Antisemitism and Holocaust Denial – New Perspectives

Ort
Dublin, Irland
Veranstalter
Holocaust Education Trust Ireland (HETI)
Datum
18.11.2010 - 19.11.2010
Von
Christian Mentel, Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

Eine Konferenz über Antisemitismus und Holocaustleugnung berührt wie nur wenige andere akademische Tagungen aktuelle gesellschaftliche Debatten und Konflikte und ist in besonderer Weise politisch, moralisch und emotional aufgeladen. Dass Holocaustleugnung nicht mehr vorrangig als retrospektive Schuld- und Erinnerungsabwehr von Alt- und Neonazis verstanden werden sollte, sondern als prospektive antisemitische Praxis, zeigt insbesondere das Beispiel von Irans Präsident Ahmadinedschad, der Holocaustleugnung, antisemitische Verschwörungskonstrukte und existenzielle Drohungen gegen Israel mit einem Streben nach Nukleartechnologie verknüpft.

Deutlich wird damit, in welch weitem und implikationsreichen Feld sich eine solche Konferenz bewegt und welch unmittelbare Relevanz sie über die Universitätsmauern hinaus besitzt. Es ist insbesondere diese Dimension, die der Holocaust Education Trust Ireland im Blick hatte, als er diese interdisziplinär angelegte Konferenz – als erste ihrer Art in Irland – veranstaltete.[1] Sie fand unter besonderen Bedingungen statt, nicht nur weil ständig mindestens ein Polizist anwesend war, sondern auch weil sie unter zweifelhafter Beobachtung stand: Prominente Holocaustleugner wie Bradley Smith und Fredrick Töben hatten vergeblich versucht, Einlass zu finden und gar vorgeschlagen, als Vortragende oder Diskutanten aufzutreten. Beide verbreiteten empfangene Ablehnungsschreiben, diverse Kommentare und Schmähungen im Vorfeld der Konferenz über einschlägige E-Mail-Listen, Blogs und Foren im Internet; dies sollte sich auch in den Tagen nach der Konferenz fortsetzen.

Der einleitende Vortrag von MARK WEITZMAN (New York) nahm den Williamson-Skandal zum Anlass, den theologischen Hintergrund traditionalistischer katholischer Gruppierungen wie der Priesterbruderschaft St. Pius X., deren Mitglied Williamson ist, näher zu untersuchen. Weitzman wies darauf hin, dass traditionelle antijudaistisch-antisemitische Positionen in derartigen Gruppen erheblich größere Verbreitung hätten, als dies die mediale Konzentration auf die Piusbrüder widerspiegle. Weiterhin zeigte er auf, wie sich die antisemitischen Auffassungen des irischen Father Denis Fahey (1883–1954) bis zu Aktivisten der US-amerikanischen extremen Rechten und Holocaustleugnern fortsetzten und auch heute noch bei den Piusbrüdern prominent und wirkmächtig seien.

Anschließend sprach ROBERT WISTRICH (Jerusalem) über das Phänomen der Holocaust Inversion, bei dem die Rollen von Tätern und Opfern vertauscht, Juden und/oder Zionisten als Nazis – oder noch schlimmer als diese – dargestellt würden. Er hob hervor, dass das dahinter stehende Motiv die Delegitimierung des Staates Israel sei. Diese Strategie, die heutzutage auch im Westen zunehme und unerkannt oftmals selbst im intellektuellen Diskurs transportiert werde, sei bereits nach dem Sechstagekrieg in der Propaganda der Sowjetunion zu verzeichnen gewesen. Da der Holocaust stark politisiert sei, sah Wistrich unmittelbaren Handlungsbedarf bei der Vermittlung in der Schule, insbesondere in Hinsicht auf muslimische Jugendliche.

Im zweiten Panel kritisierte CHRISTIAN WIESE (Frankfurt) sowohl die gängige Dichotomie von theologischem Antijudaismus und rassistischem Antisemitismus als auch das Postulat ungebrochener und lediglich modernisierter Kontinuität. Ausgeblendet würde hiermit, dass „religious, cultural, and social or economic reasons have always been indissolubly linked, and theological ideas about Jews and Juadism never failed to have a concrete existential effect“. Nichtsdestoweniger schränkte Wiese aber auch ein, dass jene Unterscheidung ein legitimes Analyseinstrument sein könne, wenn dahinter ein präzise formuliertes Erkenntnisinteresse stünde – zentral sei jedoch auch dann, stets die politischen Implikationen theologischer Aussagen mit einzubeziehen.

MEIR LITVAK (Tel Aviv) hob hervor, dass Antisemitismus im Iran seit der islamischen Revolution „an integral component of the regime’s ideology and political discourse“ sei, wobei die Leugnung des Holocaust lediglich einen Höhepunkt darstelle. Spezifisch iranisch daran sei insbesondere die zentrale Rolle der Regierung, so habe Staatsoberhaupt Ali Chamenei bereits vor Ahmadinedschad den Holocaust geleugnet und einschlägige Verschwörungstheorien vertreten, was primär dem außenpolitischen Ziel der Delegitimierung und letztlich der Zerstörung Israels diene. Weiterhin vertrat er die These, dass der offizielle Holocaustdiskurs in der iranischen Gesellschaft Fuß gefasst habe, da auch von Vertretern der Opposition und von liberalen Intellektuellen die offizielle Position übernommen würde.

JEFFREY HERF (Maryland) eröffnete das dritte Panel mit einem Vortrag zur Wirkung der auf den Nahen Osten gerichteten nationalsozialistischen Propaganda. Er betonte, dass mit dieser Propaganda „one important chapter in the history of Islamist terror of our own time was written in Nazi Berlin“. Der Islamismus jener Zeit sowie der sich von Europa in den Nahen Osten ausbreitende nationalsozialistische Antisemitismus seien nicht nur als einseitige Exporte, sondern ebenso als Importe zu verstehen. Es habe sich um eine von beiden Seiten aktiv betriebene „cultural fusion“ von nationalsozialistischer Ideologie, arabischem Nationalismus und Islamismus gehandelt. Diese habe auch über 1945 hinaus gewirkt, da selbst das Paktieren mit Hitler und judenfeindliche Radiopropaganda den Großmufti von Jerusalem, Haj Amin el-Husseini, nicht für politische Leitungsfunktionen disqualifiziert hätten.

TONY KUSHNER (Southampton) kritisierte zu Beginn seines Vortrags die Tendenz, Antisemitismus nach 1945 als eine ahistorische, konstante und menschliches Handeln herunterspielende Erscheinung zu beschreiben. Anhand des Fallbeispiels Großbritannien stellte Kushner den weit verbreiteten Konsens in Frage, dass Antisemitismus in den letzten Jahren den stärksten Anstieg seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erfahren habe, und er konstatierte Mängel in den diese Auffassung vertretenden Arbeiten. Er nahm die Statistiken zu antisemitischen Vorfällen der letzten Jahre zum Anlass, mit einer komparativen Perspektive für eine ausgewogenere Einschätzung der Vorfälle zu plädieren: Zum einen machte er hierfür auf historische Kontinuitäten aufmerksam, zum anderen hob er hervor, dass im Gegensatz zu anderen Minderheitengruppen Juden „are probably the least subject of violence and Antisemitism has the greatest social taboo against its articulation“.

Im Rahmen des vierten Panels definierte ELHANAN YAKIRA (Jerusalem) Antizionismus und Antiisraelismus als Kern des zeitgenössischen Antisemitismus – letzterer habe immer schon Delegitimierung und damit eine „licence to kill“ bedeutet. Das Phänomen der Holocaustleugnung als Paradigma nutzend, konzentrierte er sich auf Holocaustleugnung der radikalen Linken in Frankreich und betonte, dass sich diese – im Unterschied zur extremen Rechten – primär durch ihren Intellektualismus auszeichne. Hier bestünde die Überzeugung, einer intellektuellen Avantgarde anzugehören, auch sei diese Form der Leugnung „softer and allegedly more sophisticated“, zugleich „always contingent on previous held ideological and political commitments“.

Anschließend machte WERNER BERGMANN (Berlin) auf gegenläufige Entwicklungen in Deutschland aufmerksam – so sei die Anzahl antisemitischer Vorfälle in den letzten zehn Jahren nennenswert gestiegen, während antisemitische Einstellungen konstant bis leicht gefallen seien. Weiterhin verwies er darauf, dass trotz der Debatte um die Frage, ob Antisemitismus neuerdings primär von muslimischen Jugendlichen getragen werde, die öffentliche Diskussion sich hiermit in erster Linie während Eskalationsphasen in Nahost beschäftige, ansonsten jedoch die Integrationsdebatte dominiere.

PIERRE BIRNBAUM (Paris) wies in seinem Vortrag darauf hin, dass die Etablierung eines starken Staates mit der Entstehung eines Antisemitismus korreliere, der sich gegen die Partizipation der Juden an eben diesem Staat richte. Dies sei nicht nur zuerst in Frankreich, sondern gerade auch in den durch ein schwaches Staatssystem charakterisierten USA zu konstatieren. So hätten die von Roosevelt im Rahmen des New Deal zum ersten Mal ins Kabinett berufenen Juden eine starke antisemitische Gegenbewegung ausgelöst, die primär auf der auf Frankreich rückbezogenen Vorstellung der den Staat beherrschenden und die christliche Kultur zerstörenden Juden basiert habe.

Der erste Konferenztag wurde mit einem öffentlichen Abendvortrag von ROBERT WISTRICH (Jerusalem) abgeschlossen, in dem er einige Kernargumente seines Opus Magnum „A Lethal Obsession“[2] ausführte. So verwies er auf das Spezifikum, dass Antisemitismus nicht nur keiner Juden bedürfe, sondern bei deren Nichtanwesenheit sogar besonders gut gedeihe, weiterhin verwies er auf Kontinuitäten über allen Wandel hinweg, etwa die Verleugnung des Rechts auf jüdische Selbstdefinition. Besonders hob Wistrich die Bedeutung des Verhältnisses von Juden und Kommunismus für die Entwicklung eines besonders virulenten Antisemitismus hervor, der den Hintergrund für den Holocaust geboten habe und er führte aus, dass Antisemitismus spätestens seit Ende der 1960er Jahre sich als Antizionismus und Antiisraelismus präsentiere. Hart ins Gericht ging er in diesem Zusammenhang mit der westlichen Welt: Israel werde nicht als demokratischer Ableger gesehen, sondern „defined as an outlaw“ und sei als „scape goat“ Ziel von „automatic condemnations“. Mit einem Aufruf, angesichts der sichtbaren „seeds of another disaster“ aufzuwachen und gemeinsamen zu handeln, beschloss Wistrich seinen Vortrag.

Den zweiten Konferenztag eröffnete DEBORAH LIPSTADT (Atlanta), die zunächst darlegte, dass die argumentative Anlage der Holocaustleugnung zwangsläufig antisemitische Stereotypen beinhalte, und sogar als „the ultimate form of Antisemitism“ bezeichnet werden könne. Deutschland, Österreich, Rumänien und Polen ausnehmend, stand Lipstadt der Kriminalisierung der Holocaustleugnung grundsätzlich ablehnend gegenüber. Zum ersten schaffe dies Märtyrer und rufe Sympathie hervor, zum zweiten gerate man mit der Einschränkung der Meinungsfreiheit auf eine schiefe Ebene, und zum dritten sei die Unterbindung solcher Inhalte im Zeitalter des Internet praktisch unmöglich.

Anschließend thematisierte ESTHER WEBMAN (Tel Aviv) den Missbrauch von NS- und Holocaustterminologie im palästinensischen öffentlichen Diskurs. Dieser diene dazu, eine nationale palästinensische Identität zu schaffen bzw. Israel zu dämonisieren und zu delegitimieren. Folge sei die Verzerrung der Wahrnehmung des Holocaust und dass von Palästinensern moralisch gleich bewertet werde, was den Juden unter der Herrschaft der Nazis angetan wurde und was Palästinensern selbst durch Israel widerfahre, womit der Holocaust in seiner Einzigartigkeit relativiert werde. Explizit offen ließ Webman, wie die Spezifizität des Holocaust mit seiner universalistischen Dimension verbunden werden könne und wie legitime Vergleiche und gezielter Missbrauch von einander unterschieden werden könnten.

JULIANE WETZEL (Berlin) plädierte anstatt des unter anderem von Lipstadt verwendeten, auf Pornographie rekurrierenden Begriffs „soft-core denial“ für Bezeichnungen wie „trivialisation“ bzw. „diminishment“. Damit könnten auch Fälle erfasst werden, in denen nicht Juden das Ziel seien, sondern vielmehr auf Aufmerksamkeit für völlig andere Absichten abgestellt werde – etwa mit dem Begriff „Babycaust“ durch radikale Abtreibungsgegner. Solche Bestrebungen seien im Internet nicht nur weit verbreitet, sondern auch in allen politischen und sozialen Bereichen zu finden – in gewisser Hinsicht mache sie ihre Anschlussfähigkeit sogar gefährlicher als „hard-core denial“.

Das letzte Panel eröffnete ROBERT JAN VAN PELT (Waterloo), der über die Auswirkungen auf die Forschung sprach. Als erste Fallstudie führte er das Beispiel des späteren Holocaustleugners David Irving an, der mit seiner Behauptung, Hitler habe bis Ende 1943 nichts vom Holocaust gewusst bzw. mit der darauf bezogenen Kritik von Martin Broszat den Beginn der Strukturalismus/Intentionalismus-Kontroverse markiere.[3] Dieser Fall, dass Irving „played a useful role, as an irritant, as the little bit of sand around which the pearl of scholarship formed“, sei jedoch die Ausnahme. So argumentierte van Pelt in seiner zweiten Fallstudie, dass die auf Robert Faurissons Gaskammerleugnung reagierenden Arbeiten zur (Bau-)Geschichte von Auschwitz trotz viel Wirbels kaum Wirkung gehabt hätten. Dass Historiker Holocaustleugner beachten sollten verneinte van Pelt – solange letztere lediglich negierten und kein alternatives Narrativ auf Basis der verfügbaren Quellen vorlegen könnten, sehe er keinen Anlass, sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

BASSAM TIBI (Göttingen) führte kritisch an, dass antisemitische Vorfälle, gingen sie von Muslimen aus, oft als Ausdruck sozialer und politischer Frustration legitimiert würden. Tibi stellte dagegen, dass Islamismus – den er als politische, totalitäre Ideologie von der Religion Islam abgrenzte – den ursprünglich aus Europa stammenden und nicht im Islam inhärenten Antisemitismus aufgenommen („Islamised“) habe und er warnte, dass wenn Islamisten „come to power and they have the means to do it, there will be a repetition of the Holocaust“. Nach Tibi gäbe es eine „religionisation of politics“, die Konflikte unlösbar mache sowie eine „perversion“ des Holocaust, indem Islamisten sich selbst zu Opfern stilisierten und argumentierten, es fände ein weltweiter Holocaust gegen Muslime statt.

In seinem die Konferenz resümierenden Kommentar konstatierte ANTHONY McELLIGOTT (Limerick), dass Antisemitismus und Holocaustleugnung von den Rändern in die Mitte des gesellschaftlichen Diskurses gewandert und damit auch die Frage aufgeworfen sei, inwiefern dies vorsätzlich geschehe oder nicht, sowie welche Instrumente der Wissenschaft zur Verfügung stünden, beides voneinander zu trennen. Weiterhin thematisierte er die sich in den Vorträgen offenbarten Unterschiede der nationalen, disziplinären und schulenspezifischen Kontexte und Traditionen. Besonders unterstrich McElligott die Verantwortung und öffentliche Rolle von Wissenschaftlern und betonte, dass einige Vorträge „inevitably and rightly“ Israel und den Zionismus verteidigt hätten, da deren Delegitimierung zugleich auch eine Delegitimierung demokratischer Gesellschaften, der wissenschaftlichen Profession und der Geschichte an sich bedeute. Da der Holocaust nicht nur Geschichte, sondern auch politisch sei, plädierte er abschließend für eine aktive Einmischung von Wissenschaftlern in die öffentliche Debatte, da nur auf diesem Wege Antisemitismus und Holocaustleugnung angemessen entgegengetreten werden könne.

Zieht man ein Fazit dieser wichtigen und hochkarätig besetzten Konferenz, so wird man auf die abschließenden Statements der Paneldiskutanten verweisen können, die in einer Nussschale nochmals die perspektivische Bandbreite und damit die der Tagung eingeschriebene Spannung vor Augen führte. Diese Spannung wurde am besten in Kushners von einem historisierenden und komparativen Blick geprägten Plädoyer für einen kritischeren, unaufgeregteren und differenzierteren Ansatz vis-à-vis dem emotionalen Engagement von Wistrich oder Herf greifbar, die, mitunter politisch appellierend, ihren Blick eher auf die aktuellen, unmittelbaren Implikationen des islamistischen Antisemitismus für Israel und die Juden richteten. Das Verdienst der Konferenz, gerade diesen Gegenwarts- und Zukunftsbezug in den Fokus zu nehmen und die Delegitimation Israels als primäres Ziel des zeitgenössischen Antisemitismus herauszuarbeiten, kann zugleich aber auch als ihre Schwäche gelten. So war, eine Spitze Kushners aufgreifend, die Konferenz in dieser Schwerpunktsetzung insgesamt doch sehr homogen zusammengesetzt, sodass sich Kontroversen um alternative Ansätze und Perspektiven nur vereinzelt entspinnen konnten. Weiterhin ist kritisch anzumerken, dass angesichts mitunter nur grob umrissener und inkonsistent verorteter Begriffe dem Hinweis McElligotts unumwunden zuzustimmen ist, dass – nicht nur im interdisziplinären Dialog – klar definierte Termini und eine präzise Sprache von Nöten sind. Die Abstracts sowie fast alle Vorträge und Diskussionsbeiträge der – vergleichsweise spärlich angekündigten und besuchten – Tagung sind als Audiodateien im Internet zugänglich.[4] Darüber hinaus ist die Veröffentlichung eines Sammelbandes geplant sowie die Absicht geäußert worden, die Konferenz als ständige Einrichtung weiterzuführen.

Konferenzübersicht:

Micheál Martin (Department of Foreign Affairs): Welcome Reception
Ruairi Quinn (Holocaust Education Trust Ireland): Opening Remarks
Jürgen Barkhoff (Trinity College Dublin): Words of Welcome
Mary White (Office of the Minister for Integration): Official Launch of Conference

SESSION 1: MODES AND MEDIUMS

Mark Weitzman (Simon Wiesenthal Center, New York): ‘Every Sane Thinker Must Be an Antisemite’ – Antisemitism and Holocaust Denial in the Theology of Radical Catholic Traditionalists

Robert Wistrich (Hebrew University, Jerusalem): Holocaust Denial and Inversion

SESSION 2: OLD AND NEW FORMS OF ANTISEMITISM

Christian Wiese (University of Frankfurt): An ‘Indelible Stigma’? Christianity and Antisemitism

Meir Litvak (Tel Aviv University): Antisemitism in Iran and Holocaust Denial

SESSION 3: EVALUATING ANTISEMITISM

Jeffrey Herf (University of Maryland): Nazi Propaganda for the Arab World during World War II and Its Aftereffects

Tony Kushner (University of Southampton): The Resurgence of Antisemitism – An Alternative Perspective

SESSION 4: MYTH AND HISTORY

Elhanan Yakira (Hebrew University, Jerusalem): Different Forms of Denial, Old and New Forms of Hatred of the Jews

Werner Bergmann (Technical University, Berlin): Antisemitism in Contemporary Germany

Pierre Birnbaum (University of Paris): Jews, Engagement in the Nation-State and Some Sources of Political Antisemitism

KEYNOTE ADDRESS AND PUBLIC LECTURE
Robert Wistrich (Hebrew University, Jerusalem): A Lethal Obsession: Antisemitism from Antiquity to Global Jihad

SESSION 5: LEGAL AND ETHICAL DIMENSIONS

Deborah Lipstadt (Emory University, Atlanta): Holocaust Denial and Freedom of Speech

Esther Webman (Tel Aviv University): Stealing the Holocaust from the Jews? – The Holocaust as a Metaphor in Public Discourse

Juliane Wetzel (Technical University, Berlin): Soft Denial in Different Political and Social Areas on the Web

SESSION 6: IMPACTS

Robert Jan van Pelt (University of Waterloo): Holocaust Scholarship in the Wake of Holocaust Denial

Bassam Tibi (University of Göttingen): Islamist Frustrated Expressions of Grievance, or Islamization of Antisemitism?

SESSION 7: PANEL DISCUSSION
Comment: Anthony McElligott (University of Limerick)

Contributors: Tony Kushner (University of Southampton), Elhanan Yakira (Hebrew University, Jerusalem), Deborah Lipstadt (Emory University, Atlanta), Jeffrey Herf (University of Maryland)

AFTER DINNER ADDRESS
Jeffrey Herf (University of Maryland)

Anmerkungen:
[1] Anstoß für die Konferenz bildete eine skandalträchtige Zeitungskolumne von Kevin Myers im Zusammenhang mit der Affäre um die im Januar 2009 bekannt gewordenen Äußerungen von Richard Williamson, einem exkommunizierten Bischof der traditionalistischen Piusbrüderschaft. Williamson hatte in einem kurz vor seiner Wiederaufnahme in den Schoß der katholischen Kirche ausgestrahlten Fernsehinterview unter anderem die Existenz von Gaskammern in nationalsozialistischen Lagern bestritten und behauptet, dass lediglich 200.000–300.000 Juden umgekommen seien. Vgl. Kevin Myers, I’m a Holocaust Denier, But I Also Believe the Nazis Planned the Extermination of the Jewish People, in: The Irish Independent, 4.3.2009.
[2] Robert Wistrich, A Lethal Obsession. Anti-Semitism from Antiquity to the Global Jihad, New York 2010.
[3] David Irving, Hitler’s War, London 1977; Martin Broszat, Hitler und die Genesis der „Endlösung“. Aus Anlaß der Thesen von David Irving, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 25 (1977), S. 739–775.
[4] Die Materialien sind abrufbar unter: <http://www.hetireland.org/index.php?page=podcasts> (21.1.2011).

Zitation
Tagungsbericht: Antisemitism and Holocaust Denial – New Perspectives, 18.11.2010 – 19.11.2010 Dublin, Irland, in: H-Soz-Kult, 29.01.2011, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3519>.