R. Goulet (Hrsg.): Eunape de Sardes, Vies de philosophes

Cover
Titel
Eunape de Sardes, Vies de philosophes et de sophistes. Bd. 1: Introduction et prosopographie. Bd. 2: Édition critique, traduction française, notes et index. Texte établi, traduit et annoté


Herausgeber
Goulet, Richard
Reihe
Collection des universités de France. Série grecque 508
Anzahl Seiten
Bd. 1: 595 S., Bd. 2: XIX, 381 S. [108 Doppels., S. 110–381]
Preis
€ 135,00
Rezensiert für H-Soz-Kult von
Udo Hartmann, Institut für Altertumswissenschaften, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Die Vitensammlung des Eunapios von Sardeis, in der über die bedeutenden paganen Neuplatoniker, Sophisten und Iatrosophisten des 4. Jahrhunderts im Osten des Römischen Reiches berichtet wird, ist in der Forschung lange Zeit nur von wenigen Spezialisten beachtet worden: In den letzten Jahren erschienen aber eine kommentierte Ausgabe mit italienischer Übersetzung von Maurizio Civiletti, eine deutsche Übersetzung mit einem umfangreichen Kommentar von Matthias Becker1 und nun die Budé-Ausgabe von Richard Goulet, der sich sein gesamtes Forscherleben am CNRS immer wieder diesem Autor gewidmet hat (ein erster Aufsatz zu Eunap erschien bereits 1977)2 und der sich in seinen Einträgen im von ihm herausgegebenen Dictionnaire des philosophes antiques bereits mit zahlreichen Philosophen aus Eunaps Vitensammlung beschäftigte. Die neue Ausgabe bietet in der gewohnten Form der Budé-Reihe eine Einleitung, den griechischen Text mit kritischem Apparat und einer französischen Übersetzung sowie ausführliche Anmerkungen und Indices, dennoch spiegelt die zweibändige Edition in ganz einzigartiger Weise sowohl in ihrem Umfang als auch in ihrer herausragenden Qualität und Informationsdichte die lange und intensive Auseinandersetzung des Forschers mit diesem biographischen Werk; der erste Band bietet so auf fast 600 Seiten eine Einleitung, in der zahlreiche Aspekte der Vitensammlung eingehend betrachtet werden.

Im zweiten Band findet sich die kritische Textausgabe mit gegenübergestellter französischer Übersetzung; Goulet korrigiert hier viele Lese- und Druckfehler der bislang maßgeblichen Ausgabe von Giangrande aus dem Jahr 1956 und schlägt zahlreiche Verbesserungen für den griechischen Text vor, die hier nicht detailliert betrachtet werden können.3 Durchaus wohlbegründet, aber dennoch problematisch ist allerdings Goulets Neueinteilung des Textes: Giangrande strukturierte seine Ausgabe mit Viten, Kapiteln und Sätzen. Bei sehr kurzen Viten mit nur einem Kapitel ergibt sich aus diesem Prinzip allerdings das Problem, dass in der Zitation ein Kapitel 1 mitzuzählen ist. Um diese etwas verwirrende Regelung zu vermeiden, verzichtet Goulet nun auf die zweite Ebene und teilt die Viten lediglich in Abschnitte ein, die Giangrandes Sätzen entsprechen. Giangrande verzeichnete in den Marginalien zudem die Paginierung der Eunap-Ausgabe von Jean François Boissonade bei Didot (1849). Goulet verzichtet nun dagegen auf diesen Verweis; in seiner Ausgabe wird am Rand nur die Pagierung Giangrandes angegeben. Die Boissonade-Ausgabe ist zweifellos vollständig überholt, bildet aber dennoch die Grundlage für die Texteinteilung in der Loeb-Edition von Wilmer Cave Wright (1921), die die Vitensammlungen Philostrats und Eunaps in einem Band übersetzt und für Eunaps Viten als Texteinteilung allein die Boissonade-Paginierung angibt. Ein Leser kann also eine Stelle aus der Loeb-Ausgabe in Goulets Neuedition zumindest in der Zählung nicht auffinden. Bis auf ganz wenige Ausnahmen verwendet jedoch die angelsächsische Forschung immer noch die Loeb-Ausgabe für ihre Auseinandersetzung mit Eunap4, so dass sich durch Goulets Edition eine fatale Dreiteilung der Zitation ergeben wird, die für den mit Eunap wenig vertrauten Forscher und erst recht für einen Studierenden nur mühsam zu durchschauen sein wird5: Während die angelsächsische Forschung sicherlich weiterhin unverdrossen nach Loeb zitieren wird, werden Gelehrte in Deutschland, Italien und Frankreich wohl nun mehrheitlich Goulets kritische Textausgabe und deren Neueinteilung der Viten nutzen, einige wenige aber auch die vertraute ältere Zählung Giangrandes verwenden (oder eben drei Zählungen angeben, um für alle Leserkreise transparent zu sein).

Die umfassende Einleitung im ersten Band der Ausgabe beginnt mit einer Vorstellung des Lebens Eunaps. Goulet verteidigt hier erneut seine in der Forschung nicht unumstrittene Datierung der Lebensstationen des Autors: Eunap sei 349 geboren, im September 364 zum Studium nach Athen gekommen und 369 nach Sardeis zurückgekehrt. Goulet bespricht dabei auch alle gegen seine Rekonstruktion vorgebrachten Argumente (Bd. 1, S. 5–34). Im zweiten Kapitel gibt er einen Überblick zum literarischen Schaffen Eunaps (Bd. 1, S. 35–102), wobei er hier seine ebenfalls nicht unproblematische Rekonstruktion zur Entstehung der verlorenen Historien des Sophisten verteidigt: Eunaps Histoire universelle sei in zwei Abschnitten publiziert worden; der erste Teil sei vor 396 (vor den Sophistenviten) veröffentlicht worden und habe lediglich die Geschichte bis 364 dargestellt. Alle Verweise in den Sophistenviten auf bereits im Geschichtswerk behandelte spätere Ereignisse nach dem Tod Iovians beziehen sich laut Goulet auf Exkurse innerhalb der Historien, seien „anticipations“ über die Vorhersagen paganer Propheten unter Iulian über das Geschehen im späten 4. Jahrhundert (Bd. 1, S. 90f.). Erst die spätere, redigierte Fassung der Historien habe dann die Geschichte bis 404 dargestellt. Diese erweiterte Fassung sei aber nicht mit der von Photios erwähnten nea ekdosis der Historien gleichzusetzen, da diese laut Photios den gleichen Zeitraum wie die erste Auflage umfasst habe.

Im dritten Kapitel betrachtet Goulet das historiographische Programm in den Sophistenviten (Bd. 1, S. 103–123), also etwa die Prinzipien der Bewertung der Helden und Eunaps Periodisierung der Geistesgeschichte. Im vierten Kapitel (Bd. 1, S. 125–157) stellt Goulet überzeugend die ‚micro-société‘ der Gelehrten in den Viten vor, die Eunap als eine weitgehend homogene Gruppe paganer griechischer Intellektueller und Lehrer in den östlichen Bildungszentren aus der Oberschicht mit einer gemeinsamen Identität und gemeinsamen Werten präsentiere.6 Ob allerdings in den Viten der Unterschied zwischen Philosophen und Sophisten „tend à s’amenuiser“, wie Goulet meint (Bd. 1, S. 143), bleibt fraglich: Eunap stellt die Neuplatoniker, die Sophisten und die Iatrosophisten als drei distinkte Gruppen vor; sein Leitbild des asketischen Neuplatonikers und Theurgen hat dabei wenig mit den Bildern zur Lebenswelt der Sophisten zu tun; auch persönliche Beziehungen zwischen den Gruppen werden selten erwähnt, allein Kaiser Iulian und Eunap selbst verbinden die drei Linien der Geistesgeschichte in der Vitensammlung. In den folgenden Kapiteln erörtert Goulet dann diese drei Gruppen, die Philosophen (Bd. 1, S. 159–180), Sophisten (Bd. 1, S. 181–244) und Iatrosophisten (Bd. 1, S. 245–255) mit ihren Generationsabfolgen, Schulen und Konflikten.7 Weitere Abschnitte betrachten knapp die in den Viten erwähnten Orte und Völker (Bd. 1, S. 257–273), Eunaps Angaben zum sozialen Hintergrund seiner Helden (Bd. 1, S. 275–282), zu deren Ausbildung (Bd. 1, S. 283–293) und deren politischen Aktivitäten (Bd. 1, S. 295–303) sowie Eunaps Kritik am christlichen Reich (Bd. 1, S. 305–334), die Berichte über die religiösen Praktiken der Gelehrten (Bd. 1, S. 335–376) und das von Eunap entworfene Bild des „sage idéal“ (Bd. 1, S. 377–393), wobei hier das neuplatonische Leitbild eines ‚göttlichen Philosophen‘ etwas zu kurz kommt.

Die folgenden Kapitel sind Sprache, Stil und Textgeschichte der Sophistenviten gewidmet (Bd. 1, S. 395–487). Am Ende des ersten Bandes bietet Goulet dann eine ausführliche Prosopographie (Bd. 1, S. 489–585) aller in den Viten erwähnten Personen: Die Gelehrten und Politiker werden mit knappen Kurzbiographien vorgestellt; zudem erörtert Goulet die relevanten Forschungsdiskussionen zu den Personen. Für Gelehrte, die Goulet in Artikeln im Dictionnaire des philosophes antiques bereits ausführlich besprochen hat, verzichtet er indes auf eine erneute Diskussion der Forschung. Die Prosopographie gibt einen hervorragenden Einstieg in die Welt der Gelehrten Eunaps; der Althistoriker wird allenfalls beanstanden, dass Goulet bei vielen Personen auf eine chronologische Einordnung und auf Daten verzichtet. Nur an wenigen Stellen sind aktuelle Forschungen zu ergänzen oder kleinere Irrtümer zu korrigieren. Auch könnten einige Prosopographien hinzugefügt werden.8

Am Anfang des zweiten Bandes bietet Goulet auf 108 Doppelseiten den kritischen Text und eine elegante französische Übersetzung, die durch Zwischenüberschriften strukturiert wird; im üblichen Stil der Budé-Ausgaben finden sich unter dem Text und vor allem in den umfangreichen Note complémentaires (Bd. 2, S. 135–288) neben philologischen und inhaltlichen Erklärungen Hinweise auf Parallelquellen und weiterführende Forschungsarbeiten sowie zahlreiche Diskussionen zu schwierigen Passagen des oft nur schwer verständlichen Textes. Goulet verweist zwar in der Einleitung ausdrücklich auf die Kommentare Civilettis und Beckers, deren Fülle er in seiner Ausgabe nicht wiederholen wolle (Bd. 1, S. 2), und bezieht sich nun in seinen notes an vielen Stellen auf beide Kommentare (zuweilen durchaus kritisch), dennoch bietet auch Goulet im zweiten Band eine detaillierte und präzise Kommentierung, die sich weder in ihrer Qualität noch ihrem Umfang hinter den beiden anderen Editionen zu verstecken braucht und vielfach eigene Akzente setzt. Abgeschlossen wird der Band durch eine Konkordanz der Fragmente aus den Historien Eunaps in den Editionen bei Müller, Blockley und Paschoud (Bd. 2, S. 289–300), eine Bibliographie (Bd. 2, S. 301–317) und Indices (Bd. 2, S. 319–375), die den Text wesentlich umfangreicher als die knappen Register der Giangrande-Ausgabe erschließen.9

Mit seiner überaus gelungenen zweibändigen Neuedition der Vitensammlung legt Goulet das Ergebnis einer jahrzehntelangen Forschung vor; dieser verbesserte kritische Text sowie Goulets hervorragende Einleitung und Kommentierung sollten nun die Grundlage aller weiteren wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit Eunap bilden. Goulets einleitende Kapitel und seine Anmerkungen zum Text stellen eine wertvolle Fundgrube dar, die verlässlich und detailliert zu allen Aspekten der Vitensammlung des Sophisten informiert und in umfassender Weise die Forschungen aufbereitet. Damit wird die neue Budé-Ausgabe der Forschung zum spätantiken hellenischen Denken zweifellos neue, wichtige Impulse geben.

Anmerkungen:
1 Maurizio Civiletti (Hrsg.), Eunapio di Sardi, Vite di filosofi e sofisti, Milano 2007; Matthias Becker (Hrsg.), Eunapios aus Sardes, Biographien über Philosophen und Sophisten. Einleitung, Übersetzung, Kommentar, Stuttgart 2013.
2 Diese Studien versammelt Richard Goulet, Études sur les vies de philosophes dans l’Antiquité tardive. Diogène Laërce, Porphyre de Tyr, Eunape de Sardes, Paris 2001.
3 Giuseppe Giangrande (Hrsg.), Eunapii vitae sophistarum, Roma 1956. Eine handliche Zusammenstellung der Korrekturen und Verbesserungen des Giangrande-Textes durch Goulet findet sich Bd. 1, S. 479–481.
4 Selbst Edward J. Watts, City and school in Late antique Athens and Alexandria, Berkeley 2006, zitiert in seiner einschlägigen Spezialuntersuchung zu den spätantiken Schulen nur die Loeb-Ausgabe mit der Boissonade-Paginierung.
5 So findet sich beispielsweise Eunaps Bericht zum Tod des Philosophen Chrysanthios von Sardeis auf p. 505 bei Wright in der Loeb-Ausgabe (S. 562/564), in VS 23,6,10 bei Giangrande und in VS 23,63 bei Goulet.
6 Für den Iatrosophisten Theon en Galatia (VS 22,8) vermutet Goulet, dass er eher in Galatien und nicht in Gallien (wie zumeist angenommen) gewirkt habe (Bd. 1, 128, Anm. 1 u. 573f.). Den Sophisten Prohairesios wertet Goulet – wie in seinen früheren Forschungen – als einen paganen Sophisten (Bd. 1, S. 131). Zur hellenischen Identität der griechischen Gelehrten des 4. Jahrhunderts wäre nun noch die grundlegende Arbeit von Jan Stenger, Hellenische Identität in der Spätantike, Berlin 2009 zu berücksichtigen.
7 Dass es in der Spätantike neben dem kaiserlichen Lehrstuhl in Constantinopel (ab 425) und dem bis in die Mitte des 5. Jahrhunderts bezeugten munizipalen Lehrstuhl in Alexandreia noch weitere staatliche oder munizipale Philosophielehrstühle im Ostreich gab (so Bd. 1, S. 229–244), bleibt allerdings fraglich. Für Athen ist ein solcher Philosophielehrstuhl nach dem Herulereinfall von 267 nicht mehr bezeugt.
8 Zu Ablabios vgl. bes. noch Pierfrancesco Porena, Le origini della prefettura del pretorio tardoantica, Roma 2003, S. 409–415, 448–451 u. 544–549; Ancora sulla carriera di Flavius Ablabius, prefetto del pretorio di Constantino, in: Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik 190 (2014), S. 262–270. Zu Akakios vgl. Catherine Bry, Acacios, l’autre sophiste d’Antioche, in: Eugenio Amato (Hrsg.), EN KALOIS KOINOPRAGIA, Nanterre 2014, S. 129–152. Zu Dexippos vgl. die neue kommentierte Ausgabe von Laura Mecella (Hrsg.), Dexippo di Atene, Testimonianze e frammenti, Tivoli 2013. Nicht erwähnt wird die These von Federico Fatti, Eustazio di Sebaste, Eustazio filosofo: un’ipotesi sul destinatario di Basilio ep. 1 e sull’identità di Eunap. VS VI, 5, 1–6, 5; 8, 3–9, 1, in: Eduardo López-Tello García / Benedetta Selene Zorzi (Hrsg.), Church, society and monasticism, St. Ottilien 2009, S. 443–473, der den Philosophen Eustathios (wenig überzeugend) mit dem Bischof und Asketen Eustathios von Sebaste gleichsetzt und die apochoresis des Neuplatonikers als Konversion zum Christentum und Hinwendung zum Mönchstum deutet. Zu Ionikos vgl. Gabriele Marasco, Médecine et divination au IVe siècle après J.-C.: Ionicos et Oribase, in: Mediterraneo antico 10 (2007), S. 255–268. Zu Libanios wäre eine Reihe aktueller Forschungen zu ergänzen, so etwa Heinz-Günther Nesselrath, Libanios, Stuttgart 2012; Raffaella Cribiore, Libanius the sophist, Ithaca 2013. Maximos von Ephesos findet sich in der Prosopographie von Otto Seeck, Die Briefe des Libanius, zeitlich geordnet, Leipzig 1906, S. 208–210, Nr. 10 (nicht S. 208, Nr. 9, so Bd. 1, S. 549). Zum unter Oreibasios (Bd. 1, S. 556) angesprochenen letzten Orakel aus Delphi vgl. John Vanderspoel, The enigma of the last oracle, in: Ángel González Gálvez / Pierre-Louis Malosse (Hrsg.), Mélanges A. F. Norman, Lyon 2006, S. 53–61. Zum Iamblich-Schüler Sopatros vgl. Szymon Olszaniec, Sopatros von Apameia – ein neuplatonischer Philosoph am Hofe von Konstantin, in: Danuta Musiał (Hrsg.), Society and religions, Toruń 2005, S. 107–122. Der Eintrag Seeck, Briefe, S. 279, Nr. 1 bezieht sich auf den jüngeren Sopatros (Prosopography of the Later Roman Empire I S. 846f., Nr. 2), nicht auf den Neuplatoniker (so Bd. 1, S. 568). Zu Sosipatra vgl. Sarah Iles Johnston, Sosipatra and the theurgic life: Eunapius Vitae Sophistorum 6.6.5–6.9.24, in: Jörg Rüpke / Wolfgang Spickermann (Hrsg.), Reflections on religious individuality, Berlin 2012, S. 99–117; Ilinca Tanaseanu-Döbler, Sosipatra – role models for pagan ‚divine‘ women in Late antiquity, in: Maria Dzielska / Kamilla Twardowska (Hrsg.), Divine men and women in the history and society of late Hellenism, Kraków 2013, S. 123–147. Zu den in der Prosopography of the Later Roman Empire (Band 1) fehlenden Personen vgl. Barry Baldwin, Some Addenda to the Prosopography of the Later Roman Empire, in: Historia 25 (1976), S. 118–121: Amphikleia aus Tralleis S. 118, Nr. 1; Anatolios Nr. III S. 118, Nr. 2; Euhemeros S. 119, Nr. 13; Maximos Nr. II S. 120, Nr. 26; Proterios S. 121, Nr. 37. Zum Kyniker Musonius Nr. I noch Prosopographia Imperii Romani² M 753. Zu den Sophisten vgl. nun Paweł Janiszewski / Krystyna Stebnicka / Elżbieta Szabat, Prosopography of Greek rhetors and sophists of the Roman Empire, Oxford 2015.
9 In der Bibliographie nicht aufgelöst wird die in Bd. 1, S. 527 abgekürzt zitierte Arbeit Bernadette Puech, Transmission de pouvoir et transmission de valeurs. Les dynasties d’intellectuels en Orient du IIIe au Ve siècle, in: Christophe Badel / Christian Settipani (Hrsg.), Les stratégies familiales dans l’Antiquité tardive, Paris 2012, S. 301–320. In der Kommentierung könnte man an wenigen Stellen neuere Forschungsarbeiten ergänzen; herausgegriffen seien: Zur Diskussion über Porphyrios’ Dämon Kausatha (Bd. 2, S. 157, Anm. 10) vgl. nun Aaron P. Johnson, Religion and identity in Porphyry of Tyre, Cambridge 2013, S. 16f. Zum persischen Angriff auf Antiocheia in der Mitte des 3. Jahrhunderts (Bd. 2, S. 185, Anm. 2) zuletzt Timothy D. Barnes, The Persian sack of Antioch in 253, in: Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik 169 (2009), S. 294–296. In der Diskussion um das Datum der Zerstörung des Sarapeion in Alexandreia (Bd. 2, S. 202, Anm. 7) tendiert die aktuelle Forschung im Anschluß an Johannes Hahn, Vetustus error extinctus est – Wann wurde das Sarapeion von Alexandria zerstört?, in: Historia 55 (2006), S. 368–383, eher zum Jahr 392. Gegen Hahn verweisen Richard W. Burgess / Jitse H. F. Dijkstra, The ‚Alexandrian world chronicle‘, its Consularia and the date of the destruction of the Serapeum, in: Millennium 10 (2013), S. 39–113, überzeugend auf die Unzuverlässigkeit der Angaben in der Alexandrinischen Weltchronik, auf die Hahn sich stützt. Die Zerstörung des Sarapeion könne nur in den Zeitraum vom 16. Juni 391 bis zum 8. April 392 datiert werden. Aus der älteren einschlägigen Forschung fehlen bei Goulet lediglich Hinweise auf die Arbeiten von Garth Fowden (The Platonist philosopher and his circle in Late antiquity, in: Philosophia 7, 1977, S. 359–382; Pagan philosophers in late antique society, with special reference to Iamblichus and his followers, Diss. Oxford 1979; The pagan holy man in Late antique society, in: Journal of Hellenic Studies 102, 1982, S. 33–59).

Redaktion
Veröffentlicht am
Autor(en)
Beiträger
Redaktionell betreut durch