Ripensare i fascismi: Neue Analysen zu Faschismus und Nationalsozialismus. 7. Internationale Jahrestagung der SISCALT 2018

Ort
Bozen
Veranstalter
Italienische Gesellschaft für die Neuere und Neueste Geschichte des deutschen Sprachraums (SISCALT); Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte – Freie Universität Bozen
Datum
22.11.2018 - 24.11.2018
Von
Daniele Toro, Bielefeld Graduate School in History and Sociology (BGHS), Universität Bielefeld

Der „Faschismus“-Begriff hat – erneut – öffentliche Hochkonjunktur. Die besorgniserregend steigende Dynamik autoritärer, nationalistischer und rechtsradikaler Kräfte sorgt weltweit für eine allgegenwärtige Präsenz des Wortes sowohl in politisch-publizistischen Debatten als auch im zunehmend digitalen Alltagsdiskurs. Trotz mancher inflationärer Verwendungen des Begriffs demonstriert dieses öffentliche Interesse den unabdingbaren Bedarf nach einer geschichtswissenschaftlich begründeten Auseinandersetzung mit gegenwärtigen Fragen. In bedeutenden Fällen zeigen sich HistorikerInnen bereit, eine ausschlaggebende Rolle zu übernehmen, etwa als Fachexperten zum Verhältnis zwischen Faschismus und Populismus[1], oder als public intellectuals zum Umgang mit dem materiellen Erbe von faschistischen Regimen.[2] Die 7. Jahrestagung der Italienischen Gesellschaft für die Neuere und Neueste Geschichte des deutschen Sprachraums – SISCALT (Società Italiana per la Storia Contemporanea dell’Area di Lingua Tedesca) an der Freien Universität Bozen, thematisierte unter dem Titel „Ripensare i fascismi – Neue Analysen zu Faschismus und Nationalsozialismus“ diese Fragen in vier Vortragssektionen entlang eines bewusst vergleichenden Ansatzes.

Nach der Begrüßung und Einführung des Mitorganisators vom Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte Andrea Di Michele widmete sich WOLFGANG SCHIEDER (Köln) in seinem Eröffnungsvortrag der Rekonstruktion der internationalen Forschung zum italienischen Faschismus nach 1945. Jeder der drei Deutungen des Regimes Mussolinis – als „Italienischer Sonderweg“, als politische Bewegung unter anderen mit einem „faschistischen Minimum“ oder als Vorreiter einer europäischen Bewegung – erkannte Schieder eine fragestellungsabhängige, legitime Berechtigung zu und stellte die These auf, dass zwischen diesen kein grundsätzlicher Konsens in methodischer Hinsicht erreichbar sei.

Mit Bezug auf diesen Forschungsüberblick befassten sich die Beiträge der ersten Sektion mit den aktuellen Ansätzen in der italienischen und deutschen Geschichtswissenschaft zum Faschismus und Nationalsozialismus, und zwar unter besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses zwischen Gesellschaft und Diktatur. PAUL CORNER (Siena) zeigte, wie nach den „top-down“ Studien zu Literatur, Kunst und Architektur des Regimes, die nach dem cultural turn die italienische Faschismusforschung während der 1990er-Jahre prägten, sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts eine „bottom-up“ Wende etablierte. Demnach stünden nicht mehr die Selbstrepräsentation des Regimes und der dadurch erzielte Konsens im Fokus, sondern seine sozial repressive und gewalttätige Seite. Indem also die Perspektive auf die italienische Gesellschaft unter dem Regime gerichtet worden sei, seien auch die Ähnlichkeiten des „Ventennio“ zu anderen totalitären Regimen der Zwischenkriegszeit stärker herausgestellt worden. ARND BAUERKÄMPER (Berlin) fasste die Entwicklungen der deutschen NS-Forschung in Bezug auf den internationalen Kontext zusammen. Nach einer ersten Phase der Betrachtung des Nationalsozialismus als zwar negative, aber exzeptionelle Phase in der deutschen Geschichte habe sich die Forschung weitgehend mit dem NS-Herrschaftssystem auseinandergesetzt. Diese strukturalistische Forschungsrichtung sei seit den 1980er-Jahren von der alltagsgeschichtlichen Aufmerksamkeit für das Handeln von Tätern und von der Forschung zur Volksgemeinschaft weitgehend in Frage gestellt worden. Die neueren NS-Studien hätten sich einerseits um eine „integrale Darstellung“ zwischen Mobilisierung und Durchsetzung bemüht, andererseits sei eine zunehmende Aufmerksamkeit für grenzübergreifende Verflechtungsprozesse entstanden. Am Beispiel des Einflusses Renzo de Felices auf die italienische Faschismusforschung befasste sich auch SIMONA COLARIZI (Rom) weitgehend mit den (Gegen-)Begriffen von Konsens und Unterdrückung. Von der Konsensthese De Felices ausgehend habe sich eine immer noch präsente Auseinandersetzung entwickelt. Entlang dieser Debatte erörterte Colarizi auch weitere zentrale Themen der neueren italienischen Faschismusforschung, wie etwa die Studien zu den Rassengesetzen 1938 und den Juden im faschistischen Italien, zu den Beziehungen zwischen katholischer Kirche und Regime, sowie zur Repubblica di Salò. Gemeinsamer Nenner all dieser Forschungsstränge sei die wissenschaftliche Kritik am öffentlich weit verbreiteten Verständnis des italienischen Faschismus als wohlwollende und summa summarum nicht wesensmäßig gewalttätige Diktatur.

Der zweite Tag widmete sich der Aufarbeitung der zuletzt besonders in Italien brisanten Frage nach den steinernen Spuren faschistischer Regime. Die Sektion wurde von einem architekturgeschichtlichen Beitrag von PAOLO NICOLOSO (Triest) zur Permanenz faschistischer Bauten im republikanischen Italien nach 1945 eröffnet. Angesichts ihrer Nachkriegsgeschichte behandelte er diese in zwei Unterkategorien. Die erste Gruppe beinhaltet die umgeänderten Architekturen, die einer materiellen „Entfaschisierung“ untergingen, und deren breite Umfunktionierung Nicoloso an gut 140 öffentlichen Gebäuden feststellte. Zur zweiten Kategorie gehören hingegen jene Projekte, die im Faschismus geplant und gestartet, aber erst nach dem Krieg vollendet wurden. In diesem Zusammenhang seien insbesondere die Via della Conciliazione und das EUR-Viertel in Rom zwei zentrale Studienfälle für die infrastrukturelle Kontinuität vor und nach 1945. Ein positives Beispiel zum Umgang mit solchen materiellen Spuren legte ANDREA DI MICHELE (Bozen) anhand der erinnerungskulturellen Umfunktionierung des „Monumento alla Vittoria“ in Bozen dar. Das faschistische Siegesdenkmal, dessen Präsenz eine langjährige und tiefe Spaltung zwischen deutsch- und italienischsprachiger Bevölkerung verursacht habe, sei 2014 durch die Installation einer internen Ausstellung und eines externen Bildschirms umfunktioniert worden. Diese tiefgreifende „Historisierung“ habe es daher zu einem Gedächtnisort umgewandelt und einer demokratischen Verständigungsfunktion gewidmet. Einen zweiten erfolgreichen Fall in dieser Hinsicht präsentierte THOMAS SCHLEMMER (München) in seinem Vortrag zur Geschichte der Dokumentation Obersalzberg, die vom Institut für Zeitgeschichte München – Berlin bearbeitet wurde. Als fokaler Ort des „Mythos Bayern“ zog die als antimodern und idyllisch wahrgenommene bayrische Bergwelt Hitler bereits seit 1923 andauernd zum Obersalzberg. Die Machtübernahme habe nicht nur wegen der ersten von mehreren infrastrukturellen Eingriffen zu einer starken Zäsur geführt, sondern auch wegen der steigenden symbolischen und politischen Bedeutung der Präsenz Hitlers. Diese habe eine besondere Herausforderung für den heutigen Obersalzberg als bildungspolitischen und Gedächtnisort dargestellt. In Gestalt des seit 1999 dort ansässigen Dokumentationszentrums, das bis 2020 erweitert werden soll, lasse sich dennoch ein Beispiel für die gelungene erinnerungskulturelle Umfunktionierung eines zentralen und komplexen Entscheidungsorts der NS-Zeit zeigen. Die Problematik der materiellen Kontinuität und der funktionalen beziehungsweise idealen Umdeutung dieser Strukturen war ebenso Gegenstand der Präsentation von LUTZ KLINKHAMMER (Rom) zu den architektonischen NS-Spuren im heutigen Deutschland. Diese ging von der These aus, dass die Berliner Republik eine neue Qualität im Umgang mit der NS-Vergangenheit angenommen habe, die sich insbesondere anhand des neuen Verhältnisses zur belasteten Architektur, wie insbesondere beim Detlef-Rohwedder-Haus zeige. Dieses wurde 1935 als Prestigebau für das Reichsluftfahrtministerium errichtet, diente in der DDR als Gebäude für wirtschaftliche Ministerien und ist seit 1999 Sitz des bundesdeutschen Finanzministeriums. Der ursprüngliche Zustand des Hauses sei bis ins 21. Jahrhundert im Wesentlichen bewahrt geblieben, so dass die NS-Moderne, für die der Bau dieses Hauses eine richtungsweisende Rolle gespielt habe, trotz jeder Umfunktionierung erhalten worden sei. Dass die architektonische Ästhetik des Regimes in diesem Umfang nach 1945 und beim Sitz eines Bundesministeriums so präsent sei, deute die Kontinuitätsfrage angesichts dieses neuen Umgangs mit den steinernen NS-Spuren um.

Die im Laufe des Vormittags diskutierten Themen wurden in einer Podiumsdiskussion wieder aufgenommen und anhand der umfassenden Frage nach den gesetzlich-normativen Eingriffen in das Gedächtnis an Faschismus und Nationalsozialismus ausführlich debattiert. Eröffnet wurde die Diskussion mit einer Darlegung von FILIPPO FOCARDI (Padua) über die fehlende Abrechnung Italiens mit seiner faschistischen Vergangenheit. Insbesondere stellte er in Anlehnung an Emilio Gentile heraus, dass in der italienischen Öffentlichkeit seit den 1980er-Jahren eine „rückwirkende Defaschisierung des Faschismus“ stattgefunden habe. Diese basiere auf einer Vulgärversion der Auffassungen De Felices und habe mit erheblichem Medienumfang Verbreitung gefunden. Sie habe zur Entstehung eines tiefen Bruchs zwischen Faschismusforschung einerseits und dem öffentlichem Faschismusbild andererseits beigetragen. Vor allem anhand der fehlenden Auseinandersetzung mit der faschistischen Gewalt im besetzten Ausland identifiziert Focardi ein „italienisches Primat“. GIULIA ALBANESE (Padua) umriss die starke und vielfältige Gegenwärtigkeit des Faschismus in der italienischen Öffentlichkeit. Diese lasse sich, erläuterte Albanese, erstens auf einen starken Bezug zum Regime in der neueren Publizistik zurückführen und zweitens auf die langwierigen Folgen der teilweise noch offenen Debatte über die Gründung eines Museums zum Faschismus in Predappio, der Geburts- und spätere Begräbnisstätte Mussolinis sowie Epizentrum neofaschistischer Mythologie. Genau diese lokale Ebene stellte TULLIA CATALAN (Triest) in ihrem Erfahrungsbericht zu lokalem Engagement von HistorikerInnen gegen den rechtsradikalen Revisionismus in Triest in den Mittelpunkt. An diesem sensiblen Grenzort zwischen Italien und dem Balkan hätten sich in der Tat mehrere Konflikte zwischen rassistischen und häufig offen neofaschistischen Kräften einerseits und einer demokratischen Zivilgesellschaft andererseits ergeben. Die Triester HistorikerInnen seien hingegen sowohl mit Projekten der Musealisierung und der Geschichtsvermittlung als auch durch öffentliche Stellungnamen gegen solche Versuche aufgetreten, nicht selten mit medialer Resonanz. Abschließend bot CHRISTOPH CORNELIßEN (Frankfurt/Trient) eine zusammenfassende Überlegung zu den Erinnerungsprozessen um Faschismus und Nationalsozialismus. Ein erstes Problem bestehe in der Erwartung, die historische Zunft sei politisch homogen. Von diesem Einheitsdenken, so Cornelißen, müsse man sich verabschieden. Die zunehmende Diskrepanz zwischen Forschung und Öffentlichkeit lasse sich als zweite Problematik erkennen und darauf zurückführen, dass sich popularisierende Deutungen von den wissenschaftlichen bewusst absetzen würden. Drittens könnten die juristisch-normativen Interventionen an sich nicht ausreichen, um antidemokratische Kräfte zu entschärfen, wenn darauf keine Umsetzung in der Praxis folge. Die Frage nach dem Umgang mit dem Holocaust, so schlug er abschließend vor, sei als ausgesuchte Nagelprobe zur Untersuchung solcher Entwicklungen anzuwenden.

Unter dem Titel „Faschismen Heute“ setzte sich am letzten Tagungstag die dritte Sektion hauptsächlich aus einer politikwissenschaftlichen Perspektive mit dem Aufstieg rechtspopulistischer und neofaschistischer Bewegungen auseinander. Ausschlaggebend beschäftigte sich ROGER GRIFFIN (Oxford) mit der heutigen zunehmenden Anwendung des „Faschismus“-Begriffes. Beide Annahmen, dass dieser Einsatz Ausdruck entweder eines nach wie vor „nebulösen“ Kampfbegriffes oder einer Entwicklung der faschistischen Ideologie in der liberaldemokratischen Ordnung sei, hielt Griffin für möglich. So sei einerseits die omnipräsente Rekurrenz des Kampfbegriffs ein Resultat der analytischen Unfähigkeit der Medien. Der Hypothese einer idealen Evolution des Faschismus zur Anpassung einer diskursiv feindlichen Umgebung widmete er hingegen eine weitführende Überlegung. In Anlehnung an Michael Freedens Theorie zur ideologischen Morphologie schlug er vor, zwischen einem sehr eng definierten grundsätzlichen Kern, der zeitlich unverändert bleibt, und wechselnden, peripherischen Attributen zu differenzieren. PIERO IGNAZI (Bologna) bot eine politische Organisationsgeschichte des neofaschistischen Movimento Sociale Italiano (MSI). Ignazi zeigte, dass nach Jahren mit einer starken politischen Polarisierung, von der der MSI erheblich profitiert habe, in den 1980er-Jahren eine De-Radikalisierung und allgemeine Schwächung der Partei eingetreten sei, da sie keine Alternative außerhalb des liberaldemokratischen Parteisystems mehr dargestellt habe. Die „liberale“ Wende des MSI der Jahre 1994/95 sei dagegen eine rein formelle gewesen, denn aufgrund der erneut stark gespaltenen politischen Landschaft hätten die Wähler die Partei wieder als Alternative gesehen. Nicht zuletzt ließe sich das anhand einer nachgewiesen unveränderten ideologischen Orientierung der Partei entlang seiner gesamten Geschichte nachweisen. Mit der empirischen Betrachtung der AfD-Wählerschaft beschäftigte sich SILVIA BOLGHERINI (Neapel) in ihrem Vortrag. Der zusammenfassenden Darlegung der Geschichte der Partei ließ sie eine quantitative und qualitative Analyse des AfD-Einzugs sowohl in den Bundestag als auch in die Landtage folgen. Zur Erklärung der Wahlerfolge der AfD bei ihrer Wählerschaft seien bisher drei Hauptthesen aufgestellt worden: Die erste sehe darin die sogenannten „Verlierer der Globalisierung“, eine zweite interpretiere sie als Produkt von kulturellen Tendenzen zur sozialen Exklusion und eine dritte deute sie hingegen als Produkt von politisch enttäuschten Protestwählern. Eine Perspektive der Kontinuität zwischen Faschismus, Neofaschismus und den heutigen extremen Rechten präsentierte abschließend MATTEO ALBANESE (Lissabon). Insbesondere der Europagedanke neofaschistischer Gruppierungen zeige eine ununterbrochene Linie von der Zwischenkriegszeit bis heute. Darin seien vor allem drei Punkte hervorzuheben: Erstens das Verständnis Europas als Völkersystem zwischen USA und Russland. Zweitens die Anwendung einer kulturellen Rhetorik, um den unveränderten Kern eines biologischen Rassismus zu vertuschen. Drittens den Erwartungshorizont eines antidemokratischen Europas, das sich als Gegensatz zum modernen politischen Rationalismus verstehe.

In der vierten Sektion stellten NachwuchswissenschaftlerInnen ihre Projekte und Forschungsergebnisse vor und debattierten diese. In allen Vorträgen ließen sich Ansätze erkennen, die bewusst an die während der Tagung diskutierten Forschungsstränge anknüpften. So die Projekte von JACOPO CALUSSI (Rom) und LUCA FENOGLIO (Leicester), die der faschistischen Gewalt eine zentrale Rolle zurechneten, oder die drei Beiträge von DAVID BERNARDINI (Mailand), FABIO FERRARINI (Mailand) und DANIELE TORO (Bielefeld), in denen der kulturelle Austausch bzw. die transnationale Projektion stark hervorgehoben wurden. Der Kontinuität und der medialen Rezeption des Nationalsozialismus nach 1945 widmeten sich jeweilig die Beiträge von SARAH LIAS CEIDE (Neapel) und MANUELA PACILLO (Neapel).

Zusammenfassend zeigten die Abschlusskommentare sowie die lebhafte Diskussion im Laufe der Tagung, dass einige bisher tragende Problemkomplexe in der deutsch-italienischen Faschismus- und NS-Forschung auch künftig für Debatten und für eine Weiterentwicklung des Felds sorgen werden. Fragen wie etwa nach dem Konsens bzw. nach der Repression oder nach der Gegenüberstellung beziehungsweise Integration zwischen Regime und Gesellschaft zeigen noch ein weitreichendes Erkenntnispotential. Über diese Themen hinaus wird das Feld dennoch erheblich von einer wachsenden Rezeption von Themenfeldern profitieren, die aus einem genuinen öffentlichen Interesse entstehen und die in der Forschung nach möglichen Antworten suchen. Darin, dass sie vor diesen nur scheinbar einfachen Fragestellungen nicht zurückgewichen ist, sondern sie angenommen und in den Mittelpunkt einer internationalen und interdisziplinären Auseinandersetzung gestellt hat, liegt ein klarer Verdienst dieser Tagung.

Konferenzübersicht:

Begrüßung und Einführung

Eröffnungsvortrag

Wolfgang Schieder (Universität zu Köln): Das Problem des Faschismus in der internationalen Forschung / I fascismi nella storiografia internazionale

1. Sektion: Faschismus und Nationalsozialismus in den aktuellen Geschichtswissenschaften
Moderation: Oswald Überegger (Freie Universität Bozen) / Camilla Poesio (Università Ca’ Foscari Venezia)

Paul Corner (Università degli Studi di Siena): Top-down o bottom-up? Sulle diverse facce di una società fascista / Top-down oder bottom-up? Die unterschiedlichen Gesichter einer faschistischen Gesellschaft

Arnd Bauerkämper (Freie Universität Berlin): Die deutsche Geschichtswissenschaft über den Nationalsozialismus im transnationalen historiographischen Kontext

Simona Colarizi (Sapienza Università di Roma): Continuità e revisioni nella storiografia italiana sul fascismo / Kontinuitäten und Revisionen in der italienischen Faschismusforschung

2. Sektion: „Steinerne Faschismen“
Moderation: Roberto Farneti (Freie Universität Bozen)

Paolo Nicoloso (Università di Trieste): Le tracce architettoniche e monumentali fasciste nell’Italia repubblicana / Spuren der faschistischen Architektur und Kunstdenkmäler im republikanischen Italien

Andrea Di Michele (Freie Universität Bozen): Storicizzare i monumenti fascisti. Il caso di Bolzano / Die faschistischen Baudenkmäler historisieren. Der Fall Bozen

Lutz Klinkhammer (Deutsches Historisches Institut in Rom): ¬Le tracce monumentali del nazionalsocialismo nella Germania del XXI secolo / Die Spuren nationalsozialistischer Baudenkmäler in Deutschland im 21. Jahrhundert

Thomas Schlemmer (Institut für Zeitgeschichte München – Berlin): Idyll und Terror. Der Obersalzberg als Hitlers zweiter Regierungssitz

Podiumsdiskussion: La memoria del fascismo e del nazionalsocialismo: interventi normativi, posizioni storiografiche e dibattito pubblico / Das Gedächtnis an Faschismus und Nationalsozialismus: normative Eingriffe, Standpunkte der Geschichtswissenschaft und öffentliche Debatten
Moderation: Fiammetta Balestracci (Queen Mary University of London / DHI Rom)

Giulia Albanese (Università di Padova) / Tullia Catalan (Università di Trieste) / Christoph Cornelißen (Goethe-Universität Frankfurt am Main / FBK-ISIG) / Filippo Focardi (Università di Padova)

3. Sektion: Faschismen heute
Moderation: Stefano Cavazza (Università di Bologna)

Roger Griffin (Oxford Brookes University): “Sempre Presente?” The relevance of the concept 'fascism' to understanding contemporary socio-political realities

Piero Ignazi (Università di Bologna): Ascesa e declino del neofascismo in Italia / Aufstieg und Niedergang des Neofaschismus in Italien

Silvia Bolgherini (Università degli Studi di Napoli Federico II): Destra radicale, protesta e euroscetticismo in Germania: Alternative für Deutschland / Radikale Rechte, Protest und EU-Skepsis in Deutschland: Alternative für Deutschland

Matteo Albanese (Universidade de Lisboa): L'estrema destra e l'idea d'Europa. Un internazionalismo nazionalista / Rechtsradikale und Europagedanke. Ein nationalistischer Internationalismus

4. Sektion: Neue Forschungen zum Faschismus, Nationalsozialismus und Austrofaschismus
Moderation: Andrea D’Onofrio (Università degli Studi di Napoli Federico II / SISCALT-Vorsitzender)

Nachwuchswissenschaftliches Panel: Vorstellung und Diskussion der Forschungsprojekte

David Bernardini (Università degli Studi di Milano): Hitler, il «gendarme dell’Occidente?» Nazionalsocialismo e fascismo nella critica del nazionalboscevismo tedesco (1929-1933)

Jacopo Calussi (Università degli Studi Roma Tre): Il fascismo repubblicano in provincia: continuità e discontinuità nel governo locale e nella violenza politica durante l’occupazione nazista e la guerra civile

Luca Fenoglio (University of Leicester): ‘A head for a tooth’: Violence in Fascist Italy’s Path to a Mediterranean Empire

Fabio Ferrarini (Università degli Studi di Milano), Italiani e tedeschi alla conquista culturale del «Grande Nord»

Sarah Lias Ceide (Università degli Studi di Napoli Federico II): ODEUM Roma – I servizi segreti postbellici italiani e tedeschi come forma di sopravvivenza di elementi nazionalsocialisti e fascisti?

Manuela Pacillo (Università degli Studi di Napoli Federico II): Ripensare al nazionalsocialismo attraverso il processo di Norimberga

Daniele Toro (Universität Bielefeld): Eine faschistische Verflechtung: Transnationale radikalnationalistiche Netzwerke zwischen Deutschland, Österreich und Italien 1918–1934.

Discussants: Arnd Bauerkämper (Freie Universität Berlin) / Christoph Cornelißen (Goethe-Universität Frankfurt am Main / FBK-ISIG) / Andrea D’Onofrio (Università degli Studi di Napoli Federico II) / Filippo Focardi (Università di Padova) / Lutz Klinkhammer (Deutsches Historisches Institut in Rom) / Brunello Mantelli (Università della Calabria)

Anmerkungen:
[1] Zu zwei relevanten Beispielen vgl. Federico Finchelstein, From fascism to populism in history. Oakland 2017; Enzo Traverso, Les nouveaux visages du fascisme. Conversation avec Régis Meyran. Paris 2017.
[2] Vgl. dazu die publizistische Debatte zum Umgang mit den Bauten des italienischen Faschismus, die von Ruth Ben-Ghiat Ende 2017 eröffnet wurde und insbesondere in Italien hohe Wellen schlug: Ruth Ben-Ghiat, Why are so many fascist monuments still standing in Italy?, in: New Yorker (online Edition), 5.10.2017 https://www.newyorker.com/culture/culture-desk/why-are-so-many-fascist-monuments-still-standing-in-italy (15.12.2018).

Zitation
Tagungsbericht: Ripensare i fascismi: Neue Analysen zu Faschismus und Nationalsozialismus. 7. Internationale Jahrestagung der SISCALT 2018, 22.11.2018 – 24.11.2018 Bozen, in: H-Soz-Kult, 05.02.2019, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8098>.