Burgund, Frankreich, England und das Reich: Neue Forschungen zu spätmittelalterlichen Höfen im Westen Europas

Ort
Trier
Veranstaltungsort
Institut für Cusanus-Forschung, Domfreihof 3, 54290 Trier
Veranstalter
Burkart, Eric / Oschema, Klaus
Datum
06.09.2018 - 08.09.2018
Bewerbungsschluss
31.05.2018
Von
Burkart, Eric; Oschema, Klaus

Die europäischen Höfe des Spätmittelalters gelten zurecht als außerordentlich vielgestaltige soziale Konstellationen. Ihr Facettenreichtum und ihre zentrale Bedeutung für ganz unterschiedliche Bereiche der materiellen und immateriellen Kultur machen sie zu wichtigen Gegenständen der historischen Forschung. Dabei entzieht sich das Phänomen „Hof“ aufgrund seiner Vielfältigkeit bislang einer einheitlichen Definition, sodass die Zugriffe gänzlich unterschiedlich ausgerichtet sein können. Sie umfassen unter anderem kulturgeschichtliche Arbeiten zu Zeremoniell und symbolischer Kommunikation, prosopographische Studien zum sozialen Umfeld oder dem administrativen Personal, kunst- und literaturhistorische Zugriffe sowie politik- und ereignisgeschichtliche Zugänge.

Unser Workshop resultiert aus der Beobachtung, dass die Erforschung spätmittelalterlicher Höfe zwar eine reiche Tradition besitzt und insbesondere seit dem späten 20. Jahrhundert durch intensivierte Arbeiten beeindruckende Ergebnisse hervorgebracht hat (zu nennen wären etwa die reichhaltigen Publikationen der Reihe „Residenzenforschung“ neben weiteren anregenden Einzelstudien zu ausgewählten Höfen und stärker thematisch orientierten Zugriffen), zugleich aber derzeit über kein feststellbares institutionelles oder personelles Zentrum verfügt. Verschiedene Facetten höfischer Kultur werden so regelmäßig im Rahmen von Qualifikationsschriften bearbeitet, ohne dass die Autorinnen und Autoren voneinander wüssten und sich über ihre Projekte austauschen könnten.

Angesichts der Anziehungskraft des Objektes „Hof“ möchten wir daher jüngere Kolleginnen und Kollegen, die sich im Rahmen von Dissertations- und Habilitationsprojekten mit der Erforschung von europäischen Höfen im Spätmittelalter beschäftigen, zum Austausch und gemeinsamen Gespräch einladen. Der geographische Schwerpunkt liegt hierbei auf dem Herzogtum Burgund und den angrenzenden Gebieten im weitesten Sinne (u.a. England, Frankreich und dem Reich).

Der Workshop richtet sich ausdrücklich an Forschende aller historisch arbeitenden Geistes- und Kulturwissenschaften, die sich mit dem Phänomen „Hof“ und Aspekten der höfischen Kultur des Spätmittelalters befassen. Da die Veranstaltung darauf abzielt, jüngeren Forscherinnen und Forschern eine Gelegenheit zur Vorstellung ihrer Forschungsperspektiven zu bieten und die Möglichkeit zur nachhaltigen Vernetzung zu schaffen, ist eine Publikation der Beiträge vorerst nicht beabsichtigt (bei entsprechendem Interesse der Vortragenden aber auch nicht ausgeschlossen).

Ein erster Workshop findet vom 06.-08. September 2018 in Trier statt, eine zweite Veranstaltung ist für den Sommer 2019 in Bochum vorgesehen.

Bitte schicken Sie eine kurze Beschreibung Ihres Projekts (im Umfang von ca. 250 Wörtern) sowie einen knappen Lebenslauf bis 31. Mai 2018 an burkarte@uni-trier.de oder an klaus.oschema@rub.de. Für die Vortragenden werden die Kosten für Anreise und Unterbringung übernommen.

Die Veranstaltung wird gemeinsam organisiert von Dr. Eric Burkart (Assistent am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte, Universität Trier) und Prof. Dr. Klaus Oschema (Lehrstuhl für Geschichte des Mittelalters, insb. des späten Mittelalters, Ruhr-Universität Bochum). Sie wird gefördert von der Fondation pour la protection du patrimoine culturel, historique et artisanal (Lausanne).

Kontakt

Eric Burkart

Universität Trier, Fachbereich III - Mittelalterliche Geschichte, 54286 Trier

burkarte@uni-trier.de

Zitation
Burgund, Frankreich, England und das Reich: Neue Forschungen zu spätmittelalterlichen Höfen im Westen Europas, 06.09.2018 – 08.09.2018 Trier, in: H-Soz-Kult, 05.04.2018, <www.hsozkult.de/event/id/termine-36884>.