Westfälische Forschungen 63 (2013)

Titel
Westfälische Forschungen 63 (2013).
Zeitschriftentitel
Weitere Titelangaben
Sportgeschichte als Gesellschafts- und Kulturgeschichte am Beispiel Westfalens


Hrsg. v.
Die Westfälischen Forschungen werden als Zeitschrift des LWL-Instituts für Regionalgeschichte von Bernd Walter und Thomas Küster herausgegeben. Das Institut ist eine Einrichtung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.
Erschienen
Münster 2013: Aschendorff Verlag
Umfang
558 S.
Preis
€ 69,60
Herausgeber d. Zeitschrift
Die Westfälischen Forschungen werden als Zeitschrift des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte von Malte Thießen und Thomas Küster herausgegeben. Das Institut ist eine Einrichtung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.
Erscheinungsweise
jährlich
Kontakt
Geschäftsführende Redaktion: Dr. Thomas Küster LWL-Institut für Regionalgeschichte Karlstraße 33 D-48147 Münster Tel. 0251-591 5703 Fax 0251-591 3282

Themenschwerpunkt (hg. von Olaf Stieglitz):

Sportgeschichte als Gesellschafts- und Kulturgeschichte am Beispiel Westfalens

Die Sportgeschichtsschreibung hat sich in den letzten etwa zwanzig Jahren sehr verändert. Längst wird sie nicht mehr vorwiegend von „Fans mit Schreibmaschinen“ (Tony Mason) verfasst. Sporthistorische Arbeiten haben ihre primäre Ausrichtung auf einzelne Vereine, bedeutende Athleten, Mannschaften und ihre Rekorde aufgegeben und zentrale Verschiebungen der Historiografie nachvollzogen oder auch mitgeprägt. Sportgeschichte nutzt Sport und Bewegungskultur inzwischen als Linse für die Analyse weiträumiger gesellschaftlicher Zusammenhänge und steht heute für eine Geschichte der Gesellschaft, die die hohe Bedeutung und Popularität dieses Feldes heranzieht, um Spuren von Ungleichheit, Macht, sozialer Stratifizierung, politischer Regulierung und medialer Repräsentation zu finden. Diese sozialhistorische Akzentuierung wird seit einigen Jahren kulturhistorisch erweitert − nicht konfrontativ, sondern ergänzend: Kategorien des „Nationalen“, des „Regionalen“ wie des „Lokalen“ sind dabei oft durch Perspektiven auf Verschränkung, Transfer, Austausch und Kontakt ersetzt worden.

Vor diesem Hintergrund möchte der Band fragen, welche Funktionen einer ausdrücklich regional fokussierten Sportgeschichtsschreibung in der Gegenwart zukommen. Wie fügt sich eine Regionalgeschichte des Sports am Beispiel Westfalens in eine sich methodisch-theoretisch rasch verändernde und internationalisierende historische Sportforschung ein? In welchen Wechselverhältnissen stehen regionale oder lokale Aspekte des Sporttreibens mit solchen auf nationaler oder gar internationaler Ebene? In welcherlei Hinsicht ist die Sportgeschichte Westfalens mit derjenigen anderer Regionen verknüpft, lassen sich Trends aus anderen Regionen in Westfalen wiederentdecken und wann kommt es zu besonderen „westfälischen“ Entwicklungen?

An den Themenschwerpunkt schließt sich eine Dokumentation an, die den wissenschaftlichen Vortrag und die öffentliche Diskussion anlässlich der Feier des 125-jährigen Bestehens der Provinzialordnung für Westfalen zusammenfasst. Weitere Beiträge beschreiben die Genese eines kommunalen Straßenbauprojekts in der Mitte des 19. Jahrhunderts, analysieren Wahrnehmungen des Ersten Weltkriegs am Beispiel westfälischer Fotosammlungen und nehmen eine historiographische Einordnung der alliierten Luftangriffe auf das Ruhrgebiet im Jahr 1943 vor. Wie immer beschließen eine Zeitschriftenschau und ein umfangreicher Besprechungsteil den Jahresband der „Westfälischen Forschungen“.

INHALTSVERZEICHNIS

Olaf Stieglitz:
Die Bedeutung der Region für eine Sozial- und Kulturgeschichte des Sports

Michael Krüger:
Sportgeschichte in Westfalen als lokale und regionale Kulturgeschichte

Harald Lönnecker:
„Turner-Führer“ – Akademische Turnvereinigungen in Münster und ihre Vorstellungen von gesellschaftlicher Elite vom 19. Jahrhundert bis zum Ende der Weimarer Republik

Jörn Esch:
Die Geschichte des deutschen Fußballs zwischen Region und Nation. „Subjektivierungsregimes“ und „Formen der Ausarbeitung“ im Kaiserreich

Lorenz Peiffer/Henry Wahlig:
Die Geschichte des jüdischen Sports in Westfalen vor und während der NS-Zeit

Stefan Goch:
Zwischen Mythos und Selbstinszenierung: Fußball im Ruhrgebiet und das Image der Region

Uwe Wick:
„Der Roten Erde größte Stadt“ – Dortmund als westfälische Sportmetropole

Anke Strüver:
Münster − Eine Stadt im Zeichen des Sports: Die „laufende“ Konstruktion von städtischem Sportraum

125 JAHRE PROVINZIALORDNUNG FÜR WESTFALEN – HISTORISCHE UND AKTUELLE PERSPEKTIVEN

Begrüßung und Eröffnung

Ewald Frie:
Provinz – Staat – Nation. Über Potentiale von Verwaltung und Selbstverwaltung

Podiumsgespräch und Diskussion:
„Der LWL – Verantwortung und Herausforderungen eines modernen Dienstleisters für die Region“

WEITERE BEITRÄGE

Dieter Gewitzsch:
Eine Straße als kommunales Gemeinschaftsprojekt. Der Chausseebau von Lüdinghausen über Selm und Bork nach Lünen 1850–1870

Markus Köster:
Fotografien von Front und Heimatfront – Der Erste Weltkrieg in Bildsammlungen aus Westfalen

Birgit Bernard:
„… daß den Reichssender Köln einwandfreie Persönlichkeiten leiten“ – Personalpolitik am Westdeutschen Rundfunk 1933–1935

Ralf Blank:
„Battle of the Ruhr“. Luftangriffe auf das Ruhrgebiet 1943

TAGUNGSBERICHT

Verena Christina Spicker:
Stadt-Land-Beziehungen im 20. Jahrhundert

PROJEKT

Marcus Weidner:
Online-Datenbank zur Straßenbenennungspraxis in Westfalen und Lippe während des Nationalsozialismus (<http://www.strassennamen-in-westfalen-lippe.lwl.org>) – ein Werkstattbericht

NACHRUF

Bernd Walter:
Karl Teppe (1943–2012)

JAHRESBERICHTE 2012

Karl Ditt/Bernd Walter: LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte

Burkhard Beyer/Sebastian Watermeier: Historische Kommission für Westfalen

Vera Brieske: Altertumskommission für Westfalen

Christiane Cantauw: Volkskundliche Kommission für Westfalen

Rudolf Grothues: Geographische Kommission für Westfalen

Markus Denkler: Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens

Walter Gödden: LWL-Literaturkommission für Westfalen

ZEITSCHRIFTENSCHAU

Klaus Schultze:
Ausgewählte Beiträge zur geschichtlichen Landeskunde Westfalens in Periodika des Jahres 2012

BUCHBESPRECHUNGEN

Jürgen Brautmeier/Kurt Düwell/Ulrich Heinemann/Dietmar Petzina (Hg.):
Heimat Nordrhein-Westfalen. Identitäten und Regionalität im Wandel (B. Brunner)

Wulff E. Brebeck/Frank Huismann/Kirsten John-Stucke/Jörg Piron (Hg.):
Endzeitkämpfer. Ideologie und Terror der SS (J. Mühlenberg)

Paul Leidinger:
Von der karolingischen Mission zur Stauferzeit. Beiträge zur früh- und hochmittelalterlichen Geschichte Westfalens vom 8.–13. Jahrhundert (O. Meiners)

Sabine Mecking:
Bürgerwille und Gebietsreform, Demokratieentwicklung und Neuordnung von Staat und Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen 1965–2000 (J. Bellers)

Georg Mölich/Veit Veltzke/Bernd Walter (Hg.):
Rheinland, Westfalen und Preußen. Eine Beziehungsgeschichte (E. Trox)

Werner Paravicini (Hg.):
Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Grafen und Herren, 2 Teilbde. (M. Hecht)

Julia Volmer-Naumann:
Bürokratische Bewältigung. Entschädigung für nationalsozialistisch Verfolgte im Regierungsbezirk Münster (B. Weber)

Ansgar Weißer:
Die „innere“ Landesgründung Nordrhein-Westfalens. Konflikte zwischen Staat und Selbstverwaltung um den Aufbau des Bundeslandes (1945–1953) (J. Brautmeier)

Jens Adamski (Hg.):
Gewerkschaftlicher Wiederbeginn im Bergbau. Dokumente zur Gründungsgeschichte der Industriegewerkschaft Bergbau 1945–1951 (M. Frese)

Kirsten Bernhardt:
Armenhäuser. Die Stiftungen des münsterländischen Adels (16. –20. Jahrhundert) (R. Klötzer)

Susanne Hilger:
Kleine Wirtschaftsgeschichte von Nordrhein-Westfalen. Von Musterknaben und Sorgenkindern (Th. Küster)

Atsushi Kataoka/Regine Mathias/Pia-Tomoko Meid/Werner Pascha/Shingo Shimada (Hg.):„Glückauf“ auf Japanisch. Bergleute aus Japan im Ruhrgebiet (M. Frese)

Michael Prinz:
Der Sozialstaat hinter dem Haus. Wirtschaftliche Zukunftserwartungen, Selbstversorgung und regionale Vorbilder: Westfalen und Südwestdeutschland 1920–1960 (K. Fehn)

Jochim Scholtyseck:
Die Geschichte der National-Bank 1921 bis 2011 (S. Hilger)

Jörn Brinkhus:
Luftschutz und Versorgungspolitik. Regionen und Gemeinden im NS-Staat, 1942–1944/45 (H. Lensing)

Mirko Crabus:
Fürsorge und Herrschaft. Das spätmittelalterliche Fürsorgesystem der Stadt Münster und die Trägerschaft des Rates (L. Schütte)

Mirko Crabus:
Kinderhaus im Mittelalter. Das Leprosorium der Stadt Münster (L. Schütte)

Harald Dierig:
Der leidvolle Weg zu einem neuen Zuhause. Ostdeutsche Heimatvertriebene im Landkreis Münster nach 1945 (J. Kuropka)

Werner Freitag (Hg.) (unter Mitarbeit von Dörthe Gruttmann und Constanze Sieger):Geschichte der Stadt Billerbeck (N. Damberg)

Volker Jakob/Stephan Sagurna:
Zeitenwende. Aspekte der westfälischen Fotografie im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert (G. Strotdrees)

Manfred Lück/Willy Meise:
Walstedde. Entwicklung einer mittelalterlichen Kulturlandschaft (O. Meiners)

Rico Quaschny (Hg.):
Friedrich Wilhelm IV. und Bad Oeynhausen. Eine Spurensuche zum 150. Todestag des preußischen Königs (H. Conrad)

Daniel Stracke:
Monastische Reform und spätmittelalterliche Stadt. Die Bewegung der Fran¬ziskaner-Observanten in Nordwestdeutschland (L. Schütte)

Marcus Termeer:
Münster als Marke. Die „lebenswerteste Stadt der Welt“, die Ökonomie und ihre Vorgeschichte (K. Minner)

Gerd Dethlefs/Peter Ilisch/Stefan Wittenbrink (Hg.):
Westfalia Numismatica 2013. Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des Vereins der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete e.V. (W. Reininghaus)

Werner Herold (Hg.):
Reinher von Paderborn − Computus Emendatus: Die verbesserte Osterfestberechnung von 1171 (H. Conrad)

Hans-Ulrich Thamer/Daniel Droste/Sabine Happ (Hg.):
Die Universität Münster im Nationalsozialismus. Kontinuitäten und Brüche zwischen 1920 und 1960, 2 Bde. (U. Hunger)

Daniel Droste:
Zwischen Fortschritt und Verstrickung. Die biologischen Institute der Universität Münster 1922 bis 1962 (U. Hunger)

Martin Dröge (Hg.):
Die biographische Methode in der Regionalgeschichte (B. Brunner)

Thomas Flammer/Werner Freitag/Alwin Hanschmidt (Hg.):
Franz von Fürstenberg. Aufklärer und Reformer im Fürstbistum Münster. Beiträge der Tagung am 16. und 17. September 2010 in Münster (G. Dethlefs)

Ulf Morgenstern:
Bürgergeist und Familientradition. Die liberale Gelehrtenfamilie Schücking im 19. und 20. Jahrhundert (B. Weber)

Markus Denkler (Hg.):
Münsterländische Nachlassinventare aus der Frühen Neuzeit. Edition mit Einleitung und Registern (L. Schütte)

Anselm Heinrich:
Theater in der Region. Westfalen und Yorkshire 1918–1945 (K. Dussel)

Jürgen Kloosterhuis (Hg.):
Streifzüge durch Brandenburg-Preußen. Archivische Beiträge zur kulturellen Bildungsarbeit im Wissenschaftsjahr 2010 (H. Conrad)

Gunter Müller:
Westfälischer Flurnamenatlas, 5. Lfg., bearb. im Auftrag der Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens (L. Schütte)

Claudie Paye:
„Der französischen Sprache mächtig“. Kommunikation im Spannungsfeld von Sprachen und Kulturen im Königreich Westphalen 1807–1813 (A. Bethan)

Daniela Twilfer:
Dialektgrenzen im Kopf. Der westfälische Sprachraum aus volkslinguistischer Perspektive (T. Smits)

Gerd Steinwascher/Detlef Schmiechen-Ackermann/Karl-Heinz Schneider (Hg.):
Geschichte Niedersachsens, Bd. 5: Von der Weimarer Republik bis zur Wiedervereinigung (K. Schultze)

Zitation
Westfälische Forschungen 63 (2013). in: H-Soz-Kult, 03.01.2014, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-7950>.
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Veröffentlicht am
03.01.2014
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