A. Bowman u.a. (Hgg.): CAH XII

Cover
Titel
The Cambridge Ancient History. Second Edition. Bd. 12: The Crisis of Empire, A.D. 193-337


Hrsg. v.
Bowman, Alan K.; Garnsey, Peter; Cameron, Averil
Erschienen
Umfang
XVIII, 965 S.
Preis
£120.00
Rezensiert für H-Soz-Kult von
Udo Hartmann, Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

Dieses Buch schlagen die LeserInnen zweifellos mit einiger Vorfreude auf: der 12. Band der "Cambridge Ancient History" (CAH) markiert den Schlusspunkt der Neuauflage dieses imposanten Handbuchs zur Geschichte der Alten Welt, eines unverzichtbaren Hilfsmittels für alle am Altertum Interessierten. Das Buch hat zudem sehr lange auf sich warten lassen, der vorhergehende 11. Band (The High Empire, AD 70-192) erschien im Jahr 2000, der 13. Band (The Late Empire, A.D. 337-425) bereits 1998; die HerausgeberInnen entschuldigen sich im Vorwort sogar für diese Verspätung (S. XVII). Der Leser blickt aber auch aus einem anderen Grund erwartungsvoll in diesen Band: Er behandelt die Periode vom Herrschaftsantritt des Septimius Severus (193) bis zum Tod Constantins (337) und stellt damit eine Epoche dar, deren Geschichte in den letzten Jahrzehnten auf vielfältige Weise untersucht, diskutiert und neubewertet wurde. Neben Arbeiten zu zahlreichen Einzelfragen stand auch der Charakter dieser Epoche zur Diskussion: ist das 3. Jahrhundert als eine Zeit der allumfassenden Krise und des Niedergangs des Römischen Reiches zu verstehen oder sollte die Epoche besser als eine Zeit der Transformation des Reiches hin zur Spätantike gedeutet werden? Die im Jahr 1939 erschienene erste Auflage des 12. Bandes der CAH (The Imperial Crisis and Recovery. A.D. 193-324) hatte hier über Jahrzehnte die Forschungsmeinung geprägt. Insbesondere die Artikel von Andreas Alföldi und Harold Mattingly legten Deutungsmuster fest, nach denen die Soldatenkaiserzeit als Epoche der Krise und des Niedergangs zu verstehen ist, der ab Aurelian und dann vor allem unter Diocletian und Constantin eine "Imperial Recovery" folgte.[1] Die Forschungslandschaft für diese Periode ist in den letzten Jahrzehnten unübersichtlich geworden, und noch immer sind Synthesen zu dieser Epoche auf neuestem Forschungsstand Mangelware. Insbesondere für die späte Severerzeit und die Soldatenkaiserzeit (235-284) liegen nur wenige aktuelle geschichtliche Überblicke vor, die den wissenschaftlichen Ansprüchen genügen.[2] Die Neuauflage des 12. Bandes muss sich an diesen Erwartungen messen lassen.

Der 12. Band der Erstauflage war der letzte dieser Reihe und endete mit dem Jahr 324; das Ende der Antike wurde damit durch den Sieg Constantins über Licinius markiert. In der Neuauflage der CAH wurde die Antike entsprechend der nunmehr in der Alten Geschichte gängigen Periodisierung bis Justinian ausgeweitet; der 14. Band (Late Antiquity. Empire and Successors, 2000) umfasst die Zeit bis 600. Auf Grund dieser neuen Konzeption dehnte man den Fokus des 12. Bandes auf die gesamte Regierungszeit Constantins aus, eine sicher sinnvolle Entscheidung. Der gewählte Titel "The Crisis of Empire" präjudiziert indes das Verständnis der Epoche als eine Zeit der Krise, der fundamentalen Veränderungen in Staat und Gesellschaft. Es bleibt aber fraglich, ob das Konzept einer "Krise des Römischen Reiches" von Septimius Severus bis Constantin tragfähig ist. So sollte genauer gefragt werden, welche Bereiche (Staat, Gesellschaft und Wirtschaft) wann und wie von einer Krise betroffen waren; eine institutionelle Krise erfasste das Römische Reich wohl nur in der Mitte des 3. Jahrhunderts, in der Soldatenkaiserzeit. Von einer allgemeinen wirtschaftlichen Krise kann man sinnvollerweise kaum sprechen. Hier sollte stark regional unterschieden werden. In jedem Fall ist es wenig plausibel, die Severerzeit, die Tetrarchie und die constantinische Epoche pauschal unter den Begriff einer Krisenperiode zu subsumieren (S. XIII). In den einzelnen Artikeln der CAH finden sich dann auch wesentlich differenziertere Sichtweisen auf den Krisenbegriff.

Im Aufbau orientiert sich das Werk an der Struktur des 11. Bandes: der Darstellung der Ereignisgeschichte folgen Kapitel zu den Strukturen des Römischen Reiches, zu den Provinzen, zur Wirtschaft sowie zu Religion, Kultur und Gesellschaft. Im Gegensatz zum 11. Band, in dem auf eigene Kapitel zu Parthern und Germanen verzichtet wurde, findet sich hier auch ein Teil zur "Non-Roman World", der der gestiegenen Bedeutung der Germanen sowie der Reiche und Völker an der Ostgrenze Roms Rechung trägt. Appendices (S. 705-785), Stemmata (S. 768-771), eine Chronologie (S. 772-785), ein Abkürzungsverzeichnis und eine sehr umfangreiche, in allgemeine Werke und Arbeiten zu einzelnen Kapiteln getrennte Bibliografie (S. 786-899) sowie eine detaillierter Index (S. 900-965) runden den Band ab. Die Artikel sind durchweg von angesehenen Experten der entsprechenden Gebiete verfasst, die teilweise recht routiniert ihre Thematik darstellen. Entsprechend der Konzeption der CAH beschränkt sich der Anmerkungsapparat zwar auf ein Minimum, die Artikel bieten aber im Allgemeinen einen guten Überblick. Der übersichtlich aufgebaute Band informiert so über nahezu alle Aspekte dieses vielschichtigen Problemkreises. Weniges wird man vermissen: die kurzen Bemerkungen zu den Quellen in der Einleitung und die entsprechenden Notizen, die sich in einigen Kapiteln finden, können ein eigenes Quellenkapitel nicht ersetzen, dies umso mehr, als für die besprochene Epoche keine verlässliche Geschichtsdarstellung aus der Antike vorliegt und die HistorikerInnen auf eine Vielzahl von Schriftquellen ganz unterschiedlichen Charakters angewiesen sind. Araber, Armenier, Sasaniden und Germanen werden mit eigenen Kapiteln berücksichtigt, die Völker Nordafrikas vermisst man. Philosophie und Religion nehmen breiten Raum ein, die Rhetorik, die Literatur und die Geschichtsschreibung sowie das Bildungswesen im Allgemeinen bleiben jedoch ausgespart. So sucht man etwa den bedeutendsten griechischen Gelehrten des 3. Jahrhunderts neben Plotin, Longinos, im ganzen Band vergebens.[3] Auch das rabbinische Judentum in Palästina und Babylonien sowie die neue Weltreligion im 3. Jahrhundert, der Manichäismus, erhalten keine eigene Würdigung[4]; doch sind dies kleinere Probleme.

Einen etwas zwiespältigen Gesamteindruck hinterlässt allerdings ein anderes, grundlegendes Problem: Die Artikel lagen sehr lange in der Redaktion, sie stehen durchweg allenfalls auf dem Stand von 2000/01.[5] So findet sich in der 106 Seiten umfassenden Bibliografie (S. 793-899) jeweils nur eine einzige Arbeit aus den Jahren 2002 und 2003 (beide zu Part II) und ganze 15 Titel aus dem Jahr 2001. Zu den ereignisgeschichtlichen Kapiteln wird lediglich eine Arbeit von 2001 aufgeführt; unter den "frequently cited works" gibt es keinen einzigen Titel nach 2000.[6] Gerade im letzten halben Jahrzehnt erschienen jedoch zahlreiche wesentliche Forschungsarbeiten zu dieser Periode, die hier allesamt unberücksichtigt blieben. Dies ist nicht nur bedauerlich, es führt auch dazu, dass das Standardwerk streckenweise schon wieder veraltet ist.[7] Eine gründlichere Endredaktion hätte zudem Widersprüche zwischen den Artikeln und der Zeittafel am Ende des Bandes beseitigen können.[8] In die Zeittafel haben sich auch einige Fehler eingeschlichen.[9]

Ein Werk von 983 Seiten kann man in einer solchen Rezension nicht hinreichend würdigen. Im Folgenden möchte ich mich daher neben einem groben Überblick zum Inhalt auf einige Anmerkungen beschränken, die zugegebenermaßen subjektiven Charakter tragen. Nach dem Vorwort (S. XII-XVII) wird im ersten Teil (Narrative) die Geschichte des Reiches von Septimius Severus bis Constantin dargestellt, ganz traditionell unterteilt in vier Epochen, die Severer, die Soldatenkaiserzeit, die Tetrarchie und die Regierung Constantins. Fundiert und detailliert erörtert Brian Campbell die Zeit der Severer (The Severan Dynasty, S. 1-27), wobei er sowohl den turbulenten Jahren nach dem Tod des Commodus als auch den Regierungszeiten der vielfach weniger beachteten letzten beiden Severer gebührenden Platz einräumt; vorgestellt werden auch die strukturellen Veränderungen in der Reichsverwaltung. Severus' Partherkriege hätten vor allem der Festigung seiner Position gedient, sie waren weniger durch außenpolitische Notwendigkeiten diktiert. Severus habe die Schwäche der Parther genutzt, um einen politischen Erfolg zu erzielen. Die Motive Caracallas für die Constitutio Antoniniana sind nach Campbell letztlich "obscure" (S. 18). Ob der Sasanide Ardashir allerdings tatsächlich von den Römern das Erbe der Achämeniden eingefordert hat, wie Campbell unterstellt, bleibt doch fraglich.[10]

John Drinkwaters schneller Durchmarsch durch die turbulente Periode der Soldatenkaiser (Maximinus to Diocletian and the 'Crisis', S. 28-66) behandelt alle wesentlichen Ereignisse, reflektiert jedoch nur ungenügend die vielfach stark divergierenden Forschungspositionen zu einzelnen Problemen und erschließt den LeserInnen oft nicht die überaus problematische Quellenlage. Drinkwater orientiert sich streng an der Folge der legitimen Soldatenkaiser, die Sondereiche in Ost und West hätten aber sicherlich eine eigene Darstellung verdient. Nicht immer steht Drinkwater zudem auf dem letzten Stand der Forschung, zuweilen sind seine Überlegungen nicht recht überzeugend: Die Frage, ob Shapur I. 252 oder 253 nach Syrien einfiel, löst er durch ein "from 252 until well into 253" (S. 40).[11] Auch seine Rekonstruktion der Jahre 253-260 ist problematisch: nach Drinkwater blieb Valerian im Orient, den Goteneinfall nach Bithynien datiert er in das Jahr 256. Verschiedene Quellen gestatten indes eine andere Rekonstruktion: 256 reiste Valerianus nach Europa, er und Gallienus traten dann am 1. Januar 257 in Rom das Konsulat an, eine Inschrift bezeugt beide im August 257 in Köln. Die Goten fielen schließlich 258/59, nach der Rückkehr Valerians in den Orient, nach Bithynien ein.[12] Ob mit Jehne der Ingenuus-Aufstand wirklich ins Jahr 259 (nicht 260) datiert werden kann (S. 43), darf bezweifelt werden. Der Herulereinfall von 267/68 und der Goteneinfall von 269/70 werden ungenau zu einem einzigen Zug zusammengefasst.[13] Palmyra besaß 272 keine Stadtmauer, die Aurelian hätte belagern können, auch wurde die Stadt 273 nicht zerstört, wie Drinkwater unterstellt (S. 52).[14] Eine Inschrift gestattet die Datierung des isaurischen Aufstands und der Belagerung von Cremna durch Terentius Marcianus in das Jahr 278 (nicht 280, S. 55).[15] Ausgewogen fällt Drinkwaters abschließende Bewertung der Reichskrise aus: Auf einen ersten Abschnitt, der noch eher in der Tradition der Severer stand, folgte in den späten 240er-Jahren die eigentlichen Krisenperiode und ab 270 schließlich die langsame Erholung des Reiches. Drinkwater unterstreicht sowohl die Dynamik der Krise und die "structural weaknesses of the empire" (S. 61) als auch den Prozess der Umstrukturierung des Reiches, der vor allem in den Reformen in Armee und Verwaltung manifest werde.

Die Zeit der Tetrarchie beschreibt Alan K. Bowman (Diocletian and the First Tetrarchy, 284-305, S. 67-89); in seiner knappen, aber überzeugenden Darstellung werden sowohl die Ereignisgeschichte als auch die Transformation der Reichsstrukturen unter Diocletian vorgestellt. Bowman reflektiert hierbei auch wesentliche Forschungsdiskussionen: In der Frage, ob es sich bei der Herausbildung der Tetrarchie um einen von Diocletian geplanten Prozess handelte, der Kaiser also einen "master plan for the reconstruction of Rome's tottering empire" besaß (S. 68), wie etwa Kolb meint, oder ob das Reformwerk eher aus einem Bündel von ad hoc getroffenen Einzelmaßnahmen bestand, die Antworten auf jeweils spezifische Probleme bieten sollten, entscheidet sich Bowman klar für die zweite These; das System der Tetrarchie habe sich erst langsam herausgebildet, die Tetrarchen hätten so nicht von Anfang an über einen vollständigen Hof verfügt. Vorstellungen eines grundlegenden "new age" unter Diocletian beruhten vielfach auf den rhetorischen Bildern der zeitgenössischen Autoren (S. 88f.). In der Datierung schließt sich Bowman zumeist Barnes an, so wird der Friede von Nisibis mit den Persern ins Jahr 299 gesetzt (S. 82f.).[16] Der von Bowman unterstellte Zug des Galerius gegen Ktesiphon und die Einnahme der persischen Hauptstadt (S. 81), auch dies wohl eine Übernahme aus Barnes, ist jedoch ganz unwahrscheinlich: Diese Nachricht beruht einzig auf einer kaum historischen Notiz in einer problematischen Passage der Historia Augusta.[17] Galerius kämpfte nur in Armenien, Medien und der Adiabene gegen die Truppen Narsehs.

Nicht recht überzeugen kann dagegen die Darstellung der letzten Periode durch Averil Cameron (The Reign of Constantine, 306-337, S. 90-109). Ganz auf die Person Constantins konzentriert geht Cameron sehr schnell durch die Ereignisgeschichte, bietet oft nur wenige Details, verweilt dagegen länger bei den Wertungen der Quellen. Auch die Reformmaßnahmen Constantins werden zwar in allgemeiner Form erwähnt, aber nicht in den Details erläutert. So nennt Cameron Zosimus' Kritik an Constantin, er habe die Zahl der Prätorianerpräfekten erhöht; die Auflösung der Prätorianer und die Umstrukturierung der Präfektur, sicher eine der wichtigsten Maßnahmen des Kaisers, bleiben dagegen unerwähnt. Breiten Raum nimmt selbstverständlich der Übertritt Constantins zum Christentum ein, der nach Cameron ab 312 begann und für sie das historisch bedeutsamste Ereignis seiner Regierung darstellt.

Der zweite Teil (Government and Administration) untersucht die Strukturen des römischen Staates, beginnend mit der in dieser Zeit zweifellos wichtigsten Institution, dem Heer: Brian Campbell (The Army, S. 110-130) erörtert sehr knapp alles Wesentliche zu den Veränderungen in der Heeresorganisation. Analysiert werden etwa die von Gallienus eingeführten unabhängig operierenden Kavallerieeinheiten, die aber wohl weniger als bewegliche "field-army" gedacht gewesen seien, und die Ablösung der Senatoren von militärischen Posten ab der Mitte des 3. Jahrhunderts sowie die schrittweise Neuformierung des Heeres unter Diocletian und Constantin. Die soziale und politische Rolle der Armee wird dagegen nicht betrachtet. Kaisertum, Hof und Provinzverwaltung stellt in einem umfangreichen Artikel Elio Lo Cascio vor (The Emperor and his Administration, S. 131-183), einer Einleitung (General Developments, S. 131-136) folgen Abschnitte zu den Severern (The Age of the Severans, S. 137-155), den Soldatenkaisern (The Government and Administration of the Empire in the Central Decades of the Third Century, S. 156-169) und zur beginnenden Spätantike (The New State of Diocletian and Constantine: from the Tetrarchy to the Reunification of the Empire, S. 170-183). Lo Cascio bestreitet den in der Forschung zumeist postulierten radikalen Wandel des Charakters des römischen Staates und der Gesellschaft vom Prinzipat zum Dominat, die grundlegende Umstrukturierung des Staates nach der schweren Krise des 3. Jahrhunderts; er streicht dagegen vielmehr die Kontinuitätslinien in der römischen Verwaltung heraus; Vorstellungen von Bürokratisierung der Verwaltung oder Dirigismus des Staates seien zu überdenken. Kaiserliches Handeln sei auch in dieser Periode vor allem reaktiv geblieben. Die Möglichkeiten von dirigistischen Maßnahmen des Staates in der Wirtschaft seien stark begrenzt gewesen. Der Staat der Spätantike "drew on characteristics of the preceding era, radicalizing some though not entirely upsetting them". So war die Zeit zwischen Severus und Constantin "an age of both fracture and continuity" (S. 136).

Die Severer hätten ihr Kaisertum vor allem durch den konsequenten Aufbau einer Dynastie legitimiert, das Kaiserhaus wurde sacra und divina. Zudem streicht Lo Cascio die bedeutende Rolle der ritterlichen Beamten unter den Severern heraus. Klare Legitimitätskriterien für das Kaisertum seien dann in der Soldatenkaiserzeit verlorengegangen, obwohl das dynastische Prinzip weiterhin eine wichtige Rolle spielte. Der Ausschluss der Senatoren von den wichtigen militärischen Posten habe sich graduell vollzogen, die berühmte Reform des Gallienus datiert Lo Cascio in das Jahr 262 (S. 160). Der erste belegte Fall eines ritterlichen Statthalters in einer eigentlich senatorischen Provinz ist nun jedoch M. Simplicinius Genialis, agens vices praesidis in Raetia im Jahr 260 (AÉ 1993, 1231); er bekam den Posten also bereits unter der gemeinsamen Regierung des Valerianus und Gallienus. Die Tetrarchen fanden dann eine neue theokratische Legitimation der Herrschaft, vorbereitet wurde dies auch durch den Sol-Kult Aurelians, der jedoch nichts mit der Religion Palmyras zu tun hatte und auch nicht als ein tendenziell monotheistischer Kult verstanden werden sollte, wie dies Lo Cascio unterstellt (S. 171).[18] Der Entwicklung des römischen Rechts widmen sich die Artikel von David Ibbetson (High Classical Law, S. 184-199), der Juristen und kaiserliche Gesetzgebung unter den Antoninen und Severern vorstellt, und David Johnston (Epiclassical Law, S. 200-207), der das Reskriptenrecht der Kanzleien der Soldatenkaiser und Tetrarchen, das Wirken der Juristen der epiklassischen Periode sowie die Entstehung erster Codices skizziert; er betont dabei die Kontinuitäten zum späten klassischen Recht.

Der dritte Teil widmet sich den Provinzen des Reiches (The Provinces). John Wilkes (Provinces and Frontiers, S. 212-268) bietet einen Überblick zur Entwicklung an den Grenzen und in den Grenzprovinzen; hierbei werden vor allem die Einfälle der Germanen und Perser aufgezählt, vielleicht ein zu einseitiges Bild.[19] Wilkes widmet sich sodann den Straßen, den kaiserlichen Residenzen und den Reisen der Herrscher, ausführlich werden schließlich die unterschiedlichen Systeme römischer Grenzbefestigungen besprochen. Im Ganzen wirkt dies ein wenig unausgewogen, man erfährt sehr viel über Einfälle, Straßen und Limesbauten, wenig aber über die römischen Provinzen im 3. Jahrhundert. Jean-Michel Carrié (Developments in Provincial and Local Administrations, S. 269-312) untersucht das Verhältnis zwischen dem römischen Staat einerseits und den Provinzialen und Städten andererseits. Auch er wendet sich gegen ein zu einseitiges Bild zunehmender Bürokratisierung, Militarisierung und Zentralisierung, man könne eher von einer Kontinuität der Strukturen der Hohen Kaiserzeit bis ins 4. Jahrhundert ausgehen. So blieben die munizipalen Institutionen intakt und funktionierten weiterhin als grundlegender Bestandteil des Staates. Sowohl die reichhaltige Quellengrundlage als auch die besondere Bedeutung der Provinz in der Diskussion um die Krise des 3. Jahrhunderts rechtfertigen für Alan K. Bowman, dass Ägypten als einziger Provinz ein eigenes Kapitel eingeräumt wird (Egypt from Septimius Severus to the Death of Constantine, S. 313-326): Nach einem sehr kurzen geschichtlichen Überblick [20] stellt Bowman vor allem die Verwaltung der Provinz und ihre wirtschaftliche und soziale Entwicklung vor; Zeichen einer tief gehenden ökonomischen Krise oder einer wachsenden Bedeutung des Kolonats kann Bowman dabei nicht ausmachen.

Der vierte Teil zur Wirtschaft (The Economy of the Empire) mit zwei Artikeln von Mireille Corbier ist doch ein wenig einseitig auf Münz- und Steuerwesen fokussiert. Im ersten Beitrag (Coinage and Taxation: the State's Point of View, 193-337, S. 327-392) werden das Münzsystem in allen Details (vom Bergwerk bis zur Hortung), die Veränderungen im 3. Jahrhundert, insbesondere die Reformen Aurelians und Diocletians, sowie die Phänomene der Geldentwertung und Inflation erläutert, wobei Corbier auf die unterschiedlichen Deutungsansätze verweist. Die großen Ausgaben für das Militär hätten eine hohe Ausmünzung auch schlechten Geldes und damit eine Inflation nach sich gezogen. Des Weiteren werden das Steuersystem und die öffentlichen Ausgaben untersucht; das Steuersystem sei in dieser Periode relativ stabil geblieben. Im zweiten Kapitel (Coinage, Society and Economy, S. 393-439) analysiert Corbier die Landwirtschaft, den Bergbau, die Lage der Städte und den Handel, greift dabei aber jeweils weit über den Untersuchungszeitraum hinaus. Schließlich bespricht sie Probleme, die sich in der Forschung mit der wirtschaftlichen Entwicklung im 3. Jahrhundert verbinden: der angebliche Niedergang der Geldwirtschaft, die Konsequenzen der Kriege, die sich vergrößernde Schere zwischen Arm and Reich und der Charakter des Kolonats.

Im fünften Teil wird die "Non-Roman World" des 3. Jahrhunderts vorgestellt. Dass auch die Welt jenseits des römischen Limes ausführlich gewürdigt wird, ist zu begrüßen, doch geschieht dies hier in sehr unterschiedlicher Qualität. Malcolm Todd (The Germanic Peoples and Germanic Society, S. 440-460) stellt die neuen west- und ostgermanischen Völker vor, mit denen sich die Römer ab dem 3. Jahrhundert auseinandersetzen mussten, und vermittelt dabei ein überzeugendes Bild der sich langsam herausbildenden Völkergruppierungen unter Heranziehung der archäologischen Überlieferung. Die Aufgabe des Limes um 260 dürfte indes nicht auf alamannischen Druck zurückzuführen sein (so Todd, S. 442), sie war wohl eher Folge des römischen Truppenabzugs auf Grund der innerrömischen Auseinandersetzung zwischen Postumus und Gallienus.[21] Den Goten des 3. Jahrhunderts spricht Todd eine "centralized power" ab; ob etwa Kniva ein König gewesen sei, bleibe zweifelhaft (S. 445f.).

Der Altmeister der Iranistik Richard N. Frye beschäftigt sich mit den Persern (The Sassanians, S. 461-480), dem neuen Gegner Roms im Osten. Über die Sasaniden im 3. Jahrhundert sind wir durch eine Reihe von Inschriften wie den berühmten Tatenbericht Shapurs I. oder die Paikuli-Inschrift Narsehs sowie durch zahlreiche Felsreliefs vergleichsweise gut informiert; daher ist es sicherlich überaus lohnend, Rubins allgemeinen Artikel zu den spätantiken Persern im 14. Band der CAH hier durch ein spezielles Kapitel über die frühen Sasaniden zu ergänzen.[22] Frye gibt einen kurzen Überblick zur Geschichte, zu den Beziehungen mit Rom sowie zur Religion und zu den Strukturen des Reiches, bietet dabei aber im Wesentlichen die gleichen Angaben wie in seinem Handbuch zum antiken Iran von 1984.[23] Der Artikel ist damit vielfach veraltet; überholt ist etwa die Vorstellung einer zoroastrischen "Staatskirche" im 3. Jahrhundert (S. 467, 476f.), die Datierung der ersten Einnahme Antiochias durch Shapur in das Jahr 256, die Charakterisierung Palmyras als "Roman client oasis state" (S. 469) oder die Annahme einer kurzen Regierung des (zweifellos unhistorischen) Königs "Adurnarseh" im Jahr 309 (S. 471), der als "Adarnarses" nur in späten byzantinischen Quellen erwähnt wird und für dessen Existenz keinerlei persische Zeugnisse vorliegen.[24] Die Angaben zum Sasanidenreich bleiben zudem sehr allgemein, auf die Besonderheiten des 3. Jahrhunderts und die Fülle von Informationen, die uns die Inschriften zum Königtum, Hof und Adel, zu den Verwaltungsstrukturen des Reiches und den religiösen Würdenträgern liefern, geht Frye kaum ein.[25] Die zahlreichen Zeugnisse des Wirkens der von Shapur aus dem Römischen Reich deportierten Christen in Persien, die von ihnen errichteten Städte, Paläste und Staudämme, aber auch das von ihnen mit nach Persien gebrachte Christentum kommen kaum zur Sprache.[26] Bezeichnend für diese sehr summarische Darstellung ist es etwa, dass bedeutende Personen am Hof Shapurs I. wie sein Sohn Shapur, König der Mesene, und seine Tochter, die Königin der Königinnen Adur-Anahid, oder etwa der antiochenische Verräter Mareades nicht erwähnt werden.[27] Frye verzichtet schließlich zumeist auf Quellenangaben, was den AlthistorikerInnen, denen die persischen Zeugnisse weniger vertraut sind, die Arbeit nicht unbedingt erleichtern wird.

Auch die Darstellung der Geschichte Armeniens im 3. Jahrhundert von Christopher S. Lightfoot (Armenia and the Eastern Marches, S. 481-497) enttäuscht: Der kurze Absatz zur schwierigen Problematik der im Folgenden ausführlich benutzten armenischen Quellen, in dem kein einziger Autorenname fällt (S. 483), ist sicherlich zu wenig. Die Darstellung der Geschichte Armeniens seit der Mitte des 3. Jahrhunderts beruht dann ganz auf der Rekonstruktion Toumanoffs, der in überaus problematischer Weise die Angaben der westlichen Überlieferung, der Paikuli-Inschrift zu einem König Trdat sowie der mittelalterlichen armenischen Historiker wie Agathangelos und Movses aus dem späten 8. Jahrhundert zu einer phantasievollen "Königsliste" vermischte; die grundlegende methodische und inhaltliche Kritik Kettenhofens an dieser Rekonstruktion blieb unberücksichtigt.[28]

Wesentlich überzeugender ist die kurze Skizze der syrischen und mesopotamischen Steppenregion im 3. Jahrhundert durch Maurice Sartre, der hier die in der Forschung vielfach vernachlässigte Bedrohung Roms am syrischen Limes durch einfallende Araber in den Blick nimmt. Allerdings erstaunt, dass unter dem Titel "The Arabs and the Desert Peoples" (S. 498-520) nicht nur die arabischen Nomaden, insbesondere die Tanukh und Lakhmiden, sondern auch die Städte Edessa, Hatra und Palmyra betrachtet werden; zum einen, da politisch und strukturell das römische Klientelkönigreich der Osrhoene um Edessa, die römische colonia Palmyra, die auch hier wieder unzutreffend als ein 'Klientelkönigreich' bezeichnet wird, der parthische Vasallenstaat von Hatra und die arabischen Nomaden wenig gemeinsam haben, und zum anderen, da es zwar in allen drei Städten ein starkes arabisches Element gab, es aber doch problematisch erscheint, sie unter dem Oberbegriff "Araber" zusammenzufassen: Geschrieben wurde in den drei Städten aramäisch; die Götterwelt und die Namensgebung waren nur teilweise arabisch geprägt. Die Zeugnisse demonstrieren zwar einen engen Zusammenhang zwischen Stadtbevölkerung und umwohnenden Nomaden (deren arabische Ethnizität zwar wahrscheinlich, jedoch nicht gesichert ist), aber eben auch eine starke Distinktion zwischen beiden. Sartre verwendet denn auch viel Platz, um diese letztlich anachronistische Kapitelüberschrift zu rechtfertigen. Die Abschnitte zu Edessa, Hatra und Palmyra sind leider zudem teilweise veraltet und recht fehlerhaft[29]; besser informiert wird man da in Sartres Handbuch "D'Alexandre à Zénobie".[30]

Der vierte Teil (Religion, Culture and Society) vereinigt Artikel zur Religions- und Kunstgeschichte. Garth Fowden stellt in drei Aufsätzen zum Thema "Late Polytheism" (S. 521-572) die Philosophie und die paganen Kulte vor. In "The World-View" (S. 521-537) untersucht er den Neuplatonismus von Plotin bis Iamblich sowie die paganen Vorstellungen von Theurgie, Magie und Astrologie in der beginnenden Spätantike. Er stellt dabei nicht nur Leben und Werk der Philosophen vor, sondern streicht auch ihre neue Lebensform heraus: Als pagane "heilige Männer" vereinigen sie Heiligkeit und Gelehrsamkeit. Fowdens Beschränkung auf den in der Philosophie am Ende des Untersuchungszeitraums dominierenden Neuplatonismus verhindert jedoch den Blick auf die Vielfalt des philosophischen Lebens in der ersten Hälfte und der Mitte des 3. Jahrhunderts, wie wir sie etwa aus der Plotin-Vita des Porphyrios kennen. Das Unterkapitel "The Individual and the Gods" (S. 538-552) widmet sich den privaten Kulten, wobei Fowden hier vielfach weit in das 2. und 4. Jahrhundert ausgreift, das Unterkapitel "Public Religion" (S. 553-572) den öffentlichen Kulten, insbesondere dem Kaiserkult. Fowden betont hier die zunehmende Bedeutung der göttlichen Legitimation des Kaisers.

Dem Christentum sind die beiden folgenden Artikel gewidmet: Gleichsam als Nachtrag zum Band 11 der CAH stellt Mark Edwards in "Christianity, AD 70-192" (S. 573-588) die Präsenz der Christen und die Auseinandersetzung mit dieser neuen Religion in den einzelnen Regionen des Römischen Reiches von Syrien bis Gallien in den ersten beiden Jahrhunderten dar. Dieser regionale Überblick hätte durch ein Unterkapitel zu den Strukturen der sich entwickelnden Kirche und zu den unterschiedlichen Richtungen im Christentum ergänzt werden müssen; dies um so mehr, als auch der folgende Artikel von Graeme Clarke (Third-Century Christianity, S. 589-671) dies nicht leistet. Clarke beginnt ebenfalls mit einem ausführlichen geografischen Überblick zu den Christen im 3. Jahrhundert, in dem er die regionalen Unterschiede in Liturgie und Dogma herausstreicht und die große Bedeutung der Tolerierung des Christentums durch Gallienus für die Ausbreitung des Glaubens betont. Er bietet sodann eine hervorragende und auf Grund der zahlreichen Quellenzitate überaus anschaulich verfasste Darstellung des Verhältnisses zwischen Christen und römischem Staat, also insbesondere der Verfolgungen von den Severern bis Diocletian.

Im letzten Kapitel skizziert Janet Huskinson (Art and Architecture, A.D. 193-337, S. 672-703) die Entwicklungen in Architektur und Kunst. Sie hebt die Bedeutung der Epoche als "transitional period" vom klassischen Stil zur christlichen mittelalterlichen und byzantinischen Kunst hervor (S. 672), betont aber zugleich, dass es keine gleichförmige Veränderung der Kunst gab, es sei vielmehr nach Regionen und Richtungen zu differenzieren; sie unterstreicht zudem die Vielfalt der künstlerischen Tendenzen. Neben dem Blick zurück auf die große Vergangenheit Roms standen zwei neue Entwicklungen: die Herausbildung einer christlichen Motivsprache, vor allem in der Sarkophagkunst, und die Veränderung der Mosaikdarstellungen hin zur Zweidimensionalität. Die Verwendung von Spolien wie am Constantinsbogen in Rom sei kein Zeichen von Verfall, sondern als Referenz Constantins an den imperialen Ruhm und an die "guten Kaiser" des 2. Jahrhunderts zu deuten.[31] Nützliche Appendices (705-785) von John Wilkes informieren schließlich über die Veränderungen der Provinzorganisation zwischen den Severern und Constantin, die Itinerare der Kaiser (wobei diese Tabelle ein wenig unübersichtlich geraten ist) und die Stationierung der römischen Truppen an den Grenzen; dazu werden die severischen Einheiten und die Angaben aus der Notitia Dignitatum gegenübergestellt.

Mit dem 12. Band der CAH liegt nun ein grundlegendes Handbuch vor, das den LeserInnen zu allen wichtigen Aspekten zuverlässig erste Informationen liefert und durch die umfangreiche Bibliografie zahlreiche Denkanstöße zum Weiterlesen gibt. Neben vielen sehr qualitätsvollen Artikeln stehen jedoch auch einige, die nicht als Referenz empfohlen werden können, weil sie nicht den aktuellen Forschungsstand reflektieren, nicht hinreichend die Forschungsdiskussionen zu wesentlichen Punkten dokumentieren oder nur unzureichende Informationen zur Thematik geben. Generell ist der Rückstand in der Publikation zu kritisieren: Ein Handbuch aus dem Jahr 2005 sollte den LeserInnen nicht den Arbeitsstand des Jahres 2000 bieten. Schließlich gelingt es den HerausgeberInnen nicht, einen überzeugenden Vorschlag für die historische Deutung dieser Periode zu machen: Einerseits wird im Vorwort des Bandes und in einigen Aufsätzen die Konzeption einer vor allem durch Barbareneinfälle und Instabilitäten gekennzeichneten Krisenepoche vertreten, andererseits reihen sich einige AutorInnen dezidiert in eine Forschungsrichtung ein, die die Krise und den grundlegenden Wandel von Staat und Gesellschaft im 3. Jahrhundert bestreitet bzw. minimieren will. Hier wären eine Auswertung der Ergebnisse der Einzeluntersuchungen und der Entwurf eines kohärenten Gesamtbildes der Epoche notwendig gewesen. Auf Grund dieser vielfältigen Probleme sei jedem/er Leser/in geraten, neben diesem Band auch andere aktuelle Handbücher zu befragen.[32] Dennoch wird 12. Band der CAH für die nächsten Jahre zweifellos ein unerlässliches Standardwerk für alle sein, die sich über die Periode von Septimius Severus bis Constantin informieren wollen.

Anmerkungen:
[1] Alföldi, Andreas, The Crisis of the Empire (A.D. 249-270), CAH XII (1939), S. 165-231; The Invasions of Peoples from the Rhine to the Black Sea, S. 138-164 (deutsch in: Ders., Studien zur Geschichte der Weltkrise des 3. Jahrhunderts nach Christus, Darmstadt 1967); Mattingly, Harold, The Imperial Recovery, S. 297-351.
[2] Vgl. Christol, Michel, L'Empire romain du IIIe siècle, Paris 1997; Potter, David S., The Roman Empire at Bay, AD 180-395, London 2004. Kaum mehr als eine kurze Einführung bietet: Sommer, Michael, Die Soldatenkaiser, Darmstadt 2004. Hingewiesen sei hier auch auf das voraussichtlich noch 2006 erscheinende und von Klaus-Peter Johne unter Mitwirkung von Udo Hartmann und Thomas Gerhardt herausgegebene Handbuch zur Soldatenkaiserzeit: Die Zeit der Soldatenkaiser. Krise und Transformation des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert n. Chr. (235-284).
[3] Auf das grundlegende Werk zu seinem Wirken (Männlein-Robert, Irmgard, Longin, Philologe und Philosoph, München 2001) wird ebenfalls nirgendwo verwiesen.
[4] Der Manichäismus wird an zwei Stellen ausführlicher besprochen, S. 470, 475f. (zu den Sasaniden) sowie S. 647f. (zur Verfolgung Diocletians), das Judentum nur im Zusammenhang mit dem Sasanidenreich, S. 476.
[5] Garth Fowden weist darauf hin, dass sein Artikel "The World-View" 1988 eingereicht und 1999 überarbeitet wurde (S. 520, Anm. 1).
[6] Arbeiten aus dem Jahr 2001: S. 819, 826 (zweimal), 829, 832, 843, 854, 861, 867, 870, 877, 881, 882, 889 (zweimal), 896 (eine Wiederholung); von 2002: S. 828; von 2003: S. 831.
[7] Aus den zahlreichen Arbeiten nach 2000, die hier zu nennen wären, seien nur wenige herausgegriffen: Drake, Harold Allen, Constantine and the Bishops, Baltimore 2000; Hartmann, Udo, Das palmyrenische Teilreich, Stuttgart 2001; Körner, Christian, Philippus Arabs, Berlin 2002; Kreucher, Gerald, Der Kaiser Marcus Aurelius Probus und seine Zeit, Stuttgart 2003; Berrens, Stephan, Sonnenkult und Kaisertum von den Severern bis zu Constantin I. (193-337 n. Chr.), Stuttgart 2004; Demandt, Alexander; Goltz, Andreas; Schlange-Schöningen, Heinrich (Hgg.), Diokletian und die Tetrarchie, Berlin 2004; Holloway, Robert R., Constantine and Rome, New Haven 2004; Odahl, Charles M., Constantine and the Christian Empire, London 2004; Potter (wie Anm. 2); Rees, Roger, Diocletian and the Tetrarchy, Edinburgh 2004; Eich, Peter, Zur Metamorphose des politischen Systems in der römischen Kaiserzeit, Berlin 2005; Lenski, Noel (Hg.), The Cambridge Companion to the Age of Constantine, Cambridge 2005. Die grundlegende Diocletian-Monografie von Wolfgang Kuhoff (Diokletian und die Epoche der Tetrarchie, Frankfurt am Main 2001) findet sich nur in der Bibliografie zu Part II (S. 826).
[8] Einige Beispiele seien genannt: die sasanidische Eroberung von Nisibis und Carrhae wird in der Zeittafel korrekt (vgl. Kettenhofen, Erich, Die Eroberung von Nisibis und Karrhai durch die Sasaniden in der Zeit Kaiser Maximins, 235/236 n. Chr., in: IA 30 (1990), S. 159-177) in das Jahr 236 datiert (S. 775; ebenso S. 30), bei Frye hingegen in die Jahre 237/38 (S. 468), die Tausendjahrfeier Roms ins Jahr 248 (S. 776), bei Drinkwater ins Jahr 247 (S. 37), der Syrieneinfall Shapurs ins Jahr 253 (S. 777), sonst ins Jahr 252 (so S. 221, 469; bei Drinkwater, S. 40: 252-253), die Ingenuus-Usurpation ins Jahr 258 (S. 777), sonst ins Jahr 259 (S. 43), der Aufstand in Isaurien und die Belagerung von Cremna ins Jahr 279 (S. 781), bei Drinkwater ins Jahr 280 (S. 55; korrekt wäre 278, s.u.).
[9] Herausgegriffen sei: Artabanos war der 4. seines Namens, nicht der 5. (S. 773); Dionysius von Rom wurde am 22.07.260 nach der Gefangennahme Valerians zum Bischof von Rom ordiniert (nicht 259, S. 777), vgl. König, Ingemar, Die gallischen Usurpatoren von Postumus bis Tetricus, München 1981, S. 28f.; Shapur hat wohl 252, kaum jedoch 254 (S. 777) Nisibis erobert, vgl. Kettenhofen, Erich, Die römisch-persischen Kriege des 3. Jahrhunderts n.Chr., Wiesbaden 1982, S. 44ff.; Gallienus war 264 (nicht 265 oder 266, S. 778; oder 263/67 bei Wilkes, S. 244) in Athen, vgl. Armstrong, David, Gallienus in Athens, 264, in: ZPE 70 (1987), S. 235-258; Odaenathus wurde 267/68, nicht 266 oder 267 getötet (S. 778); er ist ermordet, nicht jedoch verhaftet worden ("Arrest and Execution"), vgl. Hartmann (wie Anm. 7), S. 218ff.; Gallienus besiegte die Heruler am Nestus, nicht bei Naissus (S. 779), und zwar im Frühjahr 268, nicht 267, vgl. Kettenhofen, Erich, Die Einfälle der Heruler ins Römische Reich im 3. Jh. n.Chr., in: Klio 74 (1992), S. 291-313; die Kämpfe zwischen Gallienus und Aureolus fanden im Sommer 268, nicht 267 statt (S. 779); Vaballathus erklärte sich 272, nicht 271 (S. 779) zum Augustus, vgl. Hartmann (wie Anm. 7), S. 354ff.
[10] Zur Diskussion vgl. zuletzt: Huyse, Philip, La revendication de territoires achéménides par les Sassanides: une réalité historique?, in: Huyse, Philip (Hg.), Iran. Questions et connaissances, Bd. 1, Leuven 2002, S. 297-311; Wiesehöfer, Josef, Gebete für die 'Urahnen' oder: Wann und wie verschwanden Kyros und Dareios aus der Tradition Irans?, in: Dabrowa, Edward (Hg.), Tradition and Innovation in the Ancient World, Krakau 2002, S. 111-117; Kettenhofen, Erich, Die Einforderung der achaimenidischen Territorien durch die Sasaniden. Eine Bilanz, in: Kurz, Susanne (Hg.), FS Iradj Khalifeh-Soltani, Aachen 2002, S. 49-75; gegen die These der Einforderung des Achämenidenerbes sprechen sich in der CAH auch Drinkwater (S. 62) und Frye (S. 469) aus.
[11] Vgl. Hartmann (wie Anm. 7), S. 71ff.
[12] Vgl. bes.: Christol, Michel, Les déplacements du collège impérial de 256 à 258. Cologne, capitale impériale, in: CCG 8 (1997), S. 243-253.
[13] Vgl. Kettenhofen, Einfälle (wie Anm. 9).
[14] Vgl. Hartmann (wie Anm. 7), S. 376ff., 398ff.
[15] AE 1995, 1541 = IK 57 (Central Pisidia), 15; vgl. Kreucher (wie Anm. 7), S. 150ff.
[16] Vgl. Barnes, Timothy D., The New Empire of Diocletian and Constantine, Cambridge 1982, S. 63; ebenso etwa Blockley, Roger C., East Roman Foreign Policy, Leeds 1992, S. 5f.; zutreffender plädieren für 298 dagegen etwa: Kuhoff (wie Anm. 7), S. 178; Winter, Engelbert; Dignas, Beate, Rom und das Perserreich, Berlin 2001, S. 50; in der CAH auch Lightfoot (S. 495).
[17] Nach HA Car. 9, 3 habe Galerius gezeigt, dass man die Perser schlagen und über ihr Gebiet hinaus vordringen kann (Persas vincere atque ultra eos progredi), eine Replik auf die nach dem Blitztod des Carus aufgekommene Ansicht, es sei eine Schicksalsfügung, dass kein Kaiser über Ktesiphon hinausgelange; vgl. Barnes (wie Anm. 16), S. 63; vgl. dagegen Kuhoff (wie Anm. 7), S. 175.
[18] Vgl. dazu vor allem Berrens (wie Anm. 7), bes. S. 89-126.
[19] Auch hier wird der Einfall der Heruler von 267/68 und der der Goten von 269/70 vermischt (S. 227f.), vgl. Anm. 13, beide werden noch dazu mit dem Kleinasieneinfall der Goten von 262, bei dem das Artemision zerstört wurde, zusammengezogen (richtig bei Drinkwater S. 46).
[20] Zum corrector Firmus vgl.: Caldwell, Richard; Gagos, Traianos, The Emperor Aurelian and the Corrector Firmus in a Private Context, in: Melaerts, Henri (Hg.), Papyri in honorem Johannis Bingen octogenarii (P. Bingen), Leuven 2000, S. 451-462; Hartmann (wie Anm. 7), S. 403ff.
[21] Vgl. nur Nuber, Hans Ulrich, Das Ende des Ober-germanisch-Raetischen Limes. Eine Forschungsaufgabe, in: Archäologie und Geschichte des ersten Jahrtausends in Südwestdeutschland, Sigmaringen 1990, S. 51-68; Witschel, Christian, Krise - Rezession - Stagnation?, Frankfurt am Main 1999, S. 210ff.
[22] Rubin, Ze'ev, The Sasanid Monarchy, in: CAH XIV, 2. Aufl., 2000, S. 638-661.
[23] Frye, Richard N., The History of Ancient Iran (HdAW III 7), München 1984.
[24] Zur "Staatskirche" vgl.: Wiesehöfer, Josef, 'Geteilte Loyalitäten', Klio 75 (1993), S. 362-382; zu Antiochia u. Palmyra vgl.: Hartmann (wie Anm. 7), S. 71f., 440ff.; zu Adurnarseh (Zos. 2,27; Ioh. Ant. fr. 178,1 FHG IV 605; Zon. 13,5,17-32) vgl.: Mosig-Walburg, Karin, Die Flucht des persischen Prinzen Hormizd und sein Exil im Römischen Reich. Eine Untersuchung der Quellen, in: IA 35 (2000), S. 69-109, hier 74ff.
[25] Vgl. hierzu bes. das von Frye nicht verwendete Handbuch von: Wiesehöfer, Josef, Das antike Persien von 550 v. Chr. bis 650 n. Chr., München 1994, S. 205ff.
[26] Vgl. etwa Lieu, Samuel N. C., Captives, Refugees and Exiles, in: Freeman, Philip; Kennedy, David (Hgg.), The Defense of the Roman and Byzantine East, Bd. 2, Oxford 1986, S. 475-505; Winter/Dignas (wie Anm. 16), S. 257ff.; Jullien, Christelle; Jullien, Florence, Apôtres des confins, Bures-sur-Yvette 2002, S. 153ff.
[27] Vgl. Hartmann, Udo, Mareades. Ein sasanidischer Quisling?, in: Wiesehöfer, Josef; Huyse, Philip (Hgg.), Eran ud Aneran, Stuttgart 2006, S. 105-142.
[28] Vgl. Toumanoff, Cyril, The Third-Century Armenian Arsacids, in: REArm 6 (1969), S. 233-281; Kettenhofen, Erich, Tirdad und die Inschrift von Paikuli, Wiesbaden 1995.
[29] Herausgegriffen sei: Edessa wurde 212/13 colonia (P. Dura 28; P. Euphrates Syr. B), nicht 214 (S. 508); Aelius Septimius Abgar regierte bis 241/42, nicht bis 243 (S. 508); es gab durchaus "a dynastic tie" zwischen Abdsamya und Sanatruk I., letzterer war der Vater des ersteren (H 28 A; 367-368; 375; vgl. H 195; 223; 277; 290; 333; 341; 373); Odaenathus wurde erst 263 König, nicht schon 260 (S. 513); sein Amt als corrector war sicher mehr als nur bloßer Ehrentitel (S. 513); er starb in Emesa oder Herakleia Pontika, nicht jedoch in Edessa (S. 514); sein Sohn Vaballathus nahm 272, nicht 271 den Augustus-Titel an (S. 514), vgl. Hartmann (wie Anm. 7), S. 176ff., 146ff., 218ff., 354ff.; der Lakhmide Amr war kein edessenischer Dynast (S. 518), vgl. Kettenhofen (wie Anm. 28), S. 27ff.; Hartmann (wie Anm. 7), 344; hier fehlt zudem eine Fülle an Literatur, vgl. nur: Hauser, Stefan R., Hatra und das Königreich der Araber, in: Wiesehöfer, Josef (Hg.), Das Partherreich und seine Zeugnisse, Stuttgart 1998, S. 493-528; Hartmann (wie Anm. 7); Kaizer, Ted, The Religious Life of Palmyra, Stuttgart 2002; Yon, Jean-Baptiste, Les notables de Palmyre, Beyrouth 2002; Sommer, Michael, Hatra, Mainz 2003; Roms orientalische Steppengrenze, Stuttgart 2005.
[30] Sartre, Maurice, D'Alexandre à Zénobie. Histoire du Levant antique, Paris 2001.
[31] Vgl. u.a. noch: Mancini, Rossana, Le mura aureliane di Roma, Rom 2001; Wrede, Henning, Senatorische Sarkophage Roms, Mainz 2001; Schade, Kathrin, Frauen in der Spätantike. Status und Repräsentation, Mainz 2003.
[32] Vgl. Anm. 2.

Zitation
Udo Hartmann: Rezension zu: Bowman, Alan K.; Garnsey, Peter; Cameron, Averil (Hrsg.): The Cambridge Ancient History. Second Edition. Bd. 12: The Crisis of Empire, A.D. 193-337. Cambridge  2005 , in: H-Soz-Kult, 10.04.2006, <www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-7054>.