Heimatvertriebene im Südwesten - Kirchliche Integration - gesellschaftliche Auswirkungen

Ort
Stuttgart
Veranstalter
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Vertriebenen-Organisationen
Datum
17.11.2007 - 18.11.2007
Von
Stefan Teppert

Wie die Heimatvertriebenen sich im Lauf der Nachkriegszeit in Baden-Württemberg kirchlich integriert haben und welche gesellschaftlichen Auswirkungen dies auf das Gastland hatte, dieser Frage gingen an exquisitem Ort, nämlich im Tagungshaus Weingarten der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, am 17. und 18. November 2007 sieben Referenten nach. Die Diözese hatte die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Vertriebenen-Organisationen vorbereitet. Was Akademiedirektor ABRAHAM PETER KUSTERMANN einleitend feststellte, daß nämlich mit dem Tagungsthema ein Stiefkind der Forschung aufgegriffen werde, konnten sämtliche Referenten je aus ihrem Themenschwerpunkt bestätigen: Es existieren wenige greifbare Forschungsergebnisse, umso deutlicher zeigen sich Defizite und Desiderate.

Jeder Vortragende eröffnete Einblicke in einen Prozess der Abstoßung und Anpassung, der Mischung und gegenseitigen Befruchtung, des Zuwachses von Lebensformen und der Neugestaltung des Gemeinschaftsbewußtseins, der bis heute nicht vollständig zum Stillstand gekommen ist. Weder die Geschichte des Bundeslandes Baden-Württemberg noch die letzten sechs Jahrzehnte des Bistums Rottenburg lassen sich ohne die Anwesenheit und den Beitrag der Vertriebenen denken. In vergrößertem Maßstab gilt dies auch für Deutschland insgesamt. „Hatten die Vertriebenen“, so die Frage auf dem Tagungsprogramm, „nicht zuletzt dank der Stütze und der Impulse der Vertriebenen-Seelsorge, eine Art Katalysatorfunktion für den politischen, sozialen, kulturellen und mentalen Aufbau des neuen Bundeslandes im Südwesten?“

Der Kirchenhistoriker RAINER BENDEL (Universität Tübingen) beantwortete diese Frage positiv. Die Vertriebenen hätten etwas in Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft eingebracht, das Wirkung hatte und prägte, das zu einer Pluralisierung der religiösen Formen und Mentalitäten führte. Sie konnten manchen Mangel aufdecken, manche Scheinwelt entlarven, da sie die Fähigkeit des Fremden hatten, die Verhältnisse mit anderen Augen zu sehen, sie zu analysieren und Alternativen zu entwickeln. Jedoch habe der Anfang unter schwierigsten Bedingungen stattgefunden: Der Klerus sei auf den gewaltigen Zuzug am Ende des Krieges kaum vorbereitet gewesen. In der Bevölkerung stießen die Ankömmlinge auf verhaltene, teilweise massive Ablehnung. Es war eine Konfrontation unterschiedlicher Lebenswelten und Kulturen bis hinein in das religiöse Brauchtum. In einem Vortrag vor den Studenten des Wilhelmsstifts am Martinstag 1947 warb der Tübinger Professor für Pastoraltheologie Franz Xaver Arnold für Verständnis und Empathie den Flüchtlingen und ihrer Sondersituation gegenüber. Sie seien weder Bittsteller noch Gläubige zweiter Klasse. Ihre brüderliche Eingliederung sei ein gesellschaftliches Kernproblem und Prüfstein für den Katholizismus. Da die Notlage zum Handeln zwang, plädierten katholische Geistliche wie der Jesuit Ivo Zeiger, der im Auftrag des Papstes die Lage im Nachkriegsdeutschland sondierte, aber auch Laien wie der Kommunikationswissenschaftler Otto B. Roegele nach einer Situationsanalyse von 1948 in renommierten katholischen Zeitschriften leidenschaftlich für einen Neuanfang. Die bald einsetzende Fortentwicklung der Caritas zur Sozialpolitik und den Durchbruch von der Seelsorge zur Pastoral, zum Glauben als existentiellem Lebensvollzug, hätten, so Bendel, katholische Politiker und Geistliche vorangetrieben. Dass Themen wie Seelsorge und soziale Situation auf Pastoralkonferenzen reflektiert werden, dass Soziologie und Pastoral kooperieren und entsprechende Forschungsinstitute eingerichtet werden, sei nicht zuletzt eine Konsequenz aus der Bereicherung durch die Heimatvertriebenen.

Der JOACHIM KÖHLER (Universität Tübingen) kritisierte, dass nach dem Zweiten vatikanischen Konzil von jenen Leuten eine Restauration betrieben worden sei, welche die Öffnung der Kirche zur Gesellschaft hin als Säkularisation brandmarkten. Sie hätten die damalige Auf- und Umbruchszeit nicht ernst genommen und nach 1945 das verfestigt, was die Nationalsozialisten erzwungen hatten. Der Zeitraum von 1945 bis 1960, in dem ein ganzes Volk aus den Fugen geriet, Veränderungen und Grenzverschiebungen der Konfessionen mit einer Zunahme der Kirchengemeinden einhergingen, sei weder mental noch kirchengeschichtlich aufgearbeitet. Obwohl die Vertriebenen immer gute Fürsprecher im Domkapitel gehabt haben, wie etwa Alfons Hufnagel und den Diözesanvertriebenenseelsorger des Bistums Rottenburg Alfons Maria Härtel, gab es doch auch bei einzelnen Geistlichen Vorurteile und Arroganz. Der schon erwähnte Otto B. Roegele habe damals eine weithin pathologische Reaktion des deutschen Katholizismus diagnostiziert, weil er aus dem Ghetto eines rein religiösen Raumes und einer fatalen Erhaltungsseelsorge nicht herausfand. Die Vertriebenen seien Katalysator bei einem massiven subkutanen Problemstau in einer insgesamt viel zu unbeweglichen Kirche gewesen, die nicht erkannt habe, dass große Gefahren ganze Maßnahmen erfordern. Trotzdem habe sich das Selbstverständnis der Gemeinden und der Kirche insgesamt verändert. Grundgedanken der Umbruchszeit von 1945 bis 1949 seien in die Anfänge der deutschen Sozialpolitik wie auch in das Zweite vatikanische Konzil eingegangen.

RUDOLF FATH (Katholische Vertriebenenverbände in Stuttgart – eine Arbeitsgemeinschaft, in der Donauschwaben, Karpatendeutsche, Schlesier und Sudetendeutsche zusammengefasst sind) stellte der Kirche rückblickend ein gutes Zeugnis aus, weil sie nach anfänglich chaotischen Verhältnissen durch einen schnellen und weithin ungeregelten Zuzug den Hilferuf der Heimatvertriebenen gehört und tatkräftig gehandelt habe. Fath bezog sich ausführlich auf den Augustinerpater und Geistlichen Rat in der Ackermann-Gemeinde Paulus Sladek, ein Vordenker der Verbandsarbeit für eine erfolgreiche Eingliederung, der sich konsequent dafür einsetzte, die Eigenarten der Ausgewiesenen etwa bei Andachtsformen und der Pflege von Kirchenliedern beizubehalten und einen Ausgleich mit den Einheimischen zu schaffen. Dies hatte Sladek als eine Lebensfrage der Seelsorge erkannt. Zusammen mit seinen Getreuen hat er Sätze formuliert, die wenig später in die Charta der deutschen Heimatvertriebenen Eingang fanden. Fath beleuchtete die Entwicklung der sudetendeutschen Ackermann-Gemeinde von einer Notgemeinschaft zur Bewältigung des eigenen Schicksals hin zu einer tragenden Säule der deutsch-tschechischen Beziehungen mit christlichen Grundwerten. Ebenso zeigte er, dass es bei den Donauschwaben das „Gerhardswerk“, bei den Karpatendeutschen der „Hilfsbund karpatendeutscher Katholiken“ sowie die „Arbeitsgemeinschaft der Karpatendeutschen“, schließlich bei den Schlesiern die „Eichendorff-Gilde“ gewesen sind, die durch ihre Erfassungs-, Betreuungs- und Bildungsarbeit, durch die Erforschung der Geschichte ihrer jeweiligen Volksgruppe und den versöhnungsbereiten Brückenbau zu ihrer alten Heimat zu Katalysatoren der Eingliederung wurden.

In Vertretung für den erkrankten Diözesanhistoriker STEPHAN M. JANKER extemporierte Bendel einen gerafften Überblick über dessen vorgesehenes Referat. Es ging ihm vor allem darum, eine zentrale Scharnierstelle zwischen der Koordination klassischer Seelsorge und caritativem sowie politischem Handeln anzusprechen, wenn sich führende Vertriebenenseelsorger wie P. Paulus Sladek und Alfons Maria Härtel, später auch Josef Steinhübl mit Vertretern aus Caritas (Ludwig Leber) und Politik (Herbert Czaja, Ludwig Leber) besprachen, als gemeinsame Kenner Thomas von Aquins fundamentale theologische Themen erörterten und Orientierungen der Sozialpolitik entwarfen. Ein gewandeltes Verständnis pastoralen Handelns in den späten 1950er-Jahren habe sich auch im Kreis des Domkapitulars Dr. Alfons Hufnagel herausgebildet. Der wegen Kirchen- und Priestermangel drohenden Gefahr des Indifferentismus wollte Hufnagel mit einem Programm begegnen, in dem partnerschaftliche Fürsorge und Öffnung der Kirche nach außen ebenso ernst genommen wurden wie die Förderung des Wohnungsbaus und die Würdigung des religiösen Brauchtums der Heimatvertriebenen. Kirchen sollten als Identifikationsorte das Zusammenwachsen befördern. Träger der Seelsorge waren nicht mehr allein die Geistlichen, die an vielen Sonntagen unterwegs waren, um Bettelpredigten für den Kirchenbau zu halten, verstärkt wurden auch die Laienkräfte eingebunden. Der Künstler Otto Herbert Hayek etwa sei mitten in Stuttgarts Fußgängerzone gegangen, um zum Gottesdienst einzuladen. Man setzte auf Empathie und mitgehende Seelsorge, darauf, die Notlage der Vertriebenen durch Selbsthilfe zu verbessern, auf die Eingliederung der Flüchtlingspriester und ihre kirchenrechtliche Gleichstellung, auf eine anteilsmäßige Vertretung von Alt- und Neubürgern.

Der Kirchliche Referendar MARCO EBERHARD (Lauffen a. N.) betrat mit einer Arbeit über die Gemeindebildung in Altwürttemberg im Kontext der Vertreibung wissenschaftliches Neuland. Am Beispiel der St.-Johannes-Kirche in der Diasporastadt Nürtingen demonstrierte er nach Sichtung diverser Archivbestände die Entwicklung der pastoralen Verhältnisse von 1945 bis heute. Bei Kriegsende zählte Nürtingen 10.000 Einwohner mit ca. 300 Katholiken. An Vertriebenen kamen ca. 2.000 vornehmlich sudetendeutsche Katholiken hinzu. Der für Nürtingen zuständige Metzinger Stadtpfarrer Schmitt hatte mit dem evangelischen Dekan Dipper manche Querele und eine Art konfessionellen Kampf auszufechten. Schmitt versuchte indes ähnlich kompromisslos, die Vertriebenen „auf Kurs zu bringen“. Im Einvernehmen mit dem Kirchenstiftungsrat habe er eine Kirchenordnung verabschiedet, die gezielt gegen die gottesdienstlichen Gepflogenheiten der Vertriebenen gerichtete war. Ansätze zu einer intensiven Laienarbeit wurden nach Einsetzung zweier vertriebener Priester durch Bischof Sproll sichtbar, aber erst, als Nürtingen 1949 eigenständige Stadtpfarrverweserei wurde, kam es zu einer positiven Entwicklung durch die verständnisvolle Zusammenarbeit des Stadtpfarrverwesers Manz mit einem aus dem Sudetenland stammenden Kurat. Die nächstliegenden Aufgaben umfassten den Aufbau der Laienarbeit, die Einführung von Wallfahrten und die Gründung verschiedener Verbände für die Standesseelsorge. Der Bau einer neuen Kirche dagegen war ein Fernziel, das 1956 mit Hilfe des Sudetendeutschen Otto Herbert Hajek zur Vollendung kam. Es habe allerdings, so Eberhard, der Intervention des Oberkirchenrates bedurft sowie der Schulung der Heimatseelsorger durch Tagungen, die Diözesanflüchtlingsseelsorger Härtel abhielt, um die freie Entfaltung und Festigung der Katholiken in der Neckarstadt bis zu ihrer endgültigen Anerkennung und Tolerierung zu gewährleisten.

Kunstvolle Einblicke bot die Autorin und Literaturwissenschaftlerin ANGELIKA OVERATH. Die mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis, dem Thaddäus-Troll-Preis sowie dem Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb Ausgezeichnete las zunächst aus einer Reportage über eine Reise ins böhmisch-mährische Sudentenland. Auf der Suche nach ihren Wurzeln besucht sie Orte, wo kein Tourist hinkommt, wo sie aber bei den Einheimischen, darunter auch bei den rar werdenden Zeitzeugen, aufgenommen und fündig wird. Eigentlich ist es eine Recherche nach der Herkunft ihrer Mutter und nach Kindheitserinnerungen, in denen das Wort „Vertriebene“ ins „Vokabular der Peinlichkeiten“ gehörte. In Overaths preisgekrönten Reportagen pflegt die journalistische Gattung mit erzählerischer Poesie eine enge Verbindung einzugehen, deren Strukturelemente präzise Beobachtung, unsentimentaler Stil und bohrende Intensität sind. Als zweites las Angelika Overath einige Passagen aus dem Entwicklungsroman „Nahe Tage“, ihrem fiktionalen Debüt. Auch hier handelt es sich um die „Inventur einer Kindheit“, oszillierend zwischen gemütlich und bedrohlich. In der Wohnung der verstorbenen Mutter mit ihrem unantastbaren, von Krieg und Vertreibung geschlagenen Schmerz sowie der dazugehörigen Sprachlosigkeit lösen sich bei der Tochter verkapselte Erinnerungen an früher Erlebtes aus ihrer harmlosen Alltäglichkeit und gewinnen eine verstörende Kraft. Es zeigt sich, dass Traumatisierungen der Eltern an die Kinder vererbt werden. Als die Protagonistin die mütterliche Wohnung verlässt, ist sie eine andere. Doch auch jetzt scheint das Totgeschwiegene und Ungesagte, das Unaufgearbeitete seine bedrückende Macht zu behalten.

ELISABETH FENDL (Johannes-Künzig-Institut, Freiburg i. Br.) zeigte anhand diverser religiöser Traditionen mit Unterstützung zeitgenössischer Fotos, dass die Heimatvertriebenen in Deutschland nach einer ersten Phase der Konsolidierung keineswegs – wie man glauben könnte – ihre heimatlichen Formen populärer Frömmigkeit preisgaben und sich anpassten. Vielmehr hielten sie vielfach auch gegen eine ablehnende bis diskriminierende Haltung bei den Einheimischen zäh an ihrem Brauchtum fest. Ihr geistiges Fluchtgepäck kennzeichnete sie zwar als Fremde, es war aber auch unentbehrlich für die Selbsterhaltung und gegen eine schnelle Assimilierung. Dass sie den hergebrachten Frömmigkeitsstil weiterhin ausübten, stand symbolisch für die Treue zur Heimat. Damit haben sie aber auch dazu beigetragen, gab die Referentin zu bedenken, ein Bild von Heimat zu konstituieren, „das häufig heimatlicher ist, als diese Heimat je war“. Als Versatzstücke dieser Traditionspflege erwähnte Fendl aus verschiedenen Siedlungsgebieten das Maibaumsetzen, die Fronleichnamsprozession über Blumenteppiche, Gebete und Kirchenlieder, Wallfahrten und Marienverehrung, Mitternachtsmesse und Christbaumschmuck. Stellvertretend für die noch fehlenden Gräber von Angehörigen mussten anfangs (Ostland-)Kreuze und Mahnmale der Totenehrung als Orte dienen, „wo das Leid seine Heimat hat“. Gerade in der zweiten und dritten Phase der Integration hätten die traumatischen Erlebnisse der direkten Nachkriegszeit zu einem verstärkten Rückgriff der Heimatvertriebenen auf traditionale Muster der populären Frömmigkeit und damit zu einer „Hypertrophierung der Zeichen“ geführt. Auch dadurch habe sich das „Sakralbild des westdeutschen Raumes“ verändert.

MATHIAS BEER (Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, Tübingen) präsentierte eine Bilanz der Flüchtlingsforschung zum deutschen Südwesten in zehn Thesen. „Flucht und Vertreibung“ hätten sich zu einer stehenden Verbindung entwickelt, die Gesamtdimension des Phänomens sei aber breit und vielschichtig. Grundlegende Veränderungen seien sowohl bei den Flüchtlingen als auch bei der Aufnahmegesellschaft zu verzeichnen. Das veränderte Ganze aber, die Gesellschaft insgesamt sei noch viel zu wenig in den Blick genommen worden. Die Rede von der schnellen Integration sei ein Mythos, denn die BRD in ihrer Gesamtheit sei ein Ergebnis des Eingliederungsprozesses. Geradezu in einem umgekehrten Verhältnis stünden die Erforschung und die öffentliche Wahrnehmung des Integrationsprozesses zueinander. Dabei stelle die gegenwärtige Studientagung eine Ausnahme dar, weil sie ein zuerst instrumentalisiertes, danach marginalisiertes Forschungsgebiet thematisiere. Es bestehe, beklagte Beer, ein Mangel an Langzeituntersuchungen und vergleichenden Studien, regionale Spezifika müssten stärker herausgearbeitet werden, eine Vernetzung der in hohem Maß atomisierten Forschung sei gefragt, um die Komplexität des Gegenstandes zu spiegeln, weiterhin sei eine Verknüpfung mit anderen Migrationsprozessen geboten. Auch fehle eine moderne Gesamtdarstellung des Eingliederungsprozesses. Dieser sei nicht zuletzt deshalb so wenig erforscht, weil er ein Politikum war: Wegen der offenen deutschen Frage gab es keinen Integrationsplan der BRD. Während jede Integrationsmaßnahme zwangsläufig zur Verwurzelung führen musste und deshalb lange tabuisiert blieb, wurde die Option der Rückkehr der Flüchtlinge in ihre vormalige Heimat weiter aufrechterhalten.

In der Diskussion wurde noch manche offene Frage angesprochen, etwa der Beitrag der Vertriebenen zur Vergangenheitsbewältigung und Versöhnung mit den Völkern Osteuropas, die von ihnen mitgebrachte kulinarische und semantische Bereicherung, ihr Beitrag zum Europabewußtsein, die Einstellung junger Leute zu diesem Themenkomplex. Die waren viele Anregungen für weitere Studientagungen.

Konferenzübersicht:

Rainer Bendel: Von der Seelsorge zur Pastoral. Vertriebene im Bistum Rottenburg als Katalysatoren einer Neuorientierung?
Joachim Köhler: Die Vertriebenenseelsorge in der Diözese Rottenburg im kirchen- und gesellschaftspolitischen Kontext
Rudolf Fath: Die Vertriebenenverbände als Katalysatoren der Eingliederung in Kirche und Gesellschaft
Stephan M. Janker: Initiativen der Bistumsleitung. Domkapitular Alfons Hufnagel und der "Hufnagel-Kreis"
Marco Eberhard: "Wir stehen ja vor einem totalen Neuanfang". Der Gemeindeaufbau in St. Johannes Nürtingen als Beispiel
Angelika Overath: „Fremde Heimat“. Versuch, über das Verschwiegene zu erzählen (Lesung)
Elisabeth Fendl: Religion als Heimat und Konfliktfeld. Populäre Frömmigkeit zwischen Anpassung und Eigensinn
Mathias Beer: Ergebnisse der "Flüchtlingsforschung" zum deutschen Südwesten. Eine Bilanz

Zitation
Tagungsbericht: Heimatvertriebene im Südwesten - Kirchliche Integration - gesellschaftliche Auswirkungen, 17.11.2007 – 18.11.2007 Stuttgart, in: H-Soz-Kult, 25.01.2008, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-1846>.
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Veröffentlicht am
25.01.2008
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