Scheitern in den Wissenschaften – Perspektiven der Wissenschaftsforschung

Scheitern in den Wissenschaften – Perspektiven der Wissenschaftsforschung

Veranstalter
Dr. Michael Jungert, Zentralinstitut für Wissenschaftsreflexion und Schlüsselqualifikationen, FAU Erlangen-Nürnberg
Veranstaltungsort
Universität Erlangen-Nürnberg, Neues Hörsaalzentrum
Gefördert durch
VolkswagenStiftung
PLZ
91054
Ort
Erlangen
Land
Deutschland
Vom - Bis
16.09.2021 - 17.09.2021
Deadline
30.04.2021
Von
Michael Jungert, ZiWiS-Zentralinstitut für Wissenschaftsreflexion und Schlüsselqualifikationen, Universität Erlangen-Nürnberg

Call for Papers (Deadline: 30.04.2021) für die Tagung "Scheitern in den Wissenschaften – Perspektiven der Wissenschaftsforschung" am 16. und 17.9.21, Universität Erlangen Nürnberg (Zentralinstitut für Wissenschaftsreflexion und Schlüsselqualifikationen, ZiWiS)

Scheitern in den Wissenschaften – Perspektiven der Wissenschaftsforschung

Das Scheitern ist in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen ein ständiger Begleiter der wissenschaftlichen Praxis. Theorien, Hypothesen oder Experimente einzelner Forscher/innen und Forschergruppen scheitern – vorläufig oder endgültig, partiell oder vollständig. Für ein adäquates Verständnis des wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses ist es daher unabdingbar, sich mit den Ebenen, Formen, Funktionen und Mechanismen des Scheiterns zu befassen.

Thematisiert wird das Scheitern bis dato allerdings kaum – weder innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft noch in der öffentlichen Debatte über Wissenschaft, in der Erkenntnisfortschritt häufig als lineare Erfolgsgeschichte wahrgenommen und dargestellt wird. Durch diese „Vernachlässigung des Scheiterns“ bleiben auch dessen mitunter produktive Effekte zumeist unerwähnt. Gescheiterte Ansätze oder Experimente können in der Regel nicht publiziert werden, es mangelt an der systematischen Sichtbarmachung erfolgloser Versuche, und Forschungsgelder werden vor allem auf der Basis greifbarer Ergebnisse und vorzeigbarer Erfolge vergeben. Um die Bedingungen für einen produktiven Umgang mit dem Scheitern zu verbessern – und zugleich auch der Öffentlichkeit ein adäquates Bild von Wissenschaft zu vermitteln –, ist die interdisziplinäre Erforschung der Spielarten, Erkenntnisfunktionen und gesellschaftlichen Implikationen des wissenschaftlichen Scheiterns von zentraler Bedeutung.

Im Rahmen der Tagung sollen daher Perspektiven auf das Scheitern aus unterschiedlichen Disziplinen der Wissenschaftsforschung – u.a. aus der modernen Wissenschaftsgeschichte (19.-21. Jh.), Wissenschaftsphilosophie und Wissenschaftssoziologie – zusammengeführt und disziplinübergreifend diskutiert werden. Zu den Fragestellungen gehören unter anderem:
- Können verschiedene Formen des Scheiterns in den Wissenschaften unterschieden werden und wodurch lassen sich diese bspw. von Fehler oder Irrtum abgrenzen? Lässt sich eine kohärente Systematik des wissenschaftlichen Scheiterns entwickeln?
- Variieren die Mechanismen, Formen und Zuschreibungen des Scheiterns in unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen und -kulturen? Wie lassen sich diese vom Scheitern im nichtwissenschaftlichen Bereich abgrenzen? Welche Akteure sind an Zuschreibungen des Scheiterns beteiligt und zu welchen Zeitpunkten erfolgt die Einordnung eines wissenschaftlichen Projekts/Versuchs als gescheitert?
- Welche Erkenntnisse über die Charakteristik und Varianz des wissenschaftlichen Scheiterns lassen sich aus Fallbeispielen der (neueren) Wissenschaftsgeschichte gewinnen?
- Verändern gesamtgesellschaftliche Krisensituationen – wie bspw. Kriegszeiten, Wirtschaftskrisen oder gegenwärtig die Corona-Pandemie – die Kriterien für Erfolg und Scheitern in den Wissenschaften und, falls ja, inwiefern?
- Welche wissenschaftspolitischen Implikationen können sich aus Erkenntnissen zu den Formen, Gründen und Folgen des Scheiterns in den Wissenschaften ergeben?
- Welche spezifischen Merkmale weist der populärwissenschaftliche Diskurs zum Scheitern in den Wissenschaften auf, wie unterscheidet er sich von der fachwissenschaftlichen Debatte? Welche Implikationen hat dieser Diskurs für Wissenschaftsphilosophie und Wissenschaftskommunikation?

Abstracts (als PDF-Datei, 2-3 Seiten) für einen Vortrag im Rahmen der Tagung (30 Minuten plus 15 Minuten Diskussion) können bis zum 30.04.2021 per E-Mail an ziwis-wissenschaftsreflexion@fau.de eingereicht werden. Die Benachrichtigung über die Annahme oder Ablehnung erfolgt bis zum 31.05.2021. Für angenommene Vorträge können die Reise- und Übernachtungskosten gemäß BayRKG übernommen werden. Vorträge können in deutscher oder englischer Sprache gehalten werden. Eine Publikation der Tagungsergebnisse ist geplant.

Die Tagung ist Teil des von der VolkswagenStiftung geförderten Projekts »Scheitern in den Wissenschaften – historische und systematische Perspektiven« (Förderlinie »Originalitätsverdacht? Neue Perspektiven für die Geistes- und Kulturwissenschaften«), das gemeinsam von Dr. Sylvia Brockstieger (Heidelberg), Dr. Mona Garloff (Innsbruck) und Dr. Michael Jungert (Erlangen-Nürnberg) geleitet wird.

Tagungsleitung und -organisation: Dr. Michael Jungert und Dr. Sebastian Schuol (beide Universität Erlangen-Nürnberg, Zentralinstitut für Wissenschaftsreflexion und Schlüssel-qualifikationen (ZiWiS)).

Hinweis: Die Tagung wird als Präsenzveranstaltung in Erlangen geplant. Sollte dies aufgrund der Coronasituation nicht möglich sein, wird sie als Online-Tagung am selben Termin stattfinden.

Alle Informationen zur Tagung sowie den ausführlichen CfP als PDF finden Sie unter: https://www.ziwis.fau.de/forschung/tagungen/

Kontakt

Dr. Michael Jungert
Zentralinstitut für Wissenschaftsreflexion und Schlüsselqualifikationen (ZiWiS)
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
michael.jungert@fau.de
www.ziwis.fau.de

https://www.ziwis.fau.de/forschung/tagungen/