Der Zweite Weltkrieg aus transnationaler Perspektive. Neue Forschungsansätze im Dialog

Ort
Berlin
Veranstalter
Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften; Institut für Nationales Gedenken in Polen; Universität Potsdam; Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń
Datum
07.09.2015 - 12.09.2015
Von
Maria Czaputowicz, Warszawa

Die erste Berliner Internationale Sommerakademie war neuen Perspektiven in der transnationalen Forschung zum Zweiten Weltkriegs gewidmet. Die große Themenvielfalt führte zu Ideenaustauch und einem Synergieeffekt in aktuellen Forschungen. Im Mittelpunkt der Akademie standen Fragen bzw. Problemkomplexe in Bezug auf Täter, Kollaboration, Alltag, Medien, kollektives Gedächtnis und Aufarbeitungsprozesse, denen entsprechende Panels zugeteilt worden waren. Jedes Panel wurde von einem Expertenvortrag eröffnet. Danach hatten die Teilnehmer/innen die Möglichkeit, ihre Magisterarbeiten und Dissertationen vorzustellen und Forschungsprobleme zu diskutieren. Ein wichtiger Teil der Sommerakademie waren auch Workshops und Exkursionen zu verschiedenen Forschungsinstitutionen.

Die Berliner Internationale Sommerakademie „Der Zweite Weltkrieg aus transnationaler Perspektive. Neue Forschungsansätze im Dialog“ wurde vom Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften und dem Institut für Nationales Gedenken in Polen in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam und der Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń durchgeführt und fand in Berlin-Pankow statt.

Die Akademie begann mit der Besichtigung des Schlosses Schönhausen und der historischen Pankower Umgebung. Am ersten Konferenztag begrüßten die Leiter der beiden Institutionen, ROBERT TRABA (Berlin) und PAWEL UKIELSKI (Warszawa) die Teilnehmer/innen der Tagung. Zu Beginn des Panels „Kollektives Gedächtnis“ hob Traba in seinem Einführungsvortrag die vielfältigen Perspektiven des Begriffs hervor. Es müssten zudem verschiedene Träger der Erinnerung differenziert werden, die als Forschungsinspirationen für Wissenschaftler betrachten werden sollten. Zur Untersuchung von Erinnerungskulturen würden sich dabei besonders die Oral History, Literatur und das sogenannte Lesen der Kulturlandschaft eignen. Damit verbunden war die Frage nach der Art und Weise der Transnationalisierung des Konzepts von Erinnerungsorten, wobei Traba die Notwendigkeit betonte, den Begriff lieux de mémoire im Kontext der wechselseitigen Beziehungen zu analysieren.

MARIA CZAPUTOWICZ (Warszawa) berichtete über die in ihrer Masterarbeit dargestellten Forschungen zum Heldenkult. Auf der Grundlage der Geschichte der Gedenkorte des Grabes des unbekannten Soldaten in Warschau und Budapest erforschte sie den Heldenkult in Polen und Ungarn. Im Zentrum ihrer Untersuchungen stand die Frage nach der identitätsstiftenden Rolle der untersuchten Denkmäler.

Das Thema des kollektiven Gedächtnisses wurde weiter von ANNA-MARI KARAFIZI (Woronezh) besprochen, die ein Forschungsprojekt des Regionalzentrums für Oral History in Woronezh darstellte. Im Fokus ihrer Betrachtungen stand der methodologische Aspekt der Erinnerungsforschung. Als wichtigste Quellen der Forschungen über die Erinnerung an die Besatzung nannte sie Oral-History-Interviews, Museen, Denkmäler und authentische Spuren.

SARA DI ALESSANDRO (Milano) nahm in ihrer Dissertation Künstler des deutschen Widerstands und ihren Stellenwert im europäischen Gedächtnis in den Blick. Die Referentin unterschied die offizielle und private Ebene der Erinnerung in den Werken und der ethischen Haltung der Künstler. Diese Divergenz war in der Zeit des „Dritten Reiches“ besonders sichtbar.

Das zweite Panel befasste sich mit den Medien und wurde von einem Vortrag zu „Gewalt im Bild“ von GERHARD PAUL (Flensburg) eröffnet. Am Beispiel von Fotografien der Lemberger Pogrome 1941 wurde gezeigt, wie wichtig eine gute und präzise Kontextualisierung der Bilder ist. Paul stellte dabei heraus, dass Wissenschaftler/innen nicht nur den Moment der Abbildung, sondern auch den vollständigen Weg der Bilder bis zu deren Erschließung im Archiv berücksichtigen sollten.

Im Zentrum der Forschungsinteressen von JOÃO ARTHUR CICILIATO FRANZOLIN (Flensburg) standen militärische Zeitschriften. In seinem Beitrag wandte er sich der Entstehungsgeschichte, dem Layout und den Mitarbeitern der propagandistischen Zeitschrift „Die Wehrmacht“ zu. Den Kern seiner Analyse machte eine inhaltliche Analyse der Art und Weise aus, wie die Kriegsrealität in der NS-Propaganda dargestellt wurde.

Die Buchwissenschaftlerin CAROLIN ANTES (Mainz) verlagerte den Schwerpunkt des Themas auf Bücher. Auf der Grundlage von zwei Fallstudien zu Deutschland und England untersuchte Antes die Buchversorgung an der Heimatfront in zwei politisch unterschiedlichen Systemen. Die Unterschiede bestanden vornehmlich in der Buchproduktion, der Kolportage, den veröffentlichten Titeln und den gesellschaftlichen Erwartungen an dieses Medium. In Deutschland überwog beispielsweise die imaginäre, in England hingegen die populärwissenschaftliche Literatur.

Nach diesen Vorträgen führte MAGDALENA MARSZAŁEK (Potsdam) in ihrem Workshop zum Film in den Bereich eines weiteren Mediums ein. Erst warf die Referentin einen kritischen Blick auf die Form des polnischen kollektiven Gedächtnisses, besonders im Hinblick auf den Zweiten Weltkrieg. Im Höhepunkt stand eine Diskussion über den Spiel- und Dokumentarfilm „Warschauer Aufstand", der laut Marszałek als Beispiel für ein digitales Reenactment gelten könne.

Das dritte Panel „Täter“ wurde mit einem Vortrag von MICHAEL WILDT (Berlin) eröffnet, in dem er sich mit dem historiografischen Bild der Täter auseinandersetzte. Die Veränderungen in diesem Bild gingen meist auf große öffentliche Diskussionen zurück. Ein Beispiel dafür war die Diskussion, die den Eichmann-Prozess oder die Veröffentlichung Buches von Raul Hilberg begleitete. Der Referent analysierte das vor kurzem erschienene Buch des Organisationssoziologen Stefan Kühl, in dem der Autor eine neue Sichtweise auf die Täter bietet. In der Diskussion wurden verschiedene Quellen und Forschungsmethoden sowie die Verwendung des Buches von Kühl in diesem thematischen Bereich besprochen.

ALICJA BARTNICKA (Toruń) befasste sich mit der Biographie von Heinrich Himmler. Im Fokus ihres Vortrags stand die Beziehung zwischen Himmlers Weltvision und ihrer praktischen Umsetzung. In Bezug auf die Ostpolitik von Himmler stellte sie die Frage nach dem Ausmaß seiner Abhängigkeit von Hitler. In der Diskussion wurde ein interessanter Aspekt im Hinblick auf Himmlers Weltanschauung thematisiert, nämlich seine bekannte Tierfreundlichkeit und Umweltliebe.

NINA JANZ (Hamburg) nahm den Umgang mit Leichen der toten Soldaten während des Zweiten Weltkriegs in den Blick. Sie umriss die Geschichte der Beerdigungsrituale und beschreib solche, die für die Wehrmacht typisch waren. Von besonders großer Bedeutung waren dabei die Anerkennung und Beerdigung der Verstorbenen und der charakteristische Friedhofsplan.

Im Vortrag der Juristin DOMINIKA UCZKIEWICZ (Wrocław) ging es um die Bestrafung der Täter und das Verhältnis der polnischen Exilregierung zu dieser Frage. Erst wurde die Geschichte des Begriffs „Kriegsverbrecher“ präsentiert, danach die Strukturen und Aufgaben der polnischen Exilregierung. In ihrer Forschungsarbeit konzentrierte sich die Autorin auf die Beziehungen zwischen dem polnischen Exil und der polnischen Gesellschaft unter deutscher Besatzung, insbesondere in Bezug auf die Dokumentation und Ahndung der deutschen Verbrechen.

Am dritten Tag standen Kollaboration und funktionelle Zusammenarbeit im Fokus. RYSZARD KACZMAREK (Katowice) begann seinen Expertenvortrag mit theoretischen Überlegungen zur Geschichte des Begriffs Kollaboration. Dieser müsse auf der staatlichen Ebene von Kollaborationismus unterschieden werden. Der Referent wies auf die Inkongruenz des westeuropäischen Begriffs der Kollaboration zu den osteuropäischen Realien hin. Die Zusammenarbeit mit den Besatzern wurde nicht durch die polnische Verwaltung organisiert, sondern sie war ein Resultat der Wechselwirkungen zwischen einigen Gruppen, etwa der deutschen Minderheit, einzelnen Personen oder spontanen Gewalttaten wie der in Jedwabne.

JULIA EROL (Heidelberg) erweiterte den besprochenen Untersuchungsraum um das Fallbeispiel Norwegen. In ihrem Referat erläuterte sie die Frage der Autarkie der norwegischen Politik sowie der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Deutschland während des Zweiten Weltkriegs. Nach Meinung Erols sei am Beispiel von Norwegen die Gebrauch des Begriffs der Kollaboration auch nicht unproblematisch. So war zwar eine Wirtschaftskollaboration in großem Umfang zu beobachten, die Kollaboration von einzelnen Personen aber ein selteneres Phänomen.

Mit dem Begriff der Kollaboration befasste sich auch FRIEDRICH CAIN (Konstanz), diesmal aber am Beispiel polnischer Wissenschaftler während des Krieges. Auf der Basis von, unter anderen nicht veröffentlichten Memoiren beschrieb Cain, mit welchen nicht nur formalen, sondern auch ethischen Problemen die Forscher leben mussten. Er konzentrierte sich auch auf die Motivation zu ihrer weiteren Arbeit. Häufig lag sie einfach im Wunsch, dem Kriegsalltag durch die wissenschaftliche Forschung zu entkommen.

Nach den Präsentationen der Teilnehmer führte GRZEGORZ BĘBNIK (Katowice) einen Workshop über die Deutschen Volkslisten in Oberschlesien durch. Die Einwohnererfassung ermöglichte der Besatzungsmacht die Verfolgung einzelner Bevölkerungsgruppen. Interessant war die Tatsache, dass sich die Volkslisten je nach Region stark unterschieden.

Der Workshop von MIROSŁAW SIKORA (Katowice), während dessen Meldungen der Sicherheitsdienstes aus der Region Oberschlesien an das RSHA analysiert wurden, veranschaulichte die Arbeitsweise des Sicherheitsdienstes der SS. Dabei war charakteristisch, dass die Meldungen sehr oft über Schlachten, U-Boots- und Bombenkrieg berichteten, selten aber beispielsweise über Judenvernichtung.

Der fünfte Tag der Sommerakademie begann mit einer Exkursion zum „Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide“, das an einem authentischen Ort eingerichtet wurde. Die Führung durch die Dauerausstellung durch die Leiterin der Zentrums Dr. Christine Glauning half den Konferenzteilnehmern/innen, ihre Kenntnisse über die Funktionsweise der deutschen Zwangsarbeiter-Lager zu vertiefen und veranschaulichte vornehmlich die Entstehungsgeschichte der Gedenkstätte.

TATJANA TÖNSMEYER (Wuppertal) sprach in ihrem Einführungsvortrag zum Thema Alltag, zu dem sie unter anderem im Rahmen des Projekts „World War II: Everyday Life Under German Occupation“ forscht. Im Fokus standen Überlegungen zu neuen Forschungsansätzen zum Thema Besatzungsalltag. Die Referentin wies darauf hin, dass insbesondere sozialen Verhältnisse unter der Besatzung als Kräftefeld gesehen werden solle. Für die Beschreibung der Gesellschaft in diesem Zusammenhang schlug sie den Begriff der Besatzungsgesellschaft vor.

Dem Alltagsleben in Polen im September 1939 war das Referat von SEBASTIAN BOJARSKI (Marburg) gewidmet. In Anlehnung an Dokumente und Tagebücher rekonstruierte er eine chronologische Analyse der Ereignisse in Wieluń, der ersten bombardierten polnischen Stadt, und Warschau. Im Mittelpunkt standen die sozialen Komponenten des Alltags.

Am Beispiel Warschaus befasste sich auch SVIATOSLAV STETSKOVYCH (Hamburg) in seiner Masterarbeit unter dem Titel „Jüdische soziale Fürsorge in Warschau während der deutschen Besatzung, 1939–1943“. In seinem Referat konzentrierte er sich auf die Vielfältigkeit der sozialen Fürsorge, die die offiziellen Institutionen, aber auch Freiwillige und die für Polen charakteristischen Hauskomitees organisierten.

Den Abschluss des Panels markierte der Workshop von KATARZYNA WONIAK (Berlin) zum Kriegsalltag der Berliner Zwangsarbeiter. Erst befassten sich die Teilnehmern/innen mit der Frage der Nutzung von Gerichtsakten für die Untersuchung des Alltags. Diese Herangehensweise verbinde sich mit methodologischen Schwierigkeiten, da zum Beispiel in keinem Fall der Kontext der Entstehung von Ermittlungs- und Vernehmungsdokumenten bekannt sei. Nach einer inhaltlichen Analyse von ausgewählten Quellen kristallisierte sich eine Menge von Aspekten des sozialen Lebens heraus, die man in vielerlei Hinsicht mit Erfolg untersuchen könnte.

Zum Panel „Aufarbeitungsprozess“ führte ANNA WOLFF-POWĘSKA (Poznań) ein. Am Beispiel von polnischen und deutschen Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg zeigte sie, wie sehr sich diese im Laufe der Zeit veränderten. Die Transformationen der deutschen Gesellschaft infolge der Wiedervereinigung, aber auch der Migrationsbewegungen, wurden nach Meinung von Wolff-Powęska zu einem der wichtigsten Faktoren der deutschen Erinnerungskultur. Eine bedeutsame Rolle spielten in diesem Kontext auch neuen Medien, die europäische Integration und Probleme gegenwärtiger Militärkonflikte und Terrorismus.

Mit einem interessanten Beispiel zum Aufarbeitungsprozess befasste sich VICTORIA SOLOSCHENKO (Kiew). In ihrem Referat „Zusammenarbeit der Ukraine und Deutschlands in der Frage der Rückgabe von Kunstgütern“ betonte Soloschenko die Aktualität des Raubkunstproblems während des Zweiten Weltkriegs im Zusammenhang mit der gegenwärtigen internationalen Politik, wie beispielsweise der russischen Annexion der Krim.

Das serbische kollektive Gedächtnis über den Zweiten Weltkrieg wurde zum Thema des Vortrags von JELENA DUREINOVIC (Gießen). In ihrer Dissertation stellte Dureinovic die Frage nach der Funktionsweise der Erinnerung an die Chetniks im Laufe der letzten Jahrzehnte dar. Diese analysierte die Referentin anhand von verschiedenen Quellen – von Gesetzen über Schulbücher bis hin zu Denkmälern.

RIKAKO SHINDO (Berlin) erforschte auf transnationaler Ebene das Thema des Aufarbeitungsprozesses, indem sie litauische und chinesische Erinnerungen an den Krieg verglich. Im Schwerpunkt ihres Vortrags stand die Untersuchung der Diskurse über die Judenrettung in Kaunas und über das Massaker von Nanking, wobei die jeweiligen internationalen und lokalen Ebenen berücksichtigt wurden.

Zu den während der Sommerschulen behandelten Forschungsansätzen gehörte auch die Provenienzforschung, die im Workshop von MALGORZATA QUINKENSTEIN (Berlin) und IGOR KĄKOLEWSKI (Berlin) behandelt wurde. Nach der Einführung in die Forschungsmethode wurde die Geschichte konkreter Werke, am Beispiel etwa des Gemäldes „Die Schlacht bei Tannenberg“ von Jan Matejko, besprochen.

Die Abschlussdiskussion wurde von den Organisatoren KATARZYNA WONIAK (Berlin) und MARCIN PRZEGIĘTKA (Warszawa) geleitet, während derer Teilnehmern/innen die Möglichkeit hatten, ihre Meinungen und Schlussfolgerungen zu äußern. Das Ziel der internationalen Sommerakademie – die Entstehung einer Diskussionsplattform für Wissenschaftler/innen über neue Forschungsansätze im Themenkomplex des Zweiten Weltkrieges – wurde erreicht. Die Expertenvorträge, die Beiträge der Nachwuchswissenschaftler/innen, Diskussionen, Workshops und Exkursionen haben einen breiten Ideenaustausch ermöglicht.

Konferenzübersicht:

Robert Traba (Berlin) / Paweł Ukielski (Warszawa): Begrüßung

Kollektives Gedächtnis

Expertenvortrag: Robert Traba (Berlin)
Maria Czaputowicz (Warszawa): Kult der für die Heimat gefallenen Soldaten. Eine vergleichende Analyse ausgewählter Gräber des unbekannten Soldaten
Anna-Mari Karafizi (Woronezh): Besatzung (1942-1943). Zwangsarbeit und Erinnerung im Gebiet Woronezh
Sara Di Alessandro (Milano): Die „unterbrochene“ Überlieferung: von rebellischen zu verwaisten Kindern. Studium des Anderen Deutschlands während und nach dem Dritten Reich

Film und Diskussion „Gerhard und Bronia. Eine verbotene Liebe“

Medien im Zweiten Weltkrieg

Expertenvortrag: Gerhard Paul (Flensburg)
João Arthur Ciciliato Franzolin (Flensburg): Der Krieg zum Verkaufen: Die Geschichte der Zeitschrift „Die Wehrmacht“ (1936-1944)
Carolin Antes (Mainz): Das Buch an der Heimatfront. Ein Vergleich der Buchversorgung in Großbritannien und Deutschland während des Zweiten Weltkriegs
Magdalena Marszałek (Potsdam): Warschauer Aufstand – Film und Reenactment

Täter

Expertenvortrag: Michael Wildt (Berlin)
Alicja Bartnicka (Toruń): Eine Weltanschauung in Aktion. Heinrich Himmlers Weltvision und ihre praktische Umsetzung während des Zweiten Weltkriegs
Nina Janz (Hamburg): Gestorben, gefallen und begraben – der gewaltsame Tod im Zweiten Weltkrieg und der Umgang mit toten Soldaten aus transnationaler Perspektive (1939-1945)
Dominika Uczkiewicz (Wrocław): Polnische Exilregierung und die Frage der Bestrafung von Kriegsverbrechern

Kollaboration und funktionelle Zusammenarbeit

Expertenvortrag: Ryszard Kaczmarek (Katowice)
Friedrich Cain (Konstanz): Wissen im Untergrund. Polnische Universitäten und Wissenschaftler im Zweiten Weltkrieg
Julia Erol (Heidelberg): Norwegische Autarkiepolitik vor und während des Zweiten Weltkrieges
Grzegorz Bębnik (Katowice): Zwischen Anpassung und Kollaboration. Die Frage der Deutschen Volksliste in Oberschlesien
Mirosław Sikora (Katowice): Der Sicherheitsdienst der SS als „Meinungsforschungsinstitut“. Eine Quellenanalyse auf dem Beispiel vom SD-Leitabschnitt Kattowitz/Oberschlesien

Alltag

Expertenvortrag: Tatjana Tönsmeyer (Wuppertal)
Sebastian Bojarski (Marburg): „Alltag“ im überfallenen Polen. Erfahrungen polnischer Soldaten und Zivilisten im September 1939
Sviatoslav Stetskovych (Hamburg): Jüdische soziale Fürsorge in Warschau während der deutschen Besatzung, 1939-1943
Katarzyna Woniak (Berlin): Kriegsalltag im Spiegel der Berliner Strafgerichtsakten 1939-1945

Aufarbeitungsprozess

Expertenvortrag: Anna Wolff-Powęska (Poznań)
Victoria Soloschenko (Kiew): Zusammenarbeit der Ukraine und Deutschland in der Frage der Rückgabe von Kunstgütern
Jelena Dureinovic (Gießen): "Finishing the Revolution". Veränderungen in der offiziellen Erinnerungskultur an den Zweiten Weltkrieg in Serbien
Rikako Shindo (Berlin): Divergierende Kriegserinnerungen. Aus den Diskursen um die Judenrettung in Kaunas und das Massaker von Nanking
Małgorzata Quinkenstein (Berlin) / Igor Kąkolewski (Berlin): Raubkunst-Kunstraub. Die Suche, Bergung und Restitution von Kulturgütern durch die westlichen Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg.

Zusammenfassung und Abschlussdiskussion
Katarzyna Woniak (Berlin) / Marcin Przegiętka (Warszawa)

Zitation
Tagungsbericht: Der Zweite Weltkrieg aus transnationaler Perspektive. Neue Forschungsansätze im Dialog, 07.09.2015 – 12.09.2015 Berlin, in: H-Soz-Kult, 23.01.2016, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6345>.
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Veröffentlicht am
23.01.2016
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