Summer School "Partizipation als Versprechen und Forderung der Moderne"

Summer School "Partizipation als Versprechen und Forderung der Moderne"

Veranstalter
Promotionsprogramm "Kulturen der Partizipation", Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Veranstaltungsort
Oldenburg
Ort
Oldenburg
Land
Deutschland
Vom - Bis
14.09.2016 - 18.09.2016
Deadline
31.05.2016
Von
Christine Steinseifer-Jeske

NEUE Bewerbungsfrist/NEW application deadline: 31. Mai 2016

Partizipation als Versprechen und Forderung der Moderne

Mit dem Begriff der Partizipation beschreiben sich moderne westliche
Gesellschaften als Gesellschaften, in denen die Teilnahme und Teilhabe
aller (oder möglichst vieler) nicht nur gewährleistet, sondern zugleich
auch eingefordert wird. Diese Bezugnahme auf Partizipation als Kategorie der Selbstbeschreibung erfolgt auf ganz unterschiedliche Weise und in ganz verschiedenen Kontexten und findet sich etwa in Verfassungstexten, im Rahmen von Inklusionskonzepten in Bildungsdebatten oder in der Rhetorik sozialer Bewegungen.

In diesen Kontexten wird in der Regel auf positiv normative Weise auf
den Begriff der Partizipation Bezug genommen. Mit anderen Worten: Die Idee der Partizipation ist hier die einer aktiven Partizipation, welche das Resultat einer als autonom und selbstständig verstandenen
Entscheidung ist ("Ich will und kann an etwas teilnehmen bzw.
teilhaben").
Durch diese begriffliche Zuspitzung, aus der sich auch die Vorstellung passiver Partizipation (der jene autonome und selbstständige Entscheidung eben nicht vorausgeht) ableiten lässt, ergibt sich nun eine grundlegende Voraussetzung für aktive Partizipation: Jemand kann nur aktiv partizipieren, wenn er oder sie nicht schon von vornherein Teil ist. Aktive Partizipation bedarf also zunächst einer Pluralität von Partizipationskontexten, die für Ein- und Austritte offen sind. Daraus wiederum resultieren eine Reihe von Ambivalenzen: Denn einerseits geht die Idee aktiver Partizipation mit der Vorstellung eines autonomen Akteurs einher, andererseits werden diese Akteure erst über die Partizipation an gesellschaftlichen Teilbereichen als partizipierende Subjekte hervorgebracht. In einigen Fällen begrenzen die Teilbereiche jedoch die zugesagte Autonomie und damit die zahlreichen Möglichkeiten, zu partizipieren, indem sie die Akteure/Subjekte/Personen übermäßig vereinnahmen. Diese Argumentation ist häufig der Anlass einer Kritik an Ökonomisierung, Oligarchisierung, Stratifizierung der Weltgesellschaft, Verwissenschaftlichung, Kontrollgesellschaft, Neoliberalismus, Politisierung uvm. Folglich, so scheint es, kann die Partizipation an Teilbereichen einer Gesellschaft den Autonomieanspruch verunmöglichen, der für die Idee aktiver Partizipation grundlegend ist. Dieser Umstand gewinnt an zusätzlicher Komplexität, wenn das normative Autonomieversprechen und die Differenzierung moderner Gesellschaften nicht nur gleichursprünglich, sondern wechselseitige Bedingung füreinander sind, und kann dementsprechend auch als spezifisch modernes Paradox gelesen werden: aus der Möglichkeit zu partizipieren - "Du darfst partizipieren" - wird ein Imperativ, der zur Freiheit aufruft - "Du musst partizipieren" bzw. "Du musst freiwillig und aktiv partizipieren wollen".

Programm

Vorträge und Workshops (u.a.)
Ulrich Bröckling (Freiburg), Martin Butler (Oldenburg), Sebastian Haunss (Bremen), Rüdiger Heinze (Braunschweig), Anton Kirchhofer (Oldenburg), Gesa Lindemann (Oldenburg), Wilfried Nippel (Berlin), Kathrin Peters (Berlin), Michael Sommer (Oldenburg), Markus Spöhrer (Konstanz), Rüdiger Voigts (Braunschweig), Wil Verhoeven (Groningen)

Die Summer School bietet kleine thematisch ausgerichtete Workshops und tägliche Vorträge. In gemeinsamen Plenumsveranstaltungen werden die Themen und Ergebnisse aus den Workshops aufgegriffen und mit allen Teilnehmenden diskutiert.

Die Summer School ist geöffnet für DoktorandInnen aus den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften und ermöglicht den Teilnehmenden einen intensiven interdisziplinären Austausch.

Weitere Informationen zur Bewerbung und zur Veranstaltung finden Sie unter:
https://www.uni-oldenburg.de/cultures-of-participation/events/summer-school-2016/

Participation as a Promise and Claim of Modernity
Call for Applications (English version):
https://www.uni-oldenburg.de/en/cultures-of-participation/events/summer-school-2016/

Kontakt

Christine Steinseifer-Jeske
Koordinatorin Promotionsprogramm "Kulturen der Partizipation"
partizipation@uni-oldenburg.de

https://www.uni-oldenburg.de/kulturen-der-partizipation/veranstaltungen/summer-school-2016/
Redaktion
Veröffentlicht am
22.03.2016
Klassifikation
Weitere Informationen
Land Veranstaltung
Sprache Veranstaltung
Sprache Beitrag