Schattenorte. Stadtimage und Vergangenheitslast

Ort
Potsdam
Veranstalter
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam; Landeshauptstadt Potsdam
Datum
12.02.2015 - 13.02.2015
Von
Norman Warnemünde

Alle Städte tragen in unterschiedlicher Intensität historisch gewachsene Bürden aus peinlichen, unrühmlichen oder grausamen Vorgängen der Vergangenheit. Ortsnamen wie Auschwitz oder Hiroshima verdichten sich gar zu Ikonen der Geschichte. Wie sieht der Umgang mit diesen Teilen einer Stadtgeschichte aus? Erfahren sie Ausblendung, Umdeutung, kritische Aufarbeitung oder werden sie bewusst beworben? Wer entscheidet wie und mit welcher Intention über den Umgang mit der Geschichte eines Ortes und seiner Außenwirkung? Dies waren nur einige der Leitfragen, die bei der zweitägigen, in Kooperation vom Zentrum für Zeithistorische Forschung und der Landeshauptstadt Potsdam am 12. und 13. Februar 2015 durchgeführt Tagung, diskutiert werden sollten.

Nach einführenden Worten durch Potsdams Oberbürgermeister JANN JAKOBS (Potsdam) und MARTIN SABROW (Potsdam) bildete der Vortrag von RALPH RICHTER (Erkner) über städtische Imagekonstruktionen den Auftakt zum ersten Panel. Die weite Verbreitung des Stadtmarketing resultiert laut Richter aus der Annahme, dass Städte untereinander im Wettbewerb stünden. Er verwies in Bezug auf die Entwicklung von Stadtimages auf einen immerwährenden Spagat zwischen möglichst positiven Assoziationen und der Gefahr einer damit verbundenen Geschichtsklitterung. Auf diese Weise sind auch Konflikte zwischen Stadtforschung und Stadtmarketing nicht ausgeschlossen. Richter veranschaulichte dies anhand seiner Untersuchung über den Umgang mit der industriellen Vergangenheit in Glasgow und in Dortmund.

Wie stark umstritten das Image einer Stadt sein kann, machte BIRGIT-KATHARINE SEEMANN (Potsdam) am Beispiel Potsdams deutlich. Sie verwies zunächst auf aktuelle Diskussionen innerhalb der Stadtöffentlichkeit, die sich vor allem aus der kontrastreichen Vergangenheit der Stadt ergibt. Seemann versinnbildlichte diesen Umstand mit den Schlagworten „Arkadien und Kaserne“, die den Gegensatz zwischen königlicher Residenzstadt und der Rolle Potsdams als jahrhundertelanger Militärstandort verdeutlicht. Die Referentin hob jedoch hervor, dass stets zwischen einer Innen- und Außensicht auf eine Stadt unterschieden werden müsse. Während Potsdam nach Außen oftmals einseitig nur als „Berlins schöne Schwester“ oder „Arkadien des Nordens“ gilt, werden u.a. in den ehemaligen Repressionsorten in den Gedenkstätten Lindenstraße und Leistikowstraße auch die Schattenseiten der Stadtgeschichte thematisiert.

HANNO HOCHMUTH (Potsdam) zeigte in seinem Vortrag die starke Anziehungskraft von expliziten Berliner „Schattenorten“ auf viele Touristen. Im sogenannten Dark Tourism nimmt die Bundeshauptstadt einen Spitzenplatz ein, wobei insbesondere die große Anzahl an zeitgeschichtlichen Museen und Gedenkstätten eine gewichtige Rolle spielt. Hochmuth benannte vor allem die, nicht selten nur scheinbare Authentizität als zentralen Faktor für die Attraktivität bestimmter Orte. Er stellte dabei heraus, dass der Reiz für Touristen verstärkt darin liege, medial geprägte Bilder und Vorstellungen am echten oder vermeintlichen historischen Ort zu authentifizieren. Als Beispiel führte er die Nachbildung des Kontrollhäuschen am Checkpoint Charlie an, welches bewusst der Bauweise der 1960er-Jahre entspricht, um Besuchern die Identifikation mit den bekannten Aufnahmen des Ortes von 1961 zu ermöglichen.

Unter dem Titel „Urbanes Imagineering – zum Verhältnis zwischen Stadtgeschichte und Stadtmarketing“ verwies ALEXA FÄRBER (Hamburg) zunächst darauf, dass die Zuschreibungen von „Schatten(orten)“ sich durchaus im Wandel befinden und etablierte „Schattenorte“ auf andere Bereiche und Themen übertragen werden können. Urbanes Imagineering unterschied die Referentin in die Bereiche Image und Imaginäres. Während Imaginäres auf den Erfahrungsraum einer Stadt verweist und langanhaltend Zugang zum Stadtraum schafft, seien Images oft nur kurzfristig wirkend und wandelbar. Ebenso unterscheiden sich auch die Aktuere dieser beiden Pole. Das Image eines Ortes wird maßgeblich durch Politik, Stadtmarketing und auch Zivilgesellschaft bestimmt. Als Akteure für das Imaginäre benannte Färber vor allem Geschichtswissenschaftler, Geschichtswerkstätten und Künstler. Beide Parteien können sich inhaltlich also enorm unterscheiden und in Konflikt geraten, wie es auch Ralph Richter zuvor schon benannt hatte.

Den Abschluss des Panels markierten die Ausführungen von THOMAS ETZEMÜLLER (Potsdam) zu „Imaginary landscapes“. Der Referent zeigte wie sehr Vorstellungen auf Landschaften projiziert werden können. Diese Imaginationen materialisieren sich oft in baulichen Dingen und können so auch soziale Ordnungen begründen. Deutlich wurde dabei auch die Vielseitigkeit von „imaginary landscapes“. Nationale Landschaften, Ideenlandschaften, Erinnerungsorte oder mythische Landschaften sind dabei nur einige der möglichen Konstrukte, von denen jedoch ebenso Mischformen existieren könnten. Dies verdeutlichte er anhand der Stadt Brasilia.

In der abschließenden Podiumsdiskussion arbeiteten sich die Referenten zunächst vor allem am Veranstaltungstitel „Schattenorte“ ab. Einigkeit herrschte darüber, dass diese nicht von sich aus entstehen, sondern erst durch gesellschaftlich ausgehandelte Übereinstimmungs- und Zuschreibungsprozesse zu solchen gemacht werden. Ferner stellte sich die Frage inwieweit Parallelen und Differenzen zum Begriff Erinnerungsort bestehen, wobei vor allem von Martin Sabrow und Alexa Färber auf den aktiven, identitätstiftenden Charakter dieser entgegen bloßer „Schattenorte“ verwiesen wurde.

Den Abschluss des ersten Tagungstages bildete eine öffentliche Abendveranstaltung mit einem Vortrag des ZZF-Direktors MARTIN SABROW (Potsdam). In Anknüpfung an die Podiumsdiskussion sah Sabrow den gewählten Schatten-Begriff vor allem in Abgrenzung zu „bösen“ oder „dunklen“ Orten als Orte, an denen es neben Schatten auch Licht geben könne. Im Fokus des Vortrags standen die Modi des Umgangs mit Schatten der Vergangenheit. Eine bis in die Frühneuzeit übliche Form der Auseinandersetzung mit Geschichtslasten war das Vergessen. Ein ganz anderer Umgang, der sich seit Ende der 1950er-Jahre und vermehrt durch die Studentenbewegungen der 1960er-Jahre entfaltete, bezeichnete Sabrow als „erkämpfte Blickerweiterung“. An die Stelle des Verschweigens in der deutschen Nachkriegsgesellschaft trat nun von vielen Seiten der laute Ruf nach Aufklärung, der auch Einfluss auf den schwerfälligen Umgang NS-belasteter Städte wie München oder Nürnberg mit ihrer Geschichte hatte. Die bis zum Mauerfall charakteristischen Kämpfe zwischen Vergessen und Aufklärung wirken für Sabrow im Vergleich zur gegenwärtigen Erinnerungskultur nahezu anachronistisch. Den Grund sieht er unter anderem auch im deutschen Übergang von einer Stolz- zur Schamkultur seit den 1970/80er-Jahren. „Schattenorte“ deutscher Geschichte werden nun explizit in den Fokus genommen und über gezielte Erinnerung Identität gestiftet. Die Anziehungskraft von „Schattenorten“ sieht Sabrow in der „Aura der historischen Authentizität“. Es zeichne sich so, insbesondere im Dark Tourism, eine Art „Lust an der Last“ ab. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde darüber diskutiert, ob der gegenwärtige Umgang mit der Vergangenheit nicht bereits der Anfang einer neuen „historischen Akzeptanzkultur“ sei.

Nach den theoretischen Überlegungen zur Thematik standen am zweiten Tagungstag konkrete Orte im Fokus der Betrachtungen, wobei in westliche und östliche Fallbeispiele unterschieden wurde, um systembedingte Differenzen zwischen den jeweiligen Auseinandersetzungsstrategien sichtbar zu machen.

In seinem Vortrag über das ehemalige Reichsparteitagsgelände in Nürnberg machte ALEXANDER SCHMIDT (Nürnberg) zunächst deutlich, wie stark der Drang von Seiten der Politik und Bevölkerung nach 1945 war, das NS-Image der Stadt zu verdrängen. So wurde die sogenannte Zeppelinbühne des Parteitagsgeländes ganz pragmatisch für Großveranstaltungen genutzt. Eine aktive Auseinandersetzung mit der eigenen NS-Vergangenheit begann erst in den 1960er-Jahren. Es dauerte jedoch noch gute zwei Jahrzehnte bis die erste Ausstellung über die Geschichte des Ortes eröffnet wurde. Seit Ende der 1980er-Jahre wurde zudem ein aktiver Imagewandel Nürnbergs als „Stadt des Friedens und der Menschenrechte“ betrieben. In der Geschichte der Stadt sieht Schmidt ein enormes Potenzial und plädiert, in Abkehr zum Vorschlag Norbert Freis das ehemalige NS-Gelände mit seinen Bauten verfallen zu lassen, für einen Erhalt dieser zum Zwecke kritischer Auseinandersetzung mit Macht und Propaganda.

GÜNTER RIEDERER (Wolfsburg) konstatierte eine ähnliche Entwicklung im als nationalsozialistische Musterstadt vorgesehenen Wolfsburg. Auch hier herrschte in Bezug auf die NS-Stadtvergangenheit bis in die 1960er-Jahre „ein unausgesprochener Konsens des Schweigens“. Symptomatisch für dieses Verdrängen sei der Versuch des Stadtmarketings gewesen, Wolfsburg ausschließlich als modern und jugendlich zu bewerben. Kritische Auseinandersetzung und Gedenken entwickelten sich Ende der 1960er-Jahre zunächst auf Initiative von kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Kreisen. Eine erste Gedenkfeier fand am 8. Mai 1968 statt. Eine offizielle Gedenkkultur von kommunaler Seite existiert in Wolfsburg jedoch erst seit einigen Jahren.

Eine ganz eigene Rolle im Umgang mit NS-Relikten nimmt der Obersalzberg ein, wie ALBERT FEIBER (München) aufzeigte. Seit Kriegsende strahlt der ehemalige Standort von Hitlers Berghof bis heute eine enorme Anziehungskraft auf Touristen aus. Die 1952 erfolgte Sprengung der dortigen Gebäude und Tabuisierung habe das Interesse sogar noch erhöht. Feiber verwies auf eine Umfrage, nach der die Geschichte des Obersalzberges vor allem von ausländischen Touristen als einer der Hauptgründe für einen Aufenthalt in der Berchtesgadener Region angegeben wurde. Einen gewichtigen Grund hierfür sah der Referent in der enormen medialen Verbreitung der Foto- und Videoaufnahmen Heinrich Hoffmanns und Eva Brauns, die bis in die Gegenwart nachwirken. Von den Kommunen stillschweigend gebilligt, steht eine starke Kommerzialisierung der Obersalzberg-Historie trotz der Existenz eines Dokumentationszentrums weiterhin im Vordergrund.

Die anschließende Podiumssitzung stellte mit Blick auf die Vorträge noch einmal den starken Einfluss bürgerschaftlichen Engagements heraus, die eine kritische Auseinandersetzung an „Schattenorten“ und die langwierige Herausbildung einer kommunalen Erinnerungskultur enorm förderten. Gleichzeitig wurde jedoch auch vor der Gefahr einer bloßen Ritualisierung der Erinnerung gewarnt.

Im zweiten Tagungsteil standen ehemalige DDR-Städte im Fokus der Betrachtungen. ANNE FUCHS (Warwick) referierte über den Umgang Dresdens mit dessen Bombardierung im Februar 1945. Sie verdeutlichte die enorme Bedeutung dieses Ereignisses, welches bis in die Gegenwart wirke. Die Bildbände „Dresden, eine Kamera klagt an“ (Richard Peter, 1950) und „Das alte Dresden“ (Fritz Löffler, 1955) zog sie in ihren Ausführungen als charakteristische Beispiele für den Nachkriegsumgang der sächsischen Hauptstadt heran und verwies auf die starke Verankerung dieser Bände im Gedächtnis der Dresdener Bevölkerung.

Im Anschluss referierte ANDREAS LUDWIG (Potsdam) über das in den 1950er-Jahren als sozialistische Planstadt entworfene Eisenhüttenstadt. Mit dem industriellen Verfall der Stadt und scheiternden Projekten fiel Eisenhüttenstadt nach 1990 in eine „innerstädtische Identitätskrise“. Während von der Stadt entwickelte Leitlinien eine zunehmende Nutzbarmachung der historischen Bauten für touristische Zwecke in den nächsten Jahrzehnten vorsieht, war und ist vor allem die Binnenwahrnehmung Eisenhüttenstadts als ein „Schattenort“ vorherrschend.

SILKE KLEWIN (Bautzen) berichtete über den Versuch eines Imagewandels der Stadt Bautzen. Bis in die Gegenwart gilt Bautzen als ikonographischer Inbegriff für DDR-Unrecht. Nach dem Mauerfall empfanden sowohl Politik als auch die Einwohner der Stadt diese Zuschreibung als enorme Last, sodass Versuche einer Umnutzung und Umdeutung der ehemaligen Haftanstalten das vorherrschende Ziel darstellte. Erst auf Anstoß ehemaliger Häftlinge konnte sich Anfang der 1990er-Jahre dort ein Gedenken entwickeln, was in die Gründung der jetzigen Gedenkstätte mündete. Trotz der zunehmenden Anerkennung der Gedenkstätte von Seiten der Stadtpolitik, richtet das Stadtmarketing seinen Fokus jedoch nahezu ausschließlich auf die Bewerbung der Bautzener Altstadt und entspricht, laut Klewin, damit auch der Binnensicht ihrer Einwohner.

Weimar, als Ort der Klassik und des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald, war das Thema von JUSTUS ULBRICHT (Dresden). Er machte für den Umgang der Stadt mit ihrer Vergangenheit eine Art bewusste Kontraststellung von Humanität und Barbarei aus, die stark an den Umgang zu DDR-Zeiten erinnere. Ulbricht betonte, dass auch scheinbare Glanzseiten der Stadt „Schatten“ enthielten, die jedoch in der öffentlichen Erinnerung völlig außen vor bleiben. Zudem konstatierte der Referent die völlige Abwesenheit einer Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit in der Erinnerungskultur der Stadt. Ulbricht verwies in diesem Zusammenhang auf ein Missverhältnis zwischen wissenschaftlicher Forschung und städtischem Geschichtsumgang.

In der anschließenden Podiumsdiskussion plädierte Ulbricht für die Aufhebung einer Glanz-Schatten-Dichotomie und verwies darauf, dass das Hauptaugenmerk in der Geschichtskultur eher auf historischen Brüchen liegen solle. Darüber hinaus charakterisierte er eine Verortung des Bösen, wie es in Weimar mit dem ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald geschehe, als uraltes religiöses Motiv, welches historische Zusammenhänge und Bezüge jedoch konterkariere. Weiterhin wurde deutlich, dass Dresden eine Art Sonderfall unter den betrachteten Städten einnimmt. Die starke symbolische Aufladung des Erinnerungsortes und die scheuklappenartige Fokussierung auf Verlust und Nostalgie fördere ausschließlich ein Selbstverständnis als „Elbflorenz“, während für moderne Auseinandersetzungen kein Raum bleibt.

In der von Frank Bösch geleiteten Abschlussveranstaltung der Tagung stand die mediale Auseinandersetzung mit „Schattenorten“ im Fokus. Das Hauptaugenmerk galt dem Regisseur Robert Thalheim, der mit seinem 2007 veröffentlichten Film „Am Ende kommen die Touristen“ einen ganz eigenen, von Gegenwart und Alltag ausgehenden, Blick auf die ikonographisch überladene Stadt Auschwitz einnimmt. Dabei wurde deutlich, wie wichtig das Verhältnis von Medien und vermeintlicher Authentizität scheint. Dies entspräche zwar den Erwartungen der Zuschauer, oft handele es sich jedoch um eine Inszenierung des Authentischen. Mit Blick auf die Stadt Potsdam unterstrich Birgit-Katharine Seemann die Rolle der Medien, die eine eigene Politik betreiben und starken Einfluss auf die historische Aufarbeitung und Erinnerung einnehmen könnten. Frank Bösch sprach in diesem Zusammenhang abschließend von „Medien als Erinnerungsspeicher für Orte“.
Zusammenfassend zeigte die Tagung deutlich, welchen enormen Stellenwert die Historie einer Stadt für deren Selbstverständnis und Außendarstellung besitzt. An die Stelle von Verdrängungen und Umdeutungen in der Nachkriegszeit ist mehrheitlich eine kritische Erinnerungskultur, touristisch bisweilen sogar eine „Lust an der Last“ getreten. Ein einheitlicher Konsens über den Umgang mit „Schattenorten“ und das Image eines Ortes ist jedoch auch heute oft nur schwer erzielbar und bedarf innerstädtischer Aushandlungsprozesse. Die Veranstaltung könnte so einen guten ersten Anstoß für vergleichende, interdisziplinäre Studien bieten.

Konferenzübersicht:

Stadtimages und Tourismus
Moderation: Achim Saupe (Potsdam)

Ralph Richter (Erkner): Pluspunkte sammeln? Städtische Imagekonstruktionen vor und nach dem cultural turn in der Stadtforschung

Birgit-Katharine Seemann (Potsdam): Potsdam – die schöne Unsichtbare. Erzählungen eines Sehnsuchtsortes

Hanno Hochmuth (Potsdam): Dark Tourism in Berlin. Authentizität und Histotainment im gegenwärtigen Geschichtstourismus

Alexa Färber (Hamburg): Urbanes Imagineering – zum Verhältnis zwischen Stadtgeschichte und Stadtmarketing

Thomas Etzemüller (Potsdam): Imaginary Landscapes – (Stadt-)Landschaften als Projektionsräume sozialer Ordnungsvorstellungen

Öffentliche Abendveranstaltung: Schattenort. Historische Lasten und städtische Images

Begrüßung: Jann Jakobs
Vortrag: Martin Sabrow
Diskussion: Alexa Färber, Jann Jakobs, Martin Sabrow
Moderation: Irmgard Zündorf

Fallbeispiele I
Moderation: Irmgard Zündorf, Potsdam

Sven Felix Kellerhoff (Berlin): Berlin – gebrochene Geschichte als Standortvorteil (ausgefallen)

Alexander Schmidt (Nürnberg): Von der verdrängten Last zum Tourismussegment? Der Umgang Nürnbergs mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit seit 1945

Günter Riederer (Wolfsburg): Verschweigen, Streiten, Erinnern – Über den Umgang mit Geschichte in der Stadt Wolfsburg nach 1945

Albert Feiber (München): Zwischen Vermarktung und Verdrängung. Der Obersalzberg im Schatten Adolf Hitlers

Fallbeispiele II
Moderation: Peter Ulrich Weiß (Potsdam)

Anne Fuchs (Warwick):
Zwischen Kontinuität und Diskontinuität: die Bombardierung Dresdens im kulturellen Gedächtnis

Andreas Ludwig (Potsdam): Wo die Zukunft Gegenwart war. Phasen der Selbstbeschreibung Eisenhüttenstadts

Silke Klewin (Bautzen): Weg vom »Gelben Elend« hin zu »Viele Türme – gute Aussichten«. Zu den Versuchen des Imagewandels der Stadt Bautzen

Justus H. Ulbricht (Dresden): Weimarer Erinnerungsversuche: Der Schatten des Ettersbergs und der Glanz der Klassik

Öffentliche Podiumsdiskussion: Schattenorte in der medialen Repräsentation

Podium: Robert Thalheim im Gespräch mit Birgit-Katharine Seemann, Potsdam und Judith Keilbach, Utrecht (Der Regisseur Robert Thalheim verarbeitete in dem Film »Am Ende kommen Touristen« (2007) seine eigenen Erfahrungen als Zivildienstleistender der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Auschwitz).
Moderation: Frank Bösch, Potsdam

Zitation
Tagungsbericht: Schattenorte. Stadtimage und Vergangenheitslast, 12.02.2015 – 13.02.2015 Potsdam, in: H-Soz-Kult, 29.04.2015, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5944>.