Wissenschaftlicher Internationalismus und deutschsprachige Wissenschaftskultur im „Zeitalter der Extreme“

Ort
Göttingen
Veranstalter
Kommission "Die Göttinger Akademie und die NS-Zeit" / Forschungsprojekt "Zwischen elitärer Selbstbeschreibung und politischer Positionierung. Die Göttinger Akademie der Wissenschaften vom Ersten Weltkrieg bis in die 1960er Jahre", Göttinger Akademie der Wissenschaften
Datum
15.11.2018 - 16.11.2018
Von
Roman Birke, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte, Friedrich-Schiller-Universität Jena

In seiner Einführung zum Workshop stellte DIRK SCHUMANN (Göttingen) als Vorsitzender der Kommission deren Arbeit vor und betonte, dass sie auf einen Beitrag zur neueren Wissenschaftsgeschichte ziele, in der die Mitglieder der Akademie als wissenschaftliche Elite begriffen werden, anhand derer Kontinuität und Wandel zwischen der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg und den 1960er-Jahren untersucht werden kann. Ziele des Workshops waren die Untersuchung der Akademiemitglieder und der institutionellen und persönlichen Beziehungen zwischen wissenschaftlichen und politischen Akteuren.

Im Anschluss daran spannte DÉSIRÉE SCHAUZ (Göttingen), die Bearbeiterin des Forschungsprojekts zur Aufarbeitung der Göttinger Akademie, den inhaltlichen Rahmen für den Workshop. Bei der Untersuchung der Göttinger Akademie habe sich das Thema des wissenschaftlichen Internationalismus aufgedrängt. Schauz zeigte, wie sich während des Untersuchungszeitraums internationale Kooperation und Konkurrenz sowie Phasen eines dominierenden Nationalismus bzw. Internationalismus abwechselten. Auch bot sie klar konturierte Überlegungen zum Untersuchungsgegenstand des wissenschaftlichen Internationalismus an. So wies sie darauf hin, dass das Thema zwar wiederholt in der Wissenschaftsgeschichte diskutiert werde, aber klarer herausgearbeitet werden müsse, was das Besondere an Internationalität in der Wissenschaft sei. Immerhin ließen sich auch in anderen Bereichen Zuwächse an internationaler Vernetzung und internationalen Organisationen beobachten. Die Frage des Workshops war, wie politische Rahmenbedingungen im Zeitalter der Extreme den Internationalismus der Wissenschaft beeinflussten, ob und welche Besonderheiten er gegenüber allgemeinhistorischen Entwicklungen aufwies.

In ihrer Keynote diskutierte KÄRIN NICKELSEN (München), ob der Internationalismus als normbildendes Prinzip der Wissenschaften verstanden werden könne. Anhand der deutschen Beteiligung an der Antarktisforschung um 1900 zeigte sie, wie Kooperation und Konkurrenz nicht gegeneinander, sondern miteinander wirksam wurden. Das nationale Streben habe zwar als „Grundlage des Erfolges“ für die Expedition gegolten, so zitierte Nickelsen Erich von Drygalski, den Leiter der deutschen Expedition von 1901 bis 1903. Er habe jedoch internationale Zusammenarbeit befürwortet, um die Größe des Gebietes erforschbar zu machen. Dass es dabei auch ein internationalistisch geprägtes wissenschaftliches Ethos gab, zeigte Nickelsen anhand der Entscheidung der mit ihrem Schiff festgefrorenen deutschen Polarexpedition, die weiterhin Daten vor Ort sammelte, deren gemeinsame Nutzung zuvor mit anderen nationalen Expeditionen vereinbart worden war. Sie betonte dabei an mehreren Stellen, dass der Internationalismus der Wissenschaft in der Realität zwar nie allumfassend eingelöst werden konnte, dennoch mehr als nur blanke Rhetorik war.

Nach diesen einführenden Präsentationen wurden im weiteren Verlauf des Workshops zehn Vorträge gehalten, die in vier Sektionen gruppiert waren. Die erste Sektion mit dem Titel „International agierende Organisationen“ nahm zwei sehr unterschiedliche Typen institutioneller Akteure in den Blick. HELKE RAUSCH (Freiburg) zeigte am Beispiel der Beziehungen US-amerikanischer Stiftungen wie der Rockefeller Foundation, der Ford Foundation oder dem Carnegie Endowment for International Peace zu deutschen Wissenschaftlern, dass sich unterschiedliche wissenschaftliche Internationalismen überlagern konnten. Ihre Ausführungen machten deutlich, dass die internationalen Vorstellungen der Stiftungen in sich selbst nicht einheitlich waren und auf deutsche Akteure trafen, die wiederum ihre eigenen Interessen am Internationalismus hatten. Sie unterschied drei Phasen (1920er-, 1930er- und 1940er- sowie 1940er- bis 1960er-Jahre) und machte deutlich, wie stark die Interessen sowohl der US-amerikanischen Stiftungen als auch der deutschen Förderbezieher von jeweiligen politischen Änderungen dominiert waren.

LARS LEHMANN (Berlin) untersuchte mit der 1964 in Göttingen gegründeten Europäischen Rektorenkonferenz (ERK) einen hochschulpolitischen Akteur. Er argumentierte, dass die ERK von den Führungen europäischer Hochschulen paradoxerweise mit der Intention gegründet worden war, eine Europäisierung des Hochschulwesens zu verhindern. Der Zusammenschluss habe ihnen die notwendige Verhandlungsmacht gegeben, um die Gründung einer europäischen, supranationalen Hochschule zu verhindern und damit die Konkurrenz einer herausgehobenen europäischen Eliteinstitution auszuschalten. Deutsche Akteure hätten dabei versucht, ihre eigenen Abwehrkämpfe gegen eine europäische Hochschulpolitik ebenfalls zu europäisieren, um etwaigen Vorwürfen eines neuerlichen deutschen Nationalismus vorzubeugen.

Die zweite Sektion war „Internationale(n) Kontakten in den Geisteswissenschaften“ gewidmet. Die Referate fokussierten auf reisende Wissenschaftler im nationalsozialistischen Deutschland und auf die Beziehungen zwischen deutschen und französischen Historikern im 20. Jahrhundert. ANDREA ALBRECHT (Heidelberg) und RALF KLAUSNITZER (Berlin) präsentierten ein Projekt zur Erforschung der Reisetätigkeiten von deutschen Wissenschaftlern während des Nationalsozialismus. Gestützt auf Bestände des Auswärtigen Amtes, das die Reisetätigkeiten deutscher Wissenschaftler während der NS-Zeit dokumentierte, argumentierten sie, dass die ausländischen Reaktionen auf die Deformation des deutschen Wissenschaftssystems nach 1933 sehr genau wahrgenommen und die reisende deutsche Wissenschaftler selbst genau beobachtet worden seien sowie die Genehmigungspraxis für die Reisen zunehmend sich verschärft habe. Das Verhältnis zwischen Wissenschaften und Politik fassten sie trotz dieser Verschärfungen mit dem Begriff der wechselseitigen Ressourcenmobilisierung.

PETER SCHÖTTLER (Berlin) präsentierte einen Überblick über deutsch-französische Beziehungen in der Geschichtswissenschaft zwischen 1900 und 1970. Die Geschichtsforschung habe sowohl in Frankreich als auch in Deutschland nationalstaatlichen Legitimationsfunktionen gedient, was mit wissenschaftlichem Internationalismus kaum vereinbar gewesen sei. Anhand eines chronologischen Überblicks argumentierte Schöttler, dass bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs gegenseitige Abneigung zwischen deutschen und französischen Historikern im Vordergrund gestanden habe. Nach 1945 sei es zu vorsichtigen Annäherungen gekommen, die mit der 1977 erfolgten Gründung der Mission Historique Française en Allemagne am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen in einem optimistischeren Aufeinanderzugehen und der Institutionalisierung von Gemeinsamkeit gemündet sei.

In der dritten Sektion untersuchten drei Beiträge „Internationale Beziehungen in der Mathematik und in den Naturwissenschaften“. Zwei Referate beschäftigten sich mit der Mathematik in Deutschland, einmal mit einem Fokus auf die Zwischenkriegszeit und den Nationalsozialismus, einmal auf die zweite Nachkriegszeit. Der dritte Beitrag diskutierte die Immunologie in Deutschland nach 1945. REINHARD SIEGMUND-SCHULTZE (Kristiansand) untersuchte am Beispiel des 1899 in Österreich geborenen und in Göttingen bis 1933 lehrenden Mathematikers Otto Neugebauer die Bedeutung der Internationalität in der Mathematik unter dem Eindruck eines zunehmenden Nationalismus. Anhand von Briefen Neugebauers, der 1933 nach Dänemark emigriert war, verdeutlichte er, dass er sich in nationalistischer Aufladung fremd gefühlt und gegen die Entlassung von Juden protestiert habe. Darüber hinaus skizzierte Siegmund-Schultze anhand des von Neugebauer mitgegründeten Zentralblatt für Mathematik, wie internationale Redaktionen wissenschaftlicher Zeitschriften während des Nationalsozialismus unter Druck geraten seien.

ANTINA SCHOLZ (Wuppertal) zeigte, dass diese Spannungen einer Reintegration bundesdeutscher Mathematiker, die zuvor mit dem Nationalsozialismus sympathisiert hatten, nach dem Zweiten Weltkrieg nicht im Wege standen. Die mit deutscher Beteiligung nach 1945 erfolgte Wiedergründung der Internationalen Mathematischen Union habe dabei verdeutlicht, dass sich die deutschen Mathematiker der delikaten Situation durchaus bewusst waren. „Wir müssen uns darüber klar sein, dass man uns sehr genau beobachten wird“, zitierte Scholz einen 1950 verfassten Brief des Vorsitzenden der Deutschen Mathematikervereinigung Erich Kamke. Auch wenn einzelne Probleme für deutsche Mathematiker auftraten – etwa Einreiseverweigerungen in die USA für ehemalige NSADP Mitglieder – betonte Scholze, dass der Gesamteindruck auf eine reibungslose Reintegration hindeute.

ANNETTE HINZ-WESSELS (Berlin) Vortrag über das ehemalige NSDAP-Mitglied Otto Westphal und seine immunologischen Forschungen nach 1945 zeigte eine ebenfalls reibungslose Reintegration. Wie Hinz-Wessels hervorhob, war Westphals NSDAP-Mitgliedschaft nicht nur kein Hindernis für seinen Aufstieg nach 1945 als Direktor des durch die industrielle Wander AG finanzierten Forschungsinstituts in Säckingen, sondern auch in der internationalen Kontaktpflege mit ehemals Vertriebenen und dem Aufbau von Beziehungen zum israelischen Weizmann-Institut. Als Erklärungsmöglichkeit bot Hinz-Wessels an, dass Westphals eigene exzellente Forschungen gemeinsam mit der Tatsache, durch ein Schweizer Industrieunternehmen gefördert worden zu sein, seine Reintegration und den Aufbau internationaler wissenschaftlicher Kontakte erleichtert hätten.

Im vierten und damit letzten Panel bot der Workshop zwei Beiträge über „Wissenschaftsforschung und Akademiegeschichte“. MARTIN GIERL (Göttingen) argumentierte, dass sich die Göttinger Akademie nach ihrer Gründung 1893 zunehmend von einer Publikations- zu einer Projektakademie entwickelt habe. Wissenschaftliche Großprojekte hätten den Internationalismus gefördert und die Göttinger Akademie zu einem Netzknoten wissenschaftlicher Kooperationsprojekte gemacht. Mit dem Ersten Weltkrieg sei dieses Entwicklungspotential abgebrochen und die Akademie auf Publikations- und Editionsprojekte zurückgeworfen worden. Die Politisierung der Akademie zeigte Gierl anhand des nationalistischen Wirkens Edward Schröders und seiner Auseinandersetzungen mit David Hilbert. Deren Differenzen seien repräsentativ für politische Spaltungen der Akademie bis nach 1918 gewesen, die sich nachfolgend auch in unterschiedlichen Parteienengagements ausgedrückt habe.

JOHANNES FEICHTINGER (Wien) legte einen Schwerpunkt auf die Rolle der Wiener Akademie im Kalten Krieg. Er unterschied zwei Etappen der Internationalisierung der Akademie. Seit ihrer Gründung 1847 habe sie ihre internationalen Beziehungen auf Deutschland ausgerichtet, was sich auch nach 1945 fortsetzte. Nach 1965, als die ÖAW von einer Gelehrtenakademie zu einer Forschungsakademie umgeformt wurde, kam es jedoch auch zu einer deutlichen Änderung der Ausrichtung, die sich jetzt vor allem auf Osteuropa konzentriert habe. Feichtinger erklärte diese Änderung durch die Modernisierungsbestrebungen der sozialpartnerschaftlich organisierten österreichischen Wirtschaft. Wenngleich die Wiener Akademie keine Akademie sowjetischen Typs wurde, so wurde die sowjetische Akademieausrichtung übernommen. Nun richtete auch die Wiener Akademie Forschungsinstitute ein, um den Herausforderungen einer neuen anwendungsbezogenen naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung zu begegnen.

Die einzelnen Panels wurden durch einen Abendvortrag von RUDOLF STICHWEH (Bonn) am Ende des ersten Tages ergänzt. Der passend ausgewählte Vortrag mit dem Titel „Science is by definition international“. Zur Genese eines Weltsystems der Wissenschaft stellte den historischen Vorträgen einen soziologischen Zugang gegenüber, der globale Tendenzen der Wissenschaftsentwicklung unterschied. Stichweh argumentierte, dass für die Zeit zwischen 1770 und 1830 von einer Entstehung moderner wissenschaftlicher Strukturen gesprochen werden könne. Seit 1830 habe sich die internationale Vernetzung bis in die Gegenwart deutlich intensiviert. Stichweh sprach dabei von der Entstehung eines Weltsystems Wissenschaft, das durch vier Strukturen getragen werde: Der Individualisierung von Wissenschaftlern, der Gruppenbildung innerhalb der Wissenschaften und der Aufnahme ausländischer Wissenschaftler vor Ort, den wissenschaftlichen Netzwerken, die präexistent sind aber regelmäßig durch neue Mitglieder umgestaltet werden und den epistemischen Communities, die Probleme definieren und Problemlösungen, Theorien und Methoden stabilisieren.

Am Ende der Tagung fassten CAROLA SACHSE (Wien) und WOLFGANG SCHIEDER (Köln) die Tagung in Kommentaren zusammen. Carola Sachse trat für ein Auseinanderhalten unterschiedlicher Begriffe ein, die sich während des Workshops etabliert haben. Die Begriffe der Nationalität, Internationalität, Transnationalität und Supranationalität lägen auf einer politischen Ebene. Der Begriff der Universalität sei jedoch als Anspruch der jeweiligen Akteure ins Spiel gebracht worden und müsse als Quellenbegriff und als rhetorisches Moment verstanden werden, mit dem der eigenen wissenschaftlichen Aussage eine besondere Bedeutung gegeben werden solle. Tatsächlich sei die Gewinnung von Erkenntnissen trotz möglicher Vernetzungen lokal und regional entstanden. Sachse wies auch darauf hin, dass es wissenschaftliches Wissen gebe, das gar nicht erst als universal gültig anerkannt werden kann, etwa weil es – wie politisch nicht genehme Ansätze der genetischen Forschung in NS-Deutschland – marginalisiert wurde oder als Geheimforschung wie etwa in der Atomphysik und anderen militärisch relevanten Forschungsfeldern klassifiziert wurde und wird. Sachse formulierte offene Fragen an den Periodisierungsvorschlag von Stichweh, wobei deutlich wurde, dass hier unterschiedliche disziplinäre Herangehensweisen – eine konkrete, historische und eine auf allgemeine Trends zielende soziologische – kollidierten und sich dem Untersuchungsgegenstand auf unterschiedlichen Ebenen näherten. Vor allem für die lange Phase von 1830 bis in die Gegenwart stellte Sachse infrage, ob man hier jenseits der Einteilung von Kriegs- und Friedenszeiten konsistente Periodisierungen finden könne. Abschließend fragte Sachse anhand der verschiedenen im Workshop genannten Beispiele deutscher Wissenschaftler während des Nationalsozialismus, wie man die unterschiedlichen Umgangsweisen der Reintegration in die scientific community nach 1945 erklären könne.

Wolfgang Schieder fragte, ob die unterstellte Einheitlichkeit der Wissenschaften tatsächlich angenommen werden kann oder ob es nicht doch zwei oder drei Kulturen der Wissenschaften gebe. Darüber hinaus argumentierte er, dass immer wieder ein Spannungsverhältnis zwischen einer als international angenommenen Wissenschaft und nationalen Wissenschaftlern auftaucht. Am Beispiel David Hilberts und dessen Aussage, dass Mathematik keine Rassen kenne, argumentierte er, dass Mathematiker dennoch in Rassen eingeteilt wurden, weshalb die Konflikte zwischen genuin internationalem Anspruch aus den Wissenschaften und nationaler Verortung der einzelnen Wissenschaftler stärker in den Blick genommen werden müsste. Schieder hinterfragte eine prinzipielle Bestrebung nationaler Wissenschaftler, sich in die internationale Wissenschaft, verstanden als Singular, einzuordnen. Diese Bestrebungen richteten sich an bestimmte Orte in dominierenden Ländern. So seien bis 1914 viele Historiker, Juristen und Mediziner nach Deutschland geschickt worden, während sich Adolf Butenandt 1935 etwa fasziniert von der amerikanischen Biochemie gezeigt habe. Man habe also vor allem von den fortgeschrittensten Orten und nicht von einer singulär verstandenen internationalen Wissenschaft gelernt. Abschließend wies Schieder darauf hin, dass die von ihm als „zwangsweise Internationalisierung“ bezeichnete Rekrutierung von tausenden Wissenschaftlern durch die Alliierten nach 1945 noch wenig auf deren Auswirkungen hin untersucht worden sei.

Konferenzübersicht:

Einführung

Dirk Schumann (Universität Göttingen) / Désirée Schauz (Akademie der Wissenschaften zu Göttingen): Begrüßung und Einführung

Kärin Nickelsen (LMU München): Kompetitive Zusammenarbeit, kooperativer Wettbewerb: Verschränkte Handlungsmodi im wissenschaftlichen Internationalismus

International agierende Organisationen
Chair: Frank Rexroth (Universität Göttingen)

Helke Rausch (Universität Freiburg): Der amerikanische Faktor: US-amerikanische Stiftungen und sozialwissenschaftlicher Internationalismus im extremen Zeitalter

Lars Lehmann (HU Berlin): Die Gründung der Europäischen Rektorenkonferenz als Verteidigungszentrale nationaler Hochschulwesen

Internationale Kontakte in den Geisteswissenschaften
Chair: Eva Schumann (Universität Göttingen)

Andrea Albrecht (Universität Heidelberg) / Ralf Klausnitzer (Humboldt-Universität zu Berlin): „Leistungen der deutschen Wissenschaft im Auslande“ – Zur Reisetätigkeit deutscher Wissenschaftler 1933 bis 1945

Peter Schöttler (Freie Universität Berlin): Deutsch-französische Beziehungen in der Geschichtswissenschaft, 1918-1970er Jahre

Abendvortrag

Rudolf Stichweh (Universität Bonn): „Science is by definition international“: Zur Genese eines Weltsystems der Wissenschaft

Internationale Beziehungen in der Mathematik und in den Naturwissenschaften
Chair: Norbert Schappacher (Université de Strasbourg)

Antina Scholz (Bergische Universität Wuppertal): Der Internationalisierungsprozess der Mathematik in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg

Reinhard Siegmund-Schultze (University of Agder / Kristiansand): Otto Neugebauers Internationalismus als Schriftleiter des Zentralblatts für Mathematik und als Historiker der babylonischen Astronomie

Annette Hinz-Wessels (Charité Berlin): Zur Etablierung der Immunologie in der BRD als eigenständiges Fachgebiet im Zuge der Reintegration der deutschen Wissenschaft in die internationale Scientific Community nach dem Zweiten Weltkrieg

Akademien und Internationalismus
Chair: Rainer Godel (Wissenschaftsforschung und Akademiegeschichte, Leopoldina, Halle)

Wolfgang Eckart (Universität Heidelberg): Positionen der Heidelberger Akademie der Wissenschaften zur Frage von Krieg und internationalen Beziehungen, 1914-1918 (ENTFALLEN)

Martin Gierl (Lichtenberg-Kolleg der Universität Göttingen): Die Göttinger Akademie im Ersten Weltkrieg

Johannes Feichtinger (Österreichische Akademie der Wissenschaften in Wien): Die Wiener Akademie im Kalten Krieg

Kommentare und Abschlussdiskussion
Carola Sachse (Universität Wien) / Wolfgang Schieder (Universität zu Köln)

Zitation
Tagungsbericht: Wissenschaftlicher Internationalismus und deutschsprachige Wissenschaftskultur im „Zeitalter der Extreme“, 15.11.2018 – 16.11.2018 Göttingen, in: H-Soz-Kult, 07.02.2019, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8089>.
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Veröffentlicht am
07.02.2019
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