Zwischen Zweifel, Dissens und Aporie. Strategien und Narrative der Kompromissfindung in der mittelalterlichen Literatur und Kultur

Zwischen Zweifel, Dissens und Aporie. Strategien und Narrative der Kompromissfindung in der mittelalterlichen Literatur und Kultur

Organisatoren
DFG-Projekt „Literarischer Zweifel. Skeptizismus und das Dilemma der Wahrheitsfindung in der mittelhochdeutschen Epik (12. bis 14. Jahrhundert)“
Ort
Irsee
Land
Deutschland
Vom - Bis
28.09.2021 - 30.09.2021
Von
Steve Riedl / Johann Roch / Bernd Straußberger, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Die interdisziplinäre Tagung des DFG-Projektes ‚Literarischer Zweifel‘[1] setzte es sich zum Ziel, die produktiven und konstruktiven Aspekte der vermeintlich eher destruktiven Begriffe "Zweifel", "Dissens" und "Aporie" zu diskutieren, die potentiellen Formen der Kompromissfindung in der mittelalterlichen Literatur und Kultur zugrunde liegen. So pointierte CHRISTIANE WITTHÖFT (Erlangen-Nürnberg) in ihrer thematischen Einführung das Forschungsdesiderat einer interdisziplinären Untersuchung des Kompromisses im Mittelalter und fokussierte auf das Konzept der Kompromissbildung im Sinne eines Denk- und Urteilmusters, einer ethischen und pragmatischen Reflexionsfähigkeit sowie (einer zentralen) Kulturtechnik des Ausgleichs mit epochenspezifischen Eigenheiten. Formuliert wurde so das Ziel, anhand heterogener Diskurse den Blick für die vormoderne Akzeptanz und Varianz ästhetischer, ethischer, (gesellschafts-)politischer und rechtshistorischer Kompromisse zu schärfen.

SUSANNE KÖBELE (Zürich) verwies im Eröffnungsvortrag anhand verschiedener Texte des Gelehrten Raimundus Lullus auf den ‚gemischten Modus‘ des Zweifels und fragte zugleich nach den Möglichkeiten des Kompromisses, Eskalationen vernunftlogisch im Bereich religiöser Aporien zu vermeiden. Besonders betont wurde bezüglich des ‚Buches vom Heiden und den drei Weisen‘ das Vorhandensein verschiedener Symmetrieperformanzen, die sich explizit in Gesprächsführungsstrategien fassen ließen, wenn zum Beispiel ein reziprok verbindliches Reglement die Gleichberechtigung der Kommunikation ermögliche. Der ‚Heide‘ sei Katalysator des Gesprächs, Bekehrungsobjekt und zugleich Gesprächsmoderator mit Schiedsrichterfunktion. Auch wenn die asymmetrische Axiologie immer schon vorgegeben sei, dominierten in den im Vortrag herangezogenen Texten komplexe Situationen und unabgeschlossene Prozesse. Lulls historisch singuläre Denk- und Erzählexperimente erschlössen sich erst über dieses Zusammenspiel impliziter und expliziter Verfahren und die spezifische Rolle der ‚explorativen‘ Vernunft.

Der Beitrag von JÖRG OBERSTE (Regensburg) beschäftigte sich mit der Frage, inwiefern es während der Albigenserkriege möglich war, religiöse Kompromissformen zu finden. Die Antwort geht mit den Formen einer potentiellen Tolerierung der Katharer in Okzitanien im Spannungsfeld von katholischer Kirche und Herrschaft einher. Die Möglichkeit, einen Kompromiss zu fassen, böte etwa die Festlegung der religiösen Streitparteien auf ein Schiedsgericht, mit dem strategischen Ziel, ein ‚faires‘ Verfahren zu ermöglichen. Im Kontext der Ketzerverfolgung und für die Beantwortung der titelgebenden Frage des Vortrages ließen sich deutliche Aushandlungsprozesse feststellen: dies zum einen aufgrund von regionalen Doppelreligiösitäten sowie der dichten Vermischung von Katholiken und Ketzern in den belagerten Städten und zum anderen aufgrund ganz unterschiedlich wertender und berichtender Quellen, die ein heterogenes Bild, auch hinsichtlich eines intendierten Nichtwissens, zeichneten.

SITA STECKEL (Münster) widmete sich Fragen religiöser Diversität angesichts der Vielzahl an religiösen Orden, konkurrierenden Geltungsansprüchen und Frömmigkeitsvorstellungen im Hochmittelalter. Von der satirischen Kritik des ‚Narrenspiegels‘ von Nigel de Longchamps an dem willkürlichen Vermischen von Weltflucht und Weltzuwendung der Mönchsorden und dem darin gezeigten ‚faulen‘ Kompromiss einer Ordensneugründung mit möglichst laschen Regeln ließe sich die genuine Aporie ableiten, sich nicht für einen Orden entscheiden zu können. Obwohl sich so ein Weg fände, alle gleichermaßen ab- bzw. gleichzubewerten, sollte man die Orden eher in ihrer Diversität betrachten. Denn letztlich blieben die verschiedenen Pluralitätsansätze unversöhnt, die entweder auf den Verfall, die Gleichwertigkeit oder eine Hierarchie der Orden abzielten. Diese könnten nur von der Satire bzw. Polemik ansatzweise überwunden werden, und problematisierten damit diese, durch die Orden institutionalisierte Aporie.

Mit einer differenztheoretischen Herangehensweise näherte sich BRUNO QUAST (Münster) mariologischen Dilemmata im ‚Marienleben‘ des Bruder Phillip und zeigte, wie vielfältig das Konzept des Kompromisses in die Erzählverfahren des Textes eingreift. Quast fragte unter anderem nach der literarischen Inszenierbarkeit von Maria und Christus als Kompromissfiguren im Sinne ihrer doppelten, sowohl heiligen als auch profanen Natur. Auch auf Handlungsebene zeige sich der extern von Gott verfügte Kompromiss anhand dreier Szenen, vor allem auch als poetisch-performativer Ausweg: Das ‚dogmatisch Heikle‘ werde im Sinne einer göttlich externalisierten Entscheidung ausgeglichen. Gerade die Verähnlichung von Maria und Christus bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Differenzen zwischen Göttlichem und Menschlichen ermögliche hier Kompromisse und führe zu einer intendierten epistemischen Unschärfe.

Erweitert wurde die Thematik der religiösen Kompromisse und des Zweifels im Kontext der Mystik mit einem Beitrag zu den Offenbarungen Elsbeths von Oye. BEATRICE TRÎNCA (Berlin) stellte anhand der Materialität der Handschriften Fragen nach einer möglichen Selbst- und/oder Fremdzensur im Kontext des Verbs ‚saugen‘. Es zeige sich, dass Aussagen zu Gott, der Elsbeth aussaugt, zensiert wurden, obgleich sich Schwierigkeiten ergäben, das genaue Zensurmuster zu identifizieren, und nicht abschließend geklärt werden könne, ob die Tilgungen nicht auch als rhetorisches Mittel eingesetzt wurden. Derartige Eingriffe in den Text ließen sich auch als eine Form der Kompromissfindung verstehen: So werde vor allem die Idee eines erwachsenen, kompromisslos blutsaugenden Gottes sowohl aus dem Text getilgt als auch in der darauffolgenden Apologie nicht erwähnt. Dass Gott von Elsbeth gestillt wird, bliebe unangefochten.

HERMANN KAMP (Paderborn) fragte anhand der Simmel‘schen Definition des Kompromisses als Tausch von Verzichtsleistungen, ob man die zeitgemäßen Termini und Praktiken als Kompromisse bezeichnen könne, da bis zum 13. Jahrhundert ein entsprechender Begriff für das Mittelalter fehlt. Folglich interessierten Strategien der Kompromissfindung, die man als Ansätze des Ausgleichs durch Verzicht und somit als Vorstufen des Kompromisses verstehen könne. Vor allem die Praxis der Entschädigung, Wiedergutmachung/Genugtuung und Buße im Umfeld eines deutlichen Machtgefälles erklärten das seltene Auftreten von Kompromisslösungen im modernen Sinne. Dennoch ließen sich vereinzelt solche Phänomene fassen, etwa in der Konfliktlösung Friedrich Barbarossas im Streit um das bayerische Herzogtum zwischen Heinrich dem Löwen und Heinrich Jasomirgott, sodass sich phänomenologisch kompromisshafte Praktiken in der Teilung von Ansprüchen auf Land, Rechten oder Repräsentanz fassen und diskutieren ließen.

Lässt sich in politischen Kontexten der hochmittelalterlichen Quellen noch keine konkrete Begrifflichkeit des Kompromisses finden, wandelt sich das zum Spätmittelalter. Dies stellte CLAUDIA GARNIER (Vechta) in den Mittelpunkt ihres Vortrags, der in schriftlicher Form vorlag. Im Begriff des compromissum im kanonischen Recht zeigten sich vor allem die Voraussetzungen bzw. Regeln des Schiedsverfahrens als relevant. Im Vordergrund stünden hier weniger das Produkt der Beratungen, sondern vielmehr die Größen der Kooperation, der Reziprozität sowie des Vertrauens, die allesamt auf die grundsätzliche Bereitschaft zur Einigung in diesem Verfahrensmodus verwiesen. Besonders bemerkenswert sei, dass Streitpunkte aus dem Kompromiss ausgeklammert werden konnten, um so Einigungen an anderer Stelle zu ermöglichen, was zeige, dass vorrangig die Friedenswahrung bzw. -herstellung im Fokus der Verfahren stehe und nicht das Herbeiführen einer ‚harten‘ Entscheidung.

ANDREAS FISCHER (Erlangen-Nürnberg) verfolgte einerseits die Semantik des Begriffs compromissum, der sowohl einen Verfahrensweg als auch dessen Ergebnis bezeichnen könne, und andererseits dessen juristischen Implikationen in der Praxis des 12. und 13. Jahrhunderts. Der Kompromiss werde dabei als variantenreiches Phänomen im Sinne eines Verfahrens bzw. einer Rechtsfigur verstanden, in deren Zentrum die gütliche Überwindung des Dissenses stehe: Durch präzise Vorgaben des hauptsächlich außergerichtlichen Verfahrens durch Schiedsrichter (röm. Recht) sollte kein Zweifel am Ergebnis bestehen. Einflussreiche Folgen ließen sich im kirchlichen Umfeld zeigen, etwa in den schon früh auftauchenden Verknüpfungen von Wahlen und Kompromisslösungen, die auf Einmütigkeit und gemeinschaftliche Akzeptanz abzielten, und in der Papstkirche durchaus mit Verzicht verbunden wären. Ähnliches zeige sich bei den Wahlverfahren und den Wahlmännern in den italienischen Kommunen des 13. Jahrhunderts.

MICHAEL GRÜNBART (Münster) diskutierte verschiedene Strategien byzantinischer Kaiser, Entscheidungen abzuwägen, zu treffen, zu revidieren und zu bestätigen. Es ging in dem Beitrag um die Produktion solitärer Entscheidungen, die maßgeblich von kontrollierten (Des-)Informationen und Wissen in ihrem prozesshaften Entstehen geprägt seien, und im Umfeld von beanspruchter Deutungshoheit über kontingente, aber potentiell zeichenhafter Ereignisse nachjustierbar blieben. Im machtpolitischen Umfeld des byzantinischen Hofes würden beispielsweise externalisierte Verfahren der Reliquienbefragung zur Verfestigung der Gewissheit inszeniert, um Aporien aufzulösen und kontingente Ereignisse einzudämmen. Formen der Entscheidungsfindung sollten zum richtigen Zeitpunkt, mittels evidenter Verfahren und unter Ausschluss von Zweifel und Aporien stattfinden, wobei der Zweifel den Anstoß für Verifikationen aber auch für eine Zurücknahme bzw. Rekalibrierung der Entscheidungen geben könne.

Der Abendvortrag von GERD ALTHOFF (Münster) zeigte eine Vielzahl an politischen Narrativen in der mittelalterlichen Historiographie auf, die äußerst strategisch den Zweifel am Wirken Gottes in der Welt äußerten bzw. dessen Eingreifen für innerweltliche Deutungen instrumentalisierten: So konnte die Strafe Gottes von verschiedenen Lagern entweder als Belohnung, als Strafe oder als Prüfung interpretiert werden. Althoff wies darauf hin, dass es diesbezüglich keine Evidenz im Sinne eines alternativlosen Interpretationsmusters gegeben habe, sondern Katastrophen, Ereignisse oder Wunder von Kontrahenten in unterschiedliche Narrative eingebettet und entsprechend gewertet worden wären. So werde beispielsweise der Tod Rudolphs von Rheinfelden von den Gregorianern als Belohnung, als Heimrufung zu Gott, gedeutet, von den Henrizianern jedoch als Strafe für die Sünden des Toten. Kompromisse würden bei diesen Narrativen nicht geschlossen; vielmehr zeigten sich strategische Kämpfe um die Verfügbarkeit Gottes bzw. um die Aporien politischer Deutungshoheit im Falle göttlichen Wohlwollen als Machtfaktor.

Die letzte Sektion befasste sich mit literarischen Formen des Zweifels und Kompromisses. In der vorherrschenden Kompromisslosigkeit und Zweifelsfreiheit der Heldenepik, beispielhaft gezeigt am ‚Nibelungenlied‘, interessierten ANDREAS HAMMER (Konstanz) insbesondere die Ausnahmen dieser vermeintlich festen Regel des Erzählens. Anhand der isländischen ‚Bósa saga‘ und ‚Ragnars saga loðbrókar‘ lasse sich zeigen, dass mit bestimmten Ausnahmen weiterführende, narrative Strategien verbunden sind. Dies sei etwa der Fall, wenn durch Kompromisse Handlung und Narration überhaupt erst motiviert werden oder der Kompromiss ein Irritationspotential entfaltet, welches in der Erzählung nachhaltig fortwirkt (mediales Spiel mit Runen, Wergeld). Davon unterschieden wurde ein Vorschlag zum ‚Eckenlied‘ in Bezug auf widerstreitende Textelemente, die es erlaubten, nicht von hybriden Figuren, sondern, besonders in Bezug auf Ecke, von Kompromissfiguren im Sinne einer Figur des Dritten zu sprechen, um den Kompromiss also gewissermaßen als literaturwissenschaftliches Instrument zu verstehen.

CORALIE RIPPL (Zürich) fokussierte auf die Zeitlichkeit des Zweifelns in höfischer Epik. Dabei verstand sie den Zweifel als Denk- bzw. Erzählfigur, die insbesondere das narrative Potential eines dilatorischen Elements innehabe, auf diese Weise Erzählzeit generiere und den Weg zum Glauben erst erzählbar mache. Vor dem Hintergrund der überraschend vielgestaltigen mittelalterlichen Thomas-Exegese bekräftigten ihre Beobachtungen zum sich verspätenden Thomas in Konrads von Heimesfurt ‚Unser vrouwen hinvart‘ sowie zum Thomas der Reisefassung des ‚Brandan‘ eine Positivierung von Zweifel im höfischen Erzählen. Gerade der Zweifel ermögliche in seiner Zeitlichkeit die Demonstration göttlicher Gnade und eröffne Erzählräume. Letzteres bezog sich auch auf Wolframs von Eschenbach ‚Parzival‘, wobei diskutiert wurde, inwiefern eine Vielfalt des religiösen Schwankens zwar als menschliche Defizienz zu identifizieren sei, was jedoch nicht ausschließe, dass in einer paradoxalen Dialektik eben jener Zweifler der Auserwählte sein könne bzw. über sein Zweifeln gerade als solcher ausgestellt sei.

Anhand der Götterszenen der Vergil‘schen ‚Aeneis‘ zeigte FLORIAN KRAGL (Erlangen-Nürnberg), wie Zweifel im Sinne eines rezeptionsästhetischen Effekts erzeugt werden könne. Während die Menschen in der erzählten Welt im festen Glauben an Providenz und festgeschriebenes Schicksal lebten, zeigten die Götterszenen um Jupiter, Venus und Iuno ein unstetes und von Kompromissen geprägtes Eingreifen der Götter in die menschliche Sphäre. Dass dort das Absolute verhandelt werden könne und es den Göttern in diesem Sinne an Selbstgewissheit fehle, bzw. die Rolle der fata in diesem Umfeld unklar bleibe, bringe kompromittierende Implikationen mit sich. Denn dieser kontingenzstiftende Effekt habe das Potential, extradiegetischen (bzw.) rezeptionsästhetischen Zweifel am Telos der ‚Aeneis‘ zu wecken und könne narratologische, theologische, kulturpolitische oder ästhetische Funktionen innehaben, die gewissermaßen als poetic relief die Absolutheit bzw. die Vorherbestimmtheit der Welt abmildern könnten.

Mittels Cunnewares Lachen und Antanors Reden untersuchte LEA BRAUN (Berlin) die narrative Inszenierung von Voraussagen im ‚Parzival‘ Wolframs von Eschenbach, wobei besonders Abwägungsprozesse und Prophezeiungen auch im Sinne von Prolepsen im Fokus standen. Über ein triadisches Kommunikationsmodell der Voraussage ließen sich Parallelen zur Kompromissbildung festhalten, und zwar insofern als Entscheidungen hier im Spannungsfeld von freiem Willen und Providenz ausgehandelt würden. Cunnewares Lachen beispielsweise dürfe zunächst als sichere Voraussage gelten, die dann jedoch von Keies Interpretation und Prügel relativiert werde, bevor beide Positionen in Zukunft wieder zusammenfielen. Die Voraussagen stießen also eine mehrstufige Arbeit an der Zukunft an. Betont wurde entsprechend das Prozesshafte dieses Aushandelns, das letztlich die Sicherheit des Wissens im ‚Parzival‘ verunklare und das eskalative Potential normativ verstandener Voraussagen aufzeige.

In den Vorträgen und Diskussionen kristallisierte sich ein gemeinsames Bewusstsein für genuin mittelalterliche Strategien und Wege der Kompromissfindung – als kulturelle Handlungsnorm, aber auch als literarische Argumentationsstrategie – in ganz unterschiedlichen Diskursen heraus. Untersucht wurden die Ausdifferenzierung von religiösen Wahrheitsansprüchen, Formen der graduellen Überwindung von Aporien, reziproke Verfahren der Urteilsbildung und Konfliktregulierung, juristische Verfahren, aber auch argumentative ‚Schwebezustände‘ zwischen Positionen und literarische Dialog- und Figurenkonstituierungen im Mittelalter. Derart ergab sich ein neuer Zugriff auf Phänomene des Ausgleichs in religiösen, politischen und literarischen Kontexten, die bislang nicht in einem Sinnzusammenhang gesehen wurden.

Konferenzübersicht:

Begrüßung und Eröffnung

Christiane Witthöft (Erlangen-Nürnberg)

Sektion Religiöser Zweifel und Kompromiss
Moderation: Sonja Glauch (Erlangen-Nürnberg)

Susanne Köbele (Zürich): actus confuses? Schwankende Verhältnisse bei Raimundus Lullus

Jörg Oberste (Regensburg): Wer ist ein Ketzer? Dissenzen, Aporien und Kompromisse in den Anfängen des Albigenserkriegs 1209-1211

Sita Steckel (Münster): Entscheiden über das Unentscheidbare: Beobachtung, Abwägung und Kritik der konkurrierenden Geltungsansprüche hochmittelalterlicher religiöser Lebensformen

Moderation: Christiane Witthöft (Erlangen-Nürnberg)

Abendvortrag

Gerd Althoff (Münster) Wie artikuliert sich im Mittelalter Zweifel am Eingreifen Gottes in die Welt?

Bruno Quast (Münster): Heilige Kompromisse. Über Dilemmata im ‚Marienleben‘ Bruder Philipps

Beatrice Trînca (Berlin): Zensur und Kompromiss: Elsbeth von Oye

Sektion Politischer Kompromiss und Zweifel / Aporie

Hermann Kamp (Paderborn): Kompromiss vor dem Kompromiss. Friedensstiftung im hohen Mittelalter

Andreas Fischer (Erlangen-Nürnberg): Verzicht vor der Entscheidung. Der Kompromiss in der ars notariae und im Kirchenrecht des 13. Jahrhunderts

Michael Grünbart (Münster): Eindeutige Wege aus der Aporie: Strategien kaiserlichen Entscheidens in Byzanz

Claudia Garnier (Vechta): Von Mittlern und Sühnemännern. Konflikt und Kompromiss im spätmittelalterlichen Kurköln (der Vortrag lag in schriftlicher Form vor)

Sektion Literarischer Zweifel und Kompromiss (Erzählen als Kompromiss)
Moderation: Friedrich Michael Dimpel (Erlangen-Nürnberg)

Coralie Rippl (Zürich): Zu spät? Zeit-Aspekte zweifelnden Abwägens in der höfischen Epik

Andreas Hammer (Konstanz): Helden, zweifelsohne. Kompromiss(losigkeit) in der Heldenepik

Florian Kragl (Erlangen-Nürnberg): Kompromittierender Zweifel und Verzweifeln am Kompromiss. Vergils Götterszenen und ihre Rezeption in den Eneasromanen des 12. Jahrhunderts

Lea Braun (Berlin): Arbeit an der Zukunft. Voraussagen als Motor von Erkenntnis- und Entscheidungsprozessen in der mittelhochdeutschen Literatur um 1200

Anmerkung:
[1] Literarischer Zweifel. Skeptizismus und das Dilemma der Wahrheitsfindung in der mittelhochdeutschen Epik (12. bis 14. Jahrhundert); Laufzeit 2019 bis 2022.


Redaktion
Veröffentlicht am
08.12.2021
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