2. Österreichisch-Tschechische Historikertage

Ort
Waidhofen an der Thaya
Veranstalter
Waldviertelakademie
Datum
20.10.2006 - 21.10.2006
Von
Richard Lein, Institut für Osteuropäische Geschichte

Vom 20. bis 21. Oktober 2006 fanden im herrschaftlichen Schloss der niederösterreichischen Grenzstadt Waidhofen an der Thaya, dessen Besitzer in den vergangenen Jahrhunderten stets Güter sowohl in Böhmen als auch in Niederösterreich besessen hatten und das heute im Besitz der Familie Gudenus steht, die 2. Österreichisch – Tschechischen Historikertage statt. Im Gegensatz zur ersten, im Jahr 2004 von der Waldviertelakademie ins Leben gerufenen Veranstaltung, deren Schwerpunkt im Vergleich der unterschiedlichen Entwicklung der Grenzregion Südböhmen/Waldviertel zwischen 1945 und 1989 lag, standen die Historikertage 2006 im Zeichen der Präsentation neuer Forschungen zur Geschichte der böhmischen Länder vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Ziel der Veranstalter, namentlich die Waldviertelakademie (Niklas Perzi), das Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien (Arnold Suppan), die südböhmische Universität Budweis (Václav Bůžek) sowie das Ost- und Südosteuropainstitut Wien (Elisabeth Vyslonzil), war es jedoch nicht, lediglich auf neue Forschungen hinzuweisen, sondern auch den kollegialen Dialog anzuregen, vor allem über die kritischen Abschnitte einer gemeinsamen, doch höchst unterschiedlich empfundenen und beurteilten Geschichte. Wie unterschiedlich die Auffassung über bestimmte Themen sein kann, zeigten die ausführlichen Diskussionen, die mancher Referatsbeitrag nach sich zog, wobei weder innerhalb der Vertreter einer Nation Einigkeit über bestimmte Fragen herrschte, noch sich die Diskussion um die von der Presse stets kolportierten, angeblichen österreichisch-tschechischen Reizthemen (Weißer Berg, Beneš-Dekrete, Temelin) drehte. Das Programm der Tagung, deren Einladung 60 Historiker und Kollegen aus verschiedenen Fachrichtungen und allen Generationen gefolgt waren, sah eine grobe Unterteilung in große thematische Blöcke (Frühe Neuzeit, 19. Jahrhundert, 1918-1945, 1945-1989) vor, die jeweils aus zwei längeren Überblicksreferaten sowie sechs bis acht kürzeren, spezifischeren Koreferaten bestanden. Nach jedem der beiden Blöcke war Zeit für eine kurze Diskussion vorgesehen, die jedoch aufgrund des großen Interesses nur selten ausreichte, um alle anstehenden Fragen zu beantworten. So musste Niklas Perzi, in seiner Funktion als Vertreter der Waldviertelakademie und Mitorganisator, regelmäßig allzu ausufernde Redner und interessierte Kollegen bremsen und unter Verweis auf die weit fortgeschrittene Zeit beziehungsweise auf die bereits mit dem Mittagessen wartende Hausherrin alle weiteren Diskussionen auf die folgende Pause verschieben. Wesentlichen Anteil am erfolgreichen Zustandekommen des zwischenstaatlichen Dialogs hatten auch die Dolmetscherinnen, die von den Veranstaltern, nachdem anzunehmen war, dass die Sprachkenntnisse der Teilnehmer nicht immer ausreichen würden, den Vorträgen ihrer Kollegen in vollem Umfang zu folgen, vorsorglich herbeigeholt worden waren und die Veranstaltung bis zu deren Ende simultan in Deutsch und Tschechisch übersetzten.

Frühe Neuzeit
Neue Erkenntnisse im Bereich der Sozialgeschichte nannte Thomas Winkelbauer (Universität Wien) als seinen primären Themenschwerpunkt, wobei er insbesondere auf die signifikanten Fortschritte im Bereich der Hof- und Adelsforschung im Hinblick auf die böhmisch–österreichische Aristokratie seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert sowie auf die Ergebnisse eines internationalen Projekts zur Erforschung der sozialen Strukturen im Böhmen in der frühen Neuzeit verwies. Es sei, so Winkelbauer, im Grunde erfreulich, dass er nicht von einem österreichischen Forschungsstand sprechen könne, hätte sich doch die Zusammenarbeit der österreichischen und tschechischen Historiker seit 1989 so weit intensiviert, dass sich viele der Forschungsprojekte keiner einzelnen Nation mehr zurechnen ließen. Weiter sei in beiden Staaten ein zunehmendes Interesse an der gemeinsamen Geschichte zu bemerken, was sich unter anderem darin äußere, dass die in den vergangenen Jahren zur Geschichte des österreichischen Kaiserhofes sowie der an ihm orientierten Aristokratie publizierten Beiträge nicht von Österreichern, sondern von Tschechen (Václav Bůžek, Tomáš Knoz) und Deutschen (Mark Hengerer) stammen. Im Hinblick auf österreichische Beiträge zu diesem Themenkreis verwies der Vortragende auf seine sowie Beatrix Bastls Habilitationsschrift, die weniger einen dynastischen Überblick darstellten, sondern sich anhand von Makrostudien eingehender mit der politischen, kulturellen und sozialen Welt des Adels und der adeligen Frauen in der frühen Neuzeit befassten. Viele neue Erkenntnisse hätte laut Winkelbauer auch das internationale, von der Volkswagenstiftung finanzierte Projekt zur Erforschung der sozialen Strukturen in Böhmen in der frühen Neuzeit gebracht, in dessen Rahmen erstmals eine mikrogeschichtliche Untersuchung der böhmischen Herrschaften vorgenommen worden sei. Erfreulich sei in diesem Zusammenhang nicht nur die rege Beteiligung zahlreicher österreichischer Kollegen (Markus Cerman, Herman Zeitlhofer, Dana Štefanová), sondern auch der überaus große Output an Monographien und wissenschaftlichen Arbeiten seitens der Projektteilnehmer. Abseits dieser großen Projekte wären aber, so der Vortragende, gleichfalls Fortschritte in anderen Bereichen erzielt worden, die ebenso wichtig für die Erforschung der Sozialgeschichte Böhmens seien. Dies betreffe vor allem die Stellung kleinerer, teilweise schon zum damaligen Zeitpunkt verschwundener Bevölkerungsgruppen innerhalb der neuzeitlichen Gesellschaft, wie etwa die Hutterer, eine friedlichen Täufergemeinschaft, die um das Jahr 1622 aus Böhmen vertrieben wurde.

In eine ähnliche Richtung ging der kritische Beitrag von Václav Bůžek, der in seinem Vortrag über die Gesellschaft der böhmischen Länder vor allem auf die Trendwende in der tschechischen Geschichtswissenschaft hinwies, die durch eine neue Generation von Historikerinnen und Historikern vollzogen werde und eine Abkehr von der traditionellen Arbeitsweise der Ereignisgeschichte bedeute. Ein besonderer Mangel der alten Darstellungsform, so Bůžek, sei die völlige Konzentration auf das bloße Wiedergeben von Fakten, bei dem gesellschaftliche Fragen und soziale Strukturen kaum Beachtung gefunden hätten. Trotzdem wäre es, ungeachtet der Vorteile mikrogeschichtlicher Untersuchungen, falsch, Überblickswerke jüngeren Datums automatisch in die Schublade der obsoleten Werke zu stecken, stünden diese doch methodisch auf einer wesentlich breiteren Basis als zuvor Erschienenes. Mehrere Neuerscheinungen zur Geschichte Österreichs (Karl Vocelka, Thomas Winkelbauer) sowie zur Geschichte Mährens (Josef Válka), die in den letzten zehn Jahren erschienen waren, stellten ein gutes Beispiel für eine gelungene Symbiose zwischen Überblickswerk und mikrogeschichtlicher Untersuchung dar und gingen bereits bis an die Grenze der Interpretationsmöglichkeiten. Im Hinblick auf die im Bereich der Wirtschafts-, Kultur- und Sozialgeschichte vorhandenen Fehlstellen bedauerte Bůžek auch die Versäumnisse der Vergangenheit, insbesondere in der Zeit des Kommunismus, wo nur im Hinblick auf ein enges, nationales Geschichtsbild geforscht wurde und es unmöglich war, neue methodische Ansätze zu entwickeln. Erst in der Gegenwart sei es gelungen, gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Staaten neue Ansätze zur Erforschung der eigenen Geschichte zu entwickeln, die ihren Niederschlag auch in neuen Publikationen tschechischer, deutscher und österreichischer Historiker (Petr Fiedler, Radmila Pavlĭčková, Martin Elbel) gefunden hätten. Trotzdem wären noch nicht alle Versäumnisse der Vergangenheit ausgeräumt, fände doch in der tschechischen Geschichtswissenschaft beispielsweise nach wie vor die Genderanalyse, die zur Interpretation frühneuzeitlicher Texte zur Frauengeschichte äußerst wichtig wäre, keine Anwendung, ähnlich wie andere Strömungen, die erst in die tschechische Historiographie integriert werden müssten. Generell sprach sich Bůžek für eine intensivere Zusammenarbeit der österreichischen und der tschechischen Historiker aus, bedauerte jedoch an dieser Stelle auch, dass es trotz vieler diesbezüglicher Willensbekundungen noch nicht gelungen sei, eine tschechische historische Forschungsstelle in Wien einzurichten.

Die Frage, ob Mikrogeschichte alleine überhaupt sinnvoll wäre und ob es nicht dennoch eines, wenn auch nur groben, Überblicks bedürfe, um Ereignisse überhaupt korrekt einordnen zu können, beherrschte auch die folgende Diskussion. Zwar wurde von einigen Kollegen recht heftig gegen die Anhänger der jeweils anderen Arbeitsmethode polemisiert („Verzetteln“, „Einheitsbrei“), generell kam man jedoch überein, dass die beiden Richtungen kombiniert werden müssten, sei doch die Geschichtsschreibung ohne große Zusammenhänge genauso wertlos wie ohne Detailinformationen. Ein gutes Beispiel für eine Kombination beider Ansätze stellte das Koreferat von Anton Tantner (Universität Wien) über die Planung und Durchführung der Seelenkonskription und Hausnummerierung in Böhmen in den 1770ern dar, da der Vorgang der Konskription, ihre sozialgeschichtliche Bedeutung sowie ihre geschichtlichen Rahmenbedingungen in gleichem Maß berücksichtigt wurden.

Das „lange“ 19. Jahrhundert
Einen ebenso tiefschürfenden Überblick gab Helmut Rumpler (Alpen-Adria Universität Klagenfurt), der über die Geschichte der böhmischen Länder im 19. Jahrhundert aus der Sicht der österreichischen Historiographie referierte. Grundsätzlich, so Rumpler, sei es bedauerlich, dass er im Gegensatz zu seinen Kollegen nicht mit einer langen Liste von österreichischen Neuerscheinungen zu diesem Themenkreis aufwarten könne, würden doch keine neueren, heimischen Arbeiten zur böhmischen Frage im 19. Jahrhundert existieren. Die Ursache dafür liege vermutlich im Desinteresse der heimischen Kollegen, in mangelnder Arbeitskapazität sowie in einer emotionalen Distanz zum Nachbarstaat, die eine Reduzierung des historischen Interesses auf die eigene Geschichte im engeren Sinn nach sich gezogen habe, weshalb sein Vortrag lediglich eine persönliche Stellungnahme darstelle. Der eigentliche österreichisch-tschechische Konflikt hätte laut Rumpler seine Wurzeln in den Jahren 1848/1849, als sich im Zuge der Revolution und deren Niederschlagung ein Wandel zu einem Zentralstaat vollzog, in dem für tschechische Sonderrechte kein Platz zu sein schien. Die von 1863 bis 1873 andauernde Abstinenz der Tschechen vom Wiener Reichsrat, welche die erste Stufe der Radikalisierung im österreichisch-tschechischen Konflikt dargestellt habe, beurteilte Rumpler als schweren Fehler, sei doch damit die antidualistisch-föderalistische Opposition innerhalb des Parlaments geschwächt worden. Wesentlich schwerwiegender sei jedoch der Abschluss des Zweibundvertrags mit dem Deutschen Reich 1879 gewesen, da hiermit das deutschnationale Element innerhalb der Monarchie gestärkt und, trotz der Bemühungen diverser Regierungen, einen Ausgleich herbeizuführen, der Konflikt weiter verschärft worden sei. Der endgültige Bruch sei aber erst im Weltkrieg 1914 - 1918 erfolgt, als sich Österreich-Ungarn immer enger an das Deutsche Reich band und seitens der tschechischen Kreise befürchtet werden musste, im Fall eines Sieges der Mittelmächte im Staat endgültig gegenüber den Deutschen ins Hintertreffen zu geraten. Der Versuch Kaiser Karls, auf Basis des nationalen Selbstbestimmungsrechts die Monarchie in einen Föderalstaat umzuwandeln, habe, laut Rumpler, die Tschechen nur noch weiter abgeschreckt, befürchteten sie doch in diesem Fall die „Zerreißung“ Böhmens in einen deutschen und einen tschechischen Teilstaat. In diesem, im Jahr 1918 erfolgen Bruch liege auch die Ursache für die heute bestehenden österreichisch-tschechischen Spannungen, wobei die heutigen Streitpunkte (Temelìn, Beneš-Dekrete) lediglich Platzhalter für das eigentliche, zumeist unausgesprochene Konfliktthema seien.

Ebenfalls die Geschichte der Böhmischen Länder im 19. Jahrhundert, diesmal allerdings aus tschechischer Sicht, war das Thema des Referats von Milan Hlavačka (Karlsuniversität Prag). Neben der Präsentation neuer Forschungen zur Geschichte der tschechischen Gesellschaft in dem genannten Zeitraum standen jedoch auch Probleme der tschechischen Historiografie bei der Bewertung und Bearbeitung von Quellenmaterial im Vordergrund. Das 19. Jahrhundert, so Hlavačka, gelte unter den Kollegen zu Unrecht als von der Forschung bereits abgegrastes Feld, da die Quellen zu diesem Zeitabschnitt bereits seit längerer Zeit zugänglich und in Folge dessen auch schon mehrfach bearbeitet worden seien, weshalb sich nur noch wenige Kollegen überhaupt die Mühe gemacht hätten, in diesem Bereich zu forschen. Erst seit Beginn der 1990er Jahre sei das 19. Jahrhundert wieder stärker in den Blickwinkel der Historiografie zurückgekehrt und habe einige Kollegen dazu bewogen, eine Neuinterpretation eines Teil des bekannten Quellenbestands vorzunehmen. Die daraus entstandenen, zum Teil sich auch mit Detailfragen befassenden Arbeiten tschechischer Kollegen (Jan Havránek, Otto Urban, Jan Křen, Jiří Kořalka, Jan Galandauer) hätten deutlich bewiesen, dass durch eine Neuinterpretation des als bekannt vorausgesetzten Quellenbestandes eine Fülle neuer Erkenntnisse gewonnen werden könne. Nichtsdestotrotz sei diese Möglichkeit von den tschechischen Kolleginnen und Kollegen bisher aber nur wenig genutzt worden, da sich zwar zwischenzeitlich ein Generationswechsel innerhalb der tschechischen Historiker vollzogen habe, die alten Vorstellungen vom 19. Jahrhundert als „abgegrastes Feld“ jedoch prolongiert worden seien, weshalb es vermutlich noch einige Zeit dauern würde, bis eine vollständige Neubewertung der Quellen in Angriff genommen werden könne. Umso erfreulicher sei es für ihn, so Hlavačka, dass sich bereits eine große Zahl von Kollegen in den letzten Jahren dieser Aufgabe angenommen habe (Pavel Marek, Jiřì Staif, Milan Řepa, Jiří Malíř, Milan Myška, Lukáš Fasora, Jan Křen, Miroslav Hroch) und mit zahlreichen neuen Publikationen zu Fragen des 19. Jahrhunderts mit dazu beitragen würden, einen Abschnitt der tschechischen Geschichte zwar nicht neu zu schreiben, ihn aber dennoch einige bisher unbekannte Facetten hinzuzufügen. Als eine solche darf der von Walter Iber (Universität Wien) im Rahmen eines Koreferats präsentierte Plan des „Projekts Liechtenstein“ aus dem Jahr 1916 gesehen werden, der eine Ernennung des Papstes zum Fürsten von Liechtenstein und die damit verbundene Entschädigung des Fürstenhauses mit Gebieten in Südmähren (Český Krumlov) vorgesehen hätte. Der Umstand, dass der Kollege angab, mit Material aus den vatikanischen Archiven gearbeitet zu haben, zeigt deutlich, dass weiterhin neue Quellen zur böhmischen Geschichte erschlossen werden können, ein Umstand, dem von der tschechischen Historiografie bislang noch wenig Beachtung geschenkt wurde.

Wie kontrovers das 19. Jahrhunderts selbst unter Historikern beider Nationen beurteilt wird, zeigten spätestens die nach den Referaten folgenden Diskussionen. Zwar entstand kein Streit im eigentlichen Sinn, trotzdem wurde aber klar, dass das 19. Jahrhundert von Österreichern und Tschechen zwar in einem Staatsverband gemeinsam erlebt, jedoch unterschiedlich empfunden worden war, was sich auch in der Interpretation und Beurteilung historischer Ereignisse, wie etwa dem November 1918, durch die Kollegenschaft niederschlug. Ob sich vor diesem Hintergrund die hier gemachte Absichtserklärung, in Zukunft der gemeinsamen Geschichte eine größere Bedeutung zukommen zu lassen und unterschiedliche Sichtweisen zu einzelnen Themen zu vergleichen anstatt die eigene Meinung als rechtsgültige Tatsachen zu sehen, auch verwirklichen lässt, wird die Zukunft zeigen.

Den Abschluss der ersten Hälfte der Tagung bildete ein öffentlicher Abendvortrag von Arnold Suppan im Raiffeisenhaus der Stadt zum Thema „Österreicher und Tschechen – Missgünstige Nachbarn?“, in dem er einen Überblick über die österreichisch-tschechische Geschichte von der Neuzeit bis zur Gegenwart sowie eine prägnante Zusammenschau der wichtigsten binationalen und zwischenstaatlichen Konfliktthemen und deren Ursachen lieferte. Gleichzeitig betonte Suppan jedoch auch die positive, wenn auch von einigen Rückschlägen gekennzeichnete Entwicklung seit der „Wende“ 1989 und äußerte sich zuversichtlich, dass durch gegenseitige Erforschung und Interpretation des Geschehenen zum Abbau von Ängsten und Vorurteilen beigetragen werden könne. Das auch seitens der Bevölkerung nach wie vor ein großes Interesse an dieser Thematik besteht, zeigte nicht nur die hohe Zahl der Teilnehmer an der Abendveranstaltung, sondern auch die zahlreichen, im Anschluss gestellten Fragen

1918-1945
Der zweite Tag der Historikergespräche begann mit der Vorstellung neuer Forschungen zur Geschichte Böhmens und Mährens durch Arnold Suppan (Universität Wien) und Jaroslav Šebek (Historisches Institut der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik). Suppan stellte zuerst zwei wichtige Quelleneditionen vor: die Aufzeichnungen und Briefe von Masaryk und Beneš in der Zeit des Londoner Exils von Frank Hadler sowie die Edition der „Außenpolitischen Dokumente der Republik Österreich“ zwischen 1918 und 1938, die unter Mitwirkung von Klaus Koch, Walter Rauscher sowie des Vortragenden herausgegeben wird. Bei den neueren wissenschaftlichen Arbeiten erwähnte Arnold Suppan insbesondere jene, die dazu dienlich sein können, alte Mythen zu beseitigen, so etwa das Werk von Ivan Šedivý über den militärischen Einsatz der Tschechen im Ersten Weltkrieg, sei doch aus der Analyse der statistischen Daten sowie dem Vergleich mit den anderen Nationalitäten keine geringere Einsatzbereitschaft der tschechischen Soldaten abzulesen. Gleichfalls neue Ansätze liefere das dreibändige Überblickswerk zur Geschichte der ersten Tschechoslowakischen Republik von Zednĕk Kárník, welches nicht nur einen guten administrativen Überblick (Zusammensetzung aller tschechoslowakischen Regierungen 1918-1938) sowie neue methodische Ansätze (Vergleich der „Umstürze“ in Prag, Wien und Pressburg 1918) biete, sondern auch viele neue Erkenntnisse auf dem Bereich der Innen-, Wirtschafts-, Außen- und Sozialpolitik enthalte. Zur Sprachen- und Minderheitenfrage in der ČSR bis 1938 hob Suppan insbesondere die Arbeiten von Jaroslav Kučera und Martin Schulze Wessel hervor. Kučeras Werk sei die beste synthetische Darstellung zum tschechoslowakischen Sprachengesetz von 1920, da es auch dessen weitere Entwicklung bis 1938 und seine Bedeutung im sprachlichen Alltag behandle. Der von Schulze Wessel herausgegebene Sammelband einer Tagung des Collegium Carolinum, die sich mit Loyalität in der Tschechoslowakei beschäftigte, sei vor allem deswegen interessant, da er sich mit der Haltung sämtlicher Minderheiten (Slowaken, Sudetendeutsche, Juden, etc.) zum Staat auseinandersetze. Zur Problematik rund um die Vertreibung der Sudetendeutschen sowie ihre Enteignung durch die Beneš Dekrete wurden ebenfalls neue Arbeiten vorgestellt, die sich sowohl mit rechtlichen Grundlagen, als auch mit der tatsächlichen Planung und Durchführung der Vertreibungsaktion befassen. Den weitesten zeitlichen Rückblick nehme in diesem Zusammenhang Detlef Brandes vor, der in seinem Werk, gestützt auf viele Archivquellen, die Entwicklung der Aussiedelungspläne in den Kreisen der tschechischen und polnischen Exilregierungen bis zur Konferenz von Potsdam nachzeichne. Das Buch von Tomáš Staněk, dem laut Suppan besten tschechischen Kenner der Vertreibung, beschäftige sich hingegen mit der Stellung der Deutschen in der ČSR sowie dem Beginn der ersten Vertreibungsaktionen. Wie weit selbst höchste Staats- und Parteistellen in diese „wilden“ Vertreibungen verstrickt waren, zeige das Werk von Emilia Hrabovec, das unter Verwendung neuen Aktenmaterials aus den Archiven in Prag und Brünn sowie dem KPČ-Archiv entstanden sei. Zum Thema der Beneš Dekrete selbst bezeichnete der Vortragende das von Karel Jech herausgegebene Werk, eine zweisprachige Edition und Interpretation wichtiger Regierungsdokumente zu den Dekreten, als besonders bemerkenswert, der positive Eindruck werde jedoch durch das Vorwort des Herausgebers getrübt, das mit problematischen Argumenten die Vertreibung zu rechtfertigen versuche. Suppan schloss mit diversen Desiderata an die Kollegen, darunter eine Edition tschechoslowakischer Akten zur Außenpolitik der ČSR, weiteren Forschungen in den Bereichen Wirtschaft- und Sozialpolitik (vor allem zur Frage der Arbeitslosigkeit und deren nationaler Verteilung) sowie zur Protektoratszeit.

Weniger in der Präsentation neuer Publikationen und Arbeiten, sondern in der Darstellung des Wandels in der tschechischen Geschichtsschreibung lag der Schwerpunkt des Referats von Jaroslav Šebek, der die Veränderungen anhand bestimmter Reizthemen aus dem Themenkreis der Ersten Tschechoslowakischen Republik/Deutsche Besatzung bis 1945 verdeutlichte. In der Zeit vor der Wende 1989, so Šebek, sei die tschechische Historiografie gewissermaßen zweigleisig gelaufen, einerseits getragen von den linientreuen Historikern im Inland, andererseits von der Exilhistoriographie bzw. den Historiker-Dissidenten. Diese Trennung habe auch dazu geführt, dass bestimmte, für die tschechische Geschichte wichtige Ereignisse und Zeitabschnitte, wie etwa das Münchener Abkommen, die politische Situation der Tschechoslowakischen Republik zwischen 1918 und 1938 oder die deutsche Besatzung nicht bearbeitet hätten werden können, da einerseits den Dissidenten das dafür notwendige Quellenmaterial gefehlt habe und es andererseits in der Tschechoslowakei bis 1989 unmöglich gewesen sei, diese Themen kritisch zu hinterfragen. Nach der „Samtenen Revolution“ hätten die Werke der „linientreuen“ Historiker sehr schnell an Bedeutung verloren, während die Arbeiten von Dissidenten, welche im Hinblick auf die Umstände, in denen sie entstanden waren, auch nicht völlig wertfrei sein konnten, rasche Verbreitung gefunden hätten. Die erwähnten Fehlstellen in den Bereichen allzu heikler Themen seien jedoch geblieben, da auch unmittelbar nach der Wende keine Möglichkeit zur kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte bestanden habe. Erst mit dem zunehmenden Abtreten der Vertreter beider Lager sowie der Herausbildung einer neuen Generation von Historikern sei es seit etwa zehn Jahren möglich geworden, die tschechische Geschichte zwischen 1918 und 1945 nicht nur in einem neuen Licht zu sehen, sondern sie auch neu zu schreiben. Laut Šebek seien bereits über 2000 neue Publikationen und wissenschaftliche Arbeiten entstanden, die sich entweder mit bisher nicht angetasteten Problembereichen (Alltag im Protektorat 1938-1945, Zivilgesellschaft in der Tschechoslowakischen Republik) auseinandersetzen oder Neubearbeitungen bereits bekannter Quellenbestände (deutsche und tschechische Parteien, politische Eliten bis 1938) darstellen würden. Zwar sparte Šebek bei der Auflistung der „Fehlstellen“ einige ebenfalls unbearbeitete, doch umso interessantere Aspekte der tschechischen Geschichte, wie etwa die Rolle des tschechischen Militärs, die Stellung der katholischen Kirche oder die slowakische Frage aus, es ist jedoch zu hoffen, dass auch diese bald das Interesse tschechischer und österreichischer Historikerinnen und Historiker wecken werden. Bereits geschehen dürfte dies im Fall des Nationalitätenkonfliktes rund um das deutsche Theater in Brünn in der Zwischenkriegszeit sein, den Katharina Wessely (Universität Wien) in ihrem Koreferat behandelte und der ein Spiegelbild für die Auseinandersetzung der beiden Bevölkerungsgruppen innerhalb der Ersten Tschechoslowakischen Republik zwischen 1918 und 1938 darstellt.

Das Fehlen grundlegender Arbeiten zur gemeinsamen Geschichte zwischen 1918 und 1945 sowie die momentane Zersplitterung der Kapazitäten auf Detailfragen bildeten Kritikpunkte der folgenden Diskussion, was, so die Meinung vieler Teilnehmer, zu großen Defiziten, wie etwa im Bereich der Sozialgeschichte, geführt hätte. Erneut wurde eine wesentlich engere Zusammenarbeit der österreichischen und tschechischen Kollegen nicht nur in diesem Bereich gefordert, ebenso vehement wurde aber auch der Aufgabe der nationalen Historiografie zu Gunsten eines gemeinsamen Standpunktes eine Absage erteilt. Eine rege Diskussion entwickelte sich auch rund um die von Beata Blehová, als Reaktion auf die Vorstellung der Dissertation von Vít Smetana „In the shadow of Munich. British policy towards Czechoslovakia from 1938 to 1942“, aufgeworfene Frage, ob im Hinblick auf die Unabhängigkeit der Slowakei zwischen 1939 und 1945 von der Existenz der tschechoslowakischen Republik in dieser Zeit gesprochen werden könne.

1945-1989
Die tschechisch-österreichischen Beziehungen seit dem Jahr 1945 sowie deren Aufarbeitung in der österreichischen Historiografie nach der „Samtenen Revolution“ 1989 standen im Mittelpunkt des Vortrags von Oliver Rathkolb (Universität Wien), der zugleich den letzten Referatsblock der Historikertage eröffnete. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema sei laut Rathkolb in den letzten Jahren überaus fruchtbar gewesen und hätte auch zur Veröffentlichung einer Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten und Publikationen geführt, die weniger einen Überblick über den Gesamtkomplex böten, sondern sich im Rahmen konkreter Fallstudien mit einzelnen, besonders brisanten Aspekten der österreichisch-tschechischen Beziehungen auseinandersetzten. Dazu würden etwa die Arbeiten von Arnold Suppan und Barbara Coudenhove-Kalergi gehören, die sich mit der Außenpolitik von Edvard Beneš bzw. mit den Beneš-Dekreten befassen, die Werke von Alice Teichova über die wirtschaftliche Situation der Tschechoslowakei zwischen 1918 und 1980, die Diplomarbeit von Sonja Schinagl über den österreichisch-tschechischen Diskurs über die friedliche Nutzung der Kernenergie sowie der Sammelband von Marija Wakounig über Frauen in Ost- und Südosteuropa im 20. Jahrhundert. Besonders bemerkenswert sei auch Paul Ullmanns Dissertation über die Geschichte der diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und der Tschechoslowakei zwischen 1945 und 1968, gleichzeitig bedauerte Rathkolb jedoch, dass sie aufgrund der bestehenden, 30-jährigen Archivsperre sowie der Tatsache, dass einige Aktenbestände von den Ministerien einbehalten worden seien, über das Jahr 1968 nicht hinausreiche. Leider sei auch nur ein geringer Teil der in den letzten Jahren hinzugekommenen Arbeiten überhaupt publiziert worden, sodass sie nur einem sehr beschränkten Personenkreis bekannt wären. Neben dieser recht positiven Bilanz über die Tätigkeit der heimischen Kolleginnen und Kollegen ortete Rathkolb jedoch auch diverse Versäumnisse, sowohl in thematischer als auch in methodischer Hinsicht. So sei etwa die Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg derart gründlich untersucht worden, dass daneben alle übrigen Aspekte der österreichisch-tschechischen Beziehungen in den Hintergrund getreten seien. Darüber hinaus, so Rathkolb, sei bei Themen hypernationaler Bedeutung eine Zusammenarbeit von Historikerinnen und Historikern aller europäischen Staaten wünschenswert, um durch bilaterale Vergleiche zu einem gemeinsamen Ergebnis hinsichtlich der Beurteilung eines Ereignisses zu gelangen. Als Beispiel sei etwa das „Schlüsseljahr“ 1989 zu nennen, das nicht von jedem betroffenen Staat separat, sondern als transnationales Veränderungsjahr auf einer internationalen, möglichst breiten Basis bearbeitet werden solle. Im Fall der Erforschung der Kirche als transnationales Instrument habe laut Rathkolb eine solche Zusammenarbeit, wie er sie zuvor grob umrissen habe, bereits bestens funktioniert.

Das letzte Hauptreferat hielt Jiří Kocián vom Institut für Zeitgeschichte der Tschechischen Akademie der Wissenschaften, das im Jahr 1990 als eine Errungenschaft der „Samtenen“ Revolution eingerichtet worden war. Im Vordergrund seines Vortrages standen einerseits die Werke der tschechischen Exilhistoriografie, die bis 1989 entstanden waren und andererseits Arbeiten jüngeren Datums, die sukzessive die alten Publikationen verdrängen würden. Bei den neueren Werken, so Kocián, handle es sich im Vergleich zu älteren Arbeiten aber nicht um Überblickswerke, sondern um Detailuntersuchungen zu besonders kritischen Themen der tschechischen Geschichte seit dem Jahr 1945. Zur Frage der Enteignung und Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem 2. Weltkrieg wären hier etwa die Werke von Mĕčislav Borák und Benjamin Frommer zu nennen, die sich vor allem mit den juristischen Aspekten der Dekrete des Präsidenten Beneš sowie der Aburteilung von Deutschen und Tschechen beschäftigt hätten, was im Hinblick auf die bisher erschienenen Werke zu diesem Thema ein Novum darstelle. Auch bisher völlig unbeachtete Themen, wie etwa der Exodus der deutschen „Antifaschisten“ oder die „unkontrollierte“ Vertreibung unmittelbar nach Kriegsende würden mittlerweile seitens der tschechischen Historiografie untersucht; mit Ergebnissen sei schon in einigen Jahren zu rechnen. Zur Etablierung des kommunistischen Systems sei in der jüngsten Vergangenheit sehr intensiv geforscht worden, wobei hier insbesondere die Arbeiten von Jiří Pernes und Karel Kaplan zu nennen seien. Das Werk von Kaplan, so schränkte Kocián ein, sei aber aufgrund der Eigenart des Autors, Quellen lediglich 1:1 wiederzugeben und sie weder zu interpretieren noch sie in einen Kontext zu stellen, nur all jenen Kollegen zu empfehlen, die über ein ausreichendes Basiswissen zu dem Themenbereich verfügten. Ein verständlicherweise häufig behandeltes Thema sei hingegen der „Prager Frühling“, weshalb es äußerst schwierig sei, aus der Fülle der Arbeiten und Publikationen solche auszuwählen, die eine besondere Beachtung verdienten. Herausragend sei zweifelsohne die 20-bändige Quellenedition von Jan Navrátil zu den Jahren 1968 bis 1971, die das umfangreichste Werk zum „Prager Frühling“ und zur „Normalisierung“ sei. Die Periode der „Normalisierung“ stehe bei den Kollegen schon schlechter im Kurs, auch hier würden aber die wichtigsten Fragen durch die Arbeiten von Vilém Prečan und Milan Otáhal abgedeckt. Eine fast gänzliche terra incognita sei hingegen der Zerfall der Tschechoslowakei 1993 und dessen Vorgeschichte, wobei es, so räumte Kocián ein, wohl einer gewissen „historischen Distanz“ bedürfe, dieses Ereignis untersuchen und einigermaßen wertfrei aufarbeiten zu können. Das allgemein sehr große Interesse am Thema „Prager Frühling“ spiegelten auch die Koreferate österreichischer und tschechischer Kollegen wieder, die sich etwa mit der Lage der Schriftsteller, den politischen Eliten in der „Normalisierung“ sowie mit der engen Zusammenarbeit des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR mit dem tschechischen Geheimdienst zur Überwachung von im In- und Ausland befindlichen Dissidenten befassten.

Die von Oliver Rathkolb erneut angesprochene Möglichkeit einer Aufgabe der nationalen Historiografie zu Gunsten einer mitteleuropäischen Geschichtsschreibung stand im Zentrum der anschließenden Diskussion, die mit außergewöhnlicher Intensität geführt wurde. Jaroslav Pánek (Tschechische Akademie der Wissenschaften) sprach in diesem Zusammenhang gar von der Gefahr einer „Gleichschaltung der mitteleuropäischen Geschichte“ und betonte, dass nicht zuletzt die nationale Historiografie einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum Verständnis der Gesamtgeschichte leisten würde. Gerade im Fall des Jahres 1989 sei es wichtig, das Ereignis zumindest aus zwei Perspektiven zu betrachten, nämlich jener des Westens und jener des Ostens.

Rückblickend stellten die Historikertage eine interessante Zusammenschau des beiderseitigen Forschungsstandes zur Geschichte der Böhmischen Länder bis zur Gegenwart dar, wobei sowohl Gemeinsamkeiten, als auch höchst unterschiedliche Standpunkte und Ansichten aufgezeigt wurden. Einig waren sich die Kollegen vor allem darin, dass in Zukunft die Fachrichtungen beider Nationen verstärkt kooperieren müssten, um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden und schneller zu neuen Forschungsergebnissen zu gelangen. Trotzdem scheint jedoch vorerst niemand bereit zu sein, seine eigene, nationale Historiografie zu Gunsten einer länderübergreifenden Geschichtsschreibung aufzugeben. Vor diesem Hintergrund sind auch die pessimistischen Äußerungen der Kollegen hinsichtlich der Schaffung eines mitteleuropäischen Geschichtsbuches zu sehen, obwohl gerade dieses Projekt keine Aufgabe der „historiografischen Souveränität“ darstellen würde. Trotzdem, so waren sich die Teilnehmer einig, müsse im Dienste der Wissenschaft die transnationale Zusammenarbeit intensiviert werden, bestünde doch die Aufgabe des Historikers, wie es eine tschechische Kollegin in ihrem Schlusswort ausdrückte, „nicht in der bloßen Selbstbeschäftigung, sondern im Forschen, Sichern und Publizieren!“

Literatur
Beatrix BASTL, Tugend, Liebe, Ehre: Die adelige Frau in der Frühen Neuzeit (Wien 2000)

Václav BŮŽEK, Integrationsmöglichkeiten böhmischer Adeliger am Hof Ferdinands I (Münster 2005)

Ders., Der Adel in den böhmischen Ländern 1526-1740 (Wien 2002)

Ders, Der böhmische und mährische Adel am Hof Ferdinands von Tirol in Innsbruck und Ambras (Wien 2005)

Detlef BRANDES, Der Weg zur Vertreibung 1938-1945. Pläne und Entscheidungen zum ‚Transfer’ der Deutschen aus der Tschechoslowakei und aus Polen (München 2001)

Detlev BRANDES – Edita IVANIČKOVÁ – Jiří PEŠEK (Hgg.), Erzwungene Trennung. Vertreibungen und Aussiedlungen in und aus der Tschechoslowakei 1938-1947 im Vergleich mit Polen, Ungarn und Jugoslawien (Essen 1999)

Barbara COUDENHOVE-KALERGI (Hg.), Die Beneš-Dekrete. Zwischen tschechischer Identität und deutscher Begehrlichkeit (Wien 2002)

Martin ELBEL, From Hopes to Triumph. The Marian Cult and Czech Society, 1600-1650 (Lublin 1999)

Benjamin FROMMER, National cleansing. Retribution against Nazi collaborators in postwar Czechoslovakia (Cambridge 2005)

Ralf GEBEL, „Heim ins Reich!“ Konrad Henlein und der Reichsgau Sudetenland (1938-1945) (München 1999)

Monika GLETTLER – L’ubomir LIPTÁK – Alena MÍŠKOVÁ (Hgg.): Geteilt, besetzt, beherrscht. Die Tschechoslowakei 1938-1945: Reichsgau Sudetenland, Protektorat Böhmen und Mähren, Slowakei (Essen 2004)

Frank HADLER (Hg.), Weg von Österreich! Das Weltkriegsexil von Masaryk und Beneš im Spiegel ihrer Briefe und Aufzeichnungen aus den Jahren 1914 bis 1918. Eine Quellensammlung (Berlin 1995)

Siegfried HAIDER (Hg.), Nationale Frage und Vertreibung der Deutschen in der Tschechoslowakei (Mitteilungen des Oberösterreichischen Landesarchivs 19, Linz 2000)

Dagmar HÁJKOVÁ a Ivan ŠEDIVÝ (Eds.), Korespondence. T. G. Masaryk – Edvard Beneš 1914-1918 (Praha 2004)

Jan HAVRÁNEK, Die Austritte der Tschechen aus der Katholischen Kirche nach dem Ersten Weltkrieg – ihre Ursachen und Folgen (Frankfurt 2000)

Ders., Bohemian Spring 1848 – Conflict of Loyalties and Its Picture in Historiography (Basingstoke 2004)

Gernot HEISS (Hg.), An der Bruchlinie. Österreich und die Tschechoslowakei nach 1945 (Innsbruck 1998)

Mark HENGERER, Kaiserhof und Adel in der Mitte des 17. Jahrhunderts (Konstanz 2004)

Emilia HRABOVEC, Vertreibung und Abschub. Deutsche in Mähren 1945-1947 (Frankfurt am Main 1995)

Karel JECH (Hg.), Němci a Maďaři v dekretech prezidenta republiky. Studie a dokumenty 1940-1945. Die Deutschen und Magyaren in den Dekreten des Präsidenten der Republik. Studien und Dokumente 1940-1945 (Brno: Ústav pro doudobé dějiny AV ČR, 2003)

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Zitation
Tagungsbericht: 2. Österreichisch-Tschechische Historikertage, 20.10.2006 – 21.10.2006 Waidhofen an der Thaya, in: H-Soz-Kult, 19.12.2006, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-1424>.