jahre wurden über 150 Blockanlagen errichtet, die sich allesamt mit ihrer Typologie und ihrem Stil als Fortsetzung der Großstadt verstanden.[6] Neben diesen metropolitanen Sozialwohnbauten entstanden auch monumentale innerstädtische Luxuswohnhäuser, das beeindruckendste sicherlich Gordon Jeeves' Dolphin Square in Westminster (1938). Auch in Paris entstand moderner Wohnungsbau, der die Großstadt zelebrierte. Als Ideenpool erwies sich der Wettbewerb der Fondation Rothschild für einen Wohnblock in der Rue de Prague (1905), bei dem alle erdenklichen Arrangements des städtischen Blocks getestet wurden, ohne jedoch die raumbestimmende und multifunktionale Qualität des Stadthauses aufzugeben.[7] Selbst in den 1920er und 30er Jahren folgte man bei der Bebauung des Boulevard Peripherique diesem Modell des reformierten Blocks – und nicht den Corbusianischen Visionen einer "Ermordung der Korridorstraße".[8]

Ein anderes Zentrum bildete Amsterdam, in dem auf der Grundlage von Hendrik Petrus Berlages Plan für Amsterdam-Süd (1917) das vielleicht erfolgreichste metropolitane Erweiterungsquartier des 20. Jahrhunderts mit Reformblöcken entstand.[9] In paradigmatischer Klarheit erschien das Modell des reformierten Blocks in Kay Fiskers Hornbaekhus in Kopenhagen (1922/23).[10] Hier folgte eine einfache Blockrandbebauung strikt dem leicht unregelmäßigen Stadtgrundriss. Auf diese Weise entstanden ein geräumiger Gartenhof und eine eindeutige Definition des Straßenraums. Die Fassade war einerseits in traditionellen Materialien und Formen gehalten, andererseits entwickelte sie durch die scheinbar unendliche Repetition des immergleichen Fensterformates eine neuartige Monumentalität des Alltags. Der Block bot neben anständigem Wohnraum, ruhigem Erholungsraum und wohl definiertem Stadtraum ebenfalls die Vorzüge städtischen Lebens: Im Erdgeschoss waren auch Läden untergebracht.

Öffentliche Zentren und traditionelle Stadträume 1890-1940
Nach all den öffentlichen Boulevards und Plätzen des 19. Jahrhunderts scheint der Städtebau des 20. Jahrhunderts eher auf die privaten Wohnbedürfnisse zu fokussieren, versinnbildlicht in der Suche nach der Wohnung für das Existenzminimum. Mindestens ebenso zutreffend kann jedoch behauptet werden, dass der moderne Urbanismus überhaupt mit einer Reflektion über öffentliche Platzanlagen begann. Ob malerisch oder geometrisch, öffentliche Räume wurden als Zentrum der Stadt gesehen. Klassische Typologien wie Boulevard, Platz, öffentliches Gebäude und Monument wurden aufgegriffen und der modernen Großstadt nutzbar gemacht. Gerade die öffentliche Sphäre war dabei dem Zugriff des Politischen besonders stark ausgesetzt – jedoch gehört es zu den mittlerweile widerlegten Märchen, dass allein totalitäre Systeme sich klassischer Stadtfiguren bedienten. Traditionelle Formen waren in der öffentlichen Sphäre besonders erfolgreich, da sie am ehesten von einer breiten Öffentlichkeit verstanden werden konnten.

Den seinerzeit allgemein anerkannten Beginn des modernen Städtebaus markierte Camillo Sittes Pamphlet "Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen" (1889), in dem gestalterische Regeln für die Anlage öffentlicher Plätze präsentiert wurden, gewonnen aus der Untersuchung historischer Beispiele.[11] Der öffentliche Raum stand ebenfalls im Mittelpunkt der nordamerikanischen City-Beautiful-Bewegung, die nach der Aufsehen erregenden White City auf der World's Columbian Exhibition in Chicago (1893) begann. Das erste realisierte Civic Center war das von Cleveland nach dem Plan von Daniel Hudson Burnham (1903): Um eine grüne Mall gruppierten sich öffentliche Bauten, die der Stadt eine neue Wertschätzung der Gemeinschaftssphäre bescherten.[12] Werner Hegemann und Elbert Peets' einflussreiches Buch "American Vitruvius. An Architects' Handbook of Civic Art" (1922) kann mit seiner Sammlung historischer und zeitgenössischer Beispiele als das definitive Manual der City-Beautiful-Bewegung gelten (Abb. 1).[13]


Abb. 1: Werner Hegemann und Elbert Peets, Arkaden und Kolonnaden aus dem "American Vitruvius", 1922. Urbanität ist ein langer ruhiger Fluss: Arkaden und Kolonnaden sind als ewig wiederkehrende urbane Pathosformeln präsentiert. (Quelle: Hegemann, Werner; Peets, Elbert, The American Vitruvius. An Architects' Handbook of Civic Art, New York 1922)

Wenig überraschend leistete Italien, das Land der piazze, die schon Sitte so stark angeregt hatten, einen gewichtigen Beitrag zur Gestaltung des öffentlichen Raums im 20. Jahrhundert. Die Bauten und Pläne des Novecento im Mailand der 1920er und 30er Jahre, vor allem vertreten durch Giovanni Muzio und Giuseppe de Finetti, waren alle von einer Bejahung der modernen Großstadt geprägt und bereicherten den öffentlichen Raum mit modernisiert-klassizistischen Fassaden.[14] Besonders die Plätze und Straßen Marcello Piacentinis zelebrierten die italianità mit dem Rekurs auf antike, mittelalterliche und Renaissance-Vorbilder. Mit der Piazza della Vittoria in Brescia (1928-32) legte er im Herzen der Stadt einen architektonisch wohldefinierten Platz an, der mit Post, Banken, Geschäften, Cafés, Restaurants, Büro- und auch Wohnräumen eine typisch urbane Funktionsmischung bot, die auch unabhängig von seinen faschistischen Auftraggebern bestens funktioniert. Sein Entwurf der Via Roma in Turin (1935-37) basierte zwar auf dem Typus der römischen Kolonnadenstraße, diente aber modernen Zwecken von Büro- und Geschäftsbauten (Abb. 2).[15]


Abb. 2: Marcello Piacentini, Via Roma in Turin, 1935-37. Die Kolonnadenstraße bezieht sich ebenso auf den Ruhm des Römischen Imperiums wie sie Teil der zeitgenössischen internationalen "Civic Art" ist. (Quelle: Lupano, Mario, Marcello Piacentini, Rom 1991)

Die ästhetische und semantische Aufwertung des Stadtraumes durch kleinere Eingriffe und Monumente leistete José Plecnik in Ljubljana in den 1920er und 30er Jahren.[16] Ein typisch munizipales Projekt stellte die Errichtung des neuen Rathauses in Oslo nach den Plänen von Arnstein Arneberg und Magnus Poulsson dar. Zwischen 1930 und 1950 entstand nicht nur ein monumentaler städtischer Bau in reduktiv-modernistischen Formen, sondern ebenfalls ein zugehöriger Stadtplatz, der dem Vorbild des Campo in Siena folgte.[17] Zahllose andere demokratische Beispiele könnten belegen, dass die Formung klassischer öffentlicher Stadträume keineswegs eine Domäne der Diktaturen war und mit diesen desavouiert sei.

Hochhäuser als Generatoren von öffentlichen Räumen 1910-1950
Das Hochhaus als neuer Bautyp entstand in den USA im späten 19. Jahrhundert aus rein privatwirtschaftlichen Interessen und tendierte dazu, die öffentliche Sphäre rücksichtslos zu vereinnahmen. Schon bald nach seiner Erfindung jedoch versuchten Architekten, das Hochhaus zu domestizieren und der Stadt nutzbar zu machen. Neue metropolitane Stadträume wie sunken plazas, Boulevards mit Türmen, cours d'honneurs vor Hochhäusern oder Hochhäuser als points de vue im Straßennetz entstanden. Alle diese Beispiele – die wiederum vom kapitalistischen Westen bis zum sozialistischen Osten reichten – schufen wohl definierte Stadträume, im Unterschied zum antiurbanen Modell des isolierten Hochhauses im Grünen.

Erste Ideen, Wolkenkratzer zur Akzentuierung der Stadtsilhouette einzusetzen, entstanden 1909 sowohl in Amerika als auch in Europa. In ihrem "Plan of Chicago" schlugen Daniel Hudson Burnham und Edward Herbert Bennett ein neues Civic Center als Turmhaus vor; seine Ville de l'avenir präsentierte Eugène Hénard mit einem Kranz von Hochbauten.[18] Eines der prominentesten Beispiele einer Hochhausanlage, die neue öffentliche Räume in die Stadt einführte, ist das Rockefeller Center in New York (1929).[19] Auf privatem Baugrund legten die Investoren eine Esplanade, eine sunken plaza und eine Reihe von Dachgärten an und multiplizierten auf diese Weise die Ebenen des öffentlichen Raumes (Abb. 3). Darüber hinaus trug die Mischung von Geschäften, Cafés, Veranstaltungshallen, Kulturinstitutionen und Büroräumen, alles in Bauten untergebracht, die sich mit ihren exquisiten Fassaden an den Flaneur wendeten, dazu bei, dass einer der erfolgreichsten öffentlichen Räume in Manhattan entstand.


Abb. 3: Harvey Wiley Corbett, Entwurf für das Metropolitan Opera House (später Rockefeller Center) in New York, 1928. Flankierende Arkaden sollen einen Platz schaffen, der Michelangelos Kapitol in die moderne Hochhausstadt übersetzt. (Quelle: Balfour, Alan, Rockefeller Center. Architecture as Theatre, New York 1978)

Diesem Produkt kapitalistischer Spekulation lassen sich europäische Beispiele entgegenstellen, die ähnliches mit sozialistischem Hintergrund erreichten. Geradezu einen Urbanisierungssprung stellte die Errichtung von Les Gratte-Ciels (1930) als neuem Zentrum von Villeurbanne dar.[20] Hochhäuser mit Wohnungen und Geschäften säumten einen zentralen Boulevard, Hochhäuser markierten die Fluchtpunkte, ein Arbeiterpalast dominierte den öffentlichen Platz – all dies urbanisierte und monumentalisierte die proletarische Peripherie Lyons. Voller politischer Repräsentationsabsichten steckte Stalins Projekt zur Errichtung von Hochhäusern als Kranz um die neue Stadtkrone des turmartigen Sowjetpalastes (1949).[21] Diese Bauten besetzten nicht nur sinnvolle Orte im Gesamtplan der Stadt, sondern integrierten sich mit ihren unterschiedlichen Funktionen, ihrer städtebaulichen Ausrichtung auf Straßen und Plätze sowie mit ihrem Stil in die bestehende Großstadt. Wenn sie auch vom Sieg des Sozialismus über den Klassenfeind künden sollten, so folgten sie doch gerade Beispielen der kapitalistischen Bauproduktion in New York und zeigen einmal mehr, dass städtische und architektonische Formen nicht in den politischen Ambitionen ihrer Auftraggeber aufgehen müssen.

Traditionalistische Rekonstruktionen 1940-1960
Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg ist dafür berüchtigt, den Städten mehr Schaden zugefügt zu haben als die Zerstörungen des Krieges. Tatsächlich nutzten einige Planer die Chance, ihre Visionen einer durchgrünten, aufgelockerten und verkehrsgerechten Stadtlandschaft zu realisieren. Dagegen gab es aber – selbst in den Zeiten des florierenden Funktionalismus in Folge der "Charta von Athen" (1943) – zahlreiche Beispiele, die eine dichte städtische Bebauung zu rekonstruieren, wieder zu erfinden oder neu zu definieren trachteten. Ob Traditionalismus in Westdeutschland, Sozialistischer Realismus in Osteuropa, ob moderner Klassizismus in Frankreich oder Townscape-Bewegung in Großbritannien – alle diese Richtungen planten nicht die Auflösung der Städte, sondern folgten einem dezidiert urbanen Ideal.

Selbst in London – bekannt für seine Garden Cities Letchworth (1903) und Welwyn (1920), den avantgardistisch-linearen MARS-Plan (1942) und den pragmatisch-dezentralisierenden Abercrombie-Plan (1944) – bestand die erste Reaktion of die Zerstörung durch deutsche Bombenangriffe im klassisch-metropolitanen Plan der Royal Academy mit der Unterstützung durch Edwin Landseer Lutyens (1942). Sein System von Boulevards und squares und seine dichten Stadtblöcke können als Adaptierung von Haussmanns Paris an die Anforderungen des 20. Jahrhunderts gedeutet werden.[22] In Frankreich bildete der Wiederaufbau von Le Havre nach den Plänen von Auguste Perret (1945) das umfassendste Beispiel von Modernisierung, die dennoch einem urbanen Ideal mit klassischen Stadtelementen wie Boulevard, Platz, Block und Monument folgte. Selbst die Architektur – vom Meister des Stahlbetons ganz modern konstruiert – lehnte sich mit Kolonnaden, stehenden Fensterformaten und tektonischer Fassadengliederung an die Tradition des französischen Klassizismus an (Abb. 4).[23]


Abb. 4: Auguste Perret, Rue de Paris in Le Havre, 1945-50. Kolonnaden und tektonisch gegliederte Fassaden formen eine modernisierte Version des französischen Klassizismus und der Rue de Rivoli in Stahlbeton. (Quelle: Abram, Joseph (Hgg.), Les frères Perret. L'oeuvre complète, Paris 2000)

In Osteuropa herrschte das Diktat des Sozialistischen Realismus, das eine Rekonstruktion der Stadtzentren mit traditionellen Stadtelementen und Architekturstilen vorsah, auch wenn die neuen Bauten meist einen völlig neuen Maßstab in die bestehenden Städte brachten.[24] Das überzeugendste Beispiel eines neuen Stadtplatzes in der DDR bietet der Altmarkt in Dresden nach den Plänen von Herbert Schneider und Johannes Rascher (1952), dessen neubarocke Stadthäuser mit ihren Arkaden und ihrer Nutzungsmischung von Geschäften, Cafés, Büro- und Wohnräumen in sozialistischen wie kapitalistischen, in totalitären wie in demokratischen Zeiten gleichermaßen gut funktionieren.[25] Selbst in der Bundesrepublik folgten einige Wiederaufbauplanungen nicht der antiurbanen Grün- und Verkehrsideologie. Das erfolgreichste Beispiel einer traditionsbewussten Modernisierung im großstädtischen Maßstab stellt wohl München dar, dessen innerstädtische Straßenzüge zumeist das Resultat dezenter Stadthäuser der 1950er Jahre sind.[26] Desurbanisierung war nach dem Zweiten Weltkrieg keine historische Notwendigkeit, sondern eine dezidierte Position, zu der es gewichtige Gegenpositionen gab.

Restaurierung historischer Stadtzentren 1960-1980
Nach den ersten Erfahrungen mit modernistischen Städtebauprojekten, die bisweilen ganze Stadtquartiere flachlegten, gewann die Frage der Erhaltung historischer Bauten, Viertel und Städte eine neue Dringlichkeit. Der Denkmalschutz wurde auf die Umgebung einzelner Monumente ausgedehnt, ganze Städte konnten einen geschützten Status erlangen. Die Erhaltung historischer Bausubstanz war das eine, die Weiterentwicklung der Städte mit Rücksicht auf das Bestehende war das andere. Hierfür wurde die Theorie der urbanen Typologie entwickelt, die ein Entwerfen gemäß den Regeln historischer Bautypen ermöglichen sollte, ohne dabei exakt kopieren zu müssen. Dies unterstrich zum einen die Rolle der Architektur im Städtebau, andererseits betonte es die kulturellen Aspekte der Stadt und ihre notwendige Gebundenheit an die Geschichte.

Saverio Muratori entwickelte in seinen "Studi per una operante storia urbana di Venezia" (1960) die Technik des typologischen Stadtplans, der nicht allein öffentliche Räume und Bauten, sondern auch Pläne der Privathäuser zeigte, um die Haustypen erkennen zu können. Diese Methode inspirierte Aldo Rossi zu seiner Theorie der Stadtarchitektur in "L'architettura della città" (1966), bei der er zwischen primären Elementen (den monumentalen Bauten) und gewöhnlichen Stadthäusern unterschied. Während die Monumentalbauten oftmals physisch die Zeiten überdauerten, würden die Privatbauten in kürzeren Fristen erneuert, behielten dabei aber zumeist ihren Typus bei. Indem so die bestehende Architektur für die Stadt bestimmender wurde als die jeweils aktuelle Funktion, kehrte er gleichfalls das funktionalistische Dogma der "Charta von Athen" um. Im Fall der Restaurierung des Stadtzentrums von Bologna in den 1970er Jahren wurde diese Theorie flächendeckend verwendet.[27] Während historische Monumente in ihrer physischen Integrität bewahrt wurden, wurden die Wohnhäuser analog den historischen Typen restauriert und modernisiert.

Revitalisierung amerikanischer Städte 1960-2000
In Amerika, wo der Geist der Urbanität seit dem 19. Jahrhundert zwischen dem puristischen Traum vom Landleben und den ungebremsten Interessen der privaten Spekulation unterzugehen drohte, war die Produktion von Municipal Spirit und Civic Art stets eine kritische Aufgabe. Deshalb verwundert es nicht, die früheste Kritik an modernistischen Planungsstrategien und die Forderung nach Bürgerbeteiligung in den USA entstehen zu sehen. Ästhetische, soziale, politische und ökonomische Aspekte wurden kombiniert, um Revitalisierungsstrategien für amerikanische Städte zu entwickeln. Dies mündete in die Bewegung des New Urbanism, der als umfassendes Urbanisierungsprogramm des Suburban Sprawl die heute kohärenteste Städtebaubewegung darstellt.

Die einflussreichen Publikation zu Beginn dieser Periode waren Kevin Lynchs "The Image of the City" (1960) und Jane Jacobs' "Death and Life of Great American Cities" (1961). Der erstere untersuchte die Lesbarkeit der Stadt, indem er Wahrnehmungsweisen des Individuums analysierte und fünf wesentliche Elemente der Orientierung extrapolierte: Wege, Grenzen, Gebiete, Knotenpunkte und Monumente. Die letztere führte essentielle Theoreme wie Funktionsmischung, soziale Durchmischung und die Vermischung von Architekturen aus unterschiedlichen Zeiten in die Stadtplanung ein. Beide kritisierten eine funktionalistische Planungsideologie, noch bevor diese zu ihren eigentlichen Zerstörungstaten schreiten sollte. Erst in den 1970er Jahren sollten mit Baltimores Harbour Place und Bostons Quincy Market (1976) Projekte entstehen, die innerstädtische Gebiete mit ihren historischen Bauten und öffentlichen Stadträumen revitalisierten.[28] Als Pionierprojekt einer stadtkonformen Erweiterung fungierte Battery Park City in New York, bei der sich 1979 in den Plänen von Alexander Cooper und Stunton Eckstut die Planungsideologie von autonomen Megastrukturen zu einer Fortsetzung des Stadtrasters von Manhatten wandelte.[29] Auch die Bauten Cesar Pellis versuchten, das Bild von Art-Deco-Wolkenkratzer zu evozieren.

Mit der Anlage von Seaside in Florida nach den Plänen von Andres Duany, Elisabeth Plater-Zyberk und Leon Krier (1980), bei dem sich erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg eine neue Ansiedlung an traditionellen Stadtstrukturen orientierte, entstand in den USA die Bewegung des New Urbanism. Nach anfänglicher Konzentration auf die Urbanisierung suburbaner Wohngebiete entwickelte sie umfassende Stadtkonzepte, die mittlerweile auch in den Zentren der Metropolen wie beispielsweise Chicago oder Milwaukee angekommen sind.[30] Im Mittelpunkt steht die Überwindung der etwa von Richard Sennett kritisierten Monadisierung der Stadtgesellschaft durch fußgängerfreundliche Stadträume mit gemischten Funktionen und ansprechenden Architekturen, die einen neuen städtischen Gemeinsinn ermöglichen sollen. Mit "The New Civic Art" legten 2003 Andres Duany, Elisabeth Plater-Zyberk und Robert Alminana ein umfassendes Manual der Bewegung vor, das sich mit seiner Anspielung auf die oben erwähnte "Civic Art" von Hegemann und Peets absichtsvoll in eine langfristige Städtebautradition stellt.

Reparation von Industrialisierung und Modernisierung in europäischen Städten 1970-2000
Die Postmoderne im Städtebau war eine direkte Reaktion auf die Planungsstrategien der avantgardistischen Moderne. Zunächst wurde in polemischen Essays der Verlust urbaner Kultur beklagt, dann entstanden theoretische Projekte zur Reparation des Stadtraums, schließlich wurden modellhafte Planungen realisiert. Hinzu trat die Notwendigkeit, innerstädtische Areale, die im Zuge der Deindustrialisierung verlassen worden waren, in den städtischen Kontext einzubinden. Ansätze wie die Kritische Rekonstruktion in Deutschland, die Stadterneuerung in Spanien, die Typomorphologie in Frankreich und die Urban Renaissance in Großbritannien zielen alle auf eine Reparation der städtischen Textur, der öffentlichen Sphäre und der städtischen Kultur.

Die ersten kritischen Stimmen an den zerstörerischen Folgen antiurbaner Modernisierung erhoben sich in Deutschland schon bald. Wolf Jobst Siedler prangerte 1964 in "Die gemordete Stadt" den Verlust urbaner Kultur vor allem unter einem ästhetischen Blickwinkel an. Alexander Mitscherlich stellte dem 1965 in "Die Unwirtlichkeit unserer Städte" einen psychologischen und soziologischen Blickwinkel zur Seite. Doch bis zu ersten Reformprojekten sollten noch einige Jahre vergehen. 1973 erarbeitete Rob Krier eine grundlegende Studie zum Umbau der Innenstadt von Stuttgart. [31] An Stelle offener Stadtbrachen und stadtzerschneidender Autobahnen sah er architektonisch wohl definierte Platzsequenzen vor, die die Innenstadt dem Fußgänger zurückgeben sollten. Umgesetzt wurden solche Strategien der Stadtreparatur auf der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Berlin 1984/87 unter Josef Paul Kleihues.[32] Unter dem Stichwort der "Kritischen Rekonstruktion" wurde der Stadtplan in Anlehnung an traditionelle Elemente repariert und ergänzt. Die Bauten folgten traditionellen Typologien, spiegelten aber die ganze stilistische Breite der zeitgenössischen Architekturszene wieder. Diese Planungsphilosophie wurde dann zur Grundlage der Stadtbaupolitik nach der Wiedervereinigung 1990. Am Potsdamer Platz entstand ein extrem dichtes, durchmischtes und belebtes Quartier auf der Basis eines gewöhnlichen Blockrasters mit der Absicht, ein "europäisches Stadtquartier" zu errichten. [33] Besonders die Bauten Hans Kollhoffs bemühen sich um eine architektonische Definition von Urbanität (Abb. 5).


Abb. 5: Hans Kollhoff, Walter-Benjamin-Platz in Berlin, 1995-2001. Der Archetyp der Kolonnadenstraße ist hier zum Platz umgedeutet, tektonisch gegliederte Fassaden knüpfen an lokale klassizistische Stadtarchitektur an. (Quelle: Kollhoff, Hans, Architektur, München 2002)

Barcelona nach den Plänen von Oriol Bohigas ab 1980 ist ein weiteres führendes Beispiel der stadtkonformen Modernisierung.[34] Je nach Ort war hier die Strategie unterschiedlich: Erweiterungen folgten dem Modell des reformierten Blocks auf der Basis von Ildefonso Cerdàs historischem Plan, die mittelalterliche Innenstadt wurde vor allem durch das Einfügen neuer Plätze aufgewertet, womit zugleich die hygienischen Wohnbedingungen und der öffentliche Raum verbessert wurden. Auch Paris erlebte in den 1980er Jahren die Rückkehr zur traditionellen Stadt: Neue Wohnquartiere wie etwa in Bercy folgten der Typologie des städtischen Blocks, neue öffentliche Monumente wie die Grands Projets von François Mitterand markierten entscheidende Punkte des bestehenden Stadtnetzes.[35] Alle diese europäischen Projekte – zumeist von sozialdemokratischen Regierungen initiiert – zielten auf eine Erneuerung der städtischen Kultur und des Bürgersinns durch die Einbeziehung unterschiedlicher sozialer Gruppen und Schichten, die Definition öffentlicher Stadträume, die Kombination unterschiedlicher Nutzungen und die Fortsetzung traditioneller Stadttypologien und -architekturen.

Zusammenfassung
Dieser Überblick zeigt, dass Stadtplanung im 20. Jahrhundert keineswegs nur avantgardistischen Modellen folgte, die es auf eine Überwindung und Auflösung der Stadt abgesehen hatten. Trotz Gartenstadt, linearer Stadt, aufgelockerter Stadt, verkehrsgerechter Stadt, zonierter Stadt und Stadtlandschaft gab es das ganze 20. Jahrhundert hindurch Initiativen und Bewegungen, die an Modellen der dichten Stadt arbeiteten, d.h. einer Stadt, die durch zusammenhängende Bebauung, klar definierte öffentliche Räume, städtische Architektur, Mischung der Nutzungen, soziale Durchmischung und historische Kontinuität, kurzum: durch Urbanität geprägt war. Ein Ende der Urbanisierung ist keineswegs in Sicht, im Gegenteil: Die bewussten Urbanisierungstendenzen mit der Absicht, Stadtkultur zu schaffen, haben sich gerade in den letzten 25 Jahren weltweit massiv verstärkt.

Diese Erkenntnisse haben zum einen Folgen für die Historiografie der Stadt und des Städtebaus im 20. Jahrhundert. Es ist nicht länger angemessen, die antiurbanen Heroen der Avantgarde wie Howard, Taut, Gropius, Le Corbusier oder Wright als die entscheidenden Ideengeber darzustellen. Weitaus nachhaltiger – sowohl in Hinsicht auf die Substanz ihrer Theorien als auch den Erfolg ihrer gebauten Beispiele – sind dagegen die Beiträge von Sitte, Burnham, Hegemann, Berlage, Saarinen, Piacentini, Perret oder Rossi, um neben den zahlreichen weniger bekannten Stadtbaumeistern ein paar heldenfähige Namen zu nennen. Es wäre eine zentrale Aufgabe der Stadtbaugeschichte, die sozusagen anonyme Stadtarchitektur zu untersuchen, die selbst zwischen 1930 und 1980 dem traditionellen Muster des Stadthauses im urbanen Block folgte, meist mit Funktionsmischung von Geschäften im Erdgeschoss und Wohn- oder Büroräumen in den oberen Geschossen sowie einer urbanen Fassade zur Straße.

Zum anderen haben sie Folgen für das Verständnis von Urbanisierung und Urbanität. Hier gilt es, die gebaute städtische Form und die Stadtkultur als unhintergehbare Faktoren mit einzubeziehen. Nicht jeder politische Wechsel hat entscheidende Folgen für den Städtebau, nicht jede soziale Veränderung erfordert eine Veränderung der Stadtform, nicht jede ökonomische Entwicklung schlägt sich automatisch im Stadtbild nieder, nicht jede technische Innovation hat Folgen für das Stadtbild. Die gebaute Stadt entwickelt im Lauf der Geschichte ein Eigenleben, die Stadtkultur entwickelt eine Sphäre mit eigenen Gesetzlichkeiten. In diesem Sinn sind Sebastien Merciers Beschreibungen des Pariser Stadtlebens aus den 1780er Jahren unseren Vorstellungen von Urbanität noch erstaunlich viel näher als aktuelle Visionen des Global Village – ungeachtet aller politischen, sozialen, ökonomischen und technischen Revolutionen, die in der Zwischenzeit stattgefunden haben. Und dies hat weniger mit der Antiquiertheit unserer Vorstellungen von Urbanität zu tun, als vielmehr mit der Dauerhaftigkeit des Gegenstands selbst.

Wolfgang Sonne ist Lecturer für Geschichte und Theorie der Architektur am Department of Architecture der University of Strathclyde in Glasgow. E-Mail: w.sonne@strath.ac.uk

Literaturempfehlungen:
Cohen, Jean-Louis, Urban Architecture and the Crisis of the Modern Metropolis, in: Koshalek, Richard; Smith, Elizabeth A. T. (Hgg.), At the End of the Century. One Hundred Years of Architecture, Los Angeles 1998, S. 229-274.
Dethier, Jean; Guiheux, Alain (Hgg.), La Ville. Art et architecture en Europe 1870-1993, Paris 1994.
Duany, Andres; Plater-Zyberk, Elizabeth; Speck, Jeff, Suburban Nation. The Rise of Sprawl and the Decline of the American Dream, New York 2000.
Koolhaas, Rem, Delirious New York. A Retroactive Manifesto for Manhatten, London 1978.
Magnago Lampugnani, Vittorio, Architektur und Städtebau des 20. Jahrhunderts, Stuttgart 1980.
Sonne, Wolfgang, Culture of Urbanity. Traditions of Center Planning in 20th Century Urbanism, Ausstellungsposter, Zurich 2000, siehe: <http://web.bsu.edu/perera/iphs/Exhibition1.htm> (10.09.2006).
Ward, Stephen V., Planning the Twentieth-Century City. The Advanced Capitalist World, Chichester 2002.

Anmerkungen:
[1] Hall, Peter, Cities of Tomorrow. An Intellectual History of Urban Planning and Design in the Twentieth Century, Oxford 1988; Dethier, Jean; Guiheux, Alain (Hgg.), La Ville. Art et architecture en Europe 1870-1993, Paris 1994; Cohen, Jean-Louis, Urban Architecture and the Crisis of the Modern Metropolis, in: Koshalek, Richard; Smith, Elizabeth A. T. (Hgg.), At the End of the Century. One Hundred Years of Architecture, Los Angeles 1998, S. 229-274; Ward, Stephen V., Planning the Twentieth-Century City. The Advanced Capitalist World, Chichester 2002.
[2] Sonne, Wolfgang, Culture of Urbanity. A New Approach to 20th Century Urban Design History, in: Journal of the Scottish Society for Art History 10 (2005), S. 55-63; Sonne, Wolfgang, Culture of Urbanity. Traditions of Center Planning in 20th Century Urbanism, Ausstellungsposter, Zürich 2000, vgl. <http://web.bsu.edu/perera/iphs/Exhibition1.htm> (10.09.2006).
[3] Geisert, Helmut, Reformmodelle für das städtische Wohnen, in: Kahlfeldt, Paul; Scheer, Thorsten; Kleihues, Josef Paul (Hgg.), Stadt der Architektur – Architektur der Stadt. Berlin 1900-2000, Berlin 2000, S. 41-51.
[4] Sonne, Wolfgang, Ideen für die Großstadt. Der Wettbewerb Groß-Berlin 1910, in: Kahlfeldt; Scheer; Kleihues (Hgg.) Stadt der Architektur (wie Anm. 3), S. 66-77; Sonne, Wolfgang, Representing the State. Capital City Planning in the Early Twentieth Century, München 2003, S. 123-129.
[5] Hierl, Rudolf, Erwin Gutkind 1886-1968. Architektur als Stadtraumkunst, Basel 1992.
[6] Beattie, Susan, A Revolution in London Housing. LCC Housing Architects and their Work 1893-1914, London 1980.
[7] Dumont, Marie-Jeanne, Le logement social à Paris 1850-1930. Les habitation à bon marché, Liège 1991.
[8] Cohen, Jean-Louis; Lortie, André, Des fortits au périf. Paris, les seuils de la ville, Paris 1992.
[9] Stieber, Nancy, Housing Design and Society in Amsterdam. Reconfiguring Urban Order and Identity 1900-1920, Chicago 1998.
[10] Faber, Tobias; Kant Dovey, Kirsten; Fisker, Steffen, Kay Fisker, Kopenhagen 1995.
[11] Collins, George R.; Crasemann Collins, Christiane, Camillo Sitte. The Birth of Modern City Planning, New York 1986; Sonne, Wolfgang, Politische Konnotationen des malerischen Städtebaus, in: Semsroth, Klaus u.a. (Hgg.), Kunst des Städtebaus. Neue Perspektiven auf Camillo Sitte, Wien 2005, S. 63-89.
[12] Peterson, Jon A., The Birth of City Planning in the United States 1840-1917, Baltimore 2003; Sonne, Representing the State (wie Anm. 4), S. 63-77.
[13] Crasemann Collins, Christiane, Werner Hegemann and the Search for Universal Urbanism, New York 2005; Sonne, Wolfgang, Bilder, Geschichte und Architektur. Drei wesentliche Bestandteile der Städtebautheorie in Werner Hegemanns und Elbert Peets' American Vitruvius, in: Scholion. Bulletin der Stiftung Bibliothek Werner Oechslin 2 (2002), S. 122-133.
[14] Burg, Annegret, Stadtarchitektur Mailand 1920-1940. Die Bewegung des "Novecento Milanese" um Giovanni Muzio und Giuseppe de Finetti, Basel 1992.
[15] Lupano, Mario, Marcello Piacentini, Rom und Bari 1991.
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Zitation
Kultur der Urbanität. Die dichte Stadt im 20. Jahrhundert, in: H-Soz-Kult, 13.09.2006, <www.hsozkult.de/debate/id/diskussionen-775>.
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13.09.2006
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