Das Verhältnis der Freikirchen zum Judentum

Ort
Burbach-Holzhausen
Veranstaltungsort
Internationales Tagungszentrum
Veranstalter
Verein für Freikirchenforschung
Datum
25.05.2018 - 27.05.2018
Bewerbungsschluss
15.11.2017
Von
Verein für Freikirchenforschung

Die evangelischen Freikirchen bringen in die Geschichte des Verhältnisses von Christen und Juden überwiegend ein ambivalentes Erbe ein. Sie rechnen mit Gottes Handeln in der Geschichte, in einigen theologischen Ansätzen wird dafür auch nach geschichtlich greifbaren Entwicklungen gefragt, die das jüdische Volk sowie den Staat Israel betreffen. In historischen Bewährungsproben, wie dem Holocaust in der Zeit des Nationalsozialismus, verhielten sie sich jedoch überwiegend und von Einzelpersönlichkeiten abgesehen systemkonform und erhoben ihre Stimme nicht für bedrohte jüdische Mitbürger. Heute gibt es sowohl Stimmen, die den christlich-jüdischen Dialog befürworten, als auch solche, die ihrer Verbundenheit mit dem jüdischen Volk durch das missionarische Zeugnis von Jesus Christus und die Solidarisierung mit den messianischen Juden Ausdruck geben. Wieder andere sehen zwischen beiden Ansätzen keinen Widerspruch.

Die Tagung möchte die (vermutete) Vielfalt der freikirchlichen Binnenperspektiven auf das Verhältnis zum Judentum herausarbeiten und diskursiv vermitteln. Leitend sollen u.a. diese Fragen sein:

1. Wie ausgeprägt ist eine explizite „Israel-Theologie“, die in heilsgeschichtlicher oder anderer Perspektive das Verhältnis zum Judentum in Geschichte, Gegenwart und Zukunft reflektiert?

2. Welche Bedeutung haben theologische Überlegungen, z.B. zum Verhältnis von Altem und Neuem Testament, für die Identität der eigenen Denomination?

3. Wie wird das Verhältnis zwischen den Juden als dem erwählten Volk Gottes und dem Staat Israel bestimmt? Welche Reaktionen auf die Gründung des Staates Israel 1948 lassen sich in den Quellen nachweisen?

4. Lassen sich Entwicklungen im theologischen Diskurs der Freikirchen ausmachen, z.B. vom Vorrang des Zeugnisses von Jesus unter Angehörigen des jüdischen Volkes hin zum Primat des christlich-jüdischen Dialogs oder braucht es differenzierte Lesarten der bis in die Gegenwart reichenden Entwicklungen?

5. Welche Bedeutung haben transeuropäische und transkontinentale Verbindungen für die Wahrnehmung von und den Umgang mit Juden in den deutschen Freikirchen gehabt?

Erbeten sind Beiträge, die in kirchen- und theologiegeschichtlicher, sozialhistorischer oder systematisch-theologischer Perspektive einen Beitrag zur Bearbeitung der genannten oder verwandten Fragestellungen zu leisten versprechen.

Vorschläge für Vorträge (vorzugsweise auf Deutsch, Englisch ist möglich) sollten einen Titel, eine Zusammenfassung von ca. 200 Wörtern, Ihren Namen, Institution, Email-Adresse und einen kurzen Lebenslauf umfassen. Die Länge der Vorträge wird etwa 20 Minuten sein. Bewerbungen richten Sie bitte an: raedel@fthgiessen.de. Bewerbungsschluss: 15. November 2017.

Kontakt

Prof. Dr. Christoph Raedel

Geschäftsstelle des Vereins für Freikirchenforschung, Pf. 1163, 64386 Erzhausen

raedel@fthgiessen.de

Zitation
Das Verhältnis der Freikirchen zum Judentum, 25.05.2018 – 27.05.2018 Burbach-Holzhausen, in: H-Soz-Kult, 22.10.2017, <www.hsozkult.de/event/id/termine-35473>.