Licht (d)es Mittelalter(s)

Licht (d)es Mittelalter(s)

Veranstalter
Arbeitskreis mediävistischer NachwuchswissenschaftlerInnen
Veranstaltungsort
Hochschule für Musik und Theater, Rostock
PLZ
18055
Ort
Rostock
Land
Deutschland
Vom - Bis
02.09.2022 - 03.09.2022
Deadline
31.10.2021
Von
Claudia Höhle (Hochschule für Musik und Theater Rostock), Dr. des. Nadine Holzmeier, Kea Junker, Anna Krey, Hanna Wichmann (alle Historisches Institut, Universität Rostock)

Die Tagung rückt „Licht“ in den Fokus und soll Geistes-, Kultur- und Naturwissenschaftler:innen ansprechen, deren mediävistische Forschungsprojekte das Thema in seinen materiellen, rituellen, sprachlichen und natürlichen Dimensionen aufgreifen.

Licht (d)es Mittelalter(s)

Als die Vereinten Nationen für 2015 das „International Year of Light“ ausriefen, blieb eine Resonanz innerhalb der Geisteswissenschaften weitgehend aus. Während die Thematik „Licht“ beispielsweise im Rahmen der mediävistischen Kunstgeschichte naheliegt und vielschichtig bearbeitet wird, ist sie in der allgemeinen Geschichte des Mittelalters gegenwärtig kaum präsent. Schnittmengen gäbe es mit deren aktueller Hinwendung zu sinnlichen Wahrnehmungen der Umwelt durch die Menschen. Die damit verbundenen Fragestellungen erfordern neue methodische Zugänge zu den Quellen und Objekten.

Welche neuen Ansätze die Auseinandersetzung mit Licht in der Mediävistik ermöglicht, soll im Rahmen der geplanten, trans- und interdisziplinär angelegten Tagung diskutiert werden. Sie möchte Forschende aus geistes-, kultur- und naturwissenschaftlichen Fächern ansprechen, deren Projekte „Licht“ fokussieren oder berühren. Dabei sind neben Beiträgen aus der universitären Forschung auch solche aus anderen Einrichtungen der Wissenschaft und Vermittlung, wie Archiven, Museen, Bibliotheken und außeruniversitären Instituten, willkommen.

Mögliche Themenfelder:

Von der Lebensgrundlage zum Kult
Neben dem Fokus auf einzelne kulturelle Praktiken sind auch die Prozesse interessant, in denen die Notwendigkeit des Lichts für das Überleben und die Nutzung künstlicher Beleuchtung im Alltag zu rituellen Handlungen führten, seien es Feuerriten oder die Verwendung von Licht als Symbol in der öffentlichen Kommunikation und in hagiographischen Texten. Auch Deutungen von Lichterscheinungen und -metaphoriken in vergleichender kultureller Perspektive sind willkommene Forschungsthemen.

Geographische Bedingungen
Für die Frage, wie in Bezug auf die oben geschilderten Phänomene unterschiedliche Konzepte entstehen, ist die geographische Lage besonders relevant. Welche entsprechenden Zusammenhänge lassen sich untersuchen und aufzeigen? Werden durch Erkenntnisse im Rahmen der Klimaforschung Verbindungen zu Mythen oder Riten erkennbar? Lassen sich daran Ausgangspunkte von Kulturtransfers festmachen?

Regionale Verflechtungen
Durch den Bedarf im Alltag, die rituelle Verwendung und repräsentative Funktionen von Licht entwickelten sich Formen künstlichen Lichts zu einem Wirtschaftsfaktor. Wer hatte Zugang, wie gestalteten sich Innovationen, Wirtschaftszweige und Handelsbeziehungen, zu welchen regionalen Verflechtungen oder sozialen Veränderungen führten diese? Auch die Zusammenhänge zwischen Lichtverhältnissen und agrarhistorischen Entwicklungen, beispielsweise in Bezug auf Migration und Nutzpflanzentransfer, sind hier von Interesse.

Zwischen Wahrnehmung und Erkenntnisgewinn
Licht als sinnlich erfahrbares Phänomen führt in verschiedenen Kulturen zu jeweils anderen Wahrnehmungen. Welche Interpretationen von Lichtbeobachtungen zeigen sich hier? Schon in der Vormoderne war Licht auch Objekt „wissenschaftlicher“ Untersuchungen. Welche Erkenntnisse auf den Gebieten der Optik, Astrologie beziehungsweise Astronomie oder welche allgemeinen Erklärungskonzepte für Lichterscheinungen sowie unterschiedlichen Ansätze ihrer Erforschung es gab, ist hier von Interesse. Spielte Licht außerdem auch in Konzepten von Gesundheit, Krankheit und Heilung eine Rolle?

Lichtinszenierung in Kunst- und Bauwerk
Die Bedeutung und Inszenierung des Lichts in der bildenden und darstellenden Kunst ist offensichtlich und von der Kunstgeschichte gut untersucht. Erweiterte Perspektiven entstehen durch die Betrachtung der Zusammenhänge mit theatraler Praxis, Musik und Literatur. Auch wie Licht in Bauwerken, Gärten und Außenanlagen berücksichtigt wurde oder inwieweit es um das Arrangement von Licht ging, kann hier besondere Beachtung finden. Ein neues Themenfeld bieten daran anknüpfend Fragen nach Lichtinszenierungen bei der Präsentation von Artefakten in der Gegenwart. Welche Überlegungen für die Rekonstruktion von Geschichte spielen hier eine Rolle?

Diese Themenfelder verstehen sich als Anregungen, aber es sind selbstverständlich weitere Fragestellungen und Forschungsideen willkommen. Geplant sind jeweils 20-minütige Beiträge, denen sich eine Diskussion anschließen soll. Neben dieser klassischen Form können auch anders gestaltete Beitragsformate vorgeschlagen werden. Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch.

Die in Präsenz geplante Tagung wird vom Arbeitskreis mediävistischer Nachwuchswissenschaftler:innen der Universität Rostock (https://www.mediaevistik.uni-rostock.de) veranstaltet und findet am 02. und 03. September 2022 im ehemaligen Katharinenstift, der heutigen Hochschule für Musik und Theater Rostock, statt. Die Veranstalterinnen bemühen sich um eine Förderung für Reise und Unterkunft. Auch eine Veröffentlichung der Beiträge wird angestrebt.

Wir freuen uns ausdrücklich auf Vorschläge von Beitragenden aller Qualifikationsstufen. Ihren Vortragstitel mit Abstract und kurzen biographischen Angaben (insgesamt maximal zwei Seiten) senden Sie bitte an: Claudia Höhle, licht-mittelalter@uni-rostock.de. Der Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2021.

Kontakt

Claudia Höhle
E-Mail: licht-mittelalter@uni-rostock.de

Redaktion
Veröffentlicht am
20.09.2021
Beiträger
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