¿Latinoamérica y paz? Nuevas propuestas sobre paz y violencia

Ort
Weingarten
Veranstalter
Katholische Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart; in Kooperation mit der Forschungslinie „Gewalt und Frieden in Lateinamerika” des Maria Sibylla Merian Center for Advanced Latin American Studies (CALAS)
Datum
28.06.2019 - 30.06.2019
Von
Ronja Helene Hollstein / Jessica Prenzyna, Romanisches Seminar, Historisches Seminar, Leibniz Universität Hannover

Die internationale Konferenz „¿Latinoamérica y paz? Nuevas propuestas sobre paz y violencia“ wurde von der katholischen Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Kooperation mit der Forschungslinie „Gewalt und Frieden in Lateinamerika” des Maria Sibylla Merian Center for Advanced Latin American Studies (CALAS) organisiert. CALAS ist ein seit 2017 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Projekt, an dem vier lateinamerikanische und vier deutsche Universitäten beteiligt sind. Ziel ist der Aufbau eines „Center for Advanced Studies for Humanities and Social Sciences” in Lateinamerika. Es handelt sich um die bisher größte Investition des BMBF in ein geistes- und sozialwissenschaftliches Projekt zwischen Deutschland und Lateinamerika. CALAS unterstützt nicht nur den Austausch zwischen deutschen und lateinamerikanischen Wissenschaftler/innen, sondern fördert Forschungen zu Lateinamerika in Deutschland mit dem Grundsatz, nicht nur über den Kontinent zu forschen, sondern mit lateinamerikanischen Expert/innen in Dialog zu treten. In dieser Auftaktkonferenz ging es um Friedens- und Konfliktregulierungsprozesse in und um den Dialog mit beteiligten Personen und Gruppen aus Lateinamerika. Im Zentrum dieser ersten CALAS-Forschungslinie stehen Gewalt, Konfliktregulierung und Friedensprozesse. Mit der in der Akademie Weingarten veranstalteten, spanischsprachigen Tagung wurde ein erster interdisziplinärer und transkontinentaler Austausch mit diesem Fokus zwischen deutschen und lateinamerikanischen Sozialwissenschaftler/innen, Anthropolog/innen, Literatur- und Kulturwissenschaftler/innen und Historiker/innen eröffnet. Das Programm setzte sich aus Vorträgen von Forscher/innen und Expert/innen zusammen, die Gewalt und Friedensprozesse in unterschiedlichen Regionen Lateinamerikas thematisierten. Der Konferenz vorangegangen war eine Nachwuchstagung, weshalb auch viele Studierende und Doktorand/innen aus Deutschland und Lateinamerika an der Tagung teilnahmen und zu den angeregten Diskussionen nach den einzelnen Beiträgen beitrugen.

In Weingarten hat sich seit Mitte der 2000er-Jahre mit den zweijährlich stattfindenden Lateinamerika-Gesprächen ein Raum für Austausch und Dialog über regionsspezifische Themen etabliert, der mit der Tagung vom 28.-30. Juli 2019 eine Fortsetzung fand. Für Leitung und Organisation der Tagung waren HEIKE WAGNER als Vertreterin der Akademie sowie CHRISTINE HATZKY (Leibniz Universität Hannover) und JOACHIM MICHAEL (Universität Bielefeld) als Leiter/innen der CALAS-Forschungslinie „Gewalt und Frieden in Lateinamerika“ verantwortlich. Nach der Begrüßung und einer kurzen Vorstellung der Geschichte der Akademie durch die Sozialanthropologin Heike Wagner, führten Christine Hatzky und Joachim Michael thematisch in die Tagung ein. Die Lateinamerikahistorikerin Hatzky erläuterte in ihrem Vortrag das Thema der CALAS-Forschungslinie und erörterte die enge Verknüpfung zwischen Gewalt und Frieden in der seit der Eroberung durch die Europäer ganz besonders von Gewalt geprägten Region. Dennoch liege das Hauptaugenmerk der Forschungslinie nicht ausschließlich auf den diversen Gewaltphänomenen, sondern fokussiere insbesondere auch die Strategien der Zivilgesellschaft in Lateinamerika, Gewalt zu überwinden und Konzepte für ein friedliches Zusammenleben zu entwerfen. Daran anknüpfend thematisierte der Romanist Joachim Michael in seinem Vortrag die Widersprüchlichkeit von Frieden im heutigen Lateinamerika. Aktuelle Gewaltphänomene in den demokratischen Staaten Lateinamerikas seien schwer zu erklären, da diese weder zu den ärmsten noch zu den am wenigsten entwickelten Ländern gehörten. Das Aufkommen massiver privatisierter und krimineller Gewalt und die damit einhergehenden Herausforderungen für den Frieden im 21. Jahrhundert erläuterte er am Beispiel des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro. Dieser vertrete die Vorstellung, dass Frieden durch einen leichteren Zugang zu Waffen geschaffen werden könne, da die Bevölkerung so die Möglichkeit habe, sich selbst zu verteidigen. Hieran zeige sich nicht nur die Existenz völlig unterschiedlicher Vorstellungen von Gewalt und Frieden in Lateinamerika, sondern auch die Paradoxie ihrer engen Verknüpfung.

Um die historische Dimension von Gewaltphänomenen und Friedensprozessen zu verdeutlichen, präsentierte der Sozialanthropologe WOLFGANG GABBERT (Leibniz Universität Hannover) das wechselvolle Zusammenspiel von Gewalt und Frieden seit der Eroberung und fokussierte dabei die Kolonialzeit sowie die Jahrzehnte nach der Unabhängigkeit. Anhand eines historischen Zugriffs konnte er verdeutlichen, dass nicht ausschließlich Staaten oder staatliche (koloniale) Administrationen für Eskalationen von Gewalt verantwortlich waren, sondern auch die Bevölkerung stets aktiver an der Ausübung von Gewalt, aber auch an Konfliktregulierungsprozessen beteiligt war. Gegenwärtige Ausprägungen von Gewalt- und Friedensdynamiken griff der Politologe GÜNTHER MAIHOLD (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin) auf. Er beschäftigte sich insbesondere mit der Frage, wie gesellschaftliches Zusammenleben („convivencia“) trotz Vertrauensverlust in die staatlichen Institutionen funktioniert. In lateinamerikanischen Gesellschaften gebe es außerhalb des familiären Umfeldes wenig zwischenmenschliches Vertrauen. Dies führe dazu, dass sich auf lokaler Ebene dezentrale Justizsysteme, etwa Selbstverteidigungsorganisationen etablierten, um Kriminalität entgegenzuwirken. Ein friedliches Zusammenleben könne Maihold zufolge durch die Wiederaneignung öffentlicher Räume sowie die Wiedergewinnung des Vertrauens in Institutionen erreicht werden.

Die kanadische Historikerin SONYA LIPSETT-RIVERA (Carleton University, Ottawa) ging in einer diachronen Betrachtung mit Fokus auf der Kolonialzeit und den Unabhängigkeitskriegen in Mexiko der Frage nach, wie sich Vorstellungen von Geschlechterrollen über einen längeren Zeitraum veränderten, welche Erwartungen an das Sozialverhalten daraus resultierten und inwieweit sie im Zusammenhang mit geschlechtsbezogener Gewalt standen. Sie erläuterte, dass Männer in den Polizeiakten während der Kolonialzeit als friedlich beschrieben wurden, obwohl sie Gewalt und Kontrolle über Frauen ausübten. Vergewaltigungen seien erklärt und nicht verurteilt worden, wodurch die Regierung Gewalt gegen Frauen legitimiert habe. Sie betonte, dass auch darin die Ursprünge gegenwärtiger Gewaltakte gegen Frauen, wie etwa den Feminicidios lägen, da sich schon in der Vergangenheit staatliche Institutionen als Komplizen aggressiver Männlichkeit entpuppt hätten.

Die Anthropologin und Leiterin des Archivo Provincial de la Memoria der Provinz Buenos Aires LUDMILA DA SILVA CATELA thematisierte in ihrem Vortrag die Auseinandersetzung mit der Erinnerung an eine gewalttätige Vergangenheit und ihre Bedeutung für die Konstruktion von Frieden anhand des Beispiels der argentinischen Militärdiktatur. Sie analysierte, wie Konzepte von Wahrheit, Gerechtigkeit und Erinnerung von Regierungsvertretern und Gerichten, sowie von Menschenrechtsaktivisten und Familien von Opfern umgesetzt werden, um zur Konstruktion eines friedlicheren Zusammenlebens beizutragen und zeigte die unterschiedlichen Ansätze auf. Ein besonderer Schwerpunkt des Vortrags lag auf der Schaffung einer kollektiven Erinnerungskultur „von unten“ und ihrer Bedeutung für den Friedensprozess in Argentinien.

OLY MILLÁN, ehemalige Wirtschaftsministerin der Regierung Chavéz‘ in Venezuela und der Soziologe ROBERTO BRICEÑO-LEÓN (Universidad Central de Venezuela) gingen auf die aktuelle Krise in Venezuela und deren Gewaltphänomene ein. Millán interpretierte die Situation in Venezuela als wirtschaftliche, politische, soziale und moralische „Megakrise“, die auf internen und externen Konflikten sowie der Demontage der „revolución bolivariana“ beruhe. Folgen wie Massenarmut und massive Emigration ließen sich nicht mehr mit kurzfristigen Lösungen bewältigen, stattdessen brauche das Land Verhandlungen, die einen demokratischen Übergang ermöglichten, um eine Re-institutionalisierung zu erreichen. Briceño-León erläuterte, dass Venezuela während des gesamten 20. Jahrhunderts keine gewalttätige Gesellschaft gewesen sei, aber heutzutage zu den Ländern mit dem höchsten Gewaltindex zähle. Die Gewalt sei eine Konsequenz des Versagens der staatlichen Institutionen und des damit einhergehenden Verlustes von Glaubwürdigkeit. Als Indikator dafür zog Briceño-León die hohen Mordraten heran, deren Ursache zwar in Banden- und Polizeigewalt oder Gewalt durch paramilitärische Gruppen zu suchen sei, heutzutage jedoch auch immer häufiger durch Armut und Hunger verursacht werde. Für die Eindämmung der Gewalt benötige Venezuela einen neuen sozialen Pakt mit Regeln und Normen für ein friedliches Zusammenleben. Er plädierte für eine Stärkung der Justiz, der Rechtsstaatlichkeit und Maßnahmen zur Überwindung von Armut, damit das Vertrauen in die Institutionen wiederhergestellt werden könne.

Am Beispiel Kolumbiens ging der Politologe STEFAN PETERS (Universität Gießen, Instituto Colombo-Alemán para la PAZ - CAPAZ) darauf ein, inwiefern soziale Ungleichheit die Schaffung eines dauerhaften Friedens in Kolumbien verhindert. Deutlich zu spüren seien diese insbesondere bei der Rechtsstaatlichkeit und in der Landverteilung. Peters zufolge seien vor allem eine Stärkung staatlicher Präsenz in ruralen Gebieten, sozialpolitische Maßnahmen und eine radikale Steuerreform zur Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums vonnöten, um soziale Unterschiede langfristig auszugleichen.

Ein Beispiel aus dem aktuellen Friedensprozess in Kolumbien präsentierten der Soziologe ANDREAS HETZER und die Linguistin ANNA-LENA DIEßELMANN (beide Universität Bayreuth) mit ihrer Arbeit als UN-Menschenrechtsbeobachter im Zuge der Entwaffnung und Resozialisierung der Fuerzas Armadas Revolucionarias Colombianas (FARC) seit 2017. In ihrem Feldforschungsbericht stellten sie mehrere Reintegrationszonen Kolumbiens (Zonas Veredales Transitorias de Normalización - ZVTN) vor und ermöglichten so detaillierte Einsichten in das Alltagsleben ehemaliger Guerilleros im Reintegrationsprozess. Die Präsentation beeindruckte besonders durch die persönliche Nähe der teilnehmenden Beobachtung und das daraus entstandene Bild- und Videomaterial. Sie vermochten, die ganz alltäglichen Schwierigkeiten und Hindernisse im Prozess der Entwaffnung und Wiedereingliederung der ehemaligen FARC-Kämpfer in die Gesellschaft zu verdeutlichen. Der Präsentationsblock zeigte auf, dass mit dem Friedensabkommen 2016 in Kolumbien noch längst kein dauerhafter Frieden geschaffen ist.

Auch MONICA LAUER PEREZ (Erzbischöfliches Lateinamerika Hilfswerk Adveniat, Essen) widmete sich der praktischen Arbeit mit Konfliktregulierungsansätzen und erläuterte die Rolle der katholischen Kirche im kolumbianischen Friedensprozess. Zu beinahe jedem Zeitpunkt in der Geschichte Kolumbiens habe die Kirche entweder als Beobachterin oder aktiv als Vermittlungsinstanz und Schlichterin am Friedensprozess teilgehabt. Insbesondere aufgrund ihrer internationalen Vernetzung sei ihre Rolle seit jeher von zentraler Bedeutung im Rahmen der Konfliktregulierung in Kolumbien.

Monseñor ROLANDO ÁLVAREZ, Bischof von Matagalpa in Nicaragua schloss sich diesem Fazit an. Als Mitglied der Bischofskonferenz von Nicaragua erläuterte er deren Rolle innerhalb der aktuellen Konflikte in Nicaragua. Seit 2018 hätten Nicaraguas Bischöfe immer wieder friedliche Demonstranten vor bewaffneten Militärs der Regierung Daniel Ortegas geschützt; die Bischofskonferenz habe wiederholt zum Dialog aufgerufen und als Mediatorin und Schlichterin fungiert. Álvarez betonte die Verantwortung der Kirche für die Schaffung von Frieden, gesellschaftlicher Stabilität und einer Demokratisierung des Landes. Für die Zukunft hoffe er auf eine Mentalität des gegenseitigen Verzeihens der Konfliktparteien und des Wachsens an den eigenen Fehlern.

Die Soziologin DOLORES DEL CARMEN CHINAS SALAZAR (Universidad de Guadalajara, Mexiko) und die Literaturwissenschaftlern VITTORIA BORSÒ (Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf) gingen auf den Umgang mit Gewalt auf medialer und institutioneller Ebene ein. Chinas Salazar thematisierte in ihrem Vortrag die Ignoranz des mexikanischen Staats gegenüber den drastischen Menschenrechtsverletzungen der vergangenen Jahre. Insgesamt sind in Mexiko heutzutage offiziell mehr als 46.000 Verschwundene registriert, es wurden über 1.300 verborgene Massengräber ausfindig gemacht. Familien, private Initiativen aber auch nationale und internationale Menschenrechtsorganisationen fordern weiterhin Gerechtigkeit und Justiz. Die Regierung reagiere darauf nur zögerlich, so Chinas Salazar, was sich in den ab 2007 sporadisch erlassenen Gesetzen widerspiegele, die aber immerhin erstmals eine Anerkennung der Opfer thematisierten.

Borsò näherte sich dem übergeordneten Thema von Gewalt und Frieden aus einer philosophischen und literaturwissenschaftlichen Perspektive. Sie beschäftigte sich mit der Fragestellung, wie sich in literarischen Repräsentation das Leben in der Unbestimmtheit zwischen Gewalt und Frieden manifestiert. Anhand einer Reihe literarischer Beispiele verdeutlichte sie, dass in der Beziehung zwischen beiden die Gewalt stets schwerer wiege als der Frieden. Der Frieden sei indessen immer eher ein Zukunftsprojekt, nach dem es inmitten einer von Gewalt geprägten Realität zu streben gelte. In diesem Sinne biete Literatur eine Möglichkeit, sich mit aktuellen und vergangenen Gewaltsituationen auseinanderzusetzen. Sich der Anziehungskraft der Gewalt widersetzend vermöge Literatur, Gewalterfahrungen aufzuarbeiten und Visionen für ein friedliches Zusammenleben in der Zukunft zu entwerfen, so Borsò.

In der abschließenden Roundtable-Diskussion, an der sich Monseñor ROLANDO ÁLVAREZ, OLY MILLÁN, GÜNTHER MAIHOLD und VITTORIA BORSÒ beteiligten und die von STEFAN PETERS moderiert wurde, wurden die angesprochenen Themen aufgegriffen und das Spannungsfeld zwischen Gewalt und Frieden aus unterschiedlichen regionalen Perspektiven diskutiert. Überall in Lateinamerika seien soziale Ungleichheit, die Abwesenheit staatlicher Institutionen, ein mangelndes Justizsystem oder die Drogenkriminalität Katalysatoren von Gewalt. Nach dieser eher ernüchternden Bilanz erörterte die Diskussionsrunde die notwendigen Bedingungen zur Schaffung eines Übergangs zu einem Zustand gesellschaftlichen Friedens in den einzelnen Gesellschaften. Es herrschte Konsens darüber, dass in erster Linie politische Voraussetzungen zur Stärkung demokratischer Partizipation und zur Demokratisierung staatlicher Strukturen und Institutionen geschaffen werden müssten. Aus gesellschaftlicher Perspektive wurden Bildung, die Schaffung von Erinnerungskulturen und Ansätze zur Versöhnung ehemaliger Gegner als entscheidende Voraussetzungen zur Etablierung eines gesellschaftlichen Friedens genannt.

Die Beiträge der Tagung veranschaulichten aus ganz unterschiedlicher disziplinärer Perspektive den engen Zusammenhang zwischen Gewalt und Frieden in Lateinamerika. Viele der Beiträge eröffneten aus ihrem spezifischen regionalen Fokus einen Blick auf Ansätze zur Konfliktlösung und Strategien für ein weniger gewaltvolles Zusammenleben in lateinamerikanischen Gesellschaften.

Konferenzübersicht:

Eröffnung
Heike Wagner, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Einleitung: Nuevas propuestas sobre paz y violencia en Latinoamérica
Christine Hatzky, Leibniz Universität Hannover, Joachim Michael, Universität Bielefeld

1. Paz y violencia en el pasado y en el presente: planteamientos generales

Paz y violencia en la América Latina colonial y pos-colonial (Wolfgang Gabbert, Leibniz Universität Hannover)

Violencia y paz en sociedades de desconfianza pública: vivir en/con conflictos (Günther Maihold, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin)

2. Género y memoria

Patriotas y prostitutas: el género y la nación en la historia latinoamericana (Sonya Lipsett-Rivera, Carleton University, Ottawa)

Memoria y violencia en Argentina y Brasil (Ludmila da Silva Catela, Universidad Nacional de Córdoba)

3. La crisis actual en Venezuela

La crisis venezolana, antecedentes y desarrollo (Oly Millán, Plataforma Ciudadana en Defensa de la Constitución, Caracas)

Dinámicas de paz y violencia en Venezuela contemporánea (Roberto Briceño-León, Universidad Central de Venezuela)

4. El proceso de paz en Colombia

El proceso de Paz en Colombia y el desafío de las desigualdades sociales (Stefan Peters, Universität Gießen y CAPAZ, Bogotá)

Dentro de un laboratorio de paz. Del desarme a la reincorporación en una zona de desmovilización de las FARC-EP (Andreas Hetzer / Anna-Lena Dießelmann, Universität Bayreuth)

5. La iglesia católica y la solución de conflictos

La iglesia y los procesos de paz en Colombia (Monika Lauer Perez, Adveniat, Essen)

La Conferencia Episcopal de Nicaragua, mediadora y testigo en el Diálogo Nacional y las proyecciones de futuro en el país (Monseñor Rolando Álvarez, Obispo de Matagalpa, Nicaragua)

6. México: violencia, prensa y literatura

México y la búsqueda de justicia para los víctimas (Dolores del Carmen Chinas Salazar, Universidad de Guadalajara, México)

Violencia de la paz y resistencia de las vidas en México. Reflexiones acerca de la zona de indeterminación entre violencia y paz (Vittoria Borsò, Heinrich-Heine Universität Düsseldorf)

7. Mesa redonda: La paz en América Latina hoy
Monseñor Rolando Álvarez, Oly Millán, Vittoria Borsó, Günther Maihold

Zitation
Tagungsbericht: ¿Latinoamérica y paz? Nuevas propuestas sobre paz y violencia, 28.06.2019 – 30.06.2019 Weingarten, in: H-Soz-Kult, 07.09.2019, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8436>.