Viren, Krisen und Proteste. 1918 / 2022

Viren, Krisen und Proteste. 1918 / 2022

Organisatoren
Hannah-Arendt-Institut, Dresden
Ort
Dresden
Land
Deutschland
Vom - Bis
08.06.2022 - 09.06.2022
Von
Elisabeth Oertel, Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung (HAIT) an der Technischen Universität Dresden

„Vom Virus zu viralen Verschwörungstheorien. Die ‚Spanische Grippe‘ und die COVID-19-Pandemie in interdisziplinärer und internationaler Perspektive“ lautet der Titel eines seit Sommer 2020 aus Landesmitteln finanzierten Forschungsprojekts am Hannah-Arendt-Institut (HAIT). Es besteht aus zwei Komponenten: zum einen aus zwei empirischen Teilprojekten, die die Gesundheitskrisen ab 1918 und 2020 und ihre Folgen vergleichend untersuchen, zum anderen aus dem Vorhaben „Digitalisierungsstrategie und Wissenstransfer“, das der Entwicklung einer Internetplattform (HAIT-Digilab) zur Dokumentation und Diskussion dieser und anderer Forschungen dient. Regionale Schwerpunkte bilden Sachsen, Polen und Tschechien/Tschechoslowakei; inhaltlich stehen Feindbilder, Protestbewegungen und Verschwörungstheorien im Fokus. Die zentralen Ergebnisse aus allen drei Bereichen wurden dem Fachpublikum auf einer internationalen Fachtagung präsentiert.

Nach einleitenden Grußworten des Direktors des Dresdner Verkehrsmuseums, Michael Vogt, begrüßte der Direktor des HAIT und Leiter des Corona-Projektes, THOMAS LINDENBERGER (Dresden) die Anwesenden. Er hob vor allem die Bedeutung des intertemporalen Vergleichs hervor, wie ihn das Projekt zum Ziel hatte. Zugleich machte er in einer Rückschau auf die Entwicklung des Projektes deutlich, dass sich der Forschungsgegenstand im Laufe der Bearbeitung verändert habe. So musste etwa mit Beginn des Krieges in der Ukraine die Annahme fallengelassen werden, die Corona-Pandemie sei die einzige die Gegenwart bestimmende Krise. Staatsminister Sebastian Gemkow (Sächsisches Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus), der das anschließende Grußwort hielt, betonte ebenfalls die Krisenhaftigkeit der aktuellen Zeit. Selbstverständlichkeiten, Gesellschaftsordnungen und demokratische Werte würden in Frage gestellt. Gleichzeitig eröffne die Pandemie jedoch auch Chancen für zukunftsorientiertes Handeln und verhelfe wissenschaftlichen Erkenntnissen zu breiterer öffentlicher Aufmerksamkeit.

In der Keynote widmete sich HEDWIG RICHTER (München) der Würde des Körpers in der Demokratiegeschichte. Nach ihrer These ist die Herrschaft über den eigenen Körper als eine Vorbedingung von Demokratisierung und Partizipation zu betrachten. In einem historischen Überblick zeigte Richter Prozesse der Disziplinierung auf, infolge derer dem Körper mehr und mehr Würde zugestanden wurde. Am Beispiel der politisch weitgehend rechtlosen Landbevölkerung des 19. Jahrhunderts erläuterte sie, wie Verelendung und fehlende Beteiligungschancen sich gegenseitig bedingten. Eine tragende Rolle komme dabei der sozialen Demokratie zu, die über Reformen und Fürsorge immer größeren Teilen der Bevölkerung ein würdevolles Leben ermöglichte und über frei gewordene Ressourcen eine Massenpolitisierung auslöste. Dieser inkludierende Prozess habe seine Kehrseite in der Exklusion vor allem der Kolonialbevölkerung.

Die historische Perspektive behielt das erste Tagungspanel mit der Vorstellung der Ergebnisse des geschichtswissenschaftlichen Teilprojektes „Feindbildradikalisierung im Zuge der ‚Spanischen Grippe‘“ bei. Den drei untersuchten Regionen Oberschlesien, Prag und Sachsen ist zunächst ein ähnlicher Pandemieverlauf gemeinsam, der in der ersten Welle mit vielen Krankheits-, aber wenigen Todesfällen begann, die Bevölkerung während der zweiten Welle im Oktober 1918 aber umso härter traf. Zwar konnten die Regionen auf Erfahrungen mit anderen Infektionskrankheiten zurückschauen; bei der Spanischen Grippe hatte man es jedoch mit einem unbekannten, unsichtbaren Gegner zu tun: Das für die Infektionen verantwortliche Virus war mit den damaligen Mikroskopen nicht zu erkennen, und der Krankheitserreger blieb somit unerkannt. In der historischen Betrachtung stellt sich infolgedessen die Herausforderung einer lückenhaften statistischen Erfassung, die klare Bilanzen schwierig macht.

MATTHÄUS WEHOWSKI (Dresden) nahm zunächst die Region Oberschlesien in den Blick, die von einer fluiden nationalen Identität und Konfliktlinien zwischen der zumeist katholischen Bevölkerung und den protestantisch-deutschen Eliten geprägt war. Der intensive Verlauf der zweiten Welle führte angesichts der fehlenden zentralen Maßnahmen zu öffentlicher Kritik an den vermeintlich untätigen Behörden – nur in einem Teil der oberschlesischen Städte wurden Schulen und Vergnügungsveranstaltungen verpflichtend geschlossen.

FILIP BLÁHA (Prag) wandte den Blick zur Stadt Prag, die unter einem mehrheitlich tschechischen Stadtrat um die Jahrhundertwende zum wirtschaftlichen und soziokulturellen Zentrum der tschechischen Nation aufstieg. Die zweite Welle überschnitt sich zeitlich mit der Proklamation des tschechoslowakischen Staates am 28. Oktober 1918. Diese Staatsgründung „wischte alles weg“, so Bláha, sodass die Spanische Grippe im öffentlichen Raum jegliche Brisanz verlor – trotz der angeordneten Schließung von Schulen. Die lokale Führung gelangte nicht zu neuen Regeländerungen, während die Proteste sich als performativer Akt auf die Vereinigung des neuen Staates konzentrierten.

MIKE SCHMEITZNER (Dresden) widmete sich der Frage, inwiefern die Spanische Grippe als eine „Totengräberin der Monarchie“ Sachsens zu betrachten sei. Die Situation im Königreich füge sich ins Bild des Dreiländer-Vergleichs. Ethnisch-religiöse Konfliktlinien waren hier zwar nicht zu konstatieren (ungeachtet des Umstands, dass die mehrheitlich evangelische Bevölkerung einem katholischen Königshaus gegenüberstand). Doch kam es auch in Sachsen abseits der Schließung von Schulen und Vergnügungsveranstaltungen nicht zu zentralen Pflichtmaßnahmen, wobei der Protest insgesamt niederschwellig blieb. Hinsichtlich des Totengräber-Narrativs zeigte sich wiederum, wie die Grippe von Waffenstillstandsverhandlungen und beginnender politischer Transformation überlagert wurde. Schmeitzner konstatierte, dass der Ausbruch der Spanischen Grippe bestehende Legitimationsprobleme lediglich verschärfte, die politisch und sozialökonomisch motivierten Proteste jedoch nicht nachhaltig beeinflusst hat. Eine direkte Feindbildkonstruktion sei allein in Plauen zu beobachten gewesen.

Die Kommentatorin des Panels, Friederike Kind-Kovács (Dresden), fragte, ob die Spanische Grippe die Rolle einer Multiplikatorin bereits bestehender Missstände und Krisen übernommen habe. Im Unterschied zur Corona-Pandemie sei die Spanische Grippe ein Gleichmacher: Je kritischer die Situation, desto mehr verwischten Unterschiede zwischen Klassen und Schichten.

Aufgrund ihrer herausragenden Expertise auf den Feldern der Bewegungsforschung und der politisch motivierten Gewalt vermittelte DONATELLA DELLA PORTA (Florenz) im Abendvortrag wichtige Impulse zur italienischen Perspektive auf die Thematik. Sie präsentierte ausgewählte Ergebnisse einer Untersuchung von Protesten während der Corona-Pandemie in Italien. Grundsätzlich sei diese Zeit als ein Ausnahmezustand, eine critical juncture zu betrachten. Progressive Protestakteur:innen, die della Porta am Beispiel der Black-Lives-Matter-Bewegung analysierte, organisierten sich um Frames der Solidarität, Gemeinschaft und Fürsorge. So sei es bestehenden Organisationen gelungen, ihre Anliegen mit der Pandemie zu verknüpfen und innovative, von Respekt vor Hygienemaßnahmen geprägte Protestformen zu finden. Ihnen gegenüber stand die regressive Bewegung der Impfgegner:innen mit ihren Verschwörungserzählungen, dem Anspruch auf individuelle Entfaltung und der Rede von einer „Gesundheitsdiktatur“. Auf beiden Seiten sei dezentral mobilisiert worden, allerdings zeichneten sich die progressiven Gruppen durch erfolgreiches Networking und Kooperation aus, während die regressiven Akteur:innen stärker miteinander konkurrierten. Für beide Pole des Protestspektrums sei bestimmend gewesen, dass in der Krisenlage etablierte Routinen herausgefordert und Strukturen in Frage gestellt wurden, wie della Porta zusammenfassend festhielt.

Das politikwissenschaftliche Teilprojekt bestimmte das zweite Panel. MIROSLAV MAREŠ (Brno) stellte Ergebnisse seiner Analyse von Konspirationsnarrativen der Anti-vax-Bewegung vor. Vor dem Hintergrund der tschechischen Parlamentswahlen im Herbst 2021 habe sich eine starke Protestszene etabliert. Eine signifikante Erkenntnis sei die Kontinuität von Protestbewegungen über verschiedene Themen hinweg. So beteiligten sich an den Anti-Masken- und Anti-vax-Protesten vermehrt rechte Akteur:innen, die bereits auf immigrationsfeindlichen Demonstrationen aktiv gewesen sind. Auf den Krieg in der Ukraine reagierten diese wiederum mit einem schnellen Übergang hin zu russlandfreundlichen Positionen. Im Umgang mit Verschwörungsnarrativen zeigten sich Trends sowohl der Adaption als auch der Invention. Allerdings, so Mareš, konnte die Mobilisierung auf den Straßen nicht in Wahlergebnisse übersetzt werden.

Auch in Polen war die Impfgegnerschaft Kern des Protestgeschehens, wie PIOTR KOCYBA (Warschau) aufzeigte. Zudem sei für den polnischen Kontext die Existenz einer starken rechten Zivilgesellschaft als Hintergrundfaktor zu bedenken. Der Protest gegen die Maßnahmen entstammte anfangs dem Bereich der Unternehmer:innen, die im Verlauf eine Allianz mit Impfgegner:innen bildeten. Die impffeindliche Organisation „stopnop“, die auf bestehende Strukturen aufbauen konnte und über Verbindungen zur rechten Partei Konfederacja verfügt, wurde infolgedessen zur wichtigsten Akteurin. Befragungen der Protestierenden, so Kocyba resümierend, zeigten eine ausgeprägte Unzufriedenheit mit der Demokratie, eine negative Einstellung gegenüber Regierung und Opposition und eine fehlende Identifikation mit dem traditionellen Links-Rechts-Spektrum. Traditionelle Verschwörungserzählungen verzeichneten eine hohe Zustimmung. Hervorstechend seien jedoch wie in Tschechien jene, die die Pharmaindustrie thematisierten.

Um den Dreiländer-Vergleich komplett zu machen, kehrte STEFAN BRIEGER (Dresden) geografisch wiederum nach Sachsen zurück. Aus dem sächsischen Projektteil gingen sowohl Leitfadeninterviews als auch eine Protestdatenbank hervor, die mehr als 2.000 Protestereignisse umfasst. Brieger legte den Fokus auf die Parteien NPD, AfD und Freie Sachsen und ihre Adaptionsstrategien im Kontext des Corona-Protestgeschehens. Die NPD als alteingesessene rechtsextreme Partei konnte sich auch durch die Mobilisierung von Maßnahmenkritik nicht aus ihrer schwachen Stellung lösen, während die AfD ihre etablierte Position halten konnte. Als große Gewinnerin sei die Anfang 2021 gegründete Kleinstpartei Freie Sachsen zu betrachten, die sowohl medial als auch auf der Straße eine starke Präsenz entwickelte. Diese bemühe sich intensiv um eine Vernetzung innerhalb des Milieus und verfüge zugleich über politisch erfahrenes Führungspersonal. Wie Brieger hervorhob, sind die populistische Dichotomisierung zwischen „oppressiver Elite“ und „unterdrücktem Volk“ sowie die Ausbildung staatlicher Feindbilder allen Parteien dieses politischen Spektrums gemeinsam. Brieger kam zu dem Schluss, dass der parteiförmige Rechtsextremismus und -populismus „trotz der Marginalisierung der NPD und aufgrund der Freien Sachsen“ so vital ist wie lange nicht mehr.

Julia Gerlach (Dresden) hielt als Kommentatorin fest, dass die Pandemie Trigger, aber nicht Ursache des Protestgeschehens sei. Die Proteste böten lediglich Opportunitätsstrukturen, Ventile für Gefühle der Unzufriedenheit, Apathie und fehlenden Repräsentation. So würden auch Schlagworte wie „Merkel-Diktatur“ und der Gedanke der Unterdrückung des „wahren Volkswillens“ aus früheren Protestbewegungen adaptiert. Allerdings verstärkten sich in den Corona-Demonstrationen bereits erkennbare Polarisierungen. Hinzu komme eine – bis dato schwer vorstellbare – Verknüpfung verschiedener Ideologeme, da im gemeinsamen Auftreten marginalisierte Positionen normalisiert würden. Laut Gerlach habe „das Antistaatliche gewonnen“, das auf der lokalen Organisationsebene von vielen Entwicklungen begleitet war. Kocyba betonte diesbezüglich die Kontinuität von „Protestunternehmern“, die über langjährige Erfahrung – zum Teil seit 2013 – und feste Organisationsstrukturen verfügten.

An diese Gedanken zu Chancen und Bedrohungen für die Demokratie knüpfte die interdisziplinäre Podiumsdiskussion an, an der neben THOMAS LINDENBERGER der Kultursoziologe ALEXANDER LEISTNER (Leipzig), der Historiker ANDREAS KÖTZING (Dresden) und die Politikwissenschaftlerin ISABELLE-CHRISTINE PANRECK (Köln) teilnahmen. Die Diskussion begann mit kurzen Inputs zum Thema. So sah Thomas Lindenberger die Gefahren für die Demokratie vor allem in den strukturellen Veränderungen rechter Milieus. Alexander Leistner plädierte dagegen für eine multiperspektivische Betrachtungsweise, da aus der diskursiven Verknüpfung von Krise und Folgekrise neue Milieus entstanden seien. Gleichzeitig habe die „Unmittelbarkeitserfahrung“ 1989 die Erwartungen an die Demokratie geprägt. Hinzu komme eine straßenpolitische Dominanz der extremen Rechten, die die demokratische Zivilgesellschaft eingeschüchtert habe. Eine nicht zu unterschätzende Bedrohung, so die Erkenntnis, liege in der Delegitimierung des Staates im Rahmen von Demonstrationen, auf denen Hygieneregeln bewusst missachtet wurden und sich der Schulterschluss zwischen Akteur:innen unterschiedlicher Lager in einer „Bereitschaft zur unwahrscheinlichsten Koalitionsbildung“ verfestigt habe. Andreas Kötzing hob die Rolle der Medien hervor. Mediale Prozesse seien insofern Störer der Demokratie, als sie in ihrem Bemühen um beidseitige Darstellung und Debattenkultur marginalisierten, radikalen Positionen oftmals eine allzu breite Plattform böten. Die Teilnehmenden stimmten darin überein, dass wichtige kritische Stimmen ungehört blieben und eine breitere Debatte über Prioritäten im Pandemiemanagement nötig gewesen wäre, die jedoch durch den Fokus auf das Protestgeschehen verdrängt wurde. Eine große Chance liege dagegen im Wissenstransfer. So habe die Aufklärung über die Corona-Pandemie in starkem Maße medial stattgefunden. In der Zugänglichkeit von wissenschaftlichen Erkenntnissen für die breite Bevölkerung liege ein wesentlicher Unterschied zu 1918. Isabelle-Christine Panreck wies ferner auf Stabilitäten hin. So habe die Corona-Pandemie in Deutschland nicht zu größeren Verwerfungen im politischen System geführt, und auch die Vielzahl dezentraler Entscheidungen über Schutzmaßnahmen entspreche im Kern dem föderalen Anspruch des Grundgesetzes. Letztlich sei die Situation – verglichen mit 1918 – insofern anders gelagert, als moderne komplexe Staaten in der Lage seien, verschiedene Teilsysteme zu überblicken und längerfristige Folgen ihres Handelns zu antizipieren. Sie verfügten über weitaus mehr Steuerungsmechanismen, um Konsequenzen auch sozialstaatlich abzumildern. In den Aushandlungsprozessen über Maßnahmen lägen schlussendlich auch Chancen für Lernprozesse, von denen in ähnlich komplizierten Entscheidungssituationen profitiert werden könne.

BETTINA HITZER (Dresden) betonte in ihrer Tagungsbilanz die Potentiale historischer Komparatistik für das Corona-Projekt. Der diachrone, länderübergreifende Vergleich der beiden Pandemien sei erkenntnisreich und zeige Potential für weitere interdisziplinäre und transnationale Forschung. So seien etwa die Begriffe des Multiplikators und der Folgekrise anschlussfähig – auch der Krisenbegriff selbst könne durch komparative Untersuchungen geschärft werden. Bemerkenswert war der „empirische Reichtum“ (Lindenberger) der Tagung. Zu konstatieren ist allerdings, dass der im Projekt angelegte transnationale wie intertemporale Vergleich auf der Tagung nur teilweise zum Tragen kam. So fand zwar der Dreiländervergleich zwischen Sachsen, Polen und Tschechien/Tschechoslowakei in der jeweiligen Zeitspanne eine ausführliche Darstellung, der intertemporale Vergleich zwischen der Spanischen Grippe ab 1918 und der COVID-19-Pandemie spielte in den Vorträgen und Diskussionen hingegen nur eine untergeordnete Rolle.

Konferenzübersicht:

Eröffnung

Thomas Lindenberger (Dresden): Begrüßung

Staatsminister Sebastian Gemkow (Dresden): Grußwort

Keynote

Moderation: Thomas Lindenberger

Hedwig Richter (München): Die Würde des Körpers in der Demokratiegeschichte. Politik, Gesundheit und Emanzipation zwischen Monarchie und Republik

Panel 1: Mehr als eine Pandemie? Die Spanische Grippe und ihre Krisengeschichte(n)

Moderation: Andreas Kötzing (Dresden)

Matthäus Wehowski (Dresden): Ein Verblassen des preußischen Staatsgedankens? Die Spanische Grippe und ihre Folgen in Oberschlesien

Filip Bláha (Prag): Särge aus Eierkisten. Die Spanische Grippe und die Entstehung der Tschechoslowakei 1918

Mike Schmeitzner (Dresden): Totengräber der Monarchie? Die Spanische Grippe in Sachsen und die politische Transformation 1918/19

Kommentar: Friederike Kind-Kovács (Dresden)

Abendvortrag

Donatella della Porta (Florenz): Progressive social movements in pandemic times

Panel 2: Die COVID-19-Pandemie im Dreiländereck

Moderation: Steffen Kailitz (Dresden)

Miroslav Mareš (Brno): Anti-vax-Bewegung und Konspirationsnarrative in der Tschechischen Republik

Piotr Kocyba (Warschau): Corona-Proteste in Polen – Verschwörungsnarrative im Kontext von Impfgegnerschaft

Stefan Brieger (Dresden): Corona-Proteste in Sachsen – Revitalisierung und Verfestigung demokratiefeindlicher Netzwerke in Zeiten der Gesundheitskrise

Kommentar: Julia Gerlach (Dresden)

Podium: Pandemien in Krisenzeiten: Chance oder Bedrohung der Demokratie?

Moderation: Tim Buchen (Dresden)

Thomas Lindenberger (Dresden), Alexander Leistner (Leipzig), Andreas Kötzing (Dresden), Isabelle-Christine Panreck (Köln)

Tagungsbilanz

Bettina Hitzer (Dresden)