Themenheft 'Reparieren – oder die Lebensdauer der Gebrauchsgüter'

Themenheft 'Reparieren – oder die Lebensdauer der Gebrauchsgüter'

Veranstalter
Reinhold Reith / Georg Stöger, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Universität Salzburg
Ort
Salzburg
Land
Austria
Vom - Bis
19.04.2009 -
Deadline
19.04.2009
Von
Georg Stöger

Während sich die Volkskunde mit dem Reparieren und dem "Umgang mit den Dingen" wiederholt beschäftigt hat, ist diese Thematik in der Technikgeschichte nur am Rande wahrgenommen worden – sie hat sich primär für die Neuproduktion interessiert. Das Reparieren gehört jedoch zu unserer Alltagserfahrung und ist unauflöslich – durch die Ermüdung oder den Defekt von Artefakten – mit der Technik verbunden. Besonders in weniger entwickelten Ökonomien (in Entwicklungsländern, aber auch in postsozialistischen Staaten) kommt dem Reparieren im Sinne einer Nutzungsverlängerung von Gebrauchsgütern eine erhebliche Relevanz zu.
Durch ein Themenheft "Reparieren" der Zeitschrift Technikgeschichte soll dieses Desiderat zumindest ansatzweise behoben werden, wobei das Thema aus der Sicht der Technikgeschichte und verwandter Disziplinen ausgelotet werden soll. Zur Vorbereitung des Themenheftes wird ein Workshop stattfinden, auf dem verschiedene Zugänge diskutiert werden sollen, die dann im Themenheft gemeinsam publiziert werden. Bei dieser Annäherung an das Themenfeld der Reparatur sind verschiedene Perspektiven möglich: das Thema soll zeitlich und räumlich übergreifend behandelt werden, somit von vormodernen Ökonomien (in denen die systematische Verlängerung der Nutzungsdauer vor dem Hintergrund hoher Materialkosten zentral war) bis zur postmodernen Wegwerfgesellschaft reichen und dabei den europäischen Raum ebenso umfassen wie außereuropäische Gesellschaften. Folgende Forschungsgebiete und -fragen wären nahe liegend (weitere Themenvorschläge können gerne eingebracht werden):
- Reparieren und Konstruieren (Reparaturfreundlichkeit)
- Geschichte des Ersatzteils
- Innovation durch Reparieren
- Reparieren in Kriegswirtschaften
- Reparieren und Organisieren in der SBZ/DDR
- Reparieren in Wegwerfgesellschaften
- Reparieren als Erwerbsmöglichkeit sozialer oder gesellschaftlicher Randgruppen
- Autoreparatur (Berufsbilder, Werkstätten, Pannendienste)
- Basteln, Renovieren und Reparieren als Freizeittätigkeit ("DIY – do it yourself")
- Sozialisation: Handarbeiten und Werken
- ökologische Dimension der Verlängerung der Nutzungsdauer
- Konzeptionen und Philosophien des Restaurierens im musealen Bereich ("Restaurieren heißt nicht wieder neu machen"?)

Einen kurzen Überblick zur Thematik gibt: Reinhold Reith, Reparieren: Ein Thema der Technikgeschichte?, in: R. Reith u. D. Schmidt (Hg.), Kleine Betriebe - angepasste Technologie? Münster u. New York 2002, S. 139-161. Bei Interesse bitte bis zum 19. April 2009 ein kurzes abstract (eine Seite) an georg.stoeger@sbg.ac.at senden. Ein Workshop ist für das Frühjahr 2010 vorgesehen, auf dem dann die für das Themenheft (Publikation Ende 2010) vorgesehenen Beiträge diskutiert werden sollen.

Reinhold Reith u. Georg Stöger (Wirtschafts- und Sozialgeschichte; Universität Salzburg)

Programm

Kontakt

Georg Stöger

FB Geschichte
Universität Salzburg

georg.stoeger@sbg.ac.at